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Full text of "Entomologische Arbeiten aus dem Museum G. Frey Tutzing bei München"

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nlom ologisch p 
Zirbeiten 


AUS DEM MUSEUM 


G. FREY 
TUTZING BEI MÜNCHEN 


(Intern. Abk.: Ent. Arb. Mus. Frey) 


Band 13 


1962 


Mit Unterstützung des Vereins 
zur Förderung der wissenschaftlichen Arbeiten 


auf dem Gebiet der Entomologie e.V. 


Schriftleiter: Dr. E. Haaf 


IM SELBSTVERLAG DES MUSEUMS FREY 


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Ausgabedatum von Heft 1: 1. Februar 1962 
Ausgabedatum von Heft 2: 1. Oktober 1962. 


Inhalt 
des 13. Bandes, 1962 


Breuning, $.: Zwei neue Lamiiden aus den Beständen des Museums 
Frey (Col. Ceramb.) . SE Eee 
Breuning, S.: Zwei neue Lamiiden-Arten aus Somaliland (Col. Ceramb.) 


Breuning, S.: Bestimmungstabelle der Lamiiden-Triben nebst Revision 
der Pteropliini der asiatischen Region (Col. Ceramb.) I. Teil . 


Demarz, H.: North Queensland- Sammelreise 1961-62 . 


Ermisch, K.: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden.. Australiens (Col 
Heterom. Mordell.) . 


Fagel, G.: Contribution ä la connaissance ee en LXXIV - 
Paederidus nouveaux d’Afrique occidentale . 


Frey, G.: Revision der Gattung Ceraspis Serv., nebst Beschreibung einer 
dazugehörigen neuen Gattung (Col. Melolonth.) . 


Frey, G.: Neue Sericinen aus meinem Museum, nebst Bestimmungs- 
tabelle der Gattung Lasioserica (Col. Lamell.) . 


Frey, G.: Neue Melolonthiden aus Asien und Ostafrika (Col.) . 

Frey, G.: Neue Onthophagus-Arten (Col. Scarab.) . 

Fuchs, E.: Neue Cerambyciden aus der ehem. Sammlung Dr. Itzinger, 
2. Teil (Col.) er 

Haaf, E.: Nachtrag zu meinen bisher erschienenen Teil-Revisionen der 
Gattung Alcidodes (Col. Cure.) . 

Haaf, E.: Kurznachrichten aus dem Museum Frey . 

Haaf, E.: Personalien RE 

Heinze, E. und Pinsdorf, W.: Die Criocerinen Afrikas (Col. 
Chrysom.) oe vun er 

Jedlicka, A.: Neue Carabiden aus den Sammlungen des Museums Frey 
in Tutzing (Col.) . 

Kulzer, H.: Neue Tenebrioniden aus Südamerika (Col.) . 


Lazorko, W.: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae) mit 
einer Übersicht der ukrainischen Arten der Tribus Cephenniini 


Petrovitz, R.: Neue und verkannte a aus allen Erdteilen (Col. 
Scarab.), Im. Teil 


Schedl, K.E.: Scolytidae und ee aus nn EN 
nesischen Raum (Col.) . 


Scheerpeltz, O.: Staphyliniden aus einem Geiernest in Transvaal (Col.) 


Scherer, G.: Bestimmungsschlüssel der neotropischen Alticinen-Genera 
(Col. Chrysom.) . 


Wittmer, W.: Neue Malachiidae aus Australien aus der Sammlung des 
Museums Frey (Col.) . 


497 


325 


nomologische 
Arbeiten 


AUS DEM MUSEUM 


G. FREY 
TUTZING BEI MÜNCHEN 


(Intern. Abk.: Ent. Arb. Mus. Frey) 


Band 13, Heft1 ‚g 969 


1962 


Mit Unterstützung des Vereins 
zur Förderung der wissenschaftlichen Arbeiten 


auf dem Gebiet der Entomologie e.V. 


Schriftleiter: Dr. E. Haaf 


IM SELBSTVERLAG DES MUSEUMS FREY 


Ausgabedatum: 1. Februar 1962 


Inhalt 


des 1. Heftes, Band 13 


Breuning, $.: Zwei neue Lamiiden aus den Beständen des Museums 
G. Frey (Col. Ceramb.) . 


Fagel, G.: Contribution ä la connaissance u Stäphyliidesn LXXIV- 
Paederidus nouveaux d’Afrique occidentale . A 


Frey, G.: Revision der Gattung Ceraspis Serv., nebst Beschreibung einer 
dazugehörigen neuen Art (Col. Melolonth.) . 


Frey, G.: Neue Sericinen aus meinem Museum, nebst Bestimmungstabelle 
der Gattung Lasioserica (Col. Lamell.) 


Haaf, E.: Nachtrag zu meinen bisher erschienen Teil-Revisionen der Gat- 
tung Alcidodes (Col. Curc.) . 


Haaf, E.: Kurznachrichten aus dem Museum Frey . j h 
Heinze,E. und Pinsdorf, W.: Die Criocerinen Afrikas (Col. RL, y4 
Kulzer, H.: Neue Tenebrioniden aus Südamerika (Col.) . : 
Petrovitz, R.: Neue und verkannte er aus allen Erdteilen (Col. 
 Scarab.), III. Teil. 
Schedl,K. E.: Scolytidae und Platypodide aus EN ausralsch polen 
schen Raum : ATELIER er 


71 


67 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 l 


Revision der Gattung Ceraspis Serv., nebst Beschreibung 
einer dazugehörigen neuen Gattung (Col. Melolonth.) 
Von G. Frey 


(Mit 3 Tafeln und 1 Textabbildung) 


Die Gattung Ceraspis wurde von Serville 1825 (Ent. meth. X. 370) be- 
gründet und von Lacordaire und Burmeister eingehend beschrieben. Sie 
beschränkt sich auf Mittel- und Südamerika. 

Die wesentlichen Eigenschaften, die die Gattung Ceraspis von ihren 
Nachbargattungen unterscheidet, sind zwei Einschnitte in der Basis des 
Halsschildes, welche zwei entsprechende Vorsprünge des Schildchens auf- 
nehmen. Diese Vorsprünge sind verschieden stark ausgeprägt, aber bei allen 
Arten vorhanden. 

Im übrigen hat die Gattung Ceraspis folgende besondere Kennzeichen: 

Ciypeus gerundet oder abgestutzt, vorne aufgebogen, beim d höher 
und länger als beim ?. Bei einigen Arten ist der Clypeus beim ö eckig, beim 
Q aber fast immer abgerundet. 

Die Mundteile sind klein, die Oberlippe ausgebuchtet, über den Rand 
des Kopfschildes nur wenig vorspringend. Das Ende der Oberkiefer ist ein- 
wärts gekrümmt, der Unterkiefer mit 6 feinen, spitzen Zähnchen ausgezeich- 
net. Die Unterlippe ist schmal, am Zungenteil etwas vertieft, kurz 2lappig. 
Letztes Tarsterglied stark, dick, eiförmig zugespitzt. 

Die Fühler sind 9gliedrig, der Fächer ist 3gliedrig mit einer Ausnahme 
(quadrifoliata Mos.). Beim Ö, wie bei allen Melolonthiden, länger als beim 
?. Gestalt des 5 schlanker als des $. Pygidium bei den ö ö länglich oval 
und stark gewölbt, bei den ?? breiter, meist abgestutzt und fast nicht 
gewölbt. 

Der Halsschild ist bei den meisten Arten stark gewölbt, bei einigen aber 
auch abgeflacht, die Seiten sind gerundet oder winkelig, nach hinten ver- 
schmälert. 

An der Basis in der Mitte zwei Einschnitte, welche den Vorsprüngen 
des Schildchens entsprechen. 

Beine ziemlich schlank, beim & stets länger als beim $. 

Die Schenkel bis auf eine Art (martinezi n. sp.) und Tibien nicht beson- 
ders verbreitert. Die Tibien mit 1, 2 oder 3 Randzähnen, deren Zahl und 
Ausbildung aber in gewissen Grenzen variabel ist. 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 1 


2 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


Die Beine langborstig behaart, die Krallen meistens gleich, in einigen 
wenigen Fällen etwas ungleich. 

Sie sind im übrigen wenig von den anderen Gattungen der Macrodacty- 
lini verschieden. 

Die Flügeldecken und der Halsschild mit schmalen oder breiten oder 
mit beiden Arten von Schuppen bekleidet; bei den ersten beiden Gruppen 
auch nur mit Borsten ausgezeichnet. Oft sind auch Haare und Schuppen auf 
dem Halsschild und den Flügeldecken gemischt vorhanden. 

Einzelne Arten der Gattung Ceraspis Serv. bzw. Faula Blanch. (syno- 
nym It. Junk Kat. p. 336) wurden von Serville, Gory, Latreille, Germar, Perty 
beschrieben. Blanchard brachte dann 1850 (Catalogue de la collection ento- 
mologique du Museum d’Histore Naturelle de Paris) eine größere Reihe 
Neubeschreibungen; Burmeister, 1855 (Handb. der Ent. IV 2), die erste 
Zusammenfassung der Gattung, wobei er die bisher beschriebenen, mit Aus- 
nahme der Blanchard’schen Arten neu überarbeitete, so daß man diese Be- 
schreibungen infolge der vorher gänzlich ungenügenden zu Grunde legen 
kann. Unglücklicherweise hat Burmeister in seinem Vorwort die Arbeit von 
Blanchard wohl erwähnt, aber da er nichts damit anfangen konnte, es Blan- 
chard überlassen, seine von ihm aufgestellten Arten evtl. einzuziehen. Dies 
ist nicht geschehen, so daß sich zwangsläufig einige Synonyme ergaben, die 
jetzt berichtigt werden. Nach Burmeister erfolgten dann wieder einige Ein- 
zelbeschreibungen, so von Harold, Sharp, Nonfried, Brenske und Bates. 
Moser hat ebenfalls eine größere Anzahl Arten beschrieben, leider ohne 
Hinweis auf die vorhandenen. Nach ihm wurden nur noch von Arrow und 
Ohaus 2 Arten veröffentlicht. Seit 40 Jahren hat sich niemand mehr mit 
dieser Gruppe beschäftigt, eine zusammenhängende Arbeit existiert nicht. 
Dies ist vielleicht verständlich, denn manche Artengruppen, besonders solche 
mit durchwegs beschuppten Flügeldecken weisen außer der Größe und 
Schuppenbildung kaum irgendwelche konstante differenzierte Merkmale 
auf. Es ist daher geboten, auch die Unterschiede in den Geschlechtsorganen 
heranzuziehen. Die Unterschiede der Klauen decken sich teilweise mit mei- 
ner Gruppeneinteilung; sie sind aber nur sehr begrenzt für die Unterschei- 
dung der Arten zu verwenden. 

Bei der Sichtung des gesamten Materials ergab sich, daß nur von ganz 
wenigen Arten und zwar von Burmeister und von Moser Typen vorhanden 
sind. Für die freundliche Überlassung von Leihmaterial spreche ich hiermit 
folgenden Museen meinen herzlichen Dank aus: 


British Museum (Natural History), London 
Deutsches Entomologisches Institut, Berlin-Friedrichshagen 
Institut Royal Sc. Nat. Belg., Bruxelles 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 3 


A. Martinez, Buenos Aires 

P. S. Pereira, Sao Paulo 

F. Plaumann, Nova Teutonia 

Senckenberg Museum, Frankfurt am Main 
Staatl. Museum für Tierkunde, Dresden 

U. S. National Museum, Washington 
Zoologisches Museum, Berlin 

Zoolog. Institut der Universität Halle/Saale 
Zoolog. Staatssammlung, München 


Die Typen von Blanchard sind It. Auskunft des Pariser Museums ver- 
schollen. Ebenso stand mir nur ein ganz kleiner Teil der Burmeister-Typen 
zur Verfügung. Die anderen sind ebenfalls nicht auffindbar. So wurde ich 
gezwungen, für die nicht vorhandenen Typen Neotypen zu schaffen und 
hoffe, daß damit eine gewisse Klärung in die Nomenklatur dieser schwie- 
rigen Gruppe gebracht wurde. | | 


Die von Moser beschriebenen Arten sind im allgemeinen gut determi- 
niert, aber leider gibt der Autor fast nie Unterschiede zu den bereits vor- 
handenen Arten an. Immerhin konnte ich in dem Material des Museums der 
Universität Berlin und des Deutschen Entomologischen Instituts genügend 
von Moser determinierte Arten finden, so daß eine einwandfreie Determina- 
tion möglich war. 


Die Ceraspis-Arten scheinen alle selten zu sein, denn außer den schon 
zu Burmeisters Zeiten bekannten Formen, die ich in größeren Serien vor- 
liegen habe, sind alle übrigen nur in kleinen Serien in den Museumssamm- 
lungen vertreten. Auch ich selbst habe in meinen außerordentlich großen 
Südamerika-Ausbeuten, die ich selbst dort sammelte und von anderen guten 
Samnnlern erhielt, nur selten einen Ceraspis entdeckt. Über die Lebensweise 
ist so gut wie nichts bekannt. Wahrscheinlich ist die Erscheinungszeit sehr 
kurz; die Tiere dürften ähnlich wie die Hoplia-Arten leben. Sie kommen 
auch an das Licht, doch sind sie -— wie schon erwähnt - bei vielen Arten bis 
jetzt nur in einzelnen Exemplaren gefunden worden. 


Bestimmungstabelle der Ceraspis- Gruppen 


1 ( 4 ) Flügeldecken, meist auch der Halsschild nur mit Haaren oder 
haarförmigen Schuppen bedeckt, niemals ganz beschuppt oder 
mit breiten Schuppen ausgezeichnet. Schildchenvorsprung in der 
Regel breitwinkelig und nicht sehr stark vorstehend. 


2 ( 3 ) Oberseite einfarbig schwarz oder schwarz mit roten Flecken oder 


Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


1(2) 


11 (10) 


Streifen. Beine rot oder schwarz. Hinterklauen einfach (mit Aus- 
nahme von C. lurida n. sp.). 


Gruppe 1 


Oberseite bunt, niemals schwarz, Hinterklauen teils einfach, teils 
gespalten. 
Gruppe 2 


Oberseite mit breiten Schuppen teilweise oder ganz bedeckt. 
Schuppen ein- oder mehrfarbig. Schildchenvorsprung bei den 
Arten, die einen kürzeren und gedrungenen Habitus, ähnlich wie 
eine Hoplia haben, sehr betont und spitzwinkelig. Die kleinere 
der hinteren Klauen gespalten (Ausnahme pilatei, elongata n.sp.). 

Gruppe 3 


Bestimmungstabelle der Gruppe 1 

2. und 3. Zahn der Vordertibien verwachsen. Clypeus ö beson- 
ders stark aufgebogen, vorne flach dreieckig ausgeschnitten. 

clypealis n. sp. 
Tibien normal. 
Halsschild und Flügeldecken mit kurzen Borsten bedeckt. Hals- 
schild niemals gekielt und mit Schuppen teilweise bedeckt. 
Gestalt langgestreckt, nicht besonders gewölbt. 
Oberseite einfach schwarz, Scutellum rot oder schwarz, gelegent- 
lich an der Basis der Flügeldecken oder des Halsschildes rötliche 
Stellen. 
Halsschild gleichmäßig sculptiert ohne glatten Streifen oder 
Flecken. 
Flügeldecken glänzend. 
Halsschild sehr fein und zerstreut punktiert, 7 mm. 

lurida n. sp. 


) Halsschild grob punktiert. 


Halsschild sehr dicht und grob, aber ungleich punktiert, stellen- 
weise netzartig, Scutellum rot, Halsschildvorderecken vorgezogen 
und sehr spitz, über 10 mm (siehe Aedoeagus-Abb. Tafel II/l und 
Tafel II/]). 

rufoscutellata Mos. 


Halsschild dicht und grob, nicht netzartig punktiert, Punkte 
nabelförmig, Scutellum schwarz, Halsschildvorderecken nicht 
vorgezogen, unter 8 mm. 

ocellata n. sp. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 5 


23 (22) 


Flügeldecken matt, Halsschild zerstreut und mittelfein, auf der 
Scheibe sehr zerstreut punktiert, Länge 12-13 mm. 
opacipennis Mos. 


) Halsschild mit glatter Mittellinie oder glatten Flächen. 


Halsschild-Seitenrand gezähnt. 
immaculata Burm. 
Halsschild-Seitenrand glatt. 
Flügeldecken glatt, am Grunde chagriniert, ebenso die Rippen 
(siehe Aedoeagus-Abb. Tafel IV/3). 
cornuta Blanch. 
(= rufipes Burm.) 
Flügeldecken mehr oder weniger gerunzelt mit teilweise glatten 
Streifen bzw. Rippen. 
Halsschild nur mit äußerst kurzen Borsten in den Punkten, Cly- 
peus Ö vorgezogen. 
ö mit 4 Rippen, $ auch die Umgebung des Scutellums gerun- 
zelt (siehe Aedoeagus-Abb. Tafel IV/2 und Tafel III/2). 
moseri n. Sp. 
ö mit 3 Rippen, ? die Umgebung des Scutellums glatt, die 4. 
Rippe neben der Naht meist nur teilweise vorhanden (siehe 
Aedoeagus-Abb. Tafel II/9 und Tafel IIV/9). 
innotata Blanch. 


Halsschild mit längeren anliegenden Borsten, immer gut sichtbar, 
Clypeus ö nicht vorgezogen. 
Die glatten Stellen des Halsschildes flach, nicht reliefartig erhöht, 
Schulter 6 eckig, Clypeus @ stark abgerundet und hoch aufge- 
bogen, kaum ausgeschnitten (siehe Aedoeagus-Abb. Tafel IV/10 
und Tafel III/8). 

centralis Sharp 


Die glatten Stellen des Halsschildes reliefartig erhöht, besonders 
die Mittellinie, und stark glänzend. Die Schulter ö abgerundet, 
der Clypeus $ eckig und viel weniger aufgebogen, flach ausge- 
schnitten (siehe Aedoeagus-Abb. Tafel II/6 und Tafel IIl/7). 
mexicana Har. 

Flügeldecken mit 4 roten Flecken. 
Halsschild dicht und grob punktiert, höchstens die glatte Mittel- 
linie etwas erweitert. Die Seiten immer durchgehend punktiert, 
ö Halsschild normal gewölbt, 10-16 mm (siehe Aedoeagus-Abb. 
Tafel I/4 und Tafel III/4). 

quadripustulata Blanch. 


Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


26 (25) 


Halsschild grob punktiert, kahle Stellen auf dem ganzen Hals- 
schild, besonders auch auf den Seiten, glatte Mittellinie, meist 
von der Basis bis zum Vorderrand durchgehend, Halsschild & 
stark gewölbt, 9-12 mm (siehe Aedoeagus-Abb. Tafel II/5 und 
Tafel III/6). 
quadrimaculata Blanch. 
(= quadrinotata Burm.) 


Halsschild gekielt, seitlich und teilweise an der Basis mit Schup- 
pen bedeckt (siehe Aedoeagus-Abb. Tafel IV/7 und Tafel III/5). 
squamulifera Mos. 


) Gestalt gedrungen und hochgewölbt. 


Halsschild schwarz, Clypeus d eckig, etwas vorgezogen, wenig aus- 
geschnitten (siehe Aedoeagus-Abb. Tafel II/11 und Tafel IIV/10). 
lineata Waterh. 

Halsschild rot. Clypeus ö gerundet, nicht vorgezogen, deutlich 
ausgeschnitten (siehe Aedoeagus-Abb. Tafel II/8 und Tafel IIV/3). 
ruficollis n. sp. 


Bestimmungstabelle der Gruppe 2 


(Bunte Flügeldecken mit einfachen Haaren oder Schuppenhaaren bedeckt, 


niemals mit breiten Schuppen, Gestalt langgestreckt) 
Halsschild schwarz, Flügeldecken braun (siehe Aedoeagus-Abb. 
Tafel 11/12). 

brunneipennis Bates 


Halsschild niemals schwarz, meist ähnlich oder gleich wie die 

Flügeldecken gefärbt. 

Behaarung der Flügeldecken niemals in Reihen, wenn kahle 

Stellen auf den Flügeldecken vorhanden sind, dann sind diese 

mit Stichelhaaren ausgezeichnet. 

Halsschild und Scutellum sehr dicht mit langen Haaren bedeckt. 
Ä ohausi Mos. 

Halsschild nur mit kurzen Haaren bedeckt, teilweise auch mit 

Schuppenhaaren ausgezeichnet. 

Halsschild und Flügeldecken ausschließlich mit einfachen Haaren 

bedeckt, dazwischen mit einzelnen Stichelhaaren. 

Diese aufrechtstehenden Stichelhaare kaum dicker als die liegen- 

den Haare und höchstens 2-3mal so lang wie diese. 


) Schildchenvorsprung sehr flach, Schildchen fast gleichschenkelig. 
) Große Art über 12 mm. 


bivittata Burm. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 7 


10 (9 


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11(8) 


12 (6) 


132027) 


14 (15) 


15 (14) 


16 (3) 


17 (20) 
18 (19) 


19 (18) 


20 (17) 


Kleine Art unter 9 mm. 

modesta Burm. 
Schildchenvorsprung viel stärker, rechtwinkelig, Schildchen lang- 
gestreckt. 

rubiginosa Latr. 

Halsschild auf der Scheibe längs der Mittellinie, das Schildchen, 
die Schulter und Apicalbeulen der Flügeldecken mit Schuppen- 
haaren bedeckt (siehe Aedoeagus-Abb. Tafel IV/13). 

klenei Brenske 


Die Stichelhaare sehr lang und dick, gehäuft an der Mittellinie 
des Halsschildes und auf dem Schildchen, auf den Flügeldecken 
gleichmäßig verteilt. 
Wenig glänzend, Clypeus (d) nicht vorgezogen, Ecken zahn- 
förmig, Vorderrand ziemlich tief ausgeschnitten, mittelamerika- 
nisch (siehe Aedoeagus-Abb. Tafel II/14). 

hispida Bates 


Stark glänzend (Ö), sehr schlank, Clypeus (ö) vorgezogen, eckig, 
Vorderrand gerade, aus Bolivien und Brasilien. 
nitida n. sp. 

Behaarung der Flügeldecken in regelmäßigen Längsreihen ange- 
ordnet. 
Halsschild in der Mitte glatt. 
Fühlerfächer 5? 3gliedrig. 

macrophylla Mos. 


Fühlerfächer 5? 4gliedrig. 
quadrifoliata Mos. 


Halsschild auf der ganzen Fläche mit Schuppenhaaren bedeckt. 
rühli Brenske 


Bestimmungstabelle der Gruppe 3 


(Flügeldecken immer ganz oder teilweise mit breiten oder schmalen Schup- 


pen bedeckt. Schildchenvorsprung stark ausgeprägt. Die Arten mit ganz be- 
schuppten Flügeldecken fast immer mit Habitus wie die Gattung Hoplia. 


Mindestens eine der hinteren Klauen gespalten, meistens die kleinere (Aus- 


nahme pilatei Har. und elongata n. sp.)). 
1 (6 ) Halsschild so breit wie die Flügeldecken, kugelförmig gewölbt, 


10-11 mm. 


2 ( 4 ) Schenkel stark verbreitert, Flügeldecken mit Schuppenstreifen 


martinezi n. sp. 


Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


) Hinterschenkel normal, Flügeldecken nicht in Streifen beschuppt. 
) Flügeldecken einfarbig, Schuppen einheitlich, 10 mm 


globicollis n. sp. 
Flügeldecken mehrfarbig, Schuppen teils breit, teils dünn, ca. 
8 mm. 
mustela n. sp. d 
Halsschild schmäler als die Flügeldecken, niemals kugelförmig. 
Arten über 12 mm Länge. 
Schuppen auf den Flügeldecken in regelmäßigen Längsreihen, 
Klauen einfach. 
pilatei Har. 
(= velutina Bat.) 


Schuppen der Flügeldecken niemals in Längsreihen angeordnet. 
Vorderer Seitenrand des Halsschildes konkav, Vorderecken sehr 
spitz und vorgezogen, Halsschild mit langen Haaren neben den 
Schuppen, Hinterklauen gespalten. 

Diyunezl Germ. 
Halsschildecken nicht vorgezogen. % 


- 


) Halsschild und Flügeldecken sehr dicht und ee Fanäle be- 


schuppt, auf dem Halsschild lange aufrechte Haare. 
amazonica n. Sp. 
Halsschild und Flügeldecken viel weniger dicht beschuppt, auf 
Flügeldecken und Scutellum neben den breiten Schuppen auch 
anliegende schmale Borsten. 
oblonga Mos. 


) Arten unter 11 mm Länge. 


Halsschild schwarz oder schwarzbraun, Flügeldecken rotbraun 
und nur spärlich beschuppt, sonst behaart. 
Gestalt plump und gedrungen. 
Die auf 4 kleine Flecken verteilten weißen Schuppen der Flügel- 
decken schmal. 

bicolor Mos. 


Die Schuppen der Flügeldecken breit und mehrfarbig. 
mustela ® n. sp. 
Gestalt langgestreckt, 4 Flecken mit breiten, weißen Schuppen 
auf der apicalen Hälfte der Flügeldecken. Hinterklauen einfach. 
elongata n. sp. 
Halsschild und Flügeldecken gleich oder ähnlich gefärbt mit glei- 
chen oder andersfarbigen Schuppen oder mit Haaren und Schup- 
pen bedeckt. 


21 (30) 


36 (35) 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 9 


Schuppen auf den Flügeldecken von verschiedener Struktur, die 
einen klein oder schmal lanzettförmig, die anderen groß und breit 
eiförmig, einzelne große Schuppen an der Basis bleiben hier 
außer Betracht, ebenso geringe Unterschiede in der Größe der bei 
einzelnen Arten etwas größeren, weißen Schuppen gegenüber 
dunkleren Schuppen. 

Flügeldecken und Halsschild braun, schmale und breite Schuppen 
rein weiß. 


albovaria Blanch. 


Flügeldecken und Halsschild schwarz, Flügeldecken mit ver- 
schiedenfarbig schmalen und weißen Schuppen. 
Flügeldecken grau beschuppt mit eingestreuten, breiten, weißen 
Schuppen. 
sulcicollis Mos. 
siehe auch 44 (45) 


Flügeldecken symmetrisch gefleckt. 
Flügeldecken ohne weißen, aus Schuppen gebildeten Rand, Vor- 
der-Tibien mit 2 Zähnen. 


conspersa Burm. 


Vorder-Tibien mit einem Zahn. 
Flügeldecken mit weißem Rand. 
variegata Perty 


Flügeldecken mit einem weißen Längsstreifen neben der Naht 
(siehe Aedoeagus-Abb. Tafel I/16). 


burmeisteri n. sp. 


Schuppen auf den Flügeldecken gleichförmig ohne oder mit Haa- 
ren neben den Schuppen. 

Schuppen schmal, lanzettförmig. 

Flügeldecken mit 4 dunklen Flecken, Halsschild und Flügel- 
decken rötlich. 


vulpes n. sp. 


Flügeldecken einfarbig, Schuppen grau oder gelbgrau oder weiß- 
gelb oder weiß mit grau vermischt. 

Arten über 10 mm. 

Unterseite überall mit breiten Schuppen, höchstens am Meta- 
sternum schmale Schuppen. 


tenuisquamosa n. sp. 


Unterseite teilweise oder ganz dünn beschuppt. 


Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


Unterseite dünn beschuppt, nur die beiden ersten Ventralseg- 
mente mit breiten Schuppen. 

ventralis n. sp. 
Unterseite überall dünn beschuppt wie die Oberseite, d mit 
eckigem Clypeus. 

pereirae n. sp. 
Arten unter 10 mm. 
Schuppen auf den Flügeldecken spärlich, Grundfarbe überall er- 
kennbar. 
Kleine Art, 5-6 mm. 

vestita Blanch. 
Größere Art, 7-9 mm. 

pauperata Burm. 


40 ) Flügeldecken dicht beschuppt. 


50 (55) 


51 (52) 


Halsschild mit seichter Mittelfurche, Flügeldecken weiß mit grau 
gemischt beschuppt. 
sulcicollis Mos. 
siehe auch 24 (25) 
Halsschild ohne Mittelfurche, Flügeldecken einheitlich gelblich 
weiß beschuppt. 
Vorder-Tibien nur mit einem Zahn. 
farinosa Burm. 
Vorder-Tibien mit gut ausgebildeten 2 Zähnen. 
kuntzeni Mos. 


Schuppen der Flügeldecken breit eiförmig, mehr oder weniger 
zugespitzt. 
Schuppen auf dem Halsschild einheitlich und sehr dicht, ebenso 


wie auf den Flügeldecken, manchmal auf der Scheibe über dem 
Schildchen einige Schuppen aufgerichtet, auch einzelne lange 
Borsten auf dem Halsschild eingestreut, aber die Beschuppung 
ist immer so dicht, daß der Untergrund nicht sichtbar ist. Die 
Borsten treten niemals in Büscheln oder größerer Anzahl auf. 


Flügeldecken ohne Schuppenzeichnung, höchstens ö mit un- 
deutlichen Längsstreifen. 


Flügeldecken und Halsschild einfarbig weißgelb mit dunkel- 
gelben Schattierungen, 9-11 mm breite, gedrungene Gestalt. 
Hierher gehören systematisch auch die Arten leucosoma Blanch. 
und pallida Blanch., deren Halsschild sehr dicht beschuppt ist. 
Der Halsschild hat aber einige schwarze, unbeschuppte Stellen 


58 (57) 


59 (60) 


60 (59) 


61 (56) 
62 (63) 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 11 


mit Borsten, weshalb diese Arten unter 107 und 108 eingereiht 
sind. 
citrina Blanch. 


Flügeldecken und Halsschild erbsenfarbig oder braun. 


4) Flügeldecken und Halsschild erbsenfarbig, ö mit dunklen Längs- 


streifen auf den Flügeldecken. 
var. pisicolor Burm. 


Flügeldecken und Halsschild dunkelbraun, einfarbig (siehe Ae- 
doeagus-Abb. Tafel IIV/14). 
castaneipennis Blanch. 


) Flügeldecken mit deutlichen Schuppenzeichnungen. 
61) Flügeldecken und Halsschild mit aus verschiedenfarbigen Schup- 


pen gebildeten Flecken. 


Halsschild mit 6 kleinen Flecken, 4 in der oberen Reihe, davon 
die 2 mittleren größer, 2 in der unteren Reihe. Flügeldecken mit 
4 gleichmäßig verteilten kleinen, deutlich abgegrenzten Flecken, 
Halsschild und Flügeldecken sind dicht weiß beschuppt, Schup- 
pen auf dem Scutellum teilweise zitronengelb, Habitus gedrun- 
gen (siehe Aedoeagus-Abb. Tafel III/16). 

bufo n. sp. 


Flügeldecken und Halsschild anders gezeichnet, Halsschild eben- 
falls mit 6 Flecken; die Flecken auf dem Halsschild und den Flü- 
geldecken sind aber viel größer und nicht deutlich abgegrenzt, 
teilweise zusammen verbunden. Die Flecken auf den Flügel- 
decken sind rehbraun innerhalb eines breiten hellen Längs- 
streifens. 


Größe 9-11 mm, Parameren asymmetrisch. 
signata Blanch. 


Größe 7-8 mm, Parameren symmetrisch (siehe Aedoeagus-Abb. 
Tafel IIV/11). 
mixta Blanch. 


Flügeldecken mit Längsstreifen. 


Flügeldecken mit einem graubraunen, breiten Längsstreifen von 
der Schulter einschließlich der Apicalbeule, Rest der Flügel- 
decken rein weiß beschuppt. Graubraune Schuppen manchmal 
etwas kleiner als die weißen. 

amoena.n.sp. 


12 


Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


63 (62) 


64 (49) 


65 (104) 


72 (69) 


73 (74) 


Flügeldecken mit einem breiten, in der Mitte eckig verbreiterten, 
kahlen Streifen von der Schulter aus zur Apicalbeule der Flügel- 
decken. 

pulchra n. sp. 
Schuppen auf dem Halsschild weniger dicht, besonders auf der 
Scheibe entlang der Mittellinie die Schuppen aufgerichtet und 
dünn lanzettförmig, auf den Seiten breit beschuppt, zuweilen auf 
der Scheibe stark mit büschelartig aufgerichteten braunen oder 
schwarzen Borsten vermischt oder auf der Scheibe ausschließlich 
braune oder schwarze Borsten und nur die Seiten des Halsschildes 
beschuppt. 


Auf der Halsschildscheibe schmale, oder aufgerichtete, breite 
Schuppen, entweder gleichmäßig oder in Form eines Streifens 
entlang der Mittellinie. Grund wegen der offenen Beschuppung 
sichtbar. Nur höchstens vereinzelte Borsten, niemals in Büschel 
oder verdichtet entlang der Mittellinie. 


79) Flügeldecken einfarbig. 
) Alle Schuppen auf dem Halsschild und den Flügeldecken rein- 


weiß, auf der Halsschildscheibe mit Ausnahme eines schmalen 
Mittelstreifens nur dünne Schuppen, ö mit eckigem Clypeus. 
nivea Blanch. 
= brenskei Mos. 
Schuppen gelblich bis gelblich-weiß, die aufgerichteten Schuppen 
auf dem Halsschild von gleicher Art, nur wesentlich zerstreuter 
als auf den Flügeldecken. 


Schuppen relativ breit und nicht sehr zugespitzt. 


1) Größe 7 mm, Halsschild und Flügeldecken gleichfarbig, Grund- 


farbe dunkelbraun bis schwarz. 

cinerea Mos. 

= lepidiota Mos. 

Größe 5-6 mm, Halsschild mit breiter, rotgelber Scheibe und 
weißem Mittelstreifen, Flügeldecken gelblich einfarbig. 

flava Blanch. 
Schuppen stark zugespitzt, schmal eiförmig, Flügeldecken und 
Halsschild gleichfarbig. 
Tibien ohne Zahn, bzw. nur mit einem Zahn, der 2. Zahn höch- 
stens angedeutet, ö Clypeus abgerundet. 


farinosa Burm. 
siehe auch 46 (47) 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 13 


Tibien mit deutlichen 2 Zähnen. 


Clypeus ö eckig (siehe Aedoeagus-Abb. Tafel II/15). 
plaumanni n. sp. 


) Clypeus ö abgerundet. 
) Flügeldecken fast 2mal so lang wie der Halsschild. 


griseosquamosa Mos. 
Flügeldecken fast 1'!/amal so lang wie der Halsschild. 
kuntzeni Mos. 
Flügeldecken mit durch verschiedenfarbige Schuppen gebildete 
Flecken oder Streifen. Halsschild wie bei den vorhergehenden 
Arten auf der Scheibe mit aufrechtstehenden Schuppen, so daß 
man den Untergrund sieht. Mittelstreifen fast immer weiß aus 
anliegenden Schuppen. Arten von 5-6 mm Länge. 
Halsschild sehr flach. 
obscura Blanch. 


Halsschild normal gewölbt. 

Flügeldecken mit mehr oder weniger deutlichen Streifen. 
Schuppen auf den Flügeldecken gelb bis weißgelb. 
Unterseite beschuppt wie die Oberseite. 


Halsschildseiten eckig, hinterer Seitenrand fast gerade. 
subvittata Mos. 


Halsschildseiten in flachem Bogen verlaufend, hinterer Seiten- 
rand conkav geschwungen. 
zikani Mos. 


Unterseite mit deutlichen Borsten. 
setiventris Mos. 


Schuppen auf den Flügeldecken rotbraun. 
fulva Blanch. 


Flügeldecken mit Flecken oder sonst anders gezeichnet, kleine 
Arten, 5-6 mm. 


Halsschild sehr flach. 
mutica Mos. ö 


Halsschild normal gewölbt. 
Flügeldecken mit gelben bis gelbbraunen Schuppen. 
Flügeldecken mit gelben Schuppen und deutlich abgegrenzten 
weißen Flecken. 
Flügeldecken mit 2 weißen Flecken. 

squamulata Mos. 


14 


Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


95 (94) 


96 (93) 


97 (98) 


98 (97) 


99 (92) 
100 (102) 
101 (103) 


102 (100) 


103 (101) 


104 (65) 


105 (112) 


106 (109) 
107 (108) 


108 (107) 


109 (106) 


Flügeldecken mit 4 großen weißen Flecken. 
guttata Blanch. ? 
= vitticollis Mos. 
Flügeldecken mit braunen, gelben und weißen Schuppen, Flek- 
ken undeutlich begrenzt. 


Schuppen sehr groß, auf dem Halsschild meist anliegend, Hals- 
schild mit bunten Schuppen. 

diversa Reiche 
Schuppen mittelgroß, auf der Scheibe des Halsschildes hochge- 
stellt. 

colon Burm. ? 


Flügeldecken mit großen, grauen Schuppen und weißen Flecken. 
Flecken deutlich abgegrenzt. 


Flügeldecken mit je 5 weißen Flecken, die mittleren zusammen- 
fließend, ö mit abgerundetem Clypeus (siehe Aedoeagus,Abb. 
Tafel III/12). 

guttata Bl. ö 


Flügeldecken mit 2 deutlichen, meist quergestellten Flecken, 
Suturalstreifen in der Mitte weiß beschuppt, ö mit abgerunde- 
tem Clypeus. 

guttata 

v. crucifera n. 

Flügeldecken mit undeutlich abgegrenzten, weißen oder dunklen 

Flecken, ö Clypeus eckig. Halsschildscheibe schwärzlich, mit wei- 
Ber Mittellinie. 

colon Burm. d 


Halsschild mit unbeschuppten dunkelbraunen oder schwarzen 
Flecken, welche mit kurzen oder längeren, aufrechten Borsten be- 
setzt sind oder mit büschelartig konzentrierten Borsten vor dem 
Scutellum. 


Kleine Arten unter 7 mm. 
Flügeldecken und Halsschild sehr dicht beschuppt (siehe 45 (46)). 


Flügeldecken mit kleinen dunkelbraunen Flecken. 
leucosoma Blanch. 


Flügeldecken rein weiß. 
pallida Blanch. 


Flügeldecken und Halsschild weniger dicht beschuppt. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 15 


110 (111) 


111 (110) 


112 (105) 
113 (114) 


114 (118) 


115 (116) 


116 (115) 


117 (120) 


118 (119) 


Flügeldecken und Halsschild schwarz mit weißbeschuppten 
Längsstreifen; die schwarzen Stellen mit ganz kurzen Borsten 
besetzt, wie kahl aussehend. 
brittoni n. sp. 
Flügeldecken und Halsschild bunt, Flügeldecken mit Flecken, 
Flügeldecken niemals kahl (siehe Aedoeagus-Abb. Tafel IIV/13). 
colon Burm. 
Größere Arten, über 8 mm. 


Halsschild und Flügeldecken mit teilweise orangeroten Schuppen 
geschmückt, Halsschildscheibe schwarz mit schwarzen Borsten. 

ornata.n. Sp. 
Halsschild niemals mit orangeroten Schuppen, sondern mit 
schwarzer Scheibe und schwarzen Borsten oder Scheibe heller be- 
schuppt mit braunen oder hellen Borsten. 


Halsschild und Flügeldecken dunkelbraun, 8 mit schwärzlichen, 
? mit helleren Flecken auf den Flügeldecken. 
melanoleuca Serv. 


Flügeldecken niemals dunkelbraun, entweder einfarbig hell oder 
weiß mit grauen Streifen. 


Flügeldecken mit breiten, grauen Längsstreifen von der Schulter 
bis zur Apicalbeule. Scutellum hell beschuppt oder teilweise hell 
beschuppt. 

Halsschild vor dem Scutellum stark gewölbt, größere der Para- 


meren ziemlich parallel. 
gibbicollis Blanch. 


119 (118) Halsschild vor dem Scutellum weniger gewölbt, größere der Para- 


120 (117) 


meren vor dem Ende stark eingeschnürt. 
tibialis Blanch. 
Flügeldecken einfarbig oder var. mit undeutlichen Flecken, Hals- 
schild auf der Scheibe mit zahlreichen lanzettförmigen, aufrecht- 
stehenden Schuppen und Borsten, welche sich vor dem Scutel- 
lum büschelförmig verdichten. Farbe des Halsschildes variierend. 
decora Gory 
(= variabilis Burm.) 


Beschreibung der einzelnen Arten 


1) Ceraspis clypealis n. sp. 


Ober- und Unterseite schwarz, mäßig glänzend, Beine und Fühler rot, 
Kopf, Halsschild auf den Seiten und sehr spärlich in Reihen die Flügel- 


16 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


decken mit kurzen anliegenden weißlichen Borsten ausgezeichnet. Die Unter- 
seite ebenfalls mit weißlichen Borsten, aber nicht sehr dicht bedeckt, welche 
auf dem Metasternum etwas länger sind. 


Clypeus abgesetzt, sehr stark aufgebogen, die Ecken wie stumpfe 
Zähne, in der Mitte flach dreieckig ausgeschnitten. Clypeus Oberseite dicht 
und grob punktiert, Stirn und Scheitel runzelig. 


Halsschild gewölbt, mittelgrob und etwas zerstreut und unregelmäßig 
punktiert. Vorderseitenrand gerade, Hinterseitenrand stark geschweift. Vor- 
derecken spitz, Basis eingeschnitten und Vorsprünge gut ausgeprägt (Aus- 
nahme dieser Gruppe). Scutellum mit anliegenden Borsten dicht besetzt. 
Mittellinie frei. Flügeldecken chagriniert und gleichmäßig dicht und fein 
punktiert. Sie zeigen je eine ganz schwach entwickelte Rippe. Pygidium grob 
und mäßig dicht punktiert. 


Tibien mit 3 Zähnen. Der 2. und 3. Zahn zusammen verwachsen. 
1 ö, Länge 13 mm, Obidos Prov. Para Amazonas Brasilien, leg. P. M. Oli- 
veira. 


Type in Mus. Sao Paulo. 


2) C. lurida n. sp. (= lurida Brenske i. 1.) 

Ober- und Unterseite und Beine einfarbig dunkel rotbraun, mäßig 
glänzend, nur am Rand und an der Naht der Flügeldecken, auf der Unter- 
seite und am Pygidium kurz anliegend hellgrau behaart. Kleinere der Hin- 
terklauen gespalten. 

Clypeus kurz aufgebogen und breit gerundet. Oberseite des ganzen 
Kopfes dicht und rugos punktiert. Halsschild gleichmäßig fein und zerstreut 
punktiert. Vorderer Seitenrand gerade, hinterer Seitenrand geschweift. Vor- 
derecken spitz rechtwinkelig. Basis des Halsschildes mit 2 Zacken, welche auf 
der Flügeldeckenbasis neben dem Scutellum eingreifen. Scutellum zerstreut 
punktiert und fein behaart. Flügeldecken mit regelmäßigen Punktstreifen 
ohne Rippen. Pygidium grob und dicht punktiert. Vorder-Tibien mit 3 fla- 
chen Zähnen. 

Länge 8 mm, Brasilien ohne nähere Fundortangabe. 
Type (Öö) im Museum Brüssel. 


3) C. rufoscutellata Mos. 

Schwarz, wenig glänzend, Beine, Fühler und Scutellum rot, Kopf kahl, 
Halsschild in den Punkten mit ganz kurzen Borsten, Flügeldecken äußerst 
spärlich, Unterseite etwas dichter kurz hellgrau behaart. Scutellum kahl. 
Clypeus aufgebogen, beim ö mit abgerundeten Ecken und flach ausgeran- 
det. Beim $ breit abgerundet und vorne gerade. Die Oberfläche des Kopfes 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 17 


und des Halsschildes ist sehr dicht runzelig und zum Teil netzartig punk- 
tiert, ohne glatte Stellen. 

Der Halsschild ist auf den Seiten ziemlich stark. verbreitert mit ab- 
gerundeten Ecken. Vorderer und hinterer Seitenrand konkav, nicht gekerbt. 
Vorderecken sehr stark vorgezogen und spitz. Die Halsschildbasis hat 2 lache 
Zacken, das Scutellum die 2 entsprechenden Vorsprünge, das Scutellum hat 
in der Mitte einen Einschnitt und trägt ein paar zerstreute Punkte. Flügel- 
decken mit 3 flachen Rippen; sie sind auf den Rippen wenig, daneben etwas 
deutlicher gerunzelt. Das Pygidium mit dichten und groben Nabelpunkten, 
welche kurze Börstchen tragen. Die Art gleicht im Habitus sehr der C. cor- 
nuta Blanch (= rufipes Burm.), sie unterscheidet sich aber eindeutig durch 
die starke Punktierung des Halsschildes. Aedoeagus siehe Tafel I/l und 
Tafel IIV/1. 

Länge 12-13 mm, 13 untersuchte Exemplare, Fundort Peru, Type im Ber- 
liner Zool. Museum. 


4) C. ocellata n. sp. 

Ober- und Unterseite schwarzbraun, Basis der Flügeldecken etwas röt- 
lich, wenig glänzend. Ober- und Unterseite mit kurzen, hellgrauen Bor- 
sten zerstreut bedeckt. An den Apicalbeulen der Flügeldecken stehen die 
Borsten etwas dichter. 

Clypeus stark aufgebogen, beim 5 vorne gerade, beim $ abgerundet, 
er bildet mit den Wangen 5? einen Winkel. 

Oberseite des Kopfes und des Halsschildes mit etwas runzeligen Nabel- 
punkten bedeckt, auf der Scheibe beträgt ihre Dichte etwa den Abstand 
ihres Durchmessers. Vorne und auf dem Kopf ist die Punktierung dichter. 
In den Punkten stehen die kurzen Borsten. Halsschildseitenränder vorne und 
hinten konkav geschwungen und eingekerbt. Vorderecken etwas spitz und 
vorgezogen. Basiszacken ziemlich flach. Scutellum in der Mitte eingeschnit- 
ten und ebenfalls mit Borsten ausgezeichnet. 

Flügeldecken chagriniert mit 3 ganz flachen undeutlichen Rippen. Sie 
sind flach gerunzelt, auf den Rippen etwas weniger wie daneben. Das Pygi- 
dium ist dicht mit flachen Nabelpunkten besetzt. 

Tibien 3zähnig. 

Länge 8-9 mm, untersucht 5 Exemplare aus Cabuna Panama, leg. Busek, 

Mai 1941, Type in U.S. N.M. Washington, Paratypen in meinem Mu- 

seum. 


5) C. opacipennis Mos. 
Ober- und Unterseite schwarzbraun, Unterseite etwas heller, Beine und 
Fühler rotbraun. Flügeldecken matt, sonst schwach glänzend, Ober- und 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 9 


18 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


Unterseite mit gelblichen Borsten zerstreut bedeckt. Clypeus aufgebogen, 
beim ö mit abgerundeten Ecken und seicht ausgerandet, beim ® (lt. Moser) 
weniger seicht ausgerandet. 

Oberseite des Kopfes fein quergerunzelt. Halsschild zerstreut, unregel- 
mäßig und mittelfein punktiert, im Grunde chagriniert. Vorderer Seitenrand 
gerade, hinterer Seitenrand geschweift. Vorderecken spitz und vorgezogen. 
Basiszacken mäßig ausgeprägt. 

Flügeldecken im Grund chagriniert und sehr fein und zerstreut punk- 
tiert. 1-2 Rippen kaum angedeutet. Pygidium dicht und ziemlich grob punk- 
tiert. Die Borsten sitzen an den Apicalbeulen der Flügeldecken etwas dichter. 
Vorder-Tibien mit 4 Zähnen. Wenn diese Eigenschaft konstant ist, was bei 
den mir bekannten Stücken nicht ohne weiteres vorauszusetzen ist, so ist 
diese Art dadurch von allen Ceraspis unterschieden. Ein weiteres gutes 
Kennzeichen sind die matten Flügeldecken. 

Länge 12-13 mm, 3 5 ö (1 ohne Kopf) aus Cujaba, Brasilien. Type im Zool. 

Museum Berlin, 1 Paratype in meinem Museum. 


6) C. immaculata Burm. 

Von dieser Art existiert bis jetzt nur 1 Exemplar, von Moser determi- 
niert. Dieses Stück hat einen gekerbten Halsschildrand, welcher in der Be- 
schreibung von Burmeister nicht erwähnt ist. Sonst unterscheidet sich das 
Tier (ich habe es als Neotype bezeichnet) nur noch durch die fehlenden roten 
Flecken auf den Flügeldecken von quadripustulata Blanch.: einfarbig 
schwarz. Fühler und Beine rot, Halsschildrand gekerbt, sonst wie quadri- 
pustulata. 

1 Exemplar, Neotype $, aus Columbien im Royal Museum, Brüssel. 


7) C. cornuta Blanch. (= rufipes Burm.) 

Ober- und Unterseite schwarz, Beine, Fühler und Scutellum rot, Cly- 
peus rötlich, Halsschild glänzend, Flügeldecken seidenartig schimmernd. 
Ober- und Unterseite mit kurzen weißlichen Borsten zerstreut ausgezeichnet. 
Clypeus stark aufgebogen, beim 5 an den Ecken mit stumpfen Zähnen, in 
der Mitte ziemlich tief ausgeschnitten. 2 Ecken abgerundet und Vorderseite 
gerade. Oberseite des Clypeus glatt, Stirn und Scheitel dicht und grob run- 
zelig punktiert. 

Halsschild dicht und grob punktiert, mit glatten reliefartigen Stellen auf 
der Scheibe und an den Seiten. Vorderer Seitenrand gerade, hinterer Seiten- 
rand geschweift, Vorderecken stumpf und nicht vorgezogen. Seitenränder 
glatt. Basiszacken sehr flach, Flügeldecken nicht punktiert, nur chagriniert, 
höchstens im apicalen Drittel ganz wenig gerunzelt, sonst glatt. Sie sind mit 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 19 


3 flachen, glatten, ebenfalls chagrinierten Rippen ausgezeichnet. Pygidium 
dicht und grob punktiert, nur oben mit glatter, verbreiteter Mittellinie. 
Diese Art unterscheidet sich von den übrigen mit reliefartig punktiertem 
Halsschild durch die glatten, seidenglänzenden, chagrinierten Flügeldecken. 
Aedoeagus siehe Tafel 11/3. 
Die von Burmeister beschriebene Art rufipes, deren Type ich verglei- 
chen konnte, ist völlig identisch und daher einzuziehen. 
17 Exemplare aus dem mittleren und südlichen Brasilien, Neotypus in mei- 
nem Museum. 


8) C. innotata Blanch. 

Oberseite schwarzbraun, Unterseite rotbraun, Beine und Fühler rot, 
Basis der Flügeldecken, Scutellum und Clypeus oft rötlich schimmernd, 
glänzend. Halsschild in den Punkten mit winzigen Borsten, ebenso die 
Flügeldecken, Borsten auf der Unterseite etwas länger. Clypeus Ö stark 
vorgezogen, aufgebogen, eckig, wenig, ausgerandet, vor dem Rand nicht 
ausgehöhlt. Clypeus $ nicht vorgezogen abgerundet, vorne gerade. Ober- 
seite des Kopfes und des Halsschildes dicht und grob punktiert, auf dem 
Halsschild, besonders an der Basis und in der unteren Seitenhälfte reliefartig 
glatte Stellen. Die Mittellinie jedoch meist nur bis zur Hälfte glatt. Basis- 
zacken des Halsschildes flach, vorderer Seitenrand gerade, hinterer Seiten- 
rand geschweift, Vorderecken spitz und vorgezogen, Halsschildränder glatt. 

Flügeldecken ziemlich stark gerunzelt, mit 3 Rippen, davon die 2 ersten 
meist glatt (Ö), mit einer angedeuteten 4. Rippe (?). Umgebung des Scutel- 
lums beim $ glatt, beim 5 oft auch gerunzelt. Tibien mit 3 Zähnen. 

Länge 12-14 mm, 20 Exemplare aus Columbien, Neotypus Ö aus Papayan 
in meinem Museum. Aedoeagus siehe Tafel IV/9 und Tafel III/9. 


9) C. moseri n. sp. 

Von der vorhergehenden Art C. innotata dadurch verschieden, daß die 
Umgebung des Scutellums auch beim $ gerunzelt ist und die Flügeldecken 
4 Rippen aufweisen, die erste direkt neben der Naht. Die Art ist schwer von 
der vorhergehenden zu trennen und sicher nur durch die verschiedenen Para- 
meren zu deuten. 

Länge 12-13 mm, 5 Exemplare 1 ö 4 29, Typus $, im Museum Brüssel. 

Aedoeagus siehe Tafel IV/2 und Tafel IIT/2. 


10) C. centralis Sharp. 
Ober- und Unterseite schwarzbraun, Unterseite etwas heller, Beine und 
Fühler rot. Clypeus etwas rötlich schimmernd, glänzend. Ober- und Unter- 


20 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


seite mit Ausnahme der kahlen Stellen auf dem Halsschild und den Rippen 
der Flügeldecken mit anliegenden weißlichen Borsten ausgezeichnet. Auf 
dem Halsschild sind die Borsten länger als auf den Flügeldecken. Clypeus 
ö vorgezogen, sehr stark aufgebogen, daher etwas ausgehöhlt. Ecken ganz 
rund, Vorderrand ziemlich tief ausgeschnitten, $ nicht vorgezogen. Ecken 
ebenfalls rund, Vorderrand aber nur wenig ausgeschnitten. Clypeus Ober- 
seite ö glatt, 2 mit borstentragenden Punkten. Stirn und Scheitel d? mit 
Borstenpunkten dicht besetzt. 


Halsschild vorderer Seitenrand gerade, hinterer Seitenrand nur wenig 
concav. Seitenecken betont. Vorderecken etwas vorgezogen und spitz. Basis- 
zacken ziemlich flach. Halsschild unregelmäßig und flach grob punktiert. 
Mittellinien gegen die Basis zu verbreitert und glatt, daneben verschiedene 
größere glatte, jedoch nicht erhabene Stellen. Scutellum mit zahlreichen 
Borstenpunkten, Mittellinie glatt, Flügeldecken gerunzelt mit glatter Naht, 
2 glatte Rippen, die erste verkürzt, Schulter und Apicalbeule, sowie die 
Umgebung des Scutellums ebenfalls glatt. Pygidium in der oberen Hälfte 
mit groben Borstenpunkten, Mittellinie und Spitze glatt. Tibien mit 3 Zäh- 
nen, Schultern (&) eckig, (?) abgerundet. 


Länge 9-12 mm. 120 Exemplare aus Costa Rica. Aedoeagus siehe Tafel II/10 
und Tafel IIV/8. 


11) C. mexicana Harold 


Ober- und Unterseite schwarzbraun, Unterseite heller, Beine und Fühler 
rotbraun, Clypeus und Flügeldeckenbasis oft rötlich schimmernd, stark glän- 
zend. Ober- und Unterseite mit Ausnahme der kahlen Stellen des Hals- 
schildes und der Flügeldecken mit anliegenden, weißlichen Borsten bedeckt. 
Clypeus ö® nicht vorgezogen, mäßig aufgebogen, eckig und nicht abge- 
rundet, Vorderrand wenig ausgeschnitten. 


Oberseite nur sehr zerstreut punktiert. Stirn mit groben Borstenpunkten, 
Scheitel ebenfalls, nur in der Mitte mit einer kahlen Stelle. Halsschildvorder- 
und Hinterseitenrand concav, der hintere jedoch wesentlich stärker. Vorder- 
ecken stark vorgezogen und spitz. Seitenecken abgerundet. Basiszacken sehr 
flach. Halsschild dicht flach und grob punktiert, mit glatter Mittellinie und 
breiten glatten Stellen auf den Seiten, welche zusammen mehr als die Hälfte 
der Halsschildoberseite bedecken. Die glatten Stellen sind deutlich erhaben 
und wirken reliefartig. Die Mittellinie ist jedoch nicht gekielt. Flügeldecken 
gerunzelt mit 3 glatten Rippen, glatter Naht, Schulter und Apicalbeule. Die 
Rippen sind alle verkürzt, und erreichen nicht die Spitze der Flügeldecken. 
Diese Spitzen sind bis auf die neben der Naht verlaufende, gerunzelte 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 21 


Furche fast ganz glatt. Umgebung des Scutellums ebenfalls glatt, Pygidium 

unregelmäßig und grob punktiert mit glatter Mittellinie. 

Länge 8-12 mm. Von der vorhergehenden Art getrennt durch den verschie- 
denen Clypeus, durch die erhabenen glatten Stellen auf dem Halsschild 
und die andere Struktur der Flügeldeckenoberfläche. Aedoeagus siehe 
Tafel II/6 und Tafel IIL/7. 47 Exemplare aus Guatemala und Mexico. 


12) C. squamulifera Moser (Tafel 1/8) 


Ober- und Unterseite schwarz, Beine und Fühler dunkel rotbraun, 
Fühlerfahne heller, stark glänzend. Halsschild an der Basis und an der Seite 
mit schmalen Schuppen bedeckt. Die übrige Ober- und Unterseite bis auf 
die kahlen Stellen des Halsschildes und der Flügeldecken mit anliegenden 
weißlichen Borsten bedeckt. Clypeus ö eckig, 2 Ecken abgerundet, nur 
mäßig aufgebogen, Vorderrand ö nur wenig, @ gar nicht ausgerandet. Ober- 
seite des Kopfes mäßig dicht, aber sehr grob Ö rugos $ punktiert. 

Halsschild sehr dicht und grob flach punktiert mit glatter, kielförmig erhabe- 

ner Mittellinie und 2-3 glatten erhabenen Stellen auf den Seiten, welche 

aber viel weniger ausgedehnt sind als bei mexicana. In den Punkten sitzen 
auf der Scheibe Borsten, welche dann an der Basis und auf den Seiten in 

Schuppen übergehen. Dieser Übergang ist verschieden stark ausgeprägt und 

nicht immer klar erkennbar. Vorderer und hinterer Seitenrand konkav, Vor- 

derecken spitz und vorgezogen. Scutellum mit Borstenpunkten und glatter 

Mittellinie, Flügeldecken fein gerunzelt mit glatter Naht und 3 glatten ver- 

kürzten Rippen, glatter Schulter und glatter Apicalbeule. Spitzen der Flügel- 

decken jedoch mit Borsten bedeckt. Umgebung des Scutellums ebenfalls 
glatt. Pygidium mit flachen Borstenpunkten bedeckt, ohne deutliche glatte 

Mittellinie. 

Länge 9-12 mm. Aedoeagus siehe Tafel IV/7 und Tafel IIV/5. 

55 Exemplare aus Columbien, Ecuador und Peru. Von den beiden vorher- 
gehenden Arten verschieden durch den gekielten Halsschild und durch 
die Schuppen auf dem Halsschild. Paratype im Museum Brüssel, Holo- 
type anscheinend verloren, da sie sich nicht mehr in der Sammlung 
Moser befindet. 


13) C. quadripustulata Blanch. 


Ober- und Unterseite schwarzbraun, Beine und Fühler rotbraun, Schulter 
und Apicalbeule der Flügeldecken sowie das Scutellum rot. Oberseite mit 
ganz kurzen, Unterseite mit etwas längeren, weißen Borsten mit Ausnahme 
der Rippen zerstreut bedeckt, mäßig glänzend. Clypeus ö% nicht vorge- 
zogen, Ecken abgerundet, wenig aufgebogen, Vorderrand kaum ausgeschnit- 


23 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


ten. Oberseite dicht und sehr grob und etwas runzelig punktiert. Ebenso 
Stirn und Scheitel. Begrenzungslinie Clypeus-Stirn angedeutet. Halsschild 
mäßig gewölbt, vorderer Seitenrand gerade, hinterer Seitenrand stark kon- 
kav, Vorderecken vorgezogen und spitz. Basiszacken flach. Halsschild grob 
und sehr dicht punktiert. Nur die Mittellinie ist von der Basis bis zur Mitte 
meist kahl, aber wenig verbreitert. Die Seiten sind fast immer durchgehend 
punktiert, höchstens ist die Punktierung etwas ungleichmäßig. Scutellum 
fast glatt mit eingedrückter Mittellinie. Flügeldecken grob gerunzelt, die 
Naht und 3 flache Rippen sind mehr oder weniger glatt, manchmal bes. 
beim $ sind auch nur 2 Rippen deutlich unterschieden. Die roten Flecken 
sind glatt, höchstens die Apicalbeulen manchmal ein wenig gerunzelt. Pygi- 
dium mäßig dicht und grob punktiert bei glatter Mittellinie. Tibien mit 
3 Zähnen. 

Länge 10-14 mm, 26 Exemplare aus Columbien, Neotypus im Museum 

Brüssel. Aedoeagus siehe Tafel I/4 und Tafel IIT/4. 


14) C. quadrimaculata Blanch. (= quadrinotata Burm.) 


Ober- und Unterseite schwarz, Beine dunkelrotbraun, Fühler rotbraun, 
Schulter und Apicalbeulen der Flügeldecken rot. Scutellum schwarz, manch- 
mal auch rötlich glänzend. Ober- und Unterseite mit kurzen weißlichen Bor- 
sten sparsam bekleidet, mit Ausnahme der Rippen und glatten Stellen des 
Halsschildes. Clypeus ö? eckig abgerundet, vorne wenig aufgebogen, Vor- 
derrand beim ö etwas mehr ausgeschnitten wie $. Oberseite des Kopfes 5? 
dicht und grob runzelig punktiert. Halsschild besonders 5 stark gewölbt, 
vorderer Seitenrand gerade, hinterer Seitenrand konkav. Vorderecken nur 
sehr mäßig vorgezogen, fast rechtwinkelig. Halsschild Oberseite grob aber 
sehr ungleichmäßig punktiert, Mittellinie fast immer glatt von der Basis bis 
zum Vorderrand, daneben ausgedehnte kahle Stellen von verschiedener 
Größe. Die kurzen Börstchen sitzen wie immer in den Punkten, Basiszacken 
sehr flach, Scutellum gerunzelt, meist ohne Mittellinie. Flügeldecken ge- 
runzelt mit 3 glatten Rippen, welche mehr betont und glatter sind als bei 
quadripustulata; auch ist die Umgebung des Scutellums immer glatt, wenig- 
stens beim d. Die roten Schultern glatt, die roten Apicalbeulen etwas gerun- 
zelt. Das Pygidium ist grob und wenig dicht unregelmäßig punktiert. Tibien 
mit 3 flachen Zähnen. 

Länge 8-12 mm. Aedoeagus siehe Tafel IV/5 und Tafel III/6. 

Diese Art ist von quadripustulata vor allem durch den stark gewölbten 
Halsschild und die kahlen Stellen auf seiner Oberfläche verschieden. Auch 
die Parameren sind anders gestaltet. Dagegen ist C. quadrinotata Burm. 
ohne Zweifel identisch mit quadrimaculata Blanch. Alle als quadrinotata 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 23 


determinierten Stücke sind nicht von dieser Art zu trennen, auch nicht in den 
Geschlechtsorganen. Daher ist quadrinotata als später beschriebene Art ein- 
zuziehen (siehe auch Vorbemerkung zu Burmeister). Von quadrimaculata 
bzw. quadrinotata lagen mir 67 Exemplare vor, alle aus Columbien und 
Venezuela, Neotype im Museum Brüssel. 


15) C. lineata Wat. (Tafel 1/1) 

Ober- und Unterseite schwarz, Beine und Fühler rot, glänzend, Ober- 
und Unterseite des Kopfes, Teile des Halsschildes und die Flügeldecken, 
letztere in Reihen mit kurzen hellen Borsten nicht sehr dicht bedeckt. Gestalt 
stark gewölbt und verkürzt. | 


Clypeus 8 etwas vorgezogen, aufgebogen eckig. Der Vorderrand sehr 
seicht ausgeschnitten, Clypeus $ etwas weniger aufgebogen, abgerundet, 
Vorderrand gerade. Oberseite des Kopfes dicht und grob punktiert. Hals- 
schild in der Mitte und an der Basis glatt, daneben noch glatte Stellen von 
verschiedener Ausdehnung. Vorderrand und Seiten ziemlich dicht und grob 
punktiert. In den Punkten sitzen ebenso wie auf dem Kopf die kurzen 
Borsten. Vorderer und hinterer Seitenrand ein wenig concav, Vorderecken 
vorgezogen und spitz. Beim 5 ist der Halsschild etwas länger, Basiszacken 
flach. Scutellum mit einigen groben Borstenpunkten. 


Flügeldecken an der Naht glatt, außerdem mit 3 breiten sehr flachen 
gerunzelten Furchen, von denen die erste bis zur Flügeldeckenspitze reicht, 
die nächsten stark verkürzt sind. In den Furchen sitzen die kurzen Borsten. 
Der Seitenrand der Flügeldecken ist ebenfalls gerunzelt und trägt Borsten. 
Die Zwischenräume sind glatt. Das Pygidium trägt ebenfalls grobe Borsten- 
punkte und ist in der Mitte glatt. 


6 56,1 %. Gegend von Medellia Columbien, leg. Damit, in U.S.N.M. 
Washington. Die Art ist von allen anderen der Gruppe 1 durch die stark 
gewölbte und verkürzte Gestalt verschieden. Aedoeagus siehe Tafel 
IV/11 und IIV/10. 


16) C. ruficollis n. sp. 


Ober- und Unterseite bis auf die 3 ersten Ventralsegmente, Fühler und 
Schulterbeulen hellrot. Scutellum rot. Die Flügeldecken schwarz mit röt- 
lichen Furchen. Die Oberseite des Kopfes, die Seitenränder und der Vorder- 
rand sowie die Basis des Halsschildes, die Flügeldecken in den Furchen, der 
Seitenrand der Flügeldecken und die Unterseite mit kurzen hellen anliegen- 
den Borsten ausgezeichnet. Gestalt stark gewölbt und verkürzt. Clypeus Ö& 
nicht vorgezogen, etwas aufgebogen, Ecken stark abgerundet, Vorderrand 


24 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


deutlich ausgeschnitten. Oberseite gerunzelt, Stirn und Scheitel grob punk- 
tiert. 

Halsschild Seitenränder concav, stärker als bei C. lineatus. Vorderecken 
vorgezogen und spitz. Basiszacken sehr flach. Oberfläche des Halsschildes auf 
der Scheibe fast ganz glatt, mit nur ganz vereinzelten Borstenpunkten, die 
Basis und die Seitenränder sowie etwa ?/s des Vorderrandes mit ziemlich 
groben Borstenpunkten bedeckt. Das mittlere Drittel des Vorderrandes glatt. 
Das Scutellum mit Borstenpunkten, die Flügeldecken wie bei lineata mit 
seichten Furchen, die erste bis zu den Flügeldeckenspitzen, die zwei nächsten 
verkürzt. Die Furchen sind etwas weniger runzelig, insbesondere ist die rote 
Schulterbeule sehr ausgedehnt glatt. Die Zwischenräume der Furchen glatt. 
Das rote Pygidium ist nur am oberen Teil punktiert, sonst weitgehend glatt. 
Länge 12 mm, 1 ö aus Bucaramanga, Columbien. Type in meinem Museum. 

Die Art ist zweifellos mit C. lineata verwandt, aber durch den roten 

Halsschild, den Clypeus, sowie auch durch die Parameren eindeutig ver- 

schieden. Aedoeagus siehe Tafel Il/8 und Tafel III/3. 


17) C. brunneipennis Bat. 

Halsschild und Scutellum schwarz bis braunschwarz, Unterseite schwarz- 
braun, Flügeldecken rotbraun, Clypeus, Beine und Fühler rotbraun, mäßig 
glänzend. Ober- und Unterseite mit steifen kurzen und hellen Borsten aus- 
gezeichnet. Auf der Unterseite, besonders auf dem Pygidium und auf den 
Apicalbeulen der Flügeldecken sind die Borsten länger und zahlreicher, auf 
dem Scutellum büschelförmig, dagegen auf der Halsschildscheibe nur spär- 
lich, etwas gedrängt entlang der Mittellinie und auf den Seiten. Clypeus 6 
etwas mehr an den Ecken gerundet wie ?. Vorderrand Ö ein wenig ausge- 
randet Q fast gerade. Oberseite öQ des Kopfes gerunzelt. Halsschildseiten- 
rand geschweift, vorderer Seitenrand gerade, Vorderecken nicht vorgezogen. 
Halsschild auf der Scheibe ziemlich glatt. Die Seiten und der Vorderrand 
unregelmäßig grob punktiert. Basiszacken gut ausgebildet, aber nicht spitz. 

Flügeldecken schwach gerunzelt, nur die Apicalbeulen glatt mit Borsten- 
punkten, nicht gerippt. Pygidium dicht mit groben Borstenpunkten ausge- 
zeichnet, Tibien mit 3 Zähnen. 

Länge 9-10 mm, 42 Exemplare aus Costa Rica. Aedoeagus siehe Tafel IV/12. 


18) C. rubiginosa Latr. 

Ober- und Unterseite, Beine und Fühler hellrotbraun. Halsschild zu- 
weilen etwas dunkler, schwach glänzend, Ober- und Unterseite mit anliegen- 
den hellen Borsten dicht bedeckt. Entlang der Mittellinie des Halsschildes, 
welche selbst frei von Borsten ist, sind diese länger und dichter, ebenso 
etwas dichter und länger auf den Apicalbeulen der Flügeldecken. Auf den 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 25 


Flügeldecken einige längliche kahle Stellen. Auf diesen, sowie neben der 
Naht und sehr zerstreut auf dem Halsschild stehen einige längere Stichel- 
haare. Sie sind jedoch nicht besonders auffallend und kaum dicker als die 
Borsten. Die Borsten auf dem Scutellum sind büschelförmig. Clypeus 5% 
stark aufgebogen, ö etwas eckig, ? gerundet. Vorderrand Sf fast gerade. 
Oberseite des Kopfes und des Halsschildes schwach gerunzelt, oft verdeckt 
durch die Borsten. Vorderer und hinterer Seitenrand des Halsschildes konkav 
geschwungen. Vorderecken nicht vorgezogen. Basiszacken gut ausgebildet, 
aber nicht spitz. 

Flügeldecken überall wie der Halsschild fein gerunzelt. Rippen nur 
angedeutet, Pygidiumoberfläche wie die Flügeldecken, Tibien mit 3 Zähnen. 
Länge 9-10 mm. Durch die einf. Oberfläche und die dichte Behaarung von 
der vorhergehenden Art verschieden. 

25 Exemplare aus Peru. Neotype ö im Smithson. Inst. Washington. 


19) C. klenei Brenske (Tafel 1/2) 

Ober- und Unterseite, Fühler und Beine hellbraun, Ober- und Unter- 
seite ziemlich dicht mit hellen Borsten bedeckt. Auf der Unterseite und dem 
Pygidium sind die Borsten länger, entlang der Mittellinie und den Seiten 
des Halsschildes, ein wenig auf den Schulterbeulen der Flügeldecken deut- 
lich, auf den Apicalbeulen stehen die Borsten dichter und sind zu Schuppen- 
haaren umgebildet. Auf dem Scutellum stehen diese als dichte Büschel. Die 
Flügeldecken selbst sind auf der Scheibe spärlich, auf den Seiten dicht mit 
einfachen Borsten ausgezeichnet, sie sind auch etwas schuppenartig, aber 
nicht so deutlich wie auf dem Halsschild und den Apicalbeulen. Einzelne 
Stichelhaare fehlen fast vollständig. 

Clypeus ö eckig, $ abgerundet, Vorderrand ö? gerade. Oberseite des 
Kopfes schwach gerunzelt, Halsschildvorderseiten gerade, Hinterseiten vor 
den Hinterecken ein wenig geschweift. Vorderecken stumpfwinkelig und 
nicht vorgezogen. Basiszacken rechtwinkelig. Halsschild mit flachen Borsten- 
punkten. Scutellum mit Schuppenhaarbüschel. Flügeldecken gerunzelt, Api- 
calbeulen und manchmal einige Längsschwielen glatt. Pygidium Oberfläche 
wie die Flügeldecken beschaffen. Tibien ö mit 2, ? mit 3 Zähnen. 

Länge 8-9 mm, 8 Exemplare 5% aus Ecuador, Type im Zool. Museum Ber- 
lin. Aedoeagus siehe Tafel II/13. 


20) C. ohausi Mos. 

Ober- und Unterseite, Fühler und Beine hellbraun, Ober- und Unter- 
seite ziemlich dicht und lang, auf dem Kopf und Scutellum, sowie Halsschild 
wesentlich länger und sehr dicht hell behaart. Auf dem Halsschild und Flü- 
geldecken ziemlich regelmäßig einzelne aufrechte Stichelhaare eingestreut, 


26 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


welche aber nicht viel dicker und nur 2-3mal so lang sind wie die übrigen 
Haare. Auch das Pygidium und die Spitzen der Flügeldecken sind etwas 
länger behaart. Clypeus ö eckig und seicht ausgeschnitten. Halsschild Vor- 
derseitenrand gerade, Hinterseitenrand vor den Hinterecken etwas ge- 
schweift. Vorderecken nicht vorgezogen. Basiszacken gut ausgebildet. Flügel- 
decken überall gerunzelt, keine Rippen vorhanden. Vordertibien mit 2 
Zähnen. 

Länge 9 mm. Durch die lange, dichte und dünne Behaarung auf dem Hals- 
schild von den übrigen Arten dieser Gruppe deutlich unterschieden. 2 d 
Loja, Ostcordilleren Sebanilla, leg. Ohaus, Type im Zool. Museum Berlin, 
Q unbekannt. 


21) C. rühli Brenske 

Ober- und Unterseite hellbraun, wenig glänzend, Kopf, Halsschild und 
Scutellum sowie Pygidium sehr dicht mit Schuppenhaaren bedeckt, eine 
schmale Mittellinie auf der Scheibe kahl. Unterseite dicht mit mittellangen 
Borsten besetzt. Auf den Flügeldecken sind kürzere Borsten in 5 Längs- 
reihen vorhanden. Die 5. Reihe vereinigt sich in der Mitte mit der Borsten- 
reihe auf dem Rand der Flügeldecken, zwischen den Borstenreihen sind die 
Flügeldecken kahl und fast glatt. Die Borsten bzw. Schuppenhaare auf dem 
Halsschild und der Unterseite sind heller weißgelb, als auf den Flügeldecken. 

Clypeus ö verhältnismäßig kurz, stark aufgebogen. Ecken gerundet, 
vorne gerade. Vorderer Seitenrand des Halsschildes ein wenig, hinterer 
Seitenrand des Halsschildes stärker concav geschweift. Vorderecken nicht 
vorgezogen. Scutellum mit schmaler, glatter Mittellinie, Basis- bzw. Scutel- 
lum-Zacken gut ausgebildet. Flügeldecken mit Borstenreihen, die Zwischen- 
räume glatt und ein wenig gewölbt. Auf dem Pygidium verdecken die Schup- 
penhaare die Sculptur, der vortretende Teil (7) trägt keine Schuppenhaare, 
aber am Rand einen Kranz langer dunkelgelber Borsten. Vorder-Tibien mit 
3 Zähnen. 
Länge 10-12 mm, 3 ?? aus Ecuador, Lectotype im Museum Brüssel, 1 $ im 

Museum Dresden, 1 2 in meinem Museum; Ö unbekannt. 


22) C. macrophylla Mos. 

Ober- und Unterseite rotbraun, Halsschild, Stirn und Scheitel etwas 
dunkler. Unterseite und Pygidium ziemlich dicht, Halsschild auf den Seiten, 
Stirn und Scheitel mit Schuppenhaaren bedeckt. Auf der Scheibe des Hals- 
schildes sind sie wesentlich spärlicher, dort sind große kahle und glatte 
Flecken, sowie 1 glatter Fleck auf der Seite vorhanden. Auf den Flügel- 
decken sind die Schuppenhaare in 5 schmalen Doppelreihen angeordnet. Der 
Seitenrand der Flügeldecken trägt ebenfalls Schuppenhaare, das Scutellum 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 Ar 


ist ganz dicht bedeckt. Die Schuppenhaare auf den Seiten und der Unterseite 
des Halsschildes sind breiter, ebenso auf dem Scutellum, die übrigen sind 
borstenförmig. 

Clypeus ö? stark aufgebogen, fast ausgehöhlt, Ecken abgerundet, Ö 
ausgerandet, ? fast gerade. Oberseite mit einigen flachen Borstenpunkten, 
Stirn und Scheitel dichter besetzt. Halsschild mit 3 mittleren kahlen breiten 
Linien sowie einer glatten Stelle auf der Seite, sonst mit Borstenpunkten 
bedeckt. Vorderer Seitenrand fast gerade, hinterer Seitenrand geschweift, 
Vorderecken rechtwinkelig und mehr vorgezogen, Basiszacken flach. 

Die Flügeldecken zwischen der Borstenreihe gewölbt und glatt, Apical- 
beule ohne Borsten, ganz wenig gerunzelt. Pygidium ö mit kahler Mittel- 
linie, 2 ohne Mittellinie. Fühlerfahne 5 1!/ı so lang wie der Schaft, 3glied- 
rig, Vordertibien mit 3 Zähnen. 

Länge 9-10 mm, 3 ö&& 1 (ohne Fühler) aus dem Cauca Tal in Columbien. 

Type im Deutschen Entomologischen Institut. 


23) C. quadrifoliata Mos. 

Unterscheidet sich von C. macrophylla nur dadurch , daß 5% einen 
Fühler mit 4gliedriger Fahne besitzt. Er ist ebenso lang wie bei macrophylla. 
Der Halsschild weist statt 3 länglichen kahlen Stellen wie bei macrophylla 
nur eine in der Mitte V-förmig verbreiterte kahle Linie auf. Die Type ist 
anscheinend verschollen, mir sind nur 2 d Ö in meinem Museum bekannt, 
darunter 1 Neotype. Fundort: San Antonio Columbien, ex coll. Staudinger. 


24) C.hispida Bates 

Ober- und Unterseite, Fühler und Beine hellbraun, Unterseite mit 
ziemlich langen, anliegenden Borsten, Oberseite, Kopf, Halsschild und Pygi- 
dium mit kürzeren, aufrechten Borsten mäßig dicht bedeckt. Wenig glän- 
zend. Auf dem Halsschild neben der Mittellinie und auf den Seiten etwas 
dichter sowie gleichmäßig und zerstreut auf den Flügeldecken, dicht auf dem 
Pygidium befinden sich sehr lange aufrechte, unten dickere, nach oben gleich- 
mäßig verjüngte Stichelhaare; sie sind wesentlich dicker und 3-4mal solang 
wie die kurzen Borsten der Flügeldecken und des Halsschildes. Auf dem 
Halsschild eine schmale kahle Mittellinie. 

Clypeus Ö tief ausgeschnitten, so daß er 2lappig erscheint. Die Ecken 
nur wenig abgerundet, $ abgerundet und vorne gerade. Oberseite des Cly- 
peus ziemlich glatt. Stirn und Scheitel mit dichten Borstenpunkten, Hals- 
schild ebenfalls mit dichten Borstenpunkten bedeckt. Vorderer Seitenrand 
gerade, hinterer Seitenrand geschweift. Basiszacken gut ausgebildet. Vorder- 
ecken nicht vorgezogen. Flügeldecken mit Borstenpunkten mäßig dicht be- 
deckt, dazwischen ein wenig gerunzelt ohne kahle Stellen oder Rippen. Pygi- 


28 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


dium dichter punktiert als die Flügeldecken. Vorder-Tibien $ 2, 2 3 Zähne. 
Länge 8-9 mm, 5 ö® aus Costa Rica. Diese und die nächste Art sind durch 
die dicken und langen Stichelhaare von den anderen Arten der Gruppe ver- 
schieden. Aedoeagus siehe Tafel IV/14. 


25) C.nitida n. sp. 

Ober- und Unterseite, Fühler und Beine hellbraun, stark glänzend. 
Unterseite mit langen, weißen Borsten dicht bedeckt. Halsschild an den 
Seiten, je eine Reihe neben der Mittellinie, das Scutellum und Pygidium, 
Stirn und Scheitel ebenfalls mit langen, dichtstehenden Borsten geschmückt. 
Der übrige Halsschild und die Flügeldecken mit kurzen, aufrechten Borsten 
ziemlich zerstreut, aber gleichmäßig bedeckt. Lange Stichelhaare zerstreut 
auf dem Kopf, auf der Scheibe des Halsschildes, dichter auf dem Halsschild- 
rand und sehr zerstreut auf den Flügeldecken, wo sie nur auf den Apical- 
beulen büschelig stehen, einige auch auf dem Pygidium. Clypeus & eckig, 
Vorderrand fast gerade, $ abgerundet, ebenfalls fast gerade. Oberseite des 
Kopfes etwas rugos. Halsschild mit Borstenpunkten bedeckt. Vorderer Sei- 
tenrand gerade, hinterer Seitenrand geschweift. Vorderecken nicht vorge- 
zogen, Basiszacken gut ausgebildet. Flügeldecken etwas runzelig, mit zer- 
streuten Borstenpunkten, ohne Rippen, Schulterbeule glatt. Pygidium dicht 
mit Borstenpunkten bedeckt, beim $ ein unbehaarter, aber punktierter Fleck 
an der Spitze. 

Vorder-Tibien d mit 2, 2 mit 3 Zähnen. 
Länge 10-13 mm. Die Art unterscheidet sich von C. hispida Bates durch den 
geraden Clypeus, beim ö durch die spärlichen Stichelhaare und durch den 
Fundort, besonders auch durch die stark verschiedenen Geschlechtsorgane 
beim ö. Aedoeagus siehe Abbildung 1. 


Abb. 1: Seitenansicht 
des Aedoeagus von 
Ceraspis nitida n. sp. 


11 &® aus Brasilien, Peru und Bolivien, 1 Holotype ö im Museum Dresden, 
Allotype 2 im Museum Washington, Holotype ö aus Bolivien ohne 
näheren Fundort, Allotype $ aus Sao Paulo, Brasilien. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 29 


26) C. modesta Burm. 


Unterseite und Halsschild rötlich braun, Flügeldecken, Fühler und 
Beine hellbraun, wenig glänzend. Unterseite und ein breiter Streifen neben 
der Mittellinie, der Halsschild und die Seiten des Halsschildes mit längeren 
hellen Borsten ziemlich dicht bedeckt. Der übrige Halsschild und die Flügel- 
decken mit kurzen Borsten etwas zerstreuter ausgezeichnet. Pygidium und 
Scutellum ebenfalls dicht bedeckt. Clypeus ö etwas eckiger als ?, Vorder- 
rand 5% fast gerade. Oberseite des Kopfes und des Halsschildes mit Bor- 
stenpunkten ausgezeichnet. Clypeus ö etwas weniger dicht punktiert. Hals- 
schild Vorderseitenrand gerade, Hinterseitenrand nur wenig geschweift, 
Vorderecken nicht vorgezogen. Basiszacken und entsprechende Vorsprünge 
des Scutellums sehr flach. 


Flügeldecken ziemlich dicht und fein punktiert, in den Punkten sitzen 
die Borsten. Die Flügeldecken sind im Grund fein chagriniert, ohne Rippen. 
Die Schulterbeulen glatt, ganze Oberfläche ohne Stichelhaare. Pygidium d? 
dicht punktiert und behaart. 


Länge 8-10 mm, 8 Exemplare aus Columbien, Typenmaterial d? im Mu- 
seum Halle (mir vorgelegen). Diese und die folgende Art sind durch den 
flachen Vorsprung des Scutellums charakterisiert. 


27) C. bivittata Burm. 


Oberseite hellbraun, Scheitel, 2 Streifen auf dem Halsschild, Brust und 
Hinterleib kupferfarbig. Die ganze Ober- und Unterseite ziemlich dicht mit 
hellen Borsten besetzt. Auf der Unterseite, dem Pygidium und am Rande der 
Flügeldecken sind die Borsten etwas länger, sonst mittelmäßig lang. Auf 
dem Scutellum ein Büschel heller Borsten. Einige Borsten auf den Flügel- 
decken sind etwas länger, erreichen aber nie die Länge der Stichelhaare wie 
bei C. hispida. 

Clypeus ö rechtwinkelig aufgebogen, die Ecken spitzwinkelig, Vorder- 
rand tief dreieckig ausgeschnitten. Clypeus $ nicht so scharf aufgebogen. 
Ecken rund, Vorderrand ebenfalls ziemlich tief ausgeschnitten. Oberseite des 
Kopfes und des Halsschildes ziemlich dicht mit nicht sehr groben Borsten- 
punkten bedeckt. Vorderseitenrand des Halsschildes gerade, Hinterseiten- 
rand sehr wenig vor den Hinterecken geschweift. Vorderecken nicht vorge- 
zogen. Basiszacken und Scutellumvorsprung sehr flach. Die Flügeldecken 
sind runzelig punktiert, sehr schwach gerippt. Die Schulterbeulen glatt. Das 
Pygidium &Q ist dicht punktiert und behaart. Vorder-Tibien d? mit 3 
Zähnen. 


Scutellumvorsprung sehr flach. Die Flügeldecken sind runzelig punktiert, 


30 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


sehr schwach gerippt. Die Schulterbeulen glatt. Das Pygidium 9 ist dicht 

punktiert und behaart. Vorder-Tibien dQ mit 3 Zähnen. 

Länge 12-14 mm. Durch die Größe von C. modesta verschieden. 4 &9, dar- 
unter die beiden typischen Stücke (SP). Alle Exemplare aus dem Mu- 
seum Halle, Coll. Burmeister. Fundort Columbien, ohne näheren An- 
gaben. 


28) C. globicollis n. sp. (= globicollis Arrow i. 1.) 


Ober- und Unterseite dunkelrotbraun, Beine und Fühler heller, Ober- 
seite, Halsschild dicht mit Borsten bedeckt. Die Flügeldecken mit gelblichen 
Schuppenborsten sehr dicht ausgezeichnet. Am Rande des Halsschildes und 
an der Basis sind breite weile Schuppen, ebenso wie auf der gesamten Un- 
terseite. Die Schuppen sind auf der Unterseite ziemlich dicht, jedoch ist der 
Untergrund sichtbar. Das Scutellum ist mit Schuppenborsten und auf der 
Innenseite mit weißen Schuppen bedeckt, ebenso der dem Scutellum gegen- 
überliegende Vorsprung des Halsschildes. Im Umkreis des Schildchens auf 
den Flügeldecken befinden sich eine Reihe sehr langer, aufrechtstehender 
Haare. 

Clypeus ö ziemlich kurz, die Ecken abgerundet, die Vorderseiten ge- 
rade. Die Oberseite genau wie der Halsschild, nur etwas kürzer behaart. 
Halsschild fast halbkugelförmig gewölbt, so breit wie die Flügeldecken, 
dicht, abstehend dunkelgelb behaart. Die Seiten des Halsschildes gleich- 
mäßig gerundet, nur vor den Hinterecken konkav geschweift. Vorderecken 
etwas vorgezogen und spitz. 

Die Basiszacken sehr deutlich ausgeprägt, spitzwinkelig. Die Flügel- 
decken glatt, ohne Rippen, nur mit dichten Punkten bedeckt, aus denen die 
Schuppenhaare entspringen. Auch die Schulter und Apicalbeulen sind mit 
Schuppen bedeckt. Das Pygidium ist mit weißen Schuppen, welche konzen- 
trisch auf die Mitte zu gerichtet sind, dicht bedeckt. 

Vorder-Tibien sind 2zähnig. 

Länge 11 mm. 

Die Art ist durch den breiten, kugelförmigen Halsschild besonders aus- 
gezeichnet. Sie und die nächstfolgende Art unterscheiden sich dadurch von 
allen übrigen der Gruppe 3. 

4 && aus Santo, Brasilien, leider ohne nähere Fundortangabe, $ unbekannt. 
Type im Britischen Museum. 


29) C. martinezi n. sp. (Tafel 1/5) 
Ober- und Unterseite schwarzbraun, Halsschild äußerst dicht mit auf- 
rechten Schuppenhaaren bedeckt. Die Flügeldecken ebenfalls mit sehr spit- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 3l 


zen Schuppen ausgezeichnet, welche etwas dichter stehen und anliegen. Auf 
dem Halsschild und dem Scutellum sind die Schuppen dunkelbraun, auf den 
Flügeldecken weiß-gelb. Das Scutellum ist genau so beschuppt wie der Hals- 
schild. Die Unterseite ist ebenfalls weiß-gelb beschuppt. Besonders auf der 
Unterseite des Halsschildes ist die Beschuppung außerordentlich dicht. 

Clypeus länger als die vorhergehende Art. Die Ecken stark gerundet, 
so daß er fast halbkreisförmig erscheint, nur vorne ein kleines Stück gerade. 
Kopf genauso dicht wie der Halsschild beschuppt. Halsschild vorderer Seiten- 
rand gerade, die Seitenecken breit abgerundet, vor den Hinterecken etwas 
ausgeschweift. Die Vorderecken nicht vorgezogen, fast stumpfwinkelig. Die 
Basiszacken ebenfalls stumpfwinkelig. Der Halsschild ist so breit wie die 
Flügeldecken und ebenfalls stark gewölbt, wenn auch nicht ganz so stark wie 
bei C. globicollis. 

Vorder-Tibien mit 2 sehr gut ausgebildeten Zähnen. 

Länge 12 mm, 2 5 6 Sao Paulo, Brasilien. Type im Museum Sao Paulo. 

Die Art unterscheidet sich von der vorhergehenden C. globicollis durch 
die Beschuppung des Halsschildes. Bei C. globicollis ist dieselbe haarförmig, 
bei C. martinezi sind die Haare durch Borstenschuppen ersetzt. Die Be- 
schuppung ist so dicht, daß man den Untergrund kaum sieht; alle Schuppen 
stehen aufrecht. 


30) C. mustela n. sp. (= mustela Arrow i. ].) 


Ober- und Unterseite hellbraun, ebenso die Beine und Fühler. Die 
Oberseite des Kopfes ist mit anliegenden braunen Schuppenborsten bedeckt. 
Der Halsschild hat in der Mitte eine Linie von weißen Schuppenborsten, die 
Scheibe ist entlang dieser Linie mit ganz dunklen Schuppenborsten aus- 
gezeichnet. Auf der Seite des Halsschildes sind vorne die Schuppenborsten 
gelb, an den Hinterecken fast weiß. An den Hinterecken sind die Schuppen 
breiter, während sie auf der Scheibe ausgesprochenen Borstencharakter 
haben. 

Die Flügeldecken sind mit schmalen, anliegenden, gelben Schuppen 
nicht sehr dicht bedeckt, in der apicalen Hälfte befinden sich 2 aus weißen 
breiteren Schuppen gebildete Makeln. Neben diesen Makeln ist eine nur 
mit schwarzen Borsten ausgezeichnete kahle Stelle. 

Das Pygidium und die Unterseite sind mit schmalen, weißen Schuppen- 
borsten anliegend bedeckt. Der Clypeus Ö ist etwas vorgezogen, sehr stark 
aufgebogen, die Ecken sind nach außen etwas heraustretend. Die Vorder- 
seite ist breit, aber ziemlich flach ausgerandet. 

Clypeus ® ist kurz in einem ziemlich flachen Bogen abgerundet. Hals- 
schild 5 so breit wie die Flügeldecken, stark gewölbt, vorderer und hinterer 


32 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


Seitenrand fast gerade. Die Vorderecken etwas vorgezogen und spitz. Hals- 
schild ? schmäler als die Flügeldecken und nicht so stark gewölbt. Auch die 
Vorderecken sind nicht spitz und nicht vorgezogen. Flügeldecken 5% sind 
ohne Rippen, nur mit Borstenpunkten ausgezeichnet. Beschuppung siehe 
oben. Die Art ist ausgezeichnet durch die starke Divergenz beim Halsschild 
des 2, weshalb auch ö und 2 in der Bestimmungstabelle in verschiedenen 
Gruppen erscheinen. 

Vorder-Tibien mit 2 Zähnen, von denen der 2. Zahn schwächer ausge- 
bildet ist. 

Von den 2 vorhergehenden, ebenfalls mit kugelförmigem, breitem Hals- 
schild ausgezeichneten Arten unterscheiden sich C. mustela durch die Flecken 
auf den Flügeldecken und durch die geringere Größe. 

Länge 8 mm. 
1 51% aus Espiritu-Santo, Type im Britischen Museum. 


31) C. pilatei Harold (= velutina Bates) 


Ober- und Unterseite, Beine und Fühler hellbraun, Oberseite des Cly- 
peus mit Schuppenborsten, Scheitel und Stirn mit anliegenden, weißen, läng- 
lichen Schuppen bekleidet. 

Halsschild und Flügeldecken mit reihenweise angeordneten, weißen, 
schmalen, anliegenden Schuppen bedeckt. 

Pygidium und Unterseite mäßig dicht mit anliegenden Schuppen regel- 
mäßig bedeckt. Auf dem Pygidium in der oberen Hälfte in der Mitte eine 
kahle Stelle. 

Clypeus ö6 etwas vorgezogen, stark aufgebogen, die Ecken abgerundet, 
Vorderrand seicht ausgeschnitten. Der Halsschild ziemlich flach, etwas länger 
als breit, vorderer Seitenrand gerade, hinterer Seitenrand geschweift. Die 
Vorderecken etwas vorgezogen, fast rechtwinkelig. Die Basiszacken ziemlich 
flach. Durch die reihenweise angeordneten Schuppen auf dem Halsschild ent- 
stehen kahle Längsstreifen. In der Mitte geht ein Längsstreifen durch, auf 
der Seite sind dieselben nicht regelmäßig ausgebildet. Ungefähr die Hälfte 
des Halsschildes ist kahl. Das Scutellum ist dicht beschuppt mit ganz schma- 
ler, kahler Mittellinie. Auf den Flügeldecken sind 3 flache Rippen vorhanden, 
welche kahl sind. Eine 4. kahle Linie geht von der Schulterbeule aus und 
endet etwas nach der Mitte der Flügeldecken. 

Gestalt ziemlich langgestreckt, Vorder-Tibien mit 3 Zähnen, der 1. Zahn 
sehr schwach. 

Länge 13-15 mm. 

Die Art unterscheidet sich von allen übrigen dieser Gruppe durch die 

reihenweise angeordneten Schuppen. C. velutina Bates scheint mir nichts 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 33 


anderes zu sein, als eine auf dem Halsschild sehr gut beschuppte C. pilatei. 
Ich kann beim besten Willen keine sonstigen Unterschiede feststellen. Auch 
die Beschreibung bietet keinen Anhaltspunkt. Ich ziehe daher C. velutina ein. 
60 Exemplare aus Mexiko, Honduras, Guatemala. 


32) C. bivulnerata Germ. 


Ober- und Unterseite, Fühler und Beine hellbraun, Kopfoberseite dicht 
mit schmalen, langen, weißlich-gelben, spitzen Schuppen ausgezeichnet. Der 
Halsschild auf der Mittellinie ziemlich breit mit breiteren weißen Schuppen 
bedeckt. Neben dieser Mittellinie beiderseits eine längliche, ebenso breite 
Stelle mit dunkleren Borsten, welche vom Vorderrand bis zur Mitte des Hals- 
schildes reicht. Der übrige Halsschild mit etwas schmalen, dunkelgelben, an- 
liegenden Schuppen dicht bedeckt. An der Basis des Halsschildes die glei- 
chen Schuppen wie auf der Mittellinie. Die Bedeckung des Halsschildes mit 
Schuppen ist dicht, aber nicht so dicht, daß man nicht die Unterseite er- 
kennen kann. 

Das Scutellum ist ebenfalls dicht mit anliegenden, breiteren weißen 
Schuppen bedeckt. Um das Scutellum herum lange, hellbraune, einzelne auf- 
stehende Haare. 

Die Flügeldecken in der Mitte ziemlich dicht mit breiteren Schuppen 
ausgezeichnet. Auf den Seiten werden die Schuppen etwas schmäler und 
sind auch zerstreuter. In der Mitte der Flügeldecken und auf der Apical- 
beule schmale Flecken, welche mit dunklen Schuppen ausgezeichnet sind. 

Das Pygidium ist in der oberen Hälfte wenig dicht beschuppt, auf der 
Unterseite sehr dicht, an der Spitze sind büschelförmig auftretende, lange, 
hellbraune Haare. 

Die Unterseite ist lang und dicht behaart, die Haare sind nur am letzten 
Segment und am Propygidium schuppenförmig. 

Clypeus ö sehr stark vorgezogen und etwas verschmälert, fast recht- 
winkelig, stark aufgebogen. Die Ecken wenig verrundet, die Vorderseiten 
gerade. Clypeus $ stark abgerundet in einem flachen Bogen verlaufend, 
nicht so stark aufgebogen wie beim Ö. 

Der Halsschild ist normal gewölbt, der vordere Seitenrand länger als 
der hintere, etwas konkav, die Vorderecken spitz und vorgezogen. Die Sei- 
tenecken flach verrundet, der hintere Seitenrand nur kurz vor den Hinter- 
ecken etwas konkav, sonst gerade. Die Basiszacken sehr gut ausgebildet, die 
Flügeldecken nicht gerippt. Vorder-Tibien mit 2 Zähnen. 

Länge 13-16 mm. 
79 Exemplare aus Brasilien und Guayana. Gestalt ebenfalls ziemlich lang- 
gestreckt, die 27? wie üblich, wesentlich plumper. 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 3 


34 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


33) C. amazonica n. sp. 


Ober- und Unterseite dunkelbraun, Beine und Fühler etwas heller 
braun, Kopf Oberseite mit fleischfarbenen, langen, dünnen Schuppen, ebenso 
wie der Halsschild dicht bedeckt. Die Schuppen lassen auf dem Kopf den 
Untergrund etwas erkennen, dagegen stehen sie auf dem Halsschild sehr 
dicht. Beiderseits der Mittellinie des Halsschildes einige lange, aufrecht- 
stehende einzelne Haare. 


Das Scutellum ist ebenfalls dicht bedeckt und ist außergewöhnlich groß 
und zweiteilig gewölbt. Die Flügeldecken sind mit relativ schmalen, eben- 
falls Heischfarbenen Schuppen dicht bedeckt, sie lassen aber den Untergrund 
erkennen. Die Schulterbeulen sind kahl. Die Unterseite und das Pygidium 
sind mit weiß-gelben Schuppen sehr dicht bedeckt. Das Pygidium ($) ist flach 
halbkreisförmig, der Halsschild ziemlich kurz gewölbt, der vordere Seiten- 
rand fast gerade, der hintere Seitenrand geschweift. Die Vorderecken kaum 
vorgezogen, fast rechtwinkelig. Die Basiszacken sind gut ausgebildet, die 
Flügeldecken ohne Rippen. 


Die Gestalt ist wesentlich kürzer als die der vorhergehenden Arten, 
mehr einer Hoplia-Form ähnlich. 


Vorder-Tibien mit 2 sehr gut ausgebildeten Zähnen. 
Länge 14 mm, nur 1 $, Amazonas, Brasilien. 


Durch die dichten, anliegenden Schuppen des Halsschildes bemerkens- 
wert. Diese Art hat Ähnlichkeit mit den Arten der Citrina-Gruppe, diese sind 
jedoch noch dichter beschuppt, und die Schuppen sind wesentlich breiter. 
Type im Britischen Museum. 


34) C. oblonga Moser 


Ober- und Unterseite, Beine und Fühler braun bis metallisch schim- 
mernd, Halsschild und Kopf etwas dunkler, Kopf oben sehr gerunzelt, ziem- 
lich dünn mit anliegenden Schuppenborsten bedeckt. Der Halsschild ist sehr 
dicht mit lanzettförmigen, weißgelben Schuppen ausgezeichnet. Auf der 
Basis neben der Mittellinie 2 große Flecken, welche nur mit dünnen Schup- 
penhaaren besetzt sind, so daß der Untergrund gut sichtbar ist. 


Das Scutellum ebenfalls mit weißen lanzettförmigen Schuppen dicht 
besetzt, die Mittellinie kahl. 


Die Flügeldecken neben der Naht mit weißgelben Schuppen bedeckt. 
Auf den Seiten der Flügeldecken sind dieselben durch Haare ersetzt. Die 
Unterseite am Prosternum und Metasternum behaart, die Ventralsegmente 
mit lanzettförmigen Schuppen besetzt. Das Pygidium behaart, nur mit eini- 
gen weißen, länglichen Schuppen in der oberen Hälfte ausgezeichnet. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 39 


Halsschild vorderer Seitenrand gerade, hinterer Seitenrand stark ge- 
schweift. Vorderecken nicht vorgezogen, flachwinkelig. Basiszacken sehr gut 
ausgebildet und spitzwinkelig. Flügeldecken nicht gerippt, nur schwach ge- 
runzelt. Gestalt ziemlich lang. Vorder-Tibien mit 2 gut ausgebildeten Zähnen. 
Zähnen. 

Länge 15 mm. 

Aus allen Museen ist mir nur 1 einziges ? zu Gesicht gekommen, das 
ich als Neotype bezeichnet habe. Dieselbe befindet sich im Britischen Mu- 
seum. Die anderen Exemplare scheinen verschollen zu sein. Moser gibt 
leider nicht an, wie viele Exemplare seiner Beschreibung zugrundegelegt 
waren. Als Fundort ist in der Beschreibung Novo Friburgo, Brasilien ge- 
nannt, die Neotype hat leider keinen Fundort. 


35) C. bicolor Moser 

Halsschild und Kopf schwarz, Flügeldecken rotbraun, Unterseite dun- 
kelrotbraun, Beine und Fühler hellrotbraun. Kopfoberseite gerunzelt mit 
etwas abstehenden hellen, bis dunklen Borstenhaaren bedeckt. Der Hals- 
schild auf der Mittellinie mit einer schmalen Reihe weißer, länglicher Schup- 
pen ausgezeichnet, ebenso befindet sich auf der Basis, den Seiten und am 
Vorderrand ein schmaler Rand solcher Schuppen, sowie eine kurze, von den 
Vorderecken ausgehende Reihe mit ebensolchen weißen Schuppen. Der 
übrige Teil des Halsschildes mit ziemlich langen Borstenhaaren bedeckt. Das 
Scutellum weist ebenfalls auf beiden Seiten aufrechtstehende, weiße Schup- 
pen auf. Die breite Mittellinie ist kahl. 

Die Flügeldecken sind ziemlich zerstreut, mit langen Borstenhaaren aus- 
gezeichnet. Auf den Flügeldecken sind verschieden ausgebildete Makeln aus 
weißen, lanzettförmigen Schuppen. Die Unterseite und das Pygidium ist 
ganz weiß beschuppt. Es ist aber überall die Unterseite sichtbar. In der 
Umgebung des Scutellums einige lange, aufrechtstehende hellbraune Haare. 
Clypeus $ kurz, Vorderrand in flachem Bogen verlaufend. Clypeus ö etwas 
vorgezogen. 

Vorder-Tibien mit 2 Zähnen. 

Länge 12 mm. 
4 Exemplare aus Ceara, Espiritu-Santo, Brasilien. 
Type $ im Zool. Museum Berlin. 

Die Art ist besonders gekennzeichnet durch den verschiedenfarbigen 

Halsschild und die Flügeldecken, ebenso wie die nachfolgende Art. 


36) C. elongata n. sp. 
Kopf, Halsschild, Unterseite und Beine dunkelbraun, Fühler und Flü- 


36 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


geldecken hellbraun. Gestalt außergewöhnlich gestreckt. Flügeldecken 1!/o- 
mal so lang wie breit. Kopfoberseite dicht, etwas runzelig punktiert mit 
dünnen Borsten. Halsschild punktiert mit dunklen Borsten, welche von den 
Punkten ihren Ursprung nehmen. Auf den Zacken gegenüber dem Scu- 
tellum und an den Hinterecken einige breite Schuppen, die Flügeldecken 
nicht gerippt, kaum gerunzelt und nur auf den Seiten an den Spitzen unter- 
halb der Apicalbeulen gerunzelt. Auf der Scheibe fast glatt. Auf der api- 
calen Hälfte befinden sich je 2 längliche, aus weißen Schuppen gebildete 
Makeln. Die Seiten der Flügeldecken und die Apicalbeulen sind dünn be- 
haart, die Unterseite ist überall fein und lang und dünn behaart. Auf den 
Seiten der Ventralsegmente jeweils 1 Fleck aus weißen Schuppen bestehend. 
Das Pygidium ist lang, fein und dicht behaart ohne Schuppenflecken, 
diese befinden sich lediglich am Rand des Propygidiums und zwar einer in 
der Mitte und zwei auf den Seiten. Clypeus ö nicht vorgezogen, Ecken ab- 
gerundet, Vorderrand gerade. 
Diese Art ist schon durch ihre langgestreckte Form mit keiner anderen 
zu verwechseln. Vorder-Tibien 2zähnig. 
Länge ll mm. 
Type ö aus Catchimbo, Prov. Bahia, Brasilien, leg. Ch. Pujol 1890. 
Type (Unicum 5) im Museum Brüssel. 


37) C. albovaria Blanch. 


Ober- und Unterseite, Fühler und Beine hellrotbraun. Kopfoberseite mit 
langen, weißen bis dunkelbraunen Borstenhaaren bedeckt. Der Halsschild 
hat eine aus weißen, breiteren, lanzettförmigen Schuppen bestehende Mittel- 
linie, ebenso sind die Seiten und einige ungenaue Flecken auf dem Hals- 
schild mit weißen, breiten, lanzettförmigen Schuppen bedeckt. Neben 
der Mittellinie und zwischen den weißen Schuppen breitere Stellen, die 
nur mit aufrechten Borstenschuppen ausgezeichnet sind. Auch diese stehen 
nur zerstreut, so daß der Untergrund vorherrscht. Auch auf dem Scutellum 
befinden sich breite weißgelbe Schuppen. Flügeldecken ebenfalls größten- 
teils nur mit borstenähnlichen Schuppen ausgezeichnet. Auf der Scheibe der 
Flügeldecken und vor den Apicalbeulen symmetrische weiße Makeln, welche 
aus wesentlich breiteren Schuppen gebildet sind. Die vorliegende Neotype 
hat je 2 solche Makeln in der Mitte der Flügeldecken und je 1 vor den 
Apicalbeulen. 

Unterseite und Pygidium dicht weiß beschuppt. Die Schuppen sind 
etwas schmäler als die breiten Schuppen auf den Flügeldecken. Clypeus ö 
kurz, Ecken abgerundet, vorne gerade, wenig aufgebogen. Clypeus $ eben- 
falls kurz, stärker abgerundet und fast in flachem Bogen verlaufend. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 37 


Halsschild vorderer Seitenrand gerade, hinterer Seitenrand nur kurz 
vor den Hinterecken etwas geschweift, Vorderecken nicht vorgezogen, Basis- 
zacken sehr deutlich und fast spitzwinkelig. Vorder-Tibien mit 2 Zähnen. 
Gestalt kürzer als die vorhergehenden Arten. 

10 Exemplare aus Brasilien, Espiritu Santo und Mato Grosso und Sao Paulo, 

Neotype (7) im Britischen Museum. 


38) C. conspersa Burm. (Tafel 1/6) 

Ober- und Unterseite schwarzbraun, Fühler etwas heller, Oberseite des 
Kopfes dicht mit weißen Borstenschuppen bedeckt. Halsschild Mittellinie, 
Vorderrand, Seitenrand, Basis, eine breite Stelle an den Hinterecken und ein 
schmaler Fleck von den Vorderecken ausgehend mit breiteren, lanzettför- 
migen, weißlichen Schuppen bedeckt, der übrige Teil des Halsschildes mit 
dunkleren, grau-braunen, langen Borsten, nicht sehr dicht, ausgezeichnet. 
Das Scutellum ist ebenfalls mit weißen, aufrechtstehenden, aber wesentlich 
schmäleren Schuppenborsten bei glatter Mittellinie bedeckt. Die Flügel- 
decken sind mit schmalen, grauen Schuppen ziemlich dicht bedeckt. An der 
Basis der Flügeldecken, sowie auf der Scheibe befinden sich symmetrische, 
aus breiten, weißen Schuppen gebildete Flecken. Bei nicht abgewetzten 
Exemplaren sind die Schuppen sehr deutlich und bilden in der oberen Hälfte 
der Flügeldecken 2 kleine und in der apicalen Hälfte der Flügeldecken 
2 breite, weiße Makel. 

In der Umgebung des Scutellums und auch auf dem Halsschild befinden 
sich einzelne, besonders lange, graubraune Haare. Die Unterseite und das 
Pygidium sind dicht weiß beschuppt. Die Schuppen sind von der gleichen 
Art wie die breiten Schuppen auf dem Halsschild und den Flügeldecken. 

Clypeus ö ziemlich stark abgerundet, vorne ein wenig ausgerandet. 
Clypeus in flachem halbkreisförmigen Bogen verlaufend. Vorder-Tibien 
mit 2 Zähnen. 

Länge 7-11 mm. 
Gestalt plump. 
13 Exemplare öP aus Missiones, Argentinien, Rio de Janeiro, Brasilien. 

Der starke Größenunterschied der mir vorliegenden Serie ist auffällig. 
Ich habe aber an Hand der Geschlechtsorgane keinerlei Unterschied zwischen 
diesen extremen Formen feststellen können. Die Art ist von ©. albovaria 
durch die graue Beschuppung verschieden. 

Neotype (Ö), Missiones Loretto, im Museum Sao Paulo. 


39) C. variegata Perty 
Ober- und Unterseite graubraun, Beine und Fühler hellbraun, Hals- 


38 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


schild und Kopf dunkler grau, Kopfoberseite außen mit weißen, Stirn und 
Scheitel mit grauen Borsten bedeckt. Halsschild Mittellinie, Basis Vorder- 
rand und Seitenrand im Bogen von den Vorderecken zu den Hinterecken 
laufend mit breiten, weißen Schuppen bedeckt. Die Schuppen lassen die 
Oberfläche erkennen. Scutellum mit weißen Schuppen, Flügeldecken, Basis- 
rand, Naht und 4 Flecken auf jeder Seite weiß beschuppt. Die übrige Ober- 
fläche ist mit schmalen grauen Schuppen bedeckt. Die Unterseite und das 
Pygidium sind ziemlich dicht, weiß beschuppt. Die Schuppen sind von glei- 
cher Art wie die auf dem Halsschild und den Flügeldecken. 

Clypeus ö etwas vorgezogen, ziemlich stark aufgebogen, Ecken ver- 
rundet, vorne fast gerade, Halsschild Vorderseite gerade, Hinterseite wenig 
geschweift, Vorderecken nicht vorgezogen, Basiszacken gut ausgebildet. Vor- 
der-Tibien mit 2 Zähnen. 

Länge 7 mm. 
Type (ö Unicum) aus Brasilien, ohne nähere Fundortangabe, befindet sich 
in der Zool. Staatssammlung in München. 

Die Art ist durch die wesentlich stärkere, weiße Beschuppung von 
C. conspersa verschieden. Auch der Clypeus ist etwas anders. Leider erlaubt 
es der Zustand der Type nicht, Geschlechtsteiluntersuchungen vorzunehmen. 
Im übrigen ist die Art auch durch die Größen wesentlich verschieden. 


40) C. burmeisteri n. sp. 


Ober- und Unterseite schwarzbraun, Kopfoberseite dicht, etwas runzelig 
punktiert. Clypeus kahl, Stirn und Scheitel mit ziemlich langen, weißlichen 
Borsten ausgezeichnet. Halsschild mit grauen, langen, feinen Borsten dicht 
bedeckt. Die Mittellinie des Halsschildes, die Basis, die Seite und der Vor- 
derrand tragen schmale, weiße Borstenschuppen. Der Vorderrand und die 
Seiten sind außerdem lang und hell bewimpert. Das Scutellum trägt graue 
und weiße Borstenschuppen gemischt. Es hat keine sichtbare Mittellinie. 

Die Flügeldecken haben ziemlich kurze, graue und schmale Schuppen, 
an der Basis und in einer gewissen Entfernung von der Naht befindet sich 
ein Streifen mit etwas breiteren, weißen Schuppen. Die Unterseite und das 
Pygidium tragen schmale, weiße Borsten. Sie sind nicht sehr dicht, so daß 
die Unterseite überall gut sichtbar ist. Clypeus & ziemlich kurz, Vorderseite 
gerade, Ecken abgerundet. 

Halsschildseiten sehr flach gerundet, Vorderseitenrand gerade, hinterer 
Seitenrand sehr wenig geschweift. Vorderecken nicht vorgezogen und 
stumpfwinkelig. Basiszacken bzw. Vorsprünge des Scutellums sehr deutlich 
rechtwinkelig. Vorder-Tibien nur mit 1 Zahn. 

Länge 6 mm. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 39 


1 & Sao Jouo de Rey, Brasilien. 
1 ö, im Zool. Museum Berlin. 


Diese Art war als dorsata Burm. bestimmt, was sie aber nach der Be- 
schreibung unmöglich sein kann. 


Aedoeagus siehe Tafel IV/16. 


41) C. vulpes n. sp. (= vulpes Arr. i. 1.) (Tafel 1/4) 


Ober- und Unterseite, Fühler und Beine hell-rotbraun, Kopfoberseite 
mit hellen gelblichen Schuppenborsten bedeckt. Halsschild dicht mit auf- 
rechtstehenden hellgelben Schuppenborsten bedeckt; dazwischen befinden 
sich einzelne, aufrechtstehende, dunkelgelbe Haare. Entlang der Mittellinie 
auf der basalen Hälfte werden die Schuppenborsten etwas dichter und weiß- 
licher. Ebenso auf den Hinterecken des Halsschildes. Neben der Mittellinie 
auf der Scheibe einige schwarze Borsten. 


Das Scutellum ist mit gelben, aufrechtstehenden Schuppenhaaren dicht 
bedeckt. Auch die Flügeldecken sind mit gelben, schmalen Schuppen dicht 
ausgezeichnet; der Untergrund ist jedoch gut erkennbar. Auf den Flügel- 
decken befinden sich je 2 ziemlich große, etwas längliche, aus dunklen Bor- 
stenschuppen gebildete Flecken. 


Die Unterseite und das Pygidium sind ebenfalls mit anliegenden, weiß- 
gelben Borstenschuppen bedeckt. Die Bedeckung ist aber ziemlich zerstreut. 
Auf den Ventralsegmenten und auf der Unterseite des Pygidiums sind lange 
und dichte Büschel von rotgelben Haaren. 


Clypeus ö? ziemlich stark vorgezogen, stark aufgebogen, die Ecken 
nur wenig verrundet, der Vorderrand seicht ausgeschnitten. Clypeus ö oben 
kahl, Clypeus $ behaart. Vorder-Tibien nur mit 1 Zahn. Gestalt ziemlich ge- 
drungen. 


Länge 8-9 mm. 


2 56,1%, Espiritu Santo, Brasilien. Type (Ö) im Britischen Museum. 


42) C. tenuisquamosa n. sp. 


Ober- und Unterseite dunkelbraun, Fühler und Beine etwas heller, 
Oberseite des Kopfes runzelig, mit hellen Borstenschuppen bedeckt. Hals- 
schild dicht mit dunkelgelben Borsten bedeckt. Die Basis, der Vorderrand 
und Seiten sowie ein Drittel auf der Mittellinie gegenüber dem Scutellum 
mit breiten, weißen Schuppen ausgezeichnet. Das Scutellum ist ebenfalls mit 
breiteren, weißen Schuppen bedeckt. Die Oberfläche des Halsschildes ist 
gut sichtbar. Die Flügeldecken dicht mit dunkelgelben Schuppen bedeckt 
ohne Flecken und ohne kahle Stellen. 


40 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


Die Umgebung des Scutellums und einige Stellen des Halsschildes tra- 
gen einige aufrechte hellbraune Borsten. 

Die Unterseite und das Pygidium sowie das Propygidium sind dicht mit 
weißen, breiteren Schuppen ausgezeichnet. Auch an der Basis der Flügel- 
decken befinden sich einzelne, etwas breitere weiße Schuppen. Auf dem 
Pygidium sind breite weiße mit dunkelgelben Schuppen gemischt. Die Flü- 
geldecken tragen keine Rippen. 

Clypeus $ in flachem Bogen gerundet. 6 unbekannt. 

Vorder-Tibien mit 2 Zähnen. 

Länge 11 mm. 
1 2 aus Santos, Brasilien. Type (Unicum) in der Zoologischen Staatssamm- 
lung in München. 


43) C. ventralis n. sp. 

Ober- und Unterseite grau, Beine rotbraun, Fühler dunkelrotbraun, 
Tibien ebenfalls dunkelrotbraun. Oberseite des Kopfes gerunzelt und mit 
hellen Borsten dünn bedeckt. Die ganze Oberseite des Halsschildes und der 
Flügeldecken mit schmalen, weißlichen Schuppen einheitlich, aber mäßig 
dicht ausgezeichnet. 

Auch das Scutellum ist genau wie die Flügeldecken und der Halsschild 
geschmückt. Die Schuppen sind auf den Flügeldecken mit grauen, aber sonst 
genau gleichen Schuppen gemischt. Die Schuppen sind sehr schmal, fast wie 
Borstenschuppen. Die Unterseite ist ungleich beschuppt. Auf dem Meta- 
sternum auf der Seite und in der Mitte breite Schuppen. 

Die ersten 3 Ventralsegmente in der Mitte mit ganz schmalen Borsten, 
auf der Seite mit breiten Schuppen, die 4. und 5. Segmente ausschließlich 
mit breiten Schuppen bedeckt. 

Das Pygidium und das Propygidium mit weißlichen, langen Borsten 
dicht geschmückt. 

Clypeus ö vorgezogen, stark aufgebogen, vorne etwas ausgerandet. 
Der Halsschild etwas länger als breit, vorderer und hinterer Seitenrand ge- 
schweift, Vorderecken vorgezogen und spitz. Basiszacken bzw. Vorsprünge 
des Scutellums sehr spitz. 

Tibien mit 2 Zähnen. 

Länge 8 mm. 
Type (Unicum) Itatiaya, Brasilien. 
Type im Museum G. Frey. 


44) C..pereirae n. sp. 
Rotbraun. Halsschild, Mittel- und Hintertibien sowie die Tarsen etwas 
dunkler. Ober- und Unterseite, Kopf und Beine, Pygidium und Skutellum 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 41 


gleichmäßig dicht mit gelblichweißen, schmalen, lanzettförmigen Schuppen 
bedeckt. Die Grundfarbe ist jedoch überall durchscheinend. 

Clypeus (6) eckig, vorne gerade, stark aufgebogen, beim $ vorne ge- 
rade, Ecken breit abgerundet und weniger aufgebogen. Halsschild vorderer 
Seitenrand gerade, hinterer Seitenrand ein wenig geschweift. Halsschild- 
zacken ausgeprägt. Vorderecken nicht vorgezogen, stumpf. Vordertibien mit 
2 Zähnen, der 1. schwach entwickelt. Fühlerfahne (&) ?/s des Stiels, beim $ 
etwas kürzer. Die Schuppen auf der Unterseite sind etwas mehr weiß als 
die auf der Oberseite. Die kleinere der hinteren Klauen gespalten. 

Länge 9-10 mm; 2 56 6,1% aus Missiones Pto. Iquasu, Argentinien, 

XI. 1947. Type in Coll. Martinez. Paratype in meinem Museum. 


45) C. pauperata Burm. 


Ober- und Unterseite rotbraun, Fühlerfahne dunkelbraun, der Kopf 
schmal beschuppt, die Schuppen lassen die Oberfläche erkennen. Der Hals- 
schild ist auf der Seite mit spärlichen dünnen Schuppen bedeckt. In der 
Mitte und an der Basis gegenüber dem Schildchen sind große, längliche 
Schuppen vorhanden. Der Halsschild ist aber überall im Grunde sichtbar. 

Die Flügeldecken sind ziemlich gleichmäßig beschuppt, die Schuppen 
sind relativ klein und ziemlich kurz. Die Schulterbeulen sind breit, die Farbe 
der Schuppen auf dem Halsschild und den Flügeldecken ist gelblich, die 
Unterseite und das Pygidium hat weiße, breitere, aber noch lanzettförmige 
Schuppen, welche wesentlich größer sind als die auf dem Halsschild und den 
Flügeldecken. Auch die Beine sind weiß beschuppt, teilweise haben auch die 
einzelnen Stücke auf den Flügeldecken verschiedenfarbige gelbliche und 
dunklere Schuppen. Dagegen sind durchweg die Schuppen so spärlich an- 
geordnet, daß man überall die Grundfarbe erkennen kann. 

Clypeus ö kurz, vorne gerade, Ecken abgerundet, $ flach gebogen, 
ohne Ecken. 

Vorder-Tibien mit 2 Zähnen. 

Länge 7-9 mm, Länge der Type 7 mm. 
6 Exemplare 8% aus dem südlichen Brasilien. Die Type (Mus. Halle) trägt 
den Fundort Brasilien, Nova Friburgo. 


46) C. vestita Blanch. 


Hellbraun. Oberseite mit schmalen Schuppen dicht bedeckt, welche je- 
doch die Farbe des Untergrunds erkennen lassen. Die Farbe der Schuppen 
ist gelblich weiß, auf der Scheibe des Halsschildes gehen die Schuppen teil- 
weise in Schuppenhaare über. Die Unterseite und die Beine sind wie die 
Oberseite beschuppt, ebenso das Pygidium. 


49 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


Clypeus vorne gerade, Ecken breit abgerundet und ein wenig aufge- 
bogen. Halsschild gewölbt. Der hintere Seitenrand fast gerade. Vorderecken 
nicht vorgezogen und stumpf. Basalzacken des Halsschildes gut ausgeprägt. 
Das Skutellum ohne erkennbare Mittellinie. 


Fühlerfahne ?/3 so lang wie der Stiel. Vordertibien mit 2 Zähnen. 
Länge 5!/2 mm. 


Mir liegt nur ein stark beschädigtes, sehr altes Exemplar, vermutlich 
ein Ö, vor, das ich aus diesem Grunde nicht als Neotype bezeichnen möchte. 
Fundort Sao Paulo 1906, in coll. Museum S. Paulo. 


47) C. suleicollis Moser 


Ober- und Unterseite rotbraun, Beine etwas dunkler, Kopf mit langen 
dünnen Schuppen besetzt, auf der Oberseite des Clypeus sind die Schuppen 
kleiner. Halsschild in der Mitte mit langen und schmaien lanzettförmigen 
Schuppen, an den Hinterecken werden die Schuppen breiter, ebenso gegen- 
über dem Schildchen sind die Schuppen verdichtet. Die Schuppen auf der 
Scheibe sind dünn gestellt, so daß der Untergrund sichtbar wird. An den 
Ecken wird die Grundfarbe verdeckt, die Flügeldecken sind gleichmäßig, 
aber nicht ganz dicht mit lanzettförmigen gelblichen und weißen Schuppen 
ausgezeichnet. Die Unterseite ist dicht mit weißen, etwas breiteren eiför- 
migen Schuppen bedeckt. Die Schuppen auf den Beinen sind ganz schmal 
lanzettförmig. Auf dem Halsschild befindet sich eine flache Furche von der 
Basis bis zum Vorderrand, sie ist allerdings durch die Beschuppung schwer 
sichtbar. Der Halsschild ist breiter als lang, die Hinterseiten sind stark ge- 
schweift, die Vorderseiten gerade. Die Farbe der Schuppen ist wechselnd, 
meist befinden sich ıınter den braungelben Schuppen auch weiße Schuppen 
eingestreut. Zum Teil sind die Schuppen auch auf dem Halsschild bräunlich. 
Das Schildchen hat ebenfalls zweifarbige Schuppen. Einzelne aufrecht- 
stehende Haare sind gelegentlich auf der Halsschildscheibe vorhanden. Die 
Schuppen sind mit Ausnahme der Eckschuppen am Halsschild durchweg 
lanzettförmig ausgebildet. Die eingestreuten weißen Schuppen sind etwas 
breiter. 

Clypeus 8% stark abgerundet, vorne gerade, nur wenig geschweift und 
aufgebogen. 

Vorder-Tibien mit 2 Zähnen. 

Länge 6,5-7,5 mm. 
28 Exemplare öQ aus Santa Catarina, Brasilien. 

Die Art ist gekennzeichnet durch die verschiedenfarbigen Schuppen auf 
den Flügeldecken, sie ist jedoch schwer eindeutig zu unterscheiden, da der 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 43 


erhaltene Zustand oft sehr verschieden ist und auch die Schuppen nicht ein- 
deutig zu charakterisieren sind. 


Type im Zool. Museum Berlin. 


48) C. kuntzeni Moser 


Der vorhergehenden Art nahe verwandt, rotbraun, Kopf spärlich, Hals- 
schild und Flügeldecken dicht mit lanzettförmigen gelbweißen Schuppen be- 
deckt. Auch das Schildchen ist einheitlich gelbweiß beschuppt. Eine schmale 
Basis der Flügeldecken und 3 Längsstreifen auf dem Halsschild vom Vorder- 
rand bis zur Scheibe sind mit weißen Schuppen bedeckt. Auf der Basis des 
Halsschildes und an den Vorderecken sind die Schuppen ein wenig breiter. 
Die Unterseite und das Pygidium sind sehr dicht weiß beschuppt. Die Schup- 
pen sind hier etwas breiter. Auf dem Halsschild und den Flügeldecken ist der 
Untergrund noch sichtbar, dagegen auf der Unterseite nicht. Die Beine sind 
dünner, aber sehr lang weiß, lanzettförmig beschuppt. 


Clypeus ö kurz, vorne gerade, die Ecken breit abgerundet. 
Vorder-Tibien mit 2 Zähnen. 

Länge 6-7 mm. 

7 5@ aus dem südlichen Brasilien. 


Type im Zool. Museum Berlin. 


49) C. citrina Blanch. (Tafel 1/12) 


Breiter und plumper als die vorhergehenden Arten, dunkelrotbraun, 
Tibien und Tarsen etwas heller, ebenso der Fühlerschaft. Clypeus gerunzelt, 
spärlich mit einzelnen, etwas spitzen Schuppen bedeckt. Stirn, Scheitel und 
die ganze übrige Oberfläche des Insekts mit breiten, weiß-gelblichen Schup- 
pen bedeckt. Die Schuppen sind außerordentlich dicht und dachziegelförmig 
angeordnet. Auf der Unterseite sind die Schuppen rein weiß, auf der Ober- 
seite etwas gelblich weiß. Flecken auf dem Halsschild und den Flügeldecken 
sind etwas gelb gefärbt. Das Pygidium ist ebenfalls rein weiß beschuppt. Es 
sind am Halsschild keine aufstehenden Schuppenreihen sichtbar, auch ist die 
Schuppenbildung auf der ganzen Oberfläche sehr gleichmäßig, breit, eiförmig. 
Clypeus 8% kurz, vorne gerade, Ecken sehr breit abgerundet. 

Vorder-Tibien mit 2 Zähnen. 
Länge 7-11 mm. 
24 SQ aus dem südlichen Brasilien bis Espiritu Santo. 

Gelegentlich sind die gelben Schuppen auch so angeordnet, daß sich auf 
der Scheibe ein Längsstreifen abzeichnet. 
Neotype in meinem Museum. 


44 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


50) C. citrina var. pisicolor Burm. 


Genau wie die Stammform, nur etwas kleiner und die Schuppen erbsen- 
farbig. Auf dem Halsschild befinden sich einige aufrechtstehende Borsten. 
Die Beine sind hellrot-braun, die Spitzen der Tibien und die Tarsen etwas 
dunkler. Im übrigen wie die Stammform. Länge im Durchschnitt etwas kür- 
zer als die Stammform und zwar 8-9 mm. 

17 5% aus Mittel- bis Süd-Brasilien. Eine Fundortangabe Columbien er- 

scheint mir zweifelhaft. 

Diese Art ist nur eine Varietät der C. citrina Blanch. Aedoeagus siehe Tafel 

111/15. 

Neotype im Zool. Museum Berlin. Die 6 Geschlechtsorgane sind völlig 
identisch mit der Stammform. 


51) C. castaneipennis Blanch. 


Ober- und Unterseite dunkelbraun, Kopfoberseite gerunzelt, ganz we- 
nig beschuppt. Halsschild und Flügeldecken mit braunen, eiförmig zuge- 
spitzten, ziemlich großen Schuppen sehr dicht bedeckt. Die Oberfläche der 
Flügeldecken ist samtartig schillernd. Das Schildchen ist mit den gleichen 
Schuppen, nur etwas aufrechtstehend, ausgezeichnet. 

An der Basis der Flügeldecken und auf der Vorderseite des Halsschildes 
sind die braunen Schuppen teilweise durch weiße Schuppen ersetzt, welche 
undeutliche Längsstreifen bilden. Der Halschild hat eine deutliche Mittel- 
furche. 

Auch an den Hinterecken des Halsschildes und auf dem Mittelzacken 
des Halsschildes sind die Schuppen heller. Die Beschuppung ist sehr dicht, 
besonders auf dem Halsschild, so daß der Untergrund bei unbeschädigten 
Exemplaren nicht sichtbar ist. Die Unterseite und die Beine sind weiß be- 
schuppt. Die Schuppen auf der Unterseite sind ebenfalls breit eiförmig und 
zugespitzt. Die Schuppen auf dem Pygidium sind hellbraun. 

Clypeus ö9 breit abgerundet, vorne etwas gerade. 

Vorder-Tibien mit 2 Zähnen. Aedoeagus siehe Tafel IIV/14. 

Länge 8-10 mm. 
6 ö® aus Brasilien, ohne nähere Angaben. 


52) C. bufo.n. sp. (Tafel 1/9) 


Ober- und Unterseite dunkelbraun, Fühler etwas heller, Kopfoberseite 
borstenartig dünn beschuppt, auf dem Scheitel dunklere Schuppen, sonst 
sind die Schuppen auf dem Kopf weißgelb. 

Kopf, Halsschild, Flügeldecken und Unterseite mit breiten, eiförmigen 
Schuppen bedeckt, das Schildchen mit etwas längeren, aufrechtstehenden 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 45 


Schuppen ausgezeichnet. Auf dem Halsschild und in der Umgebung des 
Schildchens einzelne aufrechtstehende lange Borsten. Auf dem Halsschild 
vier und auf den Flügeldecken je zwei dunkle, durch braune Schuppen ge- 
bildete Flecken. Die Halsschildflecken sind vorne zusammenstehend, auf der 
hinteren Hälfte des Halsschildes ist der Zwischenraum größer. Auf den Flü- 
geldecken befindet sich das vordere Paar etwas oberhalb der Mitte, das hin- 
tere Paar ungefähr zwischen dem vorderen Fleck und der Apicalbeule. 

Clypeus ö breit, abgerundet, vorne wenig abgestutzt. 

Vorder-Tibien mit 2 Zähnen. 

Der Habitus entspricht der Art C. citrina, nur daß sie eben gefleckt ist, 
statt einfarbig. Arrow hat diese Art bereits als neu erkannt, aber nicht be- 
schrieben. Ich habe mir erlaubt, seinen vorgeschlagenen Namen zu ver- 
wenden. 

Länge 11 mm. 
2 ö aus Espiritu Santo, Nova Teutonia, Santa Catarina, Brasilien. 
Type in coll. F. Plaumann, Nova Teutonia. Aedoeagus siehe Tafel III/16. 


53) C. signata Blanch. (Tafel 1/7) 


Ober- und Unterseite rotbraun, Clypeus mit langen, dünnen Schuppen 
bedeckt, welche anliegen und den Untergrund erkennen lassen. Halsschild 
und Flügeldecken mit breiten, etwas in der Größe unterschiedlichen Schup- 
pen bedeckt. Die Beschuppung ist teilweise sehr dicht, teilweise weniger 
dicht. Die Schuppen sind teils weiß, teils braun. Die braunen Schuppen bild- 
den auf dem Halsschild undeutliche, jedoch symmetrische Flecken, ebenso 
auf den Flügeldecken zumindest 4 längliche, größere Makeln. Auf den 
Flügeldecken ist die Beschuppung in der Dichte ungleich, so daß auch hier 
durch das Durchscheinen des Untergrundes eine weitere Färbung entsteht. 
Die Flecken auf den Flügeldecken wirken daher bei Betrachtung mit bloßem 
Auge wie verwischt. Die Unterseite und das Pygidium ist dicht weiß und 
breit beschuppt. Das Schildchen ist gelblich beschuppt, doch sind die Schup- 
pen dort aufgerichtet. Einige Exemplare wirken durch die verschiedenfar- 
bigen Schuppen und den verschieden durchscheinenden Untergrund wie 
längsgestreift mit Quermakeln. Auf dem Halsschild befinden sich nur ganz 
wenige aufrechte Schuppen. Bei den größeren Exemplaren sind die Schup- 
pen einheitlich niedergedrückt. 

Clypeus 5% ist kurz, an den Ecken stark abgerundet. 

Vorder-Tibien mit 2 Zähnen. 

Länge 8-11 mm. 
Ca. 90 5% aus Brasilien von Sao Paulo bis Minas Geraes. 
Die relativ häufige Art ist in der Fleckenbildung nicht einheitlich, je- 


46 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


doch die meisten haben sogenannte verwischte Flecken auf den Flügeldek- 
ken, wodurch man die Art am ehesten sofort erkennen kann. 
Type nach einer Angabe in Coll. Cande£ze, Brüssel. 


54) C. mixta Blanch. 


Diese Art ist im Aussehen und in der Beschuppung nicht von C. signata 
zu trennen; sie ist lediglich im Durchschnitt etwas kleiner. Die Unterschei- 
dung ist nur durch die Untersuchung der männlichen Geschlechtsorgane 
möglich. C. signata hat unsymmetrische Parameren, während die Parameren 
von C. mixta genau symmetrisch angeordnet sind. Aedoeagus s. Tafel IIV/11. 
Die beiden mir vorliegenden 5 & von C.mixta sind aus Brasilien, ohne 

nähere Fundortangaben. 


55) C. amoena n. sp. 


Ober- und Unterseite rotbraun, Tibien und Fühler heller braun, Cly- 
peus mit dünnen, lanzettförmigen Schuppen bedeckt, Stirn, Scheitel, Hals- 
schild und Flügeldecken sowie Unterseite mit breiten, eiförmigen Schuppen 
dicht bedeckt. Auf den Flügeldecken von der Schulterbeule bis nahe zur 
Apicalbeule ein breiter Streifen von hellbraunen Schuppen. Im übrigen sind 
die Schuppen auf der ganzen Oberfläche und Unterseite weißlich mit einigen 
gelblichen, undeutlichen Stellen auf dem Halsschild. Auf dem Schildchen 
stehen die Schuppen aufrecht. 

Gestalt etwas länger als die vorhergehenden Arten. 

Clypeus Ö% breit, abgerundet, vorne etwas gerade. 

Länge 8-9 mm. 
6 ö® aus Nova Friburgo, Brasilien. 
Type im Staatl. Museum für Tierkunde in Dresden. 


56) C. pulchra n. sp. 


Wie amoena, nur der Kopf ganz mit lanzettförmigen, breiten Schuppen 
bedeckt. Die Beschuppung des Halsschildes, der Flügeldecken und der Un- 
terseite besteht aus breiten, kurzen, eiförmigen Schuppen, ebenso auf dem 
Scutellum, wo die Schuppen jedoch aufrecht stehen. Die Schuppen sind auf 
dem Halsschild gelblich, in der Mitte und entlang dem Seitenrand des Hals- 
schildes befinden sich eine Reihe weißer Schuppen, welche auch die Basis ein- 
säumen. Auf den Flügeldecken ein kahler Längsstreifen von der Schulter- 
beule bis zur Apicalbeule, welcher in der Mitte der Flügeldecken rechteckig 
erweitert ist. Der äußere Rand der kahlen Stelle ist so weit von der Naht 
entfernt, wie das Scutellum breit ist. Das Pygidium hat im oberen Drittel 
eine starke Erhebung, welche von einer gelben Leiste begrenzt wird. Die 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 47 


Oberseite dieser Erhebung ist nur mit dünnen Borsten besetzt. Das übrige 
Pygidium wie die Unterseite weiß beschuppt. 

Clypeus $ vorne gerade, die Ecken abgerundet. 

Vorder-Tibien mit 2 Zähnen. 
Länge 8 mm. 

Die Art ist durch die Zeichnung auf den Flügeldecken und durch die 
merkwürdige Form des Pygidiums von den anderen Arten eindeutig ver- 
schieden. 

Type (2) im Britischen Museum. 

Auch von Arrow schon als neue Art erkannt, aber nicht beschrieben. Ich 

habe auch hier den vorgeschlagenen Namen verwendet. 


57) C.nivea Serv. (= brenskei Moser) 


Ober- und Unterseite heller rotbraun, Oberseite des Kopfes und des 
Halsschildes mit breiten, etwas lanzettförmigen Schuppen dicht bedeckt. Auf 
den Seiten des Halsschildes und in der Mitte sind die Schuppen sehr dicht, 
so daß der Halsschild mit 2 dunklen Streifen neben der Mitte ausgezeichnet 
erscheint. Die Flügeldecken und das Scutellum sind dicht mit breiten, ei- 
förmigen zugespitzten Schuppen bedeckt. Die Schuppen sind rein weiß. Die 
Unterseite und das Pygidium tragen ebenfalls rein weiße Schuppen, auf der 
Unterseite und dem Pygidium sind jedoch die Schuppen etwas schmäler. 
Auf den Beinen sind sie sehr lang, fast borstenförmig. 

Clypeus ö eckig, vorne gerade, etwas ausgeschnitten. 

Clypeus $ die Ecken etwas abgerundet und fast gerade. 

Vorder-Tibien mit 2 Zähnen, der 1. Zahn jedoch ziemlich schwach. 
Länge 8-9 mm. 

19 ö2 aus dem mittleren und südlichen Brasilien. 

Die Art brenskei Moser unterscheidet sich in keiner Weise von der mir 
vorliegenden C.nivea. Auch die Geschlechtsorgane sind nicht verschieden. 
Es ist daher die C. brenskei einzuziehen. 

1 Paratype von brenskei Moser befindet sich in der Sammlung des Zool. Mu- 
seums Berlin. 


58) C. cinerea Moser (= lepidiota Moser) 


Ober- und Unterseite dunkel-, schwarzbraun, teilweise der Halsschild 
dunkler( die zwei mir vorliegenden Paratypen von Moser sind nicht schwarz, 
wie in der Beschreibung angegeben). Die Beine und Fühler heller braun. 
Ciypeus und Halsschild ziemlich gleichmäßig mit zugespitzten Schuppen be- 
deckt, auf den Seiten und an der Basis sind die Schuppen etwas breiter, die 
Flügeldecken und das Scutellum mit eiförmigen, zugespitzten Schuppen be- 


48 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


deckt, jedoch nicht so dicht, daß der Untergrund nicht sichtbar ist. Im Durch- 
schnitt ist zwischen den Schuppen ungefähr der Untergrund in der Breite der 
Schuppen selbst sichtbar. Die Unterseite ist rein weiß und wesentlich dichter 
beschuppt. 

Clypeus Ö breit, abgerundet, vorne ein wenig ausgeschnitten. 

Clypeus ® breit, abgerundet, nicht ausgeschnitten. 

Vorder-Tibien mit 2 Zähnen. 

Länge 6-8 mm. 
34 Ö% aus Süd- bis Mittel-Brasilien. 

Die C.lepidiota ist in den Geschlechtsorganen nicht verschieden von 
cinerea. Auch in der Beschreibung kann ich keine wesentlichen Unterschiede 
entdecken. Ich sehe mich daher veranlaßt, C. lepidiota einzuziehen. 

Type im Zool. Museum Berlin. 


59) C. flava Blanch. 


Ober- und Unterseite hellbraun, Clypeus wenig beschuppt, Stirn und 
Scheitel ziemlich dicht gelb beschuppt. Die Schuppen sind schmal eiförmig 
zugespitzt. Der Halsschild hat auf den Seiten weiß-gelbe Schuppen, in der 
Mitte einen Streifen mit weißgelben Schuppen, neben dem Mittelstreifen 
2 breite Flecken mit dunkelgelben Schuppen. Auch das Scutellum ist weiß- 
lich gelb beschuppt, aber etwas dünner als die Flügeldecken. Die Flügel- 
decken sind einheitlich und ziemlich dicht weißgelb beschuppt, nur die Vor- 
derecken unterhalb der Schulterbeule sind dunkelgelb beschuppt. Die Unter- 
seite ist mit schmalen, weißgelben Schuppen bedeckt, die Beine mit borsten- 
förmigen weißgelben Schuppen. Das Pygidium ist wie die Flügeldecken be- 
schuppt. 

Clypeus Ö ist etwas vorgezogen, ziemlich stark aufgebogen, eckig, die 
Vorderseiten seicht ausgeschnitten. Die Ecken jedoch nicht scharf, sondern 
abgerundet. 

Clypeus $ Ecken stark abgerundet, vorne gerade. 

Die Färbung der Flügeldecken wechselt von gelbweiß bis ockergelb, sie 
ist jedoch immer einheitlich, während der Halsschild die Längsstreifen be- 
sitzt. Vorder-Tibien mit 2 Zähnen, der 1. Zahn ziemlich schwach. 

Länge 5-6 mm. 
10 8% von Santa Catarina bis Espiritu Santo. 
Neotype im Staatl. Museum für Tierkunde in Dresden. 


60) C. farinosa Burm. 


Ober- und Unterseite braun, Kopf spärlich mit schmalen Schuppen be- 
deckt, Halsschild und Flügeldecken mit weißen Schuppen ausgezeichnet, auf 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 49 


dem Halsschild sind die Schuppen in undeutlichen Flecken etwas gelb, die 
Schuppen auf den Flügeldecken sind reinweiß. Ihre Form ist kurz, eiförmig 
zugespitzt. Die Halsschildschuppen sind ein wenig mehr zugespitzt, beson- 
ders auf der Seite. Die Schuppen lassen noch den Untergrund erkennen, sie 
sind jedoch dichter angeordnet als bei C. cinerea. Auch das Schildchen ist 
einheitlich mit weißen Schuppen bedeckt. Die Unterseite ist reinweiß be- 
schuppt, dort stehen die Schuppen wesentlich dichter, deshalb erscheint der 
Untergrund reinweiß, während die Oberseite durch den durchscheinenden 
Untergrund wie bestäubt erscheint. Das Pygidium ist ebenfalls reinweiß 
und sehr dicht beschuppt. 

Clypeus 5% ist abgerundet, vorne etwas ausgerandet. 

Vorder-Tibien mit einem Zahn, ohne jede Spur eines 2. Zahnes. 
Länge 5-7 mm. 
38 ö® aus Rio de Janeiro, ohne nähere Fundortangabe. 
Type im Museum Halle. 


61) C. plaumanni n. sp. 


Ober- und Unterseite dunkelbraun, Oberseite des Kopfes dünn mit 
schmalen, borstenförmigen Schuppen bedeckt. Halsschild sehr fein be- 
schuppt, in der Mitte mit einer schmalen Reihe weißer Schuppen, die Seiten 
weißgelb beschuppt. In der Mitte neben dem Mittelstreifen einige braune 
Schuppen. Die Scheibe ist viel dichter beschuppt als die Seiten, wodurch ein 
breiter, dunkelbrauner Längsstreifen entsteht. Die Flügeldecken sind ein- 
heitlich gelblich beschuppt, ebenso das Scutellum, die Schuppen sind ziem- 
lich dicht, jedoch ist der Untergrund deutlich zu erkennen. Unterhalb der 
Schulterbeule ist die Beschuppung auf die Hälfte reduziert. Die Unterseite 
ist dünn beschuppt, die Schuppen sind länger als die auf der Oberseite. Die 
Beine tragen weißliche Borstenschuppen. Vorder-Tibien nur mit einem Zahn, 
der 1. Zahn kaum angedeutet. 

Clypeus 5 ziemlich eckig, vorne gerade. 

Clypeus $ unbekannt. 

Die Art ist von C. farinosa durch die dünnere Beschuppung des Hals- 
schildes und die kürzeren und kleineren Schuppen verschieden, besonders 
auch durch die Geschlechtsorgane. 

2 8Ö& aus Nova Teutonia, Santa Catarina, von Fritz Plaumann gesammelt. 
Länge 5!/a mm, Type in Coll. Plaumann. Aedoeagus siehe Tafel 1/15. 


62) C. griseosgquamosa Moser 


Die ganze Oberseite grau schimmernd, die Schuppen selbst weißgrau 
auf rötlichem Untergrund, Halsschild und Flügeldecken gleichmäßig be- 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 4 


50 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


schuppt. An der Basis des Halsschildes und auf dem Halsschildzacken sind 
die Schuppen etwas dichter. Im übrigen sind sie eiförmig zugespitzt. Auf 
dem Schildchen sind die Schuppen ebenfalls sehr dicht, aber aufgestellt. Die 
Schuppen bilden keine Streifen oder Flecken, die Unterseite ist einheitlich 
weiß beschuppt, die Schuppen sind etwas größer als auf der Oberseite. Auch 
die Schuppen auf den Beinen sind etwas dichter als sonst und schmal lan- 
zettförmig. Das Pygidium ist wie die Unterseite beschuppt, der Kopf ist 
wenig dicht beschuppt, auf dem Clypeus sind nur einzelne Schuppen vor- 
handen. 

Vorder-Tibien mit 2 Zähnen, der 1. Zahn gut ausgebildet. 

Clypeus ö abgerundet, vorne gerade. 
Länge 7-8 mm. 
4 Ö9 aus Brasilien, Santa Catarina, Type im Zool. Museum Berlin. 


63) C. obscura Blanch. 


Körper sehr flach im Verhältnis zu den übrigen Arten. Hinterseiten des 
Halsschildes verhältnismäßig wenig geschweift, fast gerade. Oberseite des 
Kopfes dicht beschuppt mit schmutziggelben und braunen Schuppen. Die 
ganze Oberseite des Halsschildes und der Flügeldecken mit breiten, eiför- 
migen, nicht zugespitzten Schuppen dicht bedeckt. Die Farbe der Schuppen 
ist gelbbraun. Auf dem Halsschild eine Mittellinie mit etwas helleren 
Schuppen. Die Unterseite ist nicht sehr dicht weiß beschuppt, ebenso das 
Pygidium, die Schuppen sind auf dem Pygidium ebenfalls sehr breit und 
wenig zugespitzt. 

Vorder-Tibien mit 2 Zähnen und relativ breit. 

Clypeus & eckig, vorne etwas ausgeschnitten. $ unbekannt. 

Die Farbe der Flügeldecken wechselt von gelbbraun manchmal zu 
braun über. Charakteristisch für diese Art ist jedoch die lache Form des 
Körpers, die sie von allen anderen unterscheidet. 

Länge 6 mm. 
4 66 aus Cayenne. 
Neotype im Britischen Museum. 


64) C. subvittata Moser (Tafel 1/13) 


Ober- und Unterseite hellbraun, Clypeus nicht beschuppt, Stirn und 
Scheitel weiß beschuppt mit kahler Mittellinie. Die ganze Oberseite des 
Kopfes gerunzelt punktiert. Der Halsschild und die Flügeldecken sind weiß- 
gelblich beschuppt, der Halsschild hat eine weiße Mitteliinie und zwei 
dunkelgelbe, beschuppte Längslinien, die Flügeldecken 2 Längslinien neben 
der Naht, von denen der vordere Teil dunkelgelb, der mittlere Teil braun 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 ol 


beschuppt ist. Die Seiten der Flügeldecken sind etwas dünner beschuppt als 
die Scheibe. Auf dem Halsschild sind einige Schuppen lanzettförmig aufge- 
richtet, Halsschildvorderseitenrand konkav, die Ecken zugespitzt und vor- 
gezogen. Im übrigen sind die Schuppen anliegend. Das Schildchen ist dun- 
kelgelb beschuppt, die Schuppen sind anliegend und wenig aufgerichtet. Die 
Unterseite ist weiß beschuppt, die Schuppen der Unterseite sind breit eiför- 
mig und nicht zugespitzt. Ebenso ist das Pygidium beschuppt. 

Clypeus ö ist eckig, die Ecken abgerundet, vorne gerade. 

Clypeus $ stark abgerundet, fast halbkreisförmig. 

Die Art wechselt in der Beschuppung etwas wie alle Ceraspis, doch sind 
die 4 Längsflecken auf den Flügeldecken, die paarweise nebeneinander 
stehen, charakteristisch für die Art. 

Vorder-Tibien mit 2 Zähnen. 

Länge 5-6 mm. 
8 2 Nova Friburgo, Brasilien. 
Type im Berliner Zool. Museum. 


65) C. zikani Moser 


Ober- und Unterseite hellbraun, Kopf, Halsschild und Flügeldecken 
dicht weißgelb beschuppt. Die Beschuppung läßt noch den Untergrund 
erkennen mit Ausnahme der weißen Schuppen, die dichter gestellt sind. Auf 
der Seite des Halsschildes und in der Mitte ein breiter Streifen dichter 
weißer Schuppen. Neben dem Scutellum und an den Schulterbeulen kurze 
weiße Streifen, in der Mitte der apicalen Hälfte der Flügeldecken ein weißer 
Streifen und die Naht bis zu ?/3 der Länge ebenfalls weiß gestreift. Die 
Streifen bestehen aus weißen Schuppen, die sehr dicht gestellt sind. Das 
Schildchen ist gelb beschuppt, die Schuppen stehen etwas aufrecht. Die Form 
der Schuppen ist kurz, eiförmig, zugespitzt. Neben der Mittellinie des Hals- 
schildes befinden sich einige aufrechtstehende, lanzettförmige Schuppen. Der 
Mittelstreifen des Halsschildes ist sehr ausgeprägt. Halsschild Vorderseiten- 
rand gerade, die Ecken rechtwinkelig und nicht vorgezogen. 

Clypeus Ö ist rechtwinkelig aufgebogen, die Ecken sind abgerundet, in 
der Mitte seicht ausgeschnitten. 

Clypeus stark abgerundet, flach halbkreisförmig. 

Vorder-Tibien mit einem Zahn. 

Länge 6-6!/2 mm. 
8 89 aus Santa Catarina bis Minas Geraes, Brasilien. 

Type nicht vorhanden. 

Die Art ist durch die Tibien von der vorhergehenden verschieden; 
außerdem sind die Flecken anders angeordnet. 


52 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


66) C. setiventris Moser 


Ober- und Unterseite hellbraun, Kopf, Halsschild und Flügeldecken mit 
weißgelben und braunen Schuppen bedeckt. Auf den Flügeldecken je 5 
undeutliche Längsstreifen, auf dem Halsschild 3 weiße Längsstreifen und 
ein weißer Querstreifen. Die Schuppen sind einheitlich, ziemlich kurz, eiför- 
mig und wenig zugespitzt. Auf dem Halsschild neben dem Mittelrand einige 
wenige etwas spitzere Schuppen aufgestellt. Das Schildchen ist gleichmäßig 
mit glatten Schuppen bedeckt, der Kopf ist ebenfalls mit weißen und gelben 
Schuppen ausgezeichnet. In der Mitte sind die gelben und auf der Seite sind 
die weißen Schuppen. Die Unterseite ist im Gegensatz zu den übrigen Arten 
mit Borsten bedeckt, ebenso die Beine. Die Borsten sind gleichmäßig, so daß 
man kaum mehr von Schuppenborsten sprechen kann. Das Pygidium hat 
Querschuppen, allerdings etwas länger als auf den Flügeldecken; sie sind 
einheitlich gelb. Die Beine sind stark weißgelb beborstet. 


Clypeus Ö ist eckig, vorne gerade, Clypeus ® ist unbekannt. 
Vorder-Tibien mit einem Zahn. 

Länge 5!/2 bis 6 mm. 

9 5% aus Santa Catarina, Joinville, Brasilien. 


Durch die Borsten auf der Unterseite von den Nachbararten deutlich 
unterschieden. 


Type im Berliner Zool. Museum. 


67) C. fulva Blanch. 


Ober- und Unterseite braun, Gestalt auffallend kurz, Oberseite des 
Clypeus nicht beschuppt, Stirn und Scheitel dünn, braun beschuppt. Hals- 
schild braun beschuppt, die Mittellinie gelb, die Seiten ebenfalls dunkelgelb 
beschuppt. Die Flügeldecken dunkelgelb beschuppt mit je 2 braunen, unter- 
einanderstehenden länglichen Flecken. Die Schuppen auf dem Halsschild 
und den Flügeldecken sind breit, kurz, ein wenig zugespitzt. Neben der 
Mittellinie des Halsschildes sind die braunen Schuppen länglich, lanzett- 
förmig und zum Teil aufgerichtet. Das Schildchen hat gelbliche Schuppen 
wie auf den Flügeldecken und sind nur wenig aufgerichtet. Die Unterseite 
ebenfalls mit Borsten, jedoch die Ventralsegmente mit schmalen Schuppen 
bedeckt. Das Pygidium mit eiförmigen, spitzen und gelben Schuppen. 

Clypeus ö stumpfeckig, die Ecken etwas abgerundet, vorne gerade. 

Vorder-Tibien mit einem Zahn. 

2 6 aus Brasilien ohne nähere Angaben. 
Neotype im Zool. Museum, Berlin. 
Von C. setiventris durch die dunkelbraune Farbe und durch die etwas 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 93 


gedrungene Gestalt verschieden. Auch sind bei C. setiventris die Ventral- 
segmente ebenfalls mit Borsten bedeckt. 


68) C. mutica Moser 

Ober- und Unterseite schwarzbraun, Schenkel etwas heller. Flügel- 
decken und Halsschild mit länglichen, eiförmigen, etwas zugespitzten Schup- 
pen bedeckt. Die Schuppen lassen auf dem Halsschild und den Flügeldecken 
noch den Untergrund erkennen. Der Halsschild ist auf der Scheibe etwas 
dünner beschuppt, doch kann dies auch von Abreibung herrühren. In der 
Mitte des Halsschildes ein schmaler Streifen weißgelber Schuppen. In der 
apicalen Hälfte der Flügeldecken vorne 2 größere und hinten 2 kleinere 
Flecken aus weißen Schuppen. Neben dem Mittelstreifen des Halsschildes 
einige aufrechtstehende, glatte, lanzettförmige zugespitzte Schuppen. Die 
Unterseite ist mit lanzettförmigen, weißlichen Schuppen dicht bedeckt, eben- 
so das Pygidium, auf dem die Schuppen noch etwas breiter sind. Die Beine 
sind ebenfalls dicht mit schmalen Borstenschuppen ausgezeichnet. 

Clypeus ö Ecken abgerundet, vorne gerade. 

Vorder-Tibien mit einem Zahn. 
Länge 5 mm. 
1 ö aus Porto Alegre, Brasilien. 
Type (Unicum) im Zool. Museum Berlin. 


69) C. squamulata Moser 

Ober- und Unterseite dunkelbraun, Clypeus mit länglichen, lanzett- 
förmigen Schuppen bedeckt. Der Halsschild auf der Scheibe mit braunen, 
lanzettförmigen Schuppen, in der Mitte mit einer schmalen, sich gegen die 
Basis zu verbreiternde Linie von weißen, lanzettförmigen Schuppen, auf 
der Seite des Halsschildes, besonders an den Hinterecken gelblich-weiße, 
breite, eiförmige Schuppen. Die Flügeldecken sind dicht beschuppt, mit sehr 
breiten, zugespitzten Schuppen. In der Mitte der Scheibe je eine Makel aus 
weißen Schuppen bestehend. Die Farbe der Schuppen auf den Flügeldecken 
ist schmutziggelb. Die Unterseite trägt weißliche, breite Schuppen, ebenso 
das Pygidium. Die Schuppen auf der Unterseite sind noch etwas größer als 
die auf den Flügeldecken. 

Clypeus 5 vorne gerade, die Ecken sind stark abgerundet. 

Vorder-Tibien mit einem Zahn. 
1 ö aus Asunciön, Paraguay. 
Type (Unicum) im Zool. Museum Berlin. 


70) C. guttata Blanch. (= vitticollis Mos. $) (Tafel 1/15) & 
Ober- und Unterseite schwarz, Beine und Fühler braun, die ersten zwei 


54 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


Fühlerglieder etwas heller braun. Oberseite des Kopfes stark gerunzelt, mit 
einzelnen, anliegenden schwarzbraunen Borsten bedeckt. Der Halsschild auf 
der Scheibe mit schwarzbraunen, länglichen Schuppen bedeckt, an der Mit- 
tellinie und besonders auf dem Halsschildzacken stehen die Schuppen etwas 
dichter und sind aufgerichtet. An der Basis neben dem Halsschildzacken zwei 
weiße, kleine Flecken, an den Hinterecken 2 große, schmälere, weiße Flek- 
ken. Die weißen Flecken werden aus breiten Schuppen gebildet. Auf der 
Scheibe einige verstreute weiße Schuppen. Die Flügeldecken sind ebenfalls 
schwarzbraun beschuppt. Das Schildchen trägt an den Seiten breite weiße 
Schuppen. Die Basis der Flügeldecken ist ebenfalls weiß beschuppt, die 
Flügeldecken tragen je 3 verschieden ausgedehnte Flecken aus breiten, 
weißen Schuppen. Die Unterseite ist weiß und breit beschuppt. Das Pygi- 
dium ist ganz dicht und weiß beschuppt. Der Clypeus ist vorne gerade, die 
Ecken sind breit abgerundet. Vorder-Tibien mit 2 Zähnen. 


C. guttata Blanch. ? 

Ober- und Unterseite hellbraun, Clypeus gerunzelt, ohne Schuppen, 
Scheitel und Stirn weiß und dunkelgelb beschuppt. Halsschild und Flügel- 
decken dicht weiß und hellbraun beschuppt. Auf dem Halsschild bildet die 
Beschuppung rechts und links der Mittelnaht ein undeutliches Quadrat. In 
den oberen Ecken dieses Quadrates ebenfalls weiße Flecken. Die Flügel- 
decken sind an der Basis weiß, an den Spitzen und an der Naht breit be- 
schuppt. Auf der Scheibe befindet sich ein brauner, ausgedehnter Fleck, der 
bis an den Seitenrand reicht, in dem sich zwei rundliche übereinander 
befindliche weiße Makeln zeigen, daneben ein länglicher, ebenfalls weiß- 
licher Makel, so daß die Flügeldecken 2 große braune und in denselben 
wieder je 3 weiße Makeln aufweisen. Auch auf der Schulterbeule sind ver- 
einzelte braune Schuppen. 

Die Unterseite und das Pygidium sind breit und sehr dicht weiß be- 
schuppt, die Beine sind mit Schuppenborsten ausgezeichnet. Der Clypeus ist 
sehr kurz und gleichmäßig halbkreisförmig. 

9 58 und 6 2% Teresopolis, Brasilien und Rio de Janeiro. 
Länge ö 5 mm. 
Länge ? 5-6 mm. Aedoeagus siehe Tafel III/12. 

Die von Moser beschriebene Art C. vitticollis ist nichts anderes als das 

Q von guttata und daher einzuziehen. 


71) C. guttata var. crucifera nov. 

Von guttata unterschieden durch die Anordnung der Flecken auf den 
Flügeldecken. Bei C. crucifera sind die Basis, die Vorderteile des Schild- 
chens, die Naht und 2 Querflecken auf der Scheibe der Flügeldecken weiß. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 538) 


Die weiße Beschuppung der Naht reicht teilweise nur bis zur Mitte, erreicht 
jedoch teilweise über ?/s der Länge. 

12 32 Espiritu Santo, Brasilien. 

Neotype von guttata im Britischen Museum. 

Type von var. crucifera im Museum Frey. 


72) C. diversa n. sp. 


Ober- und Unterseite schwarzbraun, Halsschild etwas heller braun, 
Halsschild und Flügeldecken außergewöhnlich breit beschuppt, Farbe der 
Schuppen schmutziggelb. Clypeus und Kopf nur dünn beschuppt, Hals- 
schild und Flügeldecken sind nicht einheitlich mit Schuppen bedeckt, so daß 
der Untergrund überall gut sichtbar ist. Neben der Mittellinie des Hals- 
schildes sind die Schuppen teilweise aufgerichtet und mit dunkelbraunen 
Schuppen untermischt. 

Der gesamte Habitus des Insektes ist sehr flach, die Flügeldecken sind 
sehr schwach, der Halsschild ist normal gewölbt. Auf den Flügeldecken be- 
finden sich undeutliche, durch etwas dunklere oder hellere Schuppen hervor- 
gerufene Flecken. Die Unterseite ist dicht und weiß beschuppt. An der Spitze 
befinden sich schmale, aufrechtstehende Schuppen mit Borsten gemischt. 

Clypeus ö halbkreisförmig gebogen, vorne nur ganz seicht ausge- 
schnitten. 

Clypeus @ ebenfalls halbkreisförmig gebogen, nicht ausgeschnitten. 

Vorder-Tibien mit 2 Zähnen. 

Die Art ist sehr schwierig zu unterscheiden und nur durch die Ge- 
schlechtsorgane sicher zu erkennen. Besonders das mir vorliegende deter- 
minierte Exemplar ist sehr alt und abgeschabt, so daß mit Sicherheit nichts 
über die tatsächliche Beschuppung im juvenilen Zustand gesagt werden 
kann. Nach den mir vorliegenden Exemplaren wurde die Art von Reiche als 
solche bezeichnet, eine Beschreibung ist jedoch nicht aufzufinden. Ich sehe 
mich daher veranlaßt, diese Art als neu zu beschreiben. 

Länge 5 mm, Fundort Rio de Janeiro, Brasilien. 
Typus im Britischen Museum. 


73) C. colon Burm. ö (Tafel 1/14) 


Ober- und Unterseite dunkelbraun, Clypeus kahl, runzelig punktiert, 
Scheitel und Stirn mit braunen Borsten anliegend bedeckt. Halsschild auf der 
Scheibe mit dunkelbraunen Schuppenborsten, die Mittellinie, der Vorder- 
und Seitenrand und die Basis mit gelbweißen Schuppen ausgezeichnet. An 
den Hinterecken verbreitern sich diese Schuppen etwas. Die Halsschildseiten 
sind vorne und hinten gerade, höchstens an den Hinterecken ganz wenig 


56 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


ausgeschweift. Die Flügeldecken und das Schildchen sind dicht und braun 
beschuppt. Auf der Scheibe der Flügeldecken befinden sich mehrere undeut- 
liche durch helle Schuppen gebildete Flecken. Die Beschuppung der Flügel- 
decken macht einen samtartigen Eindruck. Die Unterseite ist mit schmalen, 
weißen, lanzettförmigen Schuppen nicht sehr dicht besetzt, auf den Ventral- 
segmenten stehen die Schuppen dichter. Das Pygidium ist sehr dicht be- 
schuppt, die Schuppen sind wesentlich breiter und größer als auf den Flügel- 
decken. Der Clypeus ist etwas vorgezogen, ziemlich scharf eckig aufgebogen 
und vorne ganz gerade. Die Vorder-Tibien mit 2 Zähnen, der 1. Zahn ist 
sehr schwach entwickelt. 


Aedoeagus siehe Tafel IIV/13. 
C. colon Burm. $ (Tafel 1/16) 


Ober- und Unterseite braun, Halsschild weiß beschuppt, neben dem 
Halsschildzacken an der Basis mit 2 breiten, ungefähr quadratischen Flecken 
ausgezeichnet. Neben den Seitenecken des Halsschildes befindet sich ein 
weiterer Flecken, der mit dem äußersten der oberen Reihe undeutlich zu- 
sammenhängt. Die Flecken werden gebildet aus dunkelbraunen bis brau- 
nen Schuppen, die auf der Scheibe des Halsschildes aufrecht stehen. Die 
Flügeldecken haben gelbe bis braune Schuppen, das Schildchen ist oben 
gelb, in der Mitte hellbraun und dann dunkelbraun beschuppt. Die dunkel- 
braunen Schuppen bilden auf den Flügeldecken in verschiedenen Schattie- 
rungen beiderseits mehrere undeutliche abgegrenzte Längsflecken. Der samt- 
artige Eindruck ist beim 9 nicht so stark wie beim ö; der ganze Aspekt der 
Oberseite ist wesentlich heller. Die Ventralsegmente und das Prosternum 
sind ebenfalls dicht mit weißen Schuppen bedeckt, die hintere Hälfte des 
Metasternums mit weißen Borsten. Das Pygidium ist ebenfalls sehr dicht mit 
weißen Schuppen bedeckt, der Untergrund ist nicht sichtbar. Die ganze 
Oberseite ist bei nicht abgeschabten Exemplaren so dicht beschuppt, daß der 
Untergrund nicht sichtbar ist, höchstens an den Stellen, an denen die Schup- 
pen aufgerichtet stehen. Die Beine sind mit weißen Schuppenborsten bedeckt. 


Der Clypeus ist stark abgerundet und vorne gerade. Er ist nicht vor- 
gezogen und kurz. 


C. colon ist durch den eckigen Clypeus beim ö deutlich von C. guttata 
verschieden, obgleich sich die Flügeldeckenzeichnungen bei einigen Exem- 
plaren etwas ähnlich sehen. 


Länge 5-6 mm. 
49 5% aus Rio Grande del Sul bis Rio de Janeiro, Brasilien. 


Neotype Ö im Royal Museum Brüssel. (Von Moser determinierte Exempl.) 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 31 


74) C.pallida Blanch. 


Ober- und Unterseite dunkelbraun, Beine und Fühler heller braun. 
Tarsen und Tibienspitze dunkelbraun, Fühlerkeule schwärzlich. Der Clypeus 
ist mit weißen, aufrechten Borsten besetzt, die Stirn und der Scheitel mit 
weißen, breiten Schuppen und in der Mitte schwarz und mit schwarzen 
Borsten ausgezeichnet. | 

Der Halsschild ist ganz dicht mit weißen Borstenschuppen bedeckt, auf 
seiner oberen Hälfte befinden sich in der Mitte vier schmale, schwarze Strei- 
fen, auf der unteren Hälfte zwei dreieckige schwarze Flecken, welche mit den 
oberen Streifen lose zusammenhängen. Die Mittellinie ist weiß, die schwarzen 
Flecken werden aus schwarzen, aufrechtstehenden Borsten auf hellem Unter- 
grund gebildet. Die Flügeldecken sind vollkommen mit kurzen, breiten, 
gelbweißen Schuppen bedeckt. Die Schuppen stehen dachziegelförmig an- 
einander und lassen auch nicht den geringsten Untergrund durchscheinen. 
Auf dem Halsschild und in der Umgebung des Scutellums einige aufrechte 
lange hellere Borsten. Das Scutellum ist ebenfalls ganz dicht mit etwas auf- 
rechtstehenden Schuppen vollkommen bedeckt, ebenso das Pygidium. 

Clypeus ö ist kurz, die Ecken stark abgerundet und vorne gerade. Die 
Halsschildhinterecken sind stark geschweift, der vordere Seitenrand gerade, 
die Seitenecken befinden sich etwas hinter der Mitte und sind stark abge- 
rundet. 

Länge 7 mm. 
Neotype: Unicum aus Brasilien, ohne nähere Fundortangabe im Zool. Mu- 
seum Berlin. 


75) C.leucosoma Blanch. 


Wie die vorhergehende Art, die Flecken auf dem Halsschild genauso 
gezeichnet, jedoch auf den Flügeldecken 4 bräunlichgelbe Makeln, die vor- 
deren aus einem Doppelflecken bestehend, die hinteren undeutlich dreieckig 
und verschwommen. Im übrigen wie C. pallida. Die beiden, aus dem Briti- 
schen Museum unter dieser Bezeichnung erhaltenen Stücke stimmen wohl in 
der Beschreibung von Blanchard halbwegs überein, jedoch ist die Größe nur 
mit mindestens 51/2 mm zu beziffern, während Blanchard 8 mm angibt. Ich 
halte daher diese beiden Stücke als eine Varietät von C. pallida. Die C. leu- 
cosoma kann vorläufig nicht definitiv geklärt werden. 


76) C. brittoni n. sp. 

Oberseite schwarzbraun, Unterseite hellbraun, Fühler und Beine hell- 
braun. Clypeus mit weißlichen Borstenschuppen anliegend ausgezeichnet, 
Stirn und Scheitel mit anliegenden braunen Borsten dicht bedeckt. An der 


58 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


Seite der Augen sind die Borsten etwas heller, Halsschild ganz fein runzelig 
punktiert. In der Mitte eine Linie mit weißen Borstenschuppen. Neben die- 
sem weißen Mittelstreifen ist der Halsschild mit dunkelbraunen schwarzen 
Schuppenborsten anliegend bedeckt. Der übrige Teil des Halsschildes glatt, 
nur an den Ecken sind einige verstreute, breit eiförmige Borstenschuppen. 
Die Flügeldecken sind beim ö fein punktiert, beim ? gerunzelt. Das Schild- 
chen ist in der Mitte glatt, außen mit einigen weißen breiten Schuppen. 
Neben der Naht ein breiter und zwischen diesem und dem Flügeldecken- 
rand ein schmaler Streifen mit breiten Borstenschuppen. Der schmale Strei- 
fen erreicht ungefähr die Hälfte der Flügeldecken. Der breite Streifen reicht 
nicht ganz bis zur Apicalbeule. Die Unterseite ist mit breiten, weißen Schup- 
pen etwas zerstreut bedeckt. Das Pygidium ebenfalls mit glatter unbedeckter 
Mittellinie. 

Clypeus Ö ist etwas vorgezogen, abgesetzt, aufgebogen und rechtwin- 
kelig verrundet, in der Mitte etwas ausgeschnitten. 

Clypeus $ die Ecken breit verrundet, vorne gerade, kurz. 

Vorder-Tibien mit einem Zahn. 
Länge 7-8 mm. 
1 622% aus Espiritu Santo, Brasilien. 
Herrn E. B. Britton, Custos im Britischen Museum, gewidmet. Type im Bri- 


tish Museum. Paratype in meinem Museum. 


77) C. ornata n. sp. (Tafel 1/10) 


Ober- und Unterseite dunkelbraun, Halsschild und Flügeldecken samt- 
artig glänzend, auf der Seite der Flügeldecken und am Hinterrand seiden- 
glänzend. Halsschild stark gewölbt, Clypeus auf der Oberseite mit anliegen- 
den braunen Schuppenborsten, Stirn und Scheitel mit dunkelbraunen Schup- 
penborsten. Der Halsschild mit breiter schwarzer Mittellinie, der Seitenrand 
des Halsschilds bis zu den Hinterecken ebenfalls sich verbreiternd schwarz, 
die Hinterecken mit breiten weißen Schuppen ausgezeichnet. Der übrige 
Halsschild von der Basis bis über die Hälfte mit einem breiten Flecken aus 
orangefarbenen Schuppen bestehend. Der schwarze Teil des Halsschildes in 
der Mitte mit langen aufrechtstehenden schwarzen Borsten bedeckt. Gegen- 
über auf dem Halsschildzacken stehen die Borsten besonders dicht und bün- 
delförmig. Das letzte Ende des Zackens ist mit einem Büschel heller Borsten 
ausgezeichnet. Die Flügeldecken auf der Scheibe dunkelbraun mit Samt- 
schimmer, der Rand mit Seidenschimmer. An der Basis beiderseits des Scu- 
tellums einschließlich der Schulterbeulen ein großer Fleck aus orangefarbe- 
nen breiten Schuppen bestehend. Die Basis ist ganz schmal weiß beschuppt. 
Das Schildchen hat eine dünne Mittellinie und ist bürstenartig mit schwarzen 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 99 


Borsten bedeckt. Auch auf den Flügeldecken, besonders in der Umgebung 
des Schildchens und an der Basis stehen einzelne lange aufrechte dunkle 
Borsten. Die Unterseite einschließlich des Pygidiums ist dicht und weiß 
beschuppt. Die Mittellinie der Unterseite einschließlich der Ventralsegmente 
ist dicht und braun behaart. Die Schenkel sind mit hellen, die Tibien und 
Tarsen mit dunklen Borsten ausgezeichnet. 

Clypeus Ö ist vorne gerade, an den Ecken stark abgerundet und nicht 
vorgezogen. 

Vorder-Tibien mit 2 Zähnen. 
Länge 10 mm. 
4 66 aus Espiritu Santo, Brasilien, leg. Fruhstorfer. 
Type im Staatl. Museum für Tierkunde in Dresden. 

Durch die breiten orangefarbenen Flecken von allen anderen Ceraspis 
ausgezeichnet. 


78) C. melanoleuca Serv. 5 (Tafel /11) 


Ober- und Unterseite dunkelbraun, Flügeldecken samtartig glänzend, 
Gestalt etwas schmäler als die vorhergehende Art. Clypeus mit einzelnen 
braunen, aufrechten Borsten besetzt. Stirn und Scheitel gerunzelt und dicht 
mit kurzen braunen Borsten bedeckt, welche sich aber nicht vom Untergrund 
abheben. Der Halsschild ist ziemlich gewölbt, die Oberfläche ist sehr dicht 
mit anliegenden braunen Borsten und dazwischen durch mit schwarzbrau- 
nen, aufrechtstehenden, viel stärkeren Borsten, besonders auf der Mitte, aus- 
gezeichnet. Die Grundfläche des Halsschildes ist gerunzelt. Am Basiszacken 
des Halsschildes stehen die größeren Borsten am dichtesten. Der Zacken 
selbst ist mit einigen hellen, aufrechtstehenden Schuppenborsten geschmückt. 
An den Hinterecken des Halsschildes ein breiter Flecken aus anliegenden 
sehr dichten weißen breiten Schuppen. Diese Schuppen greifen von der 
Unterseite her auf die obere Seite über. Die Flügeldecken sind dicht mit 
breiten zugespitzten Schuppen bedeckt. Der Untergrund ist nicht sichtbar. 
Auf dem zweigeteilten Schildchen stehen die schwarzen Borsten sehr dicht 
wie eine Bürste, an der Spitze des Schildchens einige weiße Schuppenbor- 
sten. In der Umgebung des Scutellums auf den Flügeldecken und entlang 
der Naht ebenfalls große aufrechtstehende, dunkle Borsten, aber viel weni- 
ger zahlreich als auf dem Halsschild. Die Unterseite und das Pygidium sind 
dicht mit weißen, anliegenden breiten Schuppen bedeckt. Die Beine sind mit 
hellen Schuppenhaaren ausgezeichnet. 


C. melanoleuca Serv. ? 
Der Clypeus ist nicht vorgezogen, breit abgerundet und vorne gerade. 


60 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


Das 2 wesentlich heller braun als das ö. Clypeus mit kurzen braunen 
Borsten, in den Augenwinkeln mit weißen Schuppenborsten bedeckt, der 
Halsschild mit weißer Mittellinie, 2 kurzen Linien auf der Seite und einer 
Querlinie aus gelbweißen Schuppen bestehend. Der Seitenrand ist vorne mit 
gelbbraunen breiten Schuppen, hinten mit reinweißen Schuppen bedeckt. 
Der weiße Fleck geht bis über die Hälfte der Basislinie, die ganze Ober- 
fläche des Halsschildes ist außer den gelben Schuppen mit braunen kurzen 
und längeren Borsten bedeckt. Die langen Borsten verdichten sich gegen den 
Halsschildzacken zu, dort steht ein Büschel gelblicher Schuppenborsten. Das 
Scutellum trägt ein dichtes und längliches Büschel distal gelber, apical brau- 
ner Schuppenborsten. Die Mittellinie ist frei. Die Flügeldecken sind mit 
gelben Schuppen dicht bedeckt, auf der Scheibe befinden sich undeutliche 
Flecken aus rein weißen und dunkelbraunen Schuppen bestehend. Die 
Schulterbeulen tragen dieselben Schuppen, aber abstehend. Die Unterseite 
ist wie das ö beschuppt, die Beine ebenfalls. 

Der Clypeus ist noch mehr abgerundet, fast halbkreisförmig und der 
gerade Teil des Randes ist kürzer als beim d. Wie üblich ist auch das ? 
plumper und breiter gebaut als das 6. 

Vorder-Tibien mit 2 Zähnen. 

Länge ö 7-8 mm. 

Länge ? 8-10 mm. 

37 5® aus Rio de Janeiro, Espiritu Santo, Neu-Freiburg. 
Neotype im Royal Museum Brüssel. 


79) C. tibialis Blanch. 


Ober- und Unterseite braunschwarz, Schenkel rotbraun, Tibien und 
Tarsen sowie Fühlerkeule und Halsschild schwarzbraun. Clypeus mit kurzen 
Borsten, stark runzelig punktiert, mit kurzen, etwas helleren Borsten, Schei- 
tel und Stirn ebenfalls mit kurzen, teils hellen, teils dunkleren Borsten. Hals- 
schild auf den dunklen Stellen mit dicht anliegenden braunen kurzen Borsten 
und sehr langen aufrechtstehenden dunkelbraunen Borsten. Die Hinterecken 
und der Seitenrand, der Vorderrand und die Basis, oft auch die Mittellinie 
und einige Längslinien mit breiten weißgelben Schuppen bedeckt. Der Hals- 
schild ist stark gewölbt, vorne am Halsschildzacken ein dichtes Bündel weiß- 
gelber Schuppen. Das Schildchen ist geteilt mit je einem Büschel gelber 
Schuppenborsten. Die Flügeldecken sind an der Basis und entlang der Naht 
einschließlich der Apicalbeule bis zur Spitze der Flügeldecken mit einem 
breiten Streifen weißer, ziemlich breiter eiförmiger Schuppen bedeckt. Der 
Rand nimmt ungefähr !/s bis zur Hälfte der Flügeldeckenbreite ein. Der 
übrige Teil der Flügeldecken ist braun beschuppt, mit gelegentlich einge- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 61 


streuten weißen Schuppen. Auch an der Basis und um das Scutellum herum 
einige lange, hellere, aufrechtstehende Borsten. Die Unterseite und das 
Pygidium sind sehr dicht und weiß beschuppt. Die weißen Schuppen sind 
dieselben wie auf der Oberseite, nur weniger gelb. Die Mittellinie der Unter- 
seite ist lang beborstet, die Beine mit helleren Borsten bedeckt. 


Clypeus ö® stark abgerundet, fast halbkreisförmig. 
Vorder-Tibien mit 2 Zähnen. 
Länge 7-8 mm, 11 Ö8% aus Espiritu Santo, Brasilien, Santa Catarina. 


Neotypus im Museum Brüssel (von Moser determiniert). 


80) C. gibbicollis Blanch. (Tafel 1/3) 


Die Art ist von C.tibialis nur durch Untersuchung der Geschlechts- 
organe Zu trennen, sonst gleicht sie völlig der C. tibialis Blanch. Mit dem mir 
vorliegenden Material sind weitere Unterschiede nicht feststellbar. Die ?? 
sind zur Zeit nicht determinierbar. 


81) C. decora Gory (= variabilis Burm.) 


Die genannte Art ist im wesentlichen unter variabilis bekannt gewor- 
den. Burmeister gibt bei C. decora u. a. an: „Diese Art ähnelt beiden vorigen 
in der Gestalt und Größe, unterscheidet sich aber von C. variabilis leicht 
durch den Mangel des kurzen Borstenbesatzes am Vorderrücken und von 
C. melanoleuca durch den Mangel der langen zerstreuten Borsten ebenda.“ 


Ich habe mir die Type von C. decora aus Oxford kommen lassen und 
möchte mich hiermit noch herzlich für die sehr wertvolle Hilfe bedanken. Ich 
konnte feststellen, daß die von Gory beschriebene C. decora vollkommen der 
bisher mit C. variabilis bezeichneten Art gleicht. Insbesondere sind die 
Büschel auf dem Halsschild reichlich vorhanden. Anscheinend hat Burmeister 
bei seiner Bemerkung eine andere Art zugrundegelegt. Vielleicht ein aber- 
ratives Stück von C. signata. Die C. variabilis ist eine der schwierigsten 
Arten, da sie tatsächlich sehr variabel ist. Im Zweifelsfalle kann nur die 
Untersuchung der Geschlechtsorgane helfen. Die Tiere sehen ungefähr so aus: 


Oberseite und Unterseite braun, Halsschild braun, Beine etwas heller. 
Kopf Oberseite mit kurzen abstehenden braunen Borsten bedeckt. Die run- 
zelige Oberseite ist sichtbar. Halsschild mit schmutziggelben Schuppen an 
den Seiten bedeckt, in der Mitte mit einer breiten dunkelbraunen Fläche, 
welche sehr variabel und teils breit, teils weniger breit erscheint. Diese 
braune Fläche ist dicht mit braunen, aufrechtstehenden Borsten bedeckt, 
welche gegen Mitte der Basis zu immer länger werden und sich mit hellen 


62 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


Schuppenborsten vermischt auf dem Halsschildzacken zu einer bürsten- 
artigen Stelle vereinigen. Dabei sind die Borsten auf dem Halsschildzacken 
etwas dicker und breiter als die Borsten auf der übrigen Fläche. Sie werden 
hier zu Schuppenborsten. Diese Beschreibung von Burmeister ist hier absolut 
richtig. Ich möchte sie im Original wiedergeben: 


„Den Vorderrücken bedeckt ein zottig schuppiges Kleid, in dem die 
Schuppen nicht rund, sondern lanzettförmig gestaltet sind. Zwischen ihnen 
stehen auf der Mitte des Vorderrückens steife, senkrechte Haare, die in eine 
feine, rückwärts gebogene Spitze übergehen; je mehr nach hinten, um so 
dichter wird sie. Dadurch bildet sich auf der Mitte des Vorderrückens ein 
abgeplatteter, filzartiger Sattel, der scharf von den weißen bloß beschuppten 
Ecken sich absetzt. Zwischen diesem Filz stehen keine längeren Borsten zer- 
streut. Auf dem Schildchen ist ein ebensolcher Haarschopf vorhanden. Auf 
den Flügeldecken sind die Schuppen zwar auch noch zugespitzt, aber doch 
breiter und mehr angedrückt. Um das Schildchen steht eine Gruppe längerer 
Borsten. Die Fühlerfächer und Füße sind schwarz, oft auch die Schienen, 
aber nie die Schenkel. Auch die schwarzen Teile tragen ein weißliches Haar- 


kleid.“ 

Die Flügeldecken sind dicht mit gelben und braunen Schuppen ver- 
mischt bedeckt, teilweise bilden die braunen Schuppen auch verschiedene 
Zeichnungen, welche dann ähnlich aussehen wie z.B. bei C. signata, doch 
bei den bei mir vorhandenen Exemplaren (ca. 60 Stück) überwiegen die 
einfarbigen Stücke bei weitem. Die Umgebung des Schildchens braun, das 
Schildchen selbst 2teilig und mit einer Bürste von braunen Borstenschuppen 
bedeckt. Die Färbung der Schuppen schwankt zwischen gelblichweiß bis 
schmutziggelb. 

Die Unterseite ist gelbweiß und dicht beschuppt. Ebenso das Pygidium. 
Die Schuppen auf der Ober- und Unterseite sind relativ sehr breit, fast so 
breit wie lang. Auf den Seiten sind sie manchmal etwas zugespitzt. 


Clypeus ö Ecken breit abgerundet, vorne ein kurzes Stück gerade. 
Vorder-Tibien mit 2 kräftigen Zähnen. Parameren asymmetrisch (siehe 
Abbildung). 
Länge 9-11 mm. 
55 5% Santa Catarina, Minas Geraes, Espiritu Santo, Brasilien. 
Type C. decora im Museum Oxford. 


Die Geschlechtsorgane der beiden Arten C. gibbicollis und C. variabilis 
sind äußerst ähnlich. Es ist daher nicht ausgeschlossen, daß C. gibbicollis 
eine Subspecies von C. variabilis darstellt, doch müßte die Lebensweise der 
Tiere hier noch geklärt werden, über die wir gar nichts wissen und vielleicht 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 63 


Untersuchungen der weiblichen Geschlechtsorgane vorgenommen werden, 
eine Aufgabe, die den Rahmen dieser Arbeit wesentlich überschreiten würde. 


Folgende Arten sind mir unbekannt geblieben: 
dorsata Burm. 
insularis Arrow 
elegans Nonfr. 
imitatrix Nonfr. 
Isoceraspis duckei Ohaus 


Nach der Beschreibung dieser Arten gehört insularis zu cornuta Blanch. 
Gr. 1, elegans Nonfr. zu bufo n. sp. Gr. 3, imitatrix Nonfr. zu ohausi Moser 
Gr. 2. Die Eingruppierung von Isoceraspis duckei Ohaus ist zweifelhaft. 


Metaceraspis n. g. 


Habitus wie die Ceraspis-Arten der Gruppe 3 und wie die Gattung 
Hoplia. Die Fühler haben jedoch 10 Glieder (Ceraspis nur 9). Hintere und 
mittlere Klauen einfach, nur vordere Klauen gespalten. (Bei Ceraspis der 
Gruppe 3 immer eine der hinteren Klauen gespalten, Fühlerfahne 5 fast 
doppelt so lang wie $. Bei Ceraspis nur bei 2 Arten macrophylla Moser und 
quadrifoliata Moser, sonst bei Ceraspis ö nur um 1/ı bis !/s länger als 9). 
Auch der Fühlerstiel beim 5 der neuen Gattung wesentlich länger als beim 
2. Im übrigen wie Ceraspis. 


fukiensis n. sp. 


Ober- und Unterseite schwarzbraun bis fast schwarz. Beine und Fühler 
dunkelbraun, manchmal auch die Flügeldecken heller braun. Oberseite des 
Kopfes und Halsschildes mit wenig dicht stehenden, aufrechten dunklen 
Borsten ausgezeichnet. Scutellum dicht mit weißlichen Borsten bedeckt, in 
der Mitte glatt. Flügeldecken nur mit ganz vereinzelten weißlichen aufrech- 
ten Borsten, sonst mit spärlichen, feinen, anliegenden Haaren bis auf die 
Seiten verziert. Vorderer Seitenrand des Halsschildes mit weißen Borsten 
bewimpert. 


Clypeus 5% kurz. Ecken abgerundet, vorne gerade. Oberseite des 
Kopfes dicht runzelig punktiert. Halsschildvorderseitenrand gerade, Hinter- 
seitenrand geschweift, seitliche Ecken im apicalen Drittel liegend und sehr 
flach. Vorderecken nicht vorgezogen, rechtwinkelig. Halsschildbasis zwischen 
Hinterecken und den Basiszacken aufgebogen. Basiszacken und Scutellum- 
Einschnitt sehr gut ausgebildet, nicht ganz rechtwinkelig. Halsschild dicht 
mit flachen Punkten besetzt, die teilweise Borsten tragen. Die aufgebogenen 
Teile des Halsschildes glatt. Flügeldecken dicht und grob, etwas runzelig 


64 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


punktiert. Schulterbeule glatt. An der Basis befinden sich 2-3 deutliche 
Längsfurchen, welche ungefähr ?/s der Länge des Scutellums erreichen. 
Einige undeutliche flache Rippen sind ausgebildet, sie sind jedoch individuell 
verschieden, manchmal auch teilweise glatt und ohne Punkte. Das Pygidium 
ist flach und dicht punktiert und trägt vereinzelte weißliche, anliegende 
Borsten. Die Unterseite ist dicht mit anliegenden weißen Borsten besetzt. 


Vorder-Tibien mit 2 Zähnen. 


Länge 6-8 mm. 5 6 7 ? aus Kuatung Fukien Chinan, Mai 1946 leg. Tschung 
Jen. 


Type und Paratypen in meinem Museum. 


Die Gattung Xenoceraspis aus Sikkim und Burma mit der einzigen Art 
dispar Arr. (Ann. Nat. Hist. 6 p. 453) ist viel schlanker. Das Scutellum hat 
ganz flache Zacken, eigentlich mehr eine Ausbuchtung. ö mit sehr dicht 
nabelförmig punktiertem Halsschild, $ mit sehr dicht rot behaartem Hals- 
schild. Sie kann nicht mit Metaceraspis verwechselt werden. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 


1; 
2 
3 
4. 
6) 
6 
7 


Systematischer Index 


C. clypealis n. sp. 43. C. ventralis n. sp. 
. C. lurida n. sp. 44. C. pereirae n. sp. 
. C. rufoscutellata Mos. 45. C. pauperata Burm. 
C. ocellata n. sp. 46. C. vestita Blanch. 
. C. opacipennis Mos. 47. C. sulcicollis Moser 
. C.immaculata Burm. 48. C. kuntzeni Moser 
. C. cornuta Blanch. 49. C. citrina Blanch. 
(= rufipes Burm.) 90. C. citrina Blanch. 
C. innotata Blanch. var. pisicolor Burm. 
C. moseri n. sp. 5l. C. castaneipennis Blanch. 
C. centralis Sharp 52. C. bufo n.sp. 
C. mexicana Harold 53. C.signata Blanch. 
C. squamulifera Mos. 54. C. mixta Blanch. 
C. quadripustulata Blanch. 55. C. amoena n. sp. 
C. quadrimaculata Blanch. 96. C. pulchra n. sp. 
(= quadrinotata Burm.) 57. C.nivea Serv. 
C. lineata Wat. (= brenskei Moser) 
C. ruficollis n. sp. 58. C. cinerea Moser 
C. brunneipennis Bat. (= lepidiota Moser) 
C. rubiginosa Latr. 59. C. flava Blanch. 
C. klenei Brenske 60. C. farinosa Burm. 
C. ohausi Mos. 61. C. plaumanni n. sp. 
C. rühli Brenske 62. C. griseosquamosa Moser 
C. macrophylla Mos. 63. C. obscura Blanch. 
C. quadrifoliata Mos. 64. C. subvittata Moser 
C. hispida Bates 65. C. zikani Moser 
C.nitida n. sp. 66. C. setiventris Moser 
C. modesta Burm. 67. C. fulva Blanch. 
C. bivittata Burm. 68. C. mutica Moser 
C. globicollis n. sp. 69. C. squamulata Moser 
C. martinezi n.sp. 70. C. guttata Blanch. 
C. mustela n. sp. (= vitticollis Mos.) 
C. pilatei Harold 71. C. guttata var. crucifera nov. 
(= velutina Bates) 72. C. diversa n. sp. 
C. bivulnerata Germ. 73. C. colon Burm. 
C. amazonica n. sp. 74. C.pallida Blanch. 
C. oblonga Moser 75. C. leucosoma Blanch. 
C. bicolor Moser 76. C. brittoni n. sp. 
C. elongata n. sp. 77. C. ornata n.sp. 
C. albovaria Blanch. 78. C. melanoleuca Serv. 
C. conspersa Burm. 79. C.tibialis Blanch. 
C. variegata Perty 80. C. gibbicollis Blanch. 
C. burmeisteri n. sp. 81. C. decora Gory 
C. vulpes n. sp. (= variabilis Burm.) 


. C. tenuisquamosa n. sp. 


Metaceraspis n. g. 
M. fukiensis n. sp. 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 


65 


66 Frey: Revision der Gattung Ceraspis Serv. (Col. Melolonth.) 


albovaria Blanch. 
amazonica n.Sp. 
amoena n.sp. 
bicolor Mos. 
bivittata Burm. 
bivulnerata Germ. 
brenskei Mos. 
brittoni n. sp. 
brunneipennis Bates 
bufo n.sp. 
burmeisterei n. sp. . 


castaneipennis Blanch. 


centralis Sharp 
cinerea Mos. . 
citrina Blanch. 
colon Burm. 
conspersa Burm. . 
clypealis n. sp. 
cornuta Blanc. . 
crucifera n. var. . 
decora Gory . 
diversa n.sp. . 
dorsata Burm. 
duckei Ohaus 
elegans Nonfr. 
elongata n. sp. 
farinosa Burm. 
flava Blanch. . 
fulva Blanch . 
gibbicollis Blanch. 
globicollis n. sp. . 
griseosquamosa Mos. 
guttata Blanch. 
hispida Bates . 
imitatrix Nonfr. . 
immaculata Burm. . 
innotata. Blanch. 
insularis Arrow . 
klenei Brenske 
kuntzeni Mos. 
lepidiota Mos. 
leucosoma Blanch. . 
lineata Wat. 
lurida n.sp. 
macrophylla Mos. 
martinezi n. sp. 
melanoleuca Serv. 


. 90, 


. 89, 


36 
34 
46 
39 
29 
33 
47 
97 
24 
44 
38 
44 
19 
47 
43 
96 
37 
15 
18 
94 
61 
39 
63 
63 
63 
30 
48 
48 
92 
61 
30 
49 
94 
27 
63 
18 
19 
63 
25 
43 
47 
97 
23 
16 
26 
30 
9 


Alphabetischer Index 


mexicana Har. 
mixta Blanch. . 
modesta Burm. 
moseri n. Sp. 
mustela n.sp. 
mutica Mos. 
nitida n. sp. 
nivea Serv. 
oblonga Mos. 
obscura Blanch. . 
ocellata n. sp. 
ohausi Mos. 
opacipennis Mos. 
ornata n.Sp. 
pallida Blanch. 
plaumanni n.sp. 
pauperata Burm. 
pereirae n.sp. 
pilatei Har. 
pisicolor Burm. 
pulchra n. sp. . 
quadrifoliata Mos. . 


quadrimaculata Blanch. 


quadrinotata Burm. 


quadripustulata Blanch. 


rubiginosa Latr. 
rühli Brenske 
ruficollis n. sp. 
rufipes Burm. 
rufoscutellata Mos. . 
setiventris Mos. . 
signata Blanch. 
squamulata Mos. 
squamulifera Mos. . 
subvittata Mos. . 
sulcicollis Mos. 
tenuisquamosa n. sp. 
tibialis Blanch. 
variabilis Burm. . 
variegata Perty . 
velutina Bates 
ventralis n. sp. 
vestita Blanch. 
vitticollis Mos. 
vulpes n. sp. 

zikani Mos. 


20 
46 
29 
18) 
31 
93 
28 
47 
34 
O0 
[7 
25 
17 
98 
97 
49 
41 
40 
32 
44 
46 
27 
22 
22 
21 
24 
26 
23 
18 
16 
92 
45 
93 
21 
90 
42 
39 
60 
61 
37 
32 
40 
41 
93 
39 
ol 


- Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 67 


Contribution ä la connaissance des Staphylinidae 


LXXIV - Paederidus nouveaux d’Afrique occidentale 
par G. Fagel (Bruxelles) 
(Institut des Parcs Nationaux du Congo et du Ruanda-Urundi) 


Notre excellent Collegue M. Haaf nous a fait le plaisir de nous com- 
muniquer un certain nombre de Paederini appartenant aux collections du 
Museum G. Frey (Tutzing). Nous l!’en remercions vivement. Parmi ce mat£- 
riel il ya deux Paederidus inedits captures par M. G. Frey au Parc National 
du Niokolo Koba (Senegal). Il nous a interesse d’autant plus de reconnaitre 
ces especes, que recemment nous avons eu l’occasion d’etudier les recoltes 
faites par MM. R. Roy et M. Condamin dans ce möme Parc national, etude 
dont le resultat est actuellement ä l’impression. 

Le type des especes nouvelles se trouve au Museum G. Frey, des para- 
types ont &t& deposes dans les collections de V’Institut royal des Sciences 
naturelles de Belgique et du Musee Royal de l’Afrique Centrale. 


Paederidus senegalensis n. sp. 
(Fig. 1) 

Tete bleu-violet, pronotum rouge-orange, @lytres bleu-noir, parfois ä 
faibles reflets violets ou verdätres, abdomen et pattes entierement noirs, 
antennes noires, ä 2 premiers articles jaune bistre, face superieure du ler et 
de la moitie terminale du 2e, noire, palpes maxillaires testac6s, le 3e article 
entierement d’un noir profond. 

Tete plus transverse que chez les especes voisines (1,11), ä yeux egale- 
ment plus grands (1,42), fort convexes, tempes arqu&es; convexe, calus 
supra-antennaires tres marques, fossettes postfrontales nettes; brillante, 
faibles traces de reticulation sur les regions occipitale et temporales; ponc- 
tuation me&diocre, assez profonde, Ecart&e; pubescence fine et longue, claire, 
avec quelques courtes soies sombres sur l’arriere et les tempes. 

Antennes longues et greles, atteignant largement la base des &lytres, 
3 beaucoup plus long que 2, penultiemes articles encore 1'/2 fois aussi longs 
que larges. 

Pronotum nettement plus long que large (1,11), bien moins large (0,88) 
mais plus long (1,08) que la tete, fortement &treci vers l’arriere, largeur 
maximum situ&e en avant du milieu, cötes arques en avant, rectilignes vers 
'arriere; brillant, sans r&ticulation, ponctuation sensiblement plus faible 
et moins profonde qu’ä la t&te, de m&me &cartement, portant de courtes et 
fortes soies noires dressees un peu crochues. 


68 Fagel: Contribution ä la connaissance des Staphylinidae LXXIV 


Scutellum noir, mat, entierement coriace. 

Elytres sensiblement plus longs que larges (1,11), bien plus larges 
(1,36) et plus longs (1,36) que le pronotum, rectangulaires, Epaules larges, 
cötes tres faiblement arqu&s, troncature terminale oblique; convexes, avec 
un leger aplanissement postscutellaire commun suivi d’une @levation de la 
suture, en toit; assez brillants, pas de microsculpture nette, cependant 
teguments pas r&ellement lisses, ponctuation ä peu pres comme ä& la t&te, 
plus dense, Ecartee assez regulierement de 1 ä& 2 diameötres; pubescence 
discale fine et longue, sombre, tout le pourtour, base comprise, ä pubes- 
cence claire, pas plus longue mais sensiblement plus forte. 

Abdomen ä& forte impression transversale basilaire des premiers seg- 
ments; brillant, reticulation fort superficielle et subisodiametrale sur les 
premiers tergites decouverts, bien plus nette et fortement transversale sur 
les suivants, ponctuation fine et peu profonde, peu dense; pubescence 
blanchätre longue et forte, nettement convergente de part et d’autre. 

Pattes longues et greles. 

ö: encoche du 6e sternite pas particulierement large ni profonde. 

Edeage: figure 1. 

Longueur: 7,2-8,1 mm. 
Holotype: Ö: Senegal: Parc National de Niokolo Koba, II. 1960 

(G. Frey), in coll. Museum G. Frey (Tutzing). 

Paratypes: 17 ex.: m&me origine, in coll. Museum G. Frey, Institut 
royal des Sciences naturelles de Belgique et Muse&e Royal de l’Afrique 

Centrale. 


Fig. 1ä 3. - Sommet de la face ventrale de l’edeage de: 


1: Paederidus senegalensis n. sp., 2: P. Freyi n. sp., 3: P. luctuosus Klug. 


Pour la clart&e du dessin les soies ont &t& omises. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 69 


La nouvelle espece se place dans le voisinage de P. villiersi Fagel, 
du Dahomey, mais en differe par la stature bien plus Epaisse, la tete sen- 
siblement plus transverse, ä yeux plus grands et tempes arque&es, la ponc- 
tuation abdominale plus faible et la conformation de l’edeage. 

P. balfour-brownei Fagel, de ’ Angola, est encore un peu moins £pais, 
a les elytres subcarres et a intervalles de la ponctuation @leves en rugosites, 
la pubescence abdominale beaucoup plus courte, mais se differencie imme- 
diatement par la pubescence claire ne s’etendant pas sur toute la base des 
elytres. 


Paederidus freyi n. sp. 
(Fig. 2) 


Ressemble etonnamment ä P. luctuosus Klug, espece fort variable, re- 
presentee au Tchad par une race de faible taille, mais en est cependant facile 
ä separer avec un peu d attention. 

Entierement noir, sauf la face inferieure des 2 premiers articles des 
antennes jaune bistre, les palpes labiaux en entier et les 2 premiers articles 
des maxillaires testaces, ainsi que les tarses brunfonce. 

Tete nettement moins transverse (1,07-1,09 au lieu de 1,18-1,26); 
yeux petits (2,20-2,28 au lieu de 2,60-2,72) mais presque plus globuleux 
et plus saillants de la courbure de la töte, base plus etroite, tempes subrec- 
tilignes; teguments completement lisses, ponctuation un peu plus forte 
mais un peu moins abondante, plus irregulierement repartie; pubescence 
sans particularite. 

Antennes plus greles, tous les articles plus allonges, 9 et 10 toujours 
nettement plus longs que larges. 

Pronotum plus allong& (1,20), sensiblement moins large (0,83) mais 
plus long (1,09) que la tete, rappelant celui de P. cribricollis Bernh. mais a 
base plus large que chez celui-ci; assez brillant, pas de microsculpture, 
ponctuation moins forte qu’ä la t&te, plus dense sur le disque, plus Ecartee 
sur les cötes; pubescence blanchätre, assez forte et longue, un peu crochue, 
vers l’arriere convergeant fortement vers un point situe environ au "4 
posterieur de la ligne mediane. 

Scutellum mat, coriace. 

Elytres allonges (1,14), bien plus larges (1,36) et plus longs (1,30) que 
le pronotum, rectangulaires, ä cötes subparalleles; submats, ponctuation 
fine et rugueuse, le disque ä teguments completement räpeux et mats, 
pubescence forte et longue, claire sur le pourtour et ä peine blonde sur le 
disque, tandis que la pubescence discale de P. luctuosus est toujours roux 


feu, tranchant nettement sur la laterale. 


709 Fagel: Contribution ä la connaissance des Staphylinidae LXXIV 


Abdomen ä impression transversale basilaire des premiers tergites 
decouverts sensiblement moins profonde, teguments ä reticulation fine et 
dense, subisodiametrale sur les premiers segments, transversale sur les 
derniers, tandis que chez luctuosus elle est fortement transversale pouvant 
parfois &tre prise pour de la microstriation; pubescence bien moins visible, 
celle du milieu des tergites franchement plus courte, plus fine et sombre. 

ö: encoche du 6e sternite plus large, bord posterieur du 5e ä peine 
arque& tandis que cet arc est beaucoup plus fort et subanguleux chez luc- 
tuosus. 

Edeage: figure 2. 

Longueur: 9,7-6 mm. 

Holotype: 6: Senegal: Parc National de Niokolo Koba, II. 1960 
(G. Frey), in coll. Museum G. Frey (Tutzing). 

Paratypes: 19 ex.: möme origine, in Museum G. Frey, Institut royal 
des Sciences naturelles de Belgique et Musee Royal de l’Afrique 
Centrale. 

Nous nous faisons un plaisir de dedier cette interessante espece ä M. 
G. Frey dont l’intense activite entomologique, tant personnelle, comme 
specialiste r&put@ des Onthophaginae, que generale, comme fondateur et 
mecene du Musee de Tutzing, est un exemple, malheureusement unique. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 al 


Zwei neue Lamiiden aus den Beständen des 
Museums G. Frey (Col. Ceramb.) 


von $. Breuning (Paris) 


Herr Dr. Frey war so freundlich, mir eine kleine Partie Lamiiden seines 
Museums zur Bestimmung zu übersenden, wofür ich herzlichst danke. 

Unter dem Material befanden sich zwei neue Formen, deren Beschrei- 
bungen hier folgen. Die Typen befinden sich im Museum G. Frey. 


Pseudochariesthes superba, n. sp. 

Langgestreckt. Fühler um drei Viertel länger als der Körper. Die unte- 
ren Augenloben zweimal so lang wie die Wangen. Die beiden inneren 
Halsschildquerfurchen gerade und tief eingeschnitten, der Halsschild nur 
mit einzelnen feinen Punkten besetzt. Die Decken nicht punktiert. 

Schwarz, weißlichgrau tomentiert. Der Kopf außer dem rückwärtigen 
Teil des Scheitels hellrotbraun tomentiert. Halsschild mit wenig breiter, 
premedianer, hellrotbrauner Querbinde, die sich zu beiden Seiten der 
Mittellinie nach rückwärts merklich verbreitert und vorn durch eine 
schwärzliche Querlinie begrenzt wird, sowie mit fünf schwarzen Makeln: 
eine sehr langovale mittlere und jederseits zwei kleine runde, eine davon 
auf den Seiten der Scheibe, die andere auf der Mitte der Seitenteile. Auf 
jeder Decke vier ziemlich große, hellrotbraune, größtenteils schmal schwarz 
eingefaßte Makeln: eine dreieckige neben dem Schildchen, eine unregel- 
mäßig gestaltete laterale unter der Schulterbeule, eine runde laterale post- 
humerale und eine mediane neben der Naht, sowie drei schwarze Makeln: 
eine ziemlich kleine, runde sublaterale am Beginn des Apikalviertels, eine 
sehr kleine, runde subsuturale am Beginn des Apikalfünftels und eine noch 
kleinere sublaterale preapikale. Die Seitenteile der Sterna und das Ab- 
domen hellrotbraun tomentiert. 

Länge: 13 mm; Breite: 4!/a mm. 
Typ ein ö von Somaliland: Eil, VII-1959, leg. C. Koch. 


Eunidia thomseni Dist. ssp. rubroscapus nov. 

Wie die Stammform, aber die preapikale weiße Deckennahtmakel sehr 
groß, die zwei Nahtdrittel des Apikalviertels der Decke einnehmend (der 
Grund darunter hellrot), das erste Fühlerglied hellrot, die Basalhälfte der 
Glieder vier bis elf weiß tomentiert. 

Typ ein ö von Somaliland: Eil, VII. 1959, leg. C. Koch. - Die Art war bisher 
aus Somaliland noch nicht bekannt. 


7622 Schedl: Scolytidae u. Platypodidae aus dem austral. polyn. Raum 


Scolytidae und Platypodidae aus dem australisch- 


polynesischen Raum 
206. Beitrag zur Morphologie und Systematik der Scolytoidea 
Von Karl E. Schedl, Lienz/Osttirol 


In den letzten Jahren sind mir größere Aufsammlungen von der 
Californian Academy of Science, vom Museum G. Frey, von Dr. ]J. J.H. 
Scent-Ivany aus dem australisch-polynesischen Raum zur Determi- 
nation zugegangen. Die dabei zutage gekommenen neuen Fundorte erwei- 
tern unsere Kenntnisse über die geographische Verbreitung bekannter Ar- 
ten in bedeutendem Maße, ihre Veröffentlichung scheint deshalb als zweck- 
mäßig. Dazu kommen einige wenige, aber interessante neue Arten, die 
nunmehr beschrieben werden. Die einzelnen Fundortmeldungen werden 
im Originaltext der Etiketten wiedergegeben. Einige synonymische Bemer- 
kungen sind eingeflochten. 


Neue Fundorte 
Neu Guinea 


Hylesinus porcatus Chap. Finishafen, IV. 1944, FE. S. Ross. 

Stephanoderes alter Egg. Papua: Monda, Buna District, 16. VII. 1943, 
W. Bodenstein. 

Poecilips minutissimus Schedl Hollandia, Deutsch Neu Guinea, 3. V. 1945, 
B. Malkin. 

Ozopemon angustae Egg. Klamagoen Riv., XII. 1935, G. W. Heid collector. 

Ozopemon sirambeanus Hag. Zd. Nw. Guinea, Kloof-bivak, 28. X. 1912, 
leg. Versteeg. 

Arixyleborus canaliculatus Egg. Finishhafen, 21. IV. und 10. VI. 1944, 
E.S. Ross. 

Eccoptopterus sexspinosus Motsch. Papua: Monda, Buna District, 9. X. und 
15. XII. 1943, W. Bodenstein. 

Xyleborus ferrugineus Fab. Hollandia, VIII. 1945, B. Malkin, Cal. Acad. Sci. 

Xyleborus perforans Woll. Finishhaven. 2. and 12. V. 1944, E. S. Ross. 
Maffın Bay, 28. VI., 10. VII. 1944, E. S. Ross. 

Xyleborus riehli Eichh. Papua, Somari, 10. VI. 1939, R. G. Wind collector. 

Xyleborus similis Ferr. Hollandia, VIII. 1945, B. Malkin, Cal. Acad. Sci. 
Maffin Bay, 8. VII. 1944, E. S. Ross. 
Biak I., 2. IV. 1945, B. Malkin. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 783 


Crossotarsus biconcavus n. sp. Ned. Nieuw Guinea: Sibil Sterrengeb. 6,., 
15. Juni 1958, Coll. R. T. Simon Thomas. 

Crossotarsus mniszechi Chap. W. New Guinea: Manokwari, 4. 57, leg. For. 
Service. 
Papua, Central District, Brown River Area, 11. VI. 1959, ex cut stem 
of Pometia pinnata, Coll. E. Kansiri. 

Platypus caliculus Chap. Ned. Nieuw Guinea, Sibil Sterrengeb., 5. VI. 1958, 
R. T. Simon Thomas. 
Star Range, 1.500 m, mond Ok Tenma, 18. V. 1959, Museum Leiden, 
Neth. New Guinea Exp. 
Star Range, 1.260 m, Sibil op licht, 14., 16. und 29. IV. 1959, Museum 
Leiden, Neth. New Guinea Exp. 
Star Range, 1.500 m, bivak 39 a, 30. VI. 1959, Museum Leiden, Neth. 
New Guinea Exp. 

Platypus chevrolati Chap. Maffin Bay, X. 1944, E. S. Ross. W. New Guinea, 
Monokwari, IV. 1957, leg. Lasschuit. 

Platypus hybridus Schedl Isl. Halmaheira, Mt. Sembilan, 600 m, 27. IX.-6. 
X. 1951, Native Collector. 

Platypus jansoni Chap. Baubauguina via Abau, 10.1V. 1959, in fallen 
Breadfruit, tree, Coll. B. G. Griffiths and A. Catley. 
Papua, Central District, Koitaki Estate, 19. III. 1954, borer of Rubber 
tree, Coll. J. J. H. Scent-Ivany. 

Platypus lucasi Chap. W. New Guinea, Monokwari, IV. 1957, leg. Las- 
schuit. 

Platypus pallidus Chap. Maffin Bay, X. 1944, FE. S. Ross. 

Platypus radiosus Schedl Ned. Nieuw Guinea, Sibil Sterrengeb. 5. VI. 1958, 
R. T. Simon Thomas. 

Platypus Selysi Chap. Papua, Central District, Koitaki Estate, 18. III. 1956, 
borer of Rubber tree, Coll. J. J. H. Scent-Ivany. 

Spathidicerus nobilis Chap. Papua, Central District, Koitaki Estate, 18. II. 
1956, borer of Rubber tree, Coll. J. J. H. Scent-Ivany. 

Diapus 5-spinatus Chap. Star Range, Sibil op licht, 29. IV. 1959, Museum 
Leiden, Neth. New Guinea Exp. 


Australien 


Aricerus chapuisi Blandf. N. S. W. Lismore (Cal. Acad. Sci.), C. F. Deuquet. 

Aricerus fici Lea N. S. W.: Uki Tweed Riv, C. F. Deuquet (Cal. Acad. Sci.). 

Hylesinus varians Lea Queensland, Toowcomba, Koebele Collection. 

Pachycotes villosus n. sp. West Australien, Murchison River, XII. 1959, 
Demarz. 


74 Schedl: Scolytidae u. Platypodidae aus dem austral. polyn. Raum 


Hypothenemus hispidus Egg. 
Die in Schedl „Proc. Roy. Soc. Queensland LX, 1949, p. 25“ als 
H. erythrinae Egg. gemeldeten Exemplare gehören richtig zu H. hispidus 
Egg. 
Stephanoderes melasomus Lea Warburton, Vict., XII. 55-1. 57, G. Frey. 
Ips cribricollis Eichh. W. Australia, Pinjarra, 16. VI. 1960, von Pinus ra- 
diata, Dept. Agric. (eingeschleppt). 
Xyleborus cognatus Blandf. Adelaide, 22. IV. 1957, F. R. J. Kepong. 
Xyleborus insulindicus Egg. North Q’land (Cal. Acad. Sci.). 
Xyleborus novaguineanus Schedl Australien: Wongabel, 11. II. 1930, R. W. 
Doggrell, boring in Endiandra Palmerstonii. 
Wongabel, 25. III. 1937, A. R. Brimblecombe, ex Black bean. 
Xyleborus perforans Woll. Cairns, Koebel (Cal. Acad. Sci.). 
Sidney, N. S. W., Wallis Yards, 23. III. 1923, ex Pacific maple. W.W.F. 
Sydney, N. S. W., April 1923, ex Shorea sp. Tech. Mus. 
Xyleborus saxeseni Ratz. West Australien, Umgeb. Perth, X. 1954, leg. 
H. Demarz. 
West Australien, Broockton, IV. 1958, H. Demarz. 
Xyleborus truncatus Er. Sydney, N. S. W., Deuquet collection. 
Platypus omnivorus Lea Illawarro, Deuquet Collection. 
Platypus pseudo-opacus Schedl Tweed R., Deuquet Collection (Cal. Acad. 
Sci.). 
Platypus quadricinctus n. sp. N. S. W., Tweed R., Deuquet Collection. 


Neuseeland 


Pachycotes ventralis Sharp Greymouth, Helms (B. M.). 

North Island, R. N. Parker (B. M.). 

Dendrotrupes costiceps Broun = Dendrotrupes vestitus Broun 

Thomas Broun beschrieb in den „Manual New Zealand Coleoptera, 
1881, Band 2, 3, 4, p. 741” die neue Gattung Dendrotrupes und die Arten 
D. vestitus und D. costiceps, wobei sich die letzteren nur durch die Ausfor- 
mung der Stirn unterscheiden. Die Nachprüfung einer Serie dieser Arten 
ergab, daß D. vestitus (Männchen) und D. costiceps (Weibchen) ein und 
dieselbe Art darstellen. D. costiceps ist einzuziehen. Diese Synonymie wurde 
auch von Dr. G. Be Rawlings, Forest Research Institute in Rotorua, 
New Zealand, brieflich bestätigt. 

In demselben Brief teilt Herr Dr. Rawlings auch mit, daß Acran- 
tus opacus Broun, Ann. Mag. Nat. Hist. XV, 1895, p. 417, mit Acrantus 
(Homarus) mundulus Broun (Manual New Zealand, Coleoptera, Band 2, 3, 
4, 1881, p. 740) und Platypus apicalis White (Erebus et Terror, zoolog., 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 ) 


partie XI, 1846, p. 18) mit Platypus douei (Reiche) Chapuis (Monographie 
des Platypides 1866, p. 237) identisch sind. Die Synonymie von Acrantus 
opacus Broun zu A. mundulus Broun konnte nicht nachgeprüft werden, doch 
ist anzunehmen, daß Dr. Rawlings authentisches Material verglichen 
hat. Die Synonymie von Platypus douei Chap. zu Pl. apicalis White geht aus 
den Beschreibungen der beiden Arten unschwer hervor. 


Polynesien 


Hylesinus porcatus Chap. Fiji Islands, 9. XI. 1899, Koebele Coll. 
Hylesinus robustus Egg. Fiji Islands, Viti Levu, XI. 1956, G. Frey. 
Hylesinus subcostatus Egg. Admirality Islands: Loren Gau, VIII. 1944 
(Cal. Acad. Sci.). 
Xyleborus bicolor Blandf. Solomon Islands: Malaita, East Kwara’ae, X. 1957, 
P. G. Fenemare. 
Xyleborus fijianus Schedl Fiji Islands, Viti Levu, XI. 1956, G. Frey. 
Xyleborus perforans Woll. Admirality Islands: Loren Gau, VIII. 1944 (Cal. 
Acad. Sci.). 
Tahiti, 26. VI. 1916, R. Hopping (Cal. Acad. Sci.). 
Tahiti: Punaavia, 28. VIII. 1939, G. A. de Witte. 
Neue Hebriden: Esperitu Santo (Cal. Acad. Sci.). 
Samoa: Vaiteile, 2. VIII. 1895. 
Solomon Inseln: Guadecanal, Il.-IX. 1945, B. Malkin (Cal. Acad. Sci.). 
Xyleborus similis Ferr. Admirality Islands: Los Negros, IV. 1945, J.R. 
Stuntz. (Cal. Acad. Sci.). 
Platypus solidus Walk. Solomon Isl., Van Dyke Collection (Cal. Acad. Sci.). 
Platypus turbatus Chap. Guadecanal u. Florida Islands, I.-III. 1945, J. R. 
Stuntz (Cal. Acad. Sci.). 


Pachycotes villosus n. sp. 

Weibchen. - Dunkelrotbraun, nahezu matt erscheinend, 2,6 bis 
3,0 mm lang, 2,2 mal so lang wie breit. Von den anderen Pachycotes-Arten 
durch die kurzen, gedrungenen, sehr dicht stehenden Schuppen des Hals- 
schildes und der Flügeldecken leicht zu unterscheiden. 

Stirn breit gewölbt, sehr dicht körnelig punktiert, was besonders in 
der unteren Hälfte auffällt, die Punkte tragen schief nach oben abstehende 
kurze Schuppenhärchen, die nach unten gerichtete Franse am Epistomal- 
rand besteht aus längeren gelbroten Schuppenhärchen, Fühler wie in der 
Gattung üblich. 

Halsschild bedeutend breiter als lang (37:27), nahe der Basis 
am breitesten, die letztere deutlich zweibuchtig, mit einem winkeligen Vor- 


76 Schedl: Scolytidae u. Platypodidae aus dem austral. polyn. Raum 


sprung in der Mitte, hintere Seitenecken rechtwinkelig und deutlich gerun- 
det, die Seiten in der basalen Hälfte nahezu parallel, leicht gebogen, dann 
kräftig schief eingezogen, Apex breit gerundet, subapikale Einschnürung 
deutlich; Scheibe der Länge nach schwach gewölbt, ohne Buckel, äußerst 
dicht mit Punkten scheinbar verschiedener Größe bedeckt, die aber durch 
die daraus entspringenden, gedrungenen abstehenden Schuppen größten- 
teils verdeckt sind, eine Reihe von schlankeren Schuppenhärchen entlang 
des Vorderrandes bis zur subapikalen Einschnürung. Schildchen nicht sicht- 
bar. 

Flügeldecken nur wenig breiter (40:37) und doppelt so lang 
wie der Halsschild, ausgesprochen walzenförmig in der basalen Hälfte, der 
Apex sehr breit gerundet, die Basis zweibuchtig, mit kräftigen abstehenden 
stumpfen Höckern besetzt, gegen die Naht noch zwei weitere Reihen ähn- 
licher, aber etwas kleiner werdender Schuppenhöcker; Scheibe gestreift- 
punktiert, die Streifen deutlich eingedrückt, die Reihenpunkte ziemlich grob 
und enggestellt, die Zwischenräume dicht gerunzelt-punktiert, die Punkte 
tragen kurze, gedrungene, flache, abstehende rotgelbe Schuppen, deren 
Flachseite mit der Längsachse des Käfers übereinstimmt, die die Punktie- 
rung größtenteils verdecken; auf dem kurz abgewölbten Absturz laufen alle 
Zwischenräume bis zum Hinterrand durch, der dritte Zwischenraum kurz vor 
dem Hinterrand mit einem kräftigen mäßig spitzen Höcker, der vierte bis 
sechste Zwischenraum mit einer längeren Serie solcher Höcker, die gegen 
die Flügeldeckenscheibe allmählich kleiner werden, noch kleinere unregel- 
mäßig gestellte Höckerchen auf den seitlichen Zwischenräumen 7 bis 9; auf 
dem Absturz die abstehenden Schuppen etwas kräftiger und länger, aber 
nicht mehr deutlich spachtelförmig. 

Type und Cotypen im Museum G. Frey, Cotypen auch in Sammlung 

Schedl. 

Fundort: W. Australien, Murchison River, XII. 1959, Demarz. 

Das Männchen hat die Stirn etwas stärker abgeflacht, die Behaarung 

länger, und die Flügeldecken sind etwas gedrungener. 


Crossotarsus biconcavus n. sp. 

Männchen. - Schwarzbraun, 8,3 mm lang, nahezu dreimal so 
lang wie breit. Die neue Art ist etwas größer als die beiden Verwandten 
C. piceus Chap. und C. laratensis Bees. Wie in diesen Arten, endigen die 
Zwischenräume 1 bis 6 am Hinterrand der Flügeldecken stumpf, aber frei, 
wobei der erste Zwischenraum am längsten ist, die anderen nach dem 4. bis 
6. zu kürzer, doch ist im Gegensatz zu diesen Arten die Außenecke jeder 
Flügeldecke durch den stumpf endigenden und flach gebauten (nicht nach 
unten verdickten) 7. Zwischenraum gebildet, gemeinsam mit den beiden 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 HT, 


Verwandten zeigt das 5. Abdominalsternit in der Nähe des Vorderrandes 
einen kleinen konischen Höcker, ganz ähnlich, wie bei C. laratensis Bees., 
während der Höcker von C. piceus Chap. viel kräftiger ist und mehr im 
Zentrum des 5. Sternites steht. 

Stirn fast eben, dicht, netzartig gerunzelt-punktiert, in der Mitte 
mit einer glänzenden Längsgrube, Behaarung kurz, spärlich, gegen den 
Scheitel etwas dichter stehend, Fühlerschaft ähnlich wie bei C. piceus 
Chap., aber mehr rechteckig. 

Halsschild kaum breiter als lang (20 : 19), Umriß ganz ähnlich 
wie in C. piceus Chap., Scheibe glänzend, winzig chagriniert und zerstreut 
mit feinen Pünktchen besetzt, eine Serie größerer Punkte, welche abste- 
hende lange Haare tragen, entlang des Vorderrandes. 

Flügeldecken ähnlich wie in C. piceus Chap., glänzend, ge- 
streift-punktiert, die Streifen leicht vertieft, die Reihenpunkte sehr klein, 
etwas unregelmäßig in weiten Abständen gestellt, die Zwischenräume noch 
lockerer fein punktiert; am Hinterrand der erste und siebente Zwischenraum 
gleich lang, vom ersten Zwischenraum bis zum fünften an Länge abneh- 
mend, der sechste wieder etwas länger als der fünfte, wodurch ein kräftig 
zweibuchtiger Hinterrand entsteht. 

Die Hinterhüften schaufelartig nach rückwärts vorgezogen, rechteckig 
abgeschlossen, mit leicht gebogener und mit Borsten besetzter Apikalkante. 
Die Sternite 2 bis 5 mattglänzend, zerstreut punktiert, das 5. Sternit wie 
üblich konkav. 

Type in der Zoologischen Sammlung des Bayerischen Staates in Mün- 
chen, Cotype in Sammlung Schedl. 

Fundort: Ned. Nieuw. Guinea, Sibil Sterrengeb., 5. und 15. VI. 1958, 
hoogte: 1.250 m, op lamplicht gevangen, Gras-bos, R. T. Simon Tho- 
mas. 


Platypus quadricinctus n. sp. 


Männchen. — Rotbraun, 4,4 mm lang, 2,5 mal so lang wie breit; 
der Käfer, welcher bisher stark durch Harz verschmutzt unter Platypus ex- 
terne-dentatus Fairm. steckte, zeigt einen ähnlichen Flügeldeckenabsturz, 
wie dies bei den Platypi lunati üblich ist, doch sind die hinteren Seiten- 
ecken wie bei P. externe-dentatus Fairm. spitzig vorgezogen und der breite 
Hinterrand zeigt zwischen den leicht angedeuteten Nahtwinkeln und den 
Seitenfortsätzen einen kurzen dreieckigen Zahn auf jeder Seite. 

Stirn eben, winzig punktuliert, deshalb seidenglänzend und mit 
ziemlich großen flachen Punkten, die kurze abstehende Haare tragen, be- 
setzt, ein kleines Längsgrübchen in der Mitte der unteren Hälfte ange- 


78 Schedl: Scolytidae u. Platypodidae aus dem austral. polyn. Raum 


deutet, auf dem Scheitel fein zerstreut punktiert, mit einzelnen langen 
Haaren. 

Halsschild etwas breiter als lang, kurz nach dem Vorderrand am 
breitesten, die seitlichen Schenkelgruben seicht, von oben gesehen nur 
vorne deutlich begrenzt; Scheibe glänzend, winzig chagriniert und unregel- 
mäßig zerstreut mit sehr feinen Pünktchen besetzt, eine Reihe längerer 
Härchen aus etwas größeren Punkten entspringend entlang des Vorder- 
randes, eine Gruppe von 5 bis 6 größeren Punkten mit ebenfalls abstehen- 
den Härchen in einigem Abstand rechts und links der kurzen Miittelfurche. 

Flügeldecken gedrungen, deutlich breiter als der Halsschild 
und ähnlich gebaut, aber etwas gedrungener als bei Platypus subdepressus 
Schedl, die Seiten in den basalen drei Fünfteln gerade, ganz leicht divergie- 
rend, dann verengt gerundet und am Hinterrand in schlanke seitliche Fort- 
sätze endigend; Scheibe hochglänzend, mit zarten Reihen feiner Pünktchen, 
von denen nur die Nahtreihen in eingedrückten Streifen liegen, die Zwi- 
schenräume sehr breit, mit winzigen zerstreut liegenden Pünktchen; der Ab- 
sturz beginnt nach den basalen zwei Fünfteln, ist oben leicht abgewölbt wie 
in P. subdepressus, dabei matt, winzig punktuliert, die Reihenpunkte nicht 
mehr erkennbar, anstelle dessen leicht eingedrückte Streifen, die Zwischen- 
räume tragen je eine Reihe langer abstehender Härchen, am unteren Drittel 
des Absturzes jederseits der Naht ein Quereindruck, die Nahtecken selbst 
leicht vorgezogen, der Hinterrand mit den eingangs erwähnten Zähnchen 
zwischen Seitenfortsätzen und Naht. 

Type in Sammlung Schedl. 
Fundort: New South Wales: Tweed River. 

Weitere Stücke dürften sich unter den Namen Crossotarsus externe- 
dentatus Fairm. im South Australian Museum befinden. 


Spathidicerus nobilis Chapuis fem. 

Unter meinen Stücken von Spathidicerus nobilis Chap. ist eines ab- 
weichend gebaut, indem die Stirn in der oberen Hälfte einen flachen Ein- 
druck aufweist, in etwas mehr als der unteren Hälfte sehr fein dicht punk- 
tiert ist, wahrscheinlich ein Zeichen, daß hier ein Haarornament abgerieben 
wurde, außerdem ist in diesem stark punktierten Teil in dessen oberer 
Hälfte ein schwacher Längseindruck gerade noch erkennbar. Der Halsschild 
des Weibchens ist jenem des Männchens sehr ähnlich, doch sind die Längs- 
strichelchen in den basalen zwei Fünfteln viel kräftiger und dichter gestellt. 
Auf den Flügeldecken sind die hinteren Seitenfortsätze etwas gedrungener 
und der Fortsatz des dritten Zwischenraumes am oberen Absturzrand we- 
sentlich kürzer und mehr dreieckig. Man wird kaum fehlgehen, in diesem 
Exemplar das Weibchen zu vermuten. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 79 


Neue Tenebrioniden aus Südamerika (Col.) 
23. Beitrag zur Kenntnis der Tenebrioniden 


von Hans Kulzer, Museum Frey 


Peltolobus Lac. (Trimytini). 
Peltolobus Lacordaire, Gen. Col, V, 1859, p. 71 
(= Megalophrys Waterhouse) Ann. Mag. 16, 1845, p. 322; — Gebien, Kat. 
1936, p. 90, homonym zu Megalophrys Kuhl & Wagl. (Amphib.) 
(= Alhuena Kulzer), Ent. Arb. Mus. Frey, 7, 1956, p. 912, Abb. 1. 

Die Gattung ist durch folgende Merkmale ausgezeichnet: 

Mentum transversal, flach, groß, deckt die Mundteile fast zu. Submen- 
tum an den Seiten mit einem Zahn. Endglied der Maxillarpalpen schwach 
beilförmig. Oberlippe weit vorstehend, bei geschlossenen Mandibeln von 
diesen ganz zugedeckt. Mandibeln groß, vorstehend, Außenkante von oben 
gesehen scharf gebogen, von der Seite gesehen breit, tief gespalten, der 
untere Zahn ist viel länger, glatt und am Ende abgestutzt. Clypeus lappen- 
förmig vorgezogen, Gelenkhaut nicht sichtbar. Kopf schwach gewölbt, 
Augen von oben gesehen kugelig, etwas vorstehend, mit einer tiefen Furche 
umgeben. Wangen breit ausladend, vorne etwas vorgezogen, so daß zum 
Clypeus eine Ausbuchtung entsteht, die Wangen sind durch eine Furche 
von den Augen getrennt. Fühler fadenförmig, sie überragen etwas den 
Halsschild, alle Glieder sind rund und länger als breit, Glied 3 ist am 
längsten. Halsschild an der Basis eingeschnürt, leicht gewölbt, manchmal an 
den Seiten verflacht. Flügeldecken gewölbt, länglich oval, ohne Seitenrand- 
kante. Bei waterhousei oben abgeflacht. An den Seiten in Höhe der Hinter- 
hüften haben die Flügeldecken einen * deutlichen Eindruck. Beine schwach, 
ohne Auszeichnungen, Vorderschienen am Ende der Außenkante ohne 


Zahn. 


Bestimmungstabelle der Arten 

1 (4) Halsschild schmal, bis zum Seitenrand gewölbt, größte Breite in der 
Mitte, zur Basis sanft ausgeschweift verengt, schlankere Formen, 
braun bis dunkelbraun. 

2 (3) Halsschild an der Basis ohne Eindruck, Zwischenräume der Flügel- 
decken sehr fein punktiert. Länge 8-10 mm. Patagonien. Erster 
Zwischenraum am Ende stark eingedrückt, so daß die Naht empor- 
gehoben ist. 

patagonicus Wat. 


80 Kulzer: Neue Tenebrioniden aus Südamerika (Col.) 


3 (2) Halsschild an den Seiten vor der Basis mit einem deutlichen Ein- 
druck. Zwischenräume der Flügeldecken gröber punktiert. Länge 

7-8 mm. Patagonien (nach Berg). 
desertorum Berg 


4 (1) Halsschild breit, an den Seiten breit verflacht, größte Breite hinter 
der Mitte und im letzten Drittel plötzlich stark verengt. Breitere For- 
men, dunkelbraun, fast schwarz. 


5 (6) Halsschild und Flügeldecken flach, Flügeldecken subparallel, an den 
Schultern mit einem Eindruck, so daß die Schultern etwas empor- 
gehoben sind. Das ö hat am Prosternum in der Mitte eine lang ab- 
stehende gelbe Behaarung. Länge 10-11 mm. Chile. 

waterhousei Bat. 
(= Alhuena penai Klzr.) 


6 (5) Halsschild in der Längsmitte gewölbt, am verflachten Seitenrand mit 
Eindrücken, Seitenrandkante etwas erhaben. Flügeldecken gleich- 
mäßig oval, stark gewölbt, an den Schultern ohne Eindruck. Länge 
9 mm. Neuquen, Argentinien. 

ardoini n. sp. 


Peltolobus ardoini n. sp. 


Ungeflügelt, schwarz, glänzend, Fühler und Beine dunkel rotbraun, kahl. 
Länge: 9 mm, Breite: 3'/2 mm. 


Kopf groß, so breit wie die Basis des Halsschildes, mäßig gewölbt, 
grob und dicht punktiert. Augen sehr klein, kugelig, mäßig fein fazettiert, 
seitlich etwas vorstehend, von einer feinen Furche umgeben, die die Augen 
von den Wangen und Schläfen trennt. Wangen groß, 4mal so lang wie der 
Durchmesser der Augen, der Seitenrand bildet einen Kreisbogen. Schläfen 
kurz, sehr stark verengt, von den Augen im rechten Winkel abgesetzt. 
Clypeus im Bogen vorgezogen, ohne Ecken und ohne Clypealfurche. Die 
Stirn fällt an den Seiten zu den Augen steil ab. Fühler fein, sie überragen 
etwas die Basis des Halsschildes, Glied 1 dick, so lang wie das 3., Glied 3 ist 
1!/2 mal so lang wie das 2. und 1'/emal so lang wie das 4. Alle Glieder sind 
länger als breit, Endglied oval. Mandibeln sehr groß und breit, kräftig 
punktiert, in der Mitte am Außenrand im rechten Winkel umgebogen, an 
der vorderen Seite breit gespalten, der obere Teil ist kürzer. Mentum 
groß, quer sechseckig, bedeckt den Kehlausschnitt ganz, wie der übrige Teil 
des Unterkopfes grob und dicht punktiert. Submentum mit einem großen, 
queren und flachen Eindruck, an den Seiten mit einem großen und breiten, 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 sl 


nach vorne gerichteten Zahn, der sich an der Innenseite eng an das Men- 
tum anschließt. Endglied der Maxillarpalpen schwach beilförmig, das der 
Labialpalpen sehr klein und oval. 


Halsschild doppelt so breit wie in der Mitte lang, nach den 
Seiten leicht gewölbt, an den Seiten abgeflacht mit flachen Eindrücken. 
Größte Breite hinter der Mitte, nach hinten im Bogen stark verengt und vor 
der Basis kurz ausgeschweift, nach vorne im flachen Bogen wenig verengt. 
Basis viel schmäler als der Vorderrand, leicht geschwungen, dick gerandet, 
Hinterwinkel nicht vorstehend, die stumpfe Spitze zeigt, durch die Aus- 
schweifung des Seitenrandes bedingt, etwas nach außen. Vorderrand fast 
gerade, nur an den Seiten mit einer Randleiste, Vorderwinkel kaum vor- 
stehend und verrundet. Die Scheibe ist kräftig und gleichmäßig dicht punk- 
tiert. Schildchen sehr klein, queroval, glatt. 


Flügeldecken eiförmig, stark gewölbt, ohne Schulterbeulen und 
ohne Seitenrandkante, die Decken sind bis an die Epipleuren gleichmäßig 
gewölbt, mit je 9 regelmäßigen und dichten Punktreihen, wovon die 7. von 
oben gerade noch, die 8. und 9. nicht mehr sichtbar sind. Die Punkte in den 
Reihen sind ziemlich groß und reichen bis ans Ende. Zwischenräume flach, 
mit zwei unregelmäßigen Reihen sparsamer und sehr feiner Punkte. An den 
Seiten in Höhe der Hinterhüften befindet sich ein kurzer aber deutlicher 
Eindruck. Hinten sind die Flügeldecken etwas abgeschrägt, so daß die 
Enden schwach vorstehen. Epipleuren glatt, schmal und bis ans Ende rei- 


chend. 


Prosternum nach vorne schwach, nach den Seiten stärker geneigt, 
grob und dicht punktiert, zwischen den Rippen gerunzelt, hinten bis zur 
halben Höhe abfallend und in einen kleinen Zapfen endend, kaum vor- 
stehend. Mesosternum flach geneigt, ohne erhabene Ränder. Die ganze 
Unterseite des Hinterkörpers dicht und grob punktiert. Analsegmente ohne 
Gelenkhaut. Beine mäßig lang, fein punktiert, ohne Auszeichnung. Die 
Schenkel sind am Ende wenig verdickt. Schienen gerade, dünn, am Ende 
etwas verbreitert, Vorderschienen am Ende ohne Zahn. Tarsen dünn, 
schwach beborstet, Sohle ohne Härchen. 8 unbekannt. 

Patria: 1 2, Loncopue, Neuquen, IX. 1959, Argentinien. Holotype in coll. 

Ardoin, Arcachon. 


P. ardoini ist mit keiner anderen Art der Gattung verwandt. Kopf und 
Halsschild sind so ähnlich wie bei waterhousei, der Hinterleib aber ist stark 
gewölbt, glatter und in den Zwischenräumen kaum punktiert. P. patagonicus 
und desertorum sind schlanker und haben einen ganz anders geformten 


Halsschild. 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 6 


82 Kulzer: Neue Tenebrioniden aus Südamerika (Col.) 


Cardigenius bucki n. sp. (Asidini). 


Kurz oval, stark gewölbt, schwarz, matt, Beine und Fühler kaum heller. 
Oberseite behaart. Länge: 16 mm, Breite 9 mm. 

Kopf klein, flach, grob punktiert, mit unregelmäßigen Eindrücken 
und mit Börstchen versehen. Augen quer, etwas schräg gestellt, leicht ge- 
wölbt, fein fazettiert, ohne Augenfurchen und Falten, von den Wangen 
und Schläfen nicht eingeengt, seitlich etwas vorstehend. Wangen doppelt so 
lang wie ein Augenlängsdurchmesser, etwas schmäler als die Augen, im 
starken Bogen nach vorne verengt. Clypeus kurz, breit, rechteckig, nicht 
punktiert, nur am Vorderrand mit einigen Borstenpunkten. Vorderrand ge- 
rade, Ecken verrundet, Clypealnaht eingedrückt. Fühler 10gliedrig, sie 
erreichen knapp die Mitte des Halsschildes, Glied 3 ist 2mal so lang wie 4, 
das 7. und 8. ist rund, 9. quer, Endglied größer als das 9. und queroval. 
Mentum groß, breit herzförmig, flach, an den Seiten etwas eingedrückt und 
grob punktiert. Endglied der Maxillarpalpen stark beilförmig, das der 
Labialpalpen sehr klein und oval. Mandibeln zweizähnig und an der Vor- 
derseite gefurcht. 

Halsschild 1'2mal so breit wie lang, stark gewölbt, größte Breite 
in der Mitte. Seitenrand flach und schmal abgesetzt, ohne Randleiste, nach 
hinten schwächer, nach vorne stärker im Bogen verengt. Basis doppelbuch- 
tig, Hinterwinkel nicht vorstehend und verrundet. Die Scheibe ist matt, 
chagriniert, ohne Punkte und mit langen, braunen Haaren bedeckt. 

Flügeldecken kurz oval, breit, nicht punktiert, fein chagriniert, 
ohne Rippen. Die Seitenrandkante reicht ungefähr bis zur Mitte, ist grob 
gerunzelt und vorne auf der Unterseite ausgehöhlt. Die Oberseite der Flü- 
geldecken ist mit braunen, langen, abstehenden, teilweise in Büscheln bei- 
sammen stehenden Haaren mäßig dicht bedeckt. Epipleuren sind nur im 
letzten Drittel erkennbar. Der umgeschlagene Teil der Flügeldecken ist 
spärlich behaart. 

Prosternum kurz, nicht punktiert, zwischen den Hüften breit und 
behaart, hinten gewölbt abfallend und nicht vorstehend. Die ganze Unter- 
seite ist anliegend und spärlich gelb behaart. Abdomen stark gewölbt und 
kaum punktiert. Beine kräftig, kurz, gerade, Schenkel kaum verdickt, Schie- 
nen geraspelt, Vorderschienen am Ende mit einem dreieckigen Zahn. Tarsen 
fein, auf der Unterseite beborstet. 

Patria: 2 Exemplare S.F. Paula, I. 1937 und 1. 1958, Rio Grande do Sul, 

Bras. leg. Pe. Buck. Holotype im Museum Frey, Paratype in coll. Buck. 

C. bucki ist mit C. crinifer Fairm. am nächsten verwandt, diese Art ist 
aber kleiner und schlanker. Halsschild ist fast kahl und dicht mit glänzenden, 
flachen Tuberkeln besetzt. Die Seitenrandkante der Flügeldecken reicht bis 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 83 


ans Ende und besteht aus kleinen, glänzenden Höckerchen. Die Behaarung 
der Flügeldecken ist der neuen Art ähnlich. Alle anderen Arten der Gattung 
sind nicht behaart. In meiner Bestimmungstabelle der Gattung in Ent. Arb. 
Mus. Frey, 12, 1961, p. 208 ist die neue Art unter 7 (10) einzureihen. 


Epipedonota riverai n. sp. (Nycteliini). 


Länglich oval, ziemlich flach, schwarz glänzend, Beine und Fühler dun- 
kel rotbraun, $ breiter und etwas stärker gewölbt. Länge: 131/2-15 mm, 
Breite: & 6-6!/a mm, $ 8-9 mm. 

Kopf breit kurz, Augen schmal, seitlich etwas vorstehend, leicht ge- 
wölbt, von den Wangen und Schläfen nicht eingeengt. Wangen nicht so breit 
wie die Augen, vor den Augen kurz verrundet und dann nach vorne gerade 
verengt, mit dem Seitenrand des Clypeus fast eine Linie bildend. Schläfen 
unmittelbar hinter den Augen verengt. Vorderrand des Clypeus im Bogen 
ausgeschnitten, die Ecken sind stumpf, manchmal verrundet. An den Seiten 
des Clypeus befindet sich ein # tiefer Eindruck. Zwischen den Wangen und 
Augen ist die Stirn tief und gerunzelt eingedrückt. Dieser Eindruck setzt 
sich hinten in der Mitte bis zum Scheitel fort und hat vorne in der Mitte ein 
feines Längsfältchen. Die Oberseite des Kopfes ist sehr spärlich und fein 
punktiert. Fühler mäßig dick, sie überragen etwas die Mitte des Halsschil- 
des, Glied 3 ist 11/smal so lang wie 4, Glied 9 und 10 sind am breitesten und 
fast kugelig, Endglied klein und stumpf zugespitzt. Mentum groß, breit, der 
Vorderrand ist eingebuchtet und gewölbt, an den Seiten und hinten nieder- 
gedrückt, vorne grob, hinten fein gerunzelt. Endglied der Maxillarpalpen 
fast parallel und am Ende abgestutzt, das der Labialpalpen ebenso gebildet 
nur sehr klein. 

Halsschild 2mal so breit wie in der Mitte lang, größte Breite 
ungefähr in der Mitte, nach hinten leicht ausgeschweift und wenig, nach 
vorne im flachen Bogen etwas stärker verengt. Seitenrandkante wulstig und 
etwas aufgerichtet. Basis ohne Randkante, manchmal in der Mitte schwach, 
an den Seiten immer etwas ausgebuchtet. Hinterwinkel ziemlich weit vor- 
stehend, mit einer stumpfen Spitze. Vorderrand mit einer kräftigen Rand- 
kante, im Bogen ausgeschnitten, Vorderwinkel vorstehend und verrundet. 
Die 2 Längsschwielen sind sehr kräftig, vorne nach den Seiten etwas ver- 
breitert, der Zwischenraum ist tief eingedrückt und unregelmäßig quer- und 
längsgefaltet. Die Seiten sind quergerunzelt. Die Scheibe ist spärlich mit 
feinen gelben Börstchen versehen und nicht punktiert. 

Flügeldecken länglich oval, nicht sehr stark gewölbt, am Ende 
stark abschüssig. Seitenrand gleichmäßig gebogen, größte Breite in der 
Mitte. Auf jeder Seite befinden sich 2 Rippen, in der Mitte eine stark erha- 


84 Kulzer: Neue Tenebrioniden aus Südamerika (Col.) 


bene, glatte, etwas gebogene, zwischen dieser und dem Seitenrand eine 

schwächere, leicht gewellte Rippe. Seitenrandkante kräftig, glatt und stark 

gewellt. Naht ebenfalls rippenförmig erhaben. Alle Zwischenräume kräftig 
und dicht quergerunzelt. Die ganze Oberseite ist # dicht mit kurzen, gelben 

Börstchen bedeckt, die beim @ dichter stehen. Punktur ist keine zu erkennen. 

Der umgeschlagene Teil ist glatt, kaum beborstet. Die Epipleuren reichen 

bis ans Ende, sind aber schwach markiert. 

Prosternum nach vorne und hinten geneigt, zwischen den Hüften 
sehr breit, mit Randfurchen, hinten im Kreisbogen abschließend und etwas 
vorstehend. Mesosternum breit eingedrückt. Abdomen fast glatt, stark glän- 
zend, kaum punktiert und kaum behaart. Beine dünn, alle Schenkel auf der 
Unterseite mit goldgelber Behaarung. Vorder- und Mittelschienen gerade, 
die hinteren leicht gebogen. 

Patria: In Anzahl Fdo. Malcho, Cord. Parral, XII. 1957, leg. M. Rivera, 
Holo-, Allo- und Paratypen; 15 Stück Romehual, Cord. Parral, XI. 1960, 
leg. M. Rivera, Paratypen; 7 Stück Villegas, Cord. Parral, XI. 1960, leg. 
M. Rivera, Paratypen. Holo-, Allo- und Paratypen in Coll. L. Pena, 
Santiago de Chile, Paratypen im Museum Frey. 

E.riverai gehört in die rugulosa-Gruppe, Arten mit stark gerunzelter 
Oberseite und gleichmäßig gebogenem Seitenrand des Halsschildes, diese 
Arten haben aber auf den Flügeldecken nur je eine erhabene Rippe. Am 
nächsten steht der neuen Art E.rossi Klzr., diese ist aber schlanker, die 
Querfalten auf den Flügeldecken sind viel größer, auch hat rossi nur je eine 
Rippe und ist fast kahl. 


Scotobius ardoini n. sp. (Scotobiini). 


Matt, schwarz, mit einem Stich ins Braune, kahl, länglich oval. Länge: 
18 mm, Breite 7 mm. 

Kopf breit, Oberfläche sehr uneben, grob und dicht punktiert und 
stark gerunzelt. Vorderkopf verkehrt. trapezförmig, in der Mitte längsge- 
wölbt, die Seiten sind eingedrückt, die Ränder etwas gehoben, Vorderrand 
fast gerade. Wangen breiter als die Augen, die Seiten hinten gebogen, nach 
vorne gerade verengt. Stirn gewölbt, Amal so breit wie ein Auge von oben 
gesehen, in der Mitte mit einer undeutlich abgegrenzten Längsfurche. Augen 
schmal, klein, leicht nierenförmig. Fühler sind an dem sonst gut erhaltenen 
Exemplar nicht vorhanden. Mentum rauh, eckig gerunzelt punktiert, an den 
Seiten eingedrückt. | 

Halsschild 1!/smal so breit wie in der Mitte lang, größte Breite 
etwas hinter der Mitte. Seitenrand stark gebogen, nach vorne und hinten 
stark verengt, vor der Basis kaum merklich ausgeschweift, breit und sehr 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 85 


hoch aufgerichtet, von der Seite gesehen ist der Rand höher als die Mitte des 
Halsschildes. Basis leicht gebogen, Hinterwinkel stumpf und nicht vorste- 
hend. Vorderrand durch die weit und breit lappenförmig vorgezogenen Vor- 
derwinkel sehr schmal. Die Scheibe ist leicht gewölbt, mit undeutlichen Ein- 
drücken in der Mitte und vor der Basis, die Mitte ist flach punktiert, die 
Seiten und der aufgerichtete Rand leicht gerunzelt. Schildchen breit drei- 
eckig und nicht punktiert. 


Flügeldecken gleichmäßig länglich oval, ganz flach, größte Breite 
in der Mitte. Seitenrandkante scharf, schmal, leicht krenuliert, von der Schul- 
ter bis fast ans Ende aufgerichtet, von der Seite gesehen liegt die Randkante 
höher als die Naht. An Stelle der Rippen befinden sich je 4 feine, dicht 
stehende Tuberkelreihen, die fast das Ende erreichen. Die breiten, flachen 
Zwischenräume haben in der Mitte eine mäßig grobe, flache Punktreihe, 
sonst ist die Oberseite fein chagriniert. Der umgeschlagene Teil der Flügel- 
decken steht, mit Ausnahme an den Schultern, von oben gesehen etwas 
bauchig vor und hat ebenfalls wie die Oberseite 3 deutliche und eine 4. un- 
deutliche Tuberkelreihe und punktierte Zwischenräume. Die Epipleuren 
sind schmal und reichen bis ans Ende. 


Prosternum am Vorderrand mit einer deutlichen Randkante, fein 
und spärlich punktiert, zwischen den Hüften breit, nach vorne und hinten 
stark geneigt, hinten nicht vorstehend und am Grunde verrundet. Mesoster- 
num flach geneigt, ohne erhabene Ränder und ohne Aushöhlung am Vorder- 
rand. Metasternum und Abdomen fein punktiert, etwas gerunzelt, staub- 
artig und spärlich behaart. Beine für den Gattungscharakter ziemlich lang 
und sehr dünn, grob und gerunzelt punktiert, alle Schenkel auf der Unter- 
seite scharf doppelkantig. Schienen gerade, am Ende kaum verbreitert, eben- 
falls scharf gekantet, die Kanten sind kurz beborstet. Aedoeagus nadel- 
förmig, der hintere Sack vom Gelenk ab ist ebenfalls sehr schmal, ungefähr 
3mal so lang wie der vordere Teil. Auch der Charakter des Aedoeagus ist 
etwas abweichend von den übrigen Arten. ? unbekannt. 


Patria: 1 ö, Laguna Blanca, Neuquen, Argentinien, 12. XII. 1959. Holotype 
in coll. Ardoin, Arcachon. 


Sc. ardoini ist von allen anderen, zahlreichen Arten der Gattung sehr 
verschieden und mit keiner anderen Art zu verwechseln, charakterisiert durch 
die scharfen, aufgerichteten Seitenrandkanten der flachen Flügeldecken und 
durch die feinen Tuberkelreihen auf denselben. Sc. akidioides Wat. ist viel- 
leicht am nächsten verwandt, doch diese Art hat breite, fast runde Flügel- 
decken, die leicht gewölbt, und viel breiter als der Halsschild sind. In meiner 
Bestimmungstabelle, Ent. Arb. Mus. Frey, 6, 1955, p. 453 muß die neue Art 
unter 3 (6) eingereiht werden. 


36 Kulzer: Neue Tenebrioniden aus Südamerika (Col.) 


Platesthes silphoides ssp. hirtipes nov. (Praocini). 


Schwarz, ö schwach, ® stärker gewölbt. Länge: 15-17 mm, Breite: 

ö 7-8, 2 8!/2-9 mm. 

Die neue Unterart unterscheidet sich von der Stammform wie folgt: 
Etwas größer (Stammform Länge 11-14 mm, Breite ö 5-6mm, 

6-8 mm), dunkler, weniger glänzend. Kopf und Halsschild wie bei der 
Stammform. Flügeldecken auch beim & leicht gewölbt, die Rippen sind 
schwächer, nicht so stark erhaben, manchmal sogar sehr flach, besonders 
beim 2. Der Seitenrand der Flügeldecken ist stärker gebogen, die Naht ist 
flach, bei der Stammform etwas erhaben. Alle Schenkel und Schienen auf 
der Unterseite dicht mit gelben, längeren Härchen bedeckt. Bei der Stamm- 
form sind alle Schenkel fast kahl und die Schienen nur ganz fein, kurz und 
spärlich beborstet. Aedoeagus nicht verschieden. 

Patria: 7 Stück Sa. Tepuel (Tecka) Chubut, Argentinien, 11. III. 1961, leg. 
L. E. Pena, Holo-, Allo- und Paratypen in Coll. Pena, Paratypen im 
Mus. Frey; 8 Stück Tecka, Chubut 11. III. 1961, leg. Pena, Paratypen; 
3 Stück S. Tecka, Chubut, 20. X. 1960, leg. Pena, Paratypen. 


Praocis (Orthogonoderus) argentina n. sp. (Praocini). 


Kurz oval, breit, stark gewölbt, der ganze Käfer schwarz, glänzend, 
kahl. Länge: 11!/2-12!/a mm, Breite 6'/4-7 mm. 

Kopf klein, breiter als lang, schwach gewölbt, spärlich und fein, am 
Scheitel etwas gröber punktiert. Augen schmal, klein, schräg, Stirn 4mal so 
breit wie ein Auge von oben gesehen, Hinterrand mit einer feinen Leiste, 
seitlich ganz schwach vorstehend. Wangen groß, im Kreisbogen nach vorne 
stark verengt. Clypeus sehr kurz, Vorderrand im Bogen ausgeschnitten, 
Ecken verrundet. Die Stirnfurche ist leicht gebogen, schmal und tief ein- 
geschnitten. Fühler sehr fein, sie überragen nur wenig die Mitte des Hals- 
schildes, Glied 3 ist 1?/amal so lang wie 4, Glied 9 größer, so lang wie breit 
und hat eine etwas viereckige Form, Glied 10 quer, kurz, Endglied sehr 
klein und quer. Mentum kurz und breit, Vorderrand fast gerade. Endglied 
der Maxillarpalpen schwach beilförmig, das der Labialpalpen klein und oval. 

Halsschild 2!/smal so breit wie in der Mitte lang, nach den Seiten 
stark gewölbt, Seitenrandkante deutlich, auch an der Basis nicht abgesetzt, 
größte Breite an der Basis, nach vorne im Bogen stark verengt. Basis stark 
doppelbuchtig, ohne Randleiste, Hinterwinkel mit einer stumpfen Spitze 
vorstehend. Vorderrand im Bogen ausgeschnitten, nur an den Seiten fein 
gerandet, Vorderwinkel rechteckig etwas vorstehend. Die Scheibe ist in der 
Mitte fein und spärlich, an den Seiten etwas kräftiger und dichter punktiert. 
Auf jeder Seite vor der Basis befindet sich ein # deutlicher, flacher Eindruck. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 87 


Auf der flachen Unterseite des Halsschildes sind lange, gelbe Härchen vor- 
handen, die von oben gesehen an den Seiten vorstehen. Schildchen sehr 
klein, halbkreisförmig, nur bei geneigter Halsschildstellung sichtbar. 


Flügeldecken etwas breiter als der Halsschild, stark gewölbt, 
gleichmäßig kurz oval, größte Breite in der Mitte, mit je drei deutlichen, 
glatten und breiten Rippen, und drei undeutlichen, manchmal nur hinten 
erkennbaren Zwischenrippen. Die erste Rippe ist in der Mitte der Flügel- 
decken, die dritte unmittelbar an der breiten, stark quergerunzelten Seiten- 
randkante, die von der äußersten Rippe von oben gesehen fast ganz ver- 
deckt ist. Die Zwischenräume der Rippen und der Zwischenrippen sind 
kräftig aber flach punktiert. Epipleuren an den Schultern breit, dann schmal 
bis ans Ende reichend, nicht punktiert aber etwas runzelig und mit einzelnen 


gelben Härchen versehen. 


Prosternum stark gewölbt, grob und runzelig punktiert, vorne 
steil und gewölbt abfallend, Vorderrand nur an den Seiten fein gerandet, 
zwischen den Hüften breit, gewölbt, stark quergerunzelt, nach hinten breit 
vorstehend, das Ende ist verrundet und etwas aufstehend. Propleuren in der 
Mitte mit flachen Längsfalten, an den Seiten, besonders hinten flach und 
granuliert. Mesosternum niedergedrückt, ausgehöhlt, mit wulstigen hohen 
Rändern. Metasternum und Abdomen fein und dicht granuliert. Beine nicht 
sehr kräftig, grob punktiert, spärlich beborstet, Schenkelunterseite scharf 
gekantet. Vorderschienen am Ende breit, Außenkante mit kurzen, dicken 
Börstchen, Endzahn so lang wie die ersten 2 Tarsenglieder. Mittel- und Hin- 
terschienen geraspelt, gerade. Tarsen kurz, mit wenigen kurzen Börstchen 


und ohne weiße lange Behaarung. 


Patria: 10 8 ö und 3 29, Loncopu£, Neuquen, Argentinien, IX. 1959. Holo-, 

Allo- und Paratypen in coll. Ardoin, Arcachon, Paratypen in Mus. Frey. 

P. argentina ist am nächsten verwandt mit P. costipennis Sol. und P. 
rugata Sol., diese beiden Arten haben aber einen viel stärker und dichter 
punktierten Halsschild, die Rippen der Flügeldecken sind schwächer, Zwi- 
schenrippen kaum zu erkennen, und vor allem ist die Punktur der Flügel- 
decken viel gröber und etwas gerunzelt. Sehr ähnlich sieht die neue Art 
einem $ von P. penai ähnlich, doch diese Art hat an den Tarsen und das Öö 
auch am Ende der Flügeldecken lange, helle und steife Härchen, und die 
Schienen sind viel dicker. 


Oligocara Sol. (Ulomini). 


Solier, Studi Ent. 1848, p. 153 (7), p. 224 (78); - in Gay, Chile, V, 1851, p. 226. - 
Lac. Gen. Col. p. 328; — Kulzer, Ent. Arb. Mus. Frey 9, 1958, p. 201. 


88 Kulzer: Neue Tenebrioniden aus Südamerika (Col.) 


Die Gattung Oligocara ist sehr nahe verwandt mit Uloma Latr., sie 
unterscheidet sich von dieser Gattung nur durch die Vorderschienen und die 
verdickten Vorderschenkel. Bei Oligocara sind die Vorderschienen länger, 
schlanker, am Ende schwach verbreitert und haben auf der Außenkante 
keine Zähne. Bei Uloma sind die Vorderschienen kürzer, nach dem Knie + 
stark verbreitert und haben auf der Außenkante 4-7 kräftige, scharfe Zähne. 
Die Arten von Oligocara sind ungeflügelt und die Decken sind verwachsen, 
die 6 6 haben am Vorderrand des Halsschildes keinen Eindruck, die Uloma- 
arten sind geflügelt, die ö ö haben am Vorderrand des Halsschildes einen # 
starken Eindruck der manchmal an den Seiten mit Höcker versehen ist, aller- 
dings gibt es auch Arten, wo die ö ö am Halsschild keinen Eindruck haben. 
Der Bau des Aedoeagus ist in beiden Gattungen sehr ähnlich. 


Von Oligocara waren bis jetzt 2 Arten bekannt, nitidum Sol. und tibialis 
Klzr., beide aus Chile; eine neue Art erhielt ich von P. Pio Buck aus Rio 
Grande do Sul, Brasilien. 


Oligocara bucki n. sp. 


Länglich oval, schwarz, glänzend, Tarsen und Fühler etwas heller, kahl, 
ungeflügelt, Flügeldecken verwachsen. Länge: 10-10!/e mm, Breite: 4 bis 
4!/2 mm. 


Kopf breiter als lang, schwach gewölbt, sehr fein punktiert. Augen 
quer, von den Wangen schwach, von den Schläfen nicht eingeengt, seitlich 
wenig vorstehend. Von der Seite gesehen ist der Hinterrand ganz gerade. 
Wangen sind an den Seiten schwach gebogen und nach vorne stark verengt. 
Clypeus sehr breit, kurz, schwach gewölbt, Vorderrand fast gerade, die 
Ecken sind verrundet. Clypealnaht kaum eingedrückt. Oberlippen weit vor- 
stehend, Vorderrand leicht gebogen, Gelenkhaut deutlich. Die Fühler sind 
kräftig, sie erreichen nicht ganz die Mitte des Halsschildes. Glied 1 ist sehr 
dick, viel länger als 2, Glied 3 ist 11/amal so lang wie 4, das 6.-10. ist quer, 
Endglied ebenfalls breiter als lang und vorne verrundet. Mentum beim Ö 
groß, queroval, schalenförmig ausgehöhlt, glatt, mit einem feinen Börstchen- 
kranz umgeben, beim $ ist das Mentum etwas länger als breit, birnenförmig, 
in der Mitte mit einem Eindruck, an den Seiten gewölbt, punktiert und ohne 
Börstchenkranz. Endglied der Maxillarpalpen schwach beilförmig, Endglied 
der Labialpalpen beim ö auf der Unterseite glatt, glänzend, kreisrund, 
flach, kaum tellerförmig ausgehöhlt. Beim $ sind die Labialpalpen länglich 
oval. Mandibeln kräftig, an den Seiten stark gebogen und scharf zweispitzig. 

Halsschild 1'/amal so breit wie lang, gleichmäßig gewölbt, größte 


Breite in der Mitte, Seitenrand schwach gebogen, hinten kaum ausgeschweift, 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 89 


mit sehr feiner Randkante. Die Basis ist ungefähr so breit wie der Vorder- 
rand, etwas doppelbuchtig, Randkante undeutlich, Hinterwinkel nicht vor- 
stehend und stumpf rechteckig. Vorderrand fast gerade, nur an den Seiten 
mit einer Randleiste, Vorderwinkel kaum vorstehend und verrundet. Die 
Scheibe ist mikroskopisch fein und gleichmäßig punktiert. Schildchen halb- 
kreisförmig, etwas gewölbt. 


Flügeldecken gleichmäßig oval, gewölbt, ohne Seitenrandkante, 
ohne Schulterbeulen, mit sehr feiner Punktur in den Streifen. Zwischen- 
räume leicht gewölbt und mikroskopisch fein punktiert. Epipleuren glatt, an 
den Schultern breit, dann schmal bis ans Ende reichend. 


Prosternum nach vorne schwach geneigt, zwischen den Hüften 
an den Seiten mit einer deutlichen Randfurche, nach hinten gewölbt ab- 
fallend. Beim ö ist die Mitte, fast bis zum Vorderrand, mit kurzen, gelben 
Börstchen versehen. $ ist kahl. Mesosternum vorne ziemlich stark einge- 
drückt. Abdomen kaum punktiert, an den Seiten leicht längsgerieft. Anal- 
segment und Pygidium mit kleinen Ausbuchtungen die ineinander greifen, 
so daß ein fester Verschluß entsteht. Beine kurz, Schenkel, besonders die 
vorderen verdickt, beim & sind die mittleren und hinteren auf der Unter- 
seite mit einer aus kurzen, gelben Härchen bestehenden Leiste versehen, die 
dem ® fehlt. Sonst sind die Schenkel glatt und unbehaart. Vorderschienen 
gerade, schmal, nach vorne schwach verbreitert, an der Außenkante glatt, 
von der Seite gesehen in der Mitte mit einem stumpfen Höcker, die Unter- 
seite in der zweiten Hälfte ist flach, gehöckert, mit scharfer Außenkante. 
Das innere Ende ist etwas vorgezogen, so daß die Tarsen seitlich eingeengt 
sind. Außerdem sind die Vorderschienen am Ende beim & dicht gelb be- 
haart. Mittelschienen beim Öö im letzten Drittel auf der Unterseite etwas 
verbreitert und schwach gekrümmt, beim $ gerade und am Ende nur 
schwach verbreitert. Hinterschienen in beiden Geschlechtern gerade und 
dünn. Aedoeagus vorne vom Gelenk ab kurz, flach und breit, etwas nach 
aufwärts gebogen, an den Seiten parallel, vorne etwas ausgeschweift, Vor- 
derrand breit und gerade abgestutzt. Hinter dem Gelenk ist der Aedoeagus 
sehr lang, stark gekrümmt und nach hinten ziemlich stark verbreitert. 


Patria: 2 dd und 3 ?9, Sao Francisco de Paula, 900 m, Rio Grande do Sul, 
Brasilien. Holo-, Allo- und Paratype im Mus. Frey, 2 Paratypen in coll. 
P. Pio Buck. 


O. bucki ist leicht von den anderen 2 Arten der Gattung durch die 
geringere Größe, 10-10!/s mm (die anderen Arten sind 14mm lang), zu 
unterscheiden. Bei O. nitidum ist der Halsschild so breit wie lang, und die 
Zwischenräume der Flügeldecken sind fast flach. O.tibialis 5 hat stark 
gekrümmte Mittelschenkel und in der Mitte der Mittelschienen auf der 


90 Kulzer: Neue Tenebrioniden aus Südamerika (Col.) 


Unterseite einen breiten dreieckigen Zahn. Auch sind die Aedoeagi der bei- 
den Arten von dem der O. bucki sehr verschieden. Sehr ähnlich in der Ge- 
stalt ist die neue Art einem @ der Uloma retusa var. atrata Geb. 


Neue Arten der Gattung Ulosonia Lap. (Ulomini) 
und Bestimmungstabelle. 


Die Arten dieser Gattung sehen sich alle sehr ähnlich und sind schwer 
zu bestimmen, besonders die PP, die keine sekundären Geschlechtsunter- 
schiede haben. Die Armierung des Kopfes beim 5 ist sehr variabel, der 
Unterschied zwischen schwachen und kräftigen ö Ö ist meistens sehr groß. 
Auch ist die Punktur des Halsschildes innerhalb der gleichen Art recht unter- 
schiedlich. Durch Genitaluntersuchungen beim ö aber ist es eine Leichtig- 
keit die Arten zu identifizieren, denn die Aedoeagi sind für die einzelnen | 
Arten sehr charakteristisch. 

Unbekannt geblieben ist mir nur U. ceratodera Fairm. aus Venezuela, 
aus der Beschreibung dieser Art in Ann. Fr. 41, 1892 p. 85 geht aber hervor, 
dal diese Art wohl nicht in die Gattung Ulosonia gehört, denn außer der 
Kopfarmierung des Ö ist auch der Halsschild von ceratodera am Vorderrand 
mit 2 ziemlich dicken Hörner bewehrt, die allen anderen Arten von Ulosonia 


fehlen. 


Bestimmungstabelle der Gattung Ulosonia Lap. 


1 (10) Das Horn am Vorderrand des Clypeus ist so lang oder nur wenig 
kürzer und # steil aufgerichtet. 

2 (7) Das Horn am Vorderrand des Clypeus ist nicht dicker und hat die 
gleiche Form wie die Stirnhörner. 

3 (6) Halsschild außer der feinen Punktur noch mit zerstreuten, groben 
Punkten besetzt. 

4 (5) Größere Art, Länge 8-9 mm, stärker gewölbt. Kopfhörner lang und 
dünn, bei starken & ö Stirnhörner etwas nach innen gebogen. 
Konzentriert auf die Mitte der Scheibe befinden sich einige grobe 
und tiefe Punkte, selten sind auch an den Seiten 2 oder 3 solcher 
Punkte. Reihenpunktur der Flügeldecken kräftig, etwas vertieft, 
die Punkte stehen ziemlich nahe beisammen. Zwischenräume leicht 
gewölbt und mikroskopisch fein punktiert. Seitenrand des Hals- 
schildes und der Flügeldecken durch eine Furche abgesetzt, die 
Randkante schwach erhaben. Dunkelbraun bis schwarz (Aedoeagus 
Abb. la). Am. c. 

tricornis Dalm. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 91 


5 (4) Kleinere Art, Länge 7-8 mm, flacher. Kopfhörner wie bei tricornis 


10 (1 


Sn 


= 


aber schwächer. Halsschild fein aber deutlich punktiert, die groben 
Punkte sind nicht so groß und flacher als bei tricornis und auf der 
ganzen Scheibe zerstreut. Die Reihenpunktur der Flügeldecken ist 
feiner, flacher und weniger vertieft. Zwischenräume flach und sehr 
fein aber deutlich punktiert. Seitenrandkante des Halsschildes und 
der Flügeldecken breit, aber flach abgesetzt. Braun bis dunkel- 
braun. Aedoeagus wie bei tricornis nur im vorderen Teil etwas aus- 
geschweift. Mexico. 
depressa Champ. 
Halsschild fast glatt, ohne grobe Punkte dazwischen. In der Form 
und in der Kopfarmierung wie tricornis, nur etwas schwächer. Die 
Punkte in den Reihen der Flügeldecken stehen etwas weiter aus- 
einander. Zwischenräume leicht gewölbt und fein punktiert. Seiten- 
randkante des Halsschildes und der Flügeldecken durch eine tiefe 
Furche abgesetzt, die Randkante ist deutlich aufgerichtet. Sehr ab- 
weichend von den übrigen Arten ist der Aedoeagus (Abb. 1b) Am. c. 
canaliculata Champ. 
Das Horn am Vorderrand des Clypeus hat eine andere Form und 
ist viel dicker als die Stirnhörner. 


Das Horn am Vorderrand des Clypeus ist steil aufgerichtet, im 
Umfang 3mal so dick wie ein Stirnhorn, von oben gesehen rund, 
parallel, am Ende abgestumpft, von der Seite gesehen an der Basis 
breit und nach oben zugespitzt. Stirnhörner gerade, steil aufge- 
richtet. Halsschild gewölbt, glänzend, mit deutlichen feinen und 
groben, tiefen, auf der ganzen Scheibe zerstreuten Punkten. Seiten- 
randkante des Halsschildes kaum, der Flügeldecken breit abge- 
setzt. Dunkelbraun. Länge 8mm (Aedoeagus Abb. Ic). Brasilien. 

brasiliensis n. sp. 


Das Horn am Vorderrand des Clypeus ist etwas nach vorne geneigt, 
auf der Ober- und Unterseite flach, breit, parallel, 2mal so breit wie 
ein Stirnhorn, am Ende abgestutzt und etwas eingesattelt, von der 
Seite gesehen ist das Horn schmal. Stirnhörner auch etwas nach 
vorne gerichtet und nach innen gekrümmt. Halsschild flach, wenig 
glänzend, fein aber deutlich punktiert, ohne grobe Punktur dazwi- 
schen. Seitenrandkante des Halsschildes kaum, die der Flügeldek- 
ken breit abgesetzt. Länge 6!/2-7!/a mm. Am. c. (Am. mer.?) 
dejeani Champ. 
Das Horn am Vorderrand des Clypeus ist sehr kurz, dreieckig, 
zahnartig, flach, nicht oder schwach aufgerichtet, bei schwachen 


92 


Kulzer: Neue Tenebrioniden aus Südamerika (Col.) 


11 (18) 


12 (13) 


13 (12) 


17) 


15 (16) 


16 (15) 


ö 6 fast ganz verschwunden, manchmal kegelförmig, manchmal ist 
ein kleines Zäpfchen gebildet, das dann in der Mitte etwas ausge- 
schweift ist (bei vacca), niemals aber !/s der Länge der Stirnhörner 
überschreitet und niemals diesen in der Form ähnlich ist. 


Vorderschienen beim & auf der Unterseite am Knie ohne Einbuch- 
tung, bis ans Ende gerade und schwach verbreitert. 


Halsschild und Oberseite des Kopfes matt seidenglänzend, kaum 
erkennbar punktiert. Beim 9 ist der Clypeus fein und dicht, die 
Stirnhöhle fast grob punktiert. Horn am Vorderrand des Clypeus 
kurz, stumpf kegelförmig und etwas aufgerichtet. Die Stirnhörner 
sind stark nach vorne gerichtet. Reihenpunktur der Flügeldecken 
fein, die Punkte stehen nahe beisammen, Zwischenräume flach, 
mikroskopisch fein punktiert. Dunkelbraun, fast schwarz. Länge 
91/8-10 mm (Aedoeagus Abb. If). Brasilien. 

laevicollis n. sp. 


Halsschild und Oberseite des Kopfes glänzend. Punktur des Hals- 
schildes # deutlich und immer mit * zahlreichen gröberen Punkten 
vermengt. 


Horn am Vorderrand des Clypeus ist sehr schwach entwickelt, mei- 
stens ganz flach und nur als dreieckiger Vorsprung angedeutet, 
nicht aus der Ebene des Clypeus herausragend, nur bei kräftig ent- 
wickelten 5 ö hebt es sich etwas ab. Stirnhörner stark nach vorne 
geneigt. 


Breite, flache Form. Stirnhöhle grob, runzelig und dicht punktiert. 
Halsschild an den Seiten gleichmäßig gebogen, die Scheibe ist 
mikroskopisch fein, manchmal etwas kräftiger punktiert, mit # 
zahlreichen, groben Punkten dazwischen, manchmal sind es nur 
einzelne Punkte. Die Reihenpunktur der Flügeldecken ist fein, die 
Punkte stehen ziemlich weit auseinander. Zwischenräume leicht, an 
den Seiten stärker gewölbt und mikroskopisch fein punktiert. Länge 
9-10 mm (Aedoeagus sehr abweichend von dem der übrigen Arten 
Abb. 1d und e). Weit verbreitete Art, Mexico, Am. c. u. mer. Cuba. 

biimpressa Latr. 


Schmäler, gewölbter. Stirnhöhle fein punktiert, nicht gerunzelt, 
Halsschild Seitenrand subparallel. Scheibe fein punktiert mit meh- 
reren, auf der ganzen Scheibe verteilten gröberen Punkten. Reihen- 
punktierung der Flügeldecken fein, die Punkte stehen dichter bei- 
sammen. Zwischenräume leicht gewölbt und mikroskopisch fein 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 93 


17 (14) 


18 (11) 


punktiert. Länge 8-8'/a mm. Californien, Arizona (Aedoeagus Abb. 
lg und h). 
marginata Lec. 


Horn am Vorderrand des Clypeus sehr variabel, entweder kurz, 
spitzkegelförmig und etwas aufgerichtet, oder wie ein kleines oben 
abgestumpftes Zäpfchen, das manchmal in der Mitte etwas ausge- 
schweift ist. Stirnhörner gerade, parallel und senkrecht abstehend, 
die Stirnhörner sind manchmal sehr dick. Oberseite des Kopfes und 
die Stirnhöhle fast glatt oder nur sehr schwach punktiert. Halsschild 
ziemlich stark gewölbt, an den Seiten subparallel, die Scheibe ist 
fein aber deutlich punktiert, die # zahlreichen gröberen Punkte 
sind hauptsächlich an den Seiten konzentriert. Flügeldecken schmal, 
subparallel, Punktreihen deutlich, die Punkte stehen weit ausein- 
ander, Zwischenräume fast flach, chagriniert oder kaum punktiert. 
Länge 5!/2-7 mm. Brasilien, Argentinien (Aedoeagus Abb. li). 
vaccaE. 
(= parvicornis Fairm.) Syn. nov.!) 


Vorderschienen beim Öö auf der Unterseite am Knie mit einer deut- 
lichen Ausbuchtung und dann nach vorne etwas stärker verbreitert 
als bei den anderen Arten der Gattung. Horn am Vorderrand des 
Clypeus kurz, dick, stumpfkegelförmig und etwas aufgerichtet. 
Stirnhörner gerade, senkrecht abstehend. Oberseite des Kopfes 
glänzend, fein und spärlich punktiert, mit gröberen, auf der ganzen 
Scheibe zerstreuten Punkten besetzt. Reihenpunktur der Flügel- 
decken mäßig fein. Länge 7'/a-8 mm. Amazonas (Aedoeagus Ab- 
bildung Ik). 


amazonica n. sp. 


1) U. parvicollis Fairm. bezieht sich auf ein sehr schwaches 4 der U. vacca. 
Type im Pariser Museum. Die Armierung des Kopfes ist sehr stark reduziert, wie 
es bei den anderen Arten der Gattung auch vorkommt. Genitalpräparate des & 
haben keinen Unterschied ergeben, außerdem sind Übergänge zu kräftigen 4 d 
vorhanden. 


94 Kulzer: Neue Tenebrioniden aus Südamerika (Col.) 


f g h | N 


Abbildung 1, a-k: Aedoeagi der Ulosonia Arten 


a) tricornis Dalm. f) laevicollis n. sp. 

b) canaliculata Champ. g) marginata Lec. (dorsal) 
c) brasiliensis n. sp. h) marginata Lec. (lateral) 
d) biimpressa Latr. (dorsal) i) vacca F. 

e) biimpressa Latr. (lateral) k) amazonica n. sp. 


Ulosonia brasiliensis n. sp. (Abb. Ic) 


Parallel, flach, schwarz, stark glänzend, Unterseite, Beine und Fühler 
kaum heller. Länge: 8 mm, Breite: 3 mm. 


Kopf des ö so breit wie lang, vorne verrundet, nur der hintere Teil 
des Stirneindruckes ist fein punktiert, die übrige Oberseite glatt. Augen 
leicht gewölbt, an den Seiten leicht vorstehend, innen am Horn abschnei- 
dend. Wangen fast so breit wie die Augen, schwach gewölbt, nach vorne im 
flachen Bogen verengt und mit dem Vorderrand des Clypeus verrundet. 
Der Stirneindruck ist breit aber nicht sehr tief, setzt sich an den Seiten bis 
zum vorderen Horn in einer Furche fort, dadurch ist der Seitenrand des 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 95 


Clypeus erhaben und die Mitte desselben leicht gewölbt. In der Mitte des 
Vorderrandes befindet sich ein dickes, fast senkrecht aufstehendes Horn, das 
im Umfange Smal so dick und um !/s kürzer ist als ein Stirnhorn, von hinten 
gesehen ist es fast parallel und oben abgestumpft, von der Seite gesehen an 
der Basis sehr breit und nach oben stark verjüngt. Die Stirnhörner sind lang, 
gerade, unten und oben gleich dick und etwas nach vorne gerichtet. Die 
Fühler sind kräftig, Glied 3 etwas länger als 4, das 7.-10. so lang wie breit, 
Endglied fast rund. Die Maxillarpalpen haben eine sehr schräg abgestutzte 
Tastfläche. 

Halsschild doppelt so breit wie lang, nach den Seiten und nach 
vorne ziemlich stark gewölbt, stärker als bei den übrigen Arten, größte 
Breite hinter der Mitte, zur Basis kaum, nach vorne im flachen Bogen ver- 
engt. Seitenrandkante schmal abgesetzt. Basis doppelbuchtig, nur ein kurzes 
Stück in der Mitte ohne Randkante, Hinterwinkel rechteckig. Vorderrand 
ebenfalls doppelbuchtig, die Mitte etwas vorgezogen, ganz gerandet, Vor- 
derwinkel vorstehend und breit verrundet. Die Scheibe ist sehr fein punk- 
tiert und mit zahlreichen, unregelmäßig zerstreuten, groben und tiefen 
Punkten, auch an den Seiten, bedeckt. 

Flügeldecken subparallel, Seitenrandkante schmal abgesetzt, die 
Punkte in den Reihen sind grob. Die Zwischenräume sind oben schwach, an 
den Seiten etwas stärker gewölbt und mikroskopisch fein punktiert. 

Prosternum flach, nach vorne und hinten schwach geneigt, fein 
punktiert. Prosternalfortsatz vorstehend und am Ende abgestumpft. Ab- 
domen in der Mitte fein, an den Seiten stärker punktiert. Beine kurz, Schen- 
kel verdickt, Schienen gerade, Tarsen fein und kurz. Charakteristisch bei der 
Art ist der Aedoeagus, für die Gattung ziemlich groß, gewölbt, vorderer 
Teil ist am Gelenk am breitesten, nach vorne ganz gerade zugespitzt mit 
einer stumpfen Spitze ohne Börstchen, der hintere Sack ist etwas länger und 
nach hinten schwach verbreitert. 2 unbekannt. 

Patria: 2 ö ö, Brasilien, S. Leopoldo. Holo- und Paratype im Museum Frey. 

U. brasiliensis ist leicht kenntlich am dicken Horn in der Mitte des Vor- 
derrandes des Kopfes. Ein ähnliches Horn hat U. dejeani Champ., dieses 
Horn ist aber von der Seite gesehen nach oben nicht verjüngt, außerdem hat 
diese Art einen flacheren und viel schwächer punktierten Halsschild. 


Ulosonia laevicollis n. sp. (Abb. 1f) 

Groß, flach, lang gestreckt, parallelseitig, glänzend schwarz, manchmal 
etwas ins Bräunliche übergehend, Beine, Fühler und Unterseite etwas hel- 
ler. Länge: 91/2-10 mm, Breite: 31/2-33/4 mm. 

Kopf des ö seidenglänzend, die ganze Oberseite, auch die Stirnver- 
tiefung mikroskopisch fein punktiert. Die Augen grob fazettiert, sie über- 


96 Kulzer: Neue Tenebrioniden aus Südamerika (Col.) 


ragen etwas den Seitenrand und schneiden am Innenrand direkt am Horn 
ab. Wangen fast so breit wie die Augen, gewölbt, hinten an den Seiten stark 
gebogen, nach vorne ganz schwach ausgeschweift verengt und mit dem Vor- 
derrand verrundet. Der Stirneindruck ist sehr tief und setzt sich nach vorne 
in einer flachen Furche fort, diese Furche umschließt kreisförmig den Vor- 
derkopf, so daß dieser etwas gewölbt ist, manchmal ist in der Mitte der 
Wölbung eine schwache Längsfurche zu erkennen, bei schwach entwickelten 
ö 6 ist das kurze stumpfe Horn in der Mitte des Vorderrandes dreieckig, 
flach und nicht aufstehend, bei stärkeren 5 Öö etwas gewölbt, länger und 
schwach aufgerichtet. Neben den Augen befindet sich ein kräftiges, ziemlich 
langes, am Ende stumpfes Horn, das stark nach vorne geneigt und etwas 
gekrümmt ist. Beim $ ist der Stirneindruck dicht und kräftig, der Vorderteil 
des Kopfes fein aber deutlich punktiert, neben den Augen befindet sich an 
Stelle der Hörner eine Beule und der Vorderrand des Kopfes ist gerade 
abgestutzt, die Wangen sind nach vorne fast gerade verengt. Die Fühler 
erreichen nicht ganz die Basis des Halsschildes, Glied 3 ist etwas länger als 
4, vom 6. ab sind sie erweitert, 7-9 breiter als lang, Endglied queroval. 
Mentum an der Basis schmal, gerade, nach vorne stark erweitert, Vorder- 
rand etwas verrundet und gewölbt, die Mitte ist flach. Endglied der Maxil- 
larpalpen schwach beilförmig, am Ende stark schräg abgestutzt, Labial- 
palpen klein, schwach beilförmig. 


Halsschild 1!/smal so breit wie in der Mitte lang, größte Breite in 
der Mitte, nach vorne im Bogen mäßig, nach hinten kaum verengt. Seiten- 
rand mit einer schmalen Furche und einer kräftigen Randkante. Basis in der 
Mitte etwas vorgezogen, nur an den Seiten mit einer Randleiste. Auf jeder 
Seite mit einem schwachen Eindruck, auch in der Mitte der Basis ist manch- 
mal ein schwacher Eindruck zu erkennen, besonders beim d. Hinterwinkel 
stumpf rechteckig. Vorderrand im Bogen ausgeschnitten, an den Seiten mit 
einer Randleiste, Vorderwinkel vorstehend und stumpf. Die Scheibe ist 
nach den Seiten und vorne gewölbt und mikroskopisch fein punktiert, stark 
glänzend. Schildchen klein, halbkreisförmig kaum punktiert. 


Flügeldecken parallel, flach, Seitenrand schmal aber scharf ab- 
gesetzt, an den Schultern rechteckig, Basis am Schildchen etwas zurückge- 
zogen und so breit wie der Halsschild. Die Punktstreifen sind sehr fein, 
reichen bis ans Ende, die Punkte stehen dicht. Zwischenräume oben kaum 
an den Seiten etwas stärker gewölbt, äußerst fein aber deutlich punktiert. 
Die Epipleuren reichen bis ans Ende, sind auf der Innenseite dick gerandet 
und nicht punktiert. 

Prosternum flach, nach vorne und hinten leicht geneigt, fein 
punktiert, Prosternalfortsatz ziemlich weit vorstehend, mit stumpfer Spitze 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 97 


und an den Seiten ohne Kanten, in der Mitte mit einer ganz flachen Längs- 

furche. Mesosternum vorne tief eingedrückt und gewölbt abfallend. Ab- 

domen in der Mitte kaum, an den Seiten kräftig punktiert. Beine kurz, 

Schenkel etwas verdickt, Schienen gerade, Tarsen dünn. Der Aedoeagus ist 

verhältnismäßig groß, der vordere Teil ist am Gelenk am breitesten, nach 

vorne gerade verengt, mit stumpfer, etwas nach abwärts gerichteten Spitze 
ohne Härchen, der hintere Sack ist nach hinten erweitert und bildet am 

Gelenk einen Kreisbogen. 

Patria: 7 6& und 5 ?9, Hansa Humbold, Sta. Catharina, Brasilien. Holo-, 
Allo- und Paratypen im Museum Frey; 1 6 und 2 ?® Brasilien, Nova 
Teutonia 11. XI. 1955, leg. F. Plaumann. Paratypen in coll. Ardoin; 
2 öö und 1 ® Brasilien ohne genaue Fundortsangabe, Paratypen, ex 
coll. Haag-Rutenberg in Zool. Staatssammlung München; 3 ?%, Bresil, 
Prov. Sta. Catarina, Hansa Humboldt. leg. Ant. Maller, 1934, Paratypen 
im Pariser Museum. 


Ulosonia amazonica n. sp. (Abb. Ik) 


Flach, langgestreckt, parallelseitig, glänzend, dunkelbraun bis fast 
schwarz, Beine und Fühler etwas heller. Länge: 7'/s-8 mm, Breite 31/a bis 
31/2 mm. 

Kopf des ö glänzend, fein aber deutlich punktiert, Stirnvertiefung 
kräftig, Scheitelkante gröber punktiert. Augen grob fazettiert, gewölbt, sie 
überragen den Seitenrand des Kopfes nicht und reichen am Innenrand bis 
zum Stirnhorn. Wangen so breit wie die Augen, nach vorne im schwachen 
Bogen stark verengt. Der Vorderrand des Clypeus bildet einen Kreisbogen, 
in der Mitte mit einem kurzen, kegelförmigen etwas aufgerichteten Horn. 
Stirnhörner mäßig lang, parallel, nach vorne gerichtet. Kopf beim $ mit 
einem halbkreisförmigen, nicht sehr tiefen Eindruck, der an den Seiten fast 
den Vorderrand erreicht. Vorderrand des Clypeus fast gerade, Ecken ver- 
rundet. Die Wangen sind nach vorne fast gerade verengt. Am Innenrand 
der Augen befinden sich an Stelle der Hörner flache Beulen. Vorderkopf fein 
und spärlich, Stirnvertiefung grob und dicht punktiert. Die Fühler erreichen 
nicht ganz die Basis des Halsschildes, Glied 3 ist etwas länger als 4, vom 6. 
ab sind die Glieder verbreitert, das 9. und 10. ist breiter als lang, Endglied 
fast rund, etwas länger als breit. Mentum trapezförmig, punktiert, in der 
Mitte gewölbt. Maxillarpalpen stark beilförmig, am Ende stark abgeschrägt, 
Labialpalpen klein, fast parallel. 

Halsschild 1?/smal so breit wie lang, mäßig gewölbt, größte Breite 
in der Mitte, nach hinten kaum und gerade, nach vorne im Bogen mäßig 
verengt. Seitenrand mit einer schmalen Furche und einer kräftigen Rand- 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 7 


98 Kulzer: Neue Tenebrioniden aus Südamerika (Col.) 


kante. Basis leicht doppelbuchtig, mit einer feinen, in der Mitte unterbroche- 

nen Randkante, auf jeder Seite in der Mitte mit einem schwachen Längs- 

eindruck. Hinterwinkel nicht vorstehend und rechteckig. Vorderrand im 

Bogen ausgeschnitten, leicht doppelbuchtig, Randleiste fein, in der Mitte 

undeutlich, Vorderwinkel vorstehend und stumpf. Die Scheibe ist sehr fein 

und mäßig dicht punktiert, dazwischen sind einzelne grobe Punkte unregel- 
mäßig eingestreut. Schildchen halbkreisförmig. 

Flügeldecken parallel, flach, Seitenrandkante flach abgesetzt, an 
den Schultern eckig vortretend, die Punktreihen sind mäßig fein, reichen bis 
ans Ende und stehen ziemlich nahe beieinander. Zwischenräume leicht ge- 
wölbt, kaum punktiert, fein chagriniert. Die Be sind Be und 
reichen bis ans Ende. 

Prosternum nach den Seiten gewölbt, glänzend, sehr fein punk- 
tiert, zwischen den Hüften etwas eingeengt, hinter den Hüften mit einem 
parallelen, glatten, kaum geneigten und vorstehenden Fortsatz. Mesoster- 
num tief eingedrückt mit wulstigen Rändern, glatt, glänzend. Abdomen in 
der Mitte glatt, an den Seiten und das ganze Analsegment fein punktiert. 
Beine kurz, schwach, Schenkel wenig verdickt, Schienen gerade. Beim 
sind die Vorderschienen am Knie auf der Unterseite in einem kurzen, aber 
deutlichen Bogen ausgeschnitten und dann verbreitert. Sehr auffallend und 
abweichend von den übrigen Arten ist der Aedoeagus. Der vordere Teil ist 
in der hinteren Hälfte fast parallel, sehr wenig chitinoes, durchsichtig, dann 
nach vorne zugespitzt mit einer stumpfen Spitze, die mit langen Härchen 
besetzt ist. Der hintere Sack ist wenig verbreitert und ungefähr so lang wie 
der vordere Teil (Abb. Ik). 

Patria: 3 dd und 2 ?%, Teffe (Ega) Amazones, M. de Mathan, 3. Trimestre 
1878, Holo-, Allo- und Paratypen im Pariser Museum (davon 2 Para- 
typen, d? im Museum Frey); 2 66 und 2 ??, Amazones, Fontebao, 
Dr. Hahnel, Paratypen, im Museum Paris; 1 & und 1 $, Macicore, 
Amazones und 1 Öö, Teffe (Ega) Amazones in coll. Ardoin, Arcachon; 
2 2? Amazones, ohne genauen Fundort, Paratypen im Ungarischen 
Nationalmuseum Budapest. Die Exemplare aus Fontebao und Macicore 
sind etwas dunkler gefärbt. 

U. amazonica ist von den anderen Arten der Gattung durch die Aus- 
buchtung auf der Unterseite der Vorderschienen in der Nähe des Knies beim 


ö leicht zu unterscheiden. 


Apocrypha ovipennis n. sp. (Apocryphini) 


Halsschild fast kugelig, Flügeldecken eiförmig. Dunkel pechbraun bis 
fast schwarz, Fühler, Palpen und Beine rotbraun. Halsschild und Flügel- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 99 


decken mit langen, weichen, senkrecht abstehenden, dunkelbraunen Här- 
chen nicht sehr dicht besetzt. Länge: 3-31/2 mm, Breite: 1-1!/ mm. 


Kopf breiter als lang, leicht gewölbt, vorne flach, Oberseite grob und 
runzelig punktiert. Augen gewölbt, grob fazettiert, von oben gesehen kreis- 
rund, seitlich vorstehend, von den Wangen und Schläfen nicht eingeengt. 
Stirn 4mal so breit wie ein Auge von oben. Wangen schmäler als die Augen, 
nach vorne im Bogen stark verengt. Clypeus vorne sehr schmal, gerade ab- 
gestutzt, Clypealnaht sehr undeutlich, durch die grobe Punktur kaum zu 
erkennen. Die Fühler sind kräftig, sie überragen mit zwei Gliedern die Basis 
des Halsschildes. Die Glieder 3-7 sind in der Länge und Dicke nicht sehr 
verschieden, 8 und 9 am Ende sehr verbreitert, Endglied zwiebelförmig. 
Alle Glieder ziemlich dicht und fein behaart. Mentum etwas trapezförmig, 
in der Mitte mit einem feinen Längskiel und an den Seiten eingedrückt. 
Endglied der Maxillarpalpen stark beilförmig, das der Labialpalpen spindel- 
förmig. 

Halsschild kugelförmig, so breit wie lang, ohne Seitenrandkante. 
Basis sehr stark eingeschnürt und tief liegend, ganz schmal abgesetzt. Vor- 
derrand fast doppelt so breit wie die Basis. Die Oberseite ist grob und dicht 
punktiert. Schildchen winzig klein, im Grunde kaum zu erkennen. 


Flügeldecken eiförmig, ebenso stark gewölbt wie der Halsschild, 
Basis so schmal wie die des Halsschildes und tief liegend, die Seiten bilden 
von oben gesehen ein gleichmäßiges Oval, Seitenrandkante ist keine vor- 
handen. Die Reihenpunktur ist kräftig und regelmäßig, die Punkte sind 
etwas schwächer als die des Halsschildes und stehen nicht so dicht. Die 
Punktur ist auf dem umgeschlagenen Teil der Flügeldecken irregulär und 
viel gröber. Epipleuren überall gleichmäßig schmal, etwas gewölbt und am 
Ende erloschen. 


Prosternum grob punktiert, gewölbt, Vorderrand mit einer Kante, 
zwischen den Hüften nach vorne und hinten etwas geneigt und schmal. 
Mesosternum geneigt und in der Mitte leicht gewölbt. Metasternum in der 
Mitte mit einer runden Grube. Die ganze Unterseite des Hinterkörpers grob 
und ziemlich dicht punktiert und mäßig dicht mit feinen Härchen besetzt. 
Beine dünn, gerade und spärlich behaart, Vorderschenkel ist etwas dicker, 
Schienen rund, Tarsen sehr fein und kurz. Sekundäre Geschlechtsunter- 
schiede sind nicht vorhanden. 

Patria: 15 Stück, Las Cruces, Cord. Parral V. 1958, leg. L. Pena. Holo- und 

Paratypen in coll. Pena, Paratypen im Mus. Frey. 

A. ovipennis ist von den übrigen Arten der Gattung durch die lang 
abstehende Behaarung der Oberseite, durch den eiförmig stark gewölbten 
Hinterkörper und durch die Größe leicht zu unterscheiden. Von den bisher 


100 Kulzer: Neue Tenebrioniden aus Südamerika (Col.) 


bekannten Arten kommen 3 in Californien, anthicoides Esch., dyschiriodes 
Lec. und clivinoides Horn und eine in Chile, elegans Sol., vor. Alle diese 
Arten haben einen gesteckteren, nicht so stark gewölbten Hinterkörper und 
eine viel schwächere Behaarung der Oberseite, außerdem sind sie kleiner. 


Zur Synonymie. 


Peltolobus waterhousei Bates, Ent. Month. Mag. 10. 1873-74, p. 47. 
(= Alhuena penai Kulzer) Ent. Arb. Mus. Frey, 7, 1956, p. 912, Abb. 1. 


Register 


Gattungen 


Alhuena Klzr. 79 Peltolobus Lac. 79, 100 
Apocrypha Eschsch. 98 Platesthes Wat. 86 
Cardigenius Sol. 82 Praocis Eschsch. 86 
Epipedonota Sol. 83 Scotobius Germ. 84 
Megalophrys Wat. 79 Ulosonia Lap. 90 
Oligocara Sol. 87 

Arten 
amazonica n. sp. (Ulosonia) 93,97  hirtipes n. ssp. (Platesthes) 86 
ardoini n. sp. (Peltolobus) 80 laevicollis n. sp. (Ulosonia) 92, 95 
ardoini n. sp. (Scotobius) 84 marginata Lec. (Ulosonia) 93 
argentina n. sp. (Praocis) 86 ovipennis n. sp. (Apocrypha) 98 
biimpressa Latr. (Ulosonia) 92 penai Klzr. (Peltolobus) 80 
brasiliensis n. sp. (Ulosonia) 91,94 parvicornis Fairm. (Ulosonia) 93 
bucki n. sp. (Cardigenius) 82 patagonicus Wat. (Peltolobus) 79 
bucki n. sp. (Oligocara) 88 riverai n. sp. (Epiped.) 83 
canaliculata Champ. (Ulosonia) 91 silphoides Wat. (Platesthes) 86 
dejeani Champ. (Ulosonia) 91 tricornis Dalm. (Ulosonia) 90 
depressa Champ. (Ulosonia) 91 vacca F. (Ulosonia) 93 


desertorum Berg (Peltolobus) 80 waterhousei Bat. (Peltolobus) 80, 100 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 101 


Neue und verkannte Aphodiinae aus allen Erdteilen 


(Col. Scarab.) 
III. Teil 
(Mit 7 Abbildungen) 
von Rudolf Petrovitz, Wien 


Aphodius (Megatelus) diadimitus n. sp. 

In Gestalt, Größe und Färbung dem Aph. (M.) dimidiatus Roth gleich, 
aber der Halsschild ist gröber, dichter und ungleichmäßiger punktiert und 
die Basis des Halsschildes über die ganze Breite vollständig und deutlich 
gerandet. 

Holotypus ö und Allotypus $: Exped. Mus. Frey, Nigeria-Kamerun, Ba- 
menda, 13. XII. 1955, leg. Bechyne; im Museum Frey — Paratypen do., 

10., 13. und 19. XII. 1955. 


Aphodius (Pleuraphodius) assimilis n. sp. 

Von schmaler, nach rückwärts nur wenig verbreiterter Gestalt, gut ge- 
wölbt; rotbraun, Clypeus und Vorderecken des Halsschildes heller durch- 
scheinend; Oberseite, besonders die Flügeldecken, durch Chagrinierung 
matt; fein, z. T. nur staubartig behaart. 

Clypeus vorn abgestutzt und deutlich ausgerandet, Ecken stumpf, Sei- 
ten gerade in die nur wenig überragenden Wangen verlaufend; die schwach 
gewinkelte Stirnnaht scharf eingegraben; Clypeus und Scheitel mit mittel- 
großen Punkten ziemlich dicht und gleichmäßig bedeckt, die Härchen hier 
nur bei starker Vergrößerung erkennbar. Halsschild mit geraden, fast pa- 
rallelen Seiten, mit — von oben gesehen — abgestutzten Hinterecken und 
fein, aber deutlich gerandeter Basis; die Punktur wie die des Kopfes, auch 
an den Seiten kaum dichter, der Grund fein chagriniert; die Behaarung auch 
hier fein und kurz. Schildchen schmal dreieckig, an der Basis schmaler als 
die beiden ersten Zwischenräume zusammen; fein und zerstreut punktiert. 
Flügeldecken mit scharfen Schultern und fein eingerissenen, am Grunde 
glänzenden Streifen, deren Kanten etwas aufgeworfen erscheinen; Streifen- 
punkte sehr klein und undeutlich, nirgends die Zwischenräume kerbend; 
diese sind stumpf gekielt, an der Spitze flacher, die dachartigen Seiten matt 
chagriniert und reihig fein, gegen die Spitzen etwas länger und deutlicher 
behaart, aber auch die Kanten der Kiele sind, wenn auch nicht so stark 
wie die Seiten, chagriniert, so daß die ganzen Flügeldecken deutlich matter 
als Kopf und Halsschild sind; von den eben beschriebenen Verhältnissen 


102 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.) 


machen die beiden Nahtzwischenräume eine Ausnahme, sie sind glänzend 
und unchagriniert, jeder trägt eine unregelmäßige Reihe größerer, etwas in 
die Länge gezogener Punkte. Metasternalplatte längs eingedrückt (43?) 
und fein punktiert; Abdomen punktiert und behaart. Schenkel glatt; Vorder- 
schienen vor den normal gebildeten Außenzähnen fein gezähnelt, der be- 
wegliche Enddorn klein und gerade; Mittel- und Hinterschienen gegen die 
Spitze allmählich und schwach verbreitert, mit undeutlichen Querleisten 
und ungleichlangen Endborsten; der Metatarsus um ein Viertel länger als 
der obere Enddorn und etwa von der Länge der drei nächsten Tarsenglieder 
zusammen. — Länge 2,8 mm. 

Typus: Tanganjika, Usa-River, XII. 1959, leg. E. Haaf. - Unikum (Museum 

Frey). 

Aph. (P.) assimilis nov. ist dem von Landin (Bertil-Hanström-Fest- 
schrift 1956, p. 198) als brunneus Thunberg 1818 gedeuteten Käfer recht 
ähnlich. Bei Benützung der Tabelle Endrödi’s (Ann. Mus. Congo, Tervuren 
88/1960, pp. 108-112) gelangt man zu maynei Paulian, der weder dem 
Landin’schen brunneus, noch der neuen Art ähnlich ist. Aph. assimilis weicht 
durch etwas plumpere Gestalt und die deutliche Chagrinierung der Ober- 
seite, feinere primäre Streifung und die ganz chagrinierten, gegen die 
Spitzen flacher werdenden Kiele von beiden ab. 


Aphodius (Pleuraphodius) subteter n. sp. 

Von der typischen Form der Pleuraphodius-Arten; glänzend, hell rot- 
braun, Scheitel, Mitte des Halsschildes und auf jeder Flügeldecke ein # 
deutlicher dunkler Nebelfleck; Zwischenräume äußerst fein, staubartig be- 
haart: 

ö. Clypeus vorn schwach ausgerandet, daneben breit gerundet; die 
kleinen Wangen überragen nicht die Augen; Stirnlinie fein, aber deutlich; 
der ganze Kopf dicht, gleichmäßig, mittelfein punktiert, die Abstände zwi- 
schen den Punkten gleich dem Durchmesser der Punkte. Halsschild mit 
ziemlich geraden, schwach konvergierenden Seiten, stumpfen Hinterecken 
und leicht doppelbuchtiger, ungerandeter, aber bewimperter Basis; die 
Punktur an den Seiten wie die des Kopfes, in der Mitte etwas zerstreuter 
und feiner. Schildchen schmal dreieckig, fein punktiert. Schultern der Flü- 
geldecken ohne Dorn; Streifen mit sehr undeutlichen, nichtkerbenden Strei- 
fenpunkten und scharf aufgeworfenen Rändern; Zwischenräume gewölbt, 
in der Mitte glatt und glänzend, an den Seiten schmal, nicht scharf begrenzt, 
chagriniert, diese matten Seiten werden von je einer deutlichen, borsten- 
tragenden Punktreihe nach innen flankiert; eine Ausnahme bilden die Naht- 
zwischenräume, die nur unregelmäßig punktiert sind. Metasternalplatte 
flach, mit deutlicher Mittellängsrinne, fein und zerstreut punktiert; das erste 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 103 


sichtbare Abdominalsegment chagriniert und über die ganze Breite dicht 
punktiert und behaart, die übrigen nur seitlich mit einigen Härchen. Schen- 
kel glatt; Vorderschienen vor den drei Außenzähnen fein gesägt; Mittel- und 
Hinterschienen mit schwachen Querleisten und ungleichlangen Endborsten; 
Metatarsus länger als der obere Enddorn und etwas länger als das zweite 
und dritte Tarsenglied zusammen. 

Q, Punkte auf Kopf und Halsschild etwas größer; letzterer ist auch 
etwas schmäler als beim ö; die Metasternalplatte ist gewölbt. — Länge 
4,5-5,0 mm. 

Holotypus (S), (Museum Frey) Allotypus (?) und 13 Paratypen: Tangan- 
jika, Momella, Mt. Meru, XII. 1959, leg. E. Haaf. 


Abb. 1: Parameren von Aph. subteter nov. 


Wie schon der Name zum Ausdruck bringen soll, steht die neue Art 
dem Aph. (P.) teter Roth nahe. Sie ähnelt ihm durch die Skulptur der Ober- 
seite, besonders der Zwischenräume der Flügeldecken, unterscheidet sich 
aber von ihm durch ihre Größe, Färbung und Glanz, die schwächer ent- 
wickelten Wangen und den Forceps des ö (Abb. 1). Vergleiche: Landin, 
Bertil-Hanström-Festschrift 1956, Abb. 2A. 


Aphodius (Pleuraphodius) stipulus n. sp. 

Breite, flach gewölbte Art; durch die mikroskopisch feine Chagrinie- 
rung der Oberseite nicht vollglänzend; hell rotbraun, Scheitel und Scheibe 
des Halsschildes etwas dunkler; Kopf, Halsschild und Flügeldecken fein 
beborstet. 


104 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.) 


Clypeus breit und deutlich ausgerandet, Wangen rechteckig, nur wenig 
abgestumpft, die Augen etwas überragend, Stirnnaht tief eingegraben; der 
ganze Kopf sehr dicht und gleichmäßig, mittelgroß punktiert und staubartig 
fein behaart. Halsschild mit schwach gerundeten Seiten, abgerundeten Hin- 
terecken und schwach doppelbuchtiger Basis, die Seiten und die Basis bis 
zum dritten Punktstreifen gerandet, die Mitte fein bewimpert; die Punkte 
wenig größer als die des Kopfes, auf der Scheibe sind die Zwischenräume 
zwischen ihnen gleich dem Durchmesser der Punkte, seitlich ist die Punktur 
gedrängt, in jedem Punkt steht ein kleines Börstchen; eine glatte, nicht ver- 
tiefte Mittellängslinie ist vorhanden, sie erreicht weder den Vorderrand 
noch die Basis. Das Schildchen ist schmal dreieckig, an der Basis schmaler 
als die beiden ersten Zwischenräume zusammen; es ist unpunktiert. Schul- 
tern mit kleinen Humeraldornen; Streifen ziemlich breit, mit aufgeworfenen 
Rändern; Streifenpunkte groß, flach, die Ränder der gewölbten Zwischen- 
räume deutlich kerbend; neben den aufgeworfenen Rändern die Spur einer 
matten Chagrinierung, daneben (nach innen zu) mit je einer deutlichen 
Borstenpunktreihe, die Mitte der Zwischenräume feinst retikuliert; der 
Nahtzwischenraum unterscheidet sich nicht von den übrigen. Metasternal- 
platte flach, deutlich punktiert; die beiden ersten Sternite dicht, die rest- 
lichen nur vereinzelt punktiert und behaart, das letzte mit zwei langen Tast- 
borsten. Schenkel fein punktiert; Vorderschienen vor den drei Außenzähnen 
fein gesägt, der bewegliche Enddorn normal; Mittel- und Hinterschienen 
mit sehr schwachen Querleisten und ungleichlangen Endborsten; Metatarsus 
um ein Drittel länger als der obere Enddorn und so lang wie die drei näch- 
sten Tarsenglieder zusammen. — Länge 4,5 mm. 

Typus (Museum Frey) und eine Paratype: Tanganjika, Momella, Mt. Meru, 

XII. 1959; leg. E. Haaf. 

Aph. (P.) stipulus nov. ist dem Aph. (P.) rothschildi A. Schmidt recht 
ähnlich; er ist jedoch flacher gewölbt, die Oberseite ist matter, die Punktur 
von Kopf und Halsschild ist noch dichter und die Skulptur der Flügeldecken 
gewinnt durch die stark kerbenden Streifenpunkte und die an der äußersten 
Kante chagrinierten Zwischenräume einen ganz anderen Charakter; auch 
der Metatarsus der Hinterbeine ist bedeutend länger als bei rothschildi. 


Aphodius (Loboparius) semiglobulus n. sp. (A. Schmidt i. 1.) 


Der Körper sehr kurz und breit, (noch gedrungener als bei Aph. (L.) 
globulus Harold;) glänzend, Kopf und Halsschild, ohne die rötlichen Vorder- 
ecken, schwarz, Schildchen und Flügeldecken rotbraun, diese mit geschwärz- 
ten Streifenpunkten, Fühler schwärzlich, Beine rötlich, die Unterseite dun- 
kelbraun; die Oberseite unbehaart. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 105 


Abb. 2: Kopf von Aph. semiglobulus nov. 


ö. Clypeus vorn sehr breit und seicht ausgerandet, die Ecken als abge- 
stumpfte und aufgebogene Lappen vorstehend; Wangen groß, etwas nach 
vorn gerichtet, vor ihnen tief ausgerandet, zwischen ihnen und den Vorder- 
ecken ein weiterer, den letzteren ähnlicher und ihnen genährter Lappen, so 
daß die Seiten des Clypeus, die Wangen eingeschlossen, dreilappig oder 
stark doppelbuchtig erscheinen (Abb. 2); Stirnlinie mit großem, konischen 
Mitteltuberkel, die seitlichen sehr schwach ausgebildet, quer; Clypeus stark 
und dicht, vorn etwas rauh, der Scheitel dicht und feiner punktiert. Die 
stark gerundeten Seiten des Halsschildes gehen — von oben gesehen — im 
Bogen in die, in der Mitte ungerandete Basis über, seitlich gesehen, sind 
die Hinterecken stumpf, hinter ihnen erscheint die Basis schwach ausge- 
randet; ihre Mitte ist durch eine Reihe großer Punkte etwas gehoben; der 
ganze Halsschild ist (seitlich nicht dichter) mit großen, runden Nabelpunk- 
ten dicht bedeckt, zwischen die kleine Punkte eingestreut sind, die Ab- 
stände zwischen den großen Punkten sind fast überall gleich dem Durch- 
messer der Punkte; die Seitenränder sind fein und spärlich bewimpert. 
Schildchen spitz dreieckig, die Mitte vertieft, rauh. Schultern der Flügel- 
decken mit von oben sichtbarem Epipleuralkiel; Streifen breit, mit schwach 
kerbenden, queren Streifenpunkten; Zwischenräume mäßig gewölbt, sehr 
fein und vereinzelt punktiert, der Nahtzwischenraum auf der Scheibe dach- 
artig, am abfallenden Teil der Decken wulstig erhöht. Mittelhüften weit 
auseinanderstehend; Metasternalplatte blasig aufgetrieben, in der Mitte 
schwach eingedrückt und fein punktiert; Adomen dicht punktiert und be- 
haart. Vorderschienen mit drei starken Außenzähnen, dahinter gezähnelt; 
Mittel- und Hinterschienen mit gleichkurzen Endborsten; der Metatarsus 
der letzteren etwas länger als der obere Enddorn, aber kürzer als die drei 
nächsten Tarsenglieder zusammen. 


2. Mittelhöcker des Kopfes kleiner und stumpfer; Metasternalplatte 
ohne Mitteleindruck. — Länge 4,0-4,2 mm. 


Holotypus (Ö): Luzon, Butac. — Allotypus (9): Los Banos. — Paratypen: 
Luzon, Butac; Los Banos und Ins. Panaon; in coll. m. 


106 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.) 


Die neue Art erscheint durch die eigenartige Form des Clypeus hin- 
reichend gekennzeichnet. 


Aphodius (Loboparius) kumaoensis n. sp. 


Von kurzer, sehr gedrungener Gestalt; durch feine Chagrinierung nicht 
vollglänzend; Kopf, Halsschild, Schildchen und die Streifen der Flügel- 
decken schwarz, die Seitenbeulen des Halsschildes und die Zwischenräume 
der Flügeldecken dunkel rotbraun; letztere fein behaart. Unterseite schwarz- 
braun, Schenkel und Tarsen gelbbraun. 

ö. Clypeus vorn breit und tief ausgerandet, Vorderecken etwas lappig, 
abgerundet und aufgebogen; Wangen stark vorstehend, stumpf, durch einen 
deutlichen Einschnitt vom Clypeus getrennt; Stirnlinie mit drei kaum er- 
kennbaren Höckern; Clypeus fein und wenig dicht, Scheitel ebenso fein, 
aber etwas dichter punktiert. Seiten des Halsschildes stark gerundet, Hinter- 
ecken stumpf, Seiten und Basis mit Ausnahme der Mitte gerandet, hier nur 
mit einer Kette von großen Punkten versehen; Der ganze Halsschild mit 
großen, ziemlich dicht stehenden Punkten bedeckt, die Seiten sind nicht 
dichter punktiert, eine feine Grundpunktur ist eingestreut. Das spitze 
Schildchen ist rauh punktiert, seine Ränder sind aber glatt. Die Schultern 
ohne Dorn; die starken Streifen der Flügeldecken sind mit großen, etwas 
queren, deutlich kerbenden Punkten versehen; Zwischenräume samt dem 
Nahtzwischenraum an der Basis flach, sonst schwach gewölbt und (beson- 
ders entlang ihrer Kanten) stark punktiert und behaart, auf der Scheibe sind 
die Haare fein und staubartig, sie werden gegen die Spitzen etwas länger 
und deutlicher. Die Mittelhüften stehen weit auseinander; Metasternalplatte 
flach, dicht borstig behaart; Abdomen normal punktiert und behaart. Vor- 
derschienen mit drei starken Außenzähnen, dahinter gekerbt; Mittel- und 
Hinterschienen mit gleichkurzen Endborsten; der untere Enddorn der letz- 
teren ist stumpf, etwas gebogen; Metatarsus um ein Viertel länger als der 
obere Enddorn und fast so lang wie die drei nächsten Tarsenglieder zu- 
sammen. 

Q. Halsschild etwas schmaler als beim Ö; die gewölbte Metasternal- 
platte feiner punktiert und kahl. — Länge 4,8-5,0 mm. 

Holotypus (&), Allotypus (?) und neun Paratypen: Kansrao, 700 m, Dehra- 

Duhn, III. 1953, Siwalik-Hills; im Museum Frey. 

Nach der Balthasar’schen Tabelle der asiatischen Loboparius-Arten 
(Acta Entomologica Musei Nat. Pragae XXX/1955, p. 414) gelangt man bei 
dem Versuch, die neue Art zu determinieren bis zu 6 (7) = punctatissimus 
Bouc. und 7 (6) = chopardi Paul. Bei punctatissimus ist aber der mittlere 
Stirnhöcker stark entwickelt, die Hinterwinkel des Halsschildes sind aus- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 107 


geschweift, die Intervalle der Flügeldecken sind an der Basis gewölbt, die 
Streifenpunkte kerben nicht und der Metatarsus ist länger als bei kumao- 
ensis nov. Auch in der Größe stimmen beide Arten nicht überein. — Bei 
chopardi sind die Zwischenräume der Flügeldecken fast unpunktiert, der 
Metatarsus ist kürzer und das Tier ist kleiner. Nach einem mir vorliegenden 
Exemplar von chopardi (Tonkin, Daplan) ist bei dieser Art auch der Ein- 
schnitt vor den Wangen viel seichter als bei kumaoensis. 


Aphodius (Loboparius) malabaricus n. sp. 


In seiner kurzen und gedrungenen Form den vorstehend beschriebenen 
Loboparius-Arten ähnlich; halbmatt; Kopf, Halsschild ohne die Vorderecken 
und Schildchen schwarz, Flügeldecken hell rotbraun mit dunklem Nebel- 
fleck, welcher die Gegend um das Schildchen, die Schulterbeulen, die schma- 
len Seiten und die Spitzen freiläßt, Unterseite schwarzbraun, Fühler und 
Beine hell rotbraun. 

Clypeus vorn breit abgestutzt, in der Mitte nur schwach ausgerandet, 
Vorderecken stumpf, schmal aufgebogen; Wangen abgerundet, vorstehend, 
vor ihnen ist der Seitenrand breit und tief ausgerandet; Stirn ohne Stirn- 
naht und Höcker, mit sehr kleiner, undeutlicher Beule; die ganze Kopfplatte 
dicht und stark, gleichmäßig punktiert, der Abstand zwischen den Punkten 
ist gleich dem Durchmesser der Punkte. Die bewimperten Seiten des Hals- 
schildes sind stark gerundet, die Hinterecken stumpf, Seiten und Basis deut- 
lich gerandet; die ganze Fläche sehr dicht mit großen Punkten bedeckt, die 
Zwischenräume zwischen den Punkten nur als Stege erhalten, trotzdem ist 
stellenweise eine um die Hälfte kleinere Grundpunktur zu erkennen; die 
großen Punkte gehen nach rückwärts bis in die Basalfurche. Schildchen sehr 
spitz dreieckig, seine Ränder gehoben, glatt, sonst grob verrunzelt punktiert. 
Schultern der Flügeldecken ohne Dorn; Streifenpunkte auf der Scheibe fein 
und schwach kerbend, am abfallenden Teil der Decken kaum erkennbar; der 
Nahtzwischenraum etwas gehoben, die übrigen schwach gewölbt, alle 
chagriniert, groß punktiert und staubartig behaart, gegen die Spitzen wird 
die Punktierung feiner, die Zwischenräume werden flach und die Chagrinie- 
rung tritt deutlicher hervor. Metasternalplatte flach, dicht und groß punk- 
tiert, behaart (Ö). Vorderschienen mit drei starken Außenzähnen, dahinter 
nur undeutlich gezähnelt, der bewegliche Enddorn kurz und stumpf; Mittel- 
und Hinterschienen mit gleichkurzen Endborsten; der untere Enddorn ge- 
krümmt; Metatarsus der Hinterschienen länger als der obere Enddorn, nicht 
so lang wie die drei nächsten Tarsenglieder zusammen. — Länge 3,9 mm. 
Typus: Malabar, Mahe; leg. Deschamps.; Unikum; in coll. m. 

Aph. (L.) malabaricus bildet mit vitalisi Bouc., scheibei Blth. und lie- 


108 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.) 


senfeldti Petrov. die Gruppe der asiatischen Loboparius-Arten mit geran- 
detem Halsschild. Während liesenfeldti wegen seiner gestreckten, Bodilus- 
artigen Gestalt und semiglobulus nov. wegen seines sechslappigen Clypeus 
nicht mit ihm verwechselt werden können, unterscheidet sich die neue Art 
von vitalisi durch die starke Punktur von Kopf, Halsschild und Flügeldecken, 
von scheibei durch die chagrinierte Oberseite, durch die deutlichen Hinter- 
ecken und die dichte Punktierung des Halsschildes, das anders skulptierte 
Schildchen und die kaum punktierten Spitzen der Flügeldecken. 


Aphodius (Pharaphodius) fiechteri Blth. 


Bei den 5& dieser Art finden wir, was bisher offenbar übersehen 
wurde, in der Bildung der Vorderschienen und der Einlenkung ihres beweg- 
lichen Enddornes die gleichen Verhältnisse, wie sie für die Artengruppe 
Cinacanthus A. Schm. charakteristisch sind. Es ist nämlich der äußere End- 
zahn weit nach vorn gezogen und der Enddorn weit zurück, gegenüber dem 
mittleren Außenzahn eingefügt. Aus wie heterogenen Bestandteilen im 
übrigen die Artengruppe Cinacanthus zusammengesetzt ist, zeigt auch die 
Tatsache, daß bei Aph. (C.) tibialis A. Schm. die Streifen, wie bei den Pha- 
raphodius-Arten, hinten frei auslaufen, diese Art also streng genommen, bei 
fiechteri stehen müßte! 

Beim ® des fiechteri, das bisher unbeschrieben geblieben ist, zeigt der 
Halsschild, wie nicht anders zu erwarten, eine etwas größere Dichte der 
Punktur und der untere Enddorn des zweiten Schienenpaares ist zwar fast 
ebenso kurz wie beim 6, er ist aber nicht abgestutzt und hakig umge- 
bogen, sondern einfach zugespitzt. Die Metasternalplatte ist flach, fein 
punktiert und unbehaart. Trotzdem ich bisher keinen Aph. (P.) medius 
A. Schm. sah, glaube ich nicht an eine Identität der beiden, offenbar sehr 
ähnlichen Arten. Neben anderen Merkmalen fehlt dem fiechteri die für die 
ö 6 von medius angegebene dichte Behaarung der mittleren und hinteren 
Trochanteren. 

Material aus: Addagalla, Ch. de fer du Harrar, km 201 und La Sarra, Dji- 
bouti, km 163; alle leg. Dr. Martin. 


Aphodius angustatus Klug 


Dieseafrikanische Artgehört wegen der unverbunden auslaufendensStrei- 
fen der Flügeldecken und der deutlich ungleichlangen Endborsten der 
Mittel- und Hinterschienen nicht in die Artengruppe Nialus Muls., sondern 
zu Pharaphodius Reitt. 

Material: Ägypten, Tschad-See, Blauer Nil und ein von Harold mit der 
Klug’schen Type verglichenes Tier ohne Fundort. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 109 


Aphodius (Mendidaphodius) fischeri n. sp. 


Breit, flach gewölbt; glänzend, Kopf, Halsschild ohne die hell gelbroten 
Seiten, Schildchen und Naht schwarzbraun, die Flügeldecken bräunlichgelb, 
die Beine gelbbraun; Wangen, Seiten des Halsschildes und Schultern lang 
gelb bewimpert; Flügeldecken seitlich und die Spitzen stark behaart. 

ö. Der abgerundete Clypeus in der Mitte ausgerandet; die verrun- 
deten Wangen die Augen deutlich überragend; die Stirnnaht ist seitlich 
etwas erhaben, in der Mitte mündet die vor ihr liegende Stirnbeule in ein 
kleines, stumpfes Mittelhöckerchen; Clypeus vorn grob runzelig punktiert, 
sein hinterer Teil und der Scheitel groß und dicht punktiert, die Stirnbeule 
ausgenommen, wo die Punktur spärlicher und kleiner ist. Halsschild flach 
gewölbt, deutlich breiter als die Flügeldecken, seine Seiten gerundet, 
Hinterecken stumpf; Basis fein, aber deutlich gerandet; der ganze Hals- 
schild mittelstark, nicht ganz gleichgroß, ziemlich dicht punktiert. Das drei- 
eckige Schildchen ist auf der ganzen Fläche etwas rauh punktiert. Schultern 
der Flügeldecken unbewaffnet; die Streifen haben ziemlich große, deutlich 
kerbende Streifenpunkte; die gewölbten Zwischenräume sind groß, fast 
so groß wie der Halsschild, punktiert, die Punkte stehen in unordentlichen 
Reihen entlang der Ränder; Nahtstreif und Nahtzwischenraum sind am 
abfallenden Teil der Decken etwas vertieft. Metasternalplatte napfartig ver- 
tieft und stark punktiert; Abdomen lang behaart. Hinterschenkel nicht ver- 
breitert; Vorderschienen klein, mit drei kurzen, stumpfen Außenzähnen 
(Abnützung?) und dickem, geradem Enddorn; das mittlere Beinpaar ist ver- 
lorengegangen; Hinterschienen mit starken Querleisten und ungleichlangen 
Endborsten, die dem oberen Enddorn zunächststehenden von dessen halber 
Länge; Metatarsus so lang wie der obere Enddorn, aber kürzer als die drei 
nächsten Tarsenglieder zusammen. — unbekannt. — Länge 4,7 mm. 

Typus: Buchara, Tschardjui, XI. 1904; leg. E. Fischer; Unikum; im Museum 

Frey. 

Ich glaube, daß die Zugehörigkeit des Aph. (M.) fischeri nov. zur 
Artengruppe Mendidaphodius Reitt. trotz der schwach gehöckerten Stirn zu 
Recht besteht, da alle anderen Merkmale eindeutig dafür sprechen. Die 
geringe Zahl von Mendidius-Arten mit ungezähntem Clypeus (siehe: Rou- 
bal, Ent. Bl. 32/1936, p. 99) vermehrt sich hiermit um eine Art, die nicht 
nur durch dieses Merkmal, sondern auch durch die stark behaarten Flügel- 
decken eine bemerkenswerte Erscheinung darstellt und es trotz ihres nicht 
guten Erhaltungszustandes verdient, bekanntgemacht zu werden. 


Aphodius (Plagiogonus) separatus n. sp. 
Diese Art hat die typische Gestalt der übrigen Plagiogonus-Arten, also 


110 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.) 


flach gewölbt, nach rückwärts stark verbreitert; der Kopf ganz, der Hals- 
schild mit Ausnahme der hell rötlichbraunen Seiten, die Ränder des Schild- 
chens und die Naht der Flügeldecken tief dunkelbraun, fast schwarzbraun, 
die Flügeldecken hell gelblichbraun, der erste Zwischenraum angedunkelt, 
die Beine rötlichbraun und die Unterseite ohne die hellen Schenkel schwarz- 
braun; Ober- und Unterseite glänzend. 


ö. Clypeus geradseitig nach vorn verjüngt, in der Mitte tief ausgeran- 
det, die Ränder schmal aufgebogen, mit deutlichem Wimperkranz, der an 
den kleinen, nicht vorstehenden Wangen in längeren Haarbüscheln endigt; 
die Mitte beulig aufgetrieben, davor etwas eingedrückt; die Randfurche ist 
fein, aufstehend behaart, der übrige Clypeus gleichmäßig fein und zer- 
streut, der Scheitel etwas gröber, aber kaum dichter punktiert; Stirnlinie 
fein bogig eingerissen. Halsschild mit ziemlich geraden, schwach konvergie- 
renden Seiten, abgestumpften Hinterecken und ungerandeter Basis; die an 
den Seiten etwas dichter stehenden, sonst zerstreuten Punkte sehr ungleich 
groß, es fehlt aber eine erkennbare, feine Grundpunktur. Schildchen klein, 
dreieckig, glatt. Flügeldecken ohne Schulterdorn; Streifen fein eingerissen, 
mit kleinen, aber deutlich kerbenden Streifenpunkten; Zwischenräume auf 
der Scheibe schwach, gegen die Spitzen stärker-gewölbt, überall nur sehr 
fein punktiert, der siebente und neunte vereinigen sich in der für die 
Plagiogonus-Arten typischen Weise gegen die Spitze und bilden einen 
gemeinsamen, vergleichsweise schwachen Wulst; die äußersten Spitzen ein- 
zeln schwach abgerundet, nicht dreieckig ausgeschnitten. Metasternum 
glatt, die etwas längs eingedrückte Metasternalplatte mit einigen Borsten- 
punkten; Abdomen dicht punktiert und behaart. Fühlerkeule dunkel; Schen- 
kel mit einigen Haarpunkten; Vorderschienen dreizähnig, mit normalem 
Enddorn; Mittel- und Hinterschienen mit ungleichlangen Endborsten; der 
Metatarsus so lang wie der obere Enddorn und wie die drei nächsten Tar- 


senglieder zusammen. 


®. Die Beule des Kopfes etwas stärker erhaben, der Clypeus dichter und 
stärker punktiert, die Wangen erkennbar schwächer entwickelt; auch der 
Halsschild stärker punktiert; Metasternalplatte flach. — Länge 4,0-4,2 mm. 
Holotypus &, Allotypus $ und zwei Paratypen: Südöstliche Kalahari, Ka- 
ruman, 4. V. 1948; im Museum Frey. 


Die Entdeckung einer Plagiogonus-Art in Südafrika, aus einer Arten- 
gruppe, die bisher nur aus dem paläarktischen und orientalischen Raum be- 
kannt war, bedeutet trotz einiger Parallelen in der Gattung Aphodius Ilig. 
(z. B. Ammoecius Muls.) eine Überraschung und zeigt wiederum, daß alle 
Spekulationen tiergeographischer Art fragwürdig bleiben müssen, solange 
die faunistische Zusammensetzung großer Gebiete der Erde nicht gründ- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 111 


licher bekannt ist. Im Gegensatz zur Artengruppe Ammoecius, deren süd- 
afrikanische Vertreter sich zu einem großen Teil durch eine auffallende 
Skulptur von den paläarktischen Arten unterscheiden, weist die neue Pla- 
giogonus-Art keinerlei Merkmale auf, die sie von ihren eurasischen Ver- 
wandten weit entfernt. 


Aphodius (Gonaphodiellus) striatipennis n. sp. 


Länglich-eiförmig, stark gewölbt; glänzend; unbehaart; Oberseite 
schwarzbraun, der Kopf nach vorn schwach aufgehellt, Halsschild mit helle- 
ren Vorderecken, Flügeldecken mit hellerer Scheibe, der erste Zwischen- 
raum bleibt in seiner ganzen Länge ziemlich dunkel, der zweite von der 
Basis bis zum abfallenden Teil der Decken hell bräunlichgelb, der dritte zur 
Spitze immer dunkler werdend, der vierte wie der zweite, er endet in einer 
hellen Anteapikalmakel, der fünfte wie der dritte, aber mit einer dunklen 
Basalmakel, der sechste hell wie der zweite und vierte, die restlichen blei- 
ben, so wie die Spitze, schwarzbraun, nur die Schulterbeule im siebenten 
Zwischenraum ist gelb. 

Clypeus abgestutzt und deutlich ausgerandet, die Seiten verlaufen von 
den abgerundeten Vorderecken ziemlich gerade in die sehr kleinen, nicht 
überstehenden Wangen; die gebogene Stirnnaht fein eingerissen; der ganze 
Kopf ist ziemlich dicht und ganz gleichmäßig mit mittelfeinen Punkten be- 
deckt; die Augen ziemlich klein. Halsschild mit gerundeten Seiten und ab- 
gestutzten Hinterecken; die ungerandete Basis schwach doppelbuchtig; 
Punktur auf der Scheibe fein, gleichgroß und gleichmäßig verteilt, die Seiten 
größer und dichter punktiert. Das etwas schmale, dreieckige Schildchen 
glatt. Die Flügeldecken haben scharfe Schultern; die Streifen auf der 
Scheibe mit kleinen, schwach kerbenden Streifenpunkten, die am abfallen- 
den Teil der Decken undeutlich werden und z. T. ganz schwinden; die Zwi- 
schenräume schwach gewölbt und sehr fein punktiert, die seitlichen sind 
nicht querfaltig, die Spitzen fein chagriniert, aber trotzdem glänzend. Meta- 
sternalplatte flach und unpunktiert; Abdomen seitlich deutlicher, in der 
Mitte fast unpunktiert. Schenkel glatt; die Vorderschienen über den drei 
Außenzähnen fein gezähnelt, der bewegliche Enddorn normal; Mittel- und 
Hinterschienen mit schwachen Querleisten und ungleichlangen Endborsten; 
der Metatarsus länger als der obere Enddorn und etwa so lang wie die drei 
nächsten Tarsenglieder zusammen. Länge 3,7 mm. 

Typus und zwei Paratypen: Costa Rica, Carpintera, V. 1939; im Museum 

Frey. 

Aph. (G.) striatipennis nov. ist durch die abwechselnd hellen und dunk- 
len Zwischenräume auf der Scheibe der Flügeldecken leicht kenntlich. 


112 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.) 


Aphodius (Aganocrossus) pallidicornis Walker 


Seit A. Schmidt, (Tierreich 45/1922, Aphodiinae, p. 130) wird diese aus 
Ceylon beschriebene Form als eine Aberration zu dem afrikanischen Aph. 
(A). amoenus Bohem. aufgefaßt und auch afrikanische Tiere der gleichen 
Färbung dazugestellt. Der wirkliche pallidicornis ist aber schon allein durch 
seine stark chagrinierten und matten Spitzen der Flügeldecken sowohl von 
amoenus wie auch von den pallidicornis-artig gefärbten Tieren aus Afrika 
zu unterscheiden und als eigene Art aufzufassen. Die pechbraun bis schwarz 
gefärbten Tiere aus Afrika, die — einschließlich der glänzenden Flügel- 
decken - in Skulptur und Behaarung mit amoenus übereinstimmen, sollen — 
um sie von pallidicornis zu trennen — als amoenus ab. fuscus nov. bezeichnet 
werden. Um Irrtümer zu vermeiden, ist noch zu erwähnen, daß auch der 
ähnlich gefärbte Aph. (A.) urostigma Har. auf Ceylon vorkommt. 

Es ergibt sich also folgende Reihung: 

Aph. (Aganocr.) amoenus Bohem., Aethiopien, Ost-, West- und Süd- 
afrika; 

ab. fuscus nov., Ost- und Westafrika; 
pallidicornis Walker, Ceylon, (Bengalen?). 


Aphodius (Aganocrossus) borneensis n. sp. 


Ganz vom Habitus der übrigen Aganocrossus-Arten; hell kastanien- 
braun, die Scheibe des Halsschildes etwas dunkler; glänzend; Seiten und 
Spitzen der Flügeldecken aufstehend behaart. 

ö. Clypeus halbkreisförmig, vorn nur ganz schwach abgestutzt, mit 
schwacher Mittelbeule; die Wangen nicht über die Augen vorragend; Stirn- 
linie winkelig eingedrückt; Kopf vorn fein und dicht punktiert, ebenso der 
Scheitel, dieser aber jederseits mit drei oder vier dazwischengestreuten, 
deutlich größeren Punkten. Der Halsschild ebenso fein und dicht wie der 
Kopf punktiert, die groben Punkte bilden hinter dem Vorderrand eine 
dichte, kaum unterbrochene Kette, an den Seiten stehen sie ziemlich dicht, 
gruppenweise, die Mitte und die Basis sind frei von ihnen. Das Schildchen 
fein punktiert. Die Streifen der Flügeldecken haben kleine, aber kerbende, 
etwas quere Streifenpunkte; die Zwischenräume sind überall deutlich ge- 
wölbt und so wie Kopf und Halsschild fein und dicht punktiert; die Behaa- 
rung erstreckt sich nur über die schmalen Seiten und die Spitzen, die schüt- 
ter gestellten Haarreihen sind dem Innenrand der Zwischenräume genähert. 
Metasternalplatte schwach längsvertieft, fein und dicht punktiert; das Ab- 
domen spärlich, das Pygidium dicht behaart. Metatarsus der Hinterbeine 
um ein Viertel länger als der obere Enddorn und deutlich länger als die 
drei nächsten Tarsenglieder zusammen. — 2 unbekannt. — Länge 5,2 mm. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 113 


Typus: Borneo, 1860, Post. X.; in coll. m., (Unikum). 

Die neue Art ist dem Aph. (A.) urostigma Har. ähnlich, unterscheidet 
sich aber von ihm u.a. durch die Färbung, die andere Gruppierung der 
Punktur des Halsschildes und besonders durch die deutliche und sehr dichte 
Punktierung der Oberseite. 


Aphodius (Trichaphodius) olseni n. sp. 


Gedrungen-eiförmig, flach gewölbt; glänzend rotbraun, Kopf, Seiten 
des Halsschildes und Flügeldecken auf der Scheibe in weitem Umkreis auf- 
gehellt, die Präapikalmakel mitunter als kleiner schwarzbrauner, querer 
Fleck undeutlich erkennbar, die Flügeldecken — mit Ausnahme der engeren 
Umgebung des Schildchens - fein behaart; die Unterseite samt den Beinen 
hell gelblichbraun, die Fühlerkeule schwärzlich. 

ö. Clypeus vorn breit abgestutzt und deutlich ausgerandet, die Ecken 
verrundet, die Seiten fast gerade in die etwas stumpfen, stark überragenden 
Wangen verlaufend; Stirnlinie sehr fein eingerissen; der ganze Kopf mit 
mittelstarken, gleichgroßen Punkten gleichmäßig und ziemlich dicht be- 
deckt. Halsschild mit wenig gerundeten Seiten, abgestutzten Hinterecken 
und in der Mitte etwas nach rückwärts ausgebogener, ungerandeter Basis; 
der ganze Halsschild ziemlich dicht mit ungleichgroßen Punkten bedeckt, 
an den Seiten sind die Punkte etwas kleiner, stehen aber nicht dichter als 
auf der Scheibe. Das spitz-dreieckige Schildchen glatt. Flügeldecken mit 
kleinem Schulterdorn; Streifen mit auf der Scheibe deutlich kerbenden Strei- 
fenpunkten, seitlich und am abfallenden Teil der Decken werden die 
Punkte undeutlich und kerben nicht mehr die Zwischenräume; diese überall 
gleichmäßig gewölbt und ziemlich groß (nicht ganz so groß wie am Kopf) 
punktiert. Die Mittelhüften stehen weit auseinander; die Metasternalplatte 
kurz, schwach eingedrückt und sehr fein und zerstreut punktiert; die Ster- 
nite fein punktiert und in der Mitte spärlich, seitlich stärker behaart. Die 
Vorderschienen schmal, innen vor der Mitte rundlich eingedrückt, darüber 
im apikalen Teil geradlinig verbreitert, an der Außenseite vor den drei 
kleinen und spitzen Außenzähnen über die Mitte hinaus fein gezähnelt; der 
bewegliche Enddorn nach abwärts gerichtet und hakenförmig nach innnen 
gebogen; Mittelschienen etwas verbreitert, diese und die schlanken Hinter- 
schienen mit schwach entwickelten Querleisten und ungleichlangen End- 
borsten; der Metatarsus um ein Drittel länger als der obere Enddorn und 
so lang wie die drei nächsten Tarsenglieder zusammen. 

2. Die Punktur auf Kopf, Halsschild und Flügeldecken etwas größer, die 
Vorder- und Mittelschienen normal; die Metasternalplatte flach mit etwas 
deutlicheren Punkten. - Länge 4,1-4,3 mm. 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 8 


114 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.) 


Holotypus ö, Allotypus $ und fünf Paratypen: Franz. Guinea, N’Zerekore, 
1.-23. V. und 15.-31. VII. 1952; leg. S. H. Olsen; A. O. F.; im Museum 
Frey. 

Aph. (T.) olseni nov. erscheint durch den stark und gleichmäßig punktier- 
ten, aber nicht behaarten Halsschild, sowie die abgestutzten Hinterecken 
und die kleinen Schulterdornen gegen ähnliche Trichaphodius-Arten gut ab- 
gegrenzt. 


Aphodius (Nobius) specularis n. sp. 

Lang eiförmig, nach rückwärts verbreitert, hoch gewölbt; sehr glän- 
zend, Kopf, Halsschild ohne die Seiten, der erste Zwischenraum und ein 
großer Nebelfleck auf jeder Decke dunkel rotbraun, Seiten des Halsschildes 
und die restlichen Flügeldecken bräunlichgelb, die Naht der letzteren ge- 
schwärzt; Oberseite kahl, Ränder des Kopfes, Wangen und die Seiten des 
Halsschildes bewimpert. 

ö. Clypeus vorn abgestutzt und deutlich ausgerandet, die Ecken ver- 
rundet, die Seiten verlaufen ziemlich gerade in die nicht überragenden 
Wangen; die Stirnnaht sehr fein eingerissen, etwas geschwärzt, davor eine 
mäßig erhabene Beule; der ganze Kopf fein und zerstreut punktiert. Hals- 
schild mit schwach gerundeten Seiten, nach vorn deutlich verjüngt, Seiten 
und abgerundete Hinterecken normal, die Basis fein und scharf gerandet; 
die Punktur ist auf der Scheibe fein und zerstreut, die Punkte sind fast 
gleichgroß, sie stehen an den Seiten nur wenig dichter. Schildchen dreieckig, 
fein punktiert. Schultern mit kleinem Dorn; die fein eingerissenen Streifen 
der Flügeldecken mit deutlich kerbenden Streifenpunkten; alle Zwischen- 
räume vollständig flach, unregelmäßig, ziemlich deutlich punktiert. Meta- 
sternalplatte flach, beiderseits der feinen Mittellängslinie lang, gescheitelt 
behaart; das Abdomen punktiert und behaart. Die Schenkel mit einzelnen 
Härchen; Vorderschienen mit drei Außenzähnen, davor mit zwei bis drei 
undeutlichen Kerbzähnchen, der bewegliche Enddorn normal; Mittel- und 
Hinterschienen mit ungleichlangen Endborsten, der obere Enddorn reicht 
bis zur Mitte des zweiten Tarsengliedes; der Metatarsus nur wenig länger 
als das zweite und dritte Tarsenglied zusammen. Die Parameren sind lang, 
spitz und stark nach unten gebogen. Länge 4,3 mm. 

Q. Die Punktur, besonders die der Flügeldeckenzwischenräume etwas grö- 
ber; die Metasternalplatte gewölbt, unbehaart. Länge 4,8 mm. 
Holotypus ö und Allotypus $: Südafrika, Nouport, 26. X. 1948; leg. Koch; 

im Museum Frey. 

Aph. (N.) specularis nov. ist leicht durch den oberen Enddorn der Hin- 
terschienen, der deutlich länger als der Metatarsus ist, von allen bisher be- 
kannten Nobius-Arten zu unterscheiden. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 115 


Aphodius (Koshantschikovius) vaalensis n. sp. 


Eirund, nach rückwärts wenig verbreitert; Ober- und Unterseite glän- 
zend, hell bräunlichrot, die Basalkante des Halsschildes, Seiten des Schild- 
chens und die Naht (vorn schmal, am abfallenden Teil der Flügeldecken 
etwas breiter) geschwärzt, Fühler gelb; die Oberseite unbehaart. 

ö unbekannt. 

Q. Clypeus vorn seicht ausgerandet, die Ecken verrundet, die Seiten 
von den kaum überragenden Wangen durch eine kleine Ausbuchtung ge- 
trennt; Stirnlinie deutlich vertieft, davor eine flache Beule; der ganze Kopf 
nur sehr fein punktiert. Seiten des Halsschildes etwas gerundet und wie die 
stumpfen Hinterecken und die leicht doppelbuchtige Basis fein gerandet,; 
die Seiten und mitunter entlang dem Vorderrand mit kleinen Punkten, die 
Scheibe in großem Umfang nur äußerst fein und zerstreut punktuliert, fast 
unpunktiert erscheinend. Schildchen schmal dreieckig, glatt. Flügeldecken 
mit scharfen Schultern; die fein eingerissenen Streifen mit kaum erkenn- 
baren, nicht kerbenden Streifenpunkten; Zwischenräume auf der Scheibe 
flach, gegen die Spitzen sehr schwach gewölbt, so wie die Scheibe des Hals- 
schildes nur feinst punktuliert. Metasternalplatte fast flach, mit einigen Här- 
chen am Rande; Abdomen fein punktiert und behaart. Schenkel kräftig, 
einzeln behaart; Vorderschienen vor den drei Außenzähnen fein gezähnelt; 
der Enddorn lang und schlank; Mittel- und Hinterschienen mit deutlichen 
Querleisten und gleichlangen Endborsten, zwischen die einzelne doppelt 
längere Härchen eingestreut sind; der Metatarsus so lang wie die beiden 
gleichlangen Enddornen und so lang wie zweites und drittes Tarsenglied 
zusammen. — Länge 4,8-5,2 mm. 

Typus (Museum Frey) und ein Paratypus: N. Transvaal, Bloemhof, XI. 
1956; leg. Zumpt. — Ein Paratypus: Betschuanaland (ohne nähere An- 
gaben), ex coll. m. 

Aph. (K.) vaalensis nov. stellt eine durch die glänzende, fast unpunk- 
tierte Oberseite auffallende und leicht kenntliche Art dar. 


Aphodius (Koshantschikovius) ukamiensis n. sp. 


Große, flach gewölbte, nach rückwärts deutlich verbreiterte Art, die 
größte Breite liegt im letzten Drittel der Flügeldecken; glänzend, Kopf, 
Ränder des Halsschildes und Flügeldecken rötlichbraun, Scheibe des Hals- 
schildes hell gelbbraun, die Beine rötlichbraun, die Fühler gelb; Oberseite 
unbehaart. 

Clypeus tief ausgerandet, die Ecken verrundet, die Seiten verlaufen 
fast gerade in die weit die Augen überragenden Wangen, die gewinkelte 
Stirnnaht deutlich eingegraben, auch die Wangen sind durch eine feine 


116 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.) 


Naht vom Clypeus getrennt; der ganze Kopf fein und dicht punktiert. Seiten 
des Halsschildes ziemlich gerade, Hinterecken abgestutzt und deutlich aus- 
gerandet, die Basis fein gerandet; die Punkte sind auf der Scheibe feiner als 
am Kopf und etwas weniger dicht stehend, an den Seiten sind einige grö- 
Bere Punkte daruntergemischt. Schildchen schmal dreieckig, glatt. Die 
Schultern mit kräftigen, nach außen gerichteten Dornen; die Streifen mit 
kleinen, aber deutlichen, die Zwischenräume nur ganz schwach kerbenden 
Streifenpunkten; der Nahtzwischenraum flach, fein und dicht punktiert, die 
übrigen schwach gewölbt, ebenfalls fein, aber zerstreuter punktiert. Meta- 
sternalplatte schmal, flach, fein punktiert; Abdomen ziemlich dicht behaart. 
Schenkel von normaler Breite, feinst punktiert, unbehaart; Vorderschienen 
vor den drei Außenzähnen undeutlich gekerbt, der bewegliche Enddorn 
auffallend klein; die Tarsenglieder, besonders die ersten drei, an der Innen- 
seite dicht bewimpert; Mittel- und Hinterschienen mit schwachen Quer- 
leisten, die Hinterschienen auf der Innenseite kurz, starr beborstet; der Me- 
tatarsus länger als die gleichlangen Enddornen und deutlich länger als die 
beiden nächsten Tarsenglieder zusammen. — Länge 6,1 mm. 
Typus: D. O. Afrika, Ukami-Berge, (Staudinger,) Unikum; in coll. m. 

Die neue Art ist durch ihre Größe, besonders aber durch die eigenartige 
Verteilung der Färbung auf der Oberseite (der Halsschild ist deutlich heller 
als die Flügeldecken) bemerkenswert. 


Aphodius (Mesontoplatys) ovamboensis n. sp. 


Ziemlich breit, eiförmig, gut gewölbt; durch feine Chagrinierung der 
Oberseite nicht vollglänzend; Kopf, Halsschild, Schildchen, erster Zwischen- 
raum der Flügeldecken und die Beine hellbraun, die Seiten des Halsschildes, 
die Decken und Fühler hell bräunlichgelb; die Ränder von Kopf, Halsschild 
und die Schultern hell bewimpert, sonst kahl. 

Clypeus vorn etwas ausgerandet, daneben breit verrundet, die deut- 
lich überragenden Wangen durch einen bemerkbaren Einschnitt von den 
gerundeten Clypeusseiten separiert; die Stirnlinie ziemlich gerade, breit 
und tief; Clypeus gleichmäßig, mittelstark und nicht sehr dicht punktiert, 
Scheitel mit den gleichen Punkten, die aber deutlich dichter gestellt sind. 
Halsschild mit konvergierenden, schwach gerundeten Seiten, abgerundeten 
Hinterecken und fein gerandeter Basis, ihre Mitte ist etwas gegen das 
Schildchen ausgebuchtet; der ganze Halsschild mit kleinen und wesentlich 
größeren Punkten ziemlich dicht und gleichmäßig bedeckt. Schildchen im 
vorderen Teil parallel, schmaler als der erste und zweite Zwischenraum an 
der Basis, matt, vereinzelt fein punktiert. Flügeldecken mit gerundeten 
Schultern; die Streifen haben undeutliche, etwas quere, daher leicht ker- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 Dar 


bende Streifenpunkte; die schwach gewölbten Zwischenräume nur fein 
punktiert. Metasternalplatte konvex, einzeln fein punktiert; Stermite ein- 
reihig punktiert und behaart. Die Mittel- und noch mehr die Hinterschenkel 
sind verbreitert; Vorderschienen vor den drei kleinen Außenzähnen glatt; 
Mittel- und Hinterschienen mit deutlichen Querleisten; die Endbeborstung 
setzt sich aus einem Kranz ziemlich kurzer, dicker, gleichlanger Borsten zu- 
sammen, zwischen denen einige z. T. bis viermal längere, dünne Borsten- 
haare stehen; Metatarsus sehr kurz, nur so lang wie der obere Enddorn und 
nicht so lang wie die beiden nächsten Tarsenglieder zusammen. — Länge 
3,5 mm. 
Typus: Ovamboland, Oshikango (Unikum); im Museum Frey. 

Die neue Art unterscheidet sich u. a. durch die verbreiterten Schenkel 
und den kurzen Metatarsus von den übrigen, zu Mesontoplatys gestellten 
Formen. 


Aphodius (Mesontoplatys) zulu n. sp. 


Länglich-eirund, flach gewölbt; glänzend, Kopf, Halsschild und Ränder 
des Schildchens schwarzbraun, Vorderecken des Halsschildes, Flügeldecken 
und Beine bräunlichgelb, die Naht der Flügeldecken angedunkelt; oberseits 
unbehaart. 

ö. Clypeus vorn abgestutzt und deutlich ausgerandet, die Ecken abge- 
rundet, die Seiten gehen gerade in die kleinen, aber deutlich vorragenden 
Wangen über; die Stirnnaht fein eingerissen, vor ihr ist der Clypeus beulig 
gehoben; der ganze Kopf ziemlich dicht und fein, gleichmäßig punktiert. 
Halsschild mit schwach gerundeten Seiten, breit gerundeten Hinterecken 
und sehr fein gerandeter Basis; die Punktur ist auf der Scheibe gleich der 
des Kopfes, seitlich sind die Punkte etwas größer und auch dichter gestellt. 
Das nur undeutlich punktierte Schildchen dreieckig, an der Basis gleich dem 
ersten und zweiten Zwischenraum. Flügeldecken ohne Schulterdornen; 
Streifen fein eingerissen, mit kleinen, nicht kerbenden Streifenpunkten; die 
Zwischenräume leicht gewölbt und entlang ihrer Kanten, also zweireihig, 
punktiert. Metasternalplatte flach, stark punktiert; Abdomen dicht punk- 
tiert und behaart. Schenkel schmal; Vorderschienen mit drei kleinen Außen- 
zähnen, davor fein gesägt, der bewegliche Enddorn normal; die Querleisten 
der Mittel- und Hinterschienen sehr schwach entwickelt, die Endborsten un- 
gleichlang; der Metatarsus der Hinterschienen um ein Drittel länger als der 
obere Enddorn und so lang wie die drei nächsten Tarsenglieder zusammen. 

?. Metasternalplatte konvex, nur sehr fein punktiert. — Länge 2,8 bis 
2,9 mm. 

Holotypus ö und Allotypus $: Zululand, Hluhluewe; leg Zumpt, 1950. - 


118 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.) 


Eine Paratype ?: Transvaal, Skukuza, Krüger-Nationalpark, XI. 1959, 

leg. E. Haaf. Holo-, Allo- und Paratypus im Museum Frey. 

Die neue Mesontoplatys-Art ist durch die Form des Schildchens und 
das Fehlen einer Skutellarmakel ausgezeichnet. 


Aphodius (Mendidius) beluchistanicus n. sp. 

Walzenförmig, nach rückwärts nur wenig verbreitert; Ober- und Unter- 
seite glänzend, hell durchscheinend gelbbraun, die Seitenhöcker der Stirn 
und die Naht der Flügeldecken angedunkelt, die Fühler gelb; oben unbe- 
haart, die Seiten des Clypeus, die Wangen und die Seiten des Halsschildes 
bewimpert. 

Clypeus tief bogenförmig ausgerandet, daneben mit spitzen, steil auf- 
gebogenen Zähnchen; die nur schwach gebogenen Seiten gehen ohne deut- 
liche Unterbrechung in die abgerundeten, die Augen deutlich überragenden 
Wangen über; die Stirnnaht leistenförmig erhaben, der Mittelhöcker konisch 
und kaum höher als die starken, queren Seitenhöcker; Clypeus in der Mitte 
beulig aufgetrieben, auf glattem Grund mit großen, aber nicht dichtstehen- 
den, glänzenden Tuberkeln bedeckt; der Scheitel hinter dem Mittelhöcker 
eingedrückt und einzeln punktiert. Halsschild mit stark gerundeten Seiten, 
abgerundeten Hinterecken und fein gerandeter Basis, vorn ungerandet; die 
Scheibe fein und zerstreut, die Seiten dichter und deutlich größer punktiert, 
die Punkte hier auffallend unscharf begrenzt. Schildchen dreieckig, an der 
Basis so breit wie’ die drei ersten Zwischenräume zusammen, zerstreut und 
undeutlich punktiert. Schultern unbewaffnet, aber stark entwickelt; die Strei- 
fen mit kleinen, schwach kerbenden Streifenpunkten; die gewölbten Zwi- 
schenräume fein punktiert, der Nahtstreif an der Spitze nur undeutlich ver- 
tieft, die Intervalle hier nicht stärker oder dichter punktiert als auf der 
Scheibe. Metasternalplatte gewölbt, seitlich von je einer Reihe großer Punkte 
begrenzt; das Abdomen fein punktiert und behaart. Hinterschienen stark 
verbreitert; Vorderschienen vor den drei großen Außenzähnen undeutlich 
gekerbt; die Hinterschienen von der Basis zur Spitze schmal und gerade 
dreieckig verbreitert, innen und an der oberen Kante mit einzelnen, langen 
Borstenhaaren, die Enddornen gleichlang, stark verbreitert, bis zur Mitte 
des zweiten Tarsengliedes reichend; der Metatarsus nur um die Hälfte 
länger als das nächste Tarsenglied, die Klauen lang und dünn. — Länge 
5,0-5,3 mm. 

Holotypus & und Allotypus ®: Iran, Belutschistan, Bender Tschabahar, XII. 
und I. 1937; leg. Brandt. - Eine Paratype: Österr. Iran-Exped., westlich 

von Dschaz Morian, 27. III. 1950; ex coll. m. 

Aph. (M.) beluchistanicus nov. ist dem Aph. (M.) laevicollis Har. aus 
Ägypten sehr ähnlich, letzterer hat aber eine stärker verbreiterte Gestalt; die 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 119 


Oberseite ist anders gefärbt, nämlich Kopf und Halsschild sind hell rötlich- 
braun mit bräunlichgelben Flügeldecken; die Wangen des Kopfes sind mei- 
stens durch einen Einschnitt deutlich vom Clypeus separiert, doch kommen 
auch Exemplare vor, wo dies nicht der Fall ist; die Granulen des Clypeus 
stehen sehr dicht, bei beluchistanicus sind die Zwischenräume zwischen 
ihnen meist größer als die zerstreut stehenden Granulen; das Schildchen des 
laevicollis ist sehr gedrängt punktiert und die Metasternalplatte ist fein 
punktiert, ihren Rändern fehlen die deutlich gereihten Einfassungspunkte 
der neuen Art, sie besitzt aber einige Härchen an den Rändern. Die Para- 
meren beider Arten sind ganz verschieden (Abb. 3 und 4). 


Abb. 3: Parameren von Aph. beluchistanicus nov. 


Abb. 4: Parameren von Aph. laevicollis Har. 


120 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.) 


Beide Arten zeigen durch die langen und dünnen, wenig gebogenen 
Krallen eine nahe Verwandtschaft mit der Artengruppe Sitiphus Fairm. und 
hier besonders mit Aph. (S.) sefrensis Petrov., dessen Krallenform sich von 
der beider Mendidius-Arten nicht grundsätzlich, sondern nur dem Grade 
nach unterscheidet. 


Aphodius (Pharaphodius) nigripennis Petrov. 


ist in die Artengruppe Loraphodius Reitt. zu versetzen und steht dem 
Aph. (L.) motoi Paul. nahe, mit dem er aber nicht identisch ist. 


Aphodius (Agrilinus) wassuensis n. sp. 


Von kurzer, gewölbter Gestalt; die Oberseite, mit Ausnahme des schma- 
len Clypeusrandes, der Vorderecken und mitunter auch der Hinterecken des 


Halsschildes und der Spitzen der Flügeldecken, welche schwach rötlich durch- 


scheinen, schwarz; durch Chagrinierung ganz matt; unbehaart; Unterseite 
pechschwarz, glänzend, Beine pechbraun. 

Clypeus vorn schwach ausgerandet, die Ecken stumpf abgerundet; die 
gerundeten Wangen überragen deutlich die Augen; die Stirnlinie schwach 
gehöckert, die Seitenhöcker quer, undeutlich, der Mittelhöcker konisch, 
stumpf, er verlängert und verbreitert sich nach vorn zu einer kleinen Beule, 
eine Querrunzel ist nicht vorhanden; der Clypeus, die verrunzelten Ränder 
ausgenommen, fein und zerstreut, der Scheitel etwas dichter, aber nicht 
größer punktiert. Halsschild mit schwach gerundeten Seiten und stumpfen 
Hinterecken, die Basis deutlich und scharf gerandet; der ganze Halsschild 
sehr gedrängt mit fast gleichgroßen Punkten bedeckt, seitlich ist die Punk- 
tierung noch dichter, hier sind die Zwischenräume zwischen den Punkten 
nur als schmale Stege erhalten, eine feinere Grundpunktur fehlt. Schildchen 
dreieckig, dicht und grob verrunzelt punktiert. Die Schultern ohne Dorn; die 


wenig tiefen Streifen der Flügeldecken am Grunde glänzend, mit kleinen, ° 


deutlich kerbenden Streifenpunkten, der Nahtstreifen gegen die Spitze 
etwas tiefer eingedrückt; die flachgewölbten, fast flachen Zwischenräume 
mit nur sehr feiner, zerstreuter Punktur, die zwischen der dichten Chagri- 
nierung fast verschwindet. Metasternalplatte flach, fein punktiert. Die 
schmalen Schenkel mit deutlicher, wenn auch zerstreuter Punktur; Vorder- 
schienen samt dem beweglichen Enddorn normal; Mittel- und Hinterschie- 
nen mit gleichlangen Endborsten, der untere Enddorn der ersteren normal, 
der Metatarsus der letzteren länger als der obere Enddorn und fast so lang 
wie die drei nächsten Tarsenglieder zusammen. — Länge 3,8-4,2 mm. 
Typus und drei Paratypen: West-Szechuan, Sankiangkou, Selang, 4000 m 
ü. M., Wassuland, VII. und VIII. 1934; leg. Friedrich; im Museum Frey. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 121 


Aph. (A.) wassuensis nov. ist durch die Größe, die gedrängte Punktur 
des Halsschildes und besonders durch die dichte Chagrinierung der Ober- 


seite kaum mit einer anderen Art zu verwechseln. 


Aphodius (Agrilinus) lungaiensis n. sp. 

Der Gestalt nach etwas gedrungener und plumper als die vorige Art; 
Kopf und Halsschild schwarz, die Seiten des letzteren ohne die Hinterecken 
gelbrötlich durchscheinend, glänzend, die Flügeldecken dunkel pechbraun, 
die Spitzen und ein Punkt vor den Spitzen im vierten Zwischenraum rötlich, 
durch Chagrinierung matt; mit Ausnahme einiger staubartig kurzer Härchen 
an den Seiten und Spitzen der Flügeldecken ist die Oberseite unbehaart; die 
Unterseite ist glänzend schwarzbraun, spärlich behaart. 

Clypeus schwach ausgerandet, die Ecken breit verrundet, die Wangen 
wenig entwickelt, kaum überstehend; Stimlinie schwach gehöckert, davor 
ohne Querkiel; die Seiten sind leicht verrunzelt, die Mitte des Clypeus fein 
punktiert, der Scheitel mit größeren und dichter gestellten Punkten. Die 
größte Breite des Halsschildes liegt vor der Mitte, dahinter erscheint er - 
von oben gesehen — etwas eingezogen, bedingt durch einen, hinter der 
Seitenbeule liegenden, breiten, aber seichten Eindruck; die Hinterecken sind 
abgerundet, Seiten und Basis gerandet; die Punktur ist eine doppelte, neben 
einer kleineren Grundpunktur ist der ganze Halsschild dicht mit großen 
Punkten bedeckt, die Zwischenräume zwischen ihnen sind auf der Scheibe 
etwa gleich dem Durchmesser der Punkte, an den Seiten sind die Zwischen- 
räume schmaler, die Seitenbeulen sind spärlich punktiert, die Basis bleibt in 
einer schmalen Zone fast unpunktiert. Das Schildchen ist fast breiter als die 
drei ersten Zwischenräume zusammen, in der Mitte dicht punktiert, die 
Seiten glatt und eingedrückt. Schultern ohne Dornen; Streifen der Flügel- 
decken wie bei der vorigen Art am Grunde glänzend, die Streifenpunkte auf 
der Scheibe aber größer und stärker kerbend; die Zwischenräume deutlich 
gewölbt und zwischen der dichten Chagrinierung schwer erkennbar, fein 
punktiert. Metasternalplatte gewölbt und fein punktiert. Vorderschienen vor 
den drei Außenzähnen gesägt, der bewegliche Enddorn so lang wie die 
beiden ersten Tarsenglieder zusammen; der untere Enddorn der Mittel- 
schienen ist kurz und an der Spitze umgebogen (Ö), die Endborsten gleich- 
kurz; der Metatarsus der Hinterschienen länger als der obere Enddorn und 
etwas kürzer als die drei folgenden Tarsenglieder zusammen. — Länge 4,3mm. 
Typus: West-Szechuan, Sankiangkou, Lungai, 2000 m ü.M., Wassuland, 

VII. 1934; leg. Friedrich; (Unikum); im Museum Frey. 

Aph. (A.) lungaiensis nov. würde, bedingt durch den umgebogenen 
unteren Enddorn der Mittelschienen des Öö, zur Artengruppe Agoliinus ge- 


123 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.) 


hören, welche durch A. Schmidt (Arch. Naturg. 79/A/11, p. 162) nur wegen 
eines unbedeutenden sekundären Geschlechtsmerkmales, welches sich im 
übrigen auch in anderen Artengruppen findet, ohne dort Anlaß zu einer 
Abtrennung gegeben zu haben, begründet wurde, und die von mir bereits 
früher (Ent. Nachr.-Bl. Österr. u. Schweiz. Entomologen 8/1956, p. 22) als 
unhaltbar und überflüssig gekennzeichnet wurde. 


Aphodius (Bodilus) wollastoni radjastanicus n. ssp. 

Diese Rasse unterscheidet sich von der zwischen den Kanarischen Inseln 
und Iran verbreiteten Stammform durch feinere Punktierung der Oberseite, 
stärker chagrinierte Spitzen der Flügeldecken und besonders durch die ab- 
weichende Form der Parameren des männlichen Genitales (Abb. 5 und 6). - 
Länge d 7,5 mm; $ 5,8 mm, letzteres möglicherweise ein extrem kleines Tier. 
Holotypus ö und Allotypus : Indien, Radjastan, Alwar, 19. I. 1958; leg. 

Dr. G. Frey; im Museum Frey. 


b) 6 


Abb. 5: Parameren von Aph. wollastoni Har. 
Abb. 6: Parameren von Aph. wollastoni ssp. radjastanicus nov. 


Aphodius (Calamosternus) subdolus n. sp. 

Länglich-eirund, gewölbt; Kopf, Halsschild und Schildchen kastanien- 
braun, beim ersteren zwei Flecken am Clypeus, beim zweiten die breiten 
Seiten ohne die Seitenbeulen und ein Fleck vor dem Schildchen, sowie die 
Flügeldecken mit Ausnahme der geschwärzten Naht, strohgelb, die Seiten 
des Metasternums dunkelbraun, die restliche Unterseite wie die Decken 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 1283 


gefärbt; glänzend; die Oberseite - mit Ausnahme einiger feiner, leicht über- 
sehbarer Härchen - kahl; die Ränder des Clypeus sind kurz, die Wangen 
und Seiten des Halsschildes länger, aber spärlich bewimpert. 

ö. Clypeus vorn schwach abgestutzt, nicht ausgerandet; die unbedeu- 
tenden Wangen überragen die Augen nicht; der Mittelhöcker der Stirn 
etwas quer und hinten undeutlich ausgehöhlt, die beiden Seitenhöcker nied- 
riger, leistenartig; der Scheitel ist hinter dem Mittelhöcker eingedrückt, vor 
ihm erhebt sich eine schwache Beule; die ganze Kopfplatte ist deutlich und 
ziemlich dicht mit gleichgroßen Punkten bedeckt. Halsschild mit gerundeten 
Seiten, kaum vorragenden Vorder- und breit abgerundeten Hinterecken; die 
Seiten sind normal, die Basis sehr fein und nur von rückwärts deutlicher 
sichtbar gerandet; zwischen der feinen und zerstreuten Grundpunktur sind 
auf der Scheibe nur wenige größere Punkte unregelmäßig eingestreut, gegen 
die Seiten stehen die letzteren etwas dichter. Schildchen relativ groß, an der 
Basis parallel, überall fein punktiert. Flügeldecken mit gerundeten Schul- 
tern; die Streifen auf der Scheibe mit deutlichen, stark kerbenden Streifen- 
punkten, am abfallenden Teil der Decken werden die Punkte kleiner und 
kerben nicht mehr die Zwischenräume; diese sind gewölbt und fein, an der 
Spitze und den Seiten größer punktiert, die äußersten Spitzen sind chagri- 
niert. Metasternalplatte längsvertieft und fein punktiert; Abdomen punktiert 
und behaart. Schenkel glatt, unbehaart; Vorderschienen basalwärts außen 
fein gesägt, der bewegliche Enddorn kurz und stumpf; Mittel- und Hinter- 
schienen mit gut entwickelten Querleisten; der Metatarsus länger als der 
obere Enddorn und reichlich so lang wie die drei nächsten Tarsenglieder 
zusammen. 

Q. Höcker des Kopfes schwach entwickelt; die Punktur des Halsschildes 
dichter und die Metasternalplatte schwach konvex. 

Holotypus d: Südafrika, Grootmist, 20. XI. 1948; Allotypus $: do., Klein- 
see, 19. XI. 1948 und 2 Paratypen: wie Holotypus; alle leg. C. Koch; 

im Museum Frey. 

Aph. (C.) subdolus nov. ist durch die kleinen, nicht überragenden Wan- 
gen und die äußerst feine Basalrandung des Halsschildes ausgezeichnet. Eine 
gleich reduzierte Randung besitzen Aph. (C.) paludani Petrov. aus Afgha- 
nistan, ussuriensis Petrov. und sauteri Petrov., die beiden letzteren aus Ost- 
asien. 


Aphodius (Calamosternus) granarius hyxos n. ssp. 


Unterscheidet sich von der weit verbreiteten Stammform vor allem 
durch geringere Größe, andere Färbung, dichte Punktur der Oberseite und 
abweichende Form der Parameren des männlichen Genitals. 


124 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.) 


Der Kopf (ohne den hell durchscheinenden Vorderrand) und der Hals- 
schild dunkel rotbraun, die Flügeldecken und die Unterseite heller rotbraun, 
Beine, besonders die Schenkel, gelblichbraun. Halsschild und Zwischen- 
räume der Flügeldecken stark und dicht punktiert, die Punkte am ersteren 
sehr ungleich groß. Schildchen lang und spitz, tiefer liegend, an der Basis 
eingedrückt, unpunktiert, fein retikuliert. Die Sternite in der Mitte nur spär- 
lich punktiert und hier unbehaart. Die Parameren des ö wie bei Aph. (C.) 
trucidatus Har. gebildet, das heißt, die Spitzen sind stark ventralwärts abge- 
bogen, vergleiche: Pilleri, „EOS“ Madrid, XXIX/1953, t. V, f£. 4, 5. - Länge 
3,7-4,1 mm. 

Holotypus ö und Allotypus $: Ägypten, Alexandria; in coll. m. — Paratypen 
ebendaher und eine große Anzahl von Tieren aus Mesopotamien: Dje- 
robis, Djinddaris, Assur, Mosul, Meskeneh, leg. Pietschmann, in coll. 
mus. vindob. — Außerdem: Totes Meer, leg. Brühl. Die neue Unterart 
findet sich auch in Syrien, leg. Helfer; ihr Verbreitungsgebiet scheint 
sich aber hier nicht bis in die syrischen Küstengebiete zu erstrecken, von 
wo mir der typische granarius in großer Zahl vorliegt. 

Es ist möglich, daß hyrax nov. mit Aph. (C.) granarius ab. brunnescens 
Reitt. identisch ist, doch ist es derzeit nicht möglich, dies mit Sicherheit fest- 
zustellen. — Pilleri beschrieb („EOS“ 1. c., p. 110; t. V, f. 1-3) die Parameren 
eines Aph. (C.) mayeri aus Tripolitanien, der möglicherweise auch eine Rasse 
des granarius darstellt, doch konnte diese Frage, da mir jedes Material aus 
diesem Gebiet fehlt, nicht geklärt werden. 


Aphodius Nolicus n. subg. 


Kopf mit abgerundetem und ausgerandetem Clypeus, Beule, unge- 
höckerter Stirnlinie und großen, weit vorragenden, an der Spitze abgerun- 
deten Wangen; Halsschild mit abgestutzten Hinterwinkeln und ungeran- 
deter, doppelbuchtiger Basis; das Schildchen im vorderen Teil parallel, längs 
eingedrückt; Flügeldecken ohne Schulterdornen, mit einfachen Punktstrei- 
fen; Mittel- und Hinterschienen mit ungleichlangen Endborsten; der Meta- 
tarsus der letzteren nicht von auffallender Länge, beim ö an der Unterseite 
bürstenartig behaart; die Oberseite des Tieres unbehaart. — Typus: Nolicus 
veteranus noV. 


Aphodius (Nolicus) veteranus n. sp. 

Große, langgestreckte, seitlich schwach gerundete Art, in Größe und 
Färbung einem Bodilus nicht unähnlich; hell gelblichbraun, der Scheitel und 
die Mitte des Halsschildes dunkler, der Scheibenfleck erreicht nirgends die 
Seitenränder, in der Mitte ist er längsgeteilt, die äußerste Basalkante und 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 125 


die Naht der Flügeldecken sind geschwärzt, Beine und Unterseite hellbraun; 
Oberseite glänzend; unbehaart. 


ö. Clypeus vorn schwach ausgerandet, seitlich davon breit gerundet; 
die großen, abgerundeten Wangen die Augen überragend; Stirnlinie in der 
Mitte undeutlich, seitlich etwas gehoben, vor ihr eine mäßig erhabene Beule; 
der Kopf nur sehr zerstreut punktiert, die Beule glatt. Halsschild mit fast 
geraden, fein bewimperten Seiten, abgestutzten, gerandeten Hinterwinkeln 
und doppelbuchtiger, ungerandeter Basis; zwischen der äußerst feinen, zer- 
streuten Grundpunktur sind auf der Scheibe nur ganz vereinzelte größere 
Punkte zu bemerken, an den Seiten stehen sie etwas dichter, aber immer 
noch sehr zerstreut. Schildchen etwa so breit wie der zweite und dritte Zwi- 
schenraum an der Basis, im vorderen Teil parallel, mit Längseindruck, fast 
unpunktiert. Flügeldecken mit gerundeten Schultern; die Streifen mit un- 
deutlichen, nur schwach kerbenden Streifenpunkten, an den Spitzen fehlen 
die Punkte ganz; Zwischenräume gleichmäßig gewölbt und nur schwer 
erkennbar punktiert. Metasternalplatte längs eingedrückt, unpunktiert; Ab- 
domen seitlich lang und dünn behaart, in der Mitte glatt. Vorderschienen 
mit drei stumpfen Außenzähnen und plumpem Enddorn; der untere End- 
dorn der Mittelschienen ist kurz, nach außen gebogen und — was man nur 
bei der Ansicht von unten bemerken kann - in einem Ausschnitt des Apikal- 
randes der Schiene eingelenkt (Abb. 7); auch der untere Enddorn der Hin- 
terschienen ist etwas gekrümmt; der Metatarsus so lang wie der obere End- 
dorn, unten dicht bürstenartig bewimpert und etwa so lang wie die drei 
nächsten Tarsenglieder zusammen. — Länge 7,5-7,6 mm. 


Abb. 7: Rechte Mittelschiene 
von Aph. veteranus & nov., 
Ansicht von unten. 


126 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.) 


®. Halsschild schmäler, seine Punktur etwas dichter; die Metasternal- 
platte nicht eingedrückt, sondern flach; die Einlenkung des nur schwach 
gekrümmten unteren Enddornes der Mittelschienen ist normal; der Meta- 
tarsus der Hinterschienen hat nur einige feine Härchen auf der Unterseite 
und der längere Enddorn reicht bis zur Mitte des zweiten Tarsengliedes, das 
erste Tarsenglied ist kürzer als die drei nächsten zusammen. — Länge 7 mm. 
Holotypus ö, Allotypus $ und ein Paratypus &: Südöstliche Kalahari, Ka- 

ruman, 4. V. 1948; im Museum Frey. 

Bei der Begründung einer höheren Einheit, in diesem Falle einer Unter- 
gattung (Artengruppe) auf Grund von wenigen Tieren einer Art, ist es nicht 
leicht zu entscheiden, welche Merkmale dieser Kategorie zuzusprechen und 
welche als arteigen anzusehen sind. In unserem Falle ist mit großer Wahr- 
scheinlichkeit der ungehöckerte Kopf mit seinen großen Wangen, die dop- 
pelbuchtige, ungerandete Basis, die abgestutzten Hinterwinkel des Hals- 
schildes und die ungleichlangen Endborsten der Schienen als der Arten- 
gruppe eigentümlich anzusehen, während alle anderen Merkmale, wie Größe, 
Glanz, Färbung und die interessanten Bildungen an den Mittel- und Hinter- 
beinen einstweilen als arteigentümlich zu betrachten sind. 


Aphodius (Ataeniomorphus) ressli n. sp. 


Von paralleler, nach rückwärts etwas verbreiterter Gestalt; schwarz, der 
schmale Vorderrand des Clypeus, Vorderecken des Halsschildes (sehr un- 
deutlich), Seiten und Spitzen der Flügeldecken und die Beine rötlichbraun, 
Kopf und Halsschild schwach glänzend, das Schildchen und die Flügeldecken 
durch Chagrinierung matt; die Oberseite unbehaart. 

ö unbekannt. 

?. Clypeus undeutlich ausgerandet, daneben breit verrundet, die abge- 
rundeten, deutlich die Augen überragenden Wangen kaum merklich vom 
Seitenrand getrennt; die Naht als schmale, glänzende, seitlich etwas geho- 
bene Linie markiert; der Kopf ist zwischen der großen Mittelbeule, die nach 
vorn steil abfällt und den Seiten des Clypeus einzeln, mittelstark punktiert, 
die Beule fast glatt, der Scheitel mit den gleichen Punkten wie vorn, aber 
dichter bedeckt. Halsschild mit schwach gerundeten, fast parallelen Seiten, 
stumpf abgerundeten Hinterwinkeln und einfach gebogener Basis; Seiten 
und Hinterwinkel bis zum fünften Punktstreifen der Decken deutlich, die 
Mitte der Basis sehr fein, nur von hinten sichtbar gerandet; die Grund- 
punktur spärlich und fein, zahlreicher sind die mittelstarken etwas ungleich 
verteilten Punkte vertreten, die Seiten nur wenig dichter punktiert, die 
Seitenbeulen sind unpunktiert. Schildchen sehr klein, schmal dreieckig, vorn 
parallel, die Mitte chagriniert, die Seiten glänzend. Schultern mit kleinen, 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 17 


aber deutlichen Humeraldornen; die glänzenden Streifen mit schwach ker- 
benden Streifenpunkten; die Zwischenräume auf der Scheibe und an den 
Seiten fast flach, am abfallenden Teil der Decken (besonders der zweite 
Zwischenraum) etwas deutlicher gewölbt, überall äußerst fein und zerstreut 
punktiert; die Nahtzwischenräume auf der Scheibe etwas dachartig gehoben, 
nach rückwärts auf die Hälfte verschmälert und deutlich tiefer liegend. Me- 
tasternum chagriniert, matt, die Metasternalplatte schwach vertieft, mit 
feiner Mittellängsrinne; Abdomen punktiert und — besonders seitlich — lang 
behaart. Vorderschienen mit drei kleinen Außenzähnen, davor glatt, der 
bewegliche Enddorn sehr lang, spitz und fast gerade; der längere Enddorn 
der Mittelschienen so lang wie das erste und zweite Tarsenglied zusammen; 
Mittel- und Hinterschienen mit deutlichen Querleisten; die Tarsen nicht 
länger als die Schienen; der Metatarsus der Hinterschienen etwas kürzer als 
der obere Enddorn und höchstens so lang wie die beiden nächsten Tarsen- 
glieder zusammen. — Länge 4,6 mm. 

Typus: Nordsyrien (Hatay), Iskenderun, Hügelland Esentepe, IV. 1960; leg. 

Petrovitz u. Ressl; (Unikum). 

Meinem lieben Freund und treuen Reisekameraden Franz Ressl in 
Purgstall zugeeignet. 

Aph. (A.) ressli nov. unterscheidet sich in einigen Punkten wesentlich 
von Aph. (A.) isikdagensis Blth. Besonders sind es die matte Oberseite des 
Tieres, die bedornten Schultern und die anderen Maßverhältnisse zwischen 
Schienen und Tarsen einerseits und der Tarsenglieder untereinander ander- 
seits, die als auffallendste Unterschiede gelten können. 


Pseudoxyomus nov. gen. (Aphodiina) 


Oberseite chagriniert, ganz matt; staubfein; kaum erkennbar behaart. 
Clypeus abgerundet, in der Mitte ausgerandet, gekörnt; die Wangen sind 
nicht herabgewölbt; Stirnlinie schwach erhaben, nicht gehöckert; die Augen 
vom Halsschild nicht bedeckt. Halsschild nach beiden Richtungen gewölbt; 
Seiten und Basis gerandet und lang bewimpert; eine sehr seichte Mittel- 
längsfurche ist im hinteren Teil der Scheibe erkennbar, Seiteneindrücke 
fehlen. Schildchen klein und schmal, tief längs eingedrückt. Schultern ohne 
Dornen; die Decken ohne Basalrandung, mit zehn, den Epipleuralkiel ein- 
gerechnet, mit elf scharfen Rippen, die siebente bis zehnte unter der Schul- 
terbeule beginnend, die zehnte ist nur kurz und wenig erhaben; zwischen 
den Rippen je eine, aus großen, flachen, querstehenden Punkten gebildete 
Punktreihe; Epipleuren schmal, bauchwärts liegend; das Insekt ist geflügelt. 
Metasternum raspelartig punktiert; die chagrinierten und behaarten Sternite 
nicht verwachsen; Pygidium von den Spitzen der Flügeldecken bedeckt. 


128 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.) 


Schenkel dicht punktiert, behaart, die hinteren etwas verbreitert; Vorder- 


schienen normal, dreizähnig, mit beweglichem Enddorn; Mittel- und Hinter- 


schienen mit starken Querleisten, zwei Enddornen, ungleichlang beborstet; 
Tarsen kürzer als die Schienen, der Metatarsus verdickt, Glied zwei bis vier 
stark dreieckig; Klauen normal. 

Ich hatte ursprünglich die Absicht, die vorliegende Art in die Gattung 
Oxyomus Eschsch. einzureihen, da der erste Eindruck sehr für eine Zuge- 
hörigkeit zu dieser Gattung spricht. Die genauere Untersuchung brachte 
aber eine Anzahl abweichender generischer Merkmale zutage, die es not- 
wendig machten, sie von Oxyomus zu trennen. 

Zur leichteren Unterscheidung beider Gattungen möge die hier ge- 
brachte Gegenüberstellung dienen. 


Unterschiede: Oxyomus Pseudoxyomus 
Clypeus immer punktiert gekörnt 
Halsschild unbewimpert Seiten und Basis be- 
wimpert 
Rippen d. Flügeld. seitlich bis zur Basis nur bis unter die Schulter 
reichend reichend 
Mittelhüften getrennt sich berührend 
Sternite verwachsen nicht verwachsen 


Pseudoxyomus rubescens n. sp. (Genotypus) 

Gestalt gedrungen, nach rückwärts schwach verbreitert; die Färbung 
des Kopfes und des Vorderteiles des Halsschildes samt den Vorderecken ist 
ein eingenartiges, wie von innen her leuchtendes, helles bräunlichrot, das 
allmählich nach hinten zu dunkler wird und etwa von der Mitte des Hals- 
schildes an in ein dunkles Graubraun übergeht, die Schulterbeule und die 
Rippen der Flügeldecken rötlichbraun aufgehellt, aber alle Übergänge sind 
unscharf und verschwommen, Fühler gelb, Schienen und Tarsen rötlichbraun. 

ö unbekannt. | | 

Q. Clypeus vorn deutlich ausgerandet, daneben breit verrundet; die 
etwas geschwungenen Seiten von den fast waagerecht stehenden, abgerun- 
deten, die Augen weit überragenden Wangen durch eine seichte Einbuch- 
tung getrennt; die Granulen sind gut voneinander separiert und von fast 
gleicher Größe; der Scheitel ist groß und ziemlich dicht punktiert. Die ge- 
rundeten Seiten des Halsschildes gehen in gleichem Bogen in die Basis über; 
die Punktur ist mittelgroß und sehr dicht, eine feine Grundpunktur fehlt. 
Das Schildchen nur chagriniert. Die Schultern abgerundet; Rippen eins bis 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 129 


neun gleichhoch und sehr scharf, die zehnte undeutlich, die elfte (der Epi- 
pleuralkiel) wiederum hoch und scharf, die vierte, sechste und achte Rippe 
vor der Spitze verkürzt. Metasternalplatte mit Mittellängsrinne. Vorder- 
schienen vor den Außenzähnen glatt; beide Enddornen der Mittelschienen 
sind schlank und spitz, die der Hinterschienen wohl etwas plumper, aber 
nicht verbreitert, der längere reicht bis zur Mitte des zweiten Tarsengliedes; 
der Metatarsus verdickt, keulenförmig, die drei nächsten dreieckig, das 
Klauenglied schlank, alle zusammen wesentlich kürzer als die Schiene. — 
Länge 3,6 und 3,9 mm. 

Typus und ein Paratypus: Südafrika, Umgeb. Johannesburg; leg. Stricker; 

ex coll. Käufel; in coll. m. 


Mysarus nov. gen. (Psammobiina) 


Clypeus granuliert, vorn mit zwei Zähnchen; die Augen auf der Unter- 
seite liegend, von oben nicht sichtbar. Halsschild mit Seiten- und Basalran- 
dung, durchlaufender Mittellängsfurche und je einem kleinen Eindruck in 
der Mitte der Seiten; Seiten und Basis bewimpert. Schildchen klein, drei- 
eckig. Flügeldecken mit Schulterdorn, eine Basalrandung fehlt; Streifen 
punktiert, an der Spitze meist verbunden; Zwischenräume gewölbt. Letztes 
Abdominalsegment am Vorderrand breit eingedrückt, alle untereinander 
verwachsen; das Pygidium bedeckt. Vorderschienen mit drei Außenzähnen 
und beweglichem Dorn; Mittel- und Hinterschienen gezähnelt, ohne akzes- 
sorischen Dorn; die Endborsten gleichlang, die Enddornen schlank; die 
Tarsenglieder zusammen kürzer als die Schienen, erstes bis viertes Glied 
dreieckig, die Krallen klein. 

Die neue Gattung unterscheidet sich von Psammobius Heer durch nicht- 
verbreiterte Hinterschenkel und spitze Enddornen an den Mittel- und Hin- 
terschienen; von Rhyssemodes Reitter durch die glatten, behaarten Zwi- 
schenräume der Flügeldecken; von Trichiorhyssemus Clouet und Rhyssemus 
Mulsant durch die kurzen, dreieckigen Tarsenglieder; von allen ähnlichen 
Gattungen durch den scharf und spitz gezähnten Clypeus und den Umriß 
des Körpers. Es ist nämlich die Basis von Kopf, Halsschild und Flügeldecken 
stark eingezogen, wodurch eine deutlichere Gliederung des Umrisses, als es 
bei den angeführten Gattungen der Fall ist, in Erscheinung tritt. 


Mysarus peruanus n. sp. (Genotypus) 

Schmal eiförmig; chagriniert, matt, Kopf und Halsschild schwarz, Vor- 
derrand des Clypeus und Vorderecken des Halsschildes heller durchschei- 
nend, Flügeldecken schwarzbraun, Fühler gelb, Beine rotbraun; Ober- und 
Unterseite behaart. 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 s) 


130 Petrovitz: Neue u. verkannte Aphodiinae aller Erdteile (Col. Scarab.) 


Clypeus vorn bogenförmig ausgerandet, die Ecken scharf, etwas auf- 
gebogen; die Kopfmitte stark beulig aufgetrieben, ohne Stirnnaht; die Wan- 
gen abwärts gebogen, die Augen überragend; der ganze Clypeus dicht mit 
warzenartigen Erhabenheiten bedeckt, aus jeder Warze entspringt ein klei- 
nes, aufrechtstehendes Börstchen; der Scheitel ist runzelig punktiert. Hals- 
schild mit schwach gerundeten, nach rückwärts stärker eingezogenen Seiten 
und abgerundeten Hinterecken; Seiten und Ecken schmal, die Basis breit 
eingedrückt-gerandet; der Abstand zwischen den Vorderecken ist etwas 
größer als der zwischen den Hinterecken; die Mittellängsrinne beginnt ziem- 
lich breit in der Basalrinne, verjüngt sich allmählich und erreicht als seichte, 
feine Furche den Vorderrand; über den etwas undeutlichen Seitenbeulen 
befindet sich je ein kleiner, lochartiger Eindruck; der Grund des Halsschildes 
ist matt chagriniert, außerdem bedeckt die ganze Fläche ein schwer be- 
schreibbares unordentliches Durcheinander von großen, aber flachen Narben- 
punkten, glänzenden Körnchen, Raspelpunkten und einzelnen Börstchen. 
Schildchen klein, breit dreieckig, in der Mitte uneben. Flügeldecken mit 
Humeraldornen, die aber, da die Schultern deutlich eingezogen sind, von 
oben nicht sichtbar sind; die am Grunde glänzenden Streifen mit kleinen, 
nicht kerbenden Streifenpunkten; Zwischenräume chagriniert und schwach 
gewölbt, der erste stark erhaben, die ungeraden bis zum neunten in der 
Mitte mit je einer schütteren Reihe kleiner, aufrechtstehender Börstchen, an 
der Basis jeder Borste eine sehr kleine Erhabenheit. Metasternum gewölbt 
und einzeln behaart, matt; die Mittelhüften etwas weiter auseinanderste- 
hend als die Hinterhüften; Abdomen glänzend, seitlich spärlich behaart. 
Schenkel von normaler Breite, behaart; Vorderschienen vor den drei Außen- 
zähnen glatt, der bewegliche Enddorn normal zugespitzt; Vordertarsen sehr 
kurz; Hintertarsen um ein Drittel kürzer als die Hinterschienen, die Spitze 
des längeren Enddornes reicht bis zur Mitte des zweiten Tarsengliedes, der 
Metatarsus ist kürzer als das zweite, dritte und vierte Glied zusammen, 
Glied fünf (Klauenglied) um die Hälfte länger als das vorhergehende. - 
Länge 3,4 mm. 

Typus: Peru, Mayla u. Urubamba (Staudinger); Unikum; in coll. m. 


Ataenius scabrelloides n. sp. (scabrelloides u. scabreboides A. Schmidt i.].) 


Parallel, gewölbt; Oberseite matt schwarz, durch einen Sekretüberzug 
grau aussehend; Ober- und Unterseite mit kurzen Schuppenborsten versehen. 
Clypeus tief ausgerandet, daneben breit verrundet, der Rand vorn nie- 
dergedrückt, seitlich breit aufgebogen; Stirnbeule einzeln, der übrige Cly- 
peus längszusammenfließend punktiert und kurz beborstet. Halsschild mit 
parallelen Seiten und breit abgerundeten Hinterecken, die Basis undeutlich 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 131 


gefurcht-gerandet; mit Ausnahme dreier kahler Flecke, deren einer über 
dem Schildchen, die beiden anderen auf der Mitte der Seiten gelegen sind, 
ist der ganze Halsschild dicht, hinten wabenartig punktiert und kurz be- 
borstet, die gleichen Borsten säumen auch Seiten und Basis. Schildchen klein, 
länglich, matt chagriniert. Flügeldecken mit kräftigen Schulterdornen und 
deutlichen, glänzenden Punktstreifen; die Zwischenräume fast flach, alle 
gleichhoch, sie tragen in der Mitte eine Reihe kurzer Borsten. Die Unterseite 
groß punktiert, beborstet. Schenkel glänzend, punktiert und behaart, mit 
vollständiger Randfurche; der akzessorische Dorn an den Mittel- und Hin- 
terschienen klein; der Metatarsus der letzteren ist länger als der obere End- 
dorn und länger als die drei nächsten Tarsenglieder zusammen. — Länge 
3,4-3,5 mm. 

Typus und Paratypen: Matto Grosso, Corumba; im Museum Frey. 

Die neue Art ähnelt Ataenius scabrellus A. Schmidt und imbricatus 
Melsh. Von der ersten Art unterscheidet sich scabrelloides nov. durch die 
fast flachen Zwischenräume der Flügeldecken, von beiden durch die drei 
unpunktierten und unbeborsteten Flächen am Halsschild. 


Ataenius imbricatus Melsh. 

Bei gut erhaltenem Sekretüberzug erscheint der Halsschild genetzt, ist 
er verloren gegangen, tritt eine dichte Punktierung zutage und die Flügel- 
decken sind fein quer chagriniert, was mitunter den Eindruck erwecken 
könnte, als handle es sich um ganz verschiedene Tiere. 

Material: Amazonas, Nhamundä. 


332 Frey: Neue Sericinen (Col. Lamell.) 


Neue Sericinen aus meinem Museum, nebst Bestimmungs- 


tabelle der Gattung Lasioserica (Col. Lamell.) 
von G. Frey 


Lasioserica schereri n. sp. 

Unter den von Herrn Dr. Scherer gesammelten Lasioserica befanden 
sich außer den Arten maculata Brenske (Darjeeling 5 Exemplare) und nobilis 
Brenske (Darjeeling, 21 Exemplare) eine Serie von 16 Exemplaren, welche 
als neu zu beschreiben sind. 

Dank der Liebenswürdigkeit der Museen in Wien und Brüssel, denen 
ich hiermit herzlich danke, konnte ich die Typen der Arten pilosella Brenske 
und insularis Brenske einsehen; die übrigen Arten dieser Gattung befinden 
sich bis auf insperata Brenske und tuberculiventris Moser in meinem Mu- 
seum. Sie sind mit der Sammlung Moser verglichen. Die Art pilosa Mos. ist 
von maculata Brenske äußerlich nicht zu trennen, aber die d& ö haben ver- 
schiedene Geschlechtsorgane, und deshalb ist die Art pilosa Mos. gerecht- 
fertigt; braeti Brenske wurde von Brenske selbst als synonym von maculata 
Br. bezeichnet. Die Beschreibung der neuen Art lautet wie folgt: 

Ober- und Unterseite schwarzbraun, Clypeus und Stirn stark, sonst 
Ober- und Unterseite nur mäßig glänzend. Ober- und Unterseite mäßig 
dicht mit mittelmäßig langen, gelblichen Haaren bedeckt; die Scheibe des 
Halsschildes ist gelegentlich kahl. Die Fühler sind hellgelb, manchmal auch 
braun mit Übergängen. Der Fühler des 5 hat 4 Blätter, von denen das 1. 
ein Viertel bis ein Drittel kürzer als die folgenden sind. Der Fühler des 
hat 3 Blätter, das 1. Blatt ist um ein Viertel kürzer als die folgenden. Beim 
ö ist der Fächer im ganzen so lang wie der Stiel; beim $ ist er etwas kürzer. 

Der Clypeus ist vorne etwas aufgebogen, der Vorderrand geschweift, 
die Ecken breit abgerundet. Oberseite glänzend, grob punktiert. Eine 
schwache gebogene Leiste grenzt den Clypeus von der Stirn ab. Diese ist 
ebenfalls glänzend und wie der Clypeus punktiert. Der Scheitel ist fast matt 
und ohne Punkte. Halsschildbasis nicht gerandet, beim Scutellum etwas vor- 
gezogen. Vorderecken scharf rechtwinkelig, Hinterecken stumpf, vorderer 
und hinterer Seitenrand gerade, seitlicher Vorsprung sehr flach gewinkelt. 

Die Oberseite des Halsschildes ist chagriniert, neben den Haaren sind 
keine Punkte sichtbar. Das Scutellum hat eine abgerundete Spitze und ist 
wie die Flügeldecken behaart ohne sichtbare Punkte. Die Flügeldecken sind 
nicht sehr tief gestreift, die ca. 9 Zwischenräume etwas gewölbt, und an den 
Seiten sind die Streifen mittelfein punktiert. Das Pygidium ist stark überragt 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 133 


von den Flügeldecken, seine Oberfläche ist chagriniert und undeutlich punk- 
tiert. Mittel- und Hintertibien haben oben eine gut ausgeprägte Kante 
(Genusmerkmal). Vordertibien sind zweizähnig. Das 1. Tarsalglied der hin- 
teren Beine kaum länger als das 2. 


N) 


Abb. 1: Aedoeagus (lateral) von 
a) Lasioserica pilosa Moser 

b) Lasioserica maculata Brenske 
c) Lasioserica schereri n. sp. 


Abb. 2: Aedoeagus (lateral) von 
Lasioserica insperata Brenske 


Länge 7-8 mm, 14 5% aus Darjeeling, Indien, leg. Dr. Scherer, VI. 1961. 
Zum besseren Verständnis der Gattung Lasioserica füge ich eine Be- 


stimmungstabelle an. 


Chinesische Arten 
1 (2) Oberseite einfarbig schwarz mit gelben Haaren (nach der Be- 
schreibung;). tuberculiventris Mos. 


2 (1) Oberseite braunrot und gelb gefleckt, etwas streifig mit gelblichen 
Haaren. brevipilosa Mos. 


134 


Frey: Neue Sericinen (Col. Lamell.) 


Orientalische Arten 
Oberseite deutlich behaart. 


Flügeldecken einfarbig schwarzbraun, mäßig glänzend. 
schereri n. sp. 


Flügeldecken mit dunklen oder hellen Makeln gefleckt, matt. 


Halsschild wesentlich länger und dichter behaart als die Flügel- 
decken. 
pilosella Brenske 


Halsschild und Flügeldecken gleichmäßig behaart. 


Flügeldeckenbehaarung wenig dicht und kurz, Flecken nicht sehr 
ausgeprägt. 
thoracica Brenske 


Flügeldeckenbehaarung sehr lang und ziemlich dicht, Fleckenbil- 

dung wolkenartig. Nur durch die Geschlechtsorgane der ö & unter- 
einander verschieden (siehe Abbildung). 

maculata Brenske (braeti Br.) 

pilosa Mos. 


Flügeldecken nicht sichtbar (X 25) behaart, nur ganz kurze Borsten 
und sehr vereinzelte aufrechte Schuppenhaare auf den Flügeldek- 
ken. Gelegentlich an der Basis der Flügeldecken einzelne längere 
Haare. 


Arten aus Borneo, Basis der Flügeldecken nicht behaart. 
insularis Brenske 


Arten aus Vorder-Indien. 


5 mm lang, Flügeldecken an der Basis behaart, Halsschild in der 

Mitte des Vorderrandes und am Seitenrand behaart. Flügeldecken 

bei gut erhaltenen Exemplaren mit einzelnen Stichelhaaren. 
insperata Brenske 


Arten von 6 mm Länge oder länger. 


Flügeldecken parallel, Gestalt langgestreckt, 6 mm. 
variipennis Moser 


Flügeldecken nach hinten erweitert, nicht parallel, Gestalt mehr 


eiförmig. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 135 


15 (16) Dunkelrotbraun, hinterer Seitenrand des Halsschildes deutlich con- 
cav geschweift. 
nobilis Brenske 


16 (15) Heller rotbraun, hinterer Seitenrand des Halsschildes gerade. 
calva Brenske 


Lamproserica manyara n. sp. 


Eiförmig, gelbbraun, Kopf und Flügeldecken glänzend, Halsschild und 
Unterseite weniger glänzend, etwas tomentiert. Schienen und Tarsen etwas 
dunkler gefärbt. Oberseite glatt. 


Clypeus etwas breiter als lang, vorne deutlich eingebuchtet, Ecken ge- 
rundet, der Rand aufgebogen. Die Oberseite des Clypeus in der Mitte etwas 
gewölbt, sehr dicht und grob aber nicht runzelig punktiert. Stirn und 
Scheitel ziemlich fein und zerstreut punktiert. Die Begrenzungslinie zur 
Stirn verläuft in einem flachen Winkel, von dessen Spitze eine feine glatte 
Linie zum Scheitel verläuft. 


Der Halsschildseitenrand fast gerade, vor den Hinterecken etwas kon- 
vex, vor den Vorderecken ein wenig konkav geschweift, Hinterecken recht- 
winkelig, kurz abgerundet, Vorderecken vorgezogen und spitzwinkelig an 
der Spitze verrundet. Vorderrand des Halsschildes in der Mitte in flachem 
Bogen vorgezogen. Die Oberfläche des Halsschildes dicht chagriniert und 
sehr fein und dicht punktiert. Die Basis ist nicht gerandet. Die Flügeldecken 
sind in Punktreihen fein gestreift, die Zwischenräume ein wenig gewölbt 
und kaum punktiert. Das Pygidium ist gleichmäßig zugespitzt, mit feiner 
Mittellinie dicht aber nicht grob punktiert. 


Das Metasternum ist an der Seite dicht und flach punktiert, mit einigen 
Borstenpunkten, ebenso tragen die Ventralsegmente Borstenreihen. Eine 
Klaue der Vorderbeine beim 8 mit breiter Membrane. Die Vordertarsen 
sind jedoch nur wenig erweitert oder verkürzt, beim 2 Klauen einfach, Tar- 
sen schlanker. Vordertibien mit 2 Zähnen. Die Hinterschenkel sind breit und 
ziemlich flach, die Hintertibien ziemlich breit, außen stark länglich punktiert, 
auf der Innenseite schräg abgestutzt (Genusmerkmal). Fühlerfächer beim ö 
etwas kürzer als der Stiel, bei ö und $ Fächer 3gliedrig. 


Länge 7-7,5 mm. 


Die Art unterscheidet sich von den 4 übrigen bisher bekannten Arten 
dieser Gattung durch ihre größere Länge, etwas dunkleren Farbton und am 
deutlichsten durch die winkelige Begrenzungslinie der Stirn (alle übrigen 
gerade Linien) Aedoeagus siehe Abbildung 3. 


136 Frey: Neue Sericinen (Col. Lamell.) 


Abb. 3: Aedoeagus von 
L. manyara n. sp. 


4 66,1: Manyara See, NO-Tanganyika, von meinen Söhnen Herbert und | 
Bernhard Frey auf einer Jagd-Safari am Licht gesammelt; XII. 1961; 
Type und Paratypen in meinem Museum. 


Empecamenta densipilis n. sp. 

Ober- und Unterseite gelbbraun, Clypeus und Stirn sowie Halsschild 
und Flügeldeckennaht ein wenig dunkler. Unterseite und Beine lang hell- 
gelb behaart. Die Flügeldecken ebenso behaart, aber etwas zerstreuter und 
kürzer. Der Kopf ist feiner und wenig dicht, dagegen der Halsschild eben- 
falls feiner, aber auch viel dichter als die Flügeldecken behaart. Die Haare 
des Halsschildes sind auch etwas länger als die Haare der Flügeldecken, 
wenn auch kürzer als die Haare auf der Unterseite. 

Clypeusrand etwas aufgebogen, vorne tief eingebuchtet, die Ecken ge- 
rundet. Begrenzungslinie zur Stirn geschweift, die Linie zwischen Stirn und 
Scheitel wenig deutlich, flach apical gewinkelt. Oberfläche des Clypeus ver- 
tieft und fast glatt. Die Oberfläche der Stirn dicht runzelig punktiert, die 
Oberfläche des Scheitels weniger runzelig, aber auch dicht punktiert. 

Halsschild am vorderen Seitenrand etwas konkav geschweift, am hinteren 
Seitenrand gerade. Vorderecken rechtwinkelig gerundet, Hinterecken mit sehr 
stumpfen, abgerundetem Winkel. Der seitliche, gut abgerundete Vorsprung 
befindet sich in der Höhe eines Drittels der Halsschildlänge von der Basis 
an gerechnet. Der Halsschild ist gleichmäßig gewölbt ohne Furchen oder 
Wülste, die Basis ist gerandet. Die Oberfläche des Halsschildes ist entspre- 
chend der Behaarung sehr dicht punktiert. Scutellum glatt. Die Flügeldecken 
sind ohne Rippen und mittelmäßig dicht und mäßig grob punktiert. Die 
Punkte tragen die Haare. Das Pygidium ist dicht und fein punktiert und fein 
behaart. Die 4gliedrige Fühlerfahne beim ö etwa !/s, beim $ etwa !/s kürzer 
als der Stiel, Vorderschienen mit 2 Zähnen. 

Länge 7-7,5 mm. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 137 


Von allen übrigen Arten der Gattung gut unterschieden durch die 
ungleiche, viel feinere und dichtere Behaarung des Halsschildes gegenüber 
den Flügeldecken. 

10 5%: Mt. Meru, Tanganyika, Ostafrika, leg. A. v. Nagy, Type und Para- 
typen in meinem Museum. 


Trochalus imitans n. sp. 

Schwarzbraun; Kopf, der größte Teil des Halsschildes bis auf eine halb- 
kreisförmige Stelle vor dem Skutellum, der vordere seitliche Teil der Flügel- 
decken einschließlich der Schulterbeule, sowie die ganze Unterseite und die 
Beine glänzend, sonst matt. 

Clypeus-Vorderrand ganz gerade bis etwas unduliert und nicht krenu- 
liert wie bei Abb. 4, Oberseite des Clypeus, der Stirn und des Scheitels dicht 
punktiert. Die Punkte der letzteren ein wenig feiner. Mittelkiel auf dem Cly- 
peus angedeutet. Halsschild und Flügeldecken dicht und mittelfein punktiert. 

Halsschild Vorderecken vorgezogen und sehr spitz, Seitenrand davor 
etwas konkav geschweift, hinterer Seitenrand gerade. Hinterecken fast recht- 
winklig abgerundet. Pygidium ziemlich dicht und mäßig grob punktiert. 
Fühlerkeule des ö so lang wie der Stiel. Vorder-Tibien mit 2 Zähnchen. 
Länge 6,5-7 mm. 

Die Art gleicht in allen Teilen dem Trochalus byrrhinus Fahr., jedoch 
ist der Aedoeagus von dieser Art grundverschieden (Abb. 5) vom Aedoeagus 
des Trochalus byrrhinus Fahr. (in der Arbeit von Burgeon, Rev. Zool. Bot. 
Afr. 88, p. 16). 

51 5%, Manyara-See, NO-Tanganyika, von meinen Söhnen Herbert und 

Bernhard Frey auf einer Jagd-Safari am Licht (XII. 1961) gesammelt. 

Type in meinem Museum. 


Abb. 4: Konturen des Tr. imitans n. sp. 
Die punktiert gezeichnete Fläche matt, 
die übrige Oberseite glänzend. Abb. 5: Aedoeagus von Tr. imitans n. sp. 


138 Haaf: Nachtrag zu meinen Teil-Revisionen d. Alcidodes 


Nachtrag zu meinen bisher erschienenen Teil-Revisionen 


der Gattung Alcidodes (Col. Curc.)! 
von E. Haaf 


Obwohl kaum die erste Hälfte der nach geographischen Gesichtspunk- 
ten aufgegliederten Gesamt-Bearbeitung der Alcidodes gedruckt vorliegt, 
erscheint hiermit schon der 1. Nachtrag dazu. Aller Voraussicht nach werden 
in naher Zukunft weitere Ergänzungen folgen müssen. Denn, auf meine 
Studien an den Alcidodes aufmerksam gemacht, bekomme ich in zeitlichen 
Abständen immer wieder undeterminiertes Leihmaterial, dessen Eigen- 
tümer auf baldige Bearbeitung drängen. Fast alle diese Sendungen enthal- 
ten nicht nur neue Arten, sondern auch neue und wichtige Fundorte für 
bereits bekannte und von mir revidierte Arten. 

Im vorliegenden Artikel behandle ich erstmals auch zwei madagassische 
Arten im Zusammenhang mit ihrem gleichzeitigen Vorkommen in Ost- und 
Südafrika. Das geschieht unabhängig von meiner schon lange geplanten 
Revision der madagassischen Alcidodes. Diese beabsichtigte Arbeit muß ich 
aber auch weiterhin zurückstellen, weil das Typen- und große Madagaskar- 
material des Pariser Museums nicht erreichbar ist und die übrigen euro- 
päischen und überseeischen Museen zusammengenommen nur einen gerin- 
gen Prozentsatz an madagassischen Alcidodes besitzen. 


Alcidodes tomentosus Fairm. 


(= modestus Klima) 

Fairmaire, 1902, Ann. Soc. Ent. France 71, p. 368 — Hustache, 1924, Bull. Acad. 
Malgache (N. S.) 7, p. 345. 

Klima (modestus), 1934, Col. Cat. Junk-Schenkl. 135, p. 48. 

Type: Museum Paris. 

Länge: 3,5-4,6 mm; Breite: 1,8-2,1 mm. 


Verbreitung. 

Madagaskar (siehe Hustache 1924, 1. c.). 

Südafrika: Natal: Durban (VIII. 1920, A. F. J. Gedye); Pietermaritzburg/ 
Town-bush (XII. 1959, leg. E. Haaf); 
Kap Provinz: Port St. John (Mai 1924). 


1) 1960, Ent. Arb. Mus. Frey 11, p. 640 - 673; 1961, Ent. Arb. Mus. Frey 12, 
p. 1-59, p. 373 — 435, 452 - 501; 1961, Ann. Mus. Roy. Afr. Centr. Tervuren, Sci. 
Zool. 99, p. 1 - 166. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 139 


Bisher nur aus Madagaskar bekannt und von Hustache (1924) als 
Varietät des A.larinoides Fairm. angesehen. A. Klima (1934) hingegen 
betrachtete den tomentosus sensu Hustache als eine von tomentosus Fairm. 
verschiedene Art und stellte für das durch diesen Gedankengang entstan- 
dene Homonym den neuen Namen modestus (als Varietät des larinoides 
Fairm.) auf, wobei allerdings tomentosus Fairm. als selbständige Art er- 


halten bleibt. 


Meiner Ansicht nach ist tomentosus Fairm. von tomentosus sensu 
Hustache aber nicht verschieden und somit der von Klima im Katalog kom- 
mentarlos aufgestellte modestus als nomen nudum anzusehen. Die von 
Hustache aufgeworfene Frage einer möglichen subspezifischen Differenz 
zwischen tomentosus und larinoides bleibt heute noch offen. Es liegt sogar 
durchaus im Bereich der Möglichkeit, daß eine spätere Genitaluntersuchung 


od 


Abb. 1: Aedoeagus von 
A.tomentosus Fairm. 


N 


der 3 sehr sauberen und gut erhaltenen typischen Stücke des larinoides 
Fairm. (im Museum Paris) eine Identität mit tomentosus ergibt, also tomen- 
tosus als Synonym eventuell fallen kann. Bis zur Klärung dieses Problems 
führe ich tomentosus Fairm. (et sensu Hustache) als selbständige Art. 


Im Dezember 1959 fand ich bei Pietermaritzburg 2 Exemplare einer 
sehr kleinen Alcidodes-Art, die sich zu meiner großen Überraschung ein- 
wandfrei und ohne irgendwelche morphologischen Abweichungen (Genital- 
vergleich, siehe Abb. 1) zu zeigen, als zu tomentosus Fairm. gehörig bestim- 
men ließen. Inzwischen sind mir von anderen südafrikanischen Fundorten 
(siehe oben) weitere Belegstücke des tomentosus bekannt geworden. Das 
Vorkommen dieser nicht panafrikanischen Art sowohl auf Madagaskar, als 
auch in Südafrika ist somit bestätigt. Unter den Arten der Gattung Alcido- 
des kennen wir bisher keinen analogen Fall einer solchen äußerst bemer- 


140 Haaf: Nachtrag zu meinen Teil-Revisionen d. Alcidodes 


kenswerten diskontinuierlichen Verbreitung. Selbst bei dem nachfolgend 
erwähnten brevirostris ssp. curtirostris Fairm. liegen leichter verständliche 
Verhältnisse vor. 


Alcidodes brevirostris ssp. curtirostris Fairm. 


Fairmaire, 1871, Ann. Soc. Ent. Fr. (5), p. 50 — Fairmaire, 1899, Mem. Soc. Zool. 
Fr. p. 25 — Alluaud, 1900, in Grandidier Hist. Nat. Madag. p. 319 — Boheman, 
1844, in Schoenh. Gen. Spec. Curc. VIII, p. 62 (brevirostris Boh. var. $) — 
Haaf, 1961, Ann. Mus. Roy. Afr. Centr. Tervuren, Sci. Zool., 99, p. 39. 


Verbreitung: Madagaskar. 
Type: Museum Paris. 


Eine genaue Untersuchung der Typen von Alcidodes brevirostris Boh., 
brevirostris Boh. var. f und simus Chevr. mit der Type des curtirostris 
Fairm. ergab, daß der madagassische curtirostris als eine Unterart des bre- 
virostris aufgefaßßt werden muß. Mit Ausnahme eines kleinen, aber kon- 
stanten Unterschieds im Genital (Abb. 2) ist tatsächlich kein Differenz zum 
ostafrikanischen brevirostris ssp. simus Chevr. zu erkennen. 


Boheman (1944, 1.c.) hat den curtirostris von Madagaskar als brevi- 
rostris var. ß bezeichnet und kurz beschrieben. Von Fairmaire wurde so- 
wohl diese Boheman’sche Diagnose, als auch die Tatsache übersehen, daß 
eine äußerst nahe Beziehung zu A. brevirostris besteht. Die von mir (1961, 
l.c.) vermutete Identität mit ssp. simus Chevr. trifft nicht zu, da die ein- 
gangs erwähnte Genitaldifferenz im ö Geschlecht vorliegt. 


Abb. 2: Aedoeagus (lateral) 

von A. brevirostris Boh. 

ssp. simus Chevr. (a) und 

ssp. curtirostris Fairm. (b) - 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 141 


Alcidodes vossi sp. n. 


Unter meiner Curculioniden-Ausbeute aus Ostafrika befindet sich auch 
eine neue Alcidodes-Art, die ich in den ersten Januar-Tagen 1960 in mehre- 
ren Exemplaren auf der Südostseite des Kilimandscharos in etwa 2800 m Höhe 
am Waldrand direkt hinter der bekannten Bismarckhütte von niederen 
Pflanzen sammelte. Ein weiteres Stück dieser Art erbeuteten die Damen 
Dr. Christa Lindemann und Nina Pavlitzki an derselben Stelle am 18. De- 
zember 1952. 

Länge: 8,2-9,4 mm; Breite: 3,2-3,9 mm. 

Vorkommen: Tanganjika: Kilimandscharo/Bismarckhütte, 2800'm., auf niede- 
ren Pflanzen. 

Type ($): Museum Frey. 

Paratypen: Museum Frey und Zoologische Staatssammlung, München. 


Grundfarbe schwarz. Behaarung kurz, dorsal goldgelb, ventral und 
an den Beinen mehr silbrig; stellenweise durch eine leicht anhaftende 
Kruste von zitronengelbem oder bräunlichem Blütenstaub verdeckt. Hals- 
schild an den Seiten und manchmal entlang der Mediane dichter behaart. 
Die Behaarung der Flügeldecken ebenso, jedoch ungleichmäßiger und wie 
gesprenkelt aussehend, ohne allerdings Querbänder zu bilden. Miittel- 
schenkel auf der Innenseite gegenüber der Schiene deutlich länger und ab- 
stehend behaart. 


Rüssel beim 5 etwa so lang wie Kopf und Halsschild zusammen, dicht 
und grob punktiert mit feinen Längsrunzeln und matt; beim $ schwarz 
glänzend, merklich länger als Kopf und Halsschild, sehr fein und äußerst 
spärlich, an den Seiten der Basis jedoch kräftiger punktiert. Rüsselspitze 
(52) dorsal angekerbt, die Fühlereinlenkung vor der Rüsselmitte. Sub- 
mentum beim ö nur mit einem schwach ausgeprägten, stumpfen Höcker- 
chen, also ohne scharfes Zähnchen. Das 1. Geißelglied der Fühler ungefähr 
so lang wie das 2. Glied, aber etwas breiter; das 7. Glied sowohl von der 
Geißel, als auch von der Keule merklich abgesetzt. 


Halsschild breiter als lang und dicht punktiert, jedem Punkt entspringt 
ein Härchen; die Seiten von der basalen Einschnürung an im leichten Bogen 
nach vorne bis zur Einschnürung hinter den Augenloben verengt. Das 
Schildchen von der Elytralnaht zu ?/s3 eingeschlossen. 


Flügeldecken breiter als der Halsschild, die Seiten in der basalen Hälfte 
parallel, die Basallappen deutlich gegen den Halsschild angehoben. Die 
Punktstreifen etwas unregelmäßig verlaufend, die Punkte relativ klein; die 
viel breiteren Zwischenräume mehr oder weniger gewölbt und bisweilen 
chagriniert, die beiden ersten Zwischenräume in der Mitte stark verflacht 


142 Haaf: Nachtrag zu meinen Teil-Revisionen d. Alcidodes 


oder eingedrückt. Analsternit beim & beiderseits des Mitteleindrucks mit je 
einer Beule. 

Metasternum gewölbt, aber ohne Erweiterung gegen die Hinterhüften. 
Vorderhüften zusammenstoßend oder wenig voneinander getrennt. Vorder- 
schenkelzahn spitzig mit fein gesägter Außenflanke. Vorderschiene gerade, 
in der Mitte der Innenseite kaum erweitert und am Ende mit einem dornför- 
migen, spitzen Zahn; ein Subapikalzahn fehlt. Apikalzahn der Hinterschiene 
beim ö mit gebogener und zweigeteilter Spitze. 

Diese neue, dem bekannten Curculioniden-Spezialisten Herrn Eduard 
Voss gewidmete Art ist im System zwischen kilimanus Auriv. und meruanus 
Auriv. einzureihen. Habituell und in der Grundfärbung kommt sie dem 
meruanus am nächsten, in der Form des Aedoeagus aber dem braunen 
kilimanus!). Bei A. meruanus ist aber der Mittelschenkel auf der Innenseite 
noch länger abstehend behaart, die elytralen Zwischenräume sind weniger 
gewölbt und der 1. Zwischenraum in der Elytralmitte weder besonders ver- 
flacht, noch eingedrückt. 

Während meruanus nur in den Hochlagen des Meru-Berges in ca. 
3000 m Höhe heimisch ist, wurde sowohl die vorliegende neue Art, als auch 
kilimanus Auriv. ausschließlich amKilimandscharo gefunden. Der A. kilimanus 
wurde von Sjöstedt in Kibonoto am Südwestabhang des Kibos und zwar in 
der Kulturzone in etwa 1000-1500 m erbeutet, mein A. vossi dagegen in 
2800m am Südosthang des Kilimandscharo-Massivs. Ich halte es für durchaus 
möglich, daß kilimanus über die ganze Kulturzone des Kilimandscharos ver- 
breitet ist, also auch bei Madschame und Marangu zu finden sein wird, ob- 
wohl ich selbst an diesen Orten vergeblich danach suchte. Im Gegensatz 
dazu ist A. vossi ein Bewohner des oberen Urwaldgürtels, genau wie der 
viel schlankere Alcidodes bifasciatus Aurivillius. Daß eins der erwähnten 
Arten auch auf dem Meru oder gar in den Pare- und Usambara-Bergen 
vorkommt, halte ich für ausgeschlossen. 


Alcidodes thompsoni sp.n. 

Länge: 5-6 mm; Breite: 1,9-2,2 mm. 

Verbreitung. 

Südafrika: Pt. Natal (Type); Durban (H. Bell-Marley); Viktoria; 
Pt. St. John/Pondoland (10.-31. Juli 1923, R. E. Turner); Old Umtali/S. 
Rhodesia; Salisbury/S. Rhodesia (II. 1895, leg. G. A. K. Marshall). 

Type (ö): British Museum (N. H.), London. 


1) Der Aedoeagus-Unterschied zwischen kilimanus und meruanus ist nur ge- 
ringfügig, jedoch konstant. Bei kilimanus ist die apikale Spitze etwas breiter als 
bei meruanus. | 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 143 


Diese kleine und zylindrische Art, zu deren Beschreibung ich 4 86 
und 5 22 vorliegen habe, findet in meiner Bestimmungstabelle der afrika- 
nischen Alcidodes (1961) in der Gruppe D : 22 (31) bei rufus Boh. ihren 
Platz. Tatsächlich ist diese Art mit dem einfarbig rotbraunen A. rufus Boh. 
sehr nahe verwandt. 

Grundfarbe rotbraun, aber Rüssel, Kopf und Halsschildscheibe 
schwarz; Unterseite und Beine stellenweise schwarz oder dunkelbraun. Die 
haarförmigen weißen oder fahlgelben Schüppchen bilden einen ziemlich un- 
deutlichen schmalen Längsstreifen entlang der Halsschildmediane und auf 
jeder Halsschildseite ein meist sehr deutliches Längsband, das sich über die 
Episternen und Epimeren von Mittel- und Hinterbrust fortsetzt; Elytra mit 
einzelstehenden Schuppenflecken von unterschiedlicher Größe. 

Rüssel zylindrisch, leicht gebogen, in beiden Geschlechtern ziemlich 
dicht und grob punktiert, die Fühlereinlenkung vor der Mitte. Submentum 
des ö mit einem deutlich nach unten abstehenden Zähnchen. Fühlerschaft 
reicht bis zur Rüsselwurzel; das 1. Geißelglied länger als das folgende. 
Stirn etwas schmäler als die Rüsselbreite an der Basis. 

Halsschild quer, nicht oder nur wenig schmäler als die Flügeldecken, 
die Seiten im basalen Drittel parallel oder schwach gebogen, dann jedoch 
nach vorne stark im Bogen verengt. Mit Ausnahme des breit abgesetzten, 
spärlich fein punktierten und braunen Vorderrands ist der ganze Halsschild 
sehr dicht und relativ grob punktiert. Vorderrand des Prosternums tief ein- 
gebuchtet. Skutellum von der Elytralnaht nicht völlig eingeschlossen. 

Flügeldecken parallelseitig oder die Seiten apikalwärts leicht konver- 
gierend. Basallappen vorgezogen und schwach angehoben. Schulterbeule 
nur minimal entwickelt. Die Punkte der Streifen breit und tief grubig, die 
chagrinierten Zwischenräume nur selten breiter und wenig konvex. 

Metasternum ohne Vorsprung gegen die Hinterhüften. Der Abstand 
zwischen den Vorderhüften schmäler als zwischen den Mittelhüften, aber 
mindestens so breit wie die Fühlerkeule. Vorderschenkelzahn groß und 
scharf mit 1 oder mehreren Zähnchen an seiner Außenflanke. Vorderschiene 
in der Mitte der Innenseite mit einem dreieckigen Zahn; Apikal- und Sub- 
apikalzahn (öf) etwa von gleicher Größe und mehr dornförmig. 

A.thompsoni sp. n.!) schließt sich eng an A. rufus Boh. an (Aedoeagus 
Abb. 3), ist aber nicht einfarbig rotbraun und sein Zähnchen am Submentum 
(ö) nicht ganz so lang, aber trotzdem sehr prägnant. Bei A. fasciculatus und 
sparsus Boh. (ö) finden wir dagegen kein oder nur ein minimal angedeu- 
tetes Submentumzähnchen. 


1) Meinem lieben Freund, dem Scientific Officer am British Museum (N.H.) 
Mr. Richard T. Thompson gewidmet, der mich auf diese Art aufmerksam machte. 


144 Haaf: Nachtrag zu meinen Teil-Revisionen d. Alcidodes 


Abb. 3: Aedoeagus von 
A.thompsoni sp.n. (a) und 
A.rufus Boh. (b). 


Alcidodes nudiusculus sp. n. (Abb. 4) 


Länge: 10,5-12 mm; Breite: 5,3-6 mm. 

Verbreitung. 

Borneo: Sarawak (Type). 

Malaya: Pahang, „Irolak“ (ex Palaguium gutta/Samen, 16.1. 1928, 
G. H. Corbett). 


Type (2): British Museum (N. H.), London. 


Kastanienbraune Art mit der Andeutung einer breiten Querbinde aus 
unscheinbaren, sehr kurzen, fahlgelben Härchen hinter der Elytralmitte auf 
der sonst kahlen, bisweilen sogar glänzenden Oberseite. Unterseite ziemlich 
dicht mit breiten, federartig geschlitzten Schüppchen besetzt. 


Rüssel in beiden Geschlechtern mehr oder weniger gerade und zy- 
lindrisch, an der Fühlereinlenkung (deutlich hinter der Mitte) und an der 
Spitze kaum verdickt, beim $ sehr lang, sehr fein und spärlich punktiert und 
glänzend, beim 5 kürzer, aber doch etwas länger als der Halsschild und 
kräftiger punktiert als beim $. Das Submentum auch beim ö ohne ein 
vertikal abstehendes Zähnchen. Fühlerkeule reicht knapp bis zur Rüssel- 
wurzel. Das 1. Geißelglied der Fühler ungefähr doppelt so lang wie das 
2. Glied. Die Stirnmitte mit einem punktförmigen Einstich in einem flachen 
Eindruck. 


Halsschild quer und die Seiten nach vorne bis zur starken Einschnü- 
rung hinter dem Vorderrand gerade bis leicht gebogen und konisch ver- 
engt. Mit Ausnahme der breit abgesetzten und punktierten Vorderrand- 
partie ist der ganze Halsschild mit runden oder ovalen und ziemlich gleich- 
mäßig gewölbten Körnchen mäßig dicht besetzt. Die Scheibe auch der 
Länge nach gewölbt, ohne Furche oder Kiel entlang der Mediane. Antesku- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 145 


tellarlappen gut entwickelt mit stumpfer Spitze oder breit abgestutzt. 
Schildchen klein, von der Elytralnaht nicht völlig eingeschlossen. 
Flügeldecken viel breiter als die Halsschildbasis, von der Schulter api- 
kalwärts ziemlich gerade und deutlich konvergierend. Die glatte Schulter- 
beule wird durch den stark erweiterten 7. elytralen Zwischenraum gebildet 


Abb. 4: Alcidodes nudiusculus sp. n. 


und ist in Dorsalansicht verrundet und lateral nicht konisch abstehend. Basis 
innerhalb der Schulterbeule und rings um das Schildchen mehr oder minder 
tief eingedrückt. Basallappen breit verrundet und gegen den Halsschild 
nicht aufgerichtet. Die Punktstreifen unterschiedlich tief, die Punkte bis- 
weilen sehr tief und grubig, die Zwischenräume aber breiter, stark gewölbt 
bis rippenartig, nicht oder nur äußerst fein punktiert und glänzend, stellen- 
weise leicht gebogen, dann also nicht mehr parallel zur Elytralnaht verlau- 
fend; der 4., 5. und 6. Zwischenraum bildet eine auffallende Subapikalbeule. 

Der Abstand zwischen den Mittelhüften doppelt bis dreifach so breit 
wie zwischen den Vorderhüften. Die fein bis runzelig punktierte Hinter- 
brust gegen die Hinterhüften nicht erweitert. Vorderschenkel in Höhe des 
Zahns verdickt, der Zahn nicht besonders groß, aber scharf und an seiner 
Außenflanke gesägt. Vorderschiene schlank, leicht gebogen, in der Mitte 
seiner Innenseite mit einem spitzen Zähnchen (3%). Vor dem Apikaldorn 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 10 


146 Haaf: Nachtrag zu meinen Teil-Revisionen d. Alcidodes 


ohne jegliche Spur eines Subapikalzähnchens, das durch 2 Borsten vertreten 
ist. Das Knie des hinteren Beinpaars reicht nur bis zum Vorderrand des letz- 
ten Abdominalsegments. 

Die neue Art gehört zur crassus-Gruppe, wofür allein schon der Rüssel 
und die Aedoeagus-Form (Abb. 5) spricht. Die übrigen Arten der crassus- 
Gruppe sind aber viel kürzer gebaut und darum leicht davon zu trennen. 


Abb. 5: Aedoeagus (dorsal 
und lateral) von 
A. nudiusculus sp. n. 


Alcidodes glabratus sp. n. 


Länge: 11-12,5 mm; Breite: 4,5-5,4 mm. 
Verbreitung: Philippinen: Mindoro (G. Boettcher, 10. 2. 1916); 

Manila. 

Type: Naturhistor. Rijksmus. in Leiden. 

Diese neue Art, von W. Roelofs (1893) als A. obscurus Roel. (i. litt.) 
bestimmt, liegt mir in mehreren, aber nur männlichen Exemplaren vor. 
Nach meiner Bestimmungstabelle der philippinischen Alcidodes (1961) wäre 
sie bei leucospilus ab. burmeisteri Boh. einzureihen. Von ab. burmeisteri 
unterscheidet sie sich sowohl durch eine noch feinere oder ganz fehlende 
Punktur und Runzelung der Elytren und eine deutliche, von hellgrauen, 
haarförmigen Schuppen gebildete rhomboidale Streifenzeichnung, die über 
beide Decken verläuft und sich seitlich mehr oder weniger x-förmig ver- 
zweigt; die hintere Verzweigung fließt entlang dem 9. (bisweilen auch 10.) 
Zwischenraum apikalwärts und bildet mit dem kurzen und schmalen sub- 
apikalen Längsstreifen (entlang dem 3. Zwischenraum) einen Winkel. 

Die Elytralbasis ist wie bei vielen Nachbararten deutlich kurz auf- 
gebogen, die Halsschildscheibe dicht punktiert, die Halsschildbasis ver- 
worren granuliert, das Schildchen ziemlich groß und nur zu ?/s3 von der Ely- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 147 


tralnaht eingeschlossen. Fühlerinsertion beim & vor der Rüsselmitte; das 
1. Geißelglied der Fühler nicht oder nur wenig länger als das 2. Glied. Sub- 
mentum beim d mit einem sehr kleinen Zähnchen. Schenkelzahn mittelgroß 
und nach außen umgebogen, seine breite Außenflanke fein und unregel- 
mäßig gesägt. 

Bei flüchtigem Vergleich kommt die neue Art, besonders hinsichtlich 
Größe, Form und Rhomboid-ähnlicher Zeichnung der Elytren, dem A. min- 
dorensis Schultze sehr nahe; die Unterschiede zwischen diesen beiden Arten 
sind aber trotzdem groß und sehr konstant: Der Halsschild ist bei mindo- 
rensis granuliert, bei glabratus (die Basis ausgenommen) punktiert, die 
Elytren im basalen Drittel bei mindorensis grob runzelig, bei glabratus fast 
glatt oder nur äußerst fein und spärlich punktiert oder unmerklich gerunzelt. 
Die Beschuppung ist bei mindorensis breit und federartig geschlitzt, bei 
unserer neuen Art einfach haarförmig. 


Alcidodes leechi sp. n. 


Länge: 7-11 mm; Breite: 2,6-4,3 mm. 
Verbreitung: Philippinen: Luzon, Mt. Makiling/Laguna (1931, F. C. Had- 

den). 
Type ($): Californ. Acad. Sciences, San Francisco. 

Diese neue Art ist meinem lieben Kollegen in San Francisco Mr. Hugh 
B. Leech gewidmet. Sie hat eine matte bis glänzend schwarze Grundfarbe 
mit Schuppenflecken und gehört in die nächste Nähe des A.leucospilus ssp. 
honestus Heller. Diesem honestus ist sie sowohl habituell ‚als auch hinsicht- 
lich der Anordnung seiner Schuppenflecken äußerst ähnlich, jedoch wie 
folgt verschieden: Flecken hellgrau, relativ wenig markant und nicht selten 
sogar stark reduziert. Jedoch bleiben auf jeder Elytra immer 5 Flecken er- 
halten, von denen der Subapikalfleck einen Winkel bildet. Halsschildscheibe 
bei leechi kräftiger gekörnt, nach vorne gröber runzelig punktiert und mit 
einer glatten Längslinie. Fühlereinlenkung im d-Geschlecht bei honestus 
deutlich vor der Rüsselmitte, bei leechi in der Mitte, im P-Geschlecht bei 
honestus in der Mitte, bei leechi kurz hinter der Mitte. Der Abstand zwi- 
schen Vorder- und Mittelhüften bei leechi gleichbreit, bei honestus sind die 
Vorderhüften etwas weiter voneinander entfernt als die Mittelhüften. Vor- 
derschienen an der Innenseite hinter der Mitte beim honestus- ö mit einem 
großen, dreieckigen, bei der vorliegenden Art mit einem stumpfen Zahn. 

Der Aedoeagus von leechi entspricht etwa dem des leucospilus Er., hat 
also eine stumpfe Spitze und kein breit abgestutztes Ende, wie das bei 
honestus der Fall ist. 


Zur Beschreibung liegen mit etwa 2 Dutzend Exemplare vor. 


148 Haaf: Nachtrag zu meinen Teil-Revisionen d. Alcidodes 


Alcidodes macellus sp. n. 


Länge: 6,3-9 mm; Breite: 2,3-3,5 mm. 
Verbreitung. 
Philippinen: Luzon: Rizal/Mt. Irid (coll. W. Schultze; Type); Imu- 

gan (G. Böttcher, VI. 1917) 

Type (): Staatl. Museum f. Tierkunde, Dresden. 

Kleine, schwarze Art mit gelblich-weißer Streifenzeichnung auf der 
Oberseite und Flecken auf der Unterseite. Halsschildseiten mit je einem 
Schuppenstreifen, der lateral von der Hinterecke schräg nach oben gerichtet 
ist, die Scheibenmitte aber nicht erreicht; hinter den Augenloben befindet 
sich ein rundlicher Fleck, durch dessen Mitte die tiefe Einschnürung ver- 
läuft. Flügeldecken mit zwei sehr deutlichen Querstreifen und einem 
spitzen, prägnanten Subapikalwinkel. Der vordere Querstreifen bildet 
über beide Elytren hinweg am Schildchen einen Winkel, dessen Äste die 
Schulterpartie mehr oder weniger halbkreisförmig umfassen; diese Äste 
sind in ihrer Mitte am schmälsten. Der hintere Querstreifen verläuft ziem- 
lich gerade über beide Decken hinweg, höchstens an der Naht knapp unter- 
brochen, lateral aber verbreitert (7), beim & sogar mit dem vorderen Quer- 
band entlang dem 9. und 10. elytralen Zwischenraum breit verbunden. 
Ventral mit Flecken auf den Seiten der Abdominalsegmente, dem Metaster- 
num, zwischen den Vorder- und Mittelhüften und zwischen Mittelhüften 
und Elytralseite. 

Rüssel zylindrisch, vor der Spitze erweitert, leicht und gleichmäßig 
gebogen, länger als Kopf und Halsschild zusammen, in der basalen Hälfte 
grob bis längsrunzelig, in der vorderen Hälfte fein und zerstreut punktiert. 
In Höhe der Fühlereinlenkung, die beim ö vor, beim $ in der Rüsselmitte 
liegt, mit einer seichten und kurzen Längsrinne. Submentum auch beim 
Q ohne abstehendes Zähnchen. Das 1. Geißelglied der Fühler etwas länger 
und dicker als das folgende. 

Halsschild quer, schmäler als die Flügeldecken, die Seiten in der basa- 
len Hälfte mehr oder weniger parallel, dann nach vorne bis zur tiefen Ein- 
schnürung hinter den Augenloben stark verengt. Scheibe auch der Länge 
nach gleichmäßig konvex; der Anteskutellarlappen abgerundet. Fast der 
ganze Halsschild mit Ausnahme der vorderen Partie mit kleinen und klein- 
sten Körnchen dicht besetzt. Schildchen nur zur Hälfte von der Naht einge- 
schlossen. 

Flügeldecken breiter als der Halsschild, die Seiten gerade und meist 
schwach nach hinten konvergierend. Die verrundeten Basallappen nur 
wenig vorgezogen, aber gut sichtbar gegen den Halsschild aufgebogen. 
Die Punkte der Streifen sehr tief eingestochen und länglich, die Zwischen- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 149 


räume viel breiter, gewölbt, querrunzelig und bisweilen mit winzigen 
Körnchen besetzt. 


Vorderschenkel mit einem dornförmigen Zahn, dessen Außenflanke 
fein gesägt ist. Vorderschiene schlank, gebogen, gegenüber dem Schenkel- 
zahn stumpf erweitert und ohne Subapikalzahn. Hinterschiene in der Mitte 
mehr oder minder stark depress. Der Abstand zwischen den Mittelhüften 
etwas breiter als zwischen den Vorderhüften. 


Dieser A. macellus unterscheidet sich von allen anderen Arten der va- 
riabilis-Gruppe u. a. durch die Halsschildzeichnung. Sein Halsschild besitzt 
nämlich an jeder Seite einen gelblich-weißen Schuppenstreifen, der an den 
Hinterecken des Halsschilds beginnt und schräg nach oben zieht, aber noch 
vor der Mitte der Scheibe endet. 


Alcidodes liciatus sp. n. 


Länge: 7-11,1 mm; Breite: 3,1-4,9 mm. 
Verbreitung: Philippinen: Siargao (G. Böttcher; Type). 
Type (ö): Staatl. Museum f. Tierkunde, Dresden. 


Tiefschwarze, zylindrische Art mit gelblich-weißen, durch krusten- 
förmig anhaftendem Blütenstaub oft leicht orange gefärbte, scharf mar- 
kierte Schuppenstreifen. Halsschild mit 2 Querstreifen, einem entlang der 
Basis und einem hinter dem Vorderrand; der vordere Querstreifen ist dorsal 
breit, der basale in der Mitte nicht oder nur kurz unterbrochen. Außer dem 
Subapikalwinkel zeigen die Flügeldecken noch 2 sehr auffällige Querbän- 
der. Das hintere Band befindet sich vor der Mitte der apikalen Elytralhälfte 
und verläuft gerade oder im leichten Bogen über beide Decken hinweg. Das 
vordere Band bildet im Gegensatz zu vielen anderen philippinischen Nach- 
bararten am Schildchen keinen Winkel, sondern verläuft zuerst vom Schild- 
chen ausgehend entlang dem 1. elytralen Zwischenraum gerade, biegt erst 
dann im weiten Bogen nach außen um, wobei in Höhe des 6. elytralen Zwi- 
schenraums beinahe die Mitte der Flügeldecken erreicht wird. Ventral zwi- 
schen den Vorder- und Mittelhüften und auf dem Metasternum direkt vor 
den Hinterhüften dichter beschuppt. 


Rüssel zylindrisch, leicht und gleichmäßig gebogen, in beiden Ge- 
schlechtern etwas kürzer als der Vorderschenkel; beim & besonders im 
basalen Teil sehr dicht, manchmal leicht runzelig punktiert; beim 2 schwä- 
cher und zerstreuter punktiert. Submentum beim & mit deutlichem Zähn- 
chen. Fühlereinlenkung beim Ö vor, beim $ in der Rüsselmitte. Die beiden 
ersten Geißelglieder fast von gleicher Länge. Stirn mit einem Grübchen und 
punktförmigen Einstich in der Mitte. 


150 Haaf: Nachtrag zu meinen Teil-Revisionen d. Alcidodes 


Halsschild etwa so breit wie die Flügeldecken mit parallelen Seiten in 
der basalen Hälfte und scharfer Einschnürung hinter den Augenloben. Von 
der punktierten Vorderrandpartie abgesehen, ist der ganze Halsschild mit 
mäßig konvexen, kleinen Körnchen relativ gleichmäßig dicht besetzt. Schild- 
chen von der Elytralnaht zu !/2 bis ?/s eingeschlossen. 

Flügeldecken zylindrisch oder die Seiten gerade nach hinten leicht 
konvergierend. Basallappen gegen den Halsschild nur wenig angehoben 
und nicht geknickt. Die Punkte der Streifen tief, in der Regel länglich, 
manchmal grubig, aber stets schmäler als die runzeligen Zwischenräume. 

Vorderschenkel mit einem außerordentlich kräftigen Zahn, dessen 
Außenflanke nicht gesägt ist. Vorderschiene in Höhe des Vorderschenkel- 
zahns innen geknickt oder scharf gebogen und in der Mitte etwas, jedoch 
nicht zahnförmig erweitert; ein Subapikalzahn fehlt. Der Abstand zwischen 
den Vorder- und Mittelhüften nahezu gleichbreit. 

Versuchen wir die neue Art nach meiner Bestimmungstabelle der phi- 
lippinischen Arten (1961) zu determinieren, so gelangen wir bis 133 (132) 
mit Alcidodes bohemani Heller und A. variabilis Heller. Von diesen beiden 
Arten läßt sich liciatus sp. n. wie folgt trennen: 

1. Die vordere elytrale Querbinde bildet am Schildchen keine verkehrt V- 
förmige Zeichnung, sondern verläuft hinter dem Schildchen zuerst ge- 
rade entlang dem 1. elytralen Zwischenraum und biegt erst dann bogen- 
förmig nach den Seiten um. 

2. Der Vorderschenkelzahn ist außergewöhnlich groß und an seiner Außen- 
flanke nicht gesägt. 

3. Die Vorderschiene auf der Innenseite im basalen Viertel geknickt oder 
scharf gebogen. 


Abb. 6: Aedoeagus von A. liciatus sp. n. 
(a) und A. pumilus sp.n. (b) 


q b 


4. Der Aedoeagus ist nicht, wie bei A. pumilus sp. n., ziemlich gleichmäßig 
nach vorne verjüngt (Abb. 6). 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 151 


Hätte A. liciatus einen weniger spezifisch gebildeten Aedoeagus, dann 
würde ich ihn bei der nachfolgenden Art einreihen, der er bei flüchtiger 
Betrachtung nicht unähnlich sieht. So bin ich aber außerstande, einen nahen 
Verwandten anzugeben. 

Der liciatus liegt mir in über 1 Dutzend von Exemplaren aus Siargao 
vor. Es ist der Typenfundort. Ich kenne aber auch Vertreter dieser Art aus 
Mindanao (Surigao), Bucas (Socorro) und Samar (Borogan). Jedoch weichen 
alle Stücke, die nicht auf der Insel Siargao gesammelt wurden, durch schwä- 
cher ausgeprägte Zeichnung und etwas schlankeren Aedoeagus ab. Ich halte 
es nicht für notwendig, dieser geographischen Rasse einen besonderen Na- 
men zu geben. 


Alcidodes pumilus sp. n. 


Länge: 5,8-8,1 mm; Breite: 2,2-3,3 mm. 
Verbreitung. 

Philippinen: Siargao (Type). 
Type ($): Zoologisches Museum, Berlin. 

Dem vorhergehenden A. liciatus sp. n. habituell und in der Zeichnung 
ähnlich, aber durch folgende Merkmale verschieden: 

Das vordere elytrale Querband beschreibt schon direkt hinter dem 
Schildchen nach beiden Seiten hin einen gleichmäßigen Bogen, verläuft also 
auf jeder Elytra nicht erst ein Stück entlang dem 1. Zwischenraum. Ventral 
finden wir stets entlang der Außenseite von Mittel- und Hinterbrust einen 
markanten, breiten Längsstreifen, der am Vorderrand der Epimeren des 
Mesosternums beginnt und am Hinterrand des Metasternums einen undeut- 
lichen Winkel bildet. Fühlereinlenkung sowohl beim Ö, als auch beim $ in 
der Rüsselmitte. Das 1. Geißelglied der Fühler merklich länger als das 2. 
Glied. Körnchen des Halsschilds noch dichter angeordnet und stark abge- 
flacht. Basallappen der Flügeldecken stark, fast winklig aufgebogen. Vorder- 
schenkelzahn mittelgroß mit fein gesägter bis stumpf krenulierter Außen- 
flanke. Vorderschiene im basalen Drittel gleichmäßig umgebogen, auf der 
Innenseite hinter der Mitte mit einer scharf dreieckigen (5) oder stumpfen 
(2?) Erweiterung. Vorderschenkel beim 5 länger, beim $ kürzer als der 
Rüssel. Aedoeagus siehe Abbildung 6 b. 

In meiner Bestimmungstabelle der philippinischen Alcidodes (1961) 
müßten wir diese neue Art, genau wie A. liciatus sp.n., unter den Ziffern 
133 (132) einreihen. Sie steht dem A. variabilis Heller am nächsten, ist je- 
doch kleiner und zeichnet sich durch eine sehr prägnante Streifenzeichnung 
aus. 


Von dieser Art sind mir noch weitere Fundorte bekannt, deren Exem- 


152 Haaf: Nachtrag zu meinen Teil-Revisionen d. Alcidodes 


plare dann aber nicht 100°/oig mit den typischen Stücken übereinstimmen. 
Es handelt sich um folgende Lokalitäten: Mindanao (Surigao); Samar (Na- 
val Base); Catanduanes (Virac); Luzon (Antimonan, Los Bafos, Rizal/Mt. 
Irid, Laguna/Paete, Cabugao, Mt. Banahao). 


Alcidodes tenellus sp. n. 


Länge: 6,3-9,2 mm; Breite: 2,6-3,9 mm. 

Verbreitung. 

Philippinen: Mindanao: Zamboanga (1932, F. C. Hadden_ coll.; 
Type); Zamboanga/Kabasalan (VIII. 1982, H. C. Muzall leg., coll. W. 
Schultze). 

Type (5): Californ. Acad. Sciences, San Francisco. 

Schwarze, zylindrische Art mit weißer Schuppenzeichnung. Halsschild 
an der Basis in Höhe des 5. elytralen Zwischenraums meist mit einem rund- 
lichen Fleck und an den Seiten mit einem geraden Längsstreifen, der von 
den Hinterecken bis knapp zum Vorderrand des Halsschilds reicht. Flügel- 
decken im typischen Fall mit einer scharf begrenzten Schuppenstreifung, die 
etwa die Breite eines elytralen Zwischenraums hat und über beide Decken 
hinweg fast ein Sechseck bildet: sie beginnt hinter dem Schildchen als ein 
verkehrt liegendes V, trifft seitlich auf den 9. Zwischenraum und verläuft 
auf diesem ein Stück apikalwärts, um dann im stumpfen Winkel dorsalwärts 
gegen die Elytralnaht abzubiegen. Ein Subapikalwinkel auf der Elytra ist 
meist nur angedeutet. Unterseite mehr oder weniger gleichmäßig beschuppt 
und ohne markante Flecken. 

Rüssel zylindrisch, schwach gebogen, länger als Kopf und Halsschild 
zusammen, beim $ sehr zerstreut und fein, beim & im basalen Teil dichter 
und deutlicher punktiert. Submentum beim & mit sehr kleinem Zähnchen. 
Fühlereinlenkung etwa in der Rüsselmitte (P), bzw. kurz davor (Ö). Die 
beiden ersten Geißelglieder ungefähr gleichlang. Stirn mit einem Grübchen 
in der Mitte. 

Halsschild so breit wie die Flügeldecken und auch der Länge nach rela- 
tiv kräftig konvex, die Seiten in der basalen Hälfte parallel, hinter den 
Augenloben tief eingeschnürt. Halsschildseiten und entlang der Basis mit 
stark abgeflachten, kleinen Körnchen besetzt, Scheibe sowohl (sehr schwach) 
granuliert, als auch punktiert, hinter dem Vorderrand ausschließlich punk- 
tiert. Schildchen von der Elytralnaht zu ?/s3 eingeschlossen. 

Flügeldecken in der Regel absolut parallelseitig. Basallappen gegen 
den Halsschild nur leicht angehoben. Die Punkte der in der hinteren Hälfte 
tiefer eingsschnittenen Streifen fast grubig, die Zwischenräume aber breiter, 
gewölbt und bisweilen dicht querrunzelig. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 153 


Vorderschenkelzahn spitzig mit meist undeutlich gesägter Außenflanke. 
Auf der Innenseite der Vorderschiene beim 5 mit dreieckigem Zahn, der 
beim ? durch eine stumpfe Erweiterung nur angedeutet ist. 

Drei Merkmale zeichnen diese neue Art aus. Auf den Halsschildseiten 
verläuft ein gerader Längsstreifen aus weißen Schuppen von den Hinter- 
ecken bis zu den Augenloben; auf der Halsschildbasis finden wir regelmäßig 
einen rundlichen Schuppenfleck beiderseits in Höhe des 5. Elytralstreifens. 
Die beiden elytralen Querbänder sind an der Elytralnaht mehr oder weniger 
gewinkelt und seitlich durch einen Längsstreifen entlang dem 9. elytralen 
Zwischenraum miteinander verbunden, wodurch fast ein Sechseck entsteht. 
Die Halsschildskulptur kann weder als punktiert (wie bei A. insularis 
Schultze), noch als granuliert (wie bei A. variabilis Heller) angesprochen 
werden. 

Vorläufig muß tenellus sp. n. in der Nähe des A. bohemani Heller pla- 
ziert werden. 


Alcidodes longirostris Heller 


Heller, 1917, Stett. Ent. Zeit. 78, p. 211, 221 — Haaf, 1961, Ent. Arb. Mus. Frey 12, 
p. 474. 


Von dieser nicht häufigen Art erhielt ich kürzlich weitere Exemplare 
zur Untersuchung. Dabei ergaben sich neue Gesichtspunkte sowohl hin- 
sichtlich der geographischen Verbreitung, als auch in Bezug auf die mor- 
phologischen Merkmale. 

Die beiden typischen Stücke, welche K. M. Heller zur Beschreibung 
vorlagen, stammen von zwei ganz verschiedenen Inseln der Philippinen. 
Sie sind auch von sehr unterschiedlicher Größe und wurden deshalb vom 
Autor versehentlich als Angehörige verschiedener Geschlechter gedeutet. Es 
sind aber weibliche Tiere. Das kleinere Exemplar davon wurde von mir als 
Lectotype ausgewählt (8 mm Länge) und ist auf der Insel Luzon (Mt. Maki- 
ling) gesammelt worden, das größere Exemplar (Paratypoid, 10,3 mm 
Länge) kam von der Insel Mindanao (Dapitan). 

Zwei weitere, mir jetzt aus Mindanao vorliegende, der Paratypoide in 
der Größe entsprechende $? mit etwas deutlicheren elytralen Schuppen- 
bändern lassen vermuten, daß die Größenunterschiede bei den typischen 
Stücken einen subspezifischen Wert haben. Der Typenfundort der Art ist 
jedoch Luzon. 

Unter einer anderen neuen Leihsendung fand ich 2 Exemplare einer 
longirostris-Rasse aus Malakka (ohne nähere Fundortsangabe). Jene Tiere 
zeigen aber einen merklich schlankeren Habitus. 


154 Haaf: Nachtrag zu meinen Teil-Revisionen d. Alcidodes 


In meiner Übersicht über die philippinischen Arten (1961) müssen nun 
folgende morphologischen Merkmale für diese Art nachgetragen werden: 
Die Rüsselseiten bei $ eine Keulenbreite vor der Fühlereinlenkung mit 
einer tiefen, rundlichen oder länglichen Grube, die meist von einer wachs- 
artigen Substanz ausgefüllt ist. Der Fühlerschaft vor der keulenartigen Ver- 
dickung am Ende mehr oder weniger gebogen. Das erste Geißelglied der 
Fühler in der Regel länger, bisweilen aber auch nur knapp so lang wie die 
folgenden 3 Glieder zusammengenommen. 


Alcidodes pauxillus sp. n. 


Länge: 3,6-4,6 mm; Breite: 1,3-1,8 mm. 
Verbreitung. 

Philippinen: Mindanao (Surigao). 
Type: Zoologisches Museum, Berlin. 

Winzige, zylindrische, schwarze Art mit teils rotbraunen, teils schwar- 
zen Beinen. Flügeldecken mit einem schmalen, nicht besonders deutlichen, 
nach hinten gebogenen, von gelblich-weißen Schüppchen gebildeten, an 
der Naht kurz unterbrochenen Querband vor der Mitte der hinteren Hälfte. 
Ein subapikaler Schuppenwinkel ist meist gut erkennbar. Unterseite, haupt- 
sächlich die Vorder-, Mittel- und Hinterbrust relativ dicht weiß beschuppt. 

Rüssel zylindrisch, etwas kürzer als der Vorderschenkel, mäßig gebo- 
gen, im basalen Teil stärker und dichter punktiert als im vorderen Drittel. 
Fühlereinlenkung in oder kurz vor der Mitte. Die beiden ersten Geißelglie- 
der der Fühler fast von gleicher Länge. 

Halsschild so breit wie die Flügeldecken oder nur wenig schmäler, die 
Seiten gleichmäßig gerundet und hinter den Augenloben tief eingeschnürt. 
Mit Ausnahme des breit abgesetzten Vorderrandes ist der ganze Halsschild 
mit relativ großen Körnchen dicht besetzt, deren Spitze nach vorne gerichtet 
ist und ein fast anliegendes Börstchen besitzt. Schildchen stets kleiner als 
die Durchschnittsgröße eines Halsschildkörnchens. 

Flügeldecken mit ziemlich stark vorgezogenen und angehobenen Basal- 
lappen. Die Seiten parallel oder von den Schultern nach hinten gerade und 
leicht konvergierend. Die Punkte der Streifen tief grubig und in der Mitte 
des 5. und 6. Streifens besonders auffällig groß; die Zwischenräume meist 
schmäler als die Punkte und unregelmäßig stark gewölbt bis leistenförmig 
erhaben. 

Vorderschenkel im vorderen Drittel allseitig leicht verdickt, der Zahn 
auf der Innenseite scharf und rechtwinklig abstehend mit 1 bis 3 kleineren 
Zähnchen an seiner Außenflanke. Vorderschiene depress, im basalen Drittel 
deutlich gebogen und in Höhe des Schenkelzahns minimal erweitert; ein 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 105 


Subapikalzahn fehlt. Der Abstand zwischen den Vorderhüften nicht oder 
nur wenig schmäler als zwischen den Mittelhüften. 

Sämtliche mir vorliegende Stücke scheinen weiblichen Geschlechts zu 
sein, also auch die Holotype. Ich kann deshalb nicht feststellen, ob das Sub- 
mentum des ö ein abstehendes Zähnchen besitzt oder nicht. 

A. pauxillus sp. n. ist allein schon durch seine winzige Gestalt, durch 
den Besitz eines zeichnungsfreien Halsschilds und durch die schmale, leicht 
gebogene Querbinde vor der Mitte der hinteren Elytralhälfte ausgezeichnet. 
Der größere A. dignus m. von Catanduanes unterscheidet sich von ihm so- 
wohl durch seine weniger zylindrische Form, sein relativ viel größeres 
Schildchen, seinen im vorderen Drittel in Höhe des Innenzahns nicht ver- 
dickten Vorderschenkel (Abb. 7a u. b) und schließlich noch durch seine 
kräftig gebogene Vorderschiene, deren Innenseite keine Spur einer Erwei- 


terung zeigt. 


Abb. 7: Schenkel und Schiene des vorderen Beinpaares 
von (a) A. dignus Haaf und (b) A. pauxillus sp. n. 


156 


Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


(31. Beitrag zur Kenntnis der Criocerinen) 
von 
Erich Heinze, Berlin 


Manuskript revidiert und durch Neubeschreibungen und 


Zeichnungen ergänzt von Walter Pinsdorf, Museum Frey. 


Inhalt 


Vorwort 
I. Allgemeiner Teil 


oananı Aw DTM 


en 
— 


Systematische Stellung der Criocerinae N 
Charakterisierung der Criocerinae nach ihren ah h 
Allgemeine Morphologie 

Sekundäre Geschlechtsmerkmale 
Stridulations-Apparate . 

Verhalten der Imagines 

Fortpflanzung und Ertwiclung 

Schädlichkeit gewisser Arten 

Bekämpfungsmethoden 

Literaturverzeichnis zum aleemeinen Teil 


II. Spezieller Teil 
Einleitung 


1: 


2 
3. 
4 


Übersicht der Triben und der Gattungen . 


. Beschreibung der Gattungen und Arten . 


Systematisches Verzeichnis der Gattungen und Ken 


. Alphabetisches Verzeichnis der Gattungen und Arten . 


Vorwort 


Die letzte zusammenfassende Darstellung der Criocerinae ist im Jahre 
1845 in der „Monographie des Phytophages“ von Lacordaire erschienen. Sie 


ist also jetzt 


weit mehr als hundert Jahre alt. Seitdem hat über afrikanische 


Criocerinen lediglich Weise eine Bestimmungstabelle für die Ostafrikaner 
veröffentlicht (Arch. f. Naturg. 1901, p. 146). Außerdem habe ich selber da- 
mit begonnen, die afrikanischen Criocerinen zusammenfassend darzustellen 
(Ent. Bl. XXXI, 1935, p. 185; Ent. Bl. XXXII, 1986, p. 252; Ent. Bl. XXXIV, 
1938, p. 1), bin hierbei jedoch nur bis zu der Gattung Lilioceris einschließlich 


gekommen. 


Diese Arbeiten sind inzwischen aber auch bereits zum Teil 


wieder überholt. Im übrigen haben sich die Autoren darauf beschränkt, gele- 


gentlich der 


Bearbeitung von Determinationssendungen eine Beschreibung 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 19% 


der ihnen unbekannt erscheinenden Arten zu publizieren. Daß hierdurch 
eine ganze Reihe von Synonymen geschaffen wurde, ist nicht weiter ver- 
wunderlich, zumal infolge der anschwellenden Literatur diese von den Be- 
arbeitern nicht immer restlos übersehen werden konnte. Dazu wirkte sich 
noch aus, daß die Beschreibung oft nicht genügend kritisch abgefaßt wur- 
den, weil ja nur ein intensives Spezialstudium dieser in manchen Gruppen 
nicht gerade „leichten“ Unterfamilie der Chrysomeliden erst einige Sicher- 
heit in der Unterscheidung und Kennzeichnung der Arten verschafft. Auch 
mir ist heute bewußt, daß meine Diagnose aus der Anfangszeit meiner 
„Criocerinen-Laufbahn“ nicht immer mustergültig waren und daher einen 
Typenvergleich erforderlich machen. 


Die nachfolgende Arbeit kann gleichfalls noch nichts Endgültiges und 
Abschließendes in der Systematik der Criocerinen darstellen. Denn einmal 
ist es mir nicht gelungen, von einer Anzahl von Arten die zur Beschreibung 
verwendeten Originalstücke einsehen und vergleichen zu können. Sodann 
ist zu berücksichtigen, daß für einige Spezies, die einen entwicklungsge- 
schichtlich jungen Eindruck machen, bei ihrer starken Variabilität die Fest- 
legung der Artgrenzen noch durchaus strittig ist. Hier erscheinen auch Kreu- 
zungen zwischen nahe verwandten Spezies nicht ausgeschlossen. (So berich- 
tete mir Herr Dr. Andreae aus Kapstadt, daß er Lema macrodera Weise und 
Lema marshalli Jacoby in Kopulation gesehen habe.) Dennoch halte ich es 
für angebracht, alles das schon jetzt zu veröffentlichen, was ich’ bisher zu 
erkennen glaubte, um damit die Möglichkeit zur Kritik und zur Weiterarbeit 
auf dem Wege der Vervollkommnung zu geben. 


Es wird noch etliche Mühe kosten und viel Zeit erfordern, bis für alle 
Criocerinen-Arten Afrikas ein wirklich klarer und eindeutiger Überblick zu 
gewinnen ist. Und sicherlich ist der Artenreichtum dieses Erdteils durch die 
bisherigen Beschreibungen noch lange nicht erfaßt. Denn es zeigte sich 
immer wieder, daß fast jede Exploration selbst eng umgrenzter Gebiete 
auch bei nur geringer Anzahl von gesammelten Individuen stets noch unbe- 
kannte Spezies zu Tage fördert. Selbst als Schädlinge an Kulturpflanzen 
auftretende Criocerinen sind für lange Zeit unbekannt geblieben. So ist 
beispielsweise Crioceris viridissima Bryant, eine an Spargel fressende Art, 
erst im Jahre 1922 beschrieben und bis dahin auch tatsächlich nie gefunden 
worden. 


Bei den Untersuchungen, die sich über eine Reihe von Jahren hinzogen 
und, infolge beruflicher Tätigkeit gehemmt und immer wieder unterbro- 
chen, nur langsame Fortschritte machten, haben mir neben meiner eigenen 
Sammlung eine Anzahl von Museumsbeständen ganz oder teilweise als 
Unterlage gedient. In erster Linie muß ich hier die gerade an afrikanischen 


158 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


Arten reiche Sammlung des Zoologischen Museums der Universität Berlin 
nennen. Ferner konnte ich die Kollektion des Deutschen Entomologischen 
Instituts in Berlin-Friedrichshagen benutzen, weiterhin die des Staatlichen 
Museums für Tierkunde in Dresden, die des Naturkundemuseums der Stadt 
Stettin (jetzt in Warschau), sodann die einiger anderer deutscher Museen 
und die einiger Privatsammler sowie die Sammlung des Muse&e National 
d’Histoire Naturelle, Paris. Außerdem habe ich große Bestimmungssendun- 
gen des Musee Royal de I’Afrique Centrale, Tervuren, und die aus der Kol- 
lektion de Witte stammenden Tiere des Instituts des Parcs Nationaux du 
Congo, Brüssel, bearbeitet. Schließlich erhielt ich zwar kleinere, jedoch in- 
folge der sorgfältigen Auswahl durch Mr. Bryant, dem diese Käfergruppe ja 
nicht fremd ist, nur weniger häufige Tiere enthaltende und deshalb immer 
sehr interessante Determinationssendungen aus dem Imperial Institute of 
Entomology, London. Für die mir hierdurch von so vielen Seiten gewährte 
Unterstützung, ohne die ich überhaupt nicht zum Ziel gekommen wäre, 
möchte ich auch an dieser Stelle meinen Dank zum Ausdruck bringen. Einen 
speziellen Dank habe ich ferner den Herren des Deutschen Entomologischen 
Instituts in Berlin-Friedrichshagen abzustatten, insbesondere meinem seit 
Ende des Krieges verschollenen Freunde Richard Korschefsky, für die Hilfe, 
die sie mir bei der Erlangung der weit verstreuten Literatur gewährt haben, 
sei es durch Ausleihung, Beschaffung von Fotokopien oder gar durch Anfer- 
tigung von Abschriften. 


Bei der Bearbeitung des oben genannten Käfermaterials habe ich eine 
gewisse Anzahl von historischen Exemplaren besichtigen können, insbe- 
sondere diejenigen, die in den Berliner Museumsbeständen enthalten sind. 
Es wird aber noch in vielen Fällen nötig sein, weitere Typenvergleiche anzu- 
stellen. Daher habe ich zunächst einmal begonnen, den Verbleib der Typen 
festzustellen. Das bisherige Ergebnis dieser Bemühungen ist in der hier 
vorliegenden Arbeit festgehalten, indem ich bei der Beschreibung der ein- 
zelnen Arten jeweils vermerkt habe, in welchen musealen oder privaten 
Sammlungen die Originalstücke enthalten sind. 


Die nachfolgende Arbeit war bereits während des letzten Krieges 
fertiggestellt. Ich hatte mich bemüht, soweit dies möglich war, durch zahl- 
reiche Abbildungen lange Beschreibungen zu vermeiden und besonders cha- 
rakteristische Eigentümlichkeiten der Gestalt, der Zeichnung oder Skulptur 
durch annähernd 300 fotografische oder zeichnerische Darstellungen in an- 
schaulicherer Weise vor Augen zu führen, als dies durch das Wort geschehen 
kann. Die beabsichtigte Drucklegung ist dann aber infolge der kriegsbeding- 
ten Schwierigkeiten unterblieben. Das Original-Manuskript mit sämtlichen 
Illustrationen ist mir durch Maßnahmen einer Besatzungsmacht in Deutsch- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 159 


land nicht mehr zugänglich, vielleicht auch gar nicht mehr vorhanden, so daß 
mir nur noch eine Kopie des Textes zur Verfügung steht, an Hand deren die 
vorliegende Publikation erfolgt. Es ist nicht ausgeschlossen, daß ich im Ori- 
ginal-Manuskript noch im letzten Augenblick einige Veränderungen vorge- 
nommen habe, die in der Kopie keine Berücksichtigung mehr fanden. Ich 
hoffe aber, daß dieses dann Abänderungen ohne größere Bedeutung waren, 
möchte es jedoch nicht unerwähnt lassen, weil es mir unmöglich ist, noch 
einmal eine kritische Durchsicht der Arbeit vorzunehmen. Denn da meine 
sämtlichen optischen Hilfsmittel und meine gesamte Literatursammlung, die 
ich in fast zwanzigjähriger Mühe lückenlos zusammengetragen hatte, durch 
Kriegseinwirkung zerstört worden ist (und es erscheint mir ziemlich hoff- 
nungslos, diese Arbeit ein zweites Mal unter den heute so viel schwierigeren 
Umständen durchzuführen), bin ich auf lange Zeit hinaus zu größeren kri- 
tischen Arbeiten nicht in der Lage. Abgesehen hiervon sind im alten Origi- 
nal viele der Illustrationen an Hand von Museumsmaterial angefertigt wor- 
den, das mir heute nur noch zu einem kleinen Teil erreichbar wäre. Unter 
diesen Umständen habe ich resigniert und die Beifügung von Abbildungen 
und die kritische Durchsicht der Arbeit dem Museum Georg Frey, Tutzing, 
überlassen. 

Wenn ich auch nicht die Klarheit der Diagnosen des Altmeisters Lacor- 
daire erreicht haben werde, so hat mir doch stets die minutiöse Arbeitsweise 
dieses hervorragenden Entomologen vor Augen gestanden. Mein Wunsch 
wäre es, eine für eine lange Zeit brauchbare Grundlage zu weiteren Arbeiten 
auf diesem Gebiet geliefert zu haben, ähnlich wie es die „Monographie des 
Phytophages“ gewesen ist. 


I. Allgemeiner Teil. 


1. Systematische Stellung der Criocerinae. 


Criocerinae: Jacoby, 1908, Fauna India Col. II, p. 13 
Criocerinae: Clavareau, 1913, Col. Catal., ed. Jung - Schenkling LI, p. 39 
Criocerides: Lacordaire, 1845, Monogr. Phytophag. I, p. 222 
Criocerides: Lacordaire & Chapius, 1874, Ins., Gen. Col. X, p. 63 
Crioceridae: C. G. Thomsen, 1866, Skandinav. Col. VIII, p. 136 
Crioceridae: Jacoby & Clavareau, 1904, Gen. Ins. Col. Fasc. 23, p. 1 
Criocerini: Weise, 1893, Naturg. Ins. Dtschl., I. Abt. Col. VI, p. 54 
Criocerini: Wickham, 1896, Canad. Ent. XXVIII, p. 73 

Die Criocerinae gehören zur großen Familie der Chrysomelidae 
(= Blattkäfer), die nach Lacordaire und Chapius in die folgenden vier Ab- 
teilungen oder Divisionen eingeteilt werden (vergl. Weise 1893): 


160 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


1 (2) Kopf vorgestreckt, hinter den Augen halsförmig verengt; Halsschild 
viel schmaler als die Flügeldecken und ohne Seitenrandleiste; Man- 
dibeln einfach, zugespitzt. 

Eupoda 

2 (1) Kopf bis zu den Augen in den Halsschild eingezogen; dieser so breit 
oder wenig schmaler als die Flügeldecken, an den Seiten meist ge- 
rade; Mandibeln mit mehreren Zähnen oder Spitzen versehen. 

3 (4) Körper zylindrisch, vorn und hinten abgestutzt; die beiden letzten 
Abdominalsegmente verwachsen; Pygidium groß, nach unten gebo- 
gen, meist unbedeckt. 

Camptosomata 


4 (3) Körper rund, oval oder gestreckt; zuweilen die beiden ersten Abdo- 
minalsegmente miteinander verwachsen; Pygidium klein, nach hin- 
ten gerichtet und unter den Flügeldecken verborgen. 


5 (6) Stirn geneigt oder senkrecht; der Mund nach unten gerichtet; die 
Zähne der Mandibeln stehen an der Spitze und zu dessen beiden 
Seiten. 


Cyclica 


6 (5) Stirn unterhalb der Fühler und der Mund nach unten und hinten 
gerichtet, niemals von oben sichtbar; Mandibeln nur am oberen 
Rande gezähnt. 

Cryptostoma 


Die Criocerinae werden zur Abteilung der Eupoda gerechnet. Diese 
lassen sich in vier Unterfamilien nach folgendem Schema aufgliedern: 


1 (6) Flügeldecken gereiht punktiert; Epipleuren nicht untergebogen, von 
einem tiefen Punktstreifen begrenzt. 


2 (3) Vorderhüften durch einen erhöhten Längsstreifen des Prosternums 
getrennt. 
Unterfam. Sagrinae 


3 (2) Vorderhüften fast aneinanderstoßend, Prosternum zwischen ihnen 
nicht oder nur sehr schmal sichtbar. 


4 (5) Erstes Abdominalsegment mindestens so lang wie alle übrigen zu- 
sammen, vorn nicht in eine Spitze verlängert; Fühler an der Basis 
genähert, ihr erstes Glied ziemlich langgestreckt, meist schwach ge- 
bogen. 

Unterfam. Donaciinae 


5 (4) Erstes Abdominalsegment nicht viel länger als eines der folgenden, 
vorn in eine Spitze ausgezogen, die den Vorderrand der Hinterhüften 


nen 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 161 


meist etwas überragt; Abb. 7 Fühler an der Basis weit voneinander 

entfernt, ihr erstes Glied eiförmig bis länglich oval, nicht gekrümmt. 

Unterfam. Criocerinae 

6 (1) Flügeldecken unregelmäßig punktiert; Epipleuren untergebogen und 
vom scharf leistenförmigen Seitenrand begrenzt. 

Unterfam. Orsodacninae 


2. Charakterisierung der Criocerinae nach ihren Larven. 


Einige Gruppen der Chrysomelidae besitzen Larven, die sich aus ihren 
eigenen Exkrementen Hüllen verfertigen und mit sich herumtragen. Dieses 
bemerkenswerte Verhalten zeigen auch die Larven der Criocerinen. Nach 
der Beschaffenheit ihrer Hüllen kann man die so charakterisierten Tiere in 
folgende Gruppen einteilen: 

1. Die einzeln und in größeren Zwischenräumen abgelegten Eier werden 
vom Weibchen mit einer Kotrinde überzogen und an die Pflanzen ge- 
klebt. Die erhärtete Kotrinde dient der Larve als Anfang eines Sackes, 
den sie nach Maßgabe ihres Wachstums aus ihren eigenen Exkrementen 
vergrößert und mit sich herumträgt. Dieser Sack ist trocken und von 
unterschiedlicher Festigkeit. Er ist vorn verengt, so daß die Larve, deren 
Hinterleib verdickt und gekrümmt ist, ihn nicht verlassen, sondern aus 
dem sie nur die vordere Körperhälfte herausstrecken kann. Die Ver- 
puppung erfolgt in diesem Sack. 

Abteilung Camptosomata 

2. Die feuchten Larven verfertigen aus ihrem Kot ein Dach, indem sie die 
Exkremente aus dem dorsal geöffneten After allmählich nach vorn sto- 
Ben. Zuletzt bedeckt ein geschlossener Kotüberzug den ganzen Körper. 
Die Verpuppung, bei der die Larve ihren Kotüberzug verliert, erfolgt 
zumeist in der Erde innerhalb eines von der Larve aus Erdteilen zusam- 
mengeklebten Kokons. (Einzelheiten über einige afrikanische Arten 
siehe im Kapitel „Fortpflanzung und Entwicklung‘“.). 

Unterfamilie Criocerinae 
(Abteil. Eupoda) 

3. Die Larven tragen ein aus ihren Exkrementen hergestelltes Dach auf 
dem Rücken. Dieses ist an einer Gabel des Afters befestigt und kann 
über dem ziemlich flachen, an den Seiten bedornten Körper auf- und 
abbewegt und sogar ganz zurückgeschlagen werden. 

Unterfamilie Cassidinae 
(Abteil. Cryptostoma) 

Die Larven der Criocerinae sind denen der Unterfamilie der Chryso- 

melinae aus der Abteilung der Cyclica am ähnlichsten. Nach Böving & 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 11 


162 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


Craighead unterscheiden sie sich durch nachstehende Eigentümlichkeiten: 

a. Die ersten Abdominalsegmente in der Mitte der Bauchseite mit Geh- 
warzen; Analöffnung dorsal gelegen; Labialpalpen eingliedrig. 

Criocerinae 

b. Die ersten acht Abdominalsegmente ohne irgendwelche Gehwarzen; 

Analöffnung ventral in der Mitte der Saugscheibe des zehnten Abdo- 

minalsegmentes gelegen; Labialpalpen zweigliedrig. 
Chrysomelinae 


3. Allgemeine Morphologie. 


Die Unterfamilie der Criocerinen umfaßt nur Tiere von geringer bis 
mäßiger Größe. Die kleinsen Arten messen in der Länge etwas über 2 mm, 
während andererseits 14mm als größte Länge wohl kaum überschritten 
wird. Im allgemeinen sind die Tiere als schlank zu bezeichnen, wobei aber 
auch die extremsten Formen nicht übermäßig gestreckt sind. Die Oberseite 
ist gewöhnlich mäßig gewölbt, bei einigen Arten jedoch mehr oder we- 
niger abgeflacht. Die plumpsten, d. h. breitesten und gleichzeitig am stärk- 
sten gewölbten Arten finden sich in der Gattung Bradylema. Dagegen weist 
die Gattung Incisolema die gleichzeitig schmalsten und flachsten Tiere auf. 

Der Kopf ist durchweg schmaler als der Prothorax in den Vorderecken, 
erreicht aber einschließlich der Augen in vielen Fällen dessen Breite oder 
ist manchmal an dieser Stelle sogar noch etwas breiter. Er wird mäßig weit 
vorgestreckt, meistens wenig, gelegentlich aber ziemlich steil nach unten 
geneigt. Hinter den Augen ist er mehr oder weniger tief eingeschnürt und 
geht hier in den zumeist kugelig gewölbten Hals über, der mit seiner hin- 
teren Hälfte in den Prothorax eingezogen ist. 

Die Mundteile sind mäßig vorstehend, die Mandibeln ziemlich 
kräftig und zugespitzt. Die Maxillartaster sind in einigem Umfange verän- 
derlich, indem das letzte Glied gewöhnlich länglichoval bis zugespitzt oder 
leicht abgestutzt, manchmal aber (Bradylemoides) quadratisch bis leicht 
quer gestaltet sein kann. 

Die elfgliedrigen Fühler sind immer mehr oder weniger fadenför- 
mig. Sie werden von der Basis zur Spitze allmählich stärker, wobei jedoch 
die dicksten Glieder nur selten etwas kürzer werden als ihrer größten Breite 
entspricht. In ihrer Gesamtlänge erreichen die Antennen wenigstens die 
Halsschildbasis und sind im extremsten Falle (Lema nimicornis Heinze) an- 
nähernd von Körperlänge. 

Eine gewisse Abhängigkeit der Fühlerlänge von der Körpergestalt ist 
in der Gruppe um Lema thoracica Lacordaire festzustellen. Diese Tiere, die 
in naher Verwandtschaft zueinander stehen und unter sich ziemlich ähnlich 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 163 


sind, haben um so längere Fühler, je breiter ihr Körper ist. Die gestreck- 
testen, fast walzenförmigen Arten in dieser Gruppe (z. B. Lema elongata 
Weise) besitzen die kürzesten, die breitesten Arten (z. B. Lema calabarica 
Clark) die längsten und verhältnismäßig schlanksten Antennen. 


Die einzelnen Fühlerglieder zeigen etwa folgende Form und Längen- 


verhältnisse zueinander: 
Glied 1 ist oval mit der größten Breite meist gegen die Spitze. 
Glied 2 ist perlförmig bis leicht quer. 


Glieder 3 und 4 sind zumeist leicht flaschenförmig mit der schmalsten Stelle 
an der Basis. Glied 3 ist gewöhnlich etwas länger als das 4. Glied. 


Glied 5 ist das verhältnismäßig längste aller Glieder; an der Basis ist es 
manchmal nicht viel dicker als die Glieder 3 und 4, mindestens aber zur 
Spitze ist es leicht erweitert. In der Mehrzahl der Fälle gleicht es im Quer- 
durchmesser jedoch den folgenden Gliedern, ist also etwas dicker als die 
vorhergehenden. 


Glieder 6 bis 11 sind gegenüber den Basalgliedern immer mehr oder weni- 
ger erweitert. Glied 7 ist meist etwas länger als die übrigen, Glied 11 ist 
an der Spitze abgerundet bis zugespitzt. 


Die Glieder 5 bis 11 sind immer matt, pubeszent und mit zahlreichen 
Porengruben besetzt. Wenn sie in stärkerem Maße verdickt sind, erscheinen 
sie nicht mehr genau zylindrisch, sondern sind leicht abgeflacht. Im Quer- 
schnitt haben sie also (von oben gesehen) eine ovale Form und sind auf der 
Innenseite an der Basis stärker abgerundet als auf der Außenseite. 


An der Spitze des 7., häufig auch an der des 6. und 5. Fühlergliedes: 
aller Criocerinen vermute ich ein besonderes Sinnesfeld. Es zeigt sich auf 
der Innenseite am Ende des Gliedes als eine kleine, meist sehr fein punk- 
tierte Stelle, die durch ihren stärkeren Glanz aus der pubeszenten und run- 
zelig punktierten Umgebung hervorsticht. Weiterhin ist das Feld im ganzen 
meist etwas gewölbt, manchmal sogar tuberkelförmig ausgebildet, gleich- 
zeitig aber oben etwas abgeflacht oder in der Mitte leicht eingesenkt. Außer- 
dem ist der Bezirk oft bei im übrigen schwarzen Fühlern rötlich gefärbt. 


Bei Pseudocrioceris fulvicollis (Bryant) ist diese Bildung besonders gut 
sichtbar (Abb. 1). Es zeigt sich innerhalb der glatten Fläche, die etwas 
schnabel- oder schaufelförmig seitlich über die Gliedspitze gezogen ist, ein 
kleines, scharf begrenztes, querovales Grübchen. Gleichzeitig weist bei die- 
ser Art auch das 6. Fühlerglied eine allerdings viel schwächere ähnliche 
Bildung auf, während am 5. Glied eine Andeutung hierzu vorhanden ist. 
Bei anderen Arten, bei denen das Feld am 7. Glied weniger stark entwickelt 


164 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


ist, kann man es am 6. oder 5. Glied mit größerer Schwierigkeit entdecken, 
jedenfalls scheint es bei allen Arten vorhanden zu sein. Es macht den Ein- 
druck, als ob diese Organbildung bei den Männchen etwas stärker entwickelt 
ist als bei den weiblichen Tieren. 


Abb. 1: Fühlerglieder (4-8) von Pseudocrioceris fulvicollis (Bryant) 
a) von der Seite, b) von oben. 


Über die Funktion des vermutlichen Sinnesfeldes ist bisher noch nichts 
bekannt. Wahrscheinlich wird es sich um eine Konzentration von Geruchs- 
sinnesorganen handeln, worauf insbesondre die feine Punktierung und die 
grübchenförmigen Einsenkungen hindeuten. Aber erst genauere Unter- 
suchungen an frischem Material oder gar Experimente mit lebenden Tieren 
könnten hierüber endgültige Klarheit schaffen. 


Die Augen sind zumeist ziemlich groß und nach den Seiten halb- 
kugelig vorgewölbt. In wenigen Fällen (Lema tibialis Laporte und Ver- 
wandte) bildet ihre äußere Begrenzung (von oben gesehen) eine geradlinige 
Fortsetzung des Halses, selten sind die Augen zwar halbkugelig aber ver- 
hältnismäßig klein (Incisolema planicollis Heinze). In der Regel weisen die 
Augen vorn auf der Innenseite einen mehr oder weniger tiefen Einschnitt 
auf. Dieser Einschnitt hat eine spitzdreieckige oder eine halb-ovale Form. 
Seltener ist er stumpf-dreieckig und klein oder nur flach gerundet. Gelegent- 
lich fehlt er ganz. 


Die Augen sind dem Kopf auf einem mehr oder weniger hohen, meist 
ziemlich grob gerunzelten oder runzelig punktierten Sockel angefügt. Er ist 
insbesondere in der Gattung Lilioceris hinten sehr breit und eckig, in der 
Gattung Pseudocrioceris dagegen am schwächsten ausgebildet. Gegen den 
Hals sind die Sockel durch eine scharfe Einschnürung geschieden. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 165 


Die Stirn der Criocerinen ist durch ihre eigentümliche Erhabenheit 
besonders ausgezeichnet und charakterisiert. Diese Erhebung hat stets eine 
deutlich dreieckige bis herzartige Form und ist nach vorn gewöhnlich zu- 
gespitzt, seltener leicht abgerundet. In der Regel ist sie in der Längsrich- 
tung mehr oder weniger leicht gewölbt. Zumeist wird sie in der Mitte durch 
eine Längsfurche, die manchmal auf ein Längsgrübchen reduziert sein kann, 
halbiert, wobei sich die beiden Hälften oft knötchen- oder gar wulstartig 
emporwölben. Von den Seitenstreifen der Stirn, die den Augensockel mit 
bilden helfen, ist die Erhebung durch die ziemlich tiefe Frontalnaht ge- 
schieden. Rückwärts gegen den Hals wird sie durch eine Querfurche, gele- 
gentlich auch durch einen Querwulst im Scheitel begrenzt. 


Ihre extremste Ausbildung erfährt die Erhabenheit der Stirn in der 
Gattung Sigrisma. Hier ist sie zu zwei kammartigen, in der Mitte durch 
einen tiefen Einschnitt getrennten und V-förmig zueinanderstehenden Er- 
höhungen emporgewölbt. Nach vorn fallen die Kämme steil, nach rückwärts 
allmählich ab. Ihre Hinterecken sind zumeist in rundliche Spitzen ausgezo- 
gen. Ebenfalls recht stark ist die Stirnerhebung in der Gattung Elisabethana 
entwickelt. Sie tritt durch einen oben abgerundeten, in den Hinterecken sich 
knötchenartig verlängernden Wulst noch besonders hervor. 


Bei den Mimolema-Arten ist die Stirnerhebung beulig aufgeblasen und 
wölbt sich in fast gleichmäßiger Rundung vom Hals bis in die Höhe der 
Augenmitte. Die Seitenstreifen der Stirn aber sind eingesenkt, so daß sie 
als breite Vertiefung zwischen der Stirnerhöhung und den Augen liegen. In 
den Gattungen Pseudocrioceris, Crioceris und bei den meisten Lema-Arten 
ist die Stirn insgesamt recht flach und geht hinten ohne jeden Absatz in 
den Hals über. 


Abb. 2: Halsschild von a) Pseudocrioceris elisabetha (Heinze) 
b) Crioceris nigropunctata Lacordaire. 


166 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


Der Prothorax ist immer schmaler als die Flügeldecken. Seine 


Gestalt ist in gewissen Grenzen variabel und bildet folgende Hauptformen 


aus: 


l. 


3. 


N 


etwas kürzer als breit, an den Seiten einen flachen Bogen nach außen 
bildend; an der Basis nicht eingeschnürt (z. B. Pseudocrioceris elisabetha 
(Heinze). Abb. 2a 


etwas länger als breit, seitlich schwach rundlich erweitert und kurz vor 
der Basis leicht eingeengt (z.B. Crioceris nigropunctata Lacordaire). 


Abb. 2b. 


RN . 5 RTL" 
EEE = N . er ee N 
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2 LkdkRRDer, N ZN Am 
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Abb. 3: Halsschild von a) Atactolema cribaria (Jacoby), 
b) Trichonotolema coelestina (Klug) 


tolema und Trichonotolema). Abb. 3a, b 


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Abb. 4: Halsschild von a) Lema verticalis Lacordaire, 
b) Lema viridiaenea Lacordaire. 


länger als breit, an den Seiten in weitem Bogen ausgehöhlt (z. B. Atac- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 167 


meist ungefähr so lang wie breit, in der Mitte oder etwas dahinter mehr 
oder weniger tief eingeschnürt und hierdurch (von oben her gesehen) 
ungefähr sanduhrförmig (z. B. Lilioceris, Bradylema und die meisten 
Lema-Arten); es sind die Vorderecken entweder leicht abgerundet oder 
stumpf tuberkuliert oder in einem ziemlich großen dreieckigen Lappen 
seitlich vorgezogen (z.B. Lema uhensis Heinze und Verwandte) oder 
im vorderen Teil in großem Bogen seitlich rundlich erweitert, so daß sie 
wie geschwollen erscheinen (z. B. Lema verticalis Lacordaire und Ver- 
wandte), oder mit einem großen, spitzen Tuberkel besetzt, so daß sie ge- 
zähnt wirken (z. B. Lema viridiaenea Lacordaire). Abb. 4a, b 


Seiten vorn stark rundlich vorgewölbt und an der breitesten Stelle noch 
mit einem rundlichen, nach den Seiten weisenden Höcker versehen; da- 
hinter ziemlich stark verengt (z.B. Elisabethana). Abb. 5b 


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Abb. 5: Halsschild von a) Sigrisma cylindrica (Klug), 
b) Elisabethana triocolor Heinze. 


Vorderrand stark gerundet und in den Ecken seitlich schmal rundlich 
erweitert; in der hinteren Hälfte verschmälert und annähernd parallel 
(z. B. Sigrisma). Abb. 5a 


vorderer Teil annähernd kugelförmig, an der Basis mehr oder weniger 
tief verengt (z. B. Hapsidolema). Abb. 6a 


Vorderrand fast einen Halbkreis bildend, Vorderecken von oben nicht 
sichtbar; Seiten gegen die Basis leicht eingezogen, Oberseite stark flach- 
gedrückt (z. B. Incisolema planicollis sp. n. Heinze). Abb. 6b 


168 


Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


Alle diese Formen sind aber nicht fest gegeneinander abgegrenzt, son- 


dern es lassen sich zumeist Übergänge zwischen den verschiedenen Arten 
finden. Dieses trifft auch in gleicher Weise für die nach folgendem Schema 
variierende Oberflächenskulptur zu: 


MM: A N \W N 


Q 


Tmm mm 


Abb. 6: Halsschild von a) Hapsidolema raffrayi (Chapuis), 
b) Incisolema planicollis n. sp. Heinze 


a. Punktierung: 


1: 
2. 


4. 


gänzlich unpunktiert. 


die ganze Oberfläche mehr oder weniger dicht gleichmäßig mit Punk- 
ten unterschiedlicher Größe bedeckt. 


ein Längsstreifen über die Mitte und die Vorderwinkel mit Punkten 
besetzt, die gröber sind als die der übrigen Oberfläche. 


die Punktierung ist teilweise durch Querrunzeln miteinander ver- 


bunden oder durch dichte Querfältelung ersetzt. 


b. sonstige Unebenheiten: 


r 


parallel zur Basis läuft fast immer eine Querfurche, die in Breite und 
Tiefe veränderlich ist und in der Seitenverengung beginnt oder diese 
durch eine seitliche Erweiterung direkt bildet; in der Mitte der Quer- 
furche ist sehr oft ein tiefer Punkt oder ein Grübchen eingestochen. 


im vorderen Teil der Scheibe befinden sich jederseits der Mitte zwei 
rundliche Vertiefungen, die sich zu einer mehr oder weniger deut- 
lichen Querfurche miteinander verbinden können und ebenfalls seit- 
lich in der Einschnürung des Halsschildes enden. 


nn 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 169 


3. im vorderen Teil sind zwei Längsfurchen eingedrückt, die in Länge 
und Tiefe variieren. 


4. die Scheibe wird in fast ihrer ganzen Länge von einer scharf einge- 
schnittenen, schmalen Längsfurche durchzogen (z. B. Mimolema lata 
Heinze). 


Vorder- und Hinterrand des Halsschildes sind immer deutlich gerandet, 
der Vorderrand meist kräftiger als die Basis. Die nahe der Basis verlaufende 
Querfurche der Oberseite, die sog. Basalfurche, setzt sich an den Seiten 
meist verbreitert auch auf der Unterseite fort und ist fast immer bis an den 
Hinterrand der Vorderhüften zu verfolgen. Gegen die Scheibe ist sie oft 
durch einen rundlichen bis kantigen Wulst abgegrenzt. Die Vorderhüften 
sind kugelig bis rundlich kegelförmig, die Brust zwischen ihnen wird nur in 
der vorderen Hälfte schmal sichtbar. Nur bei Pseudocrioceris, die ziemlich 
flache und etwas weiter auseinanderstehende Vorderhüften besitzt, wird 
die Vorderbrust zwischen diesen deutlich sichtbar. 


Das Schildchen ist an den Seiten annähernd parallel oder häu- 
figer nach hinten leicht konvergierend. Die Spitze kann gerade abgeschnit- 
ten, stärker oder schwächer eingekerbt oder mehr oder weniger breit abge- 
rundet sein, niemals ist sie dagegen direkt zugespitzt. Eine Behaarung ist 
bei den afrikanischen Criocerinen im Gegensatz zu vielen asiatischen und 
australischen Arten kaum vorhanden. Höchstens am Vorderrand stehen 
manchmal vereinzelte Börstchen. Die in den Prothorax hineinragende und 
von diesem verdeckte Verlängerung des Schildchens ist in dem Kapitel 
„Stridulations-Apparate“ näher beschrieben. 


Die Flügeldecken sind immer länger als zusammen breit, in 
ihren Längenverhältnissen aber variabel. Die Schulterbeulen sind stets gut 
ausgebildet. Sie werden nach innen jeweils durch die von der 5. ganzen 
Punktreihe gebildeten Längsfurche begrenzt und dadurch meist besonders 
deutlich herausmodeliert. In einiger Entfernung hinter dem Schildchen be- 
findet sich bei der Mehrzahl der Arten ein gemeinsamer Quereindruck. 
Gleichzeitig ist der das Schildchen umgebende Teil, der vor dieser Quer- 
vertiefung liegt, oft leicht beulig emporgewölbt. 


Die Punktierung besteht im allgemeinen aus zehn Längsreihen von Punkten 
und einer abgekürzten Reihe am Schildchen. Bei den Arten der Gattungen 
Bradylemoides, Bradylema und Mimolema fehlt die verkürzte Reihe, wäh- 
rend sie andererseits bei manchen Incisolema-Arten verdoppelt bis verdrei- 
facht ist. Die vollen Punktreihen verlaufen grundsätzlich so, daß die 4. und 


170 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


die 5., die 3. und die 6., die 2. und die 7., die 1. und die 10. Reihe sich ge- 
gen die Spitze vereinigen, während die 8. und die 9. Reihe parallel zur 10. 
Reihe weniger deutlich an der 2. oder 3. Reihe enden. Manchmal schieben 
sich in der hinteren Hälfte zwischen diese normalen Reihen weitere zwei 
bis vier Längsreihen ein, die die Ordnung der Punktreihen gegen die Spitze 
mehr oder weniger in Verwirrung bringen (Atactolema, Lilioceris livida 
(Dalman)). 


Die Punktreihen sind manchmal in Rinnen gestellt, wodurch die zwi- 
schen ihnen gelegenen Intervalle, die teilweise oder sämtlich fein gereiht 
punktiert oder runzelig sein können, leicht rippenartig emporgedrückt wer- 
den. Diese Rinnenbildung tritt zumeist nur gegen die Spitze und den 
Außenrand auf. Allein die 10. Reihe, die die Schulterbeule nach außen hin 
begrenzt, ist immer kräftig vertieft. Hierdurch erhält gleichzeitig der Außen- 
rand der Flügeldecken die Form eines schmalen Längswulstes. Die 1. Punkt- 
reihe trägt sodann meistens eine fein eingeritzte Längslinie. Eine gleiche 
Linie begleitet die eigentliche Nahtkante. 


Der Nahtschluß der Elytren erfolgt gewissermaßen „in Nut und 
Feder“, wobei der „Nut“ auf der Kante der rechten Flügeldecke liegt, wäh- 
rend die linke Flügeldecke die „Feder“ trägt. Am Schildchen sind die 
Elytren am Nahtschluß wulstartig in solcher Länge verstärkt, wie die 
Decken auf ihrer Oberseite hinter dem Schildchen emporgedrückt werden. 
Diese Verstärkungen sind auf den sich berührenden Seiten nahe der Naht 
mit runzelartigen Erhebungen und Vertiefungen besetzt, die sicher den 
Zusammenschluß der Flügeldecken in der Ruhelage noch fester gestalten. 
Für die Aufnahme der Verstärkungen ist unterhalb der Elytrennaht dadurch 
Platz geschaffen, daß der Metathorax in der Mitte eine kräftige Längsvertie- 
fung trägt, in der zwei noch etwas tiefer eingedrückte Längsfurchen ver- 
laufen. Verbunden mit diesen Einrichtungen ist ein Stridulations-Apparat, 
den ich weiter unten genauer beschreibe. 


Die Innenfläche der Elytren ist immer viel glatter als die Oberseite; so 
sind beispielsweise die Reihenpunkte auf der Innenseite kaum skulpturell 
ausgebildet. Dagegen befinden sich auf der Innenfläche aber an drei Stellen 
Stridulations-Einrichtungen. Es sind dieses: 


1. eine rundliche Stelle hinter der Schulter an den Epipleuren, 


2. eine Längsleiste oder ein Kamm in der halben Länge zwischen der 9. 
und der 10. Punktreihe und 


3. ein Längsstreifen nahe der Naht an der Spitze der Elytren. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 171 


Die Gegenstücke zu diesen Stridulations-Einrichtungen liegen auf den 
Seiten des Metathorax, an den Unterflügeln und auf der Oberseite des 
Analsegmentes. Näheres hierüber ebenfalls im Abschnitt „Stridulations- 
Apparate“. 


Die Unterflügel sind entsprechend dem ausgezeichneten Flug- 
vermögen der Tiere stets gut ausgebildet und enerviert. Sie zeigen innerhalb 
der Unterfamilie nur geringe Unterschiede. 


Die Unterseite des Körpers trägt stets eine mehr oder weniger 
dichte Behaarung, die auf den von den Epipleuren nicht überdeckten Seiten- 
teilen der Mittel- und Hinterbrust immer gedrängter stehen als auf der 
übrigen Unterseite. Der Mesothorax fällt vorn mehr oder weniger steil ab 
und ist zwischen den querovalen bis kugeligen Mittelhüften in einem mäßig 
breiten, hinten gerade abgeschnittenen Streifen sichtbar. Dieser Streifen 
reicht bis fast an den Hinterrand oder nur bis zur Mitte der Mittelhüften. 
Im letzteren Falle sendet der Metathorax zwischen die Mittelhüften bis zu 
deren Mitte einen breiten, vorn gerade abgeschnittenen Fortsatz. Der Meta- 
thorax ist in der Mitte durch eine feine Naht halbiert. Unter dieser Naht 
innerhalb der Körperhöhle steht wie eine Scheidewand ein hoher, dünner 
Längskiel, der in der Mitte etwa !/a so hoch wie insgesamt lang und nach 
vorn und hinten gerundet verschmälert ist. Am Hinterrand des Metathorax 
befindet sich oft ein kleiner, dreieckiger Einschnitt, in den die Spitze des 
1. Abdominalsegmentes hineinreicht. Die Hinterhüften sind wesentlich brei- 
ter als lang. 


Das Abdomen wird immer in seiner ganzen Länge von den Elytren 
bedeckt und ist infolgedessen auf seiner Oberseite schwächer chitinisiert und 
in getrocknetem Zustand stark eingesunken. Mit Ausnahme des stets mehr 
oder weniger dicht behaarten Analsegmentes ist seine Oberseite unbehaart. 
Das 1. Abdominalsegment ist, vom Hinterrand der Hinterhüften aus ge- 
messen, immer etwas länger als eines der folgenden Segmente, die jedoch 
unter sich ungefähr gleich lang sind. Vorn läuft das 1. Segment in eine zu- 
meist ziemlich lange, scharfe Spitze aus, die die Vorderhüften noch etwas 
überragt (Abb. 7a). Auf dieser Verlängerung befindet sich beim Männchen 
vieler Lema-Arten ein Längskiel. Die Männchen der Lilioceris-Arten mit 
schlanken Fühlern tragen auf den Abdominalsegmenten jederseits der Mitte 
eine Reihe schräg nach der Körpermediane weisender, aufrechter Borsten, 
die aus einer feinen Querfalte entspringen (Abb. 7a). Bei Pseudocrioceris 
elisabetha (Heinze) befindet sich auf diesen Segmenten des Männchens eine 
in der Mitte nicht unterbrochene Reihe ähnlicher aber kürzerer Borsten 


(Abb. 7b). 


172 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


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Abb. 7: Abdomen von der Unterseite her gesehen a) von Lilioceris 
fasciata Weise, b) von Pseudocrioceris elisabetha (Heinze). 


Die Beine sind in den beiden vorderen Paaren kaum unterschieden. 
Ihre Schenkel sind immer nur ziemlich wenig verdickt, die Schienen höch- 
stens leicht gekrümmt. Dagegen besitzen die Käfer durchweg wenigstens 
etwas kräftigere Hinterschenkel. Bei manchen Arten, besonders bei den 
Männchen einiger Bradylema-Arten sind die Femora stark keulig verdickt 
und gegen die Spitze zu auf der Innenseite mit einem kräftigen, manchmal 
auch ziemlich langen und gekrümmten Zahn bewehrt (Abb. 8a). Alle Schie- 


Abb. 8: Linkes Hinterbein der Bradylema jolofa (Lacordaire) von oben 
a) des Männchens, b) des Weibchens. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 173 


nen tragen an der Spitze innen zwei kleine, schlanke Dornen, die oftmals 
infolge der an dieser Stelle meist besonders dichten Behaarung schwer zu 
finden aber immer vorhanden sind (Abb. 9). Außerdem sind die Miittel- 
schienen der Männchen manchmal auf der Unterseite mit einem spitzen, 


mm 


Abb. 9: Linkes Hinterbein der Männchen von a) Trichonotolema 
coelestina (Klug), b) Atactolema cribaria (Jacoby), 
c) Lema calcarata Dalman. 


dreieckigen Zahn versehen, der entweder ungefähr in der Mitte (z.B. Tri- 
chonotolema coelestina (Klug), Atactolema cribaria (Jacoby)) (Abb. 9a, b) 
oder kurz vor der Spitze (z. B. Lema calcarata Dalman (Abb. 9c) steht. Die 
Schienen derjenigen Bradylema-Arten, die bewehrte Hinterschenkel besit- 
zen, tragen auf der Unterseite unregelmäßige Höcker und sehen hierdurch 
wie gezähnt aus (Abb. 8a). 

Die Tarsen sind mäßig breit und lang und auf der Unterseite der 
ersten drei Glieder dicht bürstenartig behaart (Abb. 8, 10). Das 1. Glied ver- 
breitert sich zur Spitze nur wenig, das 2. Glied, dessen Spitze selbst rundlich 
ausgeschnitten ist, meist stärker. Das 3. Glied ist fast in seiner ganzen Länge 
geteilt und bildet zwei schmale, rundliche Lappen, zwischen denen das 
4. Glied entspringt, das auf ein kurzes Knötchen reduziert und mit dem 
nachfolgenden 5. Glied, dem Krallenglied, verwachsen ist (Abb. 8, 10). Das 
Krallenglied ist meist lang, zur Spitze leicht verdickt und mäßig gekrümmt 


174 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


und ragt weit aus den Lappen des 3. Gliedes hervor. Allein bei Pseudo- 
crioceris überragt das Klauenglied die Lappen des 3. Gliedes nur sehr wenig 
(Abb. 10a). 


Abb. 10: Tarsen und Klauen von a) und b) Pseudocrioceris de wittei n. sp. 
Heinze, c) Lilioceris duodecimmaculata (Jacoby). 


Die Klauen stehen sich entweder zangenförmig gegenüber (z. B. Pseu- 
docrioceris) (Abb. 10a, b) oder sie sind parallel nebeneinander eingefügt 
(Abb. 10c, 11). Im letzteren Falle können sie am Grunde frei (Sigrisma, Eli- 
sabethana, Crioceris, Lilioceris) (Abb. 10c) oder an der Basis in mehr oder 
weniger großer Länge miteinander verwachsen sein (Bradylema, Lema usw.) 
(Abb. 11a, b). Vorn sind sie nadelförmig zugespitzt (Abb. 11a) oder leicht 
ausgeschnitten bis schräg abgestutzt (Abb. 11b). Ihre Form ist insgesamt 


stärker oder schwächer gebogen. 


Abb. 11: Klauen von a) Bradylema ignota n. sp. Heinze, 
b) Xoidolema rhodesiana n. sp. Heinze. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 175 


4. Sekundäre Geschlechtsmerkmale 


Von einem Geschlechtsdimorphismus kann bei den Criocerinen nicht 
gesprochen werden. Es sind jedoch bei den Männchen einiger Arten deut- 
liche sekundäre Geschlechtsmerkmale in folgender Weise ausgebildet: 


1. die Vergrößerung der in solchen Fällen auch bei den Weibchen vorhan- 
denen Schenkelzähne mancher Bradylema-Arten (Abb. 8a, b); 


2. die Ausbildung eines schmalen Längskiels auf dem zwischen die Hinter- 
hüften ragenden Fortsatz des ersten Abdominalsegmentes bei einigen 
Lema-Arten; 


3. die Bewehrung der Mittelschienen ungefähr in der Mitte oder in der 
Spitzenhälfte mit einem spitzen Zahn bei einigen Lema-Arten (Abb. 
Ya,b,c); 


4. das Auftreten von Borstenquerreihen auf den Abdominalsegmenten der 
Lilioceris-Arten mit schlanken Fühlern sowie bei Pseudocrioceris elisa- 


betha (Heinze) (Abb. 7a, b). 


Die unter 1. bis 3. genannten Eigentümlichkeiten dienen wahrscheinlich 
der Sicherung des Kopulationsvorganges. Die Zähne an den Schenkeln oder 
Schienen gewährleisten sicherlich eine festere Verbindung zwischen den 
beiden Kopulationspartnern, und der Kiel auf dem 1. Abdominalsegment 
der Männchen, der sich während der Begattung zwischen die Flügeldecken 
des Weibchens drängen muß, wird wohl ebenfalls eine bessere Fixierung 
des Männchens auf dem Rücken des Weibchens herbeiführen. Die unter 4. 
erwähnten Reihenborsten auf den Abdominalsegmenten der Männchen 
dürften vielleicht als Tastborsten anzusehen sein, welche dann Reizfunk- 
tionen auszuüben hätten. 


Die etwas gedrungenere Gestalt der Weibchen, die aus organischen 
Gründen und im Zusammenhang mit dem zum Zeitpunkt der Eireife oft 
stark geschwollenen Hinterleib bedingt, jedoch allgemein verbreitet ist, wird 
dagegen ebensowenig als Dimorphismus zu bezeichnen sein wie die gerin- 
gen Differenzen in der Relation der Fühlergliederlänge. 


5. Stridulations-Apparate 


Die Criocerinen sind seit alters her als zirpende Käfer bekannt, worauf 
schon die deutschen Namen „Spargelhähnchen, Lilienhähnchen, Getreide- 
hähnchen“ hinweisen. Die Vielgestaltigkeit der hierfür bei ihnen vorhande- 
nen Einrichtungen ist jedoch meines Erachtens bisher nicht erkannt worden. 
Allgemein bekannt war bislang nur das Stridulationsorgan, dessen Schrill- 
fläche auf der Oberseite des Analsegmentes und dessen Ergänzung hierzu 


176 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


Die Stridulationsorgane aller Insekten bestehen nach der Terminologie 
von Dudich aus der „pars stridens“, dem aktiven Teil, und aus einem „plec- 
trum“, dem passiven Teil. Es wird jedoch nicht immer ganz leicht sein, 
richtig zu entscheiden, welcher der beiden Teile der aktive ist. Besonders bei 
verborgen liegenden Zirpeinrichtungen, deren Betätigung sich der direkten 
Beobachtung am lebenden Tier entzieht, wird der Nachweis sehr schwierig 
sein. 


Nachstehend beschreibe ich nunmehr die Einrichtungen, die ich bei den 
Criocerinen für solche Stridulations-Apparate halte, wobei diese Angaben 
allerdings nur eine vorläufige Mitteilung darstellen. Eine genauere Beschrei- 
bung der mikroskopischen Beschaffenheit dieser Organe behalte ich mir für 
eine eventuell später zu veröffentlichende Spezialarbeit vor. 


1. Das bekannteste „organum stridens“ befindet sich, wie oben bereits 
gesagt wurde, am Körperende und ist allen Criocerinen in beiden Geschlech- 
tern eigentümlich. Das letzte Hinterleibstergit zeigt schon bei schwacher 
Vergrößerung unmittelbar hinter seinem Vorderrande eine ovale Fläche, 
die durch ihren matten Seidenglanz und die auf ihr fehlende Behaarung von 
der übrigen Oberfläche absticht. Sie ist zwischen den verschiedenen Arten in 
mäßigen Grenzen veränderlich. Sie hat je nach der Gestalt des Analsegmen- 
tes bald eine querovale, bald eine längsovale Form. In der Mitte ist sie 
durch eine feine Längslinie geteilt und nimmt etwa ?/s der Gesamtlänge des 
Tergits ein. Diese Fläche mit ihren zahlreichen feinen, parallel-laufenden 
Querrillen (,„striolae“) stellt also die „pars stridens“, die Reibplatte dar. Die 
Ergänzung hierzu, das „plectrum“, befindet sich auf der Unterseite der 
Elytren und besteht aus einer schmalen Leiste, die annähernd parallel zur 
Nahtkante der Flügeldecken verläuft und sich an deren Spitze ein kurzes 
Stück seitwärts am Außenrand verlängert. Es variiert ebenfalls in geringem 
Maße bei den verschiedenen Arten. 


Das Plectrum ist nach Dingler mit einer großen Zahl kleiner, spitziger, 
nach hinten gerichteter Höckerchen besetzt. Der Ton wird dadurch erzeugt, 
daß das Tier die Spitze des Abdomens sehr schnell hintereinander ausstreckt 
und wieder einzieht und hierbei die Pars stridens am Plectrum reibt. Es 
entsteht dabei ein hohes, in kurzen Intervallen aufeinanderfolgendes, zwit- 
scherndes Geräusch, das z. B. bei Crioceris duodecimpunctata (L.) noch aus 
Entfernungen von mehr als einem Meter hörbar ist. Durch die nach hinten 
gerichteten Zähnchen des Plectrums ist erklärlich, daß nur beim Einziehen 
des Abdomens ein Ton entstehen kann. Das Geräusch muß also intermit- 
tierend sein. Die Bewegung ist schon mit bloßem Auge zu beobachten. Sie 
an der Nahtspitze der Flügeldecken liegt. Allerdings hatte Haller bereits auf 


I  n 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 177 


einen weiteren Stridulations-Apparat vor dem Scutellum hingewiesen. Die- 
ser wurde jedoch von Prochnow kurzerhand als falsch abgetan. 


kann sich z.B. bei Lilioceris merdigera (L.) nach Landois in der Minute 
gegen 200mal wiederholen, bei Crioceris duodecimpunctata (L.) nach den 
Zählungen von Baier 480- bis 1080mal. 


2. Ein weiterer Stridulations-Apparat befindet sich, wie schon von Haller 
beschrieben, vor dem Scutellum. Dieses sendet eine Verlängerung in die 
innere Höhlung des Prothorax, die aus einer etwa viereckigen, sowohl längs 
als auch quer leicht gewölbten und meist etwas breiteren als langen Platte 
besteht. Diese Platte ist fernerhin in der Mitte fein längsgeteilt, in den 
Hinterecken abgerundet, in den Vorderecken zu rundlichen Spitzen ausge- 
zogen und am Vorderrande in der Mitte leicht ausgeschnitten. Nach Haller 
soll die Ergänzung hierzu eine feine, scharfkantige Leiste am hinteren Innen- 
rande des Prothorax sein, die bei nickenden Bewegungen des Prothorax auf 
der besagten Verlängerung des Scutellums reibt und einen Ton erzeugt. Ich 
möchte jedoch annehmen, daß diese Beschreibung des Autors auf einem 
Sehfehler beruht. Vielmehr halte ich eine stark querovale, schmale Fläche 
vor dem Hinterrand des Prothorax für die Ergänzung des Organs, zumal sie 
bei schwacher Vergrößerung den gleichen Seidenglanz zeigt wie die am 
Hinterleibsende. 


Weitere Stridulationsflächen liegen wahrscheinlich noch auf den in die 
Höhlung des Prothorax hineinragenden Seitenteilen des Mesothorax. Ihre 
entsprechende Vervollständigung finden sie wohl in schmalen Streifen auf 
der Innenfläche der Prothoraxseiten neben dessen Hinterrand. 


Die Entscheidung, welcher dieser Teile das Pars stridens und welcher 
das Plectrum darstellt, wird erst eine genaue mikroskopische Untersuchung 
erbringen. Aus anatomischen Gründen wird man zunächst den beweglicheren 
Prothorax für den aktiven Teil dieses Stridulations-Apparates ansehen. 


3. Auf der Innenseite der Flügeldecken mancher Criocerinen-Arten 
befindet sich zwischen der 9. und 10. Punktreihe ein scharf erhobener Längs- 
kiel, der sich ungefähr in der Mitte zwischen Basis und Spitze der Flügel- 
decken über 4-7 Punkte (je nach deren Größe und Abstand) erstreckt. Dieser 
Längskiel ist vielen Lema-Arten eigentümlich und z. B. besonders schön bei 
Lema armata Fabricius ausgebildet. Er besteht aus einem etwas breiteren 
Basalteil und einem vom Basalteil deutlich abgesetzten Kamm, dessen obere 
Kante ziemlich scharf ist. Dieser Kamm ist vielleicht der passive Teil des 
hier vorliegenden Stridulations-Apparates. Den aktiven Teil würde dann 
der Unterflügel darstellen. Bei ihm hat sich die starke Ader der Vorderkante 
an der korrespondierenden Stelle auf der Unterseite längsgeteilt. Der hier- 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 12 


178 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


durch umschlossene Teil ist vertieft und gekörnelt. Der Kiel paßt genau in 
die Vertiefung der Alae, wenn diese und die Elytren in Ruhestellung liegen. 
Bei anderen Lema-Arten ist der Kiel schwächer entwickelt und bildet nur 
eine schmale, rundliche Schwiele verschiedener Länge. Dementsprechend hat 
sich auch die Vertiefung der Vorderrandader der Unterflügel schwächer her- 
ausgebildet. In der Gattung Pseudocrioceris sind die beschriebenen Bildun- 
gen scheinbar sehr rudimentär oder nur schwach entwickelt. Der Zwischen- 
raum zwischen der 9. und 10. Punktreihe auf der Unterseite der Flügel- 
decken ist sehr schwach gewölbt und rugos, während die Vorderkante der 
Unterflügel matt oder gerillt erscheint. In der Gattung Lilioceris fehlt dieser 
Stridulations-Apparat offensichtlich ganz. 


4. Die Flügeldecken aller Criocerinen sind, von oben gesehen, immer 
unmittelbar hinter der Schulterbeule auf dem senkrechten Abfall vor der 
Außenkante bald mehr, bald weniger nach innen eingezogen. Dieser äuße- 
ren Vertiefung entspricht auf der Innenseite eine leichte Erhöhung, die ver- 
schieden stark ausgebildet oben aber stets abgeflacht ist und einen matten 
Seidenglanz aufweist. Die matte Stelle ist bei den meisten Arten kreisrund 
bis breitoval, manchmal aber auch (z. B. bei Pseudocrioceris de wittei n. sp. 
Heinze) etwa nierenförmig. Die Ergänzung zu diesem Stridulations-Apparat 
befindet sich auf den Seitenteilen der Hinterbrust. Ob hier die Flügeldecken 
der aktive Teil sind, oder ob die Hinterbrust die stridulierende Tätigkeit 
ausübt, ist ebenfalls noch zu klären. 


9. Schließlich ist auch noch die Oberfläche der Hinterbrust mit einer 
Zirpeinrichtung ausgestattet. Neben der Längsvertiefung in ihrer Mitte, die 
dazu dient, die verstärkte Flügeldecken-Nahtkante aufzunehmen, befinden 
sich zwei schmale Dreiecke, die wiederum den für alle diese Einrichtungen 
charakteristischen Seidenglanz zeigen. In Ergänzung hierzu sind die Ver- 
dickungen der Flügeldecken-Nahtkante an ihrer äußeren, rundlich wulst- 
artig gewölbten Kante gleichfalls mattiert. Denkbar wäre, daß zum Zwecke 
des Stridulierens die Flügeldecken in zitternden Bewegungen seitlich ge- 
öffnet und geschlossen werden müssen. 


Wie weit die Töne, die durch alle diese Einrichtungen hervorgebracht 
werden können, für das menschliche Ohr überhaupt wahrnehmbar sind, ist 
nicht ohne weiteres zu entscheiden. Es ist aber auch möglich, daß die Stridu- 
lations-Apparate sämtlich oder zum größten Teil gleichzeitig betätigt wer- 
den. In diesem Falle würde die verhältnismäßig große Lautstärke dieser 
doch im einzelnen recht winzigen Einrichtungen ihre Erklärung finden. Den 
Tieren stände dann ja nicht nur ein Instrument zur Verfügung, sondern ein 


ganzes Orchester. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 179 


Die biologische Bedeutung der Lauterzeugung findet verschiedene Be- 
urteilung, zumal bei den Criocerinen beide Geschlechter hierzu in der Lage 
sind. Die Annahme, es handle sich um einen Lockruf des Männchens zur 
Herbeirufung des Weibchens, wird wohl kaum zutreffen. Größere Wahr- 
scheinlichkeit kommt der Ansicht zu, daß beide Geschlechter wechselseitig 
Locktöne ausstoßen, die sich dann irgendwie voneinander unterscheiden 
müßten. Dabei wäre noch die Frage eindeutig zu klären, ob die Tiere über- 
haupt akustische Perzeptionsorgane besitzen. Am ehesten ist wohl der Mei- 
nung zuzustimmen, daß} es sich bei der Lauterzeugung der Criocerinen um 
„Schrecktöne“ handelt, die die Tiere bei Störungen und auch noch einige 
Zeit danach hervorbringen. Allerdings konnte bisher noch nicht beobachtet 
werden, daß Feinde (z. B. Vögel) hierdurch irritiert und veranlaßt wurden, 
ihre Beute fahren zu lassen. 


6. Verhalten der Imagines 


Das Verhalten der Criocerinen im Freiland ist mir aus persönlicher 
Erfahrung nur von den deutschen Arten bekannt. Die Tiere reagieren auf 
Bewegungen oder Lichtveränderungen in ihrer näheren Umgebung ziemlich 
empfindlich. Nähert man sich beispielsweise einem Spargelkäfer, so bewegt 
er sich ruckartig und mit huschender Schnelligkeit auf die dem Beschauer 
abgewandte Seite des Zweiges, um sich der Sicht zu entziehen. Dieses ge- 
schieht im Sonnenlicht auch schon oft, wenn man einen Schatten auf das Tier 
fallen läßt. 

Im übrigen zeigen die beiden deutschen Arten von Spargelkäfern(Crio- 
ceris duodecimpunctata (L.) und C.asparagi (L.)) nach Dingler in ihrem 
individuellen Verhalten charakteristische Unterschiede. Der Autor schreibt 
hierüber u. a.: „Das Spargelhähnchen (C. asparagi) ist trotz seines zierlichen 
Körperbaues träger, schwerfälliger, weniger zum Fliegen geneigt als der 
Zwölfpunkt.*) Ganz besonders ausgeprägt ist bei ihm das „Sichtotstellen“ 
und das „Sichfallenlassen“ auf die geringste Erschütterung hin. Will man 
die Käfer von den Pflanzen absammeln, so ist dies kaum durch unmittelbares 
Zugreifen möglich, sondern nur, indem man die Hand oder irgendein Fang- 
mittel vorsichtig unterhält; und selbst bei dem Versuch, sich auf diese Weise 
der Pflanze zu nähern, wird man es nicht verhüten können, daß die Käfer 
sich oft schon in dem Augenblick, in welchem die erste Berührung mit der 
Pflanze stattfindet, zu Boden fallen lassen. Ich könnte mir denken, daß dieses 


*) Im Zusammenhang hiermit dürfte die bei C. duodecimpunctata bedeutend 
stärker ausgebildete Schulterbeule stehen, die auf kräftigere Muskulatur der Unter- 
flügel schließen läßt. 


180 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


Verhalten ein sehr wirksames Schutzmittel insbesondere gegen den Angriff 
von Spinnen darstellt. Der auf den Boden gefallene Käfer benimmt sich je 
nach der Temperatur verschieden. Bei kühler Witterung verbleibt er länger 
in der „Totstellung“, an warmen, sonnigen Tagen beginnt er entweder schon 
nach wenigen Sekunden zu laufen oder, was noch häufiger der Fall ist, fliegt 
alsbald von der Stelle, auf die er niedergefallen ist, auf. Sehr selten nur 
entzieht er sich einer Gefahr unmittelbar durch Abflug. 

Der Zwölfpunkt dagegen ändert hierin sein Verhalten mit der Jahres- 
zeit. Die ersten, noch verhältnismäßig trägen Individuen in der niedrigen 
Apriltemperatur lassen sich leicht von der Pflanze nehmen und klammern 
sich dabei fest an die Finger des Sammlers, der infolgedessen geradezu 
Mühe hat, sie ins Glas zu bringen. Im Sonnenschein der Sommermonate 
(Mai-Juli) jedoch fliegen die Käfer bei Annäherung sofort ab, und als wir 
Ende Juli bei regnerischem Wetter Freilandbeobachtungen machten, fand 
ich, daß sie sich (einzeln oder in Copula) noch schneller fallen ließen, als wir 
das von Crioceris asparagi gewohnt waren.“ 

Dingler erwähnt weiterhin: „Ein auffallender Unterschied im Verhalten 
der beiden Arten ist ferner der, daß von den ungestört an den Pflanzen 
sitzenden Käfern der Zwölfpunkt die Antennen stets in einem spitzen, zu- 
weilen nahezu rechten Winkel gespreizt trägt, während das Hähnchen sie 
dicht nebeneinander-, wenn auch nicht vollständig aneinandergelegt nach 
vorn gestreckt hält.“ ' 


Diese verschiedene Fühlerhaltung der beiden Arten muß wohl, so ver- 
mute ich, im Zusammenhang mit der Form ihrer Augenausschnitte stehen. 
Bei C. duodecimpunctata bzw. C. nigropunctata Lacordaire ist dieser merk- 
lich tiefer als bei C. asparagi. Der breitere Ausschnitt ermöglicht es den 
Tieren, die Fühler weiter auseinanderzuspreizen, ohne einem Teil der Fa- 
zettenaugen die Sicht zu nehmen. Trifft diese Annahme zu, so ließe auch bei 
den afrikanischen Arten der jeweilige Augenausschnitt Schlüsse auf ihre 
Fühlerhaltung zu. 


Über afrikanische Criocerinen berichtete mir Herr Geheimrat Methner 
aus seiner Sammeltätigkeit, daß sie so flüchtig seien, wie hierzulande etwa 
die Cicindeliden, die ja auch schon bei der Annäherung eines Schattens auf- 
fliegen. Die gute Flugfähigkeit geht jedenfalls schon äußerlich erkennbar 
aus den immer mehr oder weniger stark entwickelten Schulterbeulen der 
Elytren und aus den gut ausgebildeten Alae hervor. Die Beobachtung Meth- 
ner’s entspricht also voll und ganz dem Verhalten der C. duodecimpunctata, 
der die afrikanische C. nigropunctata Lacordaire sehr nahe steht. 


Über Quasilema bilineata (Germar) aus Afrika berichtet van der Merve, 
daß sie eine gute Flugfähigkeit besitzt. Bei Störungen lassen sich die Tiere 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 181 


gewöhnliche fallen und stellen sich tot, zuweilen fliegen sie aber auch davon. 
Fernerhin geben sie bei Berührung einen ziemlich intensiven Geruch von 
sich. In den frühen Morgenstunden und an trüben Tagen sind auch diese 
Käfer träger und infolgedessen leichter einzusammeln. Van der Merve hält 
die Männchen für aktiver als die Weibchen. Die Larven werfen bei Störun- 
gen ihren Kopf nach hinten und lassen eine grüne Flüssigkeit aus der Mund- 
öffnung austreten, die sie, wenn die Störung vorüber ist, unter kauender 
Bewegung der Mundwerkzeuge wieder aufsaugen. 


7. Fortpflanzung und Entwicklung 


Über die Biologie der afrikanischen Criocerinen ist noch sehr wenig 
bekannt. Die Literatur hierüber ist dürftig und bezieht sich fast ausschließ- 
lich auf die wenigen Arten, die bisher als Schädlinge an Kulturpflanzen auf- 
getreten sind. Im folgenden führe ich die von den Autoren gemachten Be- 
obachtungen nach Arten geordnet an. 


a) Crioceris asparagi (L.) 

Irgendwelche Angaben aus Afrika über die Biologie dieser Art fehlen. 
Daher halte ich mich an Dingler’s Publikationen über die deutschen Spargel- 
schädlinge. Er sagt hierüber etwa folgendes: 


Alsbald nach seinem Hervorkommen aus dem Winterlager beginnt das 
Spargelhähnchen mit der Eiablage. Die Feststellung des jeweiligen Beginns 
der Eiablage wird durch die gute Sichtbarkeit der Gelege, die weithin auf- 
fallen, sehr erleichtert. 


Besondere Schwierigkeit macht der Nachweis der jährlichen Genera- 
tionenzahl. Nach anderen Autoren legen die Weibchen noch Eier ab, wenn 
ihre ältesten Kinder bereits die ganze Metamorphose durchgemacht haben 
und als Jungkäfer erschienen sind. Die meisten Beobachter sprechen sich 
für zwei Generationen aus, die wohl auch in Deutschland die Regel sind. 
Dagegen soll es der Käfer in Amerika auf zwei bis drei, gelegentlich sogar 
auf vier Generationen bringen. Für Afrika wird man gleichfalls eine hohe 
Zahl von Generationen im Jahr annehmen dürfen. 


Die Copula weicht nicht von derjenigen der übrigen Chrysomeliden, ja 
überhaupt der meisten Käfer ab. Das Männchen sitzt dabei, etwas schräg 
nach vorn-aufwärts gerichtet, auf dem Weibchen auf und hält sich mit den 
Vordertarsen am Schulterrand von dessen Flügeldecken fest. (Die Männchen 
vieler afrikanischer Lema-Arten werden bei der Fixierung dieser Stellung 
sicherlich durch den auf dem ersten Abdominalsegment befindlichen Längs- 
kiel bzw. durch die Bewehrung ihrer Schenkel und Schienen unterstützt). 


182 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


Das Ei von Crioceris asparagi ist unmittelbar nach der Ablage hell- 
gelb, geht aber bald über ein bräunliches Grün in fast reines Schwarz mit 
bräunlichgrünem Schimmer über. Seine Form ist länglich-oval mit etwas 
größerer Verengung nach dem einen Pol, so daß die größte Dicke nicht in 
der Mitte, sondern etwa zwischen dem ersten und dem zweiten Drittel liegt. 
Die Größe des Eies wird allgemein mit einer Länge von etwas über 1 mm 
und einer Breite von ungefähr !/s mm angegeben. 


Bei der Ablage werden die Eier vom Weibchen mit dem schmaleren Pol 
mittels eines zunächst hellen, an der Luft jedoch völlig schwarz werdenden 
Sekretes derart an der Unterlage befestigt, daß sie von dieser senkrecht 
abstehen. Anfangs findet man die Eier besonders häufig an den grünen 
Trieben der ein- und zweijährigen Pflanzen, nach der Blattbildung auch an 
deren Stengel, später an den chlorophylihaltigen Teilen älterer Pflanzen 
(Stamm, Zweige, Blätter), häufig auch an Blüten. Nicht selten kommt es vor, 
daß ein Ei auf ein vorher abgelegtes geklebt wird. 


Der Käfer vermag eine ziemlich große Anzahl von Eiern unmittelbar 
hintereinander abzulegen, was ihm zweifellos mit Hilfe der ansehnlichen 
Eikelche (Calyx) möglich ist, in welchen sich jeweils die reifen Eier aus den 
Ovariolen eines Ovars ansammeln. Dingler stellte bei einem massenhaften 
Auftreten der Käfer Mitte Mai an mehreren Stengeln, die auf einer Strecke 
von 15-23 cm belegt waren, z. B. folgende Eizahlen fest: 


Belegte Länge des Stammes Anzahl der Eier: 
20 cm 368 
21 cm 296 
16,5 cm 218 
23 cm 343 


Solche mit Eiern belegte Pflanzen erwecken den Eindruck, als seien sie 
dicht mit schwarzen Borsten besetzt. Die Eier kleben nach Erhärtung 
der Kittsubstanz ungemein fest an ihrer Unterlage, so daß es kaum gelingt, 
die Verbindung mechanisch zu lösen, ohne an dieser Stelle das Pflanzen- 


gewebe zu verletzen. 


Die Dauer der Eientwicklung geht über 5-12 Tage, wobei wärmere 
Witterung eine entsprechend kurze Embryonalzeit bedingt. Die Larve 
ist beim Verlassen des Eies etwas über 1m lang und ungefähr 0,35 mm 
breit. Im ausgewachsenen Zustand erreicht sie eine Länge von etwa 8mm 
und eine Breite von ca. 4,6 mm. Die gekrümmte Altlarve mißt in der Länge 
etwa 6-7 mm. Ihre größte Breite liegt vor dem Hinterende beim 4. bis 
5. Abdominalsegment. Sie ist grünlichgrau gefärbt, die Kopfkapsel und die 
Beine sind glänzend schwarz. Am Prothorax dicht hinter dem Kopf trägt 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 183 


sie zwei quergestellte, schmale, schwarze Chitinplatten, die median von- 
einander getrennt sind. In jede dieser Platten ist in der Mitte eine Querrinne 
(in Bezug auf die Plattenform: Längsrinne) eingeschnitten, die der Run- 
zelung aller Segmente entspricht. Das Hinterende der Larve ist zumeist 
nach unten eingekrümmt. Die Larve ist schon gleich nach dem Schlüpfen 
imstande, als Abwehr gegen Angriffe eine braune Flüssigkeit aus dem 
Munde auszuscheiden. 

Zur Verpuppung kriechen die Larven in die Erde und spinnen 
sich hier einen länglichovalen Seidenkokon, der durch anhaftende Erdteil- 
chen eine unregelmäßige Form bekommt. Auf der Innenseite ist er vollstän- 
dig glatt und schmiegt sich der Larve dicht an. 

Die Überwinterung der Käfer erfolgt unter Pflanzenresten 
usw. am Boden. Dingler vermutet, daß C. asparagi auch im Puppenstadium 
überwintert. 


b) Crioceris duodecimpunctata (L.) 

Über die Crioceris nigropunctata Lacordaire, die sehr nahe mit der 
C. duodecimpunctata (L.) verwandt ist und die sich wahrscheinlich nur geo- 
graphisch gegenseitig vertreten, liegen aus Afrika keine Beobachtungen vor. 
Daher beschränke ich mich darauf, an Hand von Dingler’s Feststellungen 
den europäischen Vertreter zu behandeln. Danach tritt der Zwölfpunkt un- 
gefähr eine Woche später in den Kulturen auf als das Spargelhähnchen, 
und zwar zunächst in bedeutend spärlicherer Anzahl als das letztere. Dieses 
Verhältnis kehrt sich gegen Mitte des Sommers in das Gegenteil um. Zum 
Ende des Sommers ist jedoch die Anzahl der Zwölfpunktkäfer gegenüber 
der der Spargelhähnchen wieder erheblich geringer. C. asparagi erscheint 
also in der ersten, mit der überwinterten Generation früher und hält sich 
vermutlich in seiner zweiten Generation länger als die mithin wärmebedürf- 
tigere C. duodecimpunctata. 

Die Eiablage verzögert sich bis etwa einen Monat nach dem Er- 
scheinen der Käfer. Verschiedene Autoren vermuten, daß die Tiere zunächst 
die Entwicklung der Spargelbeeren abwarten und erst nach der Blüte der 
Spargelpflanzen mit dem Brutgeschäft beginnen, da ihre Larven vielleicht 
ausschließlich in den Beeren leben. 

Die Anzahl der Generationen wird allgemein mit zwei ange- 
nommen. Vielleicht gelangt aber auch ein Teil der im Verlauf des Sommers 
auftretenden Käfer erst im nächstfolgenden Frühjahr zur Eiablage, so daß 
eine doppelte Generation die Ausnahme wäre (wenigstens in Mitteleuropa 
und Nordamerika). 

Während C. asparagi bald nach dem Erscheinen der neuen Spargel- 
triebe mit seinem platzweisen Fraß an den Stengeln beginnt, tritt bei 


184 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


C. duodecimpunctata eine wahre Freßgier erst ein, wenn an den weiblichen 
Pflanzen die Früchte erscheinen. Die Käfer nagen in die Beeren tiefe Löcher 
von oftmals eigener Körperlänge und lassen sich gelegentlich mit den an- 
gegriffenen und abbrechenden Früchten auf den Boden fallen, um dort 
ihren Fraß weiterzuführen. 


Das Ei ist anfangs hellgelb gefärbt und geht erst allmählich in ein 
bräunliches Grün über. Da es mit Vorliebe zwischen Fiederblättchen oder 
Zweige abgelegt wird, ist es durch seine Farbe besonders gut gegen Sicht 
geschützt. Im Gegensatz zu C. asparagi legt C. duodecimpunctata die Eier 
flach auf die Unterlage, so daß man sie der Länge nach angeheftet findet. 
Die Anheftungsstelle ist aber meist nur eine ziemlich kleine, langovale 
Fläche, die dem spitzen Pol genähert ist. Die Kittsubstanz besteht hier aus 
einem hellen, die ganze Oberfläche bedeckenden Sekret, das sich an der 
Luft nicht so verfärbt. Es besitzt jedoch auch nicht die Klebkraft des Kittes 
von C. asparagi. Das Ei des Zwölfpunktes ist nicht nur heller, sondern auch 
zarthäutiger als dasjenige des Hähnchens. In der Form gleicht es ihm, in 
der Größe steht es ihm um etwa !/; nach. In solchen Anhäufungen wie bei 
C. asparagi werden die Eier des Zwölfpunkts jedoch niemals angetroffen. 
Im Freien hält es schwer, überhaupt ein Gelege zu finden. Andere Autoren 
geben an, daß die Eier vorzugsweise auf ältere, bereits belaubte Pflanzen 
abgelegt werden, und zwar besonders an den belaubten Enden jener 
Sprosse, die weiter unten Blüten oder gar reifende Beeren tragen. Die Mög- 
lichkeit hierzu ist wieder durch den späten Beginn der Eiablage geboten. 
Die Dauer der Eientwicklung wird auch beim Zwölfpunkt mit 5-12 Tagen 
angegeben. Vor dem Auskriechen der Junglarve macht sich an dem helleren 
Ei eine deutliche Verfärbung bemerkbar, indem an einem Pol der dunkle 
Kopf des Embryos durchscheint. 


Die auskriechende Larve beißt die Eihülle auf*), verläßt diese 
daraufhin schnell, ohne davon zu fressen, und begibt sich sogleich zum Fraß 
auf die Pflanze. Sie ist blaßgelb (fast weiß) bis blaßorange gefärbt mit 
schwarzem Kopf und schwarzen Beinen und jederseits einem schwarzen 
Fleck am dritten Segment. Am ersten Thorakalsegment besitzt sie zwei 
längliche, dunkelbraune Platten. Nach der ersten Häutung verfärbt sich der 
Kopf hellgelb und der Körper dunkler orangegelb. In diesem Stadium er- 
reicht die Larve eine Länge von 4 mm. Im dritten Stadium zeigt die Körper- 
farbe größere Mannigfaltigkeit. Einige Individuen sind bräunlichgelb, an- 
dere ganz gelb, weitere gar grau oder grauorange gefärbt. Der Kopf ist ganz 
gelb, die Beine hellbraun. Jedes Segment mit Ausnahme des Analsegmentes 
trägt jederseits ein Stigma. Die Abwehrflüssigkeit, die auch diese Larve bei 
Störungen aus dem Munde ausscheidet, scheint von gelber Farbe zu sein. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 185 


Zur Verpuppung begibt sich auch die Larve des Zwölfpunktes 
in die Erde und bildet dort einen Kokon, der dem von C. asparagi sehr 
ähnlich ist. In ihm verbleibt das Tier anscheinend noch mindestens drei 
Tage als Larve. Die Dauer der Puppenruhe wird mit 12-20 Tagen an- 
gegeben. 

*) Es ist fraglich, ob der Vorgang richtig beobachtet wurde und ob die Öff- 
nung der Eihaut tatsächlich mit Hilfe der Kauwerkzeuge erfolgt. Wie von Lenger- 
ken in seiner Publikation über Eischalensprenger bei Insekten erwähnt, gehört 
Lilioceris lilii (Scop.) zu den sog. „abdominalen“ Eischalensprengern. Die nahe 
Verwandtschaft der Crioceris-Arten zur Gattung Lilioceris wirft nun die Frage 
auf, ob nicht die Larven aller Arten aus diesem Verwandtschaftskreis sich in glei- 
cher Weise aus ihrer Eihülle befreien. Erst genaue Einzelbeobachtungen werden 
diese offene Frage beantworten können. 

Bei den „abdominalen“ Eischalensprengern befindet sich ein paares Organ 
auf dem ersten Hinterleibssegment in Form von zwei seitlich gelegenen Chitin- 
plättchen, denen in der Mitte ein mehr oder weniger kräftiger Zahn aufsitzt. 
Neben dem Schalensprenger steht eine gewöhnliche Borste. In Analogie zu den 
Coccinelliden, bei denen ähnliche Verhältnisse vorliegen (wenn sich auch die 
Schalensprenger auf Vorder-, Mittel- und Hinterbrust befinden), dürfte bei den 
Schlüpfanstrengungen der Larve die Eihaut in zwei Längsschlitzen aufgerissen 
werden, durch deren einen sich die Junglarve herauszwängt. Die Schalensprenger 
sind als typische provisorische Organe zu bezeichnen, weil sie mit der ersten 
Häutung abgeworfen werden. 


Die Puppe ist anfangs hellgelb, später lebhaft dunkelgelb gefärbt. 
Nach einer Woche heben sich die Augen braun ab, und die Beine beginnen 
gelb mit schwarzer Zeichnung durchzuschimmern. Die Spitzen der Flügel- 
scheiden ragen bis an den Hinterrand des vorletzten Bauchsegmentes. Auf 
der Rückenseite sind acht Segmente des Abdomens sichtbar. Über die 
Medianlinie des Rückens zieht sich eine seichte Rinne, die vor allem auf 
dem ersten, dem größten Segment deutlich ausgeprägt ist. Die Fühlerschei- 
den sind rückwärts hinter die Tibiofemoralgelenke der Beine gelegt. Die 
Länge der Puppe beträgt 5,4 mm, ihre Breite 2,2 mm. Die leere Puppen- 
exuvie ist glashell, in allen Falten ist sie weiß gefärbt. 

Für die gesamte Entwicklungsdauer der Sommergeneration wurden in 
Nord-Amerika 20-32 Tage errechnet. 

Als Überwinterungsplätze werden Spargelstümpfe, Fang- 
gürtel und ähnliche Verstecke angegeben. Die Überwinterung scheint auch 
im Puppenzustand zu erfolgen. 


c. Lilioceris livida (Dalman) 

Über diese Criocerinen-Art berichtet Peacook folgendes: 

In Süd-Nigeria beginnt die Eiablage der Käfer im Mai oder Juni. Die 
Eier sind etwa 2 mm lang und von „würstchenförmiger“ Gestalt. Ihre Farbe 
ist zunächst fleischfarbig und geht allmählich in ein Rotbraun über. Sie wer- 


186 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


den in kleinen Häufchen von durchschnittlich 6 Stück auf der Unterseite der 
Blätter und an den Stengeln der Yamspflanze abgelegt. Die Larven be- 
decken sich mit einer Hülle aus ihren eigenen Exkrementen. Die Verpup- 
pung erfolgt wahrscheinlich in der Erde. Bei den Versuchen Peacook’s, die 
er in Gläsern ohne Erde vornahm, befestigten die ausgewachsenen Larven 
ihre klebrige Hülle zum Zweck der Verpuppung jedoch auch in einer Blatt- 
falte. Es wurde nur eine Generation im Jahr festgestellt. 


d. Bradylema ignota n. sp. Heinze 

Ein offenbar frisch geschlüpftes Exemplar dieser im speziellen Teil neu 
zu beschreibenden Art, das im Januar 1930 von J. Ghesquiere in Sankuru 
(Komi) gesammelt wurde und im Mus. Royal Afrique Centr., Tervuren, auf- 
bewahrt wird, trägt den Vermerk: „Parasite des feuilles de Glayeul (larve)“. 
Unter Glayeul ist wohl eine Gladiolus-Spezies zu verstehen. Der Kokon des 
Tieres liegt ebenfalls vor. Er ist eirund, am oberen Ende durch die ausge- 
schlüpfte Imago weit geöffnet und mißt in diesem Zustande in der Länge 
etwa 9mm. Der Rand der Schlüpföffnung ist zerfranst. Die Farbe des 
Kokons ist ein blasses, schmutziges Beige mit kleinen schwärzlichen Verun- 
reinigungen. Die Außenfläche ist matt und leicht uneben oder höckerig, die 
Innenfläche etwas glänzender, sonst aber ebenso beschaffen. Der Kokon 
hat papierdünne Wände und ist in fast ganzer Länge mit einer Längsseite 
an einem Blattstück angeklebt. 


e. Quasilema bilineata (Germar) 

Über diesen Käfer berichtet van der Merve aus Afrika folgendes: 
Die vollentwickelten Tiere sind ziemlich langlebig. Die längste Lebensdauer 
erreichen mit 194-284 (durchschnittlich 230) Tagen die überwinterten Weib- 
chen. Im Frühjahr geschlüpfte Weibchen lebten dagegen nur bis 131 
(durchschnittlich 80) Tage. Bei den Männchen wurde eine maximale Le- 
bensdauer von 219 (durchschnittlich 87) Tagen beobachtet. Eine Überwin- 
terung von Männchen konnte nicht festgestellt werden, sie ist aber trotzdem 
als möglich anzunehmen. Für die vorgenannten Zahlen ist zu berücksich- 
tigen, dal die Beobachtungen aus dem recht heißen Durban (Natal) stam- 
men. In kühlerem Klima wird sich die Lebensdauer wahrscheinlich beträcht- 
lich verlängern. 

Die Kopulation erfolgt oft schon am ersten Tag nach dem Schlüpfen 
noch vor der Aufnahme irgendwelcher Nahrung. Die Eiablage der Weib- 
chen beginnt aber in der Regel wohl nicht vor der ersten Nahrungsauf- 
nahme. Zwar können auch unbegattete Weibchen Eier ablegen, doch ge- 
schieht dieses dann in geringeren Mengen und stärker verstreut oder gar nur 
einzeln. Außerdem scheinen diese Eier alle taub zu sein. Dagegen können 
einmal befruchtete Weibchen auch nach ihrer Überwinterung ohne neue 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 187 


Paarung Eier legen, aus denen sich normale Larven entwickeln. Daraus wird 
ersichtlich, daß zur Sicherung der Art eine Überwinterung der männlichen 
Käfer nicht erforderlich ist. Beobachtungen zufolge beginnen die Weibchen 
4-7 Tage, manchmal auch erst 8-14 Tage nach dem Schlüpfen mit der Ei- 
ablage und setzen diese bis 1-9 Tage vor ihrem Tode fort. Dabei legen sie 
praktisch jeden Tag. Die größte von einem Weibchen an einem Tage abge- 
legte Anzahl von Eiern belief sich auf 69. Im Durchschnitt legte jedes Tier 
22 Eier pro Tag. Die maximal größte Eizahl eines kontrollierten Weibchens 
betrug 2421, der Durchschnitt je Käfer 1225. Die Legezeit dauerte 15-124 
(durchschnittlich 65) Tage, wobei die Zeit der Überwinterung nicht berück- 
sichtigt wurde. Der Anteil tauber Eier schwankt von Tier zu Tier. 


Die Eier haben eine ovale Form, sind etwa !/20o Zoll (1!/ mm) lang 
und halb so breit (nach Frers messen sie 0,9 : 0,4 mm) und von schmutzig 
weißer bis (meistens) gelber Farbe. Sie sind mit einem für lange Zeit klebrig 
bleibenden Schleim bedeckt, der sich allmählich dunkler färbt. In ihrem Aus- 
sehen ähneln sie so den Eiern der Coccinelliden, haben aber oft schwarze 
Spitzen. Diese Schwarzfärbung der Spitzen wird dadurch hervorgerufen, 
daß hier entweder besonders viel Schleim angehäuft ist, der sich beim 
Trocknen schwarz verfärbt, oder daß der schwarze Kopf der schlüpfbereiten 
Larve durchschimmert. Die Ablage der Eier erfolgt gewöhnlich auf der 
Unterseite der Blätter in Gruppen von 10-30 aber auch bis zu 57 Stück. Sie 
stehen aufrecht und dicht nebeneinander. Das Eistadium schwankt in Dur- 
ban zwischen 4 und 7 Tagen. Die Dauer wird vornehmlich natürlich durch 
die Witterung beeinflußt, vielleicht bestehen aber auch individuelle Unter- 
schiede. 


Die Larve erreicht beim Schlüpfen ungefähr die Länge des Eies. 
Sie ist ebenfalls klebrig, obwohl Schleim an ihr noch nicht sichtbar ist. Nach 
Frers schlüpft sie durch eine Öffnung an der Spitze des Eies aus. Der letzt- 
genannte Autor beschreibt sie wie folgt: Die Junglarve besitzt einen zum 
übrigen Körper unverhältnismäßig großen Kopf, der merklich breiter ist als 
der Thorax. Auch die Beine sind im Verhältnis zu denen der erwachsenen 
Larven sehr groß. Das Tier ist zunächst gelblich gefärbt, sein Kopf und die 
Beine bräunlich. Etwa vier Tage nach dem Schlüpfen nehmen die Larven 
ihre endgültige Form und Farbe an. Sie sind dann dunkelgrau gefärbt, der 
Kopf und die Beine schwarz. Die Unterseite des Abdomens trägt eine weiße 
Binde, der Rücken drei Reihen heller, fast weißer Flecken. Die Larven sind 
stark gekrümmt, vorn schmal, nach hinten seitlich stark verbreitert. Ihr Kopf 
ist wenig gewölbt und nur spärlich behaart. Die Mandibeln sind kräftig ent- 
wickelt, bräunlich gefärbt, gegen die Spitze verdunkelt und mit zwei gut 
erkennbaren Zähnen besetzt. Die Maxillen und das Labium sind borstig 


188 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


behaart, die Maxillarpalpen viergliedrig, die Labialpapillen eingliedrig. 
Von den drei Antennengliedern sind die ersten beiden kegelförmig abge- 
stutzt, das 2. merklich schlanker als das 1., das 3. klein, subzylindrisch mit 
abgerundeter Spitze. Die Thorakalsegmente haben unter sich die gleiche 
Länge, ebenfalls sind die Abdominalsegmente fast gleich groß und sämtlich 
spärlich und kurz behaart. Die ovalen Stigmenporen sind gut sichtbar. Die 
Beine sind kurz, dreigliedrig, mit einigen Haaren besetzt und tragen eine 
bräunliche Klaue. 


Nach dem Schlüpfen beginnen die Larven sofort zu fressen und 
wachsen dann schnell heran. Sie fressen zunächst in der Nähe des Geleges 
auf der Unterseite der Blätter, von denen sie nur die Oberfläche angreifen. 
Anfangs bleiben alle Tiere gesellig beisammen und fressen, eine neben der 
anderen, in einem allmählich immer größer werdenden Kreis. Später tren- 
nen sie sich und fressen große, unregelmäßige Löcher in das Blatt hinein. 
Wenn viele Larven auf einem Blatt fressen, bleibt nach kurzer Zeit nur noch 
die Mittelrippe mit einigen derben Seitenrippen stehen. In den Saatbeeten 
ist die Art des Befalls ähnlich, und zwar werden die mittleren Pflanzen, die 
am dichtesten stehen, zuerst angegriffen. Die erste Häutung der Larve 
erfolgt nach 2-4 Tagen. Das Tier hat dann eine Länge von !/ıo Zoll (ca. 
21/2 mm). Die zweite Häutung folgt in einem Alter von 4-7 Tagen und bei 
einer Körperlänge von !/s Zoll (ca. 3,1 mm), die dritte und letzte Häutung 
im Alter von 6-10 Tagen und bei einer Länge von ungefähr !/a-?/ıo Zoll 
(ca. 6,4-7,5 mm). Zwei bis vier Tage später ist die Larve bereit zur Verpup- 
pung, die im Erdboden vor sich geht. Die Gesamtdauer des Larvenstadiums 
bis zum Einkriechen in den Boden beträgt 7-14 Tage, im Sommer gewöhn- 
lich 8-10 Tage. Die Larve bedeckt sich während der Entwicklungszeit mit 
ihren eigenen Exkrementen, wobei der Überschuß von Zeit zu Zeit abfällt. 
(Nach Frers bleiben der Kopf und die Thorakalsegmente sichtbar.) Die Ex- 
kremente werden durch wellenförmige Bewegungen des Körpers von hinten 
nach vorn befördert und scheinen durch eine aus dem After austretende 
Flüssigkeit feuchtgehalten zu werden. Dieser schleimige Überzug verstärkt 
das schneckenartige Aussehen der Larven, so daß sie in Afrika auch als 
„Tabakschnecken“ bezeichnet werden. 


Zur Verpuppung geht die Larve in den Boden. Gewöhnlich ver- 
kriecht sie sich am Grunde der Tabakpflanzen bis in eine Tiefe von !/a-1 Zoll 
(11/a-2!/g cm). Hier verfertigt sie sich aus einem aus dem Munde tretenden, 
weißen Schaum einen Kokon, der jedoch nur dann gut ausgebildet wird, 
wenn das Tier ziemlich mit Erde bedeckt ist. Andemfalls verbraucht die 
Larve zu viel Schaum. Sie kann sich aber auch nackt verpuppen. In den 
Tabakschuppen fallen die verpuppungsreifen Larven auf die Erde herunter 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 189 


und verpuppen sich dann in dem auf dem Boden liegenden losen Sand. 
Manchmal bauen sie sich ihren Kokon auch zwischen den in den Schuppen 
aufgehängten Tabakpflanzen. Sogar in den Ritzen von Dachsparren wurden 
gelegentlich Kokons gefunden. Der Kokon ist fast so lang wie die er- 
wachsene Larve, seine Wand ist papierartig dünn und von weißer Farbe, 
die jedoch durch die anhaftende Erde verdeckt wird. 


Drei Tage nach der Fertigstellung des Kokons wurden in diesen ausge- 
bildete Puppen gefunden. Das Puppenstadium nackter Puppen dauert 6-8 
Tage. In Kokons sich entwickelnde Käfer warten aber anscheinend, wenn sie 
nicht gestört werden, einige Tage mit ihrem Ausschlüpfen. Daraus erklärt 
sich, daß vom Eindringen der Larve in die Erde bis zum Schlüpfen des fer- 
tigen Käfers 10-19 Tage verstreichen. Die gesamte Entwicklungsdauer vom 
Ei bis zur Imago beträgt 17-30 Tage, wobei sich während der warmen Som- 


merzeit diese Spanne verkürzt. 


Die Puppe beschreibt Frers folgendermaßen: Verhältnismäßig klein, 
gelblich gefärbt, auf dem Rücken mit einem großen Längseindruck. (Wahr- 
scheinlich ist hier die Vertiefung vorgebildet, die beim fertigen Insekt die 
Verdickung der Flügeldeckennaht am Schildchen aufnimmt. (Vergl. den 
Abschnitt „Allgemeine Morphologie“). Der Kopf ist nach unten eingezogen 
und läßt die Mundteile deutlich erkennen. Die Fühlerscheiden liegen den 
Seiten des Körpers an und reichen bis hinter die Tibiofemoralgelenke des 
2. Beinpaares. Die Abdominalsegmente sind sämtlich von gleicher Länge, 
verlieren nach hinten aber allmählich an Breite. Das letzte Segment trägt 
zwei kleine Zähnchen, die mit der Larvenhaut verbunden sind. Die beiden 
vorderen Beinpaare sind frei. Das letzte Beinpaar aber ist durch die Flügel- 
scheiden verdeckt, doch ragen die Tibiofemoralgelenke und die Tarsen dar- 


unter hervor. 


Die Anzahl der jährlichen Generationen beträgt in Durban offensicht- 
lich höchstens acht. In kühleren Gegenden wird die Zahl ensprechend klei- 
ner. Ein Weibchen kann längere Zeit auch dann noch Eier ablegen, wenn 
seine Nachkommen bereits selber zur Fortpflanzung beitragen. 


Die Überwinterung erfolgt im Freiland unter Steinen, in den 
Tabakschuppen unter losem oder verpacktem Tabak. In einem Falle wurden 
die Tiere zu tausenden in Schränken, Kleidern und überhaupt an allen 
warmen Stellen innerhalb von Gebäuden aufgefunden. Den Winter über 
können die Käfer monatelang am gleichen Platz verbleiben, was sie bei 
kühler Witterung auch sicherlich durchweg tun werden. Nach Beobachtun- 
gen aus Durban bewegen sie sich im Verlaufe der Winterruhe gelegentlich 
aber doch mal von ihrem Ruheplatz fort. Sie fressen dann jedoch niemals, 
selbst nicht wenn sie auf eine Futterpflanze aufgesetzt werden. Dagegen 


190 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


müssen sie vor der Überwinterung Nahrung aufgenommen haben, denn spät 
geschlüpfte Käfer, die nicht mehr zur Nahrungsaufnahme gekommen waren, 
starben innerhalb von 2-4 Tagen. 


8. Schädlichkeit gewisser Arten. 


Schadwirkungen afrikanischer Criocerinen an Kulturpflanzen sind bis- 
her nur von wenigen Arten bekannt geworden. So meldete Bryant bei der 
Neubeschreibung seiner Crioceris viridissima, daß diese in Kenya an Spar- 
gel schädlich auftrete. Ferner liegen Berichte über die Quasilema bilineata 
(Germar) vor, wonach diese südamerikanische Art in die Tabakkulturen 
Südafrikas eingeschleppt worden ist. Weiterhin wird über ein schädliches 
Auftreten der Lilioceris livida (Dalman) an Yamspflanzen in Süd-Nigeria 
berichtet. Sodann wurde auch Crioceris nigropunctata Lacordaire subsp. 
occidua Heinze als Schädling an Spargelkulturen in Somaliland festgestellt. 
Ein Schadauftreten dieser Art war vorauszusehen, weil C. nigropunctata 
wahrscheinlich nur eine afrikanische Rasse der europäischen Crioceris duo- 
decimpunctata (L.) ist, die ja schon lange als Spargelschädling bekannt ist. 
Schließlich wurde bei Madibira in Tanganjika (Uhehe) ein Exemplar des 
Spargelhähnchens Crioceris asparagi (L.) gefunden, das wahrscheinlich dort- 
hin eingeschleppt worden ist und das sich jetzt im Senckenberg-Museum in 
Frankfurt am Main befindet. Da sich die beiden letztgenannten Arten in 
europäischen Spargelanbaugebieten sehr schnell auszubreiten pflegen, halte 
ich es für nützlich, auch auf diese Tiere näher einzugehen, wobei ich mich 
wiederum auf die Arbeiten von Dingler stütze. 


a. Crioceris asparagi (Linne) 

Der Käfer ist neben dem Zwölfpunkt, Crioceris duodecimpunctata (L.), 
der Spargelfliege, Platyparea poeciloptera Schrank, und der kleinen Spargel- 
fliege, Melanagromyza simplex Loew, in Deutschland als Spargelschädling 
lange bekannt. Die Art ist darüber hinaus in Europa weit verbreitet und 
nach Nordamerika angeblich schon 1856 verschleppt worden. „1862 drohte 
er bereits in Queens County (New York) die gesamte Spargelernte zu zer- 
stören.“ Später ist in den Vereinigten Staaten eine jährlich zunehmende 
Ausbreitung festgestellt worden. „1898 kommen beide Arten (d. h. C. aspa- 
ragi und C. duodecimpunctata) in Kanada an, 1901 beginnt die Ausdehnung 
westwärts. C. asparagi hat 1903 Columbus (Ohio), 1905 Cincinnati (Ohio) 
erreicht. Für das Vordringen in das Innere des Kontinents ist bemerkens- 
wert, daß es an die Nähe von Wasser gebunden war.“ Schließlich wird die 
Art auch von Buenes Aires erwähnt. 

Die Käfer und insbesondere ihre Larven skelettieren durch ihren Fraß 
die grünen Spargeltriebe und berauben sie oft völlig ihres ChlorophyliIs. Die 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 191 


Pflanzen sind infolgedessen als weiße Gerippe schon von weitem zu er- 
kennen. Bei stärkerem Auftreten des Schädlings wird durch den Larvenfraß 
oft über ganze Feldreihen hin die Mehrzahl der Pflanzen, wenigstens in den 
oben verästelten Teilen völlig skelettiert. Zwanzig Larven vermögen einen 
kräftigen, belaubten Trieb einer zwei- oder dreijährigen Pflanze schon in 
wenigen Tagen seines Chlorophyllis vollständig zu berauben; die kahlge- 
fressenen Teile starren dann wie dünne, weiße Besenreiser in die Luft. Ein- 
jährige Pflanzen sind am meisten gefährdet. Crioceris asparagi ist also unter 
allen Spargelschädlingen derjenige, der durch seinen Larvenfraß (zu dem 
noch der bescheidenere Käferfraß kommt) den auffälligsten Schaden an der 
Pflanze anrichtet. Von den Spargelbeeren scheinen die Larven der C. aspa- 
ragi nicht zu fressen. 


b. Crioceris viridissima Bryant 

Einzelheiten über den Umfang und die Art der Schädigung von Spar- 
gelpflanzen durch diesen Käfer sind bisher leider nicht bekannt geworden. 
Bei der nahen Verwandtschaft der Art mit Crioceris asparagi kann man in- 
dessen vermuten, daß die Schadwirkung ähnlich der des Spargelhähnchens 
ist. 
c. Crioceris nigropunctata Lacordaire 

Wie schon weiter oben gesagt, wurde diese Art als Spargelschädling 
aus Somaliland gemeldet. Der angerichtete Schaden gleicht durchaus dem 
der europäischen Stammform C. duodecimpunctata. Somit befällt sowohl 
der Käfer als auch seine Larve die Spargelpflanzen (die bisher in Somaliland 
nur wenig kultiviert wurde) derart, daß sie die eben aus dem Boden kom- 
menden Sprosse befressen, die Blätter dagegen weniger angreifen. Bei 
einem vermehrten Spargelanbau in Afrika kann also erwartet werden, daß 
sich der Käfer schließlich sehr unangenehm bemerkbar macht, weshalb ich 
auch hier die Beobachtungen Dingler’s über C. duodecimpunctata anfüge: 

Der Schadfraß der Larve von C. duodecimpunctata ist im Vergleich 
zum Fraß der Larve von C. asparagi als harmloser zu bezeichnen, weil die 
Zwölfpunkt-Larve anscheinend die Spargelbeeren bevorzugt. Sind die 
Beeren erst ausgebildet, so werden die übrigen Teile der Pflanzen offen- 
sichtlich weniger angegriffen. Solange die Früchte aber noch nicht entwickelt 
sind, wird auch vom Zwölfpunkt die gleiche Schadwirkung verursacht, wie 
ich sie bereits für das Spargelhähnchen geschildert habe. Der an den grünen 
Pflanzenteilen angerichtete Schaden äußert sich in der Schwächung des 
Wurzelstockes und damit in den zunehmenden Ernteverlusten der folgen- 
den Jahre. In Kulturen, in denen man die Spargel „blau werden“, d. h. Chlo- 
rophyll bilden und zu diesem Zweck ein Stück weit aus dem Boden schießen 
läßt, tritt eine weitere Schädigung dadurch ein, daß die überwinterten Käfer 


192 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


im Frühling die eßbaren Spargelsprossen annagen und so für den Markt 
unbrauchbar machen. Soweit die Larve sich vorzugsweise von den Beeren 
ernährt, kann sie höchstens der Samenzucht schaden, aber auch das nur in 
geringem Maße. 

Über den Samenfraß der C. duodecimpunctata wird folgendes berich- 
tet: Die aus dem Ei geschlüpfte Larve beginnt nicht sogleich zu fressen, son- 
dern wandert zunächst auf der Wirtspflanze umher (bis zu vier Stunden 
wurden beobachtet), bis sie auf eine geeignete Beere trifft, in die sie sich 
sodann einbohrt. Nach etwa 45 Minuten ist sie völlig in die Beere einge- 
drungen. Zum Einbohren bevorzugt sie eine Stelle entweder unter einem 
Kelchblatt oder zwischen zwei Kelchblättern. Daß das Bohrloch auf diese 
Weise durch das Kelchblatt verdeckt wird, wirkt sich als Schutz für das Tier 
aus. In einer Beere wurde stets nur jeweils eine Larve vorgefunden. Die 
Larve frißt für einige Tage in der befallenen Frucht, verläßt diese dann 
nach der ersten Häutung unter Zurücklassung der leeren Haut und bezieht 
eine neue Beere. Die zweite Häutung erfolgt in der zweiten oder auch schon 
in der dritten befallenen Beere. Nach dieser zweiten Häutung ist das Tier 
bereits so weit herangewachsen, daß es den Inhalt einer Frucht, je nach 
deren Größe, in 24 Stunden oder in noch kürzerer Zeit völlig ausfressen 
kann. Bis zu ihrer vollen Entwicklung vermag eine Larve also vier Beeren 
zu vertilgen. 


d. Lilioceris livida (Dalman) 

Die bisher einzige Meldung über ein Schadauftreten dieser Art stammt 
aus Süd-Nigeria. Im Mai 1912 wurden in Uyo Larven und am 22. Juni 1912 
in Ibadan Larven und Käfer gefunden, die Yamspflanzungen befallen hat- 
ten. Beide Stadien fraßen Blätter und die weichen Teile der Ranken. In vie- 
len Fällen wurden auch die Stengel am Beginn der noch saftigen Triebe 
durchgefressen. Durch diese besonders unangenehme Schädigung, verbun- 
den mit dem Fraß an den Blättern, wurde das Wachstum der Pflanzen er- 
heblich beeinträchtigt. Nach dem Verschwinden der Larven, die sich wahr- 
scheinlich zur Verpuppung in die Erde begeben hatten, erholten sich die 
Pflanzen zwar wieder, es war jedoch bereits ein großer Schaden angerichtet. 
Dem Bericht nach verschwanden die Schädlinge im Juni 1913 wieder. Ein 
erneuter Befall von Yamspflanzen durch L. livida ist mir nicht bekannt ge- 
worden. 


e. Quasilema bilineata (Germar) 

Wie bereits in dem Abschnitt über Fortpflanzung und Entwicklung er- 
wähnt, richtet der Käfer in den Tabakkulturen Südafrikas großen Schaden 
an. Insbesondere wird er durch den Fraß seiner Larve an den Blättern der 
Pflanzen schädlich. Die Imagines dagegen sind nicht so gefräßig, der von 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 193 


ihnen verursachte Blattverlust ist infolgedessen nicht sehr groß. In Saat- 
beeten kann sich der Schaden besonders empfindlich bemerkbar machen. 
Meldungen zufolge wurden hier auf jedem Tabakblatt Dutzende von Lar- 
ven gefunden und durch den Fraß die Hälfte der Pflanzen vernichtet. Auch 
in den Zubereitungsschuppen und sogar noch in Ballen wurde der Tabak 
angegriffen, sofern er noch grün war. 


In erster Linie wird von ©. bilineata der Tabak befallen. Außerdem 
nehmen die Käfer aber noch folgende Futterpflanzen an: Physalis peruviana 
(Kap-Stachelbeere), Ph. minima, Ph. lobata und andere Physalis-Arten, 
ferner Datura stramonium und D. tatula (Stechapfel). Alle diese Pflanzen 
gehören ebenso wie Salpichroa origanifolia (= rhomboidea), auf der der 
Käfer in seinem Heimatlande Argentinien lebt, zu den Solanaceen. Von 
diesen aufgeführten Futterpflanzen ist jedoch keine in Süd-Afrika heimisch. 
Als Wirtspflanze für den Käfer scheinen nicht alle Nachtschattengewächse 
geeignet zu sein. Tomate, Kartoffel, Spanischer Pfeffer, Solanum melongena, 
S. aculeatissimum, S. auriculatum und zwei weitere Solanum-Arten sowie 
Cestrum aculeata wurden nach van der Merve von den Tieren verschmäht. 
Pflanzen der Datura stramonium, die innerhalb von Kartoffelfeldern stan- 
den, wurden durch den Käfer fast völlig ihrer Blätter beraubt, während die 
Kartoffelstauden ringsum kaum von den Tieren angerührt wurden. Von 
anderer Seite wird berichtet, daß die Käfer jedoch auch Kartoffelpflanzen 
annehmen. Der angerichtete Schaden war allerdings gering. Der Befall der 
Wirtspflanzen scheint von Fall zu Fall zu wechseln. So wurden in Piet Retief 
Physalis- und Datura-Pflanzen, die in der Nähe stark befallener Tabak- 
felder standen, von den Käfern praktisch nicht angenommen, während die 
an der gleichen Stelle stehende Nicandra physaloides noch stärker befallen 
war als die Tabakstauden. 


In Süd-Afrika war der Käfer bisher über Transvaal, Natal, Oranje und 
die Kap Kolonie verbreitet. Es wird vermutet, daß die erste Einschleppung 
während des Burenkrieges erfolgt ist, und zwar durch in den Tabakballen 
überwinternde Weibchen. Erstmals wurde der Käfer 1911 in Natal beob- 
achtet, dann 1913 in Cedara (Natal), 1915 in Ixopo Division (Natal), im Fe- 
bruar 1915 in Swinburne (Oranje), im April 1915 in Tarkastad (Kap Pro- 
vinz), zur gleichen Zeit, jedoch wahrscheinlich schon länger anwesend, bei 
Malvern (Durban), 1917 bei Rietvlei, Mooi River District, wo das Tier 
bereits fünf Jahre vorher schädlich auftrat, 1919 in Wakkerstroom und 
Swaziland, 1920 in der Nähe von Bathurst und bei Middelburg (Transvaal), 
ferner bei East London (Kap Provinz), in Verulam und Unkomaas (Natal), 
1921 in Bathurst (Kap Provinz). 


Dürre wirkt sich auf die Entwicklung der Käfer nachteilig aus, feuchter 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 13 


194 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


Boden und niederschlagsreiche Witterung begünstigen sie. Es ist deshalb zu 
hoffen, daß sich der Schädling in trockeneren Gebieten nicht so stark aus- 
breitet. 


9. Bekämpfungsmethoden. 


Für die Bekämpfung der Spargelkäfer (Crioceris asparagi, C. viridis- 
sima und C. nigropunctata) dürften die Vorschläge Dingler’s, wenn sie auch 
auf deutschen Verhältnissen basieren, im großen und ganzen ebenso auf die 
Tropen anwendbar sein. 

Danach ist im kleinen das Absammeln der Schädlinge besonders zu 
Beginn ihres Auftretens zu empfehlen und in seiner Wirksamkeit nicht zu 
unterschätzen. Durch Zuhilfenahme von Fangvorrichtungen (trichterförmige 
Blechgefäße usw.) läßt sich diese Art der Bekämpfung wirksamer machen. 
Wo es tunlich erscheint, wird Hühnereintrieb empfohlen. Durch Schonung 
der Coccinelliden, die den Crioceris-Larven eifrig nachstellen, ist eine biolo- 
gische Bekämpfung anzustreben. Parasiten der Schädlinge sind zwar vor- 
handen, haben aber (in Deutschland) keine wirtschaftlich fühlbare Bedeu- 
tung. Das gleiche gilt von den insektenfressenden Vögeln. Die Spinnen sind 
dem Wirtschaftszweck eher abträglich als nützlich, weil es sich bei ihren 
Beuteobjekten nach deutschen Erfahrungen um indifferente Arten, zu einem 
weiteren Teil um ausgesprochene Nützlinge (Coccinelliden usw.) handelt. 
Da den Käfern vielfach das alte Spargelkraut als Schlupfwinkel während 
der vegetationslosen Periode dient, werden mit dessen sorgfältiger Vernich- 
tung auch die Schädlinge wirksam bekämpft. 

Wenn, wie einige Autoren annehmen, die Larven der C. duodecim- 
punctata und in Afrika dementsprechend die der C.nigropunctata aus- 
schließlich oder wenigstens in einer Generation ausschließlich in den Beeren 
der Spargelpflanzen leben, so könnte man den Käfern durch Anbau nur 
männlicher Pflanzen eine wesentliche Lebensbedingung entziehen und damit 
eine Maßnahme ergreifen, die sich speziell gegen diesen Schädling richten 
würde. Unter deutschen Verhältnissen mißt Dingler dieser Maßnahme aller- 
dings keinen praktischen Wert bei, weil „eine derartige Ausschaltung von 
C. duodecimpunctata auf Grund allgemein-ökologischer Erfahrung zweifel- 
los durch eine desto stärkere Vermehrung des anderen Spargelkäfers (C. 
asparagi) kompensiert würde“. 

Im Großbetrieb muß sich jedoch zu dem oben erwähnten Verfahren 
eine direkte Bekämpfung mit chemischen Mitteln gesellen, die in mannig- 
facher Auswahl und Anwendungsmöglichkeit erhältlich sind. Unter euro- 
päischen Verhältnissen macht es dadurch keine Schwierigkeit, diese Schäd- 
linge in erträglichen Grenzen niederzuhalten. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 195 


10. Literaturverzeichnis zum allgemeinen Teil 


I. Allgemeine Morphologie 

Böving, A. G. & Craighead, F. C., 1931, An Illustrated Synopsis of the Prin- 
cipal Larval Forms of the Order Coleoptera (Brooklyn). 

Eidmann, H., 1941, Lehrbuch der Entomologie (Berlin). 

Lacordaire, M. Th., 1845, Monographie des Coleopteres subpentameres de 
la famille des Phytophages, Tome I (Brüssel, Leipzig, Paris). 

Weise, J. 1893, Naturgeschichte der Insekten Deutschlands, begonnen von 
Dr. W. F. Erichson, I. Abteil. Coleoptera, 6. Band (Berlin). 


II. Stridulations-Apparate 

Baier, L. J., 1980, Contribution to the physiology of the stridulation and 
hearing of insects. Zoolog. Jahrbuch XLVII, Abtlg. für allgemeine Zoologie 
und Physiologie, Jena. 

Dingler, M., 1934, Über unsere beiden Spargelkäfer (Crioceris duodecim- 
punctata (L.) und C. asparagi (L.)). Z. f. angew. Ent. XXI, Heft 3, p. 420. 
Dudich, E., 1920, Über den Stridulations-Apparat einiger Käfer. Ent. Bl. 
XVI, p. 146. 

Haller, G., 1874, Über einige bis jetzt weniger bekannte Tonapparate der 
Insekten. Der Zool. Garten, p. 106, Frankfurt/M. 

Landois, H., 1874, Tierstimmen (Freiburg i. Br.). 

Prochnow, O., 1907, Die Lautapparate der Insekten. Ein Beitrag zur Zoo- 
physik und Deszendenz-Theorie (Guben). 


II. Eischalensprenger 

Emden, van, F., 1925, Zur Kenntnis der Eizähne der Arthropoden, insbe- 
sondere der Coleopteren. Z. f. wissensch. Zool. CXXVI, p. 622. 

Heymons, R., 1926, Über Eischalensprenger und den Vorgang des Schlüp- 
fens aus der Eischale bei den Insekten. Biolog. Zbl. XLVI, p. 51 

Lengerken von, H., 1926, Über Eischalensprenger bei Insekten. Der Natur- 
forscher III, p. 113, f. 11. 


IV. Verhalten, Entwicklung, Schädlichkeit, 
Bekämpfung 

Bryant, G. E., 1922, Some new injurious Phytophaga from Africa. Bull. of 

Ent. Research, London, p. 473, £.1. 

Chiaromonte, A., 1933, Considerazioni entomologiche sulla coltura delle 

plante ortensi nella Somalia Italiana. Agric. colon. XXVII, p. 528. 

Dingler, M., 1934, Die Tierwelt des Spargelfeldes. Z. f. angew. Ent. XXI, 

p. 291. 

Dingler, M., 1934, Über unsere beiden Spargelkäfer, Crioceris duodecim- 

punctata (L.) und C. asparagi (L.). Z. f. angew. Ent. XXI, p. 415. 


196 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


Dingler, M., 1935, die Bekämpfung der tierischen Spargelschädlinge. Z. £. 
angew. Ent. XXII, p. 295. 

Dingler, M., 1935, Über die Lebensweise und Bekämpfung der Spargel- 
feinde aus dem Tierreich. Nachr. über Schädlingsbekämpf. 2, p. 1. 

Frers, A. G., 1918, Metamorfosis de la „Lema bilineata Germar“. Physis, 
Buenos Aires, IV, p. 336. 

Lounsbury, C. P., 1926, The continuous war against insects. (Farming in 
South Africa) p. 336. 

Marelli, C. A., 1927, Importancia de investigar en la Argentina los parasitos 
de Lema bilineata Germar. Convertida en peste de las plantaciones de 
tobaco en Sud Africa y su posible aclimataciön en aquellos Estados. Revista 
de la Sociedad Ent. Argentina, 4, p. 47. 

Naude, T. J., 1929, Insect pests of Cotton and Tobacco in South Africa. Pan- 
Afr. Agric. Vet. Conf., Pretoria, Papers Agric. Sect., p. 255. 

Peacook, A. D., 1913, Entomological Pests and Problems of Southern Nige- 
ria. Bull. of Ent. Research, London, IV, 1913-1914, p. 191, Plate XXIV, f£. 7. 
van der Merve, C.P., 1921-1925, The Tabacco Slug (Lema bilineata Ger- 
mar). J. of Dep. of Agricult., Pretoria, II, 1921, p. 28, p. 113, p. 303, p. 400; 
IV, 1922, p. 301, p. 400; VI, 1923, p. 118, p. 289; X, 1925, p. 379. 

The Tobacco Slug. Rhodesia Agricult. J. Salisbury, XIX, Nr. 2, April 1922, 
p. 130. 


II. Spezieller Teil 


Einleitung 


Unter Afrika ist in der vorliegenden Arbeit nur der allgemein als „Äthio- 
pische Region“ verstandene Teil des schwarzen Erdteils gemeint. Es sind 
also hier die an das Mittelmeer angrenzenden Teile, die ja zoogeographisch 


sowieso zur paläarktischen Region gerechnet werden, unberücksichtigt ge- 


blieben. Ferner habe ich Madagaskar und die benachbarten Inseln nicht be- 
handelt, da sie auch bezüglich der Criocerinen eine durchweg endemische 
Fauna beherbergen und als eine eigene Region bezeichnet werden. Außer- 
dem steht aus diesem Gebiet verhältnismäßig wenig Material zur Verfü- 
gung, und infolgedessen ist die Unklarheit über viele der dort vorkommen- 
den Arten besonders groß. 

Bei meinen Untersuchungen und insbesondere bei den hier folgenden 
Art-Diagnosen, die ich fast sämtlich nach dem Augenschein neu angefertigt 
habe, benutzte ich ein Binokular mit 30facher Vergrößerung. Ich erwähne 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 197 


dieses, weil die Erkennung der Oberflächenskulptur mit dem Grad der Ver- 
größerung parallel ansteigt, und demzufolge ein beispielsweise bei gerin- 
gerer Vergrößerung noch vollkommen glatter Halsschild bei stärkerer Ver- 
größerung oft schon Spuren von Punktierung zeigt. Bei Angaben wie „nur 
schwer erkennbar“ ist also die von mir benutzte Lupenstärke zu berück- 
sichtigen. 


1. Übersicht der Tribus und Gattungen 


Die Unterfamilie der Criocerinae zerfällt in drei natürliche Gruppen, 
die in der nachstehenden Aufstellung als Triben bezeichnet sind und sich 
insbesondere durch die Klauenbildung unterscheiden. 

A. Pseudocriocerini — Klauen einander zangenförmig gegenübergestellt. 

B. Criocerini — Klauen nebeneinandergestellt, am Grunde frei. 

C. Lemiini — Klauen nebeneinandergestellt, am Grunde mitein- 
ander verwachsen. 

In dem Bemühen, eine bessere Übersicht über die große Artenzahl zu 
gewinnen, habe ich eine Anzahl von Gattungen akzeptiert oder früher neu 
begründet, obgleich hiervon einige bei Anlegung eines schärferen Maßstabes 
vielleicht nur den Wert einer Untergattung oder nicht einmal dieser haben. 
Solange jedoch nicht sämtliche Criocerinen der Welt kritisch bearbeitet sind 
(und hiermit wird es wohl noch gute Weile haben), bin ich der Meinung, daß 
die Beurteilung dieser Gruppe in Bezug auf ihre generische Wertigkeit 
zurückzustellen ist. Bis dahin aber werden die jetzt aufgestellten Gattungen 
ihren Dienst tun, uns die Übersicht in dem großen Artenreichtum zu erleich- 
tern. Insbesondere die Gruppen Trichonotolema und Atactolema, die auf 
Grund der Behaarung der Flügeldecken bzw. des Vorhandenseins über- 
zähliger Punktreihen auf den Elytren von mir gegründet wurden, werden 
später daraufhin zu prüfen sein, ob diese Merkmale spezifischer Art sind 
oder einen Gattung- bzw. Untergattung-begründenden Wert besitzen. Es 
ist durchaus möglich, daß es sich dabei nur um einen „Isomorphismus“, d.h. 
morphologischen Entwicklungs-Parallelismus im Sinne Wagner’s handelt 
(vergl. Einleitung zur Monographie der paläarktischen Ceutorrhynchinae; 
Ent. Bl. XXXIV, 1938, p. 145). Um hierüber endgültig urteilen zu können, 
muß man meines Erachtens aber abwarten, bis die Criocerinen der übrigen 
Welt durchgearbeitet sind. Die Diagnosen der früheren Autoren kann man 
jedenfalls nicht ohne weiteres zu Rate ziehen, denn selbst Lacordaire, dem 
man doch wohl mit Recht nachsagen kann, Beschreibungen von minutiöser 
Genauigkeit geliefert zu haben, ist es nicht aufgefallen, daß den jetzt unter 
Bradylema zusammengefaßten Arten die abgekürzte Punktreihe auf den 
Flügeldecken neben dem Schildchen fehlt. 


198 


Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


Die in Afrika vertretenen Gattungen der Criocerinen lassen sich in 
folgender Weise übersehen: 


1(2) 


10:63) 


11 (16) 
12 (15) 


Klauen einander zangenförmig gegenübergestellt, Klauenglied die 
Lappen des 3. Tarsengliedes kaum überragend (Abb. 10a, b), Vor- 
derbrust zwischen den Hüften schmal sichtbar. 
(Pseudocriocerini) 
Nur eine Gattung. 
Pseudocrioceris Pic 
Klauen einander nicht zangenförmig gegenüber-, sondern neben- 
einandergestellt; Klauenglied weit über die Lappen des 3. Tarsen- 
gliedes hinausragend (Abb. 8, 9, 10c). Vorderbrust zwischen den 
Hüften nicht sichtbar. 
Klauen am Grunde getrennt (Abb. 10c). 
(Criocerini) 
Stirn zwei kammartige Erhöhungen bildend, die nach vom zur 
Mitte zusammenführen und vorn steil, zum Scheitel allmählich 
abfallen. 
Sigrisma Fairmaire 
Stirn nicht kammartig ausgebildet. 
Stirnerhöhung stark erhaben, dreieckig; in den Hinterecken kräf- 
tige, nach außen und oben weisende Höcker bildend. Halsschild an 
den Seiten zumeist eckig vorgewölbt (Abb. 5b). 
Elisabethana Heinze 
Stirnerhöhung dreieckig oder herzförmig, höchstens mäßig ge- 
wölbt; in den Hinterecken keine Höcker bildend. Halsschild an den 
Seiten nicht eckig. 
Stirn flach, ohne Absatz in den Scheitel übergehend. Hals hinter 
den Augen mäßig tief eingeschnürt. Halsschild an den Seiten sehr 
schwach vorgewölbt oder fast parallel (Abb. 2b). 
Crioceris Geoffroy 
Stirnerhöhung schmal dreieckig bis herzförmig, zum Scheitel durch 
eine rundliche Querfurche begrenzt. Hals hinter den Augen sehr 
tief spitzwinklig eingeschnürt. Halsschild an den Seiten nahe der 
Mitte mehr oder weniger tief rundlich verengt. 
Lilioceris Reitter 
Klauen am Grunde verwachsen (Abb. 11). 
(Lemiini) 
Flügeldecken mit nur zehn ganzen Punktreihen. 
Stirn mäßig gewölbt; mittlere Erhabenheit nicht höher als die 
durch Schrägfurchen abgetrennten Seitenstreifen. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 199 


13 (14) 


14 (18) 


15 (12) 


23 (26) 


24 (25) 


25 (24) 


26 (23) 


Letztes Palpenglied quer. Fühler kräftig, vom 5. Glied an erwei- 
tert und deutlich abgeflacht. 
Bradylemoides Heinze 


Letztes Palpenglied länglich. Fühlerglieder nicht abgeflacht. 
Bradylema Weise 


Erhabenheit der Stirn stark nach vorn gewölbt; Seitenstreifen der 
Stirn gegenüber der Stirnerhöhung vertieft. Kleine, höchstens 4 mm 
lange Tiere. 

Mimolema Pic 


Flügeldecken mit zehn ganzen Punktreihen und außerdem mit 
einer abgekürzten Reihe neben dem Schildchen. 


Flügeldecken behaart. 
Trichonotolema Heinze 


Flügeldecken unbehaart. 
Flügeldecken im hinteren Teil mit überzähligen Punktreihen zwi- 
schen den normalen Reihen. 

Atactolema Heinze 


Flügeldecken ohne überzählige Punktreihen im hinteren Teil. 
Halsschild an den Seiten ungefähr in der Mitte mehr oder weniger 
tief verengt oder ausgehöhlt (Abb. 4). 

Lema Fabricius 


Halsschild nicht in der Mitte, sondern unmittelbar vor der Basis 
seitlich eingeschnürt; davor mehr oder weniger stark bis fast kugel- 
förmig gewölbt, oder die Seiten fast parallel, ohne Einschnürung 
(Abb. 6). 
Halsschild oberseits gewölbt, mehr oder weniger kugelförmig 
(Abb. 6a); Flügeldeckenspitze neben der Naht ohne Einschnitt. 
Halsschild nie mit einer einzelnen Längsreihe von Punkten in der 
Mitte, sondern entweder mit mehreren Reihen oder mit keiner. 
Klauen an der Spitze mehr oder weniger schräg zugespitzt. 
Hapsidolema Heinze 


Halsschild mit einer einzelnen Längsreihe von Punkten in der 
Mitte. Klauen an der Spitze fast waagerecht abgestutzt (Abb. 11b) 
Xoidolema Heinze 


Halsschild oberseits stark abgeflacht, an den Seiten fast parallel, vor 
der Basis kaum verengt, Vorderrand manchmal einen Halbkreis 
bildend (Abb. 6b). Flügeldecken schmal und langgestreckt, an der 
Spitze neben der Naht mit einem kleinen Einschnitt. 

Incisolema Pic 


200 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


2. Beschreibung der Gattungen und Arten 
A. Pseudocriocerini 
a. Pseudocrioceris Pic 

(= Brachydactyla Lacordaire) 
Pic, (Pseudocrioceris) 1916, Melanges Exot. Ent. XIX, p. 3 
Bryant, 1924, Ann. Mag. Natur. Hist. (9) XIII, p. 300 
Crowson, 1953, Ent. month. Mag. 89, p. 195 
Crowson, 1955, The natural classification of the families of Coleoptera. p. 187 
Monrös, 1958, Boletin Acad. Cienc., Cordoba (R. A.) 40, p. 171 
Monrös, 1959, Los generos de Chrysomelidae. p. 139, 166 
Lacordaire, (Brachydactyla) 1845, Monogr. Phytophag. I, p. 599 
Lacordaire & Chapuis, 1874, Gen. Col. X, p. 77 
Jacoby & Clavareau, 1904, Gen. Ins., Fasc. 23, p. 2 
Heinze, 1935, Ent. Bl. XXXI, p. 185, f. 1, 2 

Von Monrös wurde der alte Gattungsname Brachydactyla als Homo- 
nym erkannt und eingezogen und diese Gattung dafür mit dem Namen der 
von Pic aufgestellten Untergattung Pseudocrioceris belegt. 

Gestalt verhältnismäßig breit und flach. Kopf nur wenig nach unten 
geneigt, nicht oder nur verloschen punktuliert oder gerunzelt. Erhabenheit 
der Stirn nur schwach ausgebildet, dreieckig, in der Mitte meist mit 
einem Längsgrübchen; vorn nicht ganz rechtwinklig zugespitzt, gegen den 
Scheitel nicht oder kaum abgesetzt; Seitenstreifen der Stirn durch zwei 
mäßig tiefe Frontalnähte, die um die Augen herumlaufen, gegen die Stirn- 
mitte geschieden. Augen mäßig bis stark gewölbt, rundlich oder länglich; 
dem Kopf auf einem ziemlich hohen oder nur niedrigen Sockel angefügt; 
neben den Fühlern mit dreieckigem Ausschnitt. Kopfschild vorn ziemlich 
gerade abgeschnitten. Oberlippe in kleinem oder größerem Bogen ausge- 
randet. Letztes Glied der Maxillartaster länglich, zugespitzt, doppelt so lang 
wie an der dicksten Stelle breit. 

Fühler kräftig, kurz, die Halsschildbasis nur wenig überragend; 
Glieder zylindrisch, vom 5. Glied an verdickt, dicht punktiert und pubeszent; 
von den vier ersten Gliedern ist das 2. das kürzeste (kürzer als breit), das 
3. mindestens doppelt so lang wie das 2., das 4. etwas kürzer als das 3.; oder 
das 3. und 4. Glied sind annähernd gleich lang, jedes etwa 1'/amal so lang 
wie das 2. 

Halsschild verhältnismäßig klein, subquadratisch oder quer; an 
den Seiten leicht nach außen gewölbt oder im hinteren Teil schmaler als 
vorn; ohne deutliche Querfurche vor der Basis, aber meist mit schwachen 
Vertiefungen verschiedener Art (Abb. 2a). 

Schildchen bei den mir bekannten afrikanischen Arten ungefähr 
ein halbes Oval bildend, unbehaart, unpunktiert. Flügeldecken breit, 
an den Seiten parallel oder hinter der Mitte bauchig erweitert; an der Spitze 


u — 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 201 


in weitem Bogen gemeinsam abgerundet, hinten an der Naht einzeln leicht 
abgerundet oder neben ihr leicht ausgeschnitten; Oberseite ziemlich flach, 
mit zehn ganzen Punktreihen und einer abgekürzten am Schildchen. Epi- 
pleuren von vorn nach hinten allmählich verschmälert. 

Körper auf der Unterseite flach; Abdomen gleichmäßig oder nur 
der Hinterrand jedes Segmentes fein behaart; Seitenteile der Mittel- und 
Hinterbrust sowie die Vorderbrust mäßig dicht bis dicht behaart, alles übrige 
nur spärlich oder gar nicht behaart. Vorderhüften schmal bis undeutlich 
getrennt, Mittelhüften mäßig voneinander entfernt, Hinterhüften weit aus- 
einanderstehend. Mittelbrust zwischen den Hüften hinten gerade abgestutzt. 
Vorderer Fortsatz des ersten Abdominalsegmentes vorn rundlich zugespitzt 
oder ziemlich breit gerundet; dieses Segment etwa ebenso lang wie die bei- 
den folgenden zusammen oder etwas kürzer (Abb. 7b). 

Beine kurz, kräftig; Schenkel leicht verdickt, untereinander wenig 
verschieden; Schienen gerade, Tarsen kurz; das Klauenglied nicht oder nur 
wenig über das tief gelappte dritte Glied hinausragend; Krallen an den 
äußeren Ecken des Klauengliedes eingefügt und sich zangenförmig einander 
gegenüberstehend (Abb. 10a, b). 

Gattungstypus: Crioceris discoidea Gu£rin aus Java. 

Über die Biologie der Arten, die in den Sammlungen verhältnismäßig 
selten vertreten sind, ist bisher nichts bekannt geworden. Der gesamte Kör- 
perbau läßt aber den Schluß zu, daß die Tiere nicht zu den stengelumklam- 
mernden gehören, sondern auf der Oberfläche von Blättern leben. Sowohl 
die lache Unterseite des Körpers als auch die Stellung der Krallen befähigen 
sie jedenfalls hierzu ganz besonders. 


Orientierungstabelle zu Pseudocrioceris 
Oberseite gänzlich ziegelfarbig bis gelbbraun. 


(4) 

(3) Oberschenkel gelbbraun mit schwarzer Spitze. annulipes (Pic) 

(2) Oberschenkel einfarbig rotbraun. brachydactylus Monrös 
) 


Wenigstens die Flügeldecken an der Naht, der Spitze und am Außen- 
rand schwarz. 


9 (8) Die ersten vier Fühlerglieder deutlich schlanker als die folgenden. 
Halsschild hinten verschmälert (Abb. 12). Flügeldecken fein bis mäßig 
gereiht punktiert. 


6 (7) Flügeldecken fein gereiht punktiert. Halsschild vorn stark verbreitert, 
ohne Reihenpunktierung in der Mitte. Unterseite, Beine, Kopf und 
Halsschild rötlich, Flügeldecken schwarz. 

fulvicollis (Bryant) 


202 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


eo 


7 (6) Flügeldecken ziemlich kräftig punktiert. Halsschild vorn mäßig stark 
erweitert, mit zwei feinen Punktreihen in der Mitte. Fühler, Unter- 
seite und Beine schwarz; Halsschild gelblich; Flügeldecken gelblich 
mit schwarzer Spitze und Naht und mit schwarzem Außenrand (Abb. 
12, 13a, b); oder auch die Flügeldecken im ganzen schwarz (Abb. 18c); 
oder Flügeldecken und Halsschild gleichfalls schwarz, gelbbraun blei- 
ben allein Oberlippe und Stirn (Abb. 13e). 
de wittei n. sp. Heinze 
Basalglieder der Fühler fast so dick wie die folgenden. Halsschild 
hinten nicht verschmälert (Abb. 2a). Flügeldecken sehr grob gereiht 
punktiert. Gelblich, Flügeldecken kaffeebraun bis schwarz. 
elisabetha (Heinze) 


00 
SG 


1. Pseudocrioceris annulipes (Pic) 
Pic, 1913, Melanges Exot. Ent. V, p. 20 (Brachydactyla) 
Heinze, 1935, Ent. Bl. XXXI, p. 186 (Brachydactyla) 

Die Art ist mir unbekannt. Nach der Beschreibung muß sie aber skulp- 
turell der P. elisabetha (Heinze) ziemlich ähnlich sein. Der Autor gibt fol- 
gende Beschreibung: 

«Nitidus, fere glaber, testaceus, antennis pedibusque pro maxime parte 
nigris, femoribus testaceis, apice nigris. 

Tete plus &troite que le prothorax; antennes robustes, noires avec les 
premiers articles teintes de roux en dessous; prothorax court et assez large, 
bien plus &troit que les Elytres, multiimpressionne en dessus; Elytres courts 
et larges, ä &paules arrondies, courtement retrecis au sommet, faiblement 
stries avec les stries ponctu6s de points larges et profonds; pattes tres robus- 
tes. Long. 8 mill. Zanguebar. 

Differe de B. microdera Lac. par la forme du prothorax, les antennes plus 
epaisses, les cuisses bicolores, etc.» (Pic) 
Type wahrscheinlich im Pariser Museum, Sammlung Pic. 


2. Pseudocrioceris brachydactylus Monrös 


Monrös, 1958, Boletin Acad. Cienc., Cordoba (R. A.) 40, p. 172 

Die Art, die nur nach einem Einzelexemplar beschrieben worden ist, 
ist mir gleichfalls unbekannt. Sie scheint der vorhergehenden Art sehr ähn- 
lich zu sein, unterscheidet sich von den nachfolgenden Spezies aber deutlich 
durch ihre Färbung und durch die Form des Halsschildes. Der Autor gibt 
folgende Beschreibung: 
„Congo belga, Stanleyville, 1 holötipo en col. Monrös, ex Mouchamps. 
7,6X 3,3 mm; largo antenal 2,8 mm. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 203 


De color fulvo, con la cabeza, las patas y los cuatro antenitos basales 
ferrugineos; antenitos 5-11, tarsos y mancha pronotal lateral de bordes mal 
.definidos, negro piceo. Brillo moderado. 

Forma menos ancha y algo mäs convexa que en las otras especies. 

Cabeza alargada, con los surcos cruzados bien impresos, la escotadura 
‘ocular angular y poco profunda y la superficie lisa y moderadamente bril- 
lante. Antenas algo mäs largas que cabeza y pronoto, engrosändose hacia al 
äpice, con 4 antenitos basales glabros y brillantes y el resto subopaco y 
pubescente. Escapo subglabosa; pedicelo subeilindrico corto; antenitos 3-6 
‘obcönicos, 6 transverso, los precedentes poco mäs largos que anchos, los 
siguientes cilindricos transversos con excepciön del ültimo que termina en 
un cono obtuso y es algo mäs largo que el precedente. 

Pronoto de diämetros subiguales y ängulos romos, ligeramente con- 
strenido en la mitad de los lados, con una impresiön punctiforme poco 
aparente delante de la base y el ersto de la superficie impunteado y algo 
brillante. 

Elitros mucho mäs anchos que el pronoto, de lados subparalelos en los 
3/4 basales y luego anchamente redondeados en comün. Sin impresiones y 
‚con las lineas de puntos regulares y medianamente impresas. 

Patas robustas. Tarsos anchos y con el ültimo tarsito sobresaliendo 
apenas del tomento plantar del tercero. 

Observationes: Esta especie se distingue de Ps. fulvicollis (Bryant) y 
Ps. elisabetha (Heinze) por su cara dorsal unicolor. De Ps. annulipes (Pic) y 
Ps. microdera (Lacordaire), ambas unicolores, se separa por el pronoto im- 
punteado y sin impresiones. De Ps. annulipes, ademäs, por el äpice femoral 
no oscurecido y de Ps. microdera por la puntuaciön elitral mäs superficial 
y los tarsos mäs anchos.“ 

Type wahrscheinlich im Smithsonian Institution U. S. Nat. Mus., Wash- 


ington. 


3. Pseudocrioceris fulvicollis (Bryant) 


Bryant, 1924, Ann. Mag. Natur. Hist. (9) XIII, p. 299 (Brachydactyla) 
Heinze, 1935, Ent. Bl. XXXI, p. 187, Fig. 3 (Brachydactyla) 


Rötlich; Flügeldecken, Fühlerglieder 5 bis 11 und die Tarsen schwarz. 

Stirndreieck flach, äußerst verloschen mikroskopisch punktuliert; 
am Übergang zum Scheitel mit einem kleinen Längsgrübchen; Seitenstrei- 
fen der Stirn grob punktiert und pustuliert, im oberen Teil an den Innen- 
seiten zu den Frontalnähten leicht emporgewölbt. Augen auf einem 
hohen Sockel dem Kopf angefügt und hierdurch stark vorstehend. 


204 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


Fühler robust, die Halsschildbasis wenig überragend; Glied 1 oval, 
2 quer, 3 länglich und mindestens doppelt so lang wie 2; Glied 4 wenig 
länger als breit, 5 bis 11 erweitert, annähernd quadratisch; 1 bis 4 rötlich 
oder mehr oder weniger angedunkelt. 

Halsschild an den Außenkanten des Vorderrandes nach hinten 
abgeschrägt; in den Vorderwinkeln etwas breiter als die Augen, dahinter in 
der vorderen Hälfte parallel, dann plötzlich verschmälert und bis zu den 
Hinterecken wiederum ziemlich parallel; Oberseite leicht matt, vor der Basis 
mit einem schwachen Quereindruck; davor ragt die Seitenverengung etwas 
auf die Scheibe herauf und verursacht jederseits der Mitte eine schwache 
Vertiefung. 

Schildchen halboval. Flügeldecken an den Seiten parallel, 
hinten gemeinsam breit abgerundet, an der Naht einzeln abgerundet; Ober- 
seite flach, ohne jeden Quereindruck hinter dem Schildchen; Schulterfurche 
flach; Punktreihen fein, regelmäßig, auch hinten nicht rinnenartig vertieft. 

Unterseite auf dem Abdomen und der Vorderbrust mäßig, auf 
den Seitenlinien der Mittel- und Hinterbrust dicht behaart, sonst unbehaart. 
Tarsen breit, Klauenglied etwas über das dritte Glied hinausragend. 

In der Ausfärbung können abweichend die Flügeldecken an der Naht 
aufgehellt sein. 

Länge 8 mm, Breite 3,5 mm. 
Vorkommen: Westafrika: Insel San Thome. 
Type im British Museum (N. H.), London. 


4. Pseudocrioceris de wittei n. sp. Heinze (Abb. 12) 


Schwarz oder schwarzbraun. Mundteile, Stirn, bei einigen Exemplaren 
auch die Halsoberseite, der Halsschild, der größte Teil der Flügeldecken und 
einige Flecken auf der Unterseite der Vorderbrust vor den Vorderhüften 
bräunlichgelb. Halsschild mit schmal dunkelbraun bis schwarz gesäumtem 
Vorder- und Hinterrand (Abb. 13a); oft jederseits der Mitte mit je einem 
verwaschenen, bräunlichen Längsfleck; weiterhin kann in der Mitte der hin- 
teren Hälfte ein bräunlicher Längsstrich oder vor der Basis ein Querstrich 
auftreten (Abb. 13b). Schildchen schwarz, schwarzbraun oder gelbbraun mit 
dunklen Rändern. Flügeldecken mit schwarzer Zeichnung der Nahtkante, des 
Außenrandes bis zur letzten Punktreihe, der Epipleuren und der Spitze in 
geringer Ausdehnung (etwa !/s der Länge der Flügeldecken). 

Stirnerhabenheit schwach vorhanden, dreieckig; an den Außen- 
rändern spärlich punktiert und schwach kurz behaart; am Hinterrand leicht 
aber deutlich zum Scheitel abgesetzt (was bei den andern afrikanischen 
Arten der Gattung nicht zutrifft), hier in der Mitte mit einem kurzen Längs- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 205 


grübchen versehen; die hinteren Außenecken scharfrandig hervortretend 
und wie der Stirnseitenstreifen an dieser Stelle leicht emporgehoben. Seiten- 
streifen dicht grob punktiert. Augen auf einem mäßig hohen Sockel dem 
Kopf angefügt, neben den Fühlern mit breit dreieckigem Ausschnitt. 


Abb. 12: 
Pseudocrioceris de wittei 
n. sp. Heinze 


Fühler robust; Glieder 1 bis 4 glänzend, 5 und folgende pubeszent 
und breiter als die Basalglieder; Glied 1 eiförmig, 2 kürzer als breit, 3 birn- 
förmig, 4 so breit wie lang, 5 ungefähr so lang wie breit, 6 bis 10 kürzer 
als breit. 


Halsschild in der vorderen Hälfte seitlich leicht vorgewölbt, da- 
hinter etwas verschmälert und annähernd parallel; Basalfurche sehr schwach; 
Scheibe manchmal vorn mit undeutlichen Eindrücken; Punktierung ziemlich 
fein und schwach und sehr spärlich vorhanden, bestehend aus je einer 
Gruppe in den Vorderecken und zwei Längsreihen über die Mitte (aus 
höchstens je 7 Pünktchen gebildet); die übrige Oberfläche ziemlich glänzend 
und nur sehr undeutlich und spärlich punktiert. 


Flügeldecken mit mäßig starken, regelmäßigen Punktreihen; 
Zwischenräume zwischen den Reihen kaum erkennbar chagriniert. 


Auf der Unterseite sind die Seitenteile der Mittel- und Hinter- 
brust ziemlich dicht, das Abdomen ein wenig schwächer gelblich behaart. 


206 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


Anden Beinen sind die Klauenglieder der Tarsen so kurz, daß sie kaum 
aus den Lappen des letzten Gliedes hervorsehen. 

Neben der Normalform treten sehr häufig aberrante Formen auf (Ver- 
hältnis der Normal- zur Aberrationsform etwa wie 2 : 3) mit folgenden Fär- 
burgsmerkmalen (Abb. 13): 


a b c d e 


Abb. 13: Variation der Halsschild- und Flügeldeckenzeichnung 
bei Pseudocrioceris de wittei n. sp. Heinze. 


a) Wie die Nominalform, die Flügeldecken aber im ganzen schwarz 
(Abb. 18c). 

b) Wie unter a), die dunkle Zeichnung des Halsschildes aber wird kräftiger 
und dehnt sich weiter aus, so daß nur noch einige gelblichbraune Flek- 
ken bleiben (Abb. 13d). 

c) Wie unter a), der Halsschild aber wird gleichfalls ganz schwarz; gelb- 
braun bleiben nur die Stirn und die Oberlippe (Abb. 13e). 

Länge 6-7,5 mm; Breite 2,8-3 mm. 

Eine in der Färbung sehr variable Art, die in naher Verwandtschaft zu 
P. fulvicollis (Bryant) steht. Sie ist jedoch etwas schlanker als diese und auf 
den Flügeldecken viel kräftiger punktiert, wenn auch nicht so grob wie 
P. elisabetha (Heinze). 

Vorkommen: Kongo: Rutshuru, Vuhovi. 

Es liegt eine Serie von 35 Exemplaren vor. Davon sind 19 Tiere aus dem 
Inst. Royal Sci. Natur. Belgique (Parc Nat.), Brüssel, gesammelt von G.F. 
de Witte in Rutshuru am 25. X. 1933, 19./25. X. 1934 und 7./24. VI. 1935 
(6 Tiere der Nominatform, 9 der ab. a, 4 der ab. c). 16 Tiere kommen aus 
dem Mus. Royal Afrique Centr., Tervuren, gesammelt von H. J. Bredo in 
Vuhovi am 21. VII. 1935 (2 Tiere der Nominatform, 2 der ab.c) und von 
]. Ghesquiere in Rutshuru im Mai und Dezember 1937 und im März 1938 
(5 Tiere der Nominatform, 5 der ab. a, und je 1 der ab. b und c). 

Type im Inst. Royal Sci. Natur. Belgique (Parc Nat.), Brüssel. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 207 


5. Pseudocrioceris elisabetha (Heinze) 
Heinze, 1935, Ent. Bl. XXXI, p. 188, Fig. 4 (Brachydactyla) 

Gelb; Beine und Fühler schwarz; Schildchen und Flügeldecken dunkel 
kaffeebraun. 

Stirn flach, relativ kurz; Stirndreieck fein punktuliert oder schwach 
gerunzelt, in der Mitte mit schmaler Längsfurche, die sich bis in den Scheitel 
erstreckt; Seitenstreifen der Stirn grob punktiert, unbehaart. Augen fast 
unmittelbar dem Kopf angefügt. 

Fühler sehr robust; Glied 1 kurz oval, 2 quer, 3 und 4 annähernd 
quadratisch, 5 und folgende verhältnismäßig wenig dicker als die Basal- 
glieder, jedes wenig länger als breit. 

Halsschild vorn und hinten fast gerade abgeschnitten und gleich 
breit; Seiten ziemlich gleichmäßig nach außen gerundet, größte Breite etwas 
vor der Mitte (Abb. 2a); Oberseite vereinzelt verloschen punktuliert und mit 
fünf seichten Vertiefungen versehen: zwei längliche und nach hinten schwach 
konvergierende am Vorderrand, zwei halbkreisförmige und nach den Hin- 
terecken zu offene in der hinteren Hälfte nahe den Seitenrändern, eine 
längsgerichtete kurz vor der Basis. 

Flügeldecken breit, flach, hinter der Mitte bauchig erweitert; 
hinten gemeinsam breit abgerundet, an der Naht einzeln zugespitzt und 
daneben mit einem kleinen rundlichen Einschnitt versehen; hinter dem 
Schildchen befindet sich ein undeutlicher, gemeinsamer Quereindruck; Punkt- 
reihen grob, regelmäßig, hinten und an den Seiten vertieft; die Färbung ist 
ein helleres bis dunkleres schmutziges Kaffeebraun, das an der Naht meist 
aufgehellt ist. 

Unterseite gelb, hier und da braun gefleckt; am Hinterrand jedes 
Abdominalsegmentes steht eine einzelne Reihe feiner Härchen; Seitenteile 
der Mittel- und Hinterbrust und die Vorderbrust fein behaart, sonst unbe- 
haart. Tarsen breit, kurz; Klauenglied nur wenig über das dritte Glied 
hinausragend. 

Länge 7?/s-81/3 mm, Breite 31/2-3?/ı mm. 
Verbreitung: Kongo, Südafrika. 
Type wahrscheinlich im Pariser Museum. 
B. Criocerini 

- a. Sigrisma Fairmaire 
Fairmaire, 1888, Ann. Soc. Ent. Franc. (6) VIII, p. 200 
Jacoby & Clavareau, 1904, Gen. Ins., Fasc. 23, p. 25 
Weise, 1905, Dtsch. Ent. Z. XLIX, p. 54 
Weise, 1919, Arch. f. Naturg. LXXXIII, 4 (1917), p. 176 
Heinze, 1928, Arch. f. Naturg. XCII, 12 (1926), p. 57 


Heinze, 1935, Ent. Bl. XXXI, p. 189 
Monrös, 1959, Los generos de Chrysomelidae. p. 153, 181 


208 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


Gestalt langgestreckt, zylindrisch. Kopf steil nach unten geneigt. 
Stirn mit zwei schräg von hinten und außen nach vorn zur Mitte zusam- 
menführenden, kammartigen Wülsten besetzt; die Kämme fallen zum Cly- 
peus steil, zum Hals allmählich ab; in der Mitte sind sie durch einen tiefen 
Längseinschnitt voneinander getrennt, an der hinteren Außenkante zu einer 
rundlichen Spitze leicht ausgezogen und in ihrer ganzen Ausdehnung mit 
sehr groben Punkten mehr oder weniger dicht besetzt. Die grobe Punktie- 
ıung setzt sich, allmählich immer feiner werdend, auf dem Scheitel und dem 
kugelförmig emporgewölbten Hals fort. Augen auf einem hohen Sockel 
angefügt, halbkugelig, stark vorstehend, neben den Fühlern mit dreieckigem 
Einschnitt. Kopfschild vorn ziemlich gerade abgeschnitten, spärlich 
behaart; Ränder breit eingesenkt, grob punktiert. Oberlippe in weitem 
Bogen ausgerundet. Letztes Glied der Maxillartaster schlank, etwa 
doppelt so lang wie breit, vorn zugespitzt. 

Fühler kurz, robust, höchstens die Basis des Halsschildes erreichend; 
Glied 1 eiförmig; von den drei folgenden Gliedern ist das 2. das kürzeste 
(viel kürzer als breit), das 3. das längste (etwas länger als breit); die Glieder 
5 bis 11 sind erweitert, jedes höchstens so lang wie breit, häufig aber kürzer. 

Halsschild an den Seiten im vorderen Drittel rundlich-dreieckig 
erweitert, dahinter schräg verengt, im letzten Drittel meist annähernd par- 
allel (Abb. 5a); auf der Oberseite zerstreut bis mäßig dicht mit groben Punk- 
ten besetzt. 

Schildchen länglich dreieckig, hinten abgerundet, soweit sichtbar 
unbehaart. Flügeldecken schlank, parallel, stark querüber gewölbt; 
erst kurz vor der Spitze in kurzem Bogen gemeinschaftlich abgerundet, an 
der Naht einzeln abgerundet; jede Decke mit 10 ganzen Punktreihen und 
einer abgekürzten am Schildchen. Epipleuren von den Schultern zur 
Spitze allmählich verschmälert; kurz hinter der Schulter mit einer kleinen 
Vertiefung versehen, in die ein dornartiger Fortsatz der Seitenteile der 
Hinterbrust hineinragt.*) 

Unterseite stark gewölbt; Seitenteile der Mittel- und Hinterbrust 
ziemlich dicht, alles übrige sehr vereinzelt behaart. Vorderhüften 
zusammenstoßend, Mittelhüften hinten gerade bis rundlich abge- 
stutzt, Hinterhüften nur wenig mehr auseinanderstehend als das vor- 
hergehende Paar. Erstes Abdominalsegment etwa so lang wie die 
drei folgenden zusammen; vorn in einer scharfen, schlanken Spitze zwischen 
die Hinterhüften ragend. 


*) Diese Bildung, die allen Criocerinen, ausgenommen Pseudocrioceris, 
eigen aber vielfach verkümmert ist, zeigt Sigrisma am deutlichsten. Sie dient offen- 
bar dazu, die Flügeldecken in der Ruhelage zu fixieren. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 209 


Beine kurz, kräftig; Schenkel ziemlich keulig, die vorderen nur wenig 
schwächer als die übrigen. Tarsen schlank, Klauenglieder zur Hälfte über 
das 3. Tarsenglied hinausragend. Klauen ziemlich weit auseinanderstehend, 
stark nach unten gekrümmt. 

Gattungstypus: Sigrisma tuberifrons Fairm. aus Afrika. 

Die wenigen Arten dieser auf Afrika beschränkten Gattung sind sich in 
Gestalt und Skulptur sehr ähnlich. Über ihre Biologie kennt man bisher noch 
kaum etwas. Allein von der Sigrisma cylindrica (Klug) (ab. thoracica Weise) 
ist Asparagus als Futterpflanze bekannt geworden, auf dem sie durch Lesne 


in Mozambique gesammelt wurde. 


Orientierungstabelle zu Sigrisma. 


1 (2) Flügeldecken metallisch; grün, blau oder violett. 
viridipennis Pic 
2 (1) Flügeldecken nicht metallisch, sondern schwarz mit je einer gelben 
Längsbinde. 
3 (4) Größere Art, wenigstens 5,5 mm lang. Halsschild vorn stark verbrei- 
tert, mäßig dicht bis zerstreut punktiert. 
cylindrica (Klug) 
4 (3) Kleinere Art, 4-5 mm lang. Halsschild weniger stark verbreitert, dicht 
und grob punktiert. 
korschefskyi Heinze 


1. Sigrisma viridipennis Pic 


= (Sigrisma ventralis Pic) syn. nov. 


Pic, 1916, Melanges Exot. Ent. XIX, p. 17 

Pic, 1937, Rev. Suisse Zool. XLIV, 6, p. 108 

Heinze, 1928, Arch. f. Naturg. XCII, 12 (1926), p. 64 
Heinze, 1930, Rev. Zool. Bot. XX, p. 23 

Heinze, 1935, Ent. Bl. XXXI, p. 192 

Pic, (S. ventralis) 1934, Melanges Exot. Ent. LXIV, p. 2 


Schwarz; Unterseite und Schenkel mit schwachem Metallglanz. Hals- 
schild rötlichgelb mit einer schwarzen, von vorn nach hinten allmählich ver- 
schmälerten Längsbinde. Flügeldecken metallischgrün, -blau oder -violett. 

Der weiter unten beschriebenen S. cylindrica (Klug) sehr ähnlich, wenn 
auch in der Färbung stark abweichend. Die skulpturellen Merkmale sind fast 
genau wie bei dieser, jedoch ist der Halsschild etwas dichter und ausge- 
dehnter punktiert. Die Zwischenräume zwischen den Punktreihen der Flü- 
geldecken sind manchmal (besonders in dem schwachen Obereindruck hinter 


dem Schildchen) leicht querrunzelig. 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 1 14 


210 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


Abweichend von der Normalform können folgende aberrante Formen 
auftreten: 

a) Wie die Nominatform, lediglich die schwarze Längsbinde des Halsschil- 
des ist in der Mitte mehr oder weniger unterbrochen oder wenigstens 
stark verschmälert. = (ab. interrupta Heinze 1930; und ab. elongata Pic 
1937). 

b) Wie die Nominatform, das Abdomen aber rötlich gefärbt. = (S. ventralis 
Pic 1934). 

Länge 5,5-6,5 mm; Breite 1,8-2,1 mm. 

Verbreitung: Kongo: Katolo, Kiambi, Kuvangu, Sankisia, Jodotville, Elisa- 

bethville; N. W.-Rhodesia: Nr. Kafue Bridge. 

Type wahrscheinlich im Pariser Museum, Sammlung Pic. 

Type der S. ventralis Pic und die der ab. elongata Pic wahrscheinlich eben- 

falls im PariserMuseum, Sammlung Pic. Type der ab. interrupta Heinze 
wahrscheinlich im Musee Royal de l!’Afrique Centrale, Tervuren. 


2. Sigrisma korschefskyi Heinze 
Heinze, 1935, Ent. Bl. XXXI, p. 192, Fig. 6 


Schwarz; Halsschild rötlichgelb mit einer schwarzen Längsbinde in der 
Mitte; Flügeldecken gelb, an der Naht, am Außenrand und an der Spitze 
schwarz; letztes Abdominalsegment auf jeder Seite mit einem kleinen röt- 
lichen Fleck. 

Ebenfalls der S. cylindrica (Klug) sehr ähnlich. Von ihr aber wie folgt 
deutlich unterschieden: Erheblich kleiner; die kammartigen Erhebungen der 
Stirn schwächer; Halsschild an den Seiten weniger erweitert, viel dichter 
und ausgedehnter punktiert, ohne glatten Längsstreifen in der Mitte. Der 
schwarze Längsstreifen des Halsschildes ist von vorn bis hinten parallel, 
vorn nicht breiter, sondern eher schmaler. Die schwarze Färbung der Flügel- 
deckenspitzen ist viel weniger ausgedehnt. 

Länge 4,5-5,3 mm; Breite 1,6-1,8 mm. 
Verbreitung: Albertsee; Nord-Rhodesia; Natal. 
Type im Museum G. Frey, Tutzing. 


3. Sigrisma cylindrica (Klug) 


—= (Auchenia ? frontalis Laporte) 
= (Sigrisma tuberifrons Fairmaire) 
= (Sigrisma posticina Weise) 


Klug, 1835, Erman’s Naturhistor. Reiseatlas, p. 46 (Lema) 
Gu£rin, 1829-44, Icon. regne anim. Ins. p. 263 (Crioceris) 


— 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 a 


Lacordaire, 1845, Monogr. Phytophag. I, p. 596 (Crioceris) 

Weise, 1905, Dtsch. Ent. Z. XLIX, p. 54 und 323 

Heinze, 1928, Arch. f. Naturg. XCII, 12 (1926), p. 58 

Heinze, 1935, Ent. Bl. XXXI, p. 190, Fig. 5 

Laporte, (Auchenia frontalis), 1851, Hist. Natur. Ins. II, p. 509 
Fairmaire, (S. tuberifrons) 1888, Ann. Soc. Ent. Franc. (6) VIII, p. 201 
Peringuey, (S. tuberifrons) 1892, Trans. S. Afr. Phil. Soc. VI, 2, p. 83 
Weise, (S. posticina) 1919, Arch. f. Naturg. LXXXIIL 4 (1917), p. 175 


Schwarz. Halsschild gelb mit einem schwarzen Längsstreifen in der 
Mitte. Flügeldecken gelb; Naht, Seitenrand und Spitze schwarz. 

Fühler die Halsschildbasis erreichend, ihre mittleren Glieder unge- 
fähr quadratisch. 

Halsschild mit ziemlich spärlich und unregelmäßig angeordneten 
großen Punkten besetzt, die die Seiten und einen schmalen Mittellängs- 
streifen frei lassen und gegen den Vorderrand zu stark abgeschwächt oder 
mit feineren Punkten untermischt sind. Basalfurche schmal aber ziemlich 
deutlich (Abb. 5a). 

Flügeldecken etwas schmaler als der Halsschild an seiner brei- 
testen Stelle; hinter dem Schildchen undeutlich quer niedergedrückt; Punkt- 
reihen ziemlich kräftig, gegen die Spitze leicht vertieft; Zwischenräume 
zwischen den Reihen sehr selten und nur auf kurze Strecken gereiht punk- 
tuliert, jedoch steht eine Reihe feiner Pünktchen zwischen der Naht und der 
abgekürzten Reihe neben dem Schildchen. 

Zur möglichen Färbungsabänderung von der Normalform ist folgendes 
zu sagen: Auf dem Halsschild ist die schwarze Längsbinde mäßig breit, 
meist am Vorderrand am breitesten. Sie wird aber häufig: 

a) in der Mitte unterbrochen = (ab. thoracica Weise 1905) und 
b) manchmal auf einen kurzen dreieckigen Quersaum am Vorderrand und 
einen Punkt in der Basalfurche reduziert = (S. posticina Weise 1919). 

Die wenig veränderliche schwarze Färbung der Flügeldecken erstreckt 
sich normalerweise an der Naht in der Schildchengegend bis zur 2. (ganzen), 
dahinter bis zur 3. Punktreihe. Am Außenrande reicht sie in der Mitte bis 
zwischen die 8. und 9. Reihe und erweitert sich an der Schulterbeule vier- 
eckig bis zur 5.; nach hinten zu erweitert sich die Färbung am Außenrand 
allmählich schräg bis zur 7. Reihe, wo sie sich mit der Spitzenfärbung ver- 
bindet, die etwas über den Abfall der Flügeldecken hinaufreicht. Es kann 
nun die Spitze der Flügeldecken statt schwarz rötlich sein. = (S. posticina 
Weise 1919). 

Länge 5,5-6,5 mm; Breite 1,9-2,1 mm. 
Verbreitung: Die Art ist in Afrika weit verbreitet (wenn auch in den Samm- 
lungen nicht sehr zahlreich vertreten) und zwar im Westen von Senegal, 


212 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


im Osten von Erythraea bis hinunter zum Kap. Bisher wurde die Art im 
einzelnen gemeldet von: Senegal, Guinea, Uamgebiet, Angola, Avambo, 
Bogoland (Keren), Ituri, Kilimandscharo, Uhehe, Rhodesia, Mozambi- 
que, Transvaal, Orange Freistaat, Natal. 

Type im Zoologischen Museum der Universität Berlin. Type der ab. thora- 
cica Weise und die der S. posticina Weise wahrscheinlich ebenfalls im 
Zoologischen Museum der Universität Berlin. Die Type der S. tuberi- 
frons Fairmaire und die der Auchenia frontalis Laporte befinden sich 
wahrscheinlich im Pariser Museum. 


b. Elisabethana Heinze 

= (Conradsia Pic) syn. nov. 
Heinze, 1928, Arch. f. Naturg. XCII, 12 (1926), p. 57 
Heinze, 1936, Ent. Bl. XXXII, p. 252, Fig. 7 
Jolivet, 1955, Explorat. Parc Nat. Upemba, Mission de Witte 1946- 1949, Fasc. 38 
(4), p. 77 
Monrös, 1959, Los generos de Chrysomelidae. p. 152, 180 
Pic, (Conradsia) 1936, Melanges Exot. Ent. LXVIII, p. 10 

Gestalt meist schlank, langgestreckt, zylindrisch, selten mäßig breit. 
Kopf steil nach unten geneigt. Stirnerhebung mehr oder weniger 
breit pfeilspitzenförmig mit ausgerundeten Seiten, in ihrer ganzen Ausdeh- 
nung stark erhaben mit senkrecht abfallenden Rändern; in den Hinterecken 
in eine rundliche, nach außen oben gerichtete Spitze verlängert, in der Mitte 
durch eine Längsfurche geteilt; Seitenstreifen der Stirn breit, stark punk- 
tiert. Augen auf einem hohen Sockel dem Kopf angefügt, halbkugelig, 
stark vorstehend, neben den Fühlern dreieckig ausgeschnitten. Kopf- 
schild vorn gerade abgeschnitten, im oberen Teil häufig zu einem Längs- 
wulst erhoben. Oberlippen ebenfalls fast gerade abgeschnitten. Letz- 
tes Glied der Maxillartaster eiförmig zugespitzt. Scheitel und 
Hals an den Seiten stark eingeschnürt; Hals hinter der Einschnürung fast 
kugelig gewölbt. 

Fühler ziemlich robust, die Halsschildbasis meist etwas überragend; 
Glieder sämtlich zylindrisch, vom 5. Glied an verdickt; Glied 1 eiförmig, 
2 etwa quadratisch, 3 etwa doppelt so lang wie breit, 4 ungefähr 1'/amal so 
lang wie breit, 5-11 etwas länger als breit, 5 und 7 am längsten. 

Halsschild hinten und vorn fast gerade abgeschnitten, an den 
Seiten nach außen kräftig gerundet erweitert; die Rundung meist durch 
einen mehr oder weniger kräftigen Höcker prononziert und hierdurch leicht 
eckig; an dieser Stelle hat der Halsschild die größte Breite, dahinter ist er 
mehr oder weniger stark aber immer ziemlich tief eingeschnürt (Abb. 5b), 
von der Einschnürung zieht sich dicht vor der Basis eine immer deutliche 
Querfurche über die Oberseite; die Punktierung besteht im Prinzip immer 


 —  _ _ 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 213 


aus folgenden Elementen: eine Querreihe am Vorderrande, die mehr oder 
weniger tief ist, und ein Längsstreifen über die Mitte, der von seinem hin- 
teren Ende jederseits einen schrägen bis bogenförmigen Ast zu den Vorder- 
ecken sendet und dort in einer Gruppe von Punkten endet. 


Schildchen mit annähernd parallelen Seiten, quadratisch bis läng- 
lich, hinten abgerundet oder abgestutzt, unbehaart. Flügeldecken 
schlank bis mäßig breit, parallel oder hinten sehr wenig erweitert, stark quer- 
über gewölbt oder leicht abgeflacht; Quereindruck hinter dem Schildchen — 
wenn überhaupt vorhanden — nur seicht; hinten gemeinsam kurz abgerun- 
det, an der Naht einzeln abgerundet; jede Flügeldecke mit zehn ganzen 
Punktreihen und einer abgekürzten am Schildchen, zwischen der letzteren 
und der Naht immer eine feine Punktreihe; Epipleuren von der Schul- 
ter zur Spitze allmählich verschmälert; kurz hinter der Schulter mit einer 
kleinen Vertiefung am Innenrand, auf die eine schmale, in leichtem Bogen 
vorgerundete Verbreiterung der Seitenteile der Hinterbrust übergreift. 

Unterseite mäßig bis wenig gewölbt; Behaarung entweder auf 
der ganzen Hinterbrust oder nur auf deren Seitenteilen am stärksten, im 
übrigen spärlich bis fehlend. Vorderhüften zusammenstoßend, Mit - 
tel-und Hinterhüften nicht weit getrennt. Mittelteil der Mittel- 
brust hinten abgerundet oder gerade abgestutzt. Erstes Abdominal- 
segment mit einer mäßig langen Spitze zwischen die Hinterhüften 
ragend, etwas länger als die beiden folgenden zusammen. 

Beine in den beiden ersten Paaren ziemlich schlank, letztes Schenkel- 
paar leicht verdickt. Tarsen schlank, Klauenglied mehr als zur Hälfte aus 
den Lappen des dritten Gliedes herausragend; Klauen an der Basis mäßig 
weit voneinander getrennt oder leicht genähert, mäßig lang und gekrümmt 
oder kurz und dann nur wenig gekrümmt. 

Gattungstypus: Crioceris balyi Harold aus Afrika. 


Auch diese Gattung scheint nur in Afrika beheimatet zu sein. Sie bildet 
‚einen Übergang zwischen den Gattungen Sigrisma Fairmaire und Crioceris 
Geoffroy. Der ersteren ähnelt sie durch die gestreckte Gestalt und die Um- 
risse des Halsschildes, der letzteren, der sie am nächsten steht, durch die 
Stirnbildung, die gewissermaßen die Form der Crioceris-Stirn übertreibt. 
Elisabethana picturata (Clavareau) könnte man, was die Form des Hals- 
schildes angeht, auch zur Gattung Crioceris stellen. Wegen der knötchen- 
artig verlängerten Hinterecken der Stirn sehe ich jedoch hiervon ab. 

Über die Biologie der Arten ist nichts Näheres bekannt. Lediglich von 
E.militaris (Jacoby) sagt der Autor, daß die Art auf „lily of the valley“ 
gefunden wurde, d. h. auf dem Maiglöckchen, Convallaria maialis, von dem 
ich aber bezweifele, daß es in Afrika vorkommt. 


214 


1(2) 


Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


Orientierungstabelle zu Elisabethana 


Halsschild an den Seiten gerundet, nicht eckig erweitert; rötlich- 
braun mit fünf schwarzen Flecken. Flügeldecken gelb mit folgen- 
den schwarzen Zeichnungen: ein nierenförmiger Schulterfleck, ein 
gemeinsamer Fleck am Schildchen, eine gemeinsame Querbinde 
hinter der Mitte, je ein Fleck nahe der Spitze, ein schmaler Saum 
am Außenrand. picturata (Clavareau) 
Halsschild an den Seiten eckig erweitert (Abb. 5b), Oberseite anders 
gezeichnet. 
Oberseite ganz oder größtenteils gelblich bis bräunlich; Flügel- 
decken ohne scharf begrenzte schwarze Zeichnungen. 
Unterseite und alle Gliedmaßen schwarz. Oberseite einfarbig bräun- 
lichgelb. inornata Heinze 
Unterseite und Gliedmaßen höchstens teilweise schwarz. 

imitata Heinze 


Mittel- und Hinterbrust schwarz. 


Halsschild gelblich oder höchstens mit verwaschenen Flecken. 
imitata Heinze 


Halsschild schwarz mit rotem Vorderrand. clorindae Jolivet 
Unterseite im ganzen gelblich. gambiensis Monrös 
Oberseits wenigstens die Flügeldecken mit scharf begrenzten, 
schwarzen Zeichnungen. 

Flügeldecken mit einer oder drei Längsbinden, die jedoch stark 
reduziert sein können bis auf einen Schulterflecken. 


Halsschild einfarbig gelb, gelbbraun oder rötlich, höchstens mit 
etwas dunkler getönten, undeutlichen Fleckchen. 

Flügeldecken mit einem schmalen, schwarzen Nahtstreifen und 
einer rötlichen Längsbinde am Außenrand. 

Flügeldecken strohgelb mit ganz leichtem grünlichem Schimmer, 
Nahtstreifen schwarz. angulicollis (Jacoby) 
Flügeldecken gelb bis bräunlichgelb, außer dem schwarzen Naht- 
streifen mit einer rötlichen, innen manchmal schwarz begrenzten 
Längsbinde am Außenrand. 

Fühler ganz schwarz. Halsschild rötlich. transvaalensis (Jacoby) 
Fühler erst vom 7. Glied an schwarz. variabilis (Clavareau) 


'Flügeldecken mit einem schwarzen Nahtstreifen und schwarzen 


Außenrändern; Epipleuren, Beine und Fühler meist ebenfalls 
schwarz oder auch teilweise bis gänzlich hell. trilineata Heinze 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 219 


19 (12) Halsschild gelb mit drei scharf abgesetzten, länglichen, schwarzen 
Flecken. Flügeldecken auf der Naht und vor dem Außenrand mit 
drei schwarzen, hinten verkürzten Längsbinden (Abb. 14), die je- 
doch bis auf die Schulterflecken reduziert sein können. 

zumpti n. sp. Pinsdorf 

20 (11) Flügeldecken stets mit wenigstens einer gut ausgebildeten Quer- 
binde. 

21 (22) Halsschild rot, mit zwei großen, im hinteren Teil zusammenfließen- 
den, schwarzen Flecken. Flügeldecken gelb, ein Schulterfleck, eine 
gemeinsame Makel hinter dem Schildchen, der Außenrand und eine 
gemeinsame Querbinde hinter der Mitte schwarz. 

militaris (Jacoby) 

22 (21) Halsschild rot bis bräunlichrot, einfarbig oder mit fünf schwarzen 
Flecken. Flügeldecken gelblich mit zwei gemeinsamen, schwarzen 
Querbinden an der Basis und hinter der Mitte; Außenrand eben- 
falls mehr oder weniger schwarz. 

23 (24) Wenigstens 5,5 mm lang, in den Flügeldecken breit bis mäßig 
breit. Halsschild kräftig blutrot, einfarbig oder mit fünf (2,3) 
schwarzen Flecken. Flügeldecken außer den zwei Querbinden zu- 
meist mit schwarzer Spitze, die jedoch auch ganz fehlen kann. 

tricolor Heinze 

24 (23) Höchstens 5 mm lang, meist etwas kleiner. Halsschild einfarbig 
gelblich- bis bräunlichrot. Auf den Flügeldecken außer den zwei 
Querbinden die hintere Nahtkante und die äußerste Spitze schwarz. 

balyi (Harold) 


1. Elisabethana picturata (Clavareau) 


Clavareau, 1912, Ann. Soc. Ent. Belgique LVI, p. 172 (Sigrisma) 
Heinze, 1928, Arch. f. Naturg. XCI, 12 (1926), p. 58 

Heinze, 1936, Ent. Bl. XXXII, p. 255, Fig. 9 

Papp, 1946, Additam. Faunist. Col. IV, p. 3 


Bräunlich, Kopf schwarz gefleckt. Fühler vom fünften Glied an schwarz. 
Halsschild mit fünf schwarzen, länglichen Flecken (2,3). Schildchen schwarz. 
Flügeldecken gelb, schwarz mit schwachem, gelblichem Metallglanz sind: 
die Naht, der Außenrand, ein nierenförmiger Fleck auf der Schulter, ein 
gemeinsamer lanzenförmiger Fleck am Schildchen, eine gemeinsame, mäßig 
breite, geschweifte Querbinde hinter der Mitte und ein rundlicher Fleck 
nahe der Spitze, der dem Außenrand näher steht als der Naht. Auf der 
bräunlichen Unterseite trägt das Prosternum zwei schwarze Flecken; Vorder- 
hüften schwarz, Abdomen schwärzlich, Segmente fein gelb gerandet. 


216 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


Schlank, schmal, stark querüber gewölbt. Erhebung der Stirn drei- 
eckig, stark erhaben, mit schmaler Mittelfurche, grob vereinzelt punktiert, 
Hinterecken rundlich erhöht. Hals dicht und fein punktiert. Fühler 
die Halsschildbasis leicht überragend, die mittleren Glieder etwas länger als 
breit. 

Halsschild länger als breit, vorn und hinten leicht geschweift, an 
den Seiten stark rundlich erweitert; größte Breite vor der Mitte, dahinter 
stark verengt; Basalfurche tief; Punktierung der Scheibe mäßig grob, An- 
ordnung nach dem bei der Gattung üblichen Schema, aber sehr ausgedehnt, 
so daß jederseits der Mitte nur eine ziemlich kleine, längliche Stelle frei 
davon bleibt. 

Schildchen länglich, hinten abgerundet. Flügeldecken 
hinter dem Schildchen mit kleinem Quereindruck; Punktreihen ziemlich 
kräftig, hinten viel feiner werdend und nur schwach vertieft. Unter- 
seite spärlich, auf den Seitenteilen der Mittel- und Hinterbrust dicht 
behaart. 

Neben der Normalform können Formen mit etwas abweichender Zeich- 
nung und Färbung auftreten: 

a) Abdomen hellgelb mit je einem schwarzen Fleck auf jedem Segment 
jederseits der Mitte. = (ab. abdominalis Papp 1946). 

b) Spitzenfleck der Flügeldecken mit dem Außenrand mehr oder weniger 
deutlich verbunden. = (ab. conjugata Papp 1946). 

Länge 6-6,5 mm; Breite 2,2-2,5 mm. 

Verbreitung: Uganda: Bussu Bosoga; Kongo: Albertville; 

Franz. Guinea: Reg. Kindia, Mt. Gangan. 

Type im Musee civique de G£nes. 


2. Elisabethana inornata Heinze 


Heinze, 1928, Arch. f. Naturg. XCII, 12 (1926), p. 62 
Heinze, 1936, Ent. Bl. XXXII, p. 25 


Schwarz, Oberseite bräunlichgelb; Kopf mit Ausnahme der Stirn 
schwarz. 

Schlank, schmal, mäßig abgeflacht. Stirnerhabenheit herz- 
förmig, von einzelnen groben Punkten zerstochen, mit schwacher Mittel- 
furche. Hals unpunktiert. Fühler kurz, robust; Glieder 3 und 4 an- 
nähernd quadratisch, die mittleren Glieder etwas länger als breit. 

Halsschild an den Seiten ziemlich kräftig, in stumpfem Winkel 
erweitert; Punktierung aus einzelnen Reihen nach dem bei der Gattung 
üblichen Schema bestehend, ziemlich kräftig; Basalfurche schmal aber tief, 
in der Mitte mit einem Längsgrübchen. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 217 


Schildchen kurz, hinten leicht verschmälert und abgerundet. 
Flügeldecken oberseits etwas abgeflacht, hinter dem Schildchen 
seicht niedergedrückt; Punktreihen vorn kräftig, hinten schwächer und kaum 
vertieft. Unterseite spärlich, Seitenteile der Mittel- und Hinterbrust 
dicht behaart. 

Länge: 71/2 mm, Breite 21/2 mm. 
Vorkommen: Uamgebiet: Bosum. 
Type im Zoologischen Museum der Universität Berlin. 


3. Elisabethana imitata Heinze 


Heinze, 1936, Ent. Bl. XXXI, p. 256, Fig. 8 


Hellgelb bis braungelb, Unterseite und Gliedmaßen mehr oder we- 
niger teilweise schwarz. Kopf auf der Unterseite und vor der Stirn schwarz 
oder nur ein Fleck auf jeder Seite des Halses oder der Seitenstreifen der 
Stirn schwarz. Fühler gänzlich oder Glieder 5-11 ganz und 2-4 teilweise 
schwarz. Vorderbrust oder nur die Vorderhüften und je ein Fleck neben 
ihnen schwarz; Mittel- und Hinterbrust immer schwarz; Abdomen meist 
gelblich, manchmal die Segmente 2-5 schwarz oder nur je ein Fleck auf 
jeder Seite dieser Segmente. Tarsen und Schienenspitze immer, manchmal 
auch die Schienen in der Spitzenhälfte schwarz. Schenkel manchmal ein- 
farbig gelb, oft auf der Oberseite oder gänzlich (mit Ausnahme der Spitze 
und der äußersten Basis) schwarz. 

Die Färbung der Art kann in der angegebenen Weise sehr mannigfach 
wechseln. Bemerkenswert ist eine besonders dunkle Form mit folgenden 
Merkmalen: Schwarz, Abdomen gelb. Stirn und vorderer Teil des Halses 
bräunlich. Halsschild bräunlich mit fünf schattenhaft begrenzten, großen, 
teils ineinanderlaufenden, schwarzen Flecken, die ungefähr den von der 
normalen Makropunktierung freien Raum einnehmen; Vorderkante und 
Basalfurche behalten jedoch die hellere Grundfarbe. Schildchen und Flügel- 
decken bräunlich, letztere zur Spitze und zum Außenrand mäßig dunkel 
bis hell, an der Naht aber dunkel pechbraun; diese dunkle Färbung reicht 
deutlich bemerkbar von der Basis bis etwa zur Schulterfurche, verschmälert 
sich nach hinten dann allmählich bis zur zweiten Punktreihe und endet vor 
der Spitze; sie geht überall ohne feste Grenze in die hellere Grundfärbung 
über. 

Länge: 5,5-8,5 mm; Breite 2,3-2,8 mm. 

Der vorstehend aufgeführten E.inornata Heinze sehr ähnlich und 
skulpturell und habituell kaum von ihr unterschieden, so daß sich einzelne 
Angaben hierüber erübrigen. Da aber selbst bei der oben beschriebenen 


218 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


sehr dunklen Koloritform Unterseite und Gliedmaßen noch nicht einfarbig 

schwarz sind wie bei E. inornata, möchte ich zunächst noch von einer Ver- 

einigung der beiden Arten absehen. 

Verbreitung: Kamerum: Buar; Kongo: Lulua — Kasaifluß, Kapanga, San- 
doa -, Kafakumba, Elisabethville und südwestlich hiervon; Tanganika- 
Moero: Nyunzu. Nyassaland: Mlanja; 

Type im British Museum (N. H.), London. 


4. Elisabethana clorindae Jolivet 
Jolivet, 1955, Explorat. Parc Nat. De L’Upemba, Mission De Witte, Fasc. 38, p. 51 


Die Art ist mir noch unbekannt. Nach der Beschreibung steht sie in 
nächster Verwandtschaft zur E. imitata, von der sie der Autor jedoch nach 
folgender Diagnose unterscheidet: 

„Long.: 9 mm, larg.: 3 mm. 

Allonge, peu convexe. Dessus noir luisant, ä l’exception des &Elytres 
(suture et apex jaunätres), d’une tache mediane sur le vertex et de deux 
taches syme&triques, sur le rebord en arriere du front qui sont rousses, du 
bord anterieur du pronotum roux et des pattes qui ont les genoux et une 
partie des tibias roux. Dessous lisse, Juisant, pubescent, noir sauf !’abdomen 
qui est jaune d’or. 

Ressemble beaucoup ä Elisabethana imitata Heinze, mais s’en Ecarte ä 
premiere vue par la coloration (E. imitata est presque entierement jaunätre). 
Le pronotum d’E. clorindae est plus &troit, sa ponctuation plus reguliere. 

Tete fortement retrecie en arriere des yeux, ceux-ci etroitement et assez 
profund&ment fendus, les canthus oculaires, triangulaires et en relief, ponc- 
tues; labre Echancre, lisse, avec une ligne de soies au milieu; clype&us lisse 
au centre, avec quelques gros points et des poils ä l’entour; calus suranten- 
naires glabres, aplatis, subtriangulaires, lisses; front assez relev&, luisant, 
fortement ponctue-rugueux, poilu, avec un sillon median profond, reborde, 
qui le coupe completement en deux, avec, un rebord basal roux et im- 
ponctusg, les sillons lateraux larges, fortement rugueux, tres poilus en dessus 
des calus surantennaires; vertex pratiquement lisse; antennes ä articles 1 et 
2 globuleux, glabres, ä articles 3 et 4 subegaux, peu poilus, subarrondis, les 
autres articles fortement &largis et pubescents. 

Pronotum legerement plus large que long, peu convexe, lisse avec de 
gros points ainsi repartis: deux doubles lignes longitudinales medianes, 
s’ecartant ä la base pour former un amas de gros points irreguliers, de cet 
amas part, de chaque cöte, une ligne de points qui rejoint les tres nombreux 
points des angles anterieurs, egalement une ligne simple de points bordant 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 219 


le bord apical du pronotum. En somme, le dessin de ces points figure gros- 
sierement un W ferme&. Le bord apical avance&, releve, suivi en dedans d’une 
depression, le bord basal reborde, egalement avec une depression en dedans, 
les cöt&s avanc&s en pointe &moussee vers le milieu. Ecusson triangulaire, 
pointu ä l’apex, pratiquement lisse, roux mele de noir. 

Elytres allonges, subparalleles, avec une impression en dedans des 
epaules, l’apex subarrondi, couverts de series lineaires regulieres de gros 
points enfonces, avec les interstries lisses, larges et plates, non relevees ä 
l’apex. Pattes poilues ä l’apex des tibias et sur les tarses. 

Holotype: Mukana, 1310 m, 4. III. 1948.“ (Jolivet). 
Type im Institut des Parcs Nationaux du Congo et du Ruanda-Urundi. 


5. Elisabethana gambiensis Monrös 


Monrös, 1958, Boletin Acad. Cienc., Cordoba (R. A.) 40, p. 182 
Diese Art ist mir gleichfalls noch unbekannt. Der Autor beschreibt sie 


als der E. imitata sehr ähnlich und gibt folgende Diagnose: 
„Senegal, Haute Gambie: Kedougu, III. 1941, 1 holötipo F. Palau leg. en 
col. Monrös. 


9,8X2 mm; largo antenal aprox. 2 mm. 


Coloraciön amarilla. Antenas parduscas. Pronoto y &litros anaranjados, 
cabeza amarillo-anaranjada. Quinto distal del ültimo tarsito negro. Brillo 


vitreo. 


Cabeza con los triängulos elevados bien marcados y con algunos puntos 
poco densos, de igual diämetro que los que bordean los ojos. Cuello con 
algunos pequenos puntos. Antenas gradual y moderadamente engrosadas 


hacia el äpice. 


Pronoto con el tuberculo lateral poco aesarrollado. Angulos anteriores 
con puntos grandes, pero poco densos; disco con una banda longitudinal 
formada por dos o tres lineas irregulares de puntos y a cada lado de ella y 
separada por un ärea lisa, una linea de puntos; ninguna de estas lineas llega 
a la base. 


Elitros alargados, algo deprimidos y con la puntuaciön regular y ate- 
nuäandose hacia el äpice. 


Observaciones: Esta especie es algo semejante a E. imitata Heinze y se 
caracteriza por su coloraciön clara y sin diseno dorsal y por la talla, menor 
que la de cualquier otra especie de dorso unicolor.“ (Monrös). 


Type wahrscheinlich im Smithsonian Institution U. S. Nat. Mus., Washing- 
ton. 


220 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


6. Elisabethana angulicolles (Jacoby) 


Jacoby, 1895, Trans. Ent. Soc. London, p. 162 (Crioceris) 
Heinze, 1928, Arch. f. Naturg. XCI, 12 (1926), p. 57 
Heinze, 1936, Ent. Bl. XXXII, p. 256 


Strohgelb mit ganz schwachem grünlichem Schimmer; schwarz sind 
die Fühler, der Kopf mit Ausnahme der Stirnerhebung, der Hals bis auf ein 
gelbliches Querband, die Flügeldeckennaht, die Basis der Schenkel, die 
Tarsen, die Brust und je ein Fleck auf jedem Abdominalsegment jederseits 
der Mitte. 

Schlank, schmal, parallel. Stirn breit, insgesamt grob punktiert, 
spärlich fein behaart; Erhabenheit der Stirn durch eine breite, etwas feiner 
punktierte Längsspalte völlig durchtrennt; die Längsspalte endet in einer 
kleinen Grube innerhalb der Scheiteleinsenkung. Fühler kurz, die mitt- 
leren Glieder etwa quadratisch. 

Halsschild vor der Mitte eckig erweitert; Basalfurche schmal 
und tief, in der Mitte mit einer kleinen, dunkel gefärbten Längsgrube; 
Punktierung mäßig dicht, in der üblichen Anordnung. 

Flügeldecken vorn tief, nach hinten hin immer flacher wer- 
dend punktiert; Punktierung an der Spitze recht fein; Zwischenräume zwi- 
schen den Reihen fein punktiert und leicht fein gerunzelt. 

Länge 5,5 mm; Breite 2,1 mm. 
Vorkommen: Natal. 
Type im British Museum (N. H.), London. 


7. Elisabethana transvaalensis (Jacoby) 
= (Conradsia suturalis Pic) 


Jacoby, 1901, Trans. Ent. Soc. London, p. 213 (Crioceris) 

Jacoby & Clavareau, 1904, Gen. Ins., Fasc. 23, p. 5, t. 5 (Lema) 
Heinze, 1928, Arch. f. Naturg. XCI, 12 (1926), p. 58 

Heinze, 1936, Ent. Bl. XXXI, p. 257 

Pic, (Conradsia suturalis) 1936, Melanges Exot. Ent. LXVIII, p. 10 
Pic, (Conradsia suturalis) 1937, Echange, 469, p. 12 


Bräunlichgelb. Kopf außer der braunen Oberlippe und des braunen 
Ciypeus, die Fühler, Schildchen, Flügeldeckennaht, Schenkelbasis, äußere 
Schienenkanten und die Brust schwarz. Halsschild rot mit bräunlichgelbem. 
Vorder- und Hinterrand. Außenrand der Flügeldecken von der Schulter 
bis fast zur Spitze rötlich. Abdomen gelb mit je einem schwarzen Flecken 
auf den Seiten jedes Segmentes, 

Schlank, schmal, parallel, ziemlich flach. Stirn grob punktiert, spär- 
lich fein behaart; Erhabenheit der Stirn dreieckig, durch eine breite Längs- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 221 


spalte völlig durchtrennt, die in einer kleinen Grube innerhalb der Scheitel- 
einschnürung endet. Fühler kurz, robust, die mittleren Glieder ungefähr 
quadratisch. Hals fein punktiert. 

Halsschild vor der Mitte eckig erweitert; Basalfurche mäßig tief, 
in der Mitte stärker ausgeprägt und zu einer schmalen Längsgrube erweitert; 
Punktierung grob, in der üblichen Anordnung. 

Schildchen länglich, hinten abgerundet. Flügeldecken 
mäßig stark gereiht punktiert. Unterseite mäßig dicht, am dichtesten 
auf den Seitenteilen der Mittel- und Hinterbrust behaart. 

Die Art kann in ihrer Ausfärbung erheblich variieren. Pic beschreibt 
für seine Conradsia suturalis folgende aberrante Formen: 

a) Flügeldecken mit schwarzem Nahtstreifen 


| 


1. Unterseite einfarbig gelblich (Conradsia suturalis 1936) 
2. Abdominalsegmente an den Seiten 

schwarz gemakelt = (ab. notativentris 1936) 
3. Außenrand der Flügeldecken rötlich = (ab. tricoloratus 1937) 


b) Flügeldecken ohne schwarzen Nahtstreifen 


4. Unterseite einfarbig gelblich = (ab. insuturalis 1936) 
5. Abdominalsegmente an den Seiten 
schwarz gemakelt = (ab. pallida 1937) 


Länge etwa 6 mm; Breite etwa 2 mm. 

Verbreitung: Transvaal, Tanganjika. 

Type im British Museum (N. H.), London. 

Type der Conradsia suturalis Pic und die der Pic’schen Aberrationen wahr- 
scheinlich im Pariser Museum, Sammlung Pic. 


8. Elisabethana variabilis (Clavareau) 


Clavareau, 1912, Ann. Soc. Ent. Belgique LVI, p. 171 (Sigrisma) 
Heinze, 1928, Arch. f. Naturg. XCII, 12 (1926), p. 58 
Heinze, 1936, Ent. Bl. XXXI, p. 258 


Rötlichgelb; Stirnseitenstreifen, Fühler vom siebten Glied an, Schild- 
chen, Flügeldeckennaht und Schulterbeule, ein Fleck auf dem Prosternum 
zwischen den Hüften und den Epipleuren schwarz. Außenrand der Flügel- 
decken rot, durch eine in der Mitte manchmal unterbrochene schwarze 
Längslinie gegen die Scheibe abgegrenzt. 

Länglich, parallel, ziemlich flach. Stirnerhebung herzförmig, 
glatt (laut Clavareau). Fühler robust. 

Halsschild an den Seiten gerundet erweitert mit der größten 
Breite vor der Mitte; Basalfurche seicht; Punktierung spärlich, in der üb- 
lichen Anordnung. 


2939 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


Schildchen abgestutzt. Flügeldecken mit seichtem Quer- 
eindruck hinter dem Schildchen; Punktreihen vorn mäßig stark, hinten 
feiner. Unterseite unbehaart (laut Clavareau). 

Länge 4,5-6 mm, Breite 1,5-2 mm. 
Vorkommen: Togo: Dahomey (Porto Novo). 
Type wahrscheinlich im Musee Royal de l’Afrique Centrale, Tervuren. 

Ob diese Art mit der vorstehend aufgeführten E. transvaalensis (Ja- 
coby) identisch ist, ist bisher noch ungeklärt. Handelt es sich tatsächlich um 
eine Synonymie, dann würde die E. variabilis der dunkelsten, Conradsia 
suturalis ab. insutralis Pic der hellsten Koloritform entsprechen. 


9. Elisabethana trilineata Heinze 


Heinze, 1928, Arch. f. Naturg. XCII, 12 (1926), p. 61 
Heinze, 1936, Ent. Bl. XXX, p. 258, Fig. 10 


Gelblich bis hellbräunlich. Schwarz sind die Seitenstreifen der Stirn, 
Fühler, ein Fleck an den Seiten des Kopfes hinter den Augen, der sich 
nach hinten auf die Unterseite des Thorax verlängert, die Beine, die Naht 
der Flügeldecken bis über die zweite Punktreihe und der Außenrand der 
Elytren mit den Epipleuren. 

Schlank, parallel, Oberseite leicht abgeflacht. Stirnerhebung 
pfeilspitzenförmig, von groben Punkten zerstochen, in ganzer Länge von 
der tiefen, mäßig breiten Mittelfurche geteilt; Stirn insgesamt spärlich fein 
behaart, Seitenstreifen grob punktiert. Fühler kurz, robust, die Hals- 
schildbasis kaum überragend; die mittleren Glieder nicht oder nur wenig 
länger als breit. 

Halsschild an den Seiten gerundet erweitert, mit knötchen- 
artigem Vorsprung an der breitesten Stelle, dahinter mäßig verengt; Basal- 
furche schmal, tief, mit einer kleinen Längsgrube in der Mitte. 

Schildchen kurz, hinten abgestutztr. Flügeldecken 
parallel, oben etwas abgeflacht, hinter dem Schildchen mit kleinem, seich- 
tem Quereindruck; Punktreihen vorn mäßig kräftig, hinten abgeschwächt; 
Zwischenräume zwischen den Punktreihen hier und da fein gereiht punk- 
tiert, hinten kaum gewölbt. Unterseite spärlich, Seitenteile der Mittel- 
und Hinterbrust mäßig dicht behaart. 

Neben der Normalform können hellere Exemplare auftreten mit fol- 
genden Abweichungen: Fühler und Beine teilweise bis gänzlich hell. Die 
schwarze Zeichnung der Unterseite ist mehr oder weniger geschwunden. 
Naht- und Seitenstreifen der Flügeldecken hinten verkürzt, Außenrand der 
Elytren und Epipleuren hell. = (ab. abbreviata Heinze 1928). 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 293 


Länge 6-6,8 mm; Breite 2-2,2 mm. 
Vorkommen: Uamgebiet: Bosum. 
Type im Zoologischen Museum der Universität Berlin. 


10. Elisabethana zumpti n. sp. Pinsdorf (Abb. 14) 


Strohgelb; am Kopf die Seitenstreifen der Stirn und die ersten zwei 
bis vier Antennenglieder schwarz; die übrigen Fühlerglieder hellbraun, ihr 
Spitzensaum auf der ganzen Vorderseite aber angedunkelt bis schwarz; 
schwarz sind fernerhin Scheitel und Hals (oft mit einem gelben Querring), 


Imm 


Abb. 14: Elisabethana zumpti n. sp. Pinsdorf 


drei (2,1) längliche Flecken auf dem Halsschild, die so groß sein können, 
daß sie sich einander berühren; sodann sind das Schildchen schwarz, die 
Naht der Flügeldecken bis zur ersten Punktreihe, wobei sich weiter hinten 
die Zeichnung oft bis zur zweiten Reihe erweitern kann, und ein seitlicher 
Streifen auf den Elytren zwischen der siebten und neunten Punktreihe, 
der sich weiter hinten teils erweitert bis zur sechsten und zehnten Reihe; 
Naht und Seitenstreifen der Flügeldecken sind hinten verkürzt. Auf der 
Unterseite ist die Brust bis auf einen hellen Fleck auf dem Prothorax 
schwarz; Abdomen schwarz oder angedunkelt mit mehr oder weniger brei- 
tem, hellem Saum am Hinter- und Seitenrand der Segmente oder im ganzen 


224 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


hellgelb. An den beiden vorderen Beinpaaren ein Längsfleck auf den Schen- 
keln und die Seiten der Schienen schwarz; an allen Beinen die Spitzen der 
Tarsenglieder und die Klauen schwarz oder angedunkelt. 


Schlank, Oberseite etwas abgeflacht. Stirn spärlich hell behaart, 
grob punktiert, besonders die sehr breiten, schwarzen Seitenstreifen; die 
gelb gefärbte Stirnerhebung ausladend V-förmig, ihre Außenecken am 
stärksten hervorgehoben, in der oberen Hälfte durch eine flache, schwarze 
Mittelfurche eingeschnitten, die sich nach rückwärts zur Scheitelgrube ver- 
tieft; Erhabenheit oft weniger stark oder spärlich punktiert. Augen mit 
abgerundetem, spitzkeilförmigem Einschnitt. Clypeus und die ange- 
dunkelte Oberlippe mäßig dicht hell behaart; Oberlippe leicht aus- 
geschweift. 

Fühler robust, kurz, die Halsschildbasis kaum überragend; Glieder 
5-11 pubeszent; Glied 1 kugelig, 2 breit scheibenförmig, 3, 5 und 11 etwas 
länger als breit, 11 zugespitzt, die übrigen Glieder quadratisch. 


Hals oberwärts stark fein punktiert. Scheitel eingeschnürt, glatt, 
stark glänzend. Halsschild breiter als lang (etwa 7 : 6); an den Seiten 
gerundet erweitert, mit knötchenartigem Vorsprung an der in der Mitte 
breitesten Stelle; dahinter mäßig verschmälert mit steilem Seitenabfall; 
Basalfurche nur an der erweiterten Mittelgrube deutlich; sonst durch einen 
dahinterliegenden, wallartigen Ringwulst überdeckt, der besonders an den 
Seiten hervortritt; Vordersaum des Halsschildes durch eine flache Rinne gut 
abgesetzt; übliche Punktierung grob. 

Schildchen stumpf abgerundet, glatt, an der Basis weiß behaart. 
Flügeldecken leicht abgeflacht, hinter der Mitte etwas erweitert; 
zwischen Naht und Schulterfurche mit leichtem Längsbuckel, dahinter mit 
seichtem Quereindruck; Punktierung regelmäßig; Punkte mittelgroß, nicht 
tief eingestochen, zur Spitze hin noch seichter und kleiner. Brust dicht 
behaart, Abdomen mäßig dicht. 

Es können neben der Normalform helle Exemplare auftreten, bei 
denen die Flügeldecken nur an den Schulterecken mehr oder weniger aus- 
gedehnt schwarz gezeichnet sind; Schildchen schwarz oder gelb mit schwar- 
zem Außsenrand. 

Länge 5,8-6,3 mm; Breite 2,3-2,5 mm. 

Eine der Elisabethana trilineata Heinze nahestehende Art, in der Flü- 
geldeckenzeichnung der hellen Aberrationsform der Vergleichsart (ab. abbre- 
viata Heinze) fast gleich. Die neue Art ist von E. trilineata jedoch deutlich 
unterschieden durch die Breite der Flügeldecken, die Struktur des Hals- 
schildes und durch die Form der Stirnerhabenheit. In diesen abweichenden 
morphologischen Strukturen kennzeichnet sich die nahe Verwandtschaft zu 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 225 


den Arten Elisabethana militaris (Jacoby), E. tricolor Heinze und E. balyi 
(Harold). Wie bei diesen drei zuletzt genannten Vergleichsarten ist bei der 
neuen Species die Stirnerhabenheit ausladend V-förmig, während sie bei 
E. trilineata die Form eines rechtwinkligen, gleichseitigen Dreiecks hat, das 
von der durchgehenden, schmalen Längsfurche abermals in zwei recht- 
winklige Dreiecke geteilt ist. Der Halsschild ist bei der E. trilineata flacher 
als bei der neuen Art, dem Seitenhöcker ist ein durch eine Rinne getrennter, 
breiter Querwulst vorgelagert, so dal3 der Schild vorn fast so breit ist wie 
in der Mitte. Bei der E. zumpti n. sp. ist dieser Wulst jedoch schwächer, so- 
mit die Verengung des Schildes nach vorn und die Rundung von der Ober- 
seite zu den Vorderecken stärker. Der hinter der Basalfurche liegende wall- 
artige Ringwulst fehlt der E. trilineata. Die Flügeldecken dieser Vergleichs- 
art sind schmaler als die der neuen Art. Das Verhältnis von Länge zur 
Breite beträgt im Durchschnitt bei E. zumpti 44 :24,5 bei E. trilineata 
44 : 21,5. 

Verbreitung: Transvaal: Johannesburg; Kapland: Queenstown. 

Drei Exemplare der Normalform und eines der hellen Koloritform aus 
Johannesburg, gesammelt von Zumpt im November 1952. Ein Exemplar der 
hellen Aberrationsform aus Queenstown, gesammelt von R. E. Turner, 16.1. 
bis 10. 2. 1923. 

Type im Museum Frey, Tutzing. 
Die Art sei nach ihrem Entdecker, Herrn Dr. Zumpt, aus Johannesburg, 


Südafrika, benannt. 


10. Elisabethana militaris (Jacoby) 


Jacoby, 1900, Proc. Zool. Soc., London, p. 206 (Crioceris) 
Heinze, 1928, Arch. f. Naturg. XCII, 12 (1926), p. 57 
Heinze, 1936, Ent. Bl. XXXII, p. 259 

Papp, 1946, Additam. Faunist. Col. IV, p. 3 


Rötlich; Fühler braungelb, Beine rot- bis bräunlichgelb. Seitenstreifen 
der Stirn und zwei große Flecken auf dem Halsschild, die im hinteren Teil 
zusammengeflossen sind und den größten Teil der Scheibe einnehmen, 
schwarz. Flügeldecken gelb; Schultern, ein gemeinsamer Nahtfleck an der 
Basis, ein schmales Querband hinter der Mitte und der Außenrand von 
vorn bis zum Querband schwarz. 

Erhabenheit der Stirn kurz, breit dreieckig; Seitenstreifen der Stirn 
gerunzelt punktiert. Fühler kurz, robust, die Halsschildbasis kaum über- 
ragend; Glied 2 kugelig, 3 und 4 dicker und etwas größer, die restlichen 
Glieder erweitert und ungefähr quadratisch. Hals fein punktiert. 

Halsschild an den Seiten rundlich erweitert, mit knötchenartigem 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 15 


226 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


Vorsprung an der breitesten Stelle; Basalfurche mäßig tief; Punktierung 
grob, mäßig dicht, in üblicher Anordnung. 
Flügeldecken breit, hinten etwas erweitert; Punktierung vorn 
stark, hinten weit schwächer. 
Länge 6 mm; Breite 2,5 mm. 
Vorkommen: Mashonaland: Salisbury (gesammelt auf „lily of the valley“, 
der Convallaria maialis L., von G. Marshall). 
Type im British Museum (N. H.), London. 


11. Elisabethana tricolor Heinze 


Heinze, 1928, Arch. f. Naturg. XCII, 12 (1926), p. 60 
Heinze, 1936, Ent. Bl. XXXII, p. 259, Fig. 11 
Heinze, (ab. signaticollis) 1931, Wien. Ent. Ztg. XLVIIL, p. 175 


Blutrot; Fühler braungelb, Beine und Unterseite rot- bis bräunlichgelb; 
die Spitzen der Schienen und der Tarsenglieder können angedunkelt sein. 
Seitenstreifen der Stirn immer mehr oder weniger schwarz. Scheitel und 
Hals oberwärts gelegentlich schwarz. Schildchen schwarz oder gelb mit 
schwarzem Saum. Flügeldecken gelb mit folgender schwarzer Zeichnung: 
eine Querbinde an der Basis, eine zweite hinter der Mitte, der hintere Teil 
der Naht, die Spitze und der Außenrand einschließlich der Epipleuren. 

Die breiteste Art der Gattung, hinten leicht erweitert, oberseits etwas 
abgeflacht. Stirnerhebung kurz, breit dreieckig, mäßig dicht punk- 
tiert oder glatt; meist von einer mehr oder weniger tiefen Mittelfurche ge- 
teilt; Seitenstreifen der Stirn unregelmäßig grob punktiert und gerunzelt. 
Fühler kurz, robust, die Halsschildbasis wenig überragend; die mittleren 
Glieder etwas länger als breit. 

Hals fein punktiert. Halsschild leicht quer, an den Seiten rund- 
lich erweitert, mit kräftigem, knötchenförmigem Vorsprung an der breitesten 
Stelle (Abb. 5b); Basalfurche kräftig, in der Mitte mit einem Längsgrübchen; 
Punktierung grob, mäßig dicht, in der für die Gattung üblichen Anordnung. 

Schildchen viereckig, hinten leicht verschmälert und abgerundet. 
Flügeldecken verhältnismäßig breit, hinten leicht erweitert, hinter 
dem Schildchen kaum niedergedrückt; Punktreihen vorn mäßig grob, hinten 
viel feiner und kaum vertieft. Auf der Unterseitesind die ganze Mittel- 
und Hinterbrust meist recht dicht mit ziemlich langen Haaren besetzt, sonst 
sehr spärlich behaart. 

Die Art variiert in ihrer Ausfärbung erheblich, insbesondere in der 
Zeichnung der Flügeldecken. Die Basalquerbinde der Elytren kann in der 
Mitte jeder einzelnen Flügeldecke mehr oder weniger stark verschmälert 
sein. Die zweite Querbinde schwankt in ihrer Breite und in dem Grad ihrer 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 Don 


Auszackung. Die schwarze Spitzenfärbung kann ganz fehlen und das 

schwarze Band am Außenrand in der Mitte oder am Hinterende unter- 

brochen sein. Abweichend von der Normalform kann weiterhin der Hals- 

schild fünf (2,3) längliche, schwarze Flecken aufweisen = (ab. signaticollis 

Heinze 1931). 

Länge 5,8-7,5 mm; Breite 2-2,8 mm. 

Verbreitung: Uamgebiet: Bosum; Kongo: Dungu, Haut-Uele (Moto), Lulua 
(Kapanga); Uganda: Gulu. 

Type im Zoologischen Museum der Universität Berlin. 

Type der ab. signaticollis Heinze wahrscheinlich im Musee Royal de l’Afri- 
que Centrale, Tervuren. 


13. Elisabethana balyi (Harold) 
= (Crioceris coronata Baly) 

Harold, 1877, Mitt. München. Ent. Ver. I, p. 100 (Crioceris) 
Heinze, 1928, Arch. f. Naturg. XCII, 12 (1926), p. 58 
Heinze, 1936, Ent. Bl. XXXII, p. 260, Fig. 12, 13 
Jolivet, 1955, Explorat. Parc nat. Upemba, Mission de Witte 1946-1949, Fasc. 38 
(4), p. 78 
Baly, (Crioceris coronata) 1878, Ent. Monthly Mag. XIV, p. 177 

Gelblichrot bis bräunlichgelb; Beine und Fühler heller als der Körper. 
Flügeldecken hellgelb, an der Basis und hinter der Mitte mit je einer schwar- 
zen Querbinde. Seitenstreifen der Stirn und ein Querband des Halses 
schwarz. Schienen und Tarsen des ersten Beinpaares auf der Oberseite mehr 
oder weniger dunkelbraun angelaufen. Abdomen manchmal stellenweise 
angedunkelt. 

Mäßig schlank, fast parallel, oben leicht abgeflacht. Erhabenheit der 
Stirn pfeilspitzenförmig, von einzelnen groben Punkten zerstochen, in der 
Mitte durch eine manchmal etwas unterbrochene, schmale Längsfurche ge- 
teilt. Fühler verhältnismäßig schlank, die Halsschildbasis deutlich über- 
ragend; die mittleren Glieder deutlich länger als breit. 

Hals in der hinteren Hälfte fein punktiert. Halsschild an den 
Seiten im Bogen zu den knötchenförmigen Winkeln erweitert, dahinter 
gerundet verengt; Basalfurche schmal, mäßig tief; Punktierung spärlich, 
mäßig grob, wie üblich angeordnet. 

Schildchen hinten abgerundet. Flügeldecken nicht sehr 
langgestreckt, mit seichtem Quereindruck hinter dem Schildchen; Punkt- 
reihen vorn ziemlich kräftig, hinten schwächer und nur wenig vertieft. 
Unterseite spärlich behaart, auf den Seitenteilen der Mittel- und Hin- 
terbrust am dichtesten. 

Neben den normal gefärbten Tieren treten recht häufig Exemplare mit 
abweichender Färbung folgender Art auf: 


228 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


a) Schildchen schwarz; Flügeldeckennaht hinter der hinteren Querbinde 


schwarz; Beine einfarbig hell. — (Crioceris coronata Baly) 
b) Hintere Querbinde der Flügeldecken in der Mitte breit unterbrochen 
und/oder am Außenrand verkürzt. — (Cr. coronata Baly var. b) 


c) Außenrand der Flügeldecken pechbraun gesäumt. 
d) Vordere und hintere Querbinde am Außenrand der Flügeldecken durch 
einen mehr oder weniger breiten Marginalstreifen verbunden. 
e) Hals ohne schwarze Zeichnung. 
f) Fühlerglieder oberseits mehr oder weniger angedunkelt. 
Länge 4,5-5,5 mm; Breite 1,9-2,1 mm. 
Verbreitung: Nyassa-See; Kongo: Jadotville (Katanga). 
Type im Zoologischen Museum der Universität Berlin. 
Type der Crioceris coronata Baly im British Museum (N. H.), London. 
c. Crioceris Geoffroy 
Geoffroy, 1762, Hist. Ins. Paris, I, p. 237 
Lacordaire, 1845, Monogr. Phytophag. I, p. 546 
Lacordaire & Chapuis, 1874 Gen. Col. X, p. 76 
Jacoby & Clavareau, 1904, Gen. Ins., Fasc. 23, p. 26 
Reitter, 1912, Fauna German. IV, p. 79, 80 
Heinze, 1938, Ent. Bl. XXXIV, p. 29 
Chüjö, 1951, Technic. Bull. Kagawa Agricultur. Coll. II, 2, p. 77 
Monrös, 1959, Los generos de Chrysomelidae. p. 150, 175 

Gestalt schlank, gestreckt oder ziemlich robust. Kopf schräg nach 
unten geneigt. Stirnerhabenheit nur flach, mäßig breit dreieckig, 
vorn winklig, hinten ohne Absatz in den Scheitel übergehend; an den Seiten 
durch eine schmale, tiefe Furche begrenzt, in der Mitte durch eine schmale 
Längsfurche geteilt; ziemlich grob punktiert und unbehaart (bei den metal- 
lischen Arten) oder fein punktiert und mehr oder weniger dicht behaart (bei 
den nichtmetallischen Arten); der Seitenstreifen der Stirn ist grob punktiert 
oder gerunzelt. Augen auf einem hohen Sockel (nichtmetallische Arten) 
oder auf einem nur mäßig hohen Sockel (metallische Arten) dem Kopf 
angefügt, neben den Fühlern mit dreieckigem Einschnitt. Kopfschild 
vorn leicht vorgerundet, gerade abgeschnitten oder leicht ausgerundet; hin- 
ten dreieckig, vereinzelt punktiert. Oberlippe vorn meist gerade abge- 
schnitten, seltener leicht gerundet. Letztes Glied der Maxillartaster 
schlank, mindestens doppelt so lang wie breit. 

Fühler robust, die Halsschildbasis deutlich überragend; Glieder 
sämtlich zylindrisch, die ersten vier meist deutlich schmaler als die folgen- 
den; Glied 1 kurz eiförmig bis fast kugelig, Glied 2 immer kürzer als breit, 
3 immer wenigstens etwas länger als breit, 4 meist annähernd quadratisch, 
5 und folgende etwas länger als breit bis 1'!/amal so lang wie breit, 5 und 7 
am längsten. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 229 


Hals hinter den Augen an den Seiten mehr oder weniger tief und 
spitzwinklig eingeschnürt. Halsschild ungefähr so lang wie breit oder 
länger als breit; vorn leicht bis kräftig gerundet, an den Seiten nach außen 
in leichtem Bogen vorgerundet; an der Basis schwach geschweift, ohne Quer- 
furche vor der Basis (metallische Arten) oder mit schmaler, nicht tiefer 
Furche an dieser Stelle (nicht-metallische Arten) (Abb. 2b, Abb. 15); Makro- 
punktierung entweder über die ganze Oberfläche gleichmäßig verteilt, oder 
in der Mitte bleibt ein Längsstreifen davon frei, oder die Makropunktierung 
ist nur in zwei Längsreihen über die Mitte und zu einer Gruppe in den 
Vorderecken angeordnet oder sie fehlt gänzlich und ist dann durch eine 
Mikropunktierung ersetzt. 

Schildchen kurz, hinten breit abgerundet oder im ganzen halb- 
kreisförmig, unbehaart. Flügeldecken ziemlich gewölbt, bei den me- 
tallischen Arten schlank, bei den nichtmetallischen ziemlich breit, immer an 
den Seiten fast parallel; hinter den Schultern wenig oder gar nicht verengt; 
hinten gemeinsam abgerundet, an der Naht leicht eckig (metallische Arten) 
oder einzeln abgerundet (nichtmetallische Arten); jede Decke mit 10 ganzen 
Punktreihen und einer abgekürzten am Schildchen; Reihen hinten manch- 
mal leicht vertieft, Zwischenräume nur bei Crioceris viridissima Bryant 
kräftig querrunzelig, Epipleuren von den Schultern zur Spitze all- 
mählich verschmälert, kurz hinter den Schultern mit einer kleinen Vertie- 
fung, auf die eine sehr kleine Verbreiterung der Seitenteile der Hinterbrust 


übergreift. Bei C. viridissima scheint diese Bildung allerdings gänzlich zu 
fehlen. 


Unterseite ziemlich stark gewölbt; Behaarung auf der Mittel- 
und Hinterbrust am stärksten (auf deren Seitenteilen nicht dichter), auf den 
übrigen Teilen mäßig dicht bis fehlend.. Vorderhüften zusammen- 
stoßend, Mittelhüften mäßig weit, Hinterhüften ziemlich weit 
getrennt; Mittelbrust hinten abgerundet. Erstes Abdominal- 
segment mit einer mäßig langen Spitze zwischen die Hinterhüften 
ragend. 


Beine schlank bis mäßig kräftig, Hinterschenkel wenig dicker als die 
vorderen. Tarsen mäßig schlank, Klauenglied mehr als zur Hälfte aus 
den Lappen des dritten Gliedes herausragend; Klauen am Grunde weit von- 
einander getrennt bis leicht genähert, ziemlich stark nach unten gekrümmt. 
Gattungstypus: Chrysomela asparagi Linne aus Europa. 


Nimmt man an, daß die Lebensweise der europäischen Arten für die 
Gattung Allgemeingültigkeit hat, so würden für die Arten als Futterpflan- 
zen lediglich Asparageen in Betracht kommen. Ein solcher Schluß scheint mir 
aber doch sehr gewagt, wenn auch die Tatsache, daß die Crioceris viridis- 


230 


Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


sima an Spargel schädlich auftritt, wenigstens für die afrikanischen Vertreter 
eine gewisse Bestätigung darstellt. Eine solche Verallgemeinerung wird je- 


doch vor allem durch den Nachweis ungerechtfertigt, daß Elisabethana mili- 


taris (Jacoby) auf einer Liliacee gefunden wurde. Denn gerade Elisabethana 


halte ich für am nächsten verwandt mit den schlanken metallischen Arten 


der vorliegenden Gattung. 


8(9) 


Orientierungstabelle zu Crioceris 


Verhältnismäßig schlank, wenigstens teilweise metallisch gefärbt, 
Stirn unbehaart. 
Unterseite metallisch-blauschwarz, -blaugrün oder -blauviolett. 
Halsschild rot, manchmal in der Mitte mehr oder weniger schwarz; 
spärlich punktiert. Flügeldecken dunkelblau, Außenrand und Spitze 
rot; drei Makeln auf jeder Decke gelb, eine länglich an der Basis, 
je eine quer vor und hinter der Mitte, mit dem roten Außenrand 
zusammenhängend; Zwischenräume der Flügeldecken-Punktreihen 
glatt. Fühler und Beine ganz bis fast ganz schwarz bis schwarzblau. 
asparagi Linne 
Gänzlich leuchtend metallisch-blaugrün. Vorderkopf, ein großer 
Fleck auf der Stirn, die Beine und die letzten Abdominalsegmente 
hellrötlich. Halsschild dicht und grob punktiert, an den Seiten 
manchmal quer gerunzelt. Zwischenräume der Flügeldecken-Punkt- 
reihen querrunzelig. 
viridissima Bryant 
Unterseite, Kopf und Halsschild bräunlichgelb. Fühler bräunlich 
bis schwarz. Flügeldecken hellgelb mit grünlichem Metallglanz und 
breitem, schwarzgrünem Nahtband. 
viridimicans Heinze 
Gedrungen; nirgends metallisch gefärbt. Stirn mehr oder weniger 
dicht behaart. (Die mir unbekannten Arten C. piliceps Monrös und 
C. variabilis Pic sind hier unberücksichtigt.) 
Halsschild außer der Mikropunktierung mit zwei Längsreihen 
(auch Doppelreihen möglich) stärkerer Punkte in der Mitte und je 
einer Gruppe ähnlicher Punkte in den Vorderecken. 
4-4,5 mm lang, aber selten länger als 41/a mm; etwas gedrungen. 
Halsschild-Reihenpunktierung in der Mitte fein. Halsschild und 
Flügeldecken fast einfarbig gelb bis hellbraun, höchstens die Flü- 
geldecken an der Naht und der Schulterbeule schwach angedunkelt. 
(Abb. 15) 


piceosuturalis n. sp. Heinze 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 231 


9 (8) 4,5-6 mm lang, aber selten kürzer als 5 mm; ziemlich gedrungen. 


10 (7 
11 (12 


12 (11 


— 


) 


SS 


Halsschild-Reihenpunktierung in der Mitte stärker. Färbung va- 
riabel; Unterseite, Kopf, Fühler und Beine mehr oder weniger 
schwarz oder rötlich; Oberseite rötlichgelb oder bräunlichrot mit 
folgender schwarzer Normalzeichnung: (Abb. 16a) auf dem Hals- 
schild zwei längliche Flecken, auf den Flügeldecken je sechs rund- 
liche, kleine Flecken (1 auf der Schulterbeule; 2 kurz dahinter; 3 
dicht an der Naht, etwa in der Höhe von 2; 4 hinter der Mitte auf 
der äußeren Hälfte; 5 noch weiter nach hinten, nahe der Naht; 
6 kurz vor der Spitze). Die Art variiert sehr stark von fast einfarbig 
rötlichgelb bis gänzlich schwarz. 
nigropunctata Lacordaire 
a) Naht der Flügeldecken nie geschwärzt. 
subsp. nigropunctata Lacordaire 
b) Naht der Flügeldecken wenigstens in der Schildchengegend 
bräunlich bis schwarz. 
subsp. occidua Heinze 
Halsschild ohne Reihenpunktierung in der Mitte. 
Halsschild gleichmäßig nur mit äußerst feiner Punktulierung be- 
deckt; Seiten fast gerade, von den Vorderecken zu den Hinter- 
winkeln schwach erweitert. Unterseite, Kopf, Fühler und Schild- 
chen schwarz. Halsschild einfarbig gelbbraun oder mit einem klei- 
nen, bräunlichen Pünktchen vor dem Schildchen. Flügeldecken 
gelbbraun, die Naht bis zur 2.-3. Punktreihe sowie die Schulter- 
beule schwarz, Abdomen kann mehr oder weniger gelblich sein, 
die Flügeldecken können einfarbig gelblich sein. 
suturata Heinze 
Halsschild mit im vorderen Teil feiner Punktierung bedeckt, die 
sich nach hinten zu allmählich vergröbert; an den Seiten vorn stark 
bauchig erweitert, vor den Hinterecken kräftig rundlich verengt. 
Schwarz; Flügeldecken mit einer gelblichen Längsbinde, die an 
der Basis beginnt und kurz vor der Spitze endet und von der 3. bis 
zur 7. Punktreihe oder etwas über letztere hinausreicht. 
korschefskyi Heinze 


1. Crioceris asparagi (Linne) 


Linne, 1758, System. Natur. ed 10, p. 376 
Heinze, 1929, Senckenbergiana 11, p. 104 


Von dieser bekannten europäischen und auch in Nord-Amerika weit 


verbreiteten Art wurde ein Stück bei Madibira in Tanganjika gefunden. Im 


232 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


Hinblick auf die Gefährlichkeit der Art für Spargelkulturen möchte ich 
einige Angaben über sie machen. Ich sehe aber davon ab, die umfangreiche 
Literatur darüber anzuführen, weil sich diese in der Hauptsache mit der 
großen Variabilität der Art, insbesondere ihrer Flügeldecken befaßt, und 
weil ich mit anderen Autoren der Ansicht bin, daß die vielen stark flukturie- 
renden und ineinander übergehenden Koloritformen nicht wert sind, durch 
besondere Namen gekennzeichnet zu werden. 


Die in Deutschland dominierende Form ist folgende: Schwarzgrün; 
Halsschild oben und an den Seiten rötlich, oft mit zwei schwarzen, meist 
verschwommen begrenzten Flecken, die sich manchmal zu zwei leicht 
bogenförmigen Strichen verlängern; diese sind oft vorn breiter als hinten 
und verbinden sich ebensooft hinten, so daß sie eine V-förmige Zeichnung 
bilden; bei südeuropäischen Tieren ist die Scheibe in der Mitte meist von 
einem großen, schwarzen Fleck bedeckt (die Ausdehnung der schwarzen 
Zeichnung auf dem Halsschild steht in keiner Beziehung zu der helleren 
oder dunkleren Färbung der Flügeldecken). Flügeldecken elfenbeinfarbig, 
Außenrand und Spitze rötlich; ein breiter, bis zur 3. Punktreihe reichender 
gemeinsamer Nahtsaum, der an der Spitze plötzlich verschmälert ist und 
dort nur bis zur 1. Punktreihe reicht, sowie drei von diesem Nahtsaum aus- 
gehende und seitwärts bis an die rote Färbung des Außenrandes reichende 
Querbinden metallisch-schwarzgrün bis -schwarzblau, manchmal auch mes- 
singfarben überflogen; von den Querbinden beginnt die erste hinter dem 
Schildchen und bedeckt auch die Schulterbeule, so daß von ihr ein elfen- 
beinfarbiger, etwa viereckiger Basalfleck umschlossen wird; die zweite 
Binde befindet sich ungefähr in der Mitte, und die dritte schließt sich an 
den Vorderrand des roten Spitzensaumes an. Schienen an der Basis mehr 
oder weniger ausgedehnt rötlich. 


Die sehr zahlreichen Aberrationen kommen dadurch zustande, daß 
die Querbinden unterbrochen, auf isolierte Flecken reduziert oder gänzlich 
geschwunden sind, wobei die Auflösung meist am Nahtstreifen aber auch 
an anderen Stellen beginnt und oft auch auf den beiden Flügeldecken nicht 
gleichmäßig erfolgt. Selten umschließen die hellen (elfenbeinfarbigen) Stel- 
len verwaschen pechbraune Flecken. 


Stirn sanft gewölbt, gegen den Hals nicht abgesetzt; Stirnerhebung 
in der vorderen Hälfte durch einen schmalen, tiefen Längseinschnitt hal- 
biert; sehr dicht und fein punktuliert und außerdem (wie der Hals) spärlich 
mit größeren, tief eingestochenen Punkten besetzt. Fühler kurz und 
kräftig; Glied 5 und folgende etwa 1'/amal so lang wie breit. 

Halsschild länger als breit; vorn kräftig gerundet, hinten fast 
gerade, Seiten schwach vorgewölbt; Basalfurche nicht vorhanden oder durch 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 233 


ein Grübchen in der Mitte ersetzt; hinter dem leicht emporgewölbten Vor- 
derrand ist die Scheibe oft quer furchenartig niedergedrückt; Punktierung 
sehr dicht und sehr fein; außerdem sind tiefe, größere Punkte über die 
ganze Scheibe mäßig dicht verteilt, wovon aber meist ein schmaler Längs- 
streifen über die Mitte ausgenommen bleibt. 

Schildchen hinten halbkreisförmig gerundet. Flügeldek- 
ken ziemlich schlank, oben leicht abgeflacht; Punktreihen verschieden 
stark ausgebildet: 1-3 ziemlich stark, 4 etwas schwächer, 5-8 ziemlich fein, 
9 etwa so stark wie die ersten drei, 10 rinnenartig vertieft; Intervalle zwi- 
schen den Reihen flach, höchstens außen an der Spitze leicht gewölbt. Un- 
terseite spärlich behaart. 

Länge 5,3-7 mm; Breite 1,9-2,5 mm. 
Das afrikanische Exemplar, das ich seinerzeit gesehen habe, befindet sich 
im Senckenberg-Museum, Frankfurt a. M. 


2. Crioceris viridissima Bryant 


= (Crioceris testaceipes Pic) syn. nov. 


Bryant, 1922, Bull. Ent. Research, London, XII, p. 473, Fig. 1 
Heinze, 1929, Zool. Anz. (Wasmann-Festband), p. 89 
Heinze, 1938, Ent. Bl. XXXIV, p. 32, Fig. 14 

Pic, (C. testaceipes) 1933, Boll. Soc. Ent. Ital. LXV, p. 128 


Leuchtend metallischgrün, auf der Unterseite stellenweise violett; 
Vorderkopf, ein großer Fleck auf der Stirn, die Beine und die letzten Abdo- 
minalsegmente rötlich bis gelblich. 

Schlank, parallel. Erhabenheit der Stirn flach, wie der Hals mäßig dicht 
grob punktiert; in der vorderen Hälfte mit schmaler, hinten verkürzter 
Längsfurche; Seitenstreifen der Stirn grob punktiert bis runzelig. Fühler 
sehr kräftig; Basalglieder nur wenig dünner als die übrigen, die mittleren 
Glieder ungefähr quadratisch. 

Halsschild relativ lang, im Verhältnis zu den Flügeldecken sehr 
groß; an den Seiten in weitem Bogen vorgewölbt; ohne Basalfurche, jedoch 
mit einem Grübchen vor dem Hinterrand; ganze Oberseite dicht mit groben 
Punkten besetzt, die sich an den Seiten öfter zu Querrunzeln verbinden; 
zwischen den Punktreihen hier und da fein punktuliert. 

Schildchen hinten fast halbkreisförmig, Flügeldecken 
schlank, parallel, ohne Quereindruck hinter dem Schildchen; grob gereiht 
punktiert, Zwischenräume zwischen den Punktreihen überall dicht quer 
gerunzelt. Unterseite ziemlich gleichmäßig behaart, auf dem Ab- 
domen etwas schwächer als auf der Mittel- und Hinterbrust. Beine kurz, 


ziemlich schlank. 


34 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


Neben der normal gefärbten Form können Tiere auftreten, deren Stirn 
keine gelbe Makel aufweist. = (Crioceris testaceipes Pic). 
Länge etwa 6 mm; Breite etwa 2,2 mm. 
Verbreitung: Erythraea: Adi Caie; Kenya: Nakuru (Migori Valley, S. Kavi- 
ronda; an Spargel schädlich auftretend). 
Type im British Museum (N. H.), London. 
Type der Crioceris testaceipes Pic wahrscheinlich im Pariser Museum, 
Sammlung Pic. 


3. Crioceris viridimicans Heinze 


Heinze, 1931, Wiener Ent. Ztg. XLVIII, p. 176, Fig. 1 
Heinze, 1938, Ent. Bl. XXXIV, p. 32, Fig. 15 


Hellgelb bis hellbräunlich, auf der Oberseite (besonders auf den Flü- 
geldecken) mit schwach grünlichem Metallglanz. Fühler rötlich oder bräun- 
lich bis schwarz. Schildchen und Flügeldeckennaht bis zur 2.-3. Punktreihe 
und nicht ganz bis zur Spitze metallisch-schwarzgrün. Nahtwinkel der Flü- 
geldecken an der Spitze und die Schulterbeule sowie die Tarsen bräunlich 
angedunkelt. 

Schlank, parallel. Stirnerhebung flach, mäßig dicht und ziem- 
lich grob punktiert, Punktierung gegen den Hals stärker aufgelockert und 
feiner werdend; im hinteren Teil in der Mitte mit einer flachen Längsgrube, 
die nach vorn in eine mehr oder weniger lange, flache Längsfurche über- 
geht; Seitenstreifen der Stirn grob und gerunzelt punktiert, sehr spärlich 
fein behaart. Augen mäßig vorstehend. Fühler kräftig, mittlere 
Glieder deutlich länger als breit. 

Halsschild etwas länger als breit, an den Seiten in weitem Bogen 
wenig erweitert; Basalfurche kaum merkbar; Punktierung in der Größe 
etwas veränderlich, im ganzen aber ziemlich grob und spärlich; ein hinten 
etwas erweiterter Längsstreifen über die Mitte bleibt von der Punktierung 
frei, an den Seiten verbinden sich die Punkte selten zu leichten Quer- 
runzeln. 

Schildchen hinten fast halbkreisförmig. Flügeldecken 
schlank, ohne Quereindruck hinter dem Schildchen; Punktreihen kräftig, 
hinten leicht vertieft. Unterseite mäßig dicht behaart, am spärlich- 
sten auf dem Abdomen. 

Länge 4,5-5,5 mm; Breite 1,6-1,8 mm. 

Verbreitung: Natal: Drakensberge, Weenen, Ladysmith; Transvaal: Pre- 
toria, Potchefstroom. | 

Type im British Museum (N. H.), London. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 235 


4. Crioceris suturata Heinze 


Heinze, 1931, Wiener Ent. Ztg. XLVIII, p. 178, Fig. 2 
Heinze, 1938, Ent. Bl. XXXIV, p. 33, Fig. 16, 17 


Kopf, Fühler, Schildchen und Unterseite schwarz. Beine schwarz, 
Basalhälfte der Schenkel und der Schienen aber gelblich. Halsschild ein- 
farbig gelbbraun oder mit kleinem, schwarzem Flecken in der Mitte der 
Basalfurche. Flügeldecken gelbbraun, der Nahtstreifen bis zur 2.-8. Punkt- 
reihe und die Schulterbeule schwarz. 

Ziemlich gedrungen. Erhebung der Stirn mäßig dicht gelblich be- 
haart, sehr flach, im vorderen Teil fein und dicht punktiert; in der Mitte 
mit schmaler, tiefer Längsfurche; die grob punktierten Seitenstreifen durch 
tiefe Schrägfurchen abgetrennt. Augen stark vorstehend. Fühler ro- 
bust, mittlere Glieder ungefähr quadratisch. Hals unpunktiert, glänzend. 

Halsschild ungefähr quadratisch, hinten ein wenig breiter als 
vorn; an den Seiten wenig vorgewölbt; mit schmaler, deutlicher Basalfurche, 
in deren Mitte ein tiefer, manchmal bräunlicher Punkt eingestochen ist; 
Oberseite gleichmäßig sehr fein punktuliert. 

Schildchen länglich, hinten breit abgerundet, in der Mitte nie- 
dergedrückt. Flügeldecken ziemlich breit, ohne Quereindruck hinter 
dem Schildchen; Punktreihen ziemlich kräftig, nirgends vertieft; in den mitt- 
leren Reihen stehen die Punkte teilweise sehr weit auseinander. Unter- 
seite ziemlich gleichmäßig und recht dicht gelblich behaart. 

Neben der Normalform können Exemplare auftreten, bei denen das 
Abdomen mehr oder weniger gelblich und die Flügeldecken einfarbig gelb- 
lich gefärbt sind = (ab. insuturata Heinze 1931). 

Länge etwa 4,5 mm; Breite etwa 2 mm. 

Verbreitung: Tanganjika: Arusha-Ju; Kenya: W. Slopes of Kenya on Meru- 
Nyeri. | 

Type im Museum G. Frey, Tutzing. 

Type der ab. insuturata Heinze im British Museum (N. H.), London. 


9. Crioceris piceosuturalis n. sp. Heinze (Abb. 15) 


Hellgelb bis bräunlichgelb. Stirn (manchmal mit Ausnahme eines ver- 
waschenen, hellen Fleckens in der Mitte), Fühler, Hals, Schildchen und 
Unterseite des Körpers ohne Vorderbrust pechbraun bis schwärzlich. Ab- 
domen meist heller als die übrige Unterseite. Flügeldeckennaht etwa vom 
hinteren Ende der verkürzten Punktreihe am Schildchen bis zum Abfall der 
Flügeldecken (selten früher beginnend und später endend) rötlich bis 
bräunlich angelaufen, wobei die dunkle Färbung seitlich nicht über die 


236 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


erste (ganze) Punktreihe hinausreicht. Schulterbeule in sehr geringer Aus- 
dehnung wie die Flügeldeckennaht gefärbt. Häufig sind die Schulterbeule 
oder die Flügeldeckennaht farblich nicht besonders hervorgehoben. 

Klein und etwas gedrungen. Kopf meist bis ziemlich weit auf den 
Hals herauf mit gelblicher, langer Behaarung bedeckt, wovon im hinteren 
Teil der Stirn oft ein Längsstreifen in der Mitte ausgenommen bleibt. 


Abb. 15: 
Crioceris piceosuturalis 
n. sp. Heinze 


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Stirnerhebung sehr flach, ohne jeden Absatz in den Scheitel über- 
gehend; durch eine schmale, mehr oder weniger kurze Längsfurche halbiert, 
dahinter am Übergang zum Scheitel manchmal in einem undeutlichen 
Längswulst erhoben; Seitenstreifen der Stirn durch sehr schmale, oftmals un- 
deutliche Längsfurchen abgegrenzt. Augen auf einem hohen, dicht aber 
verloschen punktierten Sockel dem Kopf angefügt; seitlich stark vorgewölbt, 
hierdurch der Kopf an dieser Stelle deutlich breiter als der Halsschild in 
seiner größten Ausdehnung; Augeneinschnitt neben den Fühlern tief drei- 
eckig. Die dunkle Färbung des Kopfes läßt den Clypeus und die Mundteile 
und meistens die Seitenstreifen der Stirn frei. 

Fühler robust, ungefähr bis an die Schulterbeule reichend; Glied 1 
kurzoval, 2 perlförmig, 3 und 4 wenig länger als breit, unter sich annähernd 
gleich, Glieder 5 bis 11 kräftig erweitert, 5 bis 10 ungefähr quadratisch oder 
wenig länger als breit, Glied 5 am längsten, 11 abgerundet; Glieder 1 bis 4 
spärlich, 5 bis 11 dicht behaart. In der Färbung ist meist Glied 1 heller als 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 237 


die Glieder 2 bis 4; auch die folgenden erscheinen meist heller als 2 und 4, 
was aber in der Hauptsache durch die dichte Pubeszenz hervorgerufen wird. 
Halsschild wenig länger als breit; Vorderrand leicht gerundet, 
Hinterrand fast gerade; Seiten im vorderen Teil in weitem Bogen schwach 
bis mäßig vorgewölbt, manchmal auch fast parallel; hinter der Mitte mit 
ziemlich tiefer aber schmaler Einschnürung, von der aus sich die dicht vor 
dem Hinterrand liegende, schmale und tiefe Basalfurche über die Oberseite 
zieht; Scheibe vor der Furche ziemlich stark gewölbt, ohne Spur eines Ein- 
drucks im vorderen Teil; Punktierung fein, bestehend aus zwei eng neben- 
einanderliegenden Längsreihen über die Mitte, aus einer Querreihe am Vor- 
derrand und einer großen Gruppe in den Vorderecken. 
Schildchen länglich, parallel, hinten abgerundet; Färbung immer 
dunkler als die der Flügeldecken, mindestens an den Rändern angebräunt. 
Flügeldecken an den Seiten annähernd parallel, hinter den 
Schultern ausgeschweift, ziemlich stark querüber gewölbt; hinter dem 
Schildchen nicht oder nur undeutlich quer niedergedrückt; Punktierung 
ziemlich stark, hinten abgeschwächt; Punkte mäßig dicht aufeinanderfol- 
gend, in der Basalhälfte in sehr weiten Abständen eingestochen, besonders 
in der zweiten und dritten (ganzen) Reihe; die erste Reihe von der Mitte ab, 
die zehnte gänzlich rinnenartig vertieft; Zwischenräume zwischen den Rei- 
hen nicht gewölbt, unpunktiert. Die dunkle Färbung der Naht erstreckt sich 
nur selten weiter als oben angegeben. Immerhin kann sie aber bei einzelnen 
Stücken vom Schildchen bis in die Spitze reichen. Unterseite sehr 
dicht und fast gleichmäßig mit anliegenden, ziemlich langen, weißlichen 
Haaren bedeckt. Schenkel mäßig dicht behaart. 
Länge 4-4,5 mm; Breite 1,6-2 mm. 
16 Exemplare von Rives du Moyen Chari: De Bousso, Mission Chari- 
Tchad; gesammelt durch Dr. J. Decorse, Juni bis August 1904. 
Type im Pariser Museum. 


6. Crioceris piliceps Monrös 


Monrös, 1958, Boletin Acad. Cienc., Cordoba (R. A.) 40, p. 174 


Die Art, die nur nach einem Einzelexemplar beschrieben wurde, ist mir 
unbekannt. Sie scheint in nächster Verwandtschaft zu Crioceris piceosutu- 
ralis n.sp. Heinze und C. nigropunctata Lacordaire zu stehen. Der Autor 
gibt folgende Beschreibung: 

„Union of South Africa, British Bechuanaland: Vryburg, IV. 1948, 
1 holötipo an col. Monrös, Koch leg., obtenido por gentileza del Sr. W. 
Wittmer. 


4,3x 1,7 mm; largo antenal 1,6 mm. 


238 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


Coloraciön amarillo tostada. Meso, metasteno y parte central del pri- 
mer ventrito negras. Los cuatro antenitos basales castano oscuros, el resto 
de la antena aclarändose gradualmente hacia el äpice. Cabeza con un tinte 
rojizo y una mancha negra occipital. Elitros amarillo blanquecinos, cada uno 
con una mancha humeral y un pequeno punto postmediano discal entre las 
lineas 6 y 7 de color amarillo tostado. Tibias y tarsos oscurecidos hacia el 
apice; ültimo tarsito con el cuarto distal negro. Pelosidad argentada. 

Cabeza grande y ancha, aplanada y densamente pelosa. Los pelos ocul- 
tan la escultura, que es muy superficial y en la cual es dificil descubrir los 
surcos cruzados caracteristicos del grupo. La superficie, ademäs de pelosa, 
es densamente puncteado-rugosa. Ojos grandes muy prominentes. Antenas 
mäs cortas que medio cuerpo, engrosändose gradual y moderadamente 
hacia el äpice. 

Pronoto subcilindrico, algo mäs largo que ancho y con una muy ligera 
constricciön basal lateral, que no se prolonga por el disco. Superficie glabra 
y con brillo vitreo, con una impresiön pre-escutelar punctiforme y puntos 
medianos y poco densos dispuestos en una banda discal longitudinal y en 
los ängulos anteriores. 

Elitros subparalelos en los ?/4 basales, conjuntamente redondeados en 
el äpice, apenas deprimidos deträs del escudete y con 10!/2 lineas de puntos 
regulares y bien impresas, algo atenuadas hacia el äpice, donde las exterio- 
res forman pequenos surcos. 

Patas gräciles y relativamente largas. Unas divergentes en ängulo 
agudo. 

Observaciones: Esta pequena especie de coloraciön muy pälida se sin- 
gulariza por la cabeza muy pelosa, condiciön que oculta los surcos cruzados 
que, aunque presentes, estän muy poco marcados.“ 

Type wahrscheinlich im Smithsonian Institution U. S. Nat. Mus., Washington. 


7. Crioceris variabilis Pic 
Pic, 1952, Bull. Inst. franc. d’Afrique Noire, XIV, p. 511 


Diese Art ist mir gleichfalls unbekannt. Nach der Beschreibung des 
Autors steht sie in naher Verwandtschaft zur C. nigrifrons. Möglicherweise 
ist die Spezies auch ein Synonym zu der außerordentlich stark variierenden 
Vergleichsart. Der Autor gibt folgende Diagnose: 

„ITransvaal: Ventersdorp. Plusieurs exemplaires dont un paratype dans 
ına collection. 

Longueur: 4—4,5 mm. 
Minutus, oblongus, nitidus, supra fere glaber, capite et infra corpore 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 239 


argenteo pubescentibus, his diverse nigris; antennis crassis, plus minusve 
rufis; pedibus testaceis; thorace, scutello, elytrisque luteis, his postice 
minute nigro maculatis. 

Petit, oblong, brillant, sauf sur la t&te subopaque, presque glabre en 
dessus, avec la töte et le dessous du corps reve&tus d’une pubescence argen- 
tee, ces m&mes parties largement ou brievement noires avec le reste clair. 
Antennes robustes, plutöt rousses, parfois un peu obscurcies sur la base; 
pattes, thorax, ecusson et Elytres jaunes päles, ces derniers avec trois petites 
macules posterieures noires sur chacun, pas toujours marqu&es. T&te avec 
les yeux saillants plus large que le thorax, dens&ement ponctuee, presque 
opaque, ä coloration claire marquee diversement de fonc& parfois tres peu 
et sur le vertex seulement. Thorax presque carr& et ä peu pres droit sur les 
cötes, ä faible sillon transversal prebasal et une petit fossette mediane, 
eparsement et diversement ponctue. Elytres tres courts et larges, ä rangees 
de points forts, substries, ayant une faible impression pr&suturale anteme- 
diane ä& fond parfois rembruni et ornes chacun, posterieurement, de trois 
petites macules noires (disposees triangulairement, la mediane rapproches 
de la suture, les autres discales) pouvant en partie devenir peu distinctes, 
meme s’obliterer. 

Peut se placer pres de C.nigropunctata Lac., autrement macule de 


noir, sans macule humerale, etc... .“ (Pic). 


8. Crioceris nigropunctata Lacordaire 
= (Lema laticollis Jacoby) 
= (Crioceris nigrita Weise) 
= (Crioceris curtipennis Pic) 


Lacordaire, 1845, Monogr. Phytophag. I, p. 585 

Jacoby & Clavareau, 1904, Gen. Ins. Fasc. 23, p. t.5, f. 2 

Weise, 1910, in Sjöstedt, Kilimandscharo-Meru Exped. I, 7, Col. p. 160 
Heinze, 1924, Koleopt. Rdsch. XV, p. 199 

Heinze, 1927, Dtsch. Ent. Z. p. 222 

Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 89 

Heinze, 1930, Rev. Zool. Bot. Afrique XX, p. 24 

Heinze, 1938, Ent. Bl. XXXIV, p. 33, f. 18, 19 

Jacoby, (Lema laticollis) 1888, Trans. Ent. Soc. London, p. 191,t. 7.1 
Jacoby, 1893, Ann. Soc. Ent. Belgique XXXVII, p. 271 

Weise, 1904, Arch. f. Naturg. p. 158 

Weise, (Crioceris nigrita) 1912, Dtsch. Zentralafrika Exped. IV, p. 130 
Pic, (Crioceris curtipennis) 1920, Echange XXXVI, p. 20 


Schwarz; Halsschild und Flügeldecken rötlich; Flügeldecken mit je 
sechs schwarzen Flecken in folgender Verteilung: 1 auf der Schulter, 2 dicht 
dahinter, 3 dicht an der Naht und wenig weiter nach hinten als 2, 4 etwas 


240 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


hinter der Mitte, von 3 aus schräg nach hinten außen, 5 hinter 3 am Beginn 
des Abfalls der Flügeldecken, 6 kurz vor der Spitze (Abb. 16a); Beine röt- 
lich; Basalhälfte der Schenkel, ein Fleck vor deren Spitze, die Schienen kurz 
vor der Spitze und die Spitzen der Tarsenglieder schwarz. 

Ziemlich gedrungen. Stirn mäßig dicht hell behaart; Erhebung der 
Stirn flach, ohne Absatz in den Scheitel übergehend; in der Mitte mit schma- 
ler, tiefer Längsfurche, die einen mehr oder weniger breiten, unbehaarten 
Saum aufweist; Seitenstreifen der Stirn grob punktiert, weniger stark be- 
haart. Fühler robust, die mittleren Glieder etwas länger als breit. 

Hals fein punktiert. Halsschild ungefähr quadratisch, hinten 
etwas breiter als vorn, an den Seiten leicht gewölbt; mit sehr feiner Grund- 
punktierung, aus der sich zwei Längsreihen etwas stärkerer Punkte über 
die Mitte abheben, je eine Gruppe kräftigerer Punkte bedeckt auch die 
Vorderecken; Basalfurche schmal, wenig vertieft, in der Mitte am stärksten 
und an dieser Stelle manchmal mit einem kleinen Grübchen versehen. 
(Abb. 2b) 

Schildchen kurz, hinten breit abgerundet. Flügeldecken 
robust, um das Schildchen herum etwas erhöht, dahinter leicht quer nieder- 
gedrückt; Punktreihen kräftig, hinten nur wenig vertieft; Zwischenräume 
zwischen den Reihen hier und da mit feinen Pünktchen besetzt. Unter- 
seite ziemlich dicht behaart, auf dem Abdomen spärlicher. Beine 
mäßig kräftig. 

Die Art variiert in ihrer Ausfärbung, insbesondre in den Einzelheiten 
der Elytrenzeichnung sehr stark. Dabei können neben der Abwandlung der 
Flügeldeckenzeichnung folgende aberrante Merkmale auftreten: 

a) Fühler insgesamt oder ihre Basalglieder aufgehellt. 
b) Beine und Unterseite des Körpers mehr oder weniger aufgehellt. 

= (Crioceris curtipennis Pic). 
c) Beine mehr oder weniger bis gänzlich schwarz. 

An Hand der Flügeldeckenzeichnung läßt sich die Art in zwei Lokal- 
rassen trennen, die in ihrer Ausfärbung jeweils wieder stark variieren 
können. 


A. subsp. nigropunctata Lacordaire. 

Verbreitungsgebiet: Ostküste Afrikas bis hinunter zum Kap. 
Grundfarbe rötlichgelb, oft stärker aufgehellt. Naht der Flügeldecken nie 
geschwärzt. (Abb. 16a-f) 
1. Halsschild ohne schwarze Zeichnung. (Abb. 16b-f) 

a) Flügeldecken ohne Makeln. (Abb. 16b) 

b) Flügeldecken nur mit den beiden schräg zueinanderstehenden 

Makeln vor dem Spitzenfleck. (Abb. 16c) 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 241 


c) Flügeldecken mit vollständigen aber nur punktartig angedeuteten, 
undeutlichen Flecken. (Abb. 16d) = (ab. incompleta Heinze 1927) 


d) Flügeldecken mit den normalen Makeln. (Abb. 16e) 
— (Lema laticollis Jacoby 1888). 


e) Flügeldecken mit sämtlichen Makeln, die quere Spitzenmakel ist 
aber in zwei kleine Fleckchen aufgelöst. (Abb. 16f) 


SIDE TRIETE 
0: 
BEREE 


Abb. 16: Variation der Halsschild- und Flügeldeckenzeichnung 
bei Crioceris nigropunctata Lacordaire. 


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i k l m n 


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2. Halsschild mit zwei Längsflecken und manchmal mit einem kleinen 


Punkt vor der Basis. Flügeldecken normal gemakelt. (Abb. 16a) 
—= (ab. nigropunctata Lacordaire) 


B. subsp. occidua Heinze 1927 
Verbreitungsgebiet: Westafrika, östliche Grenze ungefähr im Meru-Gebiet. 
Grundfarbe bräunlichrot oder rötlichgelb, vielfach stärker aufgehellt. Naht 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 16 


242 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


der Flügeldecken (wenigstens in der Schildchengegend) stets schwarz oder 
bräunlich. (Abb. 16g-u) 


3. 


Halsschild und Flügeldecken einfarbig hell, nur die Naht der Elytren 
(wenigstens in der Schildchengegend) und eine Makel auf.der Schulter- 
beule braun bis schwarz. (Abb. 16g) 

= (ab. defecta Weise 1910). 


Halsschild ohne Zeichnung; Flügeldeckennaht gebräunt bis schwarz; 
Flügeldecken mit den normalen Makeln und zwar: (Abb. 16h-1) 

a) sämtliche Makeln isoliert. (Abb. 16h) 

b) die hinteren Nahtflecken mit der Naht verbunden. (Abb. 16i) 

c) auch die vorderen Nahtflecken mit der Naht verbunden. (Abb. 16k) 
d) sämtliche Makeln stark vergrößert. (Abb. 161) 


Halsschild mit zwei Längsmakeln oder außerdem mit einem kleinen 

Fleckchen vor dem Schildchen. Flügeldeckennaht braun bis schwarz; mit 

folgender Flügeldeckenzeichnung: (Abb. 16m-s 

a) mit normalen Flecken. (Abb. 16m) 

b) die vorderen beiden Nahtflecken fehlen. (Abb. 16n) 

c) die beiden hinteren Flecken sind mit der Naht verbunden. (Abb. 160) 

d) auch die vorderen Nahtflecken sind mit der Naht verbunden. 
(Abb. 16p) 

e) die hinteren Nahtflecken sind mit der Spitzenmakel mehr oder weni- 
ger deutlich verbunden. (Abb. 16q) 

f) ein breites Nahtband verbindet die beiden Nahtfleckenpaare und 
das Schildchen miteinander. (Abb. 16r) 

g) die Nahtspitze ist in geringerer Ausdehnung geschwärzt. (Abb. 16s) 

= (ab. occidua Heinze 1927). 


Zwischen den Makeln der Flügeldecken färbt sich der Untergrund all- 
mählich schwarz, so daß schließlich nur noch die Spitze mehr oder we- 
niger rötlich bleibt. Der Halsschild ist: 

a) am Vorder- und Hinterrand schwarz. (Abb. 16t) 

b) gänzlich schwarz. = (Cr. nigrita Weise 1912). 


Zum größten Teil oder gänzlich schwarz. Flügeldecken gänzlich 
schwarz. (Abb. 16u) = (ab. nigrissima Heinze 1924). 


Länge 4,5-6 mm; Breite 2-2,5 mm. 

Verbreitung: Ost-, Süd- und Westafrika. 

Type im British Museum (N. H.), London. 

Type der Lema laticollis Jacoby wahrscheinlich im Museum Comparat. 


Zoologie, Cambridge, die der Crioceris curtipennis Pic wahrscheinlich 
im Pariser Museum, Sammlung Pic. Type der Crioceris nigrita Weise, 


EEE 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 243 


die der ab. incompleta Heinze, die der ab. nigrissima Heinze und die 
der subsp. occidua Heinze wahrscheinlich im Zoologischen Museum 
der Universität Berlin. Type der ab. defecta Weise wahrscheinlich im 
Naturhistor. Riksmuseet, Stockholm. 


9. Crioceris korschefskyi Heinze 
Heinze, 1938, Ent. Bl. p. 37, f. 20 

Schwarz; Flügeldecken mit einer gelblichen Längsbinde, die von der 
3. bis zur 7. Punktreihe oder etwas über letztere hinausreicht, an der Basis 
beginnt und kurz vor der Spitze endet. 

Ziemlich gedrungen. Erhebung der Stirn flach gewölbt, mikrosko- 
pisch fein und dicht punktiert, außerdem von groben Punkten spärlich zer- 
stochen; in der Mitte durch eine tiefe, scharf eingeschnittene Längskerbe 
halbiert; Seitenstreifen grob runzelig punktiert. Fühler robust, mittlere 
Glieder quadratisch oder wenig länger als breit. 

Halsschild ziemlich stark gewölbt, im vorderen Teil seitlich kräf- 
tig vorgerundet, vor den Hinterecken tief rundlich verengt; Basalfurche 
breit aber ziemlich flach; Punktierung der Oberseite im vorderen Teil fein, 
nach hinten zu allmählich gröber werdend, nicht sehr dicht, ohne Reihen- 
bildung. 

Schildchen hinten abgestutzt. Flügeldecken mäßig breit, 
ohne Quereindruck hinter dem Schildchen; Punktreihen vorn kräftig, nach 
hinten zu abgeschwächt, unmittelbar vor der Spitze rinnenförmig. Unter- 
seite spärlich behaart. 

Länge 4,5-4,8 mm; Breite 1,8-1,9 mm. 
Vorkommen: Natal: Howick. 
Lectotype im British Museum (N. H.), London. 


d) Lilioceris Reitter 
Reitter, 1912, Fauna Germanica IV, p. 79 
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 89 
Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, no 25, p. 1, f. 1 (21) 
Chüjö, 1951, Technic. Bull. Kagawa Agricultur. Coll. II, 2, p. 80 
Monrös, 1959, Los generos de Chrysomelidae. p. 144, 168 


Gestalt robust bis mäßig gestreckt. Erhabenheit der Stirn ziemlich 
schmal dreieckig oder schwach herzförmig; von vorn nach hinten gleich- 
mäßig und meist ziemlich stark gewölbt; an den Seiten durch tiefe, schmale 
Längseinschnitte begrenzt; in der Mitte durch eine unbehaarte Längsfurche 
halbiert, die hinten meist tief, breit, scharfrandig und mit vereinzelten, 
ziemlich groben Punkten zerstreut besetzt ist und nach vorn zumeist fein 
ausläuft; Seitenstreifen der Stirn sehr dicht und mäßig grob punktiert. 
Augen auf einem hohen Sockel dem Kopf angefügt, so daß sie sehr stark 


244 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


vorstehen; neben den Fühlern mit sehr tiefem und spitzem oder abgerun- 
detem Einschnitt, der mehr oder weniger dicht behaart ist. Kopfschild 
flach, vorn gerade abgeschnitten, an den Ecken abgerundet, oft spärlich be- 
haart. Oberlippe vorn fast gerade oder leicht zweilappig. Letztes 
Glied der Maxillartaster langgestreckt oder langoval. Kopf im 
Scheitel gegen den Hals durch eine breite, tiefe Querrinne geschieden, die 
den Hals an den Seiten hinter den Augen tief und spitzwinklig einschnürt. 

Fühler robust oder schlank; in letzterem Falle immer, in ersterem 
Falle manchmal sämtliche Glieder zylindrisch; manchmal vom 5. Glied an 
mehr oder weniger abgeflacht, die ersten 4 Glieder meist deutlich schlanker 
als die übrigen. 


Halsschild länger als breit, quadratisch oder leicht quer; vorn 
mehr oder weniger stark gerundet, hinten leicht geschweift, an den Seiten 
ungefähr in der Mitte mehr oder weniger tief rundlich verengt; vorn und 
hinten fein gerandet; vor der Basis mit schwachem Quereindruck, der jedoch 
auch gänzlich fehlen kann; Punktierung in Anordnung, Dichte und Stärke 
verschieden. 


Schildchen meist ziemlich lang, hinten abgerundet, unbehaart. 
Flügeldecken meist etwas gewölbt, grundsätzlich zwei Formen an- 
gehörend: a) ziemlich langgestreckt, hinter den Schultern kaum oder nicht 
ausgebuchtet, dahinter allmählich erweitert, so daß die größte Breite hinter 
der Mitte liegt; am Schildchen nicht erhöht; b) plump, hinter den Schultern 
ausgebuchtet, hinter der Mitte bauchig erweitert; am Schildchen beulig 
emporgewölbt; — jede Flügeldecke mit zehn ganzen Punktreihen und mit 
zwei verkürzten Reihen am Schildchen, von denen die innere stets viel 
feiner als die äußere ist; Reihen meist hinten vertieft; von den Zwischen- 
räumen trägt zumeist der 1. und der 3. einige feine Reihenpünktchen; 
Epipleuren von den Schultern zur Spitze allmählich verschmälert; die 
übliche Verbreiterung der Seitenteile der Hinterbrust ist nur knötchenför- 
mig und greift kaum auf die Epipleuren über. 


Unterseite mäßig gewölbt; Behaarung spärlich, meist auf die 
Segmentränder beschränkt, manchmal auf dem Abdomen am dichtesten; 
bei den Arten mit schlanken Fühlern (z. B. L. africana Jacoby) trägt jedes 
Abdominalsegment der Männchen in der Mitte eine Querreihe schräg nach 
innen und unten gerichteter, kammartig angeordneter, feiner Reihenborsten 
auf jeder Seite (Abb. 7a). Vorderhüften zusammenstoßend, Mit- 
telhüften mäßig getrennt, Hinterhüften weit auseinanderste- 
hend. Mittelbrust hinten gerade abgestutzt: Erstes Abdominal- 
segmentin einer mäßig langen Spitze zwischen die Hinterhüften ragend. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 245 


Beine meist ziemlich kräftig; Hinterschenkel gewöhnlich merklich 
dicker als die übrigen Schenkel; Tarsen mäßig schlank, Klauenglied wenig- 
stens zur Hälfte aus den Lappen des 3. Gliedes herausragend; Klauen am 
Grunde ziemlich weit voneinander getrennt, stark gekrümmt. (Abb. 10c) 
Gattungstypus: Chrysomela merdigera L. 


Die Bezeichnung eines Typus’ für die Gattung ist nicht ganz einfach. 
Der Name Crioceris Geoflroy bezeichnet ursprünglich das Gleiche wie Lema 
Fabricius. Lacordaire hat jedoch den Namen akzeptiert und ihn für die 
Arten mit an der Basis nicht verwachsenen Klauen verwandt. In seiner 
„Monographie des Phytophages“ sagt er dazu auf Seite 303: „... le merdi- 
gera qu’on peut regarder comme le type du genre Crioceris de Geoflroy ....”. 
Konsequenterweise hätte Reitter daher bei der Aufteilung der Gattung 
Crioceris Geoffroy in Crioceris und Lilioceris den ersten Namen für die Ver- 
wandten der Crioceris merdigera L. reservieren müssen. Er hat das jedoch 
nicht getan, sondern im Gegenteil die Art C. merdigera und ihre verwandten 
Arten in die neue Gattung Lilioceris gestellt. Nachträglich würde aber ein 
Tausch der Namen aus dem Grunde unglücklich sein, weil die Verwandten 
(wenigstens die europäischen) der L. merdigera (L.) auf Liliaceen leben, 
worauf der Name Lilioceris ja hinweisen soll, während die übrigen (euro- 
päischen) Arten Asparageen als Futterpflanze annehmen. Ich möchte daher 
Reitters Namensgebung anerkennen. 


Biologische Daten sind von den afrikanischen Arten der Gattung bisher 
leider nicht bekannt geworden. Die paläarktischen Vertreter leben auf 
Liliaceen. 


Orientierungstabelle zu Lilioceris. 


1 (26) Fühler kräftig, vom 5. Glied an mehr oder weniger stark verbrei- 
tert; Glied 5 kürzer als doppelt so lang wie breit. Abdominal- 
segmente (ausgenommen bei L.latipennis (Clark)) in beiden Ge- 
schlechtern ohne kammartig angeordnete Reihenbehaarung. 

2 (7) Flügeldeckengrundfarbe ganz oder zum Teil hellgelb bis bräunlich 
mit pechbrauner bis schwarzer Reihenpunktierung, die auf den 
hellen Teilen durch ihre dunkle Färbung stark hervortritt. 

3 (4) Punktreihen der Flügeldecken im hinteren Teil durch Hinzukom- 
men von zwei kurzen Reihen etwas verwirrt. Unterseite rötlich bis 
schwarz, Halsschild manchmal mehr oder weniger mit Ausnahme 
des Vorder- und Hinterrandes schwarz. 

livida (Dalman) 


4 (3) Punktreihen der Flügeldecken durchaus regelmäßig. 


Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


10 (11) 


11 (10) 


12 (15 


nn 


13 (14) 


14 (13) 


15 (12) 


Ziemlich schlank. Gänzlich schwarz mit Ausnahme eines breiteren 
oder schmäleren Querstreifens an der Basis der Flügeldecken, der 
sich nach den Schultern dreieckig erweitert. 

elongata (Jacoby) 
Breit. Gelblich bis bräunlich, selten Unterseite, Gliedmaßen, Hals- 
schild oder Flügeldecken teilweise angedunkelt. 

latipennis (Clark) 
Flügeldeckengrundfarbe rötlich; Reihenpunktierung nicht oder 
nur sehr wenig durch dunklere Färbung hervortretend. 


Arten von West-, Südwest- und Zentralafrika. (Die mir unbe- 
kannte L. validicornis (Pic) ist hier nicht berücksichtigt worden.) 


Punktierung des Halsschildes gleichmäßig über die ganze Ober- 
fläche verteilt. 


Kopf, Fühler, Beine und die Unterseite mit Ausnahme der Spitze 
des Abdomens schwarz. 

atrimembris (Pic) 
Kopf und Unterseite gänzlich rötlich; Fühler höchstens teilweise 
und an den Beinen höchstens die Tarsen mehr oder weniger 


schwarz. 


Punktreihen der Flügeldecken kräftig bis mäßig kräftig, hinten 
stärker abgeschwächt; Zwischenreihen glatt mit vereinzelten feinen 
Reihenpünktchen. 
Fühlerglieder 5 bis 11 mehr oder weniger flachgedrückt, auf der 
Innenseite einzeln stark abgeschrägt (besonders Glieder 8 bis 10), 
so daß die Fühler hierdurch leicht gesägt erscheinen. Körperfarbe 
kräftig rötlich; Punkte der Flügeldecken nicht merklich dunkler 
als die Grundfarbe. 

aestivalis (Clark) 


Fühlerglieder 5 bis 11 nicht flachgedrückt, mit ziemlich kreisrun- 
dem Querschnitt, auf der Innenseite nicht gesägt, sondern in der 
Aufsicht ziemlich rechteckig. Körperfarbe rötlichgelb, besonders 
auf den Flügeldecken recht hell und hier die Punktierung deutlich 
dunkler als die Grundfarbe. 

lembensis Heinze 


Flügeldecken fein gereiht punktiert, Punktierung im hinteren Teil 
besonders fein und dicht; Zwischenreihen ganz fein gerunzelt und 
alle mit einer feinen Punktreihe versehen; Elytren trotz der feinen 
Runzelung stark glänzend. 

| consobrina (Clark) 


16 (9) 


17° (:8 
18 (21) 
19 (20) 


SS 


20 (19 


N 


23 (22) 


24 (25) 


25 (24) 


26 (1) 


31 (80) 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 247 


Punktierung des Halsschildes auf einen Längsstreifen in der Mitte 
beschränkt. 
ertli (Weise) 
Arten von Ost- und Südafrika. 
Größere Arten, wenigstens 9!/a mm lang. 
Halsschild recht grob, ziemlich dicht aber unregelmäßig punk- 
tiert. Flügeldecken mit kräftigen, im hinteren Teil rinnenartigen 
Punktreihen. 
bohemani (Baly) 
Halsschild im allgemeinen spärlich punktiert, mit einer feinen 
Punktreihe in der Mitte. Flügeldecken fein punktiert, Punktreihen 
nicht oder nur sehr schwach vertieft. 
nitidissima (Weise) 
Höchstens 9!/ mm lange Arten. 
Halsschild dicht und grob punktiert. Flügeldecken ziemlich 
schlank, mit groben, oft im Grunde etwas dunkleren Punkten; 
Schildchengegend kaum erhöht. 
puncticollis (Lacordaire) 


Halsschild zerstreut mit mäßig groben bis ziemlich feinen Punkten 

besetzt. Flügeldecken ziemlich robust, ihre Punktierung mäßig 

stark bis ziemlich fein, im Grunde nicht dunkler. 

7 bis 8!/a mm lang. Halsschildpunktierung verhältnismäßig dicht. 
cafra (Lacordaire) 


Rund 6!/2 mm lang. Halsschildpunktierung recht fein, manchmal 
fast verloschen. 

lumbwensis (Weise) 
Fühler schlank; vom 5. Glied an nicht oder kaum dicker als in den 
Basalgliedern; Glied 5 mindestens 2-mal so lang wie breit. Abdo- 
minalsegmente beim Männchen jederseits der Mitte mit einer kur- 
zen Querreihe kammartig aufgerichteter Borsten (Abb. 7a). 
Halsschild an den Seiten mit tiefer, rundlicher Einschnürung. 
Oberseite einfarbig rötlich. 

africana (Jacoby) 


Flügeldecken mit schwarzen Zeichnungen. 


Flügeldecken mit je 6 (2, 2, 2) schwarzen, rundlichen Makeln, die 

sich manchmal quer verbinden (meist 3 + 4 oder auch 5 + 6), 

manchmal auch teilweise bis gänzlich verlöschen (Abb. 17). 
duodecimmaculata (Jacoby) 


Flügeldecken mit anderen Zeichnungen. 


248 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


32 (33) Flügeldecken mit zwei schwarzen Querbinden (Abb. 18). Punktie- 

rung des Halsschildes ohne Reihenbildung. 
fasciata (Weise) 

33 (32) Flügeldecken mit Ausnahme der Spitze schwarz. Halsschild mit 

einer einzelnen Punktreihe in der Mitte. | 
| apicalis (Heinze) 

34 (27) Halsschild an den Seiten sehr schwach verengt. 

35 (36) Flügeldecken mit je zwei kurzen, schwarzen Längslinien nahe der 
Basis, die längere innerhalb, die kürzere außerhalb der Schulter- 
beule. 

quadristriolata (Weise) 

36 (35) Flügeldecken mit zwei schwarzen Querbinden oder mit Ausnahme 

der Spitze ganz schwarz. 
bryanti Heinze 


1. Lilioceris livida (Dalman) 
= (Crioceris crampeli Pic) 


Dalman, 1823, Analecta Ent. p. 73 (Lema) 

Lacordaire, 1845, Monogr. Phytophag. I, p. 568 (Crioceris) 

Weise, 1901, Arch. f. Naturg. LXVI, p. 162 (Crioceris) 

Weise, 1910, in Sjöstedt, Kilimandscharo-Meru Exped. I, 7, Col. p. 160 (Crioceris) 
Weise, 1915, Zweite Dtsch. Zentralafrika Exped. I, 7, p. 156 (Crioceris) 

Heinze, 1927, Dtsch. Ent. Z. p. 217 (Crioceris) 

Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 89 

Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, p. 5 f. 2 (22) 

Pic, (Crioceris crampeli) 1916, Melanges Exot. Ent. XIX, p. 17 


Rötlich, rotbraun oder dunkelbraun bis fast schwarz. Flügeldecken hell- 
gelblich bis bräunlich mit im Grunde pechbraunen oder schwarzen Punkten. 
Fühler vom 7. oder 5. Glied an (ab. lacordairei Weise 1915) oder häufiger 
gänzlich oder vom 2-3. Glied an schwarz. 

Verhältnismäßig schlank. Erhabenheit der Stirn länglich, leicht ge- 
wölbt; in der Mitte durch einen vorn schmalen, hinten breiteren, scharfran- 
digen Längseinschnitt halbiert, der aber oftmals nicht bis an den Vorder- 
rand reicht; Erhebung spärlich punktiert und an den Außenrändern ver- 
einzelt behaart; nach hinten in eine tiefe, rundliche Quervertiefung des 
Scheitels abfallend. 

Fühler robust, vom 5. Glied an kräftig erweitert; Glied 4 kürzer als 
das längliche 3. Glied (fast nur halb so lang), Glieder 5 und 6 ungefähr qua- 
dratisch, die folgenden quer. 

Halsschild länger als breit, hinten etwas breiter als vorn; Vorder- 
rand gerundet, Hinterrand geschweift; Seiten mäßig tief und breit rundlich 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 249 


bis schwach viereckig verengt; Vorderecken stumpf tuberkuliert, Hinter- 
ecken winklig; Scheibe mäßig gewölbt; vor der Basis manchmal mit einer 
seichten Vertiefung; manchmal befindet sich auch im vorderen Teil jeder- 
seits der Mitte je eine seichte Vertiefung; eine Basalfurche fehlt dagegen; 
Punktierung grob, in der Stärke etwas variierend, zerstreut aber über die 
ganze Oberfläche verbreitet; meist bleibt ein schmaler Längsstreifen über 
die Mitte von der Punktierung ausgenommen. 


Schildchen länglich, hinten abgerundet, im vorderen Teil mehr 
oder weniger dicht gelblich behaart. Flügeldecken verhältnismäßig 
langgestreckt, hinter den Schultern nicht ausgebuchtet, im hinteren Teil aber 
erweitert; Quereindruck hinter dem Schildchen undeutlich; Punktierung 
grob und durch die im Grunde schwarzen Punkte sehr auffällig; hinten nicht 
schwächer als vorn. Vorhanden sind 10 ganze Punktreihen, wobei sich zwi- 
schen die 5. und 8. Reihe an der breitesten Stelle der Flügeldecken zwei 
kurze, meist unordentliche Reihen einschieben und so die Reihenbildung 
etwas verwirren. Außerdem tragen die Flügeldecken am Schildchen die 
üblichen zwei abgekürzten Punktreihen, von denen die innere fein und un- 
deutlich, die äußere aber nicht schwächer als die übrige Punktierung ist. 
Die Punktreihen bilden in der hinteren Hälfte nur nahe der Naht schwache 
Rinnen, so daß an dieser Stelle die Zwischenräume leicht gewölbt erschei- 
nen. Hier und da sind auf diesen Aufwölbungen feine Reihenpünktchen 
sichtbar, jedoch ohne jedes System angeordnet. | 

Unterseite ziemlich dicht mit langen, anliegenden, weißlich- 
gelben Haaren bekleidet; aber mindestens die Mitte des Abdomens bleibt 
hiervon frei. Beine mäßig kräftig, Schenkel nicht sehr verdickt. 

Neben der Normalform treten vielfach abweichend gefärbte Exemplare 
mit folgenden Merkmalen auf: 

a) Sehr häufig ist der Halsschild mit Ausnahme des Vorder- und Hin- 
terrandes und meist auch eines schmalen, hinten verkürzten Längsstreifens 
in der Mitte pechbraun bis schwarz gefärbt. 

= (Crioceris crampeli Pic 1916). 


b) Die schwarze Färbung der Flügeldeckenpunkte fließt unregelmäßig 
mehr oder weniger ausgedehnt ineinander. Gelegentlich werden die Flügel- 
decken fast ganz schwarz (besonders in der hinteren Hälfte). 

= (ab. obscuridorsis Heinze 1937). 
Länge 7,5-9,5 mm; Breite 3,2-4 mm. 
Verbreitung: Über ganz West-Afrika und ostwärts wohl bis zum Kili- 


mandscharo verbreitet. 


Type wahrscheinlich im Naturhistor. Riksmuseet, Stockholm. 


250 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


Type der Crioceris crampeli Pic wahrscheinlich im Pariser Museum, Samm- 
lung Pic, die der Crioceris livida ab. lacordaire Weise wahrscheinlich 
im Zoologischen Museum der Universität Berlin und die Type der 
Lilioceris livida ab. obscuridorsis Heinze wahrscheinlich im Musee 
Royal de l’Afrique Centrale, Tervuren. 


2. Lilioceris elongata (Jacoby) 


Jacoby, 1898, Proc. Zool. Soc. London, p. 215 (Crioceris) 

Jacoby & Clavareau, 1904, Gen. Ins., Fasc. 23, p. 30, t. 4, f. 8 (Crioceris) 

Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 89 

Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, no 25, p.7, f.3 (23) 


Schwarz; ein schmaler Basalstreifen auf den Flügeldecken, der sich 
nach den Seiten rasch dreieckig erweitert, und manchmal noch ein kurzes 
Stück der Naht gelb; der übrige Teil der Flügeldecken pechbraun bis 
schwarz. 


Verhältnismäßig langgestreckt. Stirnerhebung länglich drei- 
eckig, gewölbt; gegen den Scheitel durch eine kräftige Querfurche begrenzt; 
vereinzelt punktiert und an den Außenrändern spärlich behaart; in der 
Mitte durch eine tief eingeschnittene, manchmal vorn verkürzte Längsfurche 
mit scharfen Rändern halbiert. 


Fühler sehr kräftig, vom 5. Glied an erweitert; Glied 4 quadratisch, 
etwas kürzer als das 3.; Glied 5 wenig länger als breit, 6 und 7 ungefähr 
quadratisch, Glieder 8 bis 10 quer. 


Halsschild in Form und Skulptur dem von Lilioceris livida (Dal- 
man) sehr ähnlich, jedoch ist die Punktierung dichter und etwas gröber. 


Schildchen länglich, mit parallelen Seiten; hinten abgerundet, 
vorn vereinzelt behaart. Flügeldecken in den Umrissen denen von 
L.livida sehr ähnlich, vielleicht durchschnittlich etwas gestreckter; Quer- 
eindruck hinter dem Schildchen deutlich kräftiger; Punktreihen sehr grob, 
sehr regelmäßig, in der hinteren Hälfte leicht vertieft und hierdurch die 
Zwischenräume leicht rippenförmig empordrückend; die inneren der bei- 
den abgekürzten Punktreihen am Schildchen fein; sämtliche Zwischenräume 
oft mit feinen Reihenpünktchen besetzt; die gelbe Färbung an der Basis ist 
in ihrer Ausdehnung in geringem Umfange veränderlich und verwaschen 
begrenzt. 

Unterseite ziemlich dicht gelblich behaart, am schwächsten auf 
dem Abdomen. Beine mäßig kräftig, Hinterschenkel ziemlich keulig. 
Länge 8-9 mm, Breite 4,2-4,4 mm. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 251 


Verbreitung: Süd-Rhodesia: Salisbury (Mashonaland), Selukwe (Matebele- 
land); Transvaal: Zoutpansberge (800 m) 


Type im British Museum (N. H.), London. 


3. Lilioceris latipennis (Clark) 


= (Crioceris sibutensis Pic) 


Clark, 1866, Cat. Phytophag. App. p. 25 (Lema) 

Jacoby & Clavareau, 1904, Gen. Is., Fasc. 23, p. 30, t. 4, f. 8 (Crioceris) 

Heinze, 1927, Dtsch. Ent. Z. p. 217 (Crioceris) 

Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 89 

Heinze, 1931, Wien, Ent. Ztg. XLVII, p. 179 

Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, no 25 p. 9, f.4 (24) 
Pic, (Crioceris sibutensis) 1916, Melanges Exot. Ent. XIX, p. 17 


Rötlich, auf der Unterseite meist etwas dunkler. Flügeldecken hellgelb oder 
graugelb bis bräunlich mit im Grunde pechbraunen bis schwarzen Punkten. 
Fühler vom 5. oder 6. Glied an schwarz. 


Robust. Stirnerhebung gewölbt, gegen den Hals durch eine 
kräftige Furche begrenzt; sehr spärlich punktiert und an den Außenrändern 
vereinzelt behaart; in der Mitte mit kurzem, scharfrandigem Längsgrübchen. 
Fühler mäßig kräftig, vom 5. Glied an etwas erweitert; Glied 4 wenig 
kürzer als 3, Glied 5 etwa 1'!/e-mal, 6 und folgende etwa 1'/a-mal so lang 
wie breit. 


Halsschild sehr wenig länger als breit; Vorderrand gerundet, 
Hinterrand geschweift, Seiten kräftig rundlich verengt; Vorderecken stumpf 
tuberkuliert, Hinterecken winklig; Scheibe ziemlich stark gewölbt, grob und 
unregelmäßig punktiert, in der Mitte gewöhnlich mit einem glatten Längs- 
streifen, auf dem eine einzelne Reihe feinerer Punkte steht; manchmal ist 
die Punktierung sehr grob und verfließt zu unregelmäßigen Runzeln = (C. 
punctatissima Weise i. litt. — Heinze 1927); Basalfurche manchmal leicht 
angedeutet. 


Schildchen länglich, parallel, hinten abgerundet. Flügel- 
decken robust, annähernd parallel, hinter den Schultern kaum ausge- 
schweift, dahinter nur andeutungsweise erweitert; Quereindruck hinter dem 
Schildchen fehlt; Punktreihen sehr grob und sehr regelmäßig, hinten nicht 
schwächer als vorn; Punkte durch pechbraune bis schwarze Färbung auf 
dem gelblichen Untergrund stark hervortretend; die Zwischenräume zwi- 
schen den Reihen in der hinteren Hälfte der Elytren manchmal andeutungs- 
weise rippenförmig, hier und da mit vereinzelten Reihenpünktchen besetzt; 
die innere der beiden abgekürzten Punktreihen am Schildchen ist sehr fein. 


2523 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


Unterseite ziemlich spärlich behaart; die Abdominalsegmente der 
Männchen tragen in der Mitte die gleichen Borstenreihen wie bei den am 
Schluß der Gattung aufgeführten Arten mit schlanken Fühlern. Beine 
mäßig schlank, Hinterschenkel nicht sehr verdickt. 

Gelegentlich können Koloritformen auftreten, bei denen die schwarze 
Färbung der Flügeldeckenpunkte teilweise und unregelmäßig untereinander 
verfließt. = (Lema latipennis Clark ab. collarti Pic i. litt. - Heinze 1931). 
Fernerhin können Exemplare mit schwarzen Tarsen auftreten. — (Crioceris 
sibutensis Pic 1916). 

Länge 6-9,5 mm; Breite 2,8-4,4 mm. 

Die Art ist der Lilioceris livida (Dalman) auf den ersten Blick sehr ähn- 
lich, jedoch von ihr durch die viel robustere Gestalt, den viel dichter punk- 
tierten Halsschild und die durchaus regelmäßige Reihenpunktierung der 
Flügeldecken zu unterscheiden. Im übrigen variiert sie in sehr starkem 
Maße in der Größe. Die kleinsten Stücke (etwa 6 mm) sind gewöhnlich ver- 
hältnismäßig schlank. 

Verbreitung: Über ganz Westafrika ziemlich weit verbreitet und wohl nicht 
selten. 

Type im British Museum (N. H.), London. 

Type der ab. punctatissima Heinze im Zoologischen Museum der Universi- 
tät Berlin, die der Crioceris sibutensis Pic wahrscheinlich im Pariser Mu- 
seum, Sammlung Pic, die der ab. collarti Heinze wahrscheinlich im Musee 
Royal de I’ Afrique Centrale, Tervuren. 


4. Lilioceris atrimembris (Pic) 


Pic, 1937, Rev. Suisse Zool. XLIV, p. 107 (Crioceris) 


Die Art ist mir unbekannt. Der Beschreibung nach müßte sie an dieser 
Stelle einzuordnen sein. Der Autor gibt folgende Charakterisierung des 
Käfers: 

„Elongatus, nitidus, supra fere glaber, niger, collo, thorace supra, 
elytris abdomineque apice rufis. Capite sat lato, supra inaequale, antice 
fortiter et sparse punctato, postice pro parte dense, inaequale punctato, in 
vertice trisulcato; antennis brevibus et latis, articulis 4-10 opacis, plus 
minusve transversis, articulo ultimo breve; thorace breve et lato, ad medium 
paulo strangulato, antice lateraliter subarcuato, postice fera recto, ad basin 
lateraliter oblique sulcato et medio paulo impresso, fortiter, irregulariter 
sparseque punctato; scutello lato, subtriangulare, nigro, ad basin paulo 
rufescente, impunctato; elytris thorace valde latioribus, elongatis, ante 
medium paulo strangulatis, apice breve attenuatis, marginatis, antice parum 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 253 


fortiter lineato punctatis, postice minute lineato punctatis et substriatis; 
pedibus parum validis. 


Lang. 11 mill. 
Kuvangu (deux exemplaires). 


Se distinguera facilement des especes africaines voisines par la colo- 
ration entierement moire des antennes et des pattes. Peut se placer pres de 
C. cafra Lac., de forme plus allong&e avec la t&te bicolore, les pattes entiere- 
ment noires.“ (Pic). 

Type wahrscheinlich im Musee d’histoire naturelle de La Chaux-de-Fonds 
oder im Pariser Museum, Sammlung Pic. 


9. Lilioceris aestivalis (Clark) 


Clark, 1866, Cat. Phytophag. App. p. 66 (Crioceris) 
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 91 
Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, no 25, p. 11, f.5 (25) 


Bräunlichrot. Fühler vom 5. bis 8. Glied an schwarz. Scheibe des 
Halsschildes außer dem Vorder- und Hinterrand und einem Längsstreifen 
über die Mitte zumeist leicht angedunkelt. Flügeldecken bräunlich- bis 
gelblichrot mit im Grunde dunkelroten Punkten. Schienen und Tarsen 
schwarz oder angedunkelt, gelegentlich aber auch gleichfarben rot wie die 
Schenkel = (Crioceris brevicornis Weise i. litt. - Heinze 1929). In selteneren 
Fällen können auch die Schenkel teilweise angedunkelt sein. 


Robust. Stirnerhebung kaum hervortretend, stark gewölbt; 
gegen den Hals durch eine tiefe Quergrube des Scheitels begrenzt; glatt 
oder ganz: vereinzelt grob punktiert, an den Seiten oft spärlich gelb behaart; 
im hinteren Teil durch eine mehr oder weniger tiefe und oft ziemlich breite 
Längsfurche halbiert, die nach vorn zu meist sehr fein ausläuft; Seitenstrei- 
fen der Stirn fein dicht punktiert und locker gelb behaart. Clypeus ganz 
spärlich grob punktiert und wie die geschweifte Oberlippe mäßig dicht gelb 
behaart. 


Fühler die Halsschildbasis deutlich überragend, kräftig; vom 9. 
Glied an erweitert und abgeflacht; Glied: 5 ungefähr 1'!/smal, 6 etwa 1'/a- 
mal so lang wie breit, 7 ungefähr quadratisch, Glieder 8 bis 10 quer. 


'Halsschild vorn gerundet, hinten geschweift, Seiten ziemlich tief 
bis mäßig tief rundlich verengt; Durchmesser des Hinterrandes manchmal 
etwas größer als der des Vorderrandes; Vorderecken stumpf tuberkuliert; 
Scheibe ziemlich stark gewölbt, ohne deutliche Querfurche an der Basis; 
Punktierung verstreut bis mäßig dicht und unregelmäßig, in der Mitte aber 


zumeist mit einer einzelnen Längsreihe von Punkten, die sich in der Stärke 


254 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


von der übrigen Punktierung nicht unterscheiden, jedoch jederseits durch 
einen schmalen und etwas glatteren Längsstreifen begrenzt sind. 
Schildchen länglich, hinten abgerundet. Flügeldecken rvo- 
bust, hinter den Schultern leicht eingebuchtet, danach bauchig erweitert; 
hinter dem Schildchen seicht quer niedergedrückt, um das Schildchen herum 
aber stark höckerartig erhoben; Punktreihen vorn mäßig kräftig, hinten 
stärker abgeschwächt; mit Ausnahme der 10. und der hinteren Hälfte der 
1. Reihe nicht vertieft; von den beiden verkürzten Punktreihen neben dem 
Schildchen ist die innere sehr fein; der 1. und 3. Zwischenraum zwischen den 
Reihen oftmals mit vereinzelt feinen Reihenpünktchen. Unterseite 
spärlich gelblich behaart, meist auf dem Abdomen am dichtesten. 
Länge 7-11 mm; Breite 4-5 mm. 
Verbreitung: Senegal, Aschanti, Kamerun, Kongo. 
Type im British Museum (N. H.), London. 


6. Lilioceris lembensis Heinze 


Heinze, 1929, Rev. Zool. Bot. Afric. XVIII, p. 114 (L. lembaensis) 
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 89 
Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, no 25, p. 14 


Rötlichgelb bis gelbbraun, besonders die Flügeldecken ziemlich hell 
mit im Grunde bräunlichen oder dunkelroten Punkten. Fühlerglieder 5-11 
und die Tarsen schwarz. 

Mäßig robust. Stirn wie bei L.aestivalis (Clark) ausgebildet; Er- 
hebung der Stirn glatt, am vorderen Seitenrand spärlich fein gelb behaart; 
in der hinteren Hälfte mit einem mehr oder weniger tiefen Längsgrübchen 
versehen, das nach vorn oft in eine flache Längsrinne ausläuft; Seitenstreifen 
der Stirn dicht punktiert und wie Clypeus und Oberlippe locker mit längeren 
gelben Haaren besetzt. 

Fühler verhältnismäßig kurz, nur ungefähr bis an die Halsschild- 
basis reichend; vom 5. Glied an erweitert; Glied 2 quer, 3 etwa 1!/smal so 
lang wie breit, 4 ungefähr quadratisch, Glieder 5 bis 7 wenig länger als 
breit, 8 bis 10 eine Spur kürzer als breit. 

Halsschild vorn gerundet, hinten geschweift, an den Seiten rund- 
lich mäßig tief verengt; Vorderecken rundlich, Scheibe mäßig gewölbt; 
Basalfurche nur an den Seiten schwach angedeutet, in der Mitte fehlend; 
Punktierung sehr spärlich, sehr seicht, doch teilweise durch dunklere Fär- 
bung etwas deutlicher. 

Schildchen länglich, hinten abgerundet. Flügeldecken mä- 
Big robust, hinter den Schultern schwach ausgeschweift, hinter der Mitte 
undeutlich erweitert; am Schildchen ziemlich kräftig beulig erhoben, da- 


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Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 299 


hinter schwach niedergedrückt; Punktreihen regelmäßig, Punkte vorn groß, 

hinten etwas kleiner; 10. Punktreihe gänzlich, 1. nur hinten und schwach 

vertieft; von den beiden abgekürzten Reihen am Schildchen ist die innere 

sehr fein; 1. und 3. Zwischenraum zwischen den Punktreihen mit einer spär- 

lichen Reihe feiner Pünktchen. Unterseite nur spärlich mit gelben 

Haaren besetzt. 

Länge 6-7 mm; Breite 2,8-3,5 mm. 

Verbreitung: Kongo: La Lemba, Mayidi, Sankuru (Kondue), Lomami (Ka- 
niama), Lac Kivu (Bukima), Nioka. 

Type im Musee Royal de l’Afrique Centrale, Tervuren. 


7. Lilioceris validicornis (Pic) 


Pic, 1916, Melanges Exot. Ent. XXI, p. 17 
Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, no 25, p. 13 


Die Art habe ich noch nicht gesehen. Der kurzen Beschreibung nach 
müßte sie an dieser Stelle einzuordnen sein. Vielleicht habe ich sie auch 
unter dem Namen L.lembensis m. beschrieben. Der Autor gibt folgende 
Diagnose: 

„Oblongus, nitidus, rufus, thorace et pedibus pro parte pallidioribus, 
elytris testaceis, rufo punctatis, articulis 6-11 antennarum unguiculisque 
nigris, antennis validis. Thorace breve et lato, ad medium distincte coarc- 
tato, in disco minute et disperse punctato; elytris substriatis, fortiter lineato- 
punctatis. 

Long. 8 mill. 
Sierra Leone. 

Espece tres distincte par ses membres robustes et sa ponctuation & fond 
roussätre sur les elytres. Peut se placer pres de weisei Chevr.“ 

Wäre in der Diagnose Pic’s nicht die Angabe „elytris substriatis“ ent- 
halten, so könnte man die Art als eine Koloritform der L. aestivalis (Clark) 
ansprechen. Gegen eine Vereinigung mit L.latipennis (Clark) spricht die 
anscheinend ziemlich feine Halsschildpunktierung. 


8. Lilioceris ertli (Weise) 


Weise, 1919, Arch. f. Naturg. LXXXII, 4 (1917), p. 74 (Crioceris) 
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 91 
Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, no 25, p. 15 


Hellrötlich; die letzten 4 bis 5 Fühlerglieder schwarz. 
Robust. Stirnerhebung stark gewölbt, gegen den Hals durch 
eine tiefe Querfurche begrenzt, hinten durch eine tiefe Längsfurche halbiert. 


256 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


Fühler die Halsschildbasis überragend, kräftig, vom 5. Glied an erweitert 
und leicht abgeflacht; Glieder 5 bis 7 etwas länger als breit, 8 bis 10 quer. 

Halsschild vorn gerundet, hinten geschweift, Seiten ziemlich tief 
rundlich verengt; Scheibe mäßig stark gewölbt, mit undeutlicher Querfurche 
vor der Basis; ein breiter Längsstreifen in der Mitte ist mit 4 bis 5 unregel- 
mäßigen Punktreihen versehen. 

Schildchen länglich, hinten abgerundet. Flügeldecken ro- 
bust, hinter den Schultern leicht ausgeschweift, hinter der Mitte leicht 
bauchig erweitert; um das Schildchen herum beulig erhoben, dahinter 
schwach niedergedrückt; Punktreihen vorn mäßig kräftig, hinten schwächer; 
die inneren Punktreihen von der Mitte an, die 10. Reihe gänzlich vertieft; 
von den beiden abgekürzten Reihen am Schildchen ist die innere sehr fein; 
der 2. und 3. Zwischenraum zwischen den Reihen trägt eine Reihe feiner 
Pünktchen. Unterseite sehr spärlich behaart. 

Länge 7 mm. 

Das Hauptmerkmal der Art besteht in der Reihenpunktierung des Hals- 
schildes und der geringen Anzahl schwarzer Fühlerglieder. Allerdings sind 
seit der Beschreibung, die an Hand von zwei Exemplaren angefertigt wurde, 


weitere Stücke nicht bekannt geworden. 
Vorkommen: Angola: Bailundo. 


Type in der Zoologischen Staatssammlung München. 


9. Lilioceris consobrina (Clark) 


Clark, 1866, Cat. Phytophag. App. p. 67 (Crioceris) 
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 89 
Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, no. 25, p. 12 


Dunkelrot bis bräunlichrot; Thorax insgesamt etwas dunkler als der 
übrige Körper; die ersten beiden Fühlerglieder dagegen etwas heller bräun- 
lichrot, die Oberlippe noch mehr aufgehellt. 

Ziemlich schlank, parallel. Stirnerhebung länglich-dreieckig, bis 
in die Scheitelquerfurche stark gewölbt; sehr zerstreut grob punktiert und 
nur an der vorderen Spitze mit einer seichten Längsrinne; Seitenstreifen der 
Stirn sehr grob punktiert, wie der spärlich punktierte Clypeus und die sehr 
hohe Oberlippe locker lang behaart. Augeneinschnitt breit zungenförmig; 
spärlich mit feinen, kurzen Härchen besetzt. 

Fühler etwas feingliedriger, vom 5. Glied an leicht erweitert: Glie- 
der 1 bis 4 glatt und glänzend, die folgenden grob punktiert und matt, alle 
locker behaart; Glied 5 etwa 1'/amal so lang wie breit, die folgenden Glieder 
quadratisch oder gar kürzer als breit, etwas abgeflacht und dabei zur Spitze 


und nach außen und unten leicht ausgezogen. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 2a 


Hals vorn glatt, stark glänzend, hinten fein punktiert. Halsschild 
kaum länger als breit, hinten etwas breiter als vorn; die Seiten in der Mitte 
mäßig stark eingeschnürt; Vorderecken zurückgebogen und stumpf tuberku- 
liert; Vorderrand mit leichter Aufwölbung, Hinterrand geschweift; Scheibe 
etwas abgeflacht, glänzend, grob punktiert; vorn in der Mitte mit leichter 
Längseindellung und hier die Punktierung etwas dichter; Basalfurche nur 
schwach angedeutet, Hintersaum sehr fein runzelig und matt. 

Schildchen länglich dreieckig, abgerundet, glatt, leicht glänzend. 
Flügeldecken parallel, annähernd doppelt so lang wie breit; hinter 
dem Schildchen schwach höckerig erhöht; Humeralfurche schwach entwik- 
kelt; fein gereiht punktiert, im hinteren Teil Punktierung besonders fein und 
dicht; 10. Punktreihe rinnig vertieft; Zwischenreihen ganz fein gerunzelt 
und alle mit feiner Punktreihe, an der Spitze etwas gewölbt; Elytren trotz 
der feinen Runzelung stark glänzend. Unterseite sehr spärlich behaart. 
Länge etwa 8,3 mm; Breite etwa 3,3 mm. 

Verbreitung: Senegal. 
Type im British Museum (N. H.), London. 


10. Lilioceris bohemani (Baly) 


= (Crioceris crassicornis Weise) 
= (Crioceris weisei Clavareau) 


Baly, 1863, Trans. Ent. Soc. London (3) I, p. 612 (Crioceris) 
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 89 

Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, p. 15 
Weise, (Crioceris crassicornis) 1901, Arch. f. Naturg. LXVII, p. 162 
Clavareau, (Crioceris weisei) 1904, Gen. Ins., Fasc. 23, p. 30 
Heinze, 1927, Dtsch. Ent. Z. p. 219 


Oberseite meist ziemlich dunkelrötlich, manchmal auf den Flügeldecken 
aufgehellt bis gelblichrot; Kopf, Fühler, Beine und die Unterseite mit Aus- 
nahme der Abdomenspitze schwarz. 

Ziemlich langestreckt. Stirnerhebung vorn zugespitzt, hinten 
oft etwas eingeschnürt; an den Seiten mit groben Punkten spärlich besetzt; 
durch eine tiefe, scharfrandige Längsfurche halbiert, die im hinteren Teil 
breit ist, vorn jedoch sehr fein ausläuft; Seitenstreifen der Stirn durch tiefe 
und recht breite Schrägfurchen abgetrennt. 

Fühler sehr kräftig, die Halsschildbasis erreichend; die ersten vier 
Glieder glatt, nur wenig schmäler als die folgenden; Glieder 5 bis 11 grob 
punktiert, matt, pubeszent; alle Glieder von ziemlich kreisrundem Quer- 
schnitt; Glied 2 stark quer, 3 etwas länger als breit, 4 ungefähr quadratisch, 
5 schief viereckig, auf der inneren Seite am kürzesten, Glieder 6 bis 10 quer. 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H.1 17 


258 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


Halsschild plump, etwa so breit wie lang; vorn stark gerundet, 
Vorderecken mit in diese Rundung einbegriffen; Seiten in der Mitte schwach 
rundlich verengt, Hinterrand leicht geschweift; größter Durchmesser in den 
ziemlich rechtwinkligen Hinterecken; Scheibe stark gewölbt, Basalfurche in 
der Mitte durch eine seichte Vertiefung angedeutet; Punktierung grob, von 
wechselnder Stärke, unregelmäßig angeordnet, am Vorder- und Hinterrand 
meist spärlicher; die Oberfläche zwischen den Punkten manchmal leicht 
uneben. 


Schildchen ziemlich kurz, hinten abgerundet. Flügeldek- 
ken langgestreckt, hinter den Schultern nicht ausgeschweift, dahinter all- 
mählich erweitert und hinter der Mitte etwas breiter als in den Schultern; 
um das Schildchen herum nicht emporgewölbt, hinter dem Schildchen nicht 
oder kaum merklich niedergedrückt; Punktreihen sehr grob, sehr regelmäßig, 
in der hinteren Hälfte meist leicht rinnenartig; Punkte hinten verhältnis- 
mäßig wenig kleiner als vorn; von den beiden abgekürzten Reihen am 
Schildchen ist die innere sehr lückenhaft und äußerst fein; ähnlich feine 
Pünktchen stehen manchmal auf dem ersten Zwischenraum zwischen den 


Punktreihen. Unterseite meist nur spärlich behaart. 


Die Art variiert etwas in der Stärke der Fühlerglieder und in der Breite 
des Halsschildes und der Flügeldecken. Fernerhin können Exemplare auf- 
treten, bei denen abweichend von der Normalform die Unterseite des Kör- 
pers und manchmal auch die Schenkel mehr oder weniger rötlich gefärbt 
sind. = (C. weisei Clavareau ab. infrarufa Heinze). 


Länge 9,5-12,3 mm; Breite 4-5,2 mm. 


Verbreitung: Natal: Sarnia; Transvaal; Mozambique: Delagoa Bay (Lou- 
renco Marques), Beira, Tschinde; Tanganjika: Sadani; Nyassa-See; 
Katanga. 


Type im British Museum (N. H.), London. 


Type der Crioceris crassicornis Weise, die der Crioceris weisei Clavareau 
und die der Crioceris weisei Clav. ab. infrarufa Heinze im Zoologischen 


Museum Berlin. 


11. Lilicceris nitidissima (Weise) 
= (Crioceris nitida Weise) 


Weise, 1913, Wiener Ent. Ztg. XXXL, p. 18 (Crioceris) 

Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 90 

Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, p. 17 
Weise, (Crioceris nitida) 1912, Dtsch. Zentralafrika Exped. IV, p. 129 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 259 


Die Art habe ich bisher noch nicht gesehen. Stimmt die Größenangabe, 
so müßte die Art durch ihre Gestalt auffallen. Der Autor gibt folgende 
Beschreibung: 

„Rufa, nitidissima, antennis ab articulo quinto, femorum apice, tibiis 
tarsisque nigris, pothorace parce punctulato, elytris subtiliter punctatis, 
punctis latera et apicem versus subtilioribus. 

Long. 9,5 mm. 
Mawambi am Ituri. 

Der Cr. cafra Lac. nahe verwandt, etwas größer, oberseits durchweg 
feiner punktiert und glänzender, an den Fühlern die ersten 4 Glieder glän- 
zend, rot, der Thorax hat eine feine weitläufige Punktreihe in der Mittel- 
linie und eine dichtere, unregelmäßig verdoppelte oder verdreifachte jeder- 
seits davon, außerdem liegen noch einige Punkte an den Seiten. Die Punkte 
der Flügeldecken sind fein, auf der inneren Hälfte vor der Mitte am stärk- 
sten, nach außen und hinten feiner, dicht vor der Spitze werden sie plötzlich 
etwas größer, liegen hier aber nicht in Streifen wie bei cafra.” (Weise). 

Die Beschreibung ist leider nicht sehr sorgfältig verfaßt, so daß man, 
ohne Tiere der Art vor sich zu haben, etwas Kritisches nicht sagen kann. 
Type wahrscheinlich im Zoologischen Museum Berlin. 


12. Lilioceris puncticollis (Lacordaire) 
—= (Crioceris fuscopunctata Clark) 


Lacordaire, 1845, Monogr. Phytophag. I, p. 567 (Crioceris) 

Bryant, 1923, Ann. Mag. Natur. Hist. (9) 12, p. 131 

Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 90 

Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, p. 18 
Clark, (Crioceris fuscopunctata) 1866, Cat. Phytophag. App. p. 67 


Dunkelrot; Flügeldecken heller rotbraun, Tarsen pechbraun, Fühler 
mit Ausnahme des ersten oder der ersten beiden Glieder dunkelbraun bis 
schwarz. 

Ziemlich schlank. Erhebung der Stirn nur mäßig gewölbt, vorn zu- 
gespitzt; in der Mitte durch eine tiefe, hinten ziemlich breite Längsfurche 
geteilt, vereinzelt grob punktiert; Antennalcalli (Stirnhöcker) an der Innen- 
seite in weitem Bogen eingebuchtet, auf der Fläche ausgekehlt, so daß sie 
zur Mitte schaufelförmig schräg abfallen; die untere Spitze ist etwas aus- 
gezogen und mit längeren Haaren besetzt, die die leicht geschwungene 
Form der Calli noch unterstreichen. 

Fühler kräftig, die Halsschildbasis mindestens erreichend; vom 5. 
Glied an stark erweitert, nicht abgeflacht; die ersten vier Glieder glatt und 
glänzend, die folgenden grob punktiert und matt; die ersten zwei Glieder 


260 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


spärlich, die folgenden stark behaart; Glied 2 scheibenförmig, Glieder 3 und 
5 etwas länger als breit, 4 und 6 bis 8 ungefähr quadratisch, 9 und 10 
leicht quer. 


Halsschild etwas länger als breit, in den Hinterecken am breite- 
sten; vorn gerundet, hinten leicht geschweift, an den Seiten in der Mitte 
mäßig tief rundlich verengt; Vorderecken abgerundet und leicht tuberku- 
liert; Scheibe mäßig gewölbt, Basaleindruck seicht angedeutet; Punktierung 
grob, dicht und hierdurch die Oberfläche stellenweise leicht uneben; Punk- 
tierung am dichtesten in der vorderen Hälfte, am schwächsten am Vorder- 
rand und (in größerer Ausdehnung) am Hinterrand, wo sie oft gänzlich 
fehlt; die Punkte wechseln in Größe und Dichte und stehen ungeordnet, nur 
in der Mitte wird häufig eine einzelne Längsreihe deutlich, besonders bei 
schwächer punktierten Exemplaren. 


Schildchen etwas länglich, hinten abgerundet. Flügeldek- 
ken ziemlich schlank, hinter den Schultern nicht oder kaum ausgeschweitft, 
hinter der Mitte etwas breiter als in den Schultern; am Schildchen schwach 
oder auch nicht erhöht, dahinter seicht quer niedergedrückt; Punktreihen 
grob, hinten nicht abgeschwächt, in der hinteren Hälfte oft schwach rinnen- 
artig; von den beiden abgekürzten Reihen am Schildchen ist die innere sehr 
fein; außerdem tragen der 1. und 3. und das erste Stück des 4. Zwischen- 
raumes zwischen den Reihen ähnlich feine Reihenpünktchen. Die grobe 
Punktierung ist meist etwas dunkler als der Untergrund der Flügeldecken 
und erscheint hierdurch noch gröber. Unterseite mäßig dicht behaart, 
am dichtesten auf der Mitte und den Außenrändern der Abdomensegmente. 


Die Art kann in der Ausfärbung etwas variieren, indem die Fühler 
gänzlich, die Schienen und Tarsen sowie der größte Teil der Unterseite 
schwarz gefärbt sind. = (Crioceris fuscopunctata Clark). 


Länge 7,5-9,5 mm; Breite 3,8-4,4 mm. 
Verbreitung: Kapland; Natal: Durban, Sarnia; Tanganjika. 
Type im British Museum (N. H.), London. 


Type der Crioceris fuscopunctata Clark ebenfalls im British Museum (N.H.), 
London. 


Die Art ist zu L. bohemani Baly sehr nahe verwandt, unterscheidet sich 
aber von der Vergleichsart leicht durch die schwächeren und in den ersten 
Gliedern wesentlich dünneren Fühler, durch den längeren Halsschild und 
durch die Form der Antennalcalli, die bei L. bohemani auf der Oberfläche 
eben und an der Innenseite gerade sind. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 261 


13. Lilioceris cafra (Lacordaire) 


= (Crioceris rufosanguinea Clark) 
= (Crioceris kwaiensis Weise) 


Lacordaire, 1845, Monogr. Phytophag. I, p. 567 (Crioceris) 
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 90 

Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, p. 20 
Clark, (Crioceris rufosanguinea) 1866, Cat. Phytophag. App. p. 70 
Weise, (Crioceris kwaiensis) 1901, Arch. f. Naturg. LXVII, p. 163 


Bräunlich- oder gelblichrot. Fühler mit Ausnahme der Glieder 1-5, die 
Schienen und Tarsen schwarz. 

Ziemlich robust. Stirnerhebung mäßig stark gewölbt, vorn zu- 
gespitzt; im hinteren Teil mit einer meist tiefen und breiten Längsgrube, 
die zur Spitze in eine feine Längsrinne ausläuft; vereinzelt punktiert und 
spärlich behaart; Seitenstreifen der Stirn dicht punktiert und stärker mit 
teils langen Haaren besetzt; die Antennalcalli dreieckig mit abwärts wei- 
sender, etwas ausgezogener Spitze. 

Fühler mäßig stark, die Halsschildbasis erreichend; vom 5. Glied an 
leicht erweitert, punktiert, matt und pubeszent, aber nicht abgeflacht (wie 
z.B. Lacordaire schreibt); die ersten vier Glieder glatt, glänzend, wenig 
behaart; Glieder 3 und 5 etwas länger als breit, die folgenden annähernd 
quadratisch. 

Halsschild länger als breit, vorn leicht gerundet, hinten schwach 
geschweift, an den Seiten in der Mitte ziemlich tief rundlich verengt; Vor- 
derecken gerundet und schwach tuberkuliert; Scheibe mäßig gewölbt, vor 
der Basis leicht niedergedrückt; Punktierung zerstreut, überwiegend mäßig 
grob, jedoch in Stärke und Dichte veränderlich, ziemlich bis zur Basis 
reichend. 

Schildchen langgestreckt, hinten abgerundet. Flügeldek- 
ken ziemlich robust, hinter den Schultern leicht eingebuchtet, hinter der 
Mitte leicht bauchig erweitert; am Schildchen höckerig erhoben, dahinter 
mit deutlichem Quereindruck; Punktierung vorn mäßig kräftig, hinten fei- 
ner, dabei aber meist leicht rinnenartig; 1. und 3. Zwischenraum und das 
erste Stück der 4. Zwischenreihe jeweils mit feiner Punktreihe; die innere 
der beiden verkürzten Punktreihen am Schildchen ebenfalls mit feiner Punk- 
tierung. Unterseite sehr spärlich gelblich behaart. 

Es können Exemplare auftreten, bei denen das Rot in der Gesamt- 
färbung stärker überwiegt; jedoch die Tarsen und manchmal auch die 
Schienenspitzen schwarz. = (Crioceris rufosanguinea Clark und Crioceris 
kwaiensis Weise). 

Länge 7-9,5 mm; Breite 3,4-4,4 mm. 


262 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


Verbreitung: Im Osten und Süden Afrikas ziemlich weit verbreitet. Bisher 
nachgewiesene Fundorte liegen in: Kilimandjaro, Usambara, Mozam- 
bique, Transvaal, Zulu-Territorium, Natal, Kaffrarien, Kapland. 

Type wahrscheinlich im Pariser Museum. 

Type der Crioceris rufosanguinea Clark im British Museum (N. H.), Lon- 
don, die der Crioceris kwaiensis Weise wahrscheinlich im 


14. Lilioceris lumbwensis (Weise) 


Weise, 1926, Ark. f. Zool. XVIII, Nr. 34, p. 27 (Crioceris) 
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 90 
Heinze, 1937, Bull. Mus&e Royal Hist. Natur. Belgique XIII, no. 25, p. 21 


Blaß rötlichgelb; Fühler mit Ausnahme des ersten Gliedes, Schienen 
(manchmal mit Ausnahme der Basis) und Tarsen schwarz. 

Die Art ist der Lilioceris cafra (Lacordaire) äußerst ähnlich und nur in 
folgenden Punkten verschieden: Kleiner, Gestalt etwas schlanker; Fühler 
insgesamt etwas schlanker; Flügeldecken-Punktierung und insbesondere die 
Halsschild-Punktierung feiner und spärlicher; die Schienen meist gänzlich 
schwarz, während sie bei L. cafra sehr selten mehr als an der äußersten 
Spitze geschwärzt sind. 

Länge etwa 6,5 mm. (Die Angabe von Weise mit 5,5 mm muß auf einem 

Meßfehler beruhen.) 

Verbreitung: Kenya: Lumbwa, Kabele; Kapland: Katberge. 
Type im Naturhistor. Riksmuseet, Stockholm. 


15. Lilioceris africana (Jacoby) 


Jacoby, 1895, Dtsch. Ent. Z. XXXIX, p. 167 (Crioceris) 

Jacoby & Clavareau, 1904, Gen. Ins., Fasc. 23, t. 5, £. 7 (Crioceris) 

Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 89 

Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XII, no 25, p. 22 


Hell- bis dunkel-rotbraun; die ersten 2 bis 5 Fühlerglieder hell- oder 
mittelbraun, die übrigen mehr oder weniger angedunkelt bis schwarz; Tar- 
sen schwarz. 

Robust. Erhebung der Stirn nur leicht gewölbt, vorn zugespitzt, 
ganz vereinzelt punktiert; in der Mitte durch einen hinten und vorn ver- 
kürzten, tiefen Längsritz geteilt; Seitenstreifen spärlich punktiert, mäßig 
dicht lang behaart. Clypeus oft leicht punktiert und gelb behaart. Fühler 
schlank, nicht erweitert, bis über die Basis der Flügeldecken reichend; Glied 
5 etwa 21/a- bis 2!/amal so lang wie breit, die folgenden etwas kürzer. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 263 


Halsschild ungefähr so lang wie breit, hinten etwas breiter als 
vorn, an den Seiten wenig rundlich verengt; vorn schwach gerundet, hinten 
stärker geschweift; Vorderecken stark abgerundet, kaum tuberkuliert; Ober- 
seite stark gewölbt, mit ziemlich feinen Punkten zerstreut besetzt, Basal- 
furche fehlt. 

Schildchen schlank dreieckig, hinten abgerundet, an den Seiten 
oft leicht eingebuchtet. Flügeldecken ziemlich plump, glänzend; hin- 
ter den Schultern schwach ausgeschweift, hinter der Mitte leicht bauchig 
erweitert; an der Basis fast in ganzer Breite erhöht, dahinter mit weitem 
aber seichtem Quereindruck; Punktreihen fein, besonders hinten sehr fein, 
mit Ausnahme der 10. Reihe unvertieft; die innere verkürzte Reihe am 
Schildchen ist sehr verloschen; Zwischenräume zwischen den Reihen nicht 
gewölbt, unpunktiert. Unterseite nur spärlich behaart. Beine ziem- 
lich schlank, Schenkel nur schwach verdickt. 

Es können neben der Normalform Exemplare auftreten mit gänzlich 
roten Fühlern. Weiterhin können die Unterseite mit Ausnahme des Abdo- 
mens und die Beine mehr oder weniger ganz schwarz sein. 

Länge 7,5-9,5 mm; Breite 3,8-4,8 mm. 
Verbreitung: Guinea; Togo: Bismarckburg; Kamerun: Mundame; Kongo: 

Moyen — Congo. 

Type im British Museum (N. H.), London. 


16. Lilioceris duodecimmaculata (Jacoby) 


Jacoby, 1894, Novit. Zool. i, p. 510 (Crioceris) 

Jacoby & Clavareau, 1904, Gen. Ins., Fasc. 23, t. 5, f. 6 (Crioceris) 

Heinze, 1927, Dtsch. Ent. Z. p. 219 (Crioceris) 

Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 89 

Heinze, 1937, Bull. Mus&e Royal Hist. Natur. Belgique XIII, no. 25, p. 23, f. 10 


Gelblich- bis bräunlichrot; Flügeldecken oft etwas aufgehellt, mit je 
sechs schwarzen, rundlichen Makeln (2,2,2) (Abb. 17a); Fühler gewöhnlich 
vom 5., seltener vom 6. oder schon vom 3. Glied an dunkelbraun bis schwarz; 
Beine größtenteils schwarz. 

Breit, robust. Erhebung der Stirn fast flach, vorn stumpfwinklig zu- 
gespitzt; an den Seiten mit vereinzelten Punkten und spärlichen gelben 
Haaren besetzt; in der Mitte mit einem kurzen, scharfrandigen Längsgrüb- 
chen; Seitenstreifen der Stirn stark punktiert und wie der Clypeus mit 
längeren, gelben Haaren besetzt. Fühler schlank, die Halsschildbasis 
überragend; Glied 5 etwa 2!/ı-2!/smal so lang wie breit, die folgenden 
weniger. 

Halsschildnur wenig länger als breit, Hinterrand stark geschweitft, 


264 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


Seiten in der Mitte mäßig rundlich verengt; Vorderecken kräftig abgerundet 
und schwach bis angedeutet tuberkuliert; Oberseite stark gewölbt, mit ziem- 
lich feinen Punkten zerstreut bis mäßig dicht besetzt; Basalfurche fehlt, 
dagegen befinden sich vor dem Hinterrand manchmal 1 bis 2 verloschene 
Querfalten, hinter denen die Oberfläche schwach runzelig ist. 

Schildchen gerundet dreieckig. Flügeldecken plump, hin- 
ter den Schultern leicht eingebuchtet, hinter der Mitte bauchig erweitert; an 
der Basis querüber leicht erhöht, dahinter mit flachem Quereindruck; Punkt- 
reihen mäßig stark, Punkte hinten viel feiner und dichter aufeinanderfol- 
gend; die 1. Punktreihe nur in der hinteren Hälfte, die 10. Reihe gänzlich 
rinnenartig; die innere der beiden abgekürzten Punktreihen am Schildchen 
sehr fein und spärlich; die Zwischenräume zwischen den Reihen sind nir- 
gends gewölbt, 3. und 4. Zwischenreihe an der Basis vielfach mehr oder 
weniger schwach punktiert. Die schwarzen Makeln, die paarweise in drei 
Reihen hintereinanderfolgen, stehen derart, daß die inneren Makeln etwas 
weiter nach vorn liegen als die äußeren. Unterseite spärlich behaart. 
Beine schlank, Schenkel mäßig kräftig. 

Die Art variiert in ihrer Ausfärbung ein wenig, insbesondere in der 
Flügeldeckenzeichnung, die wie folgt abgeändert sein kann: 


a) Die Makeln der Flügeldecken fehlen ganz oder teilweise; die Makeln 3 
und 4 halten sich am längsten (Abb. 17b-k). = (Crioceris duodecim- 
maculata (Jacoby) ab. deficiens Heinze 1927). 


b) Die Makeln der Flügeldecken sind quer miteinander verbunden, in erster 
Linie 3 und 4 aber auch 5 und 6; einzelne Makeln können dabei fehlen 
(Abb. 171-v). = (Crioceris duodecimmaculata (Jacoby) ab. transverso- 
confluens Heinze 1927). 


Unabhängig von der Flügeldeckenzeichnung können noch folgende 
Abänderungen in der Ausfärbung auftreten: 
a) Unterseite mehr oder weniger schwarz, wovon das Abdomen am läng- 
sten ausgenommen bleibt. 


b) Fühler ganz aufgehellt, bräunlichgelb. 
c) Sämtliche schwarzen Fühlerglieder auf der Unterseite rötlich. 


d) Beine mehr oder weniger aufgehellt. 


subsp. camerunica Heinze 1927 
Die in Kamerun vorkommenden Vertreter der Art unterscheiden sich 
auffällig durch ihre anscheinend konstant kleinere und gedrungenere Ge- 
stalt von der typischen Form, so daß man sie wohl als zu einer eigenen 
Unterart gehörig abgrenzen kann. Die Unterschiede zur Nominatform sind 
folgende: 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 265 


Etwas heller rötlichgelb als die Nominatform; kleiner bei fast gleicher 
Flügeldeckenbreite (Länge 8-9 mm, Breite 4,2-4,8 mm); Halsschild kleiner, 
an den Seiten schwächer verengt, auf der Oberseite spärlicher punktiert und 
meist von den Seitenverengungen aus durch zwei schräg nach hinten lau- 
fende Quervertiefungen eingedrückt. Die Färbung ist jedoch in gleicher 
Weise veränderlich wie bei der Nominatform. 

Länge 9-11 mm; Breite 4,3-5,3 mm. 

Verbreitung: Kongo, Gabun, Kamerun. 

Type im British Museum (N. H.), London. 

Type der L. duodecimmaculata (Jacoby) subsp. camerunica Heinze im Zoo- 
logischen Museum Berlin, die der Crioceris duodecimmaculata (Jac.) 
ab. deficiens Heinze im Museum G. Frey, Tutzing, die der C. duode- 
cimmaculata (Jacoby) ab. transversoconfluens Heinze wahrscheinlich 
im Deutschen Entomologischen Institut, Berlin. 


b c d e hi 


q g 
M 
h i k l m n [) 
p q r Ss t u v 


Abb. 17: Variation der Flügeldeckenzeichnung bei Lilioceris 
duodecimmaculata (Jacoby). 


266 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


17. Lilioceris fasciata (Weise) 
= (Crioceris zonalis Clavareau) 
= (Crioceris donckieri Pic) 


Weise, 1904, Arch. f. Naturg. LXX, p. 158 (Croceris) 

Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 89 

Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, p. 26 
Clavareau, (Crioceris zonalis) 1909, Ann. Soc. Ent. Belgique LIII, p. 26 
Heinze, 1929, Rev. Zool. Bot. Afric. XVIII, p. 115 (Lilioceris) 

Heinze, 1930, Rev. Zool. Bot. Afric. XX, p. 26 (Lilioceris) 

Pic, (Crioceris donckieri) 1916, Melanges Exot. Ent. XX, p. 16 


Gelblich- bis bräunlichrot, auf den Flügeldecken am hellsten; das Basal- 
drittel der Flügeldecken und ein mehr oder minder breiter Querstreifen vor 
der Spitze der Elytren schwarz (Abb. 18); Fühler gelbbraun, manchmal die 
letzten 3—8 Glieder auf der Dorsalseite schwarz. 


Gedrungen, robust. Erhebung der Stirn nur ganz leicht gewölbt, 
spatelförmig, vorn dreieckig zugespitzt. Fühler schlank, die Halsschild- 
basis erheblich überragend; Glied 5 etwa 21/e-3mal so lang wie breit, die 
folgenden etwas weniger. 


Halsschild annähernd quadratisch, vorn gerundet, hinten stark 
geschweift, an den Seiten ziemlich tief rundlich verengt; Vorderecken abge- 
rundet, ganz schwach tuberkuliert. 


Flügeldecken plump, vorn leicht eingebuchtet, hinter der Mitte 
bauchig erweitert; an der Basis querüber leicht erhöht, der folgende Quer- 
eindruck nur schwach; fein gereiht punktiert, Punktierung im hinteren Teil 
sehr dicht; Zwischenreihen ohne Aufwölbung. 


Die Art variiert in ihrer Ausfärbung ebenfalls etwas, wobei wieder in 
erster Linie die Zeichnung der Flügeldecken schwanken kann. Abweichend 
von der Normalform zeigen sich folgende Abänderungen: 


a) In der Basalquerbinde der Flügeldecken ist ein kleiner rötlicher Fleck 
zwischen der ersten und zweiten (ganzen) Punktreihe eingeschlossen 


(Abb. 18b). 
b) Wie unter a), außerdem die Schulterbeule rötlich (Abb. 18c). 


c) Die Basalquerbinde der Flügeldecken ist an der Naht mehr oder weniger - 
breit unterbrochen (Abb. 18d); schließlich bleibt auf jeder Flügeldecke 
nur ein großer, bis zum Außenrande reichender, viereckiger Fleck, in 
dessen Mitte die Schulterbeule rötlich gefärbt ist (Abb. 18e). 


Unabhängig von der Flügeldeckenzeichnung können noch folgende Ab- 
änderungen in der Ausfärbung auftreten: 


Ent. Arb. Mus. Frey 135, 1962 267 


=2225 


Abb. 18: Variation der Flügeldeckenzeichnung bei Lilioceris 
fasciata (Weise) 


a) Seiten des Metasternums und die Beine schwarz. = (Crioceris donckieri 
Pic). 

b) Seiten des Metasternums und die Beine schwarz; Fühler mehr oder 
weniger angedunkelt. = (Crioceris zonalis Clavareau). 

Länge 8-10 mm; Breite 4-4,8 mm. 

Die Art gleicht im Habitus sehr der L. duodecimmaculata (Jacoby). 
Außer durch die verschiedene Flügeldeckenzeichnung unterscheidet sie sich 
von der Vergleichsart durch die etwas gestrecktere Stirnerhebung, durch die 
dünneren und gestreckteren Fühlerglieder, durch die stärkere Seitenver- 
engung des Halsschildes und durch die feinere Punktierung der Elytren. 
Verbreitung: Kongo: Uele (Bambesa, Dingila), Stanleyville (Basoko, Yan- 

gambi), Kasai (Luebo), Sankuru, Kibombo, Kunzulu; Tanganika: Niam- 

Niam, Kwango, Kwese-Kilo; Angola: Dundo. 

Type im Zoologischen Museum Berlin. 
Type der Crioceris zonalis Clavareau wahrscheinlich im Institut Royal des 

Sciences Naturelles des Belgique, Bruxelles, die der Crioceris donckieri 


Pic wahrscheinlich im Pariser Museum, Sammlung Pic. 


18. Lilioceris apicalis (Heinze) 


Heinze, 1927, Dtsch. Ent. Z. p. 220 (Crioceris) 
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 89 
Heinze, 1937, Bull. Musee Royal Hist. Natur. Belgique XIII, no. 25, p. 27, f. 14 


Hell-rotbraun; Flügeldecken mit Ausnahme der hellbraunen Spitze 
schwarz, glänzend. 

Gedrungen, robust. Stirnerhebung ähnlich wie bei L. fasciata 
(Weise), nur schwach gewölbt, vorn zugespitzt. Fühler schlank, Glied 5 
und folgende etwa 2!/amal so lang wie breit. 

Halsschild ungefähr so lang wie breit, Seiten stärker als bei L. 
fasciata tief rundlich verengt; Vorderrand schwach gerundet, Hinterrand 


268 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


kräftig geschweift; Vorderecken abgerundet, Tuberkulierung nur angedeu- 
tet, schwächer als bei der Vergleichsart; Scheibe mäßig gewölbt, von den 
Seitenverengungen aus manchmal von zwei vor der Basis zusammenlaufen- 
den Schrägeindrücken überquert, Basalfurche fehlt; Punktierung zerstreut, 
ziemlich fein, jedoch von etwas wechselnder Stärke; Punktierung in der 
Mitte zu einer zumeist vorn kräftigeren und hinten verlöschenden, einzelnen 
Längsreihe angeordnet, die oft in einer seichten Vertiefung steht; 

Schildchen länglich, hinten abgerundet. Flügeldecken 
plump, hinter den Schultern leicht eingebuchtet, danach bauchig erweitert; 
an der Basis hinter dem Schildchen leicht querüber erhöht, der folgende 
Quereindruck breit, mäßig tief; Punktreihen fein, im Quereindruck am kräf- 
tigsten, auf den hellen Teilen oft von einem bräunlichen Hof umgeben; die 
1. Reihe von der Mitte an, die 10. gänzlich rinnenartig vertieft; Zwischen- 
räume zwischen den Reihen nirgends gewölbt, unpunktiert. Unterseite 
spärlich behaart. Beine schlank, Schenkel mäßig verdickt. 

Die schwarze Färbung der Flügeldecken ist hinten meist stark ver- 
waschen begrenzt und in ihrer Ausdehnung etwas veränderlich. Schließlich 
können Formen auftreten, bei denen die gelbbraune Färbung der Spitze am 
Seitenrand und in der Mitte der Scheibe in je einem Längsstreifen nach vorn 
verlängert ist. Unabhängig von der etwas veränderlichen Flügeldeckenzeich- 
nung können Beine und Fühler teilweise dunkelbraun gefärbt sein. 

Länge 8-10 mm; Breite 4,2-5 mm. 
Verbreitung: Franz. Westafrika: Oberssanga; Kamerun: Joko; Kongo: Ubangi 

(Yalinga), Haut-Uele (Abimva), Kasenyi. 

Type im Zoologischen Museum der Universität Berlin. 


19. Lilioceris quadristriolata (Weise) 


Weise, 1926, Ark. f. Zool. XVIII, 34, p. 27 (Crioceris) 
Heinze, 1929, Zool. Anz. p. 90 
Heinze, 1937, Bull. Mus&e Royal Hist. Natur. Belgique XII, no. 25 p. 29, f. 15 


Rötlichbraun; Flügeldecken etwas heller mit je zwei schmalen, schwar- 
zen Längslinien nahe der Basis in der 5. und 10. Punktreihe; der innere 
Längsstreifen endet in der Quervertiefung hinter dem Schildchen, der 
äußere ist noch etwas kürzer; Fühlerglieder 3 und 4 teilweise dunkelbräun- 
lich, Glieder 5 bis 11 mehr oder weniger schwärzlich; Schienen, Tarsen und 
die Innen- und Außenseiten der Schenkel dunkelbräunlich; Fühler und Beine 
können jedoch im ganzen auch aufgehellt sein. 

Robust, jedoch nicht so plump wie die vorhergehenden Arten. Erhe- 
bung der Stirn flach, vorn zugespitzt, von einzelnen groben Punkten zer- 
stochen; in der Mitte mit schmaler, mäßig tiefer Längsfurche, die in der 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 269 


Mitte unterbrochen sein kann. Fühler schlank, Glied 5 und die folgen- 
den aber nur gut doppelt so lang wie breit. 

Halsschild annähernd quadratisch, an den Seiten nur mäßig tief 
verengt; vorn leicht gerundet, hinten geschweift; Vorderecken wenig abge- 
rundet, fast winklig; Scheibe leicht uneben, spärlich mit mittelgroßen Punk- 
ten besetzt; Basalfurche kaum sichtbar, jedoch ist parallel zum Hinterrand 
eine dünne Querlinie eingeritzt, hinter der die Oberfläche schwach runzelig ist. 

Flügeldecken ziemlich breit, hinter den Schultern leicht einge- 
buchtet, hinten leicht bauchig erweitert; an der Basis mäßig stark erhöht, der 
anschließende Quereindruck breit, mäßig tief; Punktreihen fein, insbeson- 
dere hinten; die 10. Punktreihe ganz, die 1. nur an der Spitze rinnenartig 
vertieft; Zwischenreihen nur in der äußersten Spitze wenig aufgewölbt. 
Unterseite spärlich gelblich behaart. Beine ziemlich schlank, Schen- 
kel nicht verdickt, auf der Oberseite kurz vor dem Kniegelenk mit sehr 
groben Punkten besetzt. 

Länge 8-8,5 mm (nicht 7 mm, wie Weise angibt; an Type nachgemessen), 

Breite etwa 4 mm. 

Vorkommen: Kenya: Kaimosi (2000 m). 
Type wahrscheinlich im Naturhistor, Riksmuseet, Stockholm. 


20. Lilioceris bryanti Heinze 


Heinze, 1937, Bull. Mus&e Royal Hist. Natur. Belgique XIII, no. 25, p. 30, f. 16 


Rot- bis gelbbraun; Fühler und Schienen meist heller; Flügeldecken im 
Basalteil und eine breite Querbinde vor der Spitze schwarz. 

Robust, plump. Stirnerhebung schwach gewölbt, im vorderen 
Teil spärlich hell behaart; Mittelfurche schmal, tief, vorn und hinten oft ver- 
kürzt; Seitenstreifen der Stirn grob punktiert, mäßig dicht mit hellen, lan- 
gen Haaren besetzt. Fühler mäßig schlank, Glied 5 nur etwa 2mal so 
lang wie breit, die folgenden Glieder noch kürzer. 

Halsschild ungefähr quadratisch, Seiten sehr wenig verengt; Vor- 
derrand ziemlich gerade, Hinterrand geschweift; Vorderecken schwach eckig 
und tuberkuliert, Hinterecken winklig; Scheibe verhältnismäßig flach, leicht 
uneben, ohne Basalfurche; Punktierung zerstreut, spärlich, ziemlich kräftig, 
ohne Reihenbildung. 

Schildchen länglich, hinten abgerundet. Flügeldecken 
plump, hinter den Schultern leicht eingebuchtet, dahinter bauchig erweitert; 
an der Basis hinter dem Schildchen leicht erhöht, der folgende Quereindruck 
breit und seicht; Punktierung regelmäßig, Punkte vorn ziemlich kräftig, 
hinten viel feiner und dichter; 1. Reihe in der hinteren Hälfte, die 10. gänz- 
lich rinnenartig vertieft; die innere der abgekürzten Punktreihen am Schild- 


270 Heinze: Die Criocerinen Afrikas (Col. Chrysomelidae) 


chen völlig fehlend oder durch wenige feine Pünktchen angedeutet. Un- 
terseite spärlich behaart. Beine schlank, Schenkel mäßig verdickt. 

Die Art kann in ihrer Ausfärbung etwas variieren. So treten aberrante 
Formen auf, bei denen die Flügeldecken mit Ausnahme der Spitze gänzlich 
schwarz sind. = (L. fasciata ab. testaceoapicalis Heinze 1931). 

Länge 7!/ı-8 mm; Breite etwa 3,8 mm. 

Diese Art, ursprünglich von mir als L. fasciata (Weise) bzw. eine deren 
Koloritformen gedeutet, ist durch die Gestalt des Halsschildes nur mit L. 
quadristriolata (Weise) zu vergleichen. Charakteristisch an ihr sind die ver- 
hältnismäßig kurzen Fühlerglieder. Die schwarze Färbung der Elytren ist in 
der gleichen Weise ausgedehnt und angeordnet wie bei L. fasciata (Weise) 
oder L. apicalis Heinze. 

Verbreitung: Nyassaland: Mlanje, Cholo; Kenya: Kisii-District, S. Kavironde 
und Südfuß und Abhänge des Mt. Elgon (5100-5800 Fuß). 
Type wahrscheinlich im British Museum (N. H.), London. 


(Fortsetzung folgt im nächsten Heft dieser Zeitschrift) 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 2 


Kurznachrichten aus dem Museum Frey 


Auch in dem hinter uns liegenden Jahr 1961 fanden wieder mehrere 
namhafte Entomologen den Weg nach Tutzing zu einem Besuch des Mu- 
seums Frey. So konnten wir schon zu Anfang des Jahres Mrs. Doris H. Blake 
(U.S. National Museum, Washington) hier willkommen heißen. Später folg- 
ten u. a. die Herren Dr. M. Chuju (Japan), Dr. H. J. Strohecker (Universität 
Miami, Florida), Dr. A. Horion (Überlingen) und Dr. S. von Breuning (Paris). 


Das Museum Frey war bei der 9. Wanderversammlung Deutscher Ento- 
mologen in Berlin durch Herrn Dr. G. Frey und den Unterzeichneten ver- 
treten. Diese Tagung bot u. a. auch eine günstige Gelegenheit zum unge- 
störten Besuch des Berliner Zoologischen Museums, um dort Vergleichs- 
Studien an Melolonthiden- und Curculioniden-Typen auszuführen. 


Einen beachtlichen Aufschwung hat unsere Chrysomeliden-Sammlung 
genommen. Gleichzeitig mit dem Erwerb der Crioceriden von Herrn Erich 
Heinze, Berlin, wurde Dr. Walter Pinsdorf als neuer Mitarbeiter angestellt 
und mit den Crioceriden betraut. Die Aufgabe von Dr. Pinsdorf besteht nun 
augenblicklich darin, das noch nicht veröffentlichte Manuskript von E. Heinze 
über die afrikanischen Crioceriden (Chrysom.) neu zu überarbeiten. Auch in 
Zukunft wird sich Dr. Pinsdorf den in systematischer Hinsicht stark „unter- 
entwickelten“ Gruppen innerhalb der Chrysomeliden widmen. So besitzt 
das Museum Frey jetzt mit Dr. Scherer und Dr. Pinsdorf zwei aktive Spe- 
zialisten für diese Riesenfamilie. 


Dr. G. Scherer, zur Zeit mit der Aufstellung einer Bestimmungstabelle 
der neotropischen Alticiden-Gattungen beschäftigt, unternahm von Mai bis 
August dieses Jahres eine erfolgreiche Sammelreise nach Indien. Durch die 
Monsunzeit begünstigt, brachte Dr. Scherer besonders viele Chrysomeliden 
und kleine Curculioniden von seiner Reise mit nach Hause. 


Nachzutragen ist noch die anstrengende Amerika-Reise der Familie 
Dr. G. Frey von November 1960 bis Januar dieses Jahres. Diese, im eigenen 
Auto unternommene Tour, begann in Caracas (Venezuela), führte über 
Rancho Grande und die Kordilleren von Merida über die beiden östlichen 
Ketten der kolumbischen Anden (bis ca. 4000 m Höhe) und endete in Pa- 
nama (Kanal-Zone, Natur-Reservat). Als Ergebnis darf besonders der hohe 
Prozentsatz an erbeuteten süd- und zentralamerikanischen Arten hervor- 
gehoben werden, die uns bisher gefehlt hatten. 


272 


Etwa 15 000 Käfer erhielten wir aus Kolumbien von Pater B. Schneble, 
den wir als neuen Mitarbeiter gewinnen konnten und der sich mit viel 
Geschick und größtem Eifer am Oberlauf des Magdalenen-Stroms der „Kä- 
ferjagd“ widmete. 

An anderen Original-Ausbeuten gelangte beachtliches Käfermaterial 
folgender Sammler an das Museum Frey: P. S. Nathan (Süd-Indien), Dr. A. 
v. Nagy (Meruberg in Tanganjika), Dr. F. Zumpt (Transvaal und Mocam- 
bique), M. E. Nikitin und H. Demarz (Australien), M. Alvarenga (Rio de 
Janeiro) und Herbert und Bernhard Frey (Manyara-See in Tanganjika). 

Herr H. Demarz (Perth) unternimmt momentan im Auftrag des Mu- 
seums Frey eine ausgedehnte Sammelreise zum Atherton Tableland in 
Queensland. Die dortigen Urwaldbezirke sind entomologisch noch sehr 
wenig bekannt. So dürften unsere optimistischen Erwartungen auf eine 
reichhaltige und interessante Ausbeute sicher nicht enttäuscht werden. 

Wie bereits als Nachtrag zu „Walther Horn & Ilse Kahle: Über ento- 
mologische Sammlungen“ von Prof. Dr. H. Sachtleben vermerkt (1961, Beitr. 
z. Ent., p. 536), ging nun auch die Anthribiden-Sammlung von Dr. P. Wolf- 
rum in den Besitz des Museums Frey über. Es handelt sich um eine äußerst 
artenreiche Spezial-Sammlung, deren Erwerb für uns eine echte Bereiche- 
rung darstellt. 

Zum Jahresschluß überraschte uns schließlich noch Herr M. Bänninger, 
Zürich, mit einem großzügigen Geschenk in Gestalt einer umfangreichen 
Auswahlsendung seiner Carabiden-Dubletten. 


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reichhaltige und interessante Ausbeute sicher nicht enttäuscht werden. ER 
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Frey: Revision der Gattung Ceraspis Tafel 1 


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Ent. Arb. Mus. Frey 13 


N 


7 


rufoscutellata 
Mos. 


5 


4-maculata 
Bilanch. 


9 


innotata 


Blach. 


13 


klenei 
Brenske 


Seitenansicht der Aedoeagi 


2 


moseri 
n. Sp. 


6 


mexicana 
Har. 


10 


centralis 
Sharp 


14 


hispida 
Bates 


3 


cornuta 


Blanch. 


7 


squamulifera 
Blanch. 


11 


lineata 
Wat. 


15 


plaumanni 
n. sp. 


Erklärung zu Tafel II 


4 


4-pustulata 
Blanch. 


8 


ruficollis 
n. sp. 


12 


brunneipennis 
Bates 


16 


burmeisteri 
n. sp. 


8 


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Frey: Revision der Gattung Ceraspis Tafel II 


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Burma 


2 


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n. Sp. 


6 


4-maculata 
Blanch. 


10 


lineata 
Wat. 


14 


castaneipennis 


Blanch. 


Dorsalansicht des distalen Teils der Aedoeagi 


3 


ruficollis 
n. Sp. 


7 


mexicana 
Har. 


11 


mixta 
Blanch. 


15 
citrina var. 
pisicolor 
Burm. 


Erklärung zu Tafel III 


4 


4-pustulata 


Blanch. 


8 


centralis 
Sharp 


12 


guttata 
Blanch. 


16 
bufo 


n. sp. 


b 


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Frey: Revision der Gattung Ceraspis Tafel III 


uuh 
ED 
Mode 


Ent. Arb. Mus. Frey 13 


Die „Entomologischen Arbeiten“ dienen als Publikationsorgan für die Mitarbeiter 
resp. Bearbeiter der wissenschaftlichen Sammlung des Museums G. Frey. Entspre- 
chend den Aufgaben des Museums Frey werden vornehmlich Arbeiten veröffent- 
licht, die Beiträge zur Förderung der systematisch-morphologischen Coleopterologie 
darstellen. 


Die Autoren werden um Beachtung folgender Punkte gebeten: 


a) Manuskriptsendungen und Anfragen bezüglich der Drucklegung sind an den 
Schriftleiter Dr. E. Haaf, Museum G. Frey, Tutzing bei München, zu richten. 

b) Die Manuskripte sollen druckfertig in Maschinenschrift in doppeltem Zeilen- 
abstand mit breitem Rand auf einseitig beschriebenen Blättern abgefaßt sein. 

c) Art- und Gattungsnamen, die in Kursivschrift erscheinen, sind zu unterschlän- 
geln, zu sperrende Textstellen mit unterbrochener Linie zu unterstreichen. 
Der in Kleindruck erwünschte Text ist am Rande mit einer vertikalen ge- 
schlängelten Linie zu kennzeichnen. 

d) Textzeichnungen können nur in klischierfertigem Zustand angenommen werden. 

e) Die Verfasser sind für Form und Inhalt ihrer Arbeiten allein verantwortlich. 

f) Jedem Autor werden 30 Sonderabdrucke seiner Arbeit gratis zugesandt. 


BO 7/7 > 
(46 
nF: 


Eromologische 
rbeiten 


AUS DEM MUSEUM 


G. FREY 
TUTZING BEI MÜNCHEN 


(Intern. Abk.: Ent. Arb. Mus. Frey) 


elozl 


Band 13, Heft 2 


1962 


Mit Unterstützung des Vereins 
zur Förderung der wissenschaftlichen Arbeiten 


auf dem Gebiet der Entomologie e.V. 


Schriftleiter: Dr. E. Haaf 


IM SELBSTVERLAG DES MUSEUMS FREY 


Ausgabedatum: 1. Oktober 1962. 


Inhalt 


des 2. Heftes, Band 13 


Breuning, St. v.: Zwei neue Lamiiden-Arten aus Somaliland (Col. 
Ceramb.) 


Breuning, St. v.: Bestimmungstabelle der Lamiiden-Triben nebst Revision 
der Pteropliini der asiatischen Region (Col. Ceramb.) I. Teil . 
Demarz, H.: North Queensland- Sammelreise 1961-62 


Ermisch, K.: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden a U (Col. 
Heterom. Mordell.) . 


Frey, G.: Neue Melolonthiden aus Asien he Et (Col). 
Frey, G.: Neue Onthophagus- Arten (Col. Scarab.) . 


Fuchs, E.: Neue Cerambyciden aus der ehemal. Sammlung Dr. Itzinger, 
2..Teil, (Col): 


Haaf, E.: Personalien . 


Jedlicka, A.: Neue Carabiden aus den Sammlungen des Museums Frey 
in Tutzing (Col.) . 


Lazorko, W.: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. ..\ mit 
einer Übersicht der ukrainischen Arten der Tribus Cephenniini . 


Scheerpeltz, O.: Staphyliniden aus einem Geiernest in Transvaal (Col.) 


Scherer, G.: Bestimmungsschlüssel der neotropischen Alticinen-Genera 
(Col. Chrysom.) . 


Wittmer, W.: Neue Malachiidae aus a aus der Se nr 
Museum G. Frey (Col.) 


esreeeehsicäh ns ie he 


Dr. Georg Frey 60 Jahre 


Am 3. April dieses Jahres vollendete Dr. Georg Frey in Tutzing sein 
60. Lebensjahr. Das war ein Anlaß für seine Freunde, Mitarbeiter und den 
weltweiten Kreis der Koleopterologen seiner zu gedenken und ihm zu die- 
sem Jubiläum herzlichst zu gratulieren. 


Von frühester Jugend an ein scharf beobachtender Naturfreund und 
Sammler, widmet sich Dr. Frey nun seit mehr als 30 Jahren mit bewunderns- 
werter Begeisterung der Systematik der Koleopteren. Aus den ersten Anfän- 
gen einer kleinen bayrischen Käfersammlung hat er in 3 Jahrzehnten die der- 
zeit zweifellos größte entomologische Privatsammlung der Welt aufgebaut. 
Dank seiner beruflichen Erfolge als Leiter und Inhaber der Münchner Loden- 
frey-Werke und dem Verständnis seiner Gattin war es ihm schon sehr bald 
möglich, mehrere Entomologen als hauptamtliche Mitarbeiter und Spezia- 
listen zu gewinnen, ein eigenes Publikationsorgan für die entomologischen 
Arbeiten ins Leben zu rufen und durch die Errichtung eines modernen Mu- 
seumsbaus in Tutzing auch den äußeren Rahmen für eine entomologische 
Forschungsstätte zu schaffen. 


Für eigene wissenschaftliche Betätigung hat sich Dr. Frey den Scara- 
baeiden verschrieben. Zahlreiche Abhandlungen, darunter 2 umfangreiche 
Monographien, entstammen bisher seiner Feder. Sie sind Beweise für seine 
hervorragende Formenkenntnisse und den geschulten Blick für das Wesent- 
liche in der Systematik. 


Seine zahllosen anderen Verdienste um die Wissenschaft im allgemei- 
nen und die Systematik im speziellen sind zu allgemein bekannt, als daß sie 
an dieser Stelle noch einer besonderen Würdigung bedürften. Unter den vie- 
len Ehrungen, die unserem Jubilar zuteil wurden, sei hier nur erwähnt, daß 
ihn die Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität München schon vor 
einigen Jahren mit dem Doktorgrad h. c. auszeichnete. 


Die Sammelreisen Dr. Freys in fast alle Faunengebiete der Erde nah- 
men auf die rasche Aufwärtsentwicklung seines Museums einen entscheiden- 
den Einfluß. Jede dieser Reisen, die nachfolgend in chronologischer Reihen- 
folge aufgezählt sind und meist in Begleitung seiner Familie ausgeführt wur- 
den, brachten dem Museum Frey aber nicht nur große Schätze an Insekten, 
sie gaben Dr. Frey auch vielseitige Anregungen und vermochten seine Be- 
geisterung für die Entomologie immer wieder aufs Neue zu entfachen. 


Wir wünschen dem Jubilar noch recht viele Jahre erfolgreicher beruf- 
licher und entomologischer Tätigkeit bei voller Gesundheit und Schaffens- 
freude! al 


a 


e 
| 
| 


EEE NN 


Verzeichnis der entomologischen Sammelreisen von Dr. G. Frey 


1929: 
1930: 
1931: 
1932: 
1933: 
1934: 
1935: 
1936: 
1937: 
1938: 
1939: 
1940: 
1942: 
1943: 
1948: 
1949: 
1950: 
1951: 
1952: 


1953: 
1953/54: 
1954: 
1955: 
1956/57: 


1958: 
1960: 
1960/61: 


Spanien. 

Tripolitanien. 

Spanisch Marokko, Süd-Spanien. 

Kleinasien, Rhodos. 

Kanarische Inseln, Südl. Marokko, Großer Atlas. 

Südamerika: Kolumbien, Venezuela. 

Sizilien (Lentini). 

Irak (Beirut, Basra). 

Dalmatien. 

Tripolitanien, Cyrenaika. 

Südfrankreich. 

Süd-Italien. 

Sizilien. 

Spanien. 

USA (Umgebung New York). 

USA (Umgebung Washington). 

USA (Florida). 

Mittel- und Westalgerien (Algier, Oran). 

Afrika: Kongo (Leopoldville), Südafrika (Johannesburg, Krüger Natio- 
nal Park, Durban). 

Indien, Ceylon. 

Mittel- und Südamerika: Trinidad, Venezuela. 

Ägypten, Sudan. 

Brasilien (Rio, Santos, Iquassu, Belem). 

Weltreise: Californien (USA), Hawai, Fidji, Neuseeland, Australien, 
Java, Singapore, Siam. 

Nord- und Mittelamerika: Canada, USA, Mexiko, Guatemala, Panama. 
Afrika: Senegal (Dakar, Niokolo-Koba), Tunis. 

Süd- und Mittelamerika: Venezuela, Kolumbien, Panama. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 273 


Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae) mit einer 
Übersicht der ukrainischen Arten der Tribus Cephenniini. 


Von 
W,. Lazorko 


In vorliegender Arbeit schließe ich mich der von Machulka 1933 aus- 
gebauten Systematik der ehemaligen Tribus Cephenniini an. Nach dem 
Weglassen der Gattungen Euthia Steph. und Euthiconus Reitt. umfaßt die 
Tribus Cephenniini drei Gattungen, nämlich: Cephennium Müller, Cephen- 
nodes Reitt. (Chelonoides Croiss.) und Nanophthalmus Motsch. Für alle 
Einzelheiten soll die betreffende Arbeit Machulkas konsultiert werden. 


Die Tribus Cephenniini umfaßt äußerlich sehr homogene und ähnliche 
Gattungen und Arten. Ihre Systematik und ihr Studium ist sehr schwierig, 
weil die die einzelnen Gattungen und besonders Arten trennenden Merk- 
male meistens nicht sehr auffallend sind. Schon die geringe Körpergröße der 
Käfer selbst bietet große Schwierigkeiten. Ihr Studium erfordert gute mikro- 
skopische Ausrüstung und eine sehr gute präparatorische Geschicklichkeit. 

Da eine absolut zuverlässige Bestimmung der Arten dieser Tribus die 
Erkennung des männlichen Geschlechtes und Präparation des männlichen 
Kopulationsapparates erfordert, müssen alle Exemplare zweckmäßig und 
sauber präpariert sein. In den meisten Fällen sind die vorderen Schienen 
der 6 besonders ausgezeichnet, was die Erkennung des Geschlechtes 
wesentlich erleichtert. Seltener sind auch bei den 5 ö die Vorderschienen 
einfach (besonders in der Gruppe carpathicum-slovenicum) und die Männ- 
chen sind dann meistens nach dem Vorhandensein des Kopulationsapparates 
erkennbar. Auch in solchen Fällen, wo das Metasternum im männlichen Ge- 
schlecht überhaupt nicht eingedrückt ist, ist die Präparation des Kopula- 
tionsapparates häufig erforderlich. Grundsätzlich soll der Kopulationsap- 
parat in allen männlichen Exemplaren präpariert sein. Überraschungen 
sind immer zu erwarten, und neue Arten sind nur auf Grund des Öd- Kopu- 
lationsapparates zu erkennen. 


Präparation des 5-Kopulationsapparates ist ziemlich leicht und auch 
ohne Beschädigung des Käfers auszuführen. Frisches und zweckmäßig mit 
Essigäther getötetes Material bietet keine Schwierigkeiten. Schwieriger und 
gelegentlich ganz unmöglich ist das Herauspräparieren des Kopulations- 
apparates bei alten oder in Alkohol getöteten Tieren. Um in solchen Fällen 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 18 


274 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae) 


den Penis ohne Beschädigung des Käfers herauszupräparieren, muß das 
Abdomen abgetrennt sein. 


Bisher hat niemand eine Präparations-Methode des ö-Kopulationsappa- 
rates bei diesen winzigen Tierchen beschrieben. Erst im Jahre 1957 hat 
Besuchet eine allgemeine Beschreibung in Mitt. Schweiz. Ent. Ges. veröf- 
fentlicht. Da ich meine eigene Methode seit 1938 benutze, gebe ich hier 
eine genauere Beschreibung. 


Zuerst müssen die Käferchen in verdünnter Essigsäure (10-15 Tropfen 
des Acidum aceticum glaciale für ungefähr 15-20 cm von Aqua destillata) 
für die Dauer von 2-5 Stunden gelassen werden. Kleinere Arten und ganz 
besonders nicht zu alte Exemplare erfordern 2-3 Stunden, größere, sehr alte 
und unzweckmäßig getötete 5 und mehr Stunden. Die überflüssige Feuch- 
tigkeit soll mit Fließpapier beseitigt werden. Dann wird das Käferchen mit 
seiner Dorsalseite auf einen weißen, starken, entsprechend großen Karton 
mit wasserlöslichem Klebstoff (Syndetikon )geklebt. Die Präparation ist nun 
unter mäßig starker Vergrößerung (40X‘) mit der Hilfe des Binokularmikro- 
skopes auszuführen. Man muß rasch arbeiten, da das winzige Käferchen 
schnell wieder trocken ist. Nach entsprechender Mazeration ist bei frisch 
gesammelten Tieren die Analöffnung weit geöffnet, und häufig ist das End- 
stück des ö-Kopulationsapparates sichtbar oder auch nach außen vortre- 
tend. Bei alten Stücken verbleibt die Analöffnung meistens geschlossen und 
muß mit der Hilfe einer sehr scharfen Nadel zuerst geöffnet werden. Wenn 
die Analöffnung endlich weit gespalten ist, erfolgt das eigentliche Heraus- 
präparieren des ö-Kopulationsapparates mit Hilfe einer winzigen Minutie, 
die am Ende mit einem mikroskopisch feinen Häckchen versehen ist und . 
die in ein entsprechend langes und starkes Holzstielchen eingeschoben wird. 
Um den winzigen Apparat nicht zu verletzen, soll die Minutie weit genug 
in die Analöffnung eingeführt und der Apparat von hinten nach vorne her- 
auspräpariert werden. Nach erfolgreicher Präparation ist der Käfer wieder- 
um in seine ursprüngliche Position auf ein Klebeplättchen anzukleben. Ob 
der ö-Kopulationsapparat als Dauer-Präparat in Kanadabalsam eingebettet 
oder nach Besuchet in einen Tropfen von Balsam auf einem kleinen Zello- 
phan-Plättchen aufbewahrt wird, ist ganz gleichgültig. 


Eine absolut zuverlässige Bestimmung der Arten ist ohne Abbildungen 
des &-Kopulationsapparates nicht möglich. Die 5 ö der meisten ukraini- 
schen Arten sind aber auch nach äußerlichen Merkmalen verhältnismäßig 
leicht, obwohl nur bei großer Aufmerksamkeit, bestimmbar. Die QOQ stim- 
men, vom Fehlen der sekundären Geschlechtsauszeichnungen abgesehen, 
mit den dd überein und können, besonders zusammen gefangene Indivi- 
duen, den entsprechenden & & zugeteilt werden. Dagegen sind einzelne ?? 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 275 


meist nicht verläßlich bestimmbar. Glücklicherweise leben in der Ukraine 
höchstens nur 2-3 Arten an denselben Orten, so daß auch die Bestimmung 
der 2? meist möglich ist. Meine Bestimmungstabelle kann deshalb nur für 
die Bestimmung der Männchen benutzt werden. Die Abbildungen der Ko- 
pulationsapparate bilden eine gute Ergänzung hierzu. 


Für alle Einzelheiten der Anatomie des ö-Kopulationsapparates müs- 
sen entsprechende Arbeiten von Machulka konsultiert werden. Was die 
Terminologie betrifft, ist der in dieser Arbeit benutzte Ausdruck „Humeral- 
fältchen“ (Plica humeralis) mit Schulterfältchen und Subhumeralfältchen 
identisch. „Humeralfurche“ ist entsprechend mit Intrahumeralfurche, Intra- 
humeralstreifen, Sublateralstreifen und Subhumeralstreifen der Autoren 
identisch. 

Bisher waren ukrainische Cephennium-Arten, wie überhaupt alle Ce- 
phennium-Arten, sehr mangelhaft bekannt. Es wimmelt in der Literatur 
von Fehlbestimmungen. Man kann sagen, daß nur sehr wenige Arten bis- 
her zuverlässig determiniert waren, manche waren schlecht gedeutet und 
einige bis heute unbekannt geblieben. Aus einigen großen Gebieten der 
Ukraine sind bisher keine Cephennium-Arten bekannt. Die Ursache ist ge- 
wiß die sehr mangelhafte Erforschung der Terrikolfauna der Ukraine, größ- 
tenteils aber bieten die weiten ukrainischen Flächen keine günstigen Lebens- 
bedingungen für diese Tiere. Die größte Zahl der Arten bewohnt die 
Karpathen und das Karpathenvorland, einige sind aus dem Jaila-Gebirge 
bekannt und einige wiederum bewohnen das Kaukasische Gebirge. Nur 
sehr wenige Arten sind aus anderen Teilen der Ukraine bekannt. Wahr- 
scheinlich leben keine Cephennium-Arten in den südlichen, feuchtigkeits- 


armen urkrainischen Steppen. 


Bisher waren folgende Cephennium- und Nanophthalmus-Arten (viele 
irrtümlicherweise) aus der Ukraine angegeben: 


.laticolle Aube. (Weise, Lomnicki, Reiter, Csiki, Roubal) 

. majus Reitt. (Csiki) 

.reitteri Bris. (problematicum Tömösv.) 

banaticum Ganglb. (jeanneli Mach. in litt.) 

. difficile Reitt. (Lokay, Patkiewicz teste Reitter, Fleischer-Mazura-Trojan) 
carnicum Reitt. (Lomnicki) 

hungaricum Reitt. (Rybinski) 

thoracicum Müll. & Kunze. (Nowicki, Lomnicki, Fleischer-Mazura-Trojan) 
ruthenum ruthenum Mach. 

ruthenum zoufali Mach. 

ruthenum fleischeri Mach. 


Sea cooansesean 


carpathicum Saulcy. 


276 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae) 


. carpathicum var. hajnyi Mach. 
.slovenicum Mach. 

. slovenicum var kocii Mach. 

. minutissimum Aube. (Hochhuth) 
.lJatum Motsch. (Nowicki, Lomnicki) 
.tauricum Winkl. 

.robustus Roub. 

. armeniacus Reitt. 


a’ Zee HM SFTO 


. megaloderoides Motsch. (ditomum Saulcy) 

Cephennium laticolle Aube, carnicum Reitt.,thoracicum Müll & Kunze, 
minutissimum Aube und latum Motsch. waren offenbar falsch bestimmt 
und gehören nicht zur urkrainischen Fauna. Cephennium difficile Reitt., 
hungaricum Reitt., perispinctum Kol. und Cophennodes turgidum Reitt., 
sind in meine Tabelle mit gewissen Bedenken einbezogen. Ich bin über- 
zeugt, dal diese Arten in der Ukraine nicht vorkommen. Cephennium dif- 
ficile Reitt. wurde von Reitter selbst in den Exemplaren von Dolzka (Ho- 
hen Beskiden) erkannt, aber eine genaue Überprüfung ergab eine Fehl- 
bestimmung. Es ist nämlich C. ruthenum ruthenum Mach. Auch C. difficile 
Reitt. von Lokay (vom Berge Rebrowatsch in den Huzulischen Karpathen) 
angegeben, hat sich als C. ruthenum zoufali Mach. entpuppt. Cephennium 
hungaricum Reitt. wurde von Rybinski aus der Umgebung von Ternopil 
in Podolien gemeldet. Die Bestimmung ist falsch und die entsprechenden 
Stücke gehören bestimmt zu anderen Arten. Aber das Auffinden von den 
beiden Arten in dem südöstlichsten Teil der ukrainischen Karpathen ist, 
obwohl sehr unwahrscheinlich, doch möglich. Auch C. perispinctum Kol. und 
C. turgidum Reitt., die bisher aus Grusien bekannt sind, sind wahrschein- 
lich in dem ukrainischen Anteil des Kaukasus zu finden. 

Die artliche Identität des Nanophthalums megaloderoides Motsch. aus 
der Krim mit ditomum Saulcy aus Grusien ist etwas fraglich. Leider habe 
ich keine kaukasischen Exemplare gesehen, um die Sache entsprechend zu 
klären. 

In der vorliegenden Arbeit ist also eine neue Art aus Rumänien be- 
schrieben. Da bestimmt ein rumänisches Endemit, ist diese Art nicht in die 
Bestimmungstabelle mit einbezogen.*) 

Ich habe hier Herrn Hans Kulzer meinen ganz besonderen und herz- 
lichen Dank für das Verleihen des Materials aus dem coll. Mus. G. Frey 


zum Studium abzustatten. 


*) Den Umfang dieser Arbeit habe ich auf das gesamte ukrainische Sprach- 
gebiet ausgedehnt. Gegenwärtige politische Grenzen habe ich gänzlich unberück- 
sichtigt gelassen. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 277 


Den Herren Prof. Dr. St. Smreczyhski und Dr. W. Szymczakowski bin ich 


für die Anfertigung einer Liste der Fundorte, der in dem Zool. Museum 


der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Krakau vorhandenen Ce- 


phennium-Arten und für die leihweise Übersendung von einigen Arten be- 


sonders dankbar. 


Herrn Dr. G. Frey, möchte ich meinen herzlichen Dank aussprechen 


für die Veröffentlichung dieser Arbeit in seiner Museums-Zeitschrift. 


Bestimmungstabelle der Gattungen der Tribus Cephenniini 


1 (4) Fühler mit mäßig abgesetzter, dreigliedriger Keule. Augen mei- 


= 


stens vorhanden, falls nicht, dann anstelle der Augen keine lateral 
vortretende Kante. Flügeldecken mit mehr oder weniger deutlichen 
Humeralfältchen und Humeralfurche. Die Grenze zwischen Hals- 
schild und Flügeldecken seitlich schwächer ausgeprägt. Körper 
etwas weniger als bei Nanophthalmus gewölbt. 


Ungeflügelt. Die Flügeldecken längs der Naht verwachsen. Die 
Flügeldecken an der Basis mit mehr oder weniger deutlichen, bis- 
weilen sehr feinen Humeralfältchen und mit einer deutlichen Hu- 
meralfurche. Die Vorderhüften aneinander stoßend, d.h. nicht durch 
einen ziemlich breiten, dreieckigen Prosternalfortsatz getrennt. 
Cephennium Müll. & Kunze. 


Geflügelt. Die Flügeldecken längs der Naht nicht verwachsen. Die 

Flügeldecken an der Basis außer den üblichen Humeralfältchen 

und der Humeralfurche, die sehr reduziert, d. h. sehr kurz und 

undeutlich sind, noch mit einer accessorischen Längsfurche, die das 

Basalgrübchen außen berührt. Die Vorderhüften durch einen ziem- 
lich breiten, dreieckigen Prosternalfortsatz getrennt. 

Cephennodes Reitt. 

(Chelonoides Croiss.) 

Im Gebiet vielleicht nur 1 

Art: turgidum Reitt. 


Fühler mit stark abgesetzter, zweigliedriger Keule. Augenlos — 
anstelle der Augen befinden sich eine lateral vortretende Kante. 
Flügeldecken ohne Humeralfältchen und Humeralfurche. Die 
Grenze zwischen Halsschild und Flügeldecken seitlich stark als 
deutliche Einbuchtung ausgeprägt. Körper viel stärker als bei 
Cephennium und Cephennodes gewölbt. 

Nanophthalmus Motsch. 


278 


10 (21) 


11 (12) 


W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae) 


Bestimmungstabelle der ukrainischen Cephennium -Arten 


Die vom Humeralfältchen außen begrenzte Humeralfurche der 
Flügeldecken vom Basalgrübchen getrennt. 
Untergattung Cephennium s. str. 
Körper größer und verhältnismäßig breiter. Long. 1,3-1,4 mm. Die 
Vorderschienen beim ö innen vor der Spitze mit einem winkeligen 
Ausschnitt, zwischen diesem und der Spitze gerade abgestutzt und 
deutlich kantig. 
Kleiner, 1,3 mm lang. Die Fühler gedrungener, 7. Glied kugelig. 
Die paarigen, sehr stark chitinisierten Sklerite des Internalsackes 
einfach, kurz und gerade, das Endstück des Kopulationsapparates 
nicht überragend. (Fig. 1.) 
majus Reitt. problematicum 
Tömösv. (reitteri Bris.) 


Größer, 1,4 mm lang. Die Fühler ziemlich schlank, 7. Glied wesent- 
lich länger als breit. Die paarigen, sehr stark chitinisierten Sklerite 
des Internalsackes federartig aufgespalten, lang und bogenförmig 
nach vorne gerichtet, das Endstück des Kopulationsapparates arm- 
artig umfassend oder auch ihn überragend. (Fig. 2a und b.) 

majus Reitt. banaticum Ganglb. 


Körper kleiner und verhältnismäßig schlanker. Long. 0,8-1,25 mm. 
Die Vorderschienen beim 5 anders gebaut. 


Die Trochanteren der Vorderbeine des Ö in ein kleines, scharfes, 
dreieckiges Zähnchen ausgezogen. 
difficile Reitt. 


Die Trochanteren der Vorderbeine des ö einfach, ohne Zähnchen. 


Vorderschienen des ö allmählich gegen die Spitze schwach erwei- 
tert, das unterste Fünftel an der Spitze schaufelförmig nach innen 
vortretend und um eine longitudinale Achse gedreht. Kaukasische 
Art. 

perispinctum Kol. 


Vorderschienen des ö gegen die Spitze erweitert verdickt, die ver- 
dickte Partie in ihrem unteren Drittel vor der Spitze innen breit 
und flach ausgebuchtet. Mittel- und osteuropäische Arten. 
Ausgefärbt pechschwarz, der Halsschild und der Kopf etwas hel- 
ler. Long. 1,0-1,25 mm. 

Körper verhältnismäßig auffallend schlank gebaut. ö-Kopulations- 


apparat sehr breit und kurz. (Fig. 5.) 
dariae n. sp. 


12 (11) 


13 (18) 
14 (15) 


15 (14) 


16 (17) 


17 (16) 


18 (13) 
19 (20) 


20 (19) 


21 (10) 


22, (23) 


23 (22) 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 279 


Körper verhältnismäßig breiter gebaut. ö-Kopulationsapparat 
schlanker und länger. (Fig. 4, 7a, b und c.) 


Körper größer, 1,19-1,25 mm lang. 


Metasternum beim ö überhaupt nicht eingedrückt. Long. 1,19 mm. 
ruthenum Mach. ruthenum Mach. 


Metasternum beim ö flach, aber doch bemerkbar eingedrückt. 
Long. 1,19-1,25 mm. 


ö-Kopulationsapparat länger und enger, dessen Spitze lang und 
sehr eng. (Fig. 7c.) Long. 1,25 mm. 
ruthenum Mach. fleischeri Mach. 
(hungaricum Mach. nec Reitter) 


ö-Kopulationsapparat kürzer und breiter, ziemlich kurz zur Spitze 
verjüngt. (Fig. 7b.) Long. 1,19 mm. 
ruthenum Mach. zoufali Mach. 


Körper kleiner, nur 1 mm lang. 


Die am Ende des Mesosternalkieles winkelig zusammentreffenden 
Längsfältchen sehr kurz. Metasternaleindruck beim Ö tiefer, eine 


runde Grube bildend. Ostkarpathische Art. 
hungaricum Reitt. 


Die am Ende des Mesosternalkieles winkelig zusammentreffenden 
Längsfältchen viel länger. Metasternaleindruck beim ö etwas fla- 
cher und mehr herzförmig dreieckig. Eine Art der Ostalpen nach 


Osten bis Böhmen verbreitet. 
carnicum Reitt: 


Ausgefärbt pechbraun, der Halsschild und der Kopf rotbraun oder 
der ganze Körper einfarbig rotbraun oder gelbbraun. Long 0,8-1,0 
mm. 


Augenlos. Die Punktur der Oberseite, speziell der Basalhälfte der 
Flügeldecken sehr rauh, fast raspelartig. Körper sehr schlank. Das 
letzte Sternit beim Ö mit einem sehr kleinen Grübchen. Eine Art 


der Krim-Halbinsel. 
tauricum Winkler. 


Kopf mit kleinen, aber doch sehr deutlichen, schwarzen Augen. Die 
Punktur der Oberseite fein, nicht raspelartig. Körper etwas breiter 
und kürzer. Das letzte Sternit beim ö ohne Grübchen. Mittel- und 
osteuropäische Arten. 


280 


W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae) 


24 (25) 


25 (24) 


Sehr klein, die kleinste ukrainische Art nur 0,8 mm lang. ö-Kopu- 
lationsapparat mit vollkommen dorsalwärts gelegenen Orificium 
mediale (Fig. 11). Die Ventral und Dorsalfläche sind bis zur Spitze 
vollkommen vereinigt. 

delicatulum Reitt. 
Größer, 0,9-1,0 mm lang. ö-Kopulationsapparat mit Orificium 
mediale durch die ganze Breite zwischen Dorsal und Ventralplatte 
gebildet. 


26 (29) Das Metasternum beim ö flach aber deutlich eingedrückt. $-Ko- 


27 (28) 


28 (27) 


29 (26) 


30 (31) 


31 (80) 


32 (1) 


33 (34) 


pulationsapparat: verhältnismäßig länger und schlanker. Die Para- 
meren sind verhältnismäßig lang, aber schwächlich, ihre freien 
Enden überragen etwas die Spitze der Ventralplatte, welche vorne 
verlängert und sanft zugespitzt und ventralwärts ein wenig zuge- 
bogen ist. Die Ränder der Spitze sind schwach wulstig verdickt. 
(Fig. 9) 
Die Vorderschienen des ö von zwei Drittel der Länge bis zur 
Spitze deutlich ausgebuchtet. Die Flügeldecken dunkel pechbraun, 
der Halsschild rotbraun. 

carpathicum Saulcy forma typica. 


Die Vorderschinenen des 5 nur sehr schwach ausgebuchtet. Ein- 
farbig rostrot. 
carpathicum Saulcy forma hajnyi Mach. 
Das Metasternum beim Öö fast flach. ö-Kopulationsapparat: ver- 
hältnismäßig kürzer und breiter. Die Parameren sind stark ent- 
wickelt und nur um sehr wenig kürzer als die verlängerte Ventral- 
platte. Diese ist sanft nach vorne zugespitzt und in der Mitte der 
Länge nach durch ein ziemlich breites und abgestumpftes Kielchen 
durchgesetzt. (Fig. 10) 
Die Vorderschinenen des ö innen fast gerade, ohne irgendeine 
Skulptierung. 
slovenicum Mach. forma typica. 
Die Vorderschienen des ö innen schwach ausgebuchtet. 
slovenicum Mach. forma kocii Mach. 
Die vom Humeralfältchen außen begrenzte Humeralfurche der 
Flügeldecken beginnt am Außenrande des Basalgrübchens. 
Untergattung Neocephennium Apf. 
Die Punktur der Besalhälfte der Flügeldecken sehr rauh, fast 
raspelartig. Körper auffallend lang. Augenlos. Eine Art der Krim- 
Halbinsel. 
tauricum Winkler. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 281 


34 (33) Die Punktur der Flügeldecken fein. Körper kürzer. Kopf mit äußerst 


1. 


kleinen, schwer erkennbaren Augen. Eine Art der Ostalpen und 
Balkanhalbinsel. 
latum Motsch. 


Bestimmungstabelle der ukrainischen Nanophthalmus Arten 


1(2) 


Große, 1,4 mm lange, stark gebaute und stark gewölbte Art. Alle 
Organe entsprechend größer und stärker. Schultern mit einer, sehr 
deutlichen, dreieckigen Erhabenheit. 
robustum Roub. 
Kleinere, nur 0,75-1,0 mm lange, schwächer gebaute und weniger 
gewölbte Arten. Alle Organe entsprechend kleiner und grazieler. 
Schultern mit einer sehr kleinen oder fast unmerklichen, dreiecki- 
gen Erhabenheit. 
Größer, 1,0 mm lang. Die Fühler länger, ihr vorletztes Glied fast 
quadratisch. Vorderschienen sehr stark nach vorne gebogen und 
innen stark ausgebuchtet. Metasternum beim ö mit einer sehr 
deutlichen und ziemlich tiefen, herzförmigen Vertiefung, die am 
Mesosternum zusammentreffenden Längsfältchen ziemlich lang 
und deutlich. Penis: Fig. 14. 
armeniacus Reitt. 
Kleiner, nur 0,75 mm lang. Die Fühler kürzer, ihr vorletztes Glied 
schwach quer. Vorderschienen schwach nach vorne gebogen. Meta- 
sternum beim Ö flach, ohne Vertiefung, die am Mesosternum zu- 
sarmmentreffenden Längsfältchen sehr kurz, kaum angedeutet. Pe- 
nis: Fig. 15. 
megaloderoides Motsch. 
(ditomum Saulcy) 


Cephennium (s. str.) majus Reitt. problematicum Tömösv. (reitteri Bris.) 


C.thoracium Müll. sensu Reitter. Verh. zool. bot. Ges. Wien XXXI. 1881. 
p. 390. 

C. laticolle Aub& sensu Reitter. ibidem. 

C. laticolle Reitt. Naturg. Ins. Deutsch. III. 2. p. 153. 

Anisosphaera problematica Tömösv. Magy. Tud. Akad. math. termtud. 
Köslem. XVIII. 1882. pp. 119-131. 

C.thoracicum Müll. sensu Reitter. Verh. zool. bot. Ges. Wien. XXXIV. 
1884. p. 83. 

C. reitteri Bris. Ann. Soc. Ent. Fr. XXIX. 1886. 

C. reitteri Bris. Ganglb. Käfer Mitteleur. III. p. 15. 


282 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae) 


2 
C. reitteri Bris. (laticolle Reitt., non Aub&) Reitter. Fauna Germ. II. p. 223. 


C. reitteri Bris. Scholz. Ent. Bl. XXII. 1926. pp. 103-104. 

C. problematicum Tömösv. Dudich. Ent. Bl. XXIII. 1927. pp. 85-87. 

C. problematicum Tömösv. Horion. Nachtrag. 1935. p. 184. 

C. problematicum Tömösv. Horion. Faunistik der mitteleurop. Käfer. II. 
1949. p. 176 und 178. 


Ausgefärbte Stücke oben pechschwarz, der Kopf, bisweilen auch der 
Halsschild braunrot, unten pechschwarz oder pechbraun mit rotbraunem 
Abdomen oder ganz braunrot. Unausgefärbte Stücke ganz rötlichgelb. Die 
Fühler und Beine gelbrot, die Taster und Tarsen heller. Long. 1,3 mm. 
Dem C. majus Reitt. banaticum Ganglb. sehr ähnlich aber der Körper ist 
kürzer und enger. 


Der Kopf mit kleinen aber sehr deutlichen Augen. 


Die Fühler kürzer und gedrungener als bei majus Reitt. banaticum 
Ganglb., ihr 7. Glied kugelig, das 9. und 10. schwach aber deutlich quer. 


Der Halsschild im vorderen Drittel etwas schmäler als die Flügeldek- 
ken, etwas breiter als lang, nach vorne gerundet, nach hinten leicht und 
geradlinig verengt, mit rechtwinkeligen, an der Spitze schwach abgerun- 
deten Hinterecken, stark gewölbt, nicht oder kaum erkennbar punktiert, 
fein und spärlich behaart. Die Hinterecken ohne Grübchen. 


Die Flügeldecken doppelt so lang als der Halsschild, an der Spitze 
abgerundet, stark gewölbt, sehr fein und spärlich punktiert, spärlich und 
mäßig lang behaart, mit feinem ziemlich langem Humeralfältchen und kur- 
zer nicht sehr tiefer Humeralfurche. In der Mitte zwischen dieser und der 
Naht mit einem tiefen rundlichen Basalgrübchen. Die Schulterecken selbst 
mit einem kleinen, nach außen gerichteten Zähnchen. Die Flügeldecken an 
der Naht verwachsen. Ungeflügelt. 


ö. Metasternum in der Mitte mit ziemlich breitem und sehr seichtem 
Metasternaleindruck. Dieser zeigt eine weitläufige aber deutliche Punktie- 
rung. Der Eindruck ist vorne von zwei ziemlich langen und kräftigen, am 
Ende des Mesosternalkieles unter einem spitzen Winkel zusammentreffen- 
den Längsfältchen begrenzt. 

Intercoxalplatte einfach, fast flach, ihr Hinterrad fast gerade abgestutzt. 

Die Vorderschienen innen vor der Spitze mit einem kleinen winkeligen 
Ausschnitt, zwischen diesem und der Spitze gerade abgestutzt und deutlich 
kantig. 

Der 8-Kopulationsapparat (Fig. 1) ist stark chitinisiert, dem C. majus 
Reitt.banaticum Ganglb. und anderen Rassen sehr ähnlich. Die zwei paa- 
rigen, sehr stark chitinisierten Sclerite des Internalsackes sind sehr kurz, 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 283 


Fig. 1. C. majus Reitt. problematicum Tömösv. — Ukraine: Lwiw-Pohulanka. 


gerade und zeigen keine Tendenz das Endstück des Penis bogenförmig zu 

umfassen. Long. ca. 0,385 mm. 

Ökologie: Unter normalen Verhältnissen ein subalpines humicol der 
Buchen, Fichten und gemischten Wälder. In der Ukraine auch in die Ebene 
transgredierend (Umg. von Lwiw und Danister-Flußtal). Aus faulenden 
Laublagen, Moos und modernden Stöcken zu sieben. Gelegentlich als myr- 
mekophil zu bezeichnen (in Gesellschaft von Formica rufa L., Lasius brun- 
neus Latr. (meine Beobachtungen) und Lasius fuliginosus Latr.). 

Allgemeine Verbreitung: Deutschland und Tschechoslowakei (Sudeten 
und Beskiden in Schlesien, Südkarpathen in Slowakei), Polen (Nordwest- 
Karpathen), Ukraine (Ostkarpathen, Transkarpathien, Karpathisches Vor- 
gebirge, Galizien, West-Podolien). Nach Machulka (Horion: Faunistik I) 
auch in Rußland, was sehr unwahrscheinlich ist. Wenn alte Angaben von 
Jakobson der Wirklichkeit entsprechen (Livonien und Gouv. Petrozawodsk), 
ist die Art auch in Estonien und Latvien sowie in der Karelofinnischen Re- 
publik verbreitet. 

Verbreitung in der Ukraine: 

Karpathen: 

Niederen Beskiden: Bardiiw (Chyzer) loco typ. problematicum Tömösv. 
(larva). Zegiestiw Umg.: Palenycia, Lopata, Berg Pusta Welyka (La- 
zorko). 

Hohen Beskiden: Bezmihowa Hora ad Lisko (Kinel). Ustriky (Kotula- 
Coll. Acad. Sc. Pol.). Peremyschl Umg. (Kotula, Trella-Coll. Acad. Sc. 
Pol.). Bolechiw (Patkewicz-Coll. Tenenbaum). Tuchla (Rybinski-Coll. 
Acad. Sc. Pol.). 


284 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae) 


Transkarpathien: Uzhorod (Roubal, Vavra). Uzhorod Gebiet: wahrscheinlich 

Umg. von Zorniawa-Stawne (Fleischer, Mazura, Trojan). 
Karpathisches Vorgebirge: Boryslaw (Rybinski — als carnicum und hungari- 

cum. Coll. Acad. Sc. Pol.). 

Bukowyna: Cecyna bei Tscherniwci (Marku) 
Galizien: Umg. von Lwiw: Pohulanka, Wenhlinskyj Lisok, Pasiky Hal., 

Holosko Welyke, Bilohorschtscha (Lazorko, Polanskyj). 

Podolien: Dnister-Flußtal (Marku). 

Die genaue Verbreitung dieser Rasse in den Karpathen ist sehr man- 
gelhaft bekannt. Nach verschiedenen Autoren ist sie auch im Czornohora- 
Gebirge und Marmarosch-Gebiet verbreitet. Nach Reitter (als laticolle Aube) 
im Marmarosch-Gebiet häufig. Nach Roubal in Czornohora häufig (Oben- 
berger leg., Lokay det.) Nach Kuthy von Howerla bekannt. Von Weise als 
laticolle Aube von Rachiw und Howerla unter Buchenlaub gemeldet. Lokay 
zitiert die Art vom Berge Rebrowatsch bei Worochta in den Huzulischen 
Karpathen. 

Nach Besuchet, der im Jahre 1957 Cephennium-Arten der Rybinski- 
schen Sammlung revidiert hat, ist C. problematicum Tömösv. (C. majus 
Reitt. var. reitteri Bris. nach Besuchet) auch im Czornohora-Gebiet verbrei- 
tet: Ardzeluza (Rybinski), Gadzyna (Rybinski als laticolle) und Wojtul 
(Rybinski als hungaricum). 

Ich bin nicht ganz überzeugt, daß alle diese Exemplare in Wirklichkeit 
zum typischen problematicum Tömösv. gehören. Wahrscheinlich sind es 
Übergangs-Stücke zu majus banaticum Ganglb. Leider habe ich zu wenige 
Stücke aus mehr östlichen Teilen der Karpathen gesehen, um die Frage ent- 
gültig zu lösen. Meine Exemplare vom Berge „Jajce Perehinske“ (Gorgany- 
Kette), von Worochta (Huzulische Karpathen) und Rachiw (Südöstliches 
Transkarpathien) sind äußerlich dem problematicum sehr ähnlich aber dem 
Penisbau nach als Zwischenformen zwischen majus problematicum und ma- 
jus banaticum zu betrachten. Zu diesen Zwischenformen, die mit gleichem 
Recht zu problematicum wie zu banaticum zu stellen sind, rechne ich die 
Stücke von folgenden Fundorten zu: 

Gorgany-Kette: Berg „Jajce Perehinske“ (Lazorko). Sehr große Stücke, fast 
wie banaticum groß. 
Huculische Karpathen: Worochta (Stöck]). 

Berg „Rebrowatsch“ ad Worochta (Lokay - als reitteri Bris. gemeldet). 
Südöstliches Transkarpathien: Rachiw (Roubal), (Weise als laticolle Aube). 

Wahrscheinlich gehören hier auch Exemplare von Howerla (Kurthy 
und Richter nach Roubal Katalog), die auch von Weise als laticolle Aube 
gemeldet sind. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 285 


Wie weit nach Norden der Ukraine ist C. majus problematicum Tö- 
mösv. verbreitet, weiß ich nicht. Wahrscheinlich gehört das vom Tenenbaum 
von Walde „Kosobudy“ bei Zwirynec in Cholmgebiet gemeldete C. thora- 
cicum Müll. zu problematicum Tömösv. 


2. Cephennium (s. str.) majus Reitt. banaticum Ganglb. (jeanneli 
Mach. in litt.). 
C. banaticum Ganglb. Käfer Mitteleur. III. p. 15. 
C. banaticum Ganglb. (jeanneli Mach. in litt.) Mach. Cas. XXXII. 1935. 

pp. 126-127. 

Dem C. majus Reitt. problematicum Tömösv. in vielen Einzelheiten 
sehr ähnlich aber größer 1,3-1,4 mm lang. 

Die Fühler ziemlich schlank, etwas länger und schlanker als bei 
C. majus Reitt. problematicum Tömösv. Ihr 5. und 7. Glied etwas größer 
als die einschließenden Glieder, das 7. Glied wesentlich länger als breit, 
das 9. Glied so lang als breit, das 10. schwach quer. 

Der Halsschild im vorderen Drittel so breit oder etwas schmäler als 
die Flügeldecken, etwas breiter als lang, sonst wie bei problematicum Tö- 
mösv. gebaut. 

Die Flügeldecken wie bei problematicum Tömösv. aber entsprechend 
größer und robuster. 

ö. Metasternum in der Mitte mit ziemlich breitem und seichtem Me- 
tasternaleindruck. Dieser zeigt eine weitläufige aber deutliche Punktierung. 
Der Eindruck ist vorne von zwei ziemlich langen und kräftigen, am Ende 
des Mesosternalkieles unter einem weniger als bei C. majus Reitt majus 
Reitt. spitzen Winkel zusammentreffenden Längsfältchen begrenzt. 

Intercoxalplatte einfach, fast flach, ihr Hinterrad fast gerade abgestutzt. 

Die Vorderschienen wie beim problematicum Tömösv. 

Der ö-Kopulationsapparat (Fig. 2a und b.) ist stark chitinisiert, dem 
C. majus Reitt. und dessen anderen Rassen sehr ähnlich. Das wichtigste 
Unterscheidungsmerkmal vem C. majus Reitt. problematicum Tömösv. bie- 
ten zwei langen, paarigen, sehr stark chitinisierten, federartigen Sklerite 
des Internalsackes, die bogenförmig nach vorne gerichtet das Endstück des 
Penis armartig umfassen. Long. ca. 0,375-0,4 mm. 

Ökoligie: Wie bei C. majus Reitt. problematicum Tömösv. aber wahr- 
scheinlich nur in dem Gebirge. 

Allgemeine Verbreitung: Rumänien (Banat, Transsylvanische Alpen), 
Ukraine (Südöstliche Karpathen). 

Verbreitung in der Ukraine: 
Karpathen: Südöstliches Transkarpathien: Umg. von Kobylecka Poljana, 

Kuzy, Kwasy bei Rachiw (Machulka). 


286 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae) 


Swydowec Gruppe: Blyznycia (leg. Dr. J. Fleischer). (loco typ. jeanneli 

Mach. in litt.). (sec. Laco, Roubal). 

C. majus Reitt. banaticum Ganglb. wurde auch von anderen Autoren 
von verschiedenen Fundorten der ukrainischen Karpathen gemeldet. Roubal 
zitierte es von Howerla (Richter leg.) Weise auch von Howerla (als laticolle 
Aube) und Reitter vom Marmarosch Gebiet (als laticolle Aube). Nach Roubal 
auch bei Rachiw. 


ob um. 


QZ. --no 


Fig. 2a. C. majus Reitt. banaticum Ganglb. — Rumänien: Herkulesbad. 
Fig. 2b. C. majus Reitt. banaticum Ganglb. - Rumänien: Bihargebirge: Cucurbeta. 


Die Verbreitung dieser Rasse in den ukrainischen Karpathen ist auch 
sehr mangelhaft bekannt. Nach Machulka sind ukrainische Exemplare mit 
banatischen identisch. Die von mir gesehenen Stücke aus der Ukraine ge- 
hören aller Wahrscheinlichkeit nach zu den Übergangsformen zu problema- 
ticum Tömösv. Sie sind nicht ganz so groß, wie banatische und transsyl- 
vanische banaticum Ganglb. und häufig nur $o groß wie problematicum 
Tömösv. Ob die von Machulka als banaticum erwähnten Stücke die Größe 
der typischen banaticum erreichen, weiß ich nicht. Der ö-Kopulationsappa- 
rat der von mir gesehenen Exemplare von nordöstlichen aber auch südöst- 
lichen Teilen der ukrainischen Karpathen ist nicht ganz mit typischen bana- 
ticum identisch. Nämlich sind die bogenförmigen Sklerite nicht so lang wie 
bei typischen banaticum und umfassen das Endstück des Penis nur sehr 
wenig. Diese Exemplare sind gewiß kein typisches problematicum, obwohl 
äußerlich von ihnen kaum zu unterscheiden. Die unter C. problematicum 
Tömösv. zitierten Zwischenformen von „Jajce Perehinske“, „Worochta“, 
„Rebrowatsch“ und „Rachiw“ gehören hierher. Wahrscheinlich sind auch 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 287 


die von Besuchet bestimmten Stücke von Czornohora, wie auch die von 


[ 


verschiedenen Autoren gemeldete „reitteri Bris.“ und „laticolle Aube“ von 
Howerla hier einzuordnen. 

Die Stücke von „Jajce Perehinske“ sind fast so groß (obwohl doch 
kleiner) wie die typische banaticum Ganglb. aber Sklerite sind sehr kurz 
und nur sehr wenig federförmig nach vorne verbreitet. Im Gegenteil Stücke 
von „Worochta“ sind nur so groß wie problematicum Tömösv. aber Sklerite 
sind viel länger und federartig gebildet und nach vorne das Endstück des 
Penis armartig umfassend. Das einzige Ex. von „Rachiw“ (leg. Roubal) in 
meiner Sammlung ist nur so groß wie problematicum aber Sklerite sind 
lang und federartig. 

Es ist möglich, daß nur die von Machulka zitierten Stücke zum typi- 
schen banaticum Ganglb. gehören und die Rasse nur auf den südöstlichsten, 
dem Marmarosch-Gebiet und den Transsylvanischen Alpen angrenzenden 
Anteil der ukrainischen Karpathen beschränkt ist. 


3. Cephennium (s. str.) difficile Reitt. 
C. difficile Reitt. Verh. zool. bot. Ges. Wien XXXI. 1881. p. 548. 
C. difficile Reitt. Ganglb. Käfer Mitteleur. IH. p. 16. 

Pechschwarz, der Kopf braunrot, der Halsschild etwas dunkler braun- 
rot, Unterseite pechbraun mit rotbraunem Abdomen. Die Fühler und Beine 
gelbrot, die Taster und Tarsen heller. Long. 1,2 mm. 

Der Kopf glänzend glatt, mit kleinen aber deutlichen Augen. 

Die Fühler ziemlich schlank und lang, die Mitte der Körperlänge nicht 
ganz erreichend. Ihr erstes Glied etwas länger als breit, zweites fast so lang 
als das erste. Endglied so lang als die zwei vorletzten zusammengenommen. 

Der Halsschild vor der Mitte am breitesten, nach vorne ziemlich stark 
abgerundet, zur Basis schwach geradlinig verengt, die Hinterecken ziemlich 
deutlich, nicht abgerundet, in der Nähe der Hinterwinkeln mit der Spur 
eines kaum angedeuteten, kleinen, sehr flachen Eindruckes. Halsschild fast 
glatt. 

Die Flügeldecken lang oval, doppelt so lang wie der Halsschild, zur 
Spitze gemeinschaftlich abgerundet. Basalgrübchen nach außen verflacht, 
ziemlich groß. Humeralfältchen deutlich, ziemlich kurz, gerade. Humeral- 
furchen sehr flach. Punktierung sehr undeutlich, die Behaarung ziemlich 
lang und nicht sehr dicht. Die Flügeldecken an der Naht verwachsen. Un- 
geflügelt. 

ö. Metasternum mit breitem und sehr flachem aber doch deutlichem 
Metasternaleindruck. Der Eindruck ist vorne von zwei, ziemlich kurzen, 
am Ende des Mesosternalkieles unter einem spitzen Winkel zusammentref- 
fenden Längsfältchen begrenzt. 


288 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae) 


Intercoxalplatte einfach, flach, ihr Hinterrad in einen flachen Bogen. 
ausgerandet. 

Die Vorderschienen sind innen vor der Mitte erweitert, gegen die 
Spitze wiederum verengt, außen sanft gebogen und innen sehr breit und 
flach ausgebuchtet. 

Die Trochanteren der Vorderbeine beim Ö innen in ein scharfes, drei- 
eckig-dornförmiges Zähnchen ausgezogen. Dieses Zähnchen ist am besten 
sichtbar, wenn Vorderbeine nach vorne gerichtet sind. 

Der ö-Kopulationsapparat (Fig. 3) ist sehr stark chitinisiert. Long. 
ca. 0,425 mm. 


Fig. 3. C.difficile Reitt. - Rumänien: Banat: N. Bogsan. 


Ökologie: Mir unbekannt. 

Allgemeine Verbreitung: Banat (ehemaliges Ungarn, heute Rumänien 
und Jugoslavien), Transsylvanien (Rumänien). Aus der Ukraine bisher nicht 
bekannt, obwohl irrtümlicherweise von verschiedenen Autoren gemeldet. 
Die Stücke von „Doizka“ bei Bolechiw in Hohen Beskiden (leg. Patkiewicz) 
wurden von Reitter selbst als difficile Reitt. bestimmt. Die von mir über- 
prüften Exemplare gehören dem C. ruthenum Mach. ruthenum Mach. Von 
Lokay wurde die Art vom Berge „Rebrowatsch“ in den Huzulischen Kar- 
pathen angegeben. Stöckl hat „difficile“ vom benachbarten Worochta ge- 
meldet. Beide Bestimmungen sind falsch, die Stücke gehören dem C. ruthe- 
num Mach. zoufali Mach. Nach Roubal hat Lokay zahlreiche Stücke von 
Czornohora (leg. Obenberger) als difficile bestimmt. Es handelt sich um 
C.ruthenum Mach. zoufali Mach. oder um C. ruthenum Mach. fleischeri 
Mach. Die von Fleischer-Mazura-Trojan von Zorniawa und Stawne im 
Uzhorod-Gebiet gemeldete „difficile“ (leg. Dr. Joseph Fleischer) wurden 
von Machulka revidiert und als ruthenum Mach. ruthenum Mach. anerkannt. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 289 


Das Auffinden des C.difficile Reitt. in dem südöstlichsten Teile der 
ukrainischen Karpathen ist, obwohl wenig wahrscheinlich, doch möglich. 
4. Cephennium (s. str.) hungaricum Reitt. (C. hungaricum Saulcy in litt.) 
C. hungaricum Reitt. Verh. zool. bot. Ges. Wien XXXI. 1881. p. 550. 

C. carnicum Reitt. (partim) Naturg. Ins. Deutsch. III. 2. p. 155. 
C. carnicum Reitt. (Partim) Ganglb. Käfer Mitteleur. III. p. 16. 
C. hungaricum Reitt. (ruthenum Mach. fleischeri Mach.) (partim) Mach. Cas. 

XXIII. 1925. pp. 64-66. 

Pechschwarz oder braunschwarz, oft auch der Halsschild dunkel braun- 
rot, unausgefärbte Stücke ganz rötlichgelb. Unterseite braunrot, Abdomen 
heller. Die Fühler, Taster und Beine rostrot oder rötlichgelb. Long. 1 mm. 

Der Kopf mit kleinen, deutlichen Augen. 

Die Fühler ziemlich lang und schlank, das 5. und 7. Fühlerglied etwas 
größer als die einschließenden Glieder, so lang oder ein wenig länger als 
breit, das 9. Glied nicht oder nur sehr schwach, das 10. meist deutlicher quer. 
Endglied so lang als die zwei vorletzten zusammengenommen, sanft zuge- 
spitzt. 

Der Halsschild etwa vor der Mitte am breitesten, nach vorne ziemlich 
stark abgerundet, zur Basis schwach geradlinig verengt. Die Hinterecken 
stumpf, ohne Grübchen. Die Punktierung nahe den Hinterecken viel stär- 
ker ausgeprägt. 

Die Flügeldecken etwa an der Basis des ersten Drittels am breitesten, 
ziemlich kurz oval, zur Spitze gemeinschaftlich abgerundet. Basalgrübchen 
ziemlich groß. Humeralfältchen fein, aber deutlich, ziemlich kurz, dem 
Seitenrande parallellaufend. Humeralfurchen sehr seicht und kurz. Punktie- 
rung sehr undeutlich, Behaarung entsprechend stark. 

ö. Metasternum breit und ziemlich tief, in der Form einer fast runden 
Grube, eingedrückt. Die am Ende des Mesosternalkieles winkelig zusam- 
mentreffenden Längsfältchen fein und kurz. 

Intercoxalplatte einfach, flach, ihr Hinterrad sehr flach (fast abgestutzt), 
bogenförmig ausgerandet. 

Die Vorderschienen allmählich etwas erweitert, innen von der Spitze 
bis nahe zur Mitte schwach und breit ausgerandet. 

Der &-Kopulationsapparat (Fig. 4) schwach chitinisiert. Long. ca. 
0,325 mm. 

Ökologie: Nach Holdhaus-Deubel in Wäldern aus feuchtem Buchen- 
laub und Moos gesiebt. Auch in der Gipfelregion in den Grasbüscheln. Ex- 
clusiv montane Art der Karpathen (Irrtümlicherweise als carnicum Reitt. 


bestimmt). 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 19 


290 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae) 


Allgemeine Verbreitung: Rumänien: Banat und Transsylvanische Al- 
pen. Aus der Ukraine bisher unbekannt obwohl von Rybinski für die Um- 
gebung von Ternopil in Podolien gemeldet. (Ternopil-Stadtpark, Kutkiwei, 


0 wm. 


Fig. 4. C. hungaricum Reitt. - Rumänien: Transsylv. Alpen: Brasov (Kronstadt). 


Haji). Die Bestimmung ist offenbar falsch, obwohl die in der Literatur zi- 
tierten Stücke nicht eruirbar sind (teste Dr. Szymczakowski). Wahrscheinlich 
handelt es sich um C. dariae Laz., das vom westlich von Ternopil gelegenem 
Zolotschiw bekannt ist. C. hungaricum Reitt. wurde auch von verschiedenen 
Autoren (Roubal, Maschulka, Kli&ka) von zahlreichen Fundorten der ukrai- 
nischen Ostkarpathen gemeldet. Es handelt sich aber um Rassen des C. 
ruthenum Mach. (hungaricum Mach. nec Reitter) nämlich zoufali Mach. und 
fleischeri Mach. 

Das Auffinden des echten hungaricum Reitt. in dem südöstlichsten 
Teile der ukrainischen Karpathen ist, obwohl sehr unwahrscheinlich, doch 
möglich. 


5. Cephennium (s. str.) dariae n. sp. 

Pechschwarz, der Kopf braunrot, der Halsschild etwas dukler braun- 
rot. Unterseite pechbraun mit rotbraunem Abdomen. Die Fühler und Tar- 
sen heller. Long. 1,1 mm. 

Körper besonders beim 5 ziemlich auffallend schlank gebaut. 

Der Kopf glänzend glatt, mit kleinen aber deutlichen Augen. 

Die Fühler ziemlich schlank, verhältnismäßig kurz, die Hälfte der. 
Körperlänge nicht erreichend, mit gut abgesetzter, dreigliedriger Keule. Ihr 
erstes Glied länger als breit, zweites fast so lang als erstes, verkehrt konisch, 
3., 4. und 5. Fühlerglieder nur sehr wenig länger als breit. Endglied so lang 
als die zwei vorletzten zusammengenommen, sanft zugespitzt. 

Der Halsschild etwa vor der Mitte am breitesten, nach vorne ziemlich 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 291 


stark abgerundet, zur Basis schwach verengt. Die Hinterecken stumpf recht- 
winkelig, ohne Grübchen. 

Die Flügeldecken etwa im ersten Drittel am breitesten, lang oval, zur 
Spitze gemeinschaftlich abgerundet. Basalgrübchen groß. Humeralfältchen 
sehr kurz, aber deutlich, gerade. Humeralfurchen sehr kurz, zur Basis etwas 
bogenförmig verlaufend. Punktierung sehr undeutlich, fast unsichtbar, die 
Behaarung ziemlich dicht, lang und abstehend. Die Flügeldecken an der 
Naht verwachsen. Ungeflügelt. 

d. Metasternum in der Mitte mit breitem, seichtem, etwas herzförmi- 
gem Metasternaleindruck, glatt. Dessen Basis gegen Intercoxalplatte gerich- 
tet. Der Eindruck ist vorne von zwei, ziemlich kurzen, am Ende des Me- 
sosternalkieles unter einem spitzigen Winkel zusammentreffenden Längs- 
fältchen begrenzt. 

Intercoxalplatte einfach, flach, ihr Hinterrand stark bogenförmig aus- 
gerandet. 

Die Vorderschienen gegen die Spitze verdickt und in ihrem unteren 
Drittel vor der Spitze innen breit und flach ausgebuchtet. 


Dim 


Fig. 5. C. dariae n. sp. — Ukraine: Bilohorschtscha prope Lwiw. 


Der ö-Kopulationsapparat (Fig. 5) ist stark chitinisiert, verhältnismä- 
Big kurz und breit gebaut. Dem allgemeinen Bau nach dem des C. trebin- 
jense Mach. etwas ähnlich. Orificium mediale gänzlich an der Dorsalseite 
gelegen. Die Endspitze breit erweitert und fast gerade abgestutzt, in der 
Mitte in ein kleines, dreieckiges Zähnchen ausgezogen. Die Parameren lang, 
ihre freien Enden so lang als der Penis, die Terminalborsten die Endspitze 
überragend. Long. 0,31 mm. 

Unter ukrainischen Arten am besten mit C. ruthenum Mach. zu ver- 
gleichen. Die neue Art ist aber viel kleiner und schlanker. Ihr zweites Füh- 


292 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae) 


lerglied ist deutlich kürzer als bei ruthenum Mach. ruthenum Mach. 3., 4. 
und 5. Glied nur sehr wenig länger als breit, während solche beim ruthenum 


Mach. ruthenum Mach. länger als breit sind. Metasternum ist deutlich ein- 


gedrückt, während es beim ruthenum fast flach ist. Vordere Schienen sind 
beim C. dariae viel schwächer als beim ruthenum Mach. ausgerandet. End- 
lich der ö-Kopulationsapparat ist gänzlich verschieden gebaut. 


Ökologie: Die Art wurde am Rande eines Buchen- und Mischwaldes 
aus alten, verfaulten Baumstöcken gesiebt. Sie kommt im Flachlande sowie 


im Hügellande vor. 


Verbreitung: 


Ukraine: Bestimmt ein ukrainisches Endemiit. 

Umgebung von Lwiw: Allotypus: Ein 5 in einem Mischwalde (Eichen, 
Birken, Föhren) am Rande der berühmten Bilohorschtscha-Sümpfen 
aus ganz verfaultem Baumstock am 21. VIII. 1942 gesiebt. Höhe un- 
gefähr 301 m. (Lazorko leg.). Paratypus: Ein ö Umg. von Lwiw: 
Tschortiwska Skala, Nordseite, am Rande eines alten Buchenwaldes 
aus einem alten Buchenstock am 10. X. 1940 gesiebt. Höhe 418 m. 
(Lazorko leg.). Beide Exemplare in meiner Sammlung. 


Galizien: Zolotschiw (coll. Rybinski in coll. Acad. Sc. Pol. Gracoviense). 
Ein d und 5 7% vidi. Die Stücke sind von Besuchet als C. polonicum 
n. sp. in litt. bezettelt. 


Zu dieser Art gehören wahrscheinlich die Stücke, die von Rybinski in 
der Umgebung von Ternopil gefunden und als hungaricum Reitt. gemeldet 
waren. Leider sind die Stücke nicht eruirbar (vidi unter hungaricum Reitt.).*) 


*) Die Herkunft der Rybinskischen Exemplare von Zolotschiw ist sehr pro- 
blematisch. Alle diese Exemplare wurden ursprünglich von Rybinski als C. hunga- 
ricum Reitt. bestimmt. C. hungaricum Reitt. wurde von Rybinski in seinen Arbei- 
ten (1903) für Ternopil und Umgebung (Stadtpark, Kutkiwci, Haji) gemeldet. 


Nun hat sich erwiesen, daß Rybinskische Exemplare von C. hungaricum Reitt. 
mit gedruckten Fundortzettelchen „Zloczow“ (ukrainisch „Zolotschiw“) versehen 
sind und keine Exemplare von Ternopil oder Umgebung zu finden sind. 


Nach Dr. Szymezakowski (Krakau) gibt es praktisch nur eine logische Erklä- 
rung. Ursprünglich waren alle Rybinskischen Exemplare des C. hungaricum Reitt. 
nur mit Nummern und nachträglich, auf Grund der hypothetischen Notizen mit 
gedruckten Zettelchen versehen. Leider sind Rybinskische Original-Notizen wahr- 
scheinlich verloren gegangen. 

Auf Grund der genauen literarischen Angaben bin ich überzeugt, daß eine 
Fundortsverwechslung stattgefunden hat und daß alle Exemplare, die mit „Zo- 
lotschiw“ bezettelt sind, in Wirklichkeit von Ternopil und seiner Umgebung 
stammen. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 293 


Diese Art wurde von mir seit 1940 als neue Art erkannt und als dariae 
n. sp. in meiner Sammlung bezettelt. 
Ich widme die neue Art der treuen Begleiterin meiner entmologischen 


Sammelfahrten, meiner Frau Daria. 


6. Cephennium (s. str.) kulzeri n. sp. 


Das einzige bisher bekannte Stück oben pechschwarz, der Kopf und 
Halsschild braunrot. Unterseite rotbraun. Die Fühler und Beine gelbrot. 
Long. 1,2 mm. 

Der Kopf mit kleinen aber sehr deutlichen Augen. 

Die Fühler schlank, ihr 5. und 7. Glied, wie gewöhnlich etwas größer 
als die einschließenden Glieder, das 7. Glied wie gewöhnlich länger als 
breit, das 9. Glied so lang als breit, das 10. schwach quer. 

Der Halsschild im vorderen Drittel fast so breit als die Flügeldecken, 
mehr weniger so lang als breit, nach vorne gerundet, nach hinten leicht und 
geradlinig verengt, mit rechtwinkeligen Hinterecken, die etwas nach hinten 
verlängert sind. Die Hinterecken ohne Grübchen. Halsschild fast ohne er- 
kennbare Punktierung, fein gelblich behaart. 

Die Flügeldecken mehr als doppelt so lang als der Halsschild, an der 
Spitze abgestutzt abgerundet, sehr fein aber ziemlich deutlich punktiert 
(stärker als bei hungaricum Reitt.) und gelblich behaart. Humeralfältchen 


Oma 


Fig.6. C. kulzeri n. sp. - Rumänien: Transsylvanische Alpen: 
Umg. Kronstadt (Brasov, Brasso). 


294 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae) 


kurz (kürzer als bei hungaricum Reitt.) aber deutlich. Humeralfurchen kaum 
angedeutet, fast grübchenartig. Basalgrübchen tief und sehr deutlich. Die 
Flügeldecken an der Naht verwachsen. Ungeflügelt. 

ö. Metasternum in der Mitte mit breiten, sehr seichten fast unmerk- 
lichen etwas herzförmigen Metasternaleindruck, der in eine flache, einfache 
Intercoxalplatte übergeht. Der Eindruck ist vorne von zwei sehr kurzen 
und kaum angedeuteten, am Ende des Mesosternalkieles unter einem schar- 
fen Winkel zusammentreffenden Längsfältchen begrenzt. 

Intercoxalplatte ist am Hinterrande quer abgestutzt und nahe der Hin- 
terhüften in sehr lange, dreieckige Zähnchen verlängert. 

Die Vorderschienen gegen die Spitze schwach erweitert, außen sanft 
gebogen, ungefähr von der Hälfte zur Spitze innen bogenförmig ausge- 
randet. 

Die Vordertrochanteren ohne Zähnchen. 

Der ö-Kopulationsapparat (Fig. 6) ist sehr stark chitinisiert, sehr groß, 
lang und schlank gebaut. Dem allgemeinen Bau nach dem des C. ruthenum 
Mach. ruthenum Mach. etwas ähnlich aber in Einzelheiten ganz verschieden. 
Orificium mediale ist an der Dorsalseite gelegen. Long. 0,575 mm. 
Ökologie: Unbekannt. 

Verbreitung: 1 ö (Allotypus) Rumänien: Transsylvanische Alpen: Umg. 

Kronstadt (Brasov, Brasso). 

Das einzige bisher bekannte Stück aus der coll. Breit (jetzt in coll. Mus. 
Frey-Tutzing b. München) wurde als nova species bei der Gelegenheit der 
Untersuchung des zum Studium einvertrauten Materials aus dem Museum 
G. Frey erkannt. Die kulzeri n. sp. verdankt ihre Entdeckung dem Umstand, 
daß ich stets ein Genitalpräparat anfertige. Sonst würde diese interessante 
Art niemals entdeckt worden sein. Sie war zwischen die von Machulka als 
hungaricum Reitt. determinierte Stücke eingereiht. 

Äußerlich ist die neue Art dem ruthenum Mach. ruthenum Mach. sehr 
ähnlich fast so groß aber der Penis ist viel größer und in Einzelheiten ganz 
verschieden gebaut. 

Vom C. hungaricum Reitt. unterscheidet sich kulzeri n. sp. schon durch 
die bedeutendere Größe (kulzeri 1,2 mm, hungaricum 1 mm) und deut- 
lichere, etwas rauhere Punktierung der Flügeldecken. Penis ist ganz ab- 
weichend gebaut. 

Vom C. fovangulum Reitt. unterscheidet sie sich durch die bedeuten- 
dere Größe (fovangulum nur 1,1 mm) und den Mangel eines Grübchens in 
der Nähe von Halsschildhinterecken. 

Vom C. difficile Reitt. unterscheidet sich kulzeri schon durch den Man- 
gel eines Zähnchens an den vorderen Trochanteren. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 295 


Ich widme die neue Art Herrn Hans Kulzer in Anerkennung seiner 
erfolgreichen koleopterologischen Tätigkeit, gleichzeitig auch in Dankbar- 
keit für die Unterstützung meiner Studien. 


7. Cephennium (s. str.) ruthenum Mach. ruthenum Mach. 


C. ruthenum Mach. Acta Entom. Mus. Nat. Pragae III. 1925. pp. 169-170. 
C. ruthenum Mach. Roubal. Catal. Col. I. 1930. pp. 276-277. 


C. ruthenum Mach. Sbornik prirod. slov. vlastiv. Muz. Bratislava. 
1924-1931. pp. 62-63. fig. pag. 61. 


Pechschwarz, der Kopf braunrot, der Halsschild gewöhnlich auch pech- 
schwarz, gelegentlich aber dunkel braunrot, unten fast pechschwarz, mit rot- 
braunem Abdomen. Die Fühler und Beine gelbrot, die Palpen und Tarsen 
heller. Long. 1,19 mm (es gibt aber auch etwas kleinere Stücke). 


Der Kopf glänzend glatt, mit kleinen aber sehr deutlichen Augen. 


Die Fühler ziemlich kurz, den Basalrand des Halsschildes deutlich über- 
ragend, mit gut abgesetzter, dreigliedriger Keule. Ihr 2. Glied lang, 9. Glied 
quadratisch, 10. deutlich quer, Endglied so lang als die zwei vorletzten 
zusammengenommen. 

Der Halsschild nicht ganz so breit als Flügeldecken, vor der Mitte am 
breitesten, nach vorne abgerundet, nach hinten fast geradlinig verengt. 
Die Hinterecken rechtwinkelig, mit ziemlich gut angedeuteter, flacher Ver- 
tiefung und dort etwas deutlicher punktiert. Punktierung der Oberfläche 
sehr schwach aber deutlich erkennbar. 


Die Flügeldecken ziemlich stark gewölbt, etwa im ersten Drittel am 
breitesten, kurz oval, die Spitze fast gerade abgestutzt. Basalgrübchen sehr 
deutlich, fast 1/3 der Flügeldeckenbreite einnehmend. Humeralfältchen deut- 
lich, ziemlich kurz, sehr undeutlich nach außen gerichtet. Humeralfurchen 
schwach angedeutet. Punktierung ziemlich deutlich und besonders an der 
Basis der Flügeldecken stärker und dichter vortretend. Die Behaarung nicht 
sehr dicht, etwas länger als an dem Halsschild. Die Flügeldecken an der 
Naht verwachsen. Ungeflügelt. 

ö. Metasternum einfach, überhaupt nicht eingedrückt, fast wie beim $ 
gewölbt und nur in der Nähe von Hinterhüften beiderseits mit einer sehr 
kleinen, unauffälligen Vertiefung. Metasternum vorne mit zwei sehr feinen 
und ziemlich langen, am Ende des Mesosternalkieles unter einem ziemlich 
spitzigen Winkel zusammentreffenden Längsfältchen, begrenzt. 


Die Intercoxalplatte ziemlich flach, am Hinterrande fast gerade ab- 
gestutzt. 


296 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae) 


Die Vorderschienen bis zum ?/5 der Länge verbreitet, dann zur Spitze 
innen schwach bogenförmig ausgebuchtet. 

Vordere Trochanteren ohne Zähnchen. 

Der ö-Kopulationsapparat (Fig. 7a) ist durch eine ovoide, ziemlich 
dünnwandige Kapsel gebildet, in welcher ventralwärts Ductus ejacula- 
torius eintritt und welche distalwärts in ein Rohr übergeht, welche durch 
das vollkommene Zusammenwachsen der theoretischen Ventral und Dorsal- 
platte entsteht. Orificium mediale ist rundlich und vollkommen dorsalwärts 
gelegen. Der Dorsalteil vom Orificium mediale bis zur Spitze ist deutlich 
und ziemlich breit gerinnt und von ihm durch einen scharfen Rand abge- 
sondert. Long. ca. 0,425 mm. 

Ökologie: Humicol der karpathischen Wälder, auch in das Vorgebirge 
transgredierend. Aus faulenden Laublagen, Moos und modernden Stöcken 
zu sieben. 

Verbreitung: Bisher nur aus der Ukraine bekannt. 
Karpathen: Hohen Beskiden: Polonyna „Plaj“ (loco typ.) leg. Machulka. 

Aus Moos und verfaultem Buchenlaube gesiebt. 


Dolzka ad Bolechiw (leg. Patkiewiez. Von Reitter als difficile Reitt. be- 
stimmt). 
Dub ad Bolechiw (leg. Patkiewicz). 


Gorgany-Kette: Berg „Jajce Perehinske“. (Lazorko.) In Gebirgswäldern aus 
Laub und Moos gesiebt. 

Transkarpathien: Zorniawa und Stawne in Uzhorod-Gebiet (Dr. Joseph 
Fleischer leg. Von Fleischer-Mazura-Trojan als difficile Reitt. ange- 
geben, aber von Machulka als ruthenum Mach. ruthenum Mach. revi- 
diert). 

Karpathen Vorland: Stryj (leg. Dr. Obenberger-teste Machulka). 


8. Cephennium (s. str.) ruthenum Mach. zoufali Mach. 


C.ruthenum Mach. zoufali Mach. Sbormik pfirod. slov. vlastiv. Muz. Bra- 

tislava. 1924-1931. pp. 62-63. fig. pag. 61. 

Dem ruthenum Mach. ruthenum Mach. sehr ähnlich, von fast dersel- 
ben Größe (ca. 1,19 mm lang), aber manche Exemplare erscheinen etwas 
breiter gebaut und heller gefärbt. Sie sind etwas heller pechschwarz und 
der Halsschild ist häufig etwas heller braunrot. Von den äußerlichen Merk- 
malen, durch welche sich die Männchen unterscheiden lassen ist nur die 
Form des Metasternaleindruckes diagnostisch wichtig. Bei ruthenum Mach. 
zoufali Mach. ist das Metasternum flach aber doch bemerkbar eingedrückt. 
Die Vorderschienen wie bei ruthenum Mach. ruthenum Mach. skulptiert. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 99 


—I 


Der ö-Kopulationsapparat (Fig. 7b) ist kürzer und breiter als bei 
ruthenum Mach. ruthenum Mach. und ziemlich kurz zur Spitze verjüngt. 
Long. ca. 0,420 mm. 


Fig. 7a. C. ruthenum Mach. ruthenum Mach. — Ukraine: Gorgany-Kette: 
Jajce Perehinske. 
Fig. 7b. C. ruthenum Mach. zoufali Mach. — Ukraine: Huzulische Karp.: Worochta. 
Fig. 7c. C. ruthenum Mach. fleischeri Mach. — Ukraine: Czornohora: 
Berg Mentschul. 


Ökologie: Wie bei C. ruthenum Mach. ruthenum Mach. aber nur in 
dem Gebirge. 

Verbreitung: Bisher nur aus der Ukraine bekannt. 

Karpathen: Huzulische Karpathen: Worochta (leg. Stöckl). 

Berg „Rebrowatsch“ (leg. Dr. Lokay und Stöckl. 
Von Lokay als difficile Reitt. gemeldet). 

Transkarpathien: Kobylecka Poljana, Kuzy, Kwasy bei Rachiw, Umg. von 
Rachiw, Jasinia (teste Machulka). Sehr selten. Bytschkiw (Machulka 
in litt.). 

Swydowec Gruppe: Abhänge des Berges „Blyznycia“ bei der Jagdhütte 
„Diana“ (loco typ.). Ziemlich selten. (teste Machulka. leg. Zoufal, 
Hajny und Roubal.) 

Czornohora: Rizky und Ardzeluza (leg. Rybinski — Coll. Acad. Sc. Pol. 
Von Rybinski irrtümlicherweise als hungaricum Reitt. bestimmt. Be- 
suchet hat die Stücke revidiert und als zoufali Mach. erkannt). 

Zu dieser Rasse gehören wahrscheinlich auch „C. thoracicum Müll. & 

Kunze“, die vom Berge „Pip Iwan Marmaroschskyj“ von Fleischer-Mazura- 

Trojan angegeben sind. 


298 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae) 


9. Cephennium (s. str.) ruthenum Mach. fleischeri Mach. 
(hungaricum Mach. nec. Reitter). 


C. hungaricum Reitt. Machulka, Cas. XXII. 1925. pp. 64-66. 
C.ruthenum Mach. fleischeri Mach. Sbornik pfirod. slov. vlastiv. Muz. 

Bratislava. 1924-1931. pp. 62-63. fig. pag. 61. 

Pechschwarz, der Kopf braunrot, der Halsschild selten dunkel braun- 
rot. Long. 1,25 mm (nach Machulka). 

Die Fühler den Basalrand des Halsschildes überragend, ihr 9.-10. 
Glied etwas quer. 

Der Halsschild fast so breit als die Flügeldecken, vor der Mitte am 
breitesten, nach vorne abgerundet, nach hinten sehr undeutlich, fast gerad- 
linig verengt. Punktierung sehr schwach. 

Flügeldecken gewölbt, vor der Mitte am breitesten, deren Spitze fast 
gerade abgestutzt. Basalgrübchen sehr deutlich fast '/s der Flügeldecken- 
breite einnehmend. Humeralfältchen deutlich, ziemlich lang, etwas nach 
außen gerichtet. Punktierung ziemlich deutlich und besonders an der Basis 
der Flügeldecken stärker und dichter vortretend. Die Behaarung nicht sehr 
dicht, nur etwas länger als an dem Halsschild. 

ö. Metasternum flach aber doch bemerkbar eingedrückt und in der 
Nähe von Hinterhüften beiderseits mit einer, sehr kleinen, unauffälligen 
Vertiefung. Metasternum vorne mit zwei sehr feinen und ziemlich langen, 
am Ende des Mesosternalkieles unter einem ziemlich spitzigen Winkel 
zusammentreffenden Längsfältchen begrenzt. 

Die Vorderschienen wie bei ruthenum Mach. zoufali Mach. 

Der 5-Kopulationsapparat (Fig. 7c) ist viel schlanker als bei C. ruthe- 
num Mach. ruthenum Mach. und seine Spitze ist viel enger und länger. 

C. ruthenum Mach. fleischeri Mach. ist von C. ruthenum Mach. zoufali 
Mach. nur nach der Form des ö-Kopulationsapparates zu bestimmen. 

Ökologie: Unter verfaultem Buchenlaube und Moos. 

Verbreitung: Ukraine: Karpathen: Czornohora Gebiet. Nach Machulka 
scheint diese Rasse nur auf das linke Ufer des Flusses Tschorna Tyssa be- 
schränkt zu sein. 

Von Machulka Ende Juni 1924 in der Umgebung von Borkut-Kwasy 
am Berge Mentschul in drei männlichen Exemplaren gefunden (loco typ.). 
Nach Roubal (Ent. Bl. 22. 1926) vom benachbarten Berge Pietros im Moose 
an alten Ahornbäumen in 2 Ex. gefunden (durch auffallend breiten Hals- 
schild abweichend. Als hungaricum Reitt. gemeldet). 

Nach Roubal auch von Marmarosch (ibidem) und Howerla (Cas. XXH. 
p. 107), nach Kliecka (Roubal Catal.) von Kozmeschtschek, Pietros, Osa und 
Szeszul (alle in Czornohora) gemeldet. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 299 


Ob alle diese Exemplare in Wirklichkeit der Rasse fleischeri Mach. 
oder noch der zoufali Mach. gehören, müssen weitere Untersuchungen ent- 
scheiden. 

Vielleicht auch „C. thoracicum Müll. & Kunze“ von Pip Iwan Marma- 
roschskyj (siehe unter C. zoufali Mach.) gehört zu fleischeri Mach. 


10. Cephennium (s. str.) perispinctum Kol. 


C. perispinctum Kol. Meletemata Entomologica (Coleoptera Caucasi cum 

distributione geographica) Petropoli. 1845-1846. 

C. perispinctum Kol. Verh. zool. bot. Ges. Wien XXXI. 1881. pp. 549-550. 
C. perispinctum Kol. Horion. Faunistik der mitteleurop. Käfer. II. 1949. 

P179: 

Schwarz oder kastanienbraun, der Halsschild heller braunrot, der Kopf 
noch etwas heller, manchmal ganz einfarbig braunrot oder gelbrot. Die 
Unterseite rostrot. Die Fühler und Beine gelbrot, die Taster und Tarsen 
gelb Long. 1,2 mm. Körper länglich, stark gewölbt. 

Der Kopf glänzend glatt, mit kleinen, vorstehenden Augen. 

Die Fühler ziemlich schlank und lang, die Hälfte der Körperlänge 
nicht erreichend. Das siebente Glied nur sehr wenig größer als die ein- 
schließenden Glieder, etwas länger als breit. Das 10. fast quadratisch. End- 
glied so lang als die 2 vorletzten zusammengenommen, sanft zugespitzt. 

Der Halsschild im vorderen Drittel am breitesten, nach vorne stark 
abgerundet, die Seiten vor der Mitte zur Basis fast geradlinig verengt. 
Die Hinterecken rechtwinkelig mit der Spur eines flachen, verwischten 
Grübchens. Halsschild kaum oder sehr undeutlich punktiert und entspre- 
chend fein behaart. 

Die Flügeldecken reichlich doppelt so lang als der Halsschild, zur Spitze 
gemeinschaftlich abgerundet. Basalgrübchen groß. Humeralfältchen kurz, 
ziemlich deutlich, sehr schwach nach außen gerichtet. Humeralfurchen sehr 
kurz. Die Schultern mit sehr deutlichen, nach außen vorstehenden Zähn- 
chen. Punktierung äußerst fein, erloschen, die Behaarung ziemlich deutlich 
und lang. Die Flügeldecken an der Naht verwachsen. Ungeflügelt. 

ö. Metasternum breit herzförmig, fast grubenförmig eingedrückt, zur 
Basis in sehr schwach erhöhte Intercoxalplatte übergehend. Die am Meso- 
sternalkiele zusammentreffenden Längsfältchen sehr kurz, kaum angedeu- 
tet, einen sehr weiten Winkel bildend. (Nach Reitter ist die Hinterbrust 
nur äußerst schwach und flach eingedrückt.) 

Die Intercoxalplatte schwach in die Höhe gehoben, ihr Hinterrand 
sehr schwach ausgerandet. 


300 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae) 


Die Vorderschienen innen gegen die Spitze schwach erweitert und 
dort innen schwach schaufelförmig vortretend. Der äußere Rand am Ende 
fast gerade abgestutzt und das ganze Ende nach innen wie um eine Längs- 
achse gedreht. 

Der ö-Kopulationsapparat (Fig. 8) sehr stark chitinisiert, groß und 
robust, von sehr kompliziertem Bau, in ein langes, verdünntes Endstück 
auslaufend. Die Parameren sehr stark und breit, die Terminalborsten sehr 
lang. Long. ca. 0,525 mm. 

Ökologie: Mir unbekannt. 

Verbreitung: Kaukasus, wahrscheinlich nur am Südabhang verbreitet. Nach 
Jakobson nur aus Grusien (ehemaligen Kutaisschen und Elisabethpol- 
schen Gouvernements) bekannt. Alle mir bekannt gewordenen Stücke 
tragen den Fundortzettel „Meskisches Gebirge (Suram Gebirge)“. 

Aus der Ukraine bisher unbekannt, aber das Auffinden dieser Art in dem 
südöstlichen, ukrainischen Anteil des Kaukasus ist nicht ganz ausge- 
schlossen. 


orm- 


Fig. 8. C. perispinctum Kol. — Kaukasus. 


11. Cephennium (s. str.) carpathicum Saulcy. 


C. carpathicum Saulcy. Reitter. D. ent. Zeitschrift XXH. 1878. p. 45. 

C. carpathicum Saulcy. Verh. zool. bot. Ges. Wien. XXXI. 1881. pp. 550 
bis 591. 

C. carpathicum Sauley. Naturg. Ins. Deutsch. III. 2. p. 156. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 301 


C. carpathicum Saulcy. Ganglb. Käfer Mitteleur. III. p. 17. 


C. carpathicum Saulcy. Machulka. Sbornik pfirod. slov. vlastiv. Muz. 
Bratislava. 1924-1931. pp. 60-61. fig. pag. 58. 

C. carpathicum Saulcy. Horion. Faunistik der mitteleurop. Käfer. II. 1949. 
pp... 177, 180. 

C. carpathicum Saulcy var. hajnyi Mach. Cas. XXXI. 1935. pp. 126., 133. 


C. carpathicum Saulcy var. hajnyi Mach. Horion. Faunistik der mitteleur. 
Käfer. II. 1949. pp. 177., 180. 


Dunkel pechbraun oder braunrot oder rostrot, der Halsschild heller 
braunrot oder rostrot. Die Fühler und Beine rötlich gelb. Long. 0,9 mm. 


DerKopf klein, mit sehrkleinen aber deutlichen, punktförmigen Augen. 


Die Fühler ziemlich kurz, ihr 3. Glied verkehrt konisch, nicht länger 
als breit, das 4. bis 8. Glied kugelig, das 7. deutlich größer als das 6. und 8., 
das 9. und 10. Glied deutlich quer, das 9. schmäler als das 10., das End- 
glied länglich oval, so lang als die zwei vorgehenden zusammengenommen. 


Der Halsschild so breit oder etwas schmäler als die Flügeldecken, höch- 
stens anderthalbmal so breit als lang, vorne ziemlich stark gerundet, nach 
hinten schwach und fast geradlinig verengt, äußerst fein oder kaum erkenn- 


bar punktiert, sehr fein behaart. 


Flügeldecken fast doppelt so lang als der Halsschild (nach Ganglbauer 
beim & mehr als doppelt so lang als der Halsschild, beim $ kürzer, was 
ich nicht bestätigen kann), hinter der Basis leicht gerundet erweitert, an 
der Spitze abgerundet. Basalgrübchen groß und tief, rundlich. Humeral- 
fältchen fein, länglich, schräg nach hinten und etwas nach außen gerichtet. 
Humeralfurchen flach. Die Flügeldecken fein, aber sehr deutlich und dicht 
punktiert, fein und mäßig lang behaart. Die Flügeldecken an der Naht 
verwachsen. Ungeflügelt. 


ö. Metasternum der Länge nach breit, leicht eingedrückt, die Seiten 
des Eindruckes punktiert. Die am Mesosternalkiele zusammentreffenden 
Längsfältchen kaum angedeutet. 


Die Intercoxalplatte deutlich, zerstreut punktiert, flach, am Hinter- 
rande kaum deutlich ausgebuchtet. 


Die Vorderschienen gegen die Spitze allmählich schwach erweitert, im 
vorderen Drittel innen schwach aber deutlich und breit ausgebuchtet. 


Der ö-Kopulationsapparat (Fig. 9) viel länger als bei C. slovenicum 
Mach., die Parameren sind verhältnismäßig lang aber schwächlich. Ihre 
freien Enden überragen etwas die Spitze der Ventralplatte, welche nach 
vorne verlängert und sanft zugespitzt und ventralwärts ein wenig zuge- 


302 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae) 


bogen ist. Die Ränder der Spitze sind schwach wulstig verdickt. Orificium 
mediale ist durch die ganze Breite zwischen der Dorsal- und Ventralplatte 
gebildet. Long. 0,25 mm. (Nach Machulka 0,275 mm.) 


van 


Fig. 9. C. carpathicum Saulcy. — Ukraine: Transkarpathien: Uzhorod. 


Var. hajnyi Mach. Einfarbig rostrot. Die Vorderschienen des ö sind 
nur sehr schwach ausgebuchtet. 


Ökologie: Nach Roubal humicol. In niederer Waldzone in Moos, fau- 
lenden Laublagen und modernden Stöcken. Auch in den Stöcken, die von 
Formica rufa L., Lasius brunneus Latr. und fuliginosus Latr. bevölkert sind. 
In Querceten der Niederungen aber auch im Hügellande und im Gebirge. 


Allgemeine Verbreitung: Tschechoslowakei: Beskiden in Mähren, Kar- 
pathen in Slowakei, Schlesien. Ungarn. Österreich: Voralpengebiet. Ukraine. 
Verbreitung in der Ukraine: 


Transkarpathien: Uzhorod (Vavra, Roubal, coll. mea.). 

Uzhorod Gebiet: Von Fleischer-Mazura-Trojan gemeldet. Wahrschein- 
lich Umg. von Zorniawa-Stawne. 

Mukatschiw (Klicka). 


Die Verbreitung in der Ukraine ist sehr mangelhaft bekannt. Ursprüng- 
lich von Reitter aus Marmaroschskyj Syhit beschrieben. Nach Machulka 
handelt es sich aber wahrscheinlich um C. slovenicum Mach. 

Nach Rybinski in Zarwanycia in West-Podolien gesiebt. Die entspre- 
chenden Stücke, die sich in der Sammlung der Polnischen Akademie der 
Wissenschaften befinden, wurden von Besuchet revidiert und als C. deli- 
catulum Reitt. bestimmt. Ich hatte die Gelegenheit gehabt ein Stück (Ö) 
von Zarwanycia zu revidieren und konnte die Besuchetsche Bestimmung 
bestätigen. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 303 


Trella hat C. carpathicum Saulcy von Peremyschl angegeben. Die 
Stücke hat Besuchet als C. slovenicum Mach. erkannt und ich konnte seine 
Bestimmung nur bestätigen. 


C. carpathicum Saulcy. var. hajnyi Mach. ist bisher nur aus der Ukraine 
bekannt. 


Transkarpathien: Jelschawa (Olschawycia?) (Machulka). 
Umg. von Uzhorod (Machulka). 


12. Cephennium (s. str.) slovenicum Mach. 


C. slovenicum Mach. Sbornik pfirod. slov. vlastiv. Muz. Bratislava. 1924 
bis 1931. pp. 59-61. fig. pag. 58. 


C. slovenicum Mach. Horion. Faunistik der mitteleurop. Käfer II. 1949. 
pp: 177., 180. 


C. slovenicum Mach. var. kocii Mach. Sbornik ibidem p. 61. 
C. slovenicum Mach. var. kocii Mach. Horion. Faunistik ibidem p. 177. 


Pechschwarz oder pechbraun, Kopf und Halsschild kastanienbraun, un- 
ausgefärbt ganz rötlichgelb, Beine, Fühler und Taster gelbrot. Long. 1 mm. 


Der Kopf ein wenig breiter als die Hälfte der größten Breite des Hals- 
schildes, äußerst fein und sehr spärlich punktiert und sehr fein behaart. 
Die Augen sind deutlich, aus dem Umrisse des Kopfes sehr wenig vor- 
stehend. 


Die Fühler mäßig schlank mit gut abgesetzter und mäßig abgeplat- 
teter, dreigliedriger Keule. 


Der Halsschild mäßig stark gewölbt, etwas vor der Mitte am breite- 
sten, nach vome sanft und gleichmäßig abgerundet, zur Basis schwach in 
einem sehr niedrigen Bogen verengt; der Basalwinkel beträgt etwa 100°. 
Vor der Mitte der Basis ist eine sehr flache beulenartige Erhabenheit nach- 
weisbar. Die Punktierung des Halsschildes ist sehr fein, nur bei starker 
Vergrößerung (60X) erkennbar, die Behaarung ist der Punktierung ent- 
sprechend dicht, mäßig lang, sehr dünn, gelblich. 


Die Flügeldecken sind mäßig gewölbt, etwa vor der Mitte am brei- 
testen, ihre Spitze ist gemeinschaftlich abgerundet. In der Mitte der Basis 
befindet sich auf jeder Flügeldecke ein rundes Grübchen, welches etwa 
ein Viertel der Flügeldeckenbreite einnimmt. Humeralfältchen fein, aber 
deutlich, etwa den siebenten Teil der Flügeldeckenlänge erreichend. Hume- 
ralfurche mäßig breit, deutlich, Humeralfältchen der ganzen Länge nach 
begleitend. Die Punktierung der Flügeldecken ist sehr fein, aber doch ein 
wenig deutlicher als jene des Halsschildes, ziemlich weitläufig, nicht auf- 


304 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae) 


fallend dicht. Behaarung der Punktierung entsprechend dicht, ein wenig 
länger und dicker als jene des Halsschildes, gelblich. Die Flügeldecken 
an der Naht verwachsen. Ungeflügelt. 


ö. Metasternum der Länge nach sehr flach, kaum bemerkbar einge- 
drückt. Die am Mesosternalkiele zusammentreffenden Längsfältchen sehr 
kurz, kaum angedeutet. 

Die Intercoxalplatte einfach, hinten sehr flach ausgerandet. 

Die Vorderschienen sind bei der typischen Form ganz einfach, fast 
gerade, ohne irgendeine Skulptierung. 

Der ö-Kopulationsapparat (Fig. 10) ist verhältnismäßig breit. Seine 
Parameren sind stark entwickelt und nur um sehr wenig kürzer als die 
verlängerte Ventralplatte. Diese ist sanft nach vorne zugespitzt und in der 
Mitte der Länge nach durch ein ziemlich breites und abgestumpftes Kiel- 
chen durchgesetzt. Orificium mediale ist durch die ganze Breite zwischen 
Dorsal und Ventralplatte gebildet. Long. ( 0,25 mm. 


Fig. 10. C. slovenicum Mach. — Ukraine: Peremyschl. 


Var. kocii Mach. Bei dieser Form sind Vorderschienen innen schwach 
ausgebuchtet. Sonst der typischen Form ganz ähnlich. 


Ökologie: Unbekannt aber wahrscheinlich wie bei carpathicum Saulcy. 
Nach den bisherigen Meldungen nur in dem Gebirge und im Hügellande. 


Allgemeine Verbreitung: Tschechoslowakei: Slowakei: fma. typ. Umg. von 
KoSice (Machulka), Berg Zihlavnik bei Trencianske Teplice (Koßi). 
Var. kocii Mach. Umg. von Kosice (Machulka). Ukraine. 

Verbreitung in der Ukraine: 
fma. typ. Transcarpathien: Umgebung von Uzhorod (Machulka, Rou- 
bal). Hohen Beskiden: Umgebung von Peremyschl (Kotula, Trella). 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 305 


Die Stücke von Peremyschl wurden von Trella irrtümlicherweise als 
carpathicum Saulcy gemeldet. Besuchet hat sie als slovenicum Mach. be- 
stimmt. Ich habe zwei Exemplare von Peremyschl (leg. B. Kotula) gesehen, 
es sind echte slovenicum Mach. Wahrscheinlich wurde diese Art auch nörd- 
lich von Uzhorod von Fleischer-Mazura-Trojan gefunden (Umg. von Zor- 
niawa-Stawne) aber als carpathicum Saulcy gemeldet. 


Nach Machulka ist C. slovenicum Mach. weiter nach Osten verbreitet 
und die Angabe der Originalbeschreibung über das Vorkommen des €. car- 
pathicum Saulcy bei Marmarosch$kyj Syhit ist mit großer Wahrscheinlich- 
keit auf das C. slovenicum zu beziehen. 


Var. kocii Mach. Transkarpathien: Geraltiwci (Depta leg.). 


13. Cephennium (s. str.) delicatulum Reitt. 


C. delicatulum Reitt. Verh. zool. bot. Ges. Wien. XXIX. 1879. pp. 337-538. 

©. delicatulum Reitt. Verh. zool. bot. Ges. Wien. XXXI. 1881. p. 551. 

C. delicatulum Reitt. Naturg. Ins. Deutsch. III. 2. p 157. 

C. carpathicum Saulcy fma. delicatulum Reitt. Ganglb. Käfer Mitteleur. 
IT». 17. 

C. carpathicum Saulcy subsp. delicatulum Reitt. Horion. Nachtrag 1935. 
les, 

C. delicatulum Reitt. Machulka. Sbornik pfirod. slov. vlastiv. Muz. Bra- 
tislava. 1924-1931. p. 61. fig. pag. 58. 

C. delicatulum Reitt. Horion. Faunistik der mitteleurop. Käfer. II. 1949. 
pp: 177, 180-181. 


Hell braunrötlich, der Halsschild heller gelbrot, der Kopf noch heller 
gefärbt. Unterseite hell gelbrot. Die Fühler und Beine gelbrot, die Taster 
und Tarsen heller. Long. ca. 0,8 mm. Die kleinste ukrainische Cephennium- 
Art. Alle von mir gesehenen ukrainischen delicatulum Reitt. sind etwas klei- 
ner und graziler als ungarische und österreichische und gehören vielleicht 
einer besonderen Form an. 


Körper ziemlich schlank gebaut. 

Der Kopf glänzend glatt, mit sehr kleinen aber deutlichen Augen. 

Die Fühler ziemlich schlank und lang, die Hälfte der Körperlänge 
nicht erreichend. Ihr 7. Glied deutlich größer als die einschließenden Glie- 


der, 9. und 10. deutlich quer. Endglied so lang als die zwei vorletzten zu- 
sammengenommen, sanft zugespitzt. 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 20 


306 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae) 


Der Halsschild etwa vor der Mitte am breitesten, länger als breit, nach 
vorne ziemlich stark abgerundet, zur Basis schwach geradlinig verengt, die 
Hinterecken stumpf rechtwinkelig, ohne Grübchen. Punktierung kaum an- 
gedeutet. 


Die Flügeldecken etwa im ersten Drittel am breitesten, lang oval, zur 
Spitze gemeinschaftlich abgerundet. Basalgrübchen groß. Humeralfältchen 
schwach aber deutlich, gerade und ziemlich kurz. Humeralfurchen sehr 
schwach angedeutet. Punktierung sehr fein aber viel deutlicher als auf dem 
Halsschilde, die Behaarung kurz, ziemlich spärlich, anliegend. Die Flügel- 
decken an der Naht verwachsen. Ungeflügelt. 


ö. Metasternum flach, nicht eingedrückt, glänzend, sehr undeutlich 
punktiert. Die am Mesosternalkiele zusammentreffenden Längsfältchen 
kurz, sehr undeutlich und einen ziemlich scharfen Winkel bildend. 


Die Intercoxalplatte hinten sehr deutlich und ziemlich tief bogenför- 
mig ausgebuchtet. 


Die Vorderschienen gegen die Spitze sehr undeutlich verbreitet und 
innen im apikalen Drittel sehr flach, kaum bemerkbar ausgebuchtet. 


Der ö-Kopulationsapparat (Fig. 11) ist sehr schwach chitinisiert, viel 
länger als breit, seine Parameren sind lang und schmal, aber erreichen nicht 
die Länge des Apparates. Orificium mediale ist vollkommen dorsalwärts 
gelegen. Die Ventral- und Dorsalplatte sind bis zur Spitze vollkommen 
vereinigt und bilden vorne eine sehr kurze, stumpfe und fast gerade Spitze 
(nach Machulka). Nach meinen Beobachtungen an ukrainischen Exempla- 
ren ist die Penisspitze fast abgerundet und die von Machulka abgebildete 
„kurze, stumpfe und fast gerade Spitze“ ist nur bei gewisser Lage mit 
Schwierigkeit zu sehen. Long. 0,23 mm. 


Fig. 11. C. delicatulum Reitt. — Ukraine: a. Kyjiw. b. Podolien: Bucyky. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 307 


Ökologie: Über die Lebensweise in der Ukraine sind bisher nur lite- 
rarische Angaben bekannt. Nach Hochhuth, der die Art für Kyjiw Umge- 
bung als „minutissimum Aube“ zitiert, wurde ©. delicatulum Reitt. im 
Nachsommer und Herbst unter trockenem Laube zwischen Haselnuß und 
Weißdorn gesammelt. Sehr selten. Nach Lomnicki (1870) wurde diese Art 
am Rande einer feuchten Wiese unter faulenden Blättern und im Geniste 
unter Weiden im Juni und August gesammelt. Nach Rybinski, der die 
Art als C. carpathicum Saulcy für Zarwanycia in Podolien zitiert, wurde 
C. delicatulum Reitt. „gesiebt“. 


C. delicatulum Reitt. ist höchstwahrscheinlich ein Steppentier, der zu 
den pontischen Faunelementen gehört. Bisher bekannte Verbreitung in 
Österreich, Ungarn, Slowakei und der Ukraine spricht für diese Möglich- 
keit. Machulka hat das Tier in der Krass-Steppe bei Cachticky Hrad in der 
Slowakei gesammelt. Auch Petrzalka bei Bratislava, wo die Art gefunden 
wurde, liegt in der pontischen Zone. 


Nach original Beschreibung wurde C. delicatulum in Zentral-Ungarn 
aus Buchenlaub gesiebt. 


Allgemeine Verbreitung: Österreich: Niederösterreich. Ungarn. Slowakei. 
Ukraine. 


Verbreitung in der Ukraine: 


Podolien: Zarwanycia östlich von Zolotschiw 19. IV. (leg. Rybinski — in 
coll. Acad. Sc. Pol. Cracoviense). Vidi (Ö). 


Pluhiw östlich von Zolotschiw (leg. Rybinski — in coll. Acad. Sc. Pol. 
Cracoviense). 


Bucyky ad Hrymaliw (6. VIII. leg. Lomnicki) 1 ö in coll. mea. 


Kyjiw (leg. Hochhuth, Sec. Chaudoir, Tscherkunow und Tenenbaum. 1 Ö 
in coll. Acad. Sc. Ukrainiense Kyjivense-vidi). 


C. delicatulum Reitt. wurde zuerst von M. Lomnicki in Bucyky in 
West-Podolien gesammelt und als Cephennium sp. in seiner Arbeit (1870) 
gemeldet. 


Im Jahre 1872 wurde diese Art als „minutissimum Aube“ von Hoch- 
huth für die Umgebung von Kyjiw angegeben. Diese Angabe wurde von 
Chaudoir, Tscherkunow und Tenenbaum wiederholt. Die betreffenden 
Stücke sind in der Hochhutschen Sammlung nicht zu finden, obwohl das 
Original Plättchen noch vorhanden ist. Höchstwahrscheinlich wurde das 
Original Exemplar umpräpariert und in die Lebedews Sammlung (coll. 
Acad. Sc. Ukr. Kyjivense) übertragen. Ich hatte Gelegenheit gehabt das 
Stück (5) aus der Lebedews Sammlung zu untersuchen. Es ist ein delica- 
tulum Reitt. 


308 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae) 


Rybinski hat C. delicatulum Reitt. irrtümlicherweise als carpathicum 
Saulcy von Zarwanycia in West-Podolien angegeben. Die entsprechenden 
Stücke, die sich in der Sammlung der Polnischen Akademie der Wissen- 
schaften in Krakau befinden, wurden im Jahre 1957 von Besuchet revidiert 
und als delicatulum Reitt. bestimmt. Ein ö von Zarwanycia habe ich ge- 
sehen, es ist ein delicatulum Reitt. Weitere Exemplare dieser Art, von 
Rybinski in Pluhiw in West-Podolien gesammelt und als carpathicum 
Saulcy bestimmt, aber in seinen Publikationen nicht erwähnt, befinden 
sich auch in Krakau und wurden von Besuchet als C. delicatulum Reitt. 
erkannt. 


14. Cephennium (subg. Neocephennium Apf.) tauricum Winkl. 


C. (Phennecium) tauricum Winkl. Col. Rundschau. II. 1913. p. 199. 


Gelblichrot, die Fühler, Beine, Taster und Tarsen gelbrot. Long. ca. 
l mm. Körper ziemlich flach und auffallend lang und schlank gebaut. 


Der Kopf klein, glänzend glatt, augenlos. Unter gewisser Beleuch- 
tung sind aber anstelle der Augen sehr kleine, mikroskopische, schwer 
sichtbare blasse Punkte bemerkbar. 


Die Fühler schlank mit deutlich abgesetzter, dreigliedriger Keule. Das 
9. Fühlerglied quadratisch, das 10. Glied schwach quer. Endglied fast so 
lang als die zwei vorletzten zusammengenommen, abgerundet zugespitzt. 


Halsschild verflacht, so lang als breit und fast so breit wie die Flügel- 
decken. Die Seiten nach hinten geradlinig und wenig verengt, vor den 
Hinterwinkeln mit einem, sehr flachen, Grübchen. Die Hinterecken fast 
rechtwinkelig. Die Oberseite fast glatt, bei mikroskopischer Vergrößerung 
erkennbar äußerst fein und zerstreut punktiert. Behaarung spärlich. 


Flügeldecken auffallend lang, fast doppelt so lang als der Halsschild 
und mindestens doppelt so lang als breit, auf der basalen Hälfte ziemlich 
grob, fast raspelartig punktiert, hinten fast glatt. Behaarung gelb, länger 
und gröber als am Halsschilde, schräg abstehend. Basalgrübchen ziemlich 
tief. Humeralfältchen sehr deutlich und kräftig, bis zum basalen Drittel 
der Flügeldecken reichend, etwas bogenförmig nach innen gerichtet. Hume- 
ralfurchen knapp den inneren Rand des Humeralfältchen begleitend, aber 
in Wirklichkeit sich innen in einen breiten Eindruck erweiternd, der wie 
eine flache Furche den äußeren Rand des Basalgrübchens berührt. (Die Art 
gehört deswegen in das subgenus Neocephennium Apf.). Die Schultern mit 
einem sehr kräftigen, nach außen vorspringendem Zähnchen. Die Flügel- 
decken an der Naht verwachsen. Ungeflügelt. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 309 


ö. Metasternum mit einem ziemlich tiefen, langen, dreieckigen Metas- 
ternaleindruck. Die am Mesosternum zusamemntreffenden Längsfältchen 
ziemlich lang und deutlich. 

Die Intercoxalplatte einfach, flach und hinten in einen flachen Bogen 
ausgerandet. 

Das letzte Sternit mit einem sehr seichten aber deutlichen, rundlichen 
Eindruck versehen. 

Die Vorderschienen gegen die Spitze sehr schwach erweitert, deren 
Außenrand deutlich bogenförmig, innen in ihrem unteren Drittel mit 
einem starken, fast winkeligen Ausschnitt versehen. 

Der ö-Kopulationsapparat (Fig. 12) sehr schwach chitinisiert, von der 
Seite gesehen sehr flach. Parameren stark entwickelt, Terminalborsten sehr 


kurz. Long. ca. 0,3 mm. 


© 
x 


Fig. 12. C. tauricum Winkl. -— Ukraine: Krim: Jaila Gebirge. 


Ökologie: Die Art wurde von Moczarski und Winkler im Mai 1911 
am Südabhang der Jaila-Gebirge aus Laublagen und Baumwurzelmoos 
gesiebt. 


Verbreitung: Ukraine: Krim-Halbinsel: Jaila-Gebirge. 


15. Cephennodes turgidum Reitt. 


C. turgidum Reitt. D. ent. Zeitschrift. XXI. 1877. p. 292. 

C. turgidum Reitt. Verh. Nat. Ver. Brünn. XVI. 1877. p. 139. T. II. Fig. 20. 
C. turgidum Reitt. Verh. zool. bot. Ges. Wien. XXXI. 1881. p. 551. 

C. turgidum Reitt. Naturg. Ins. Deutsch. III. 2. p. 157. 


310 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae) 


Chelonoides turgidum Reitt. Croissandeau. Ann. Soc. Ent. Fr. LXII. 1893. 
p. 434 pl. 14. f. 59. 
C. subg. Chelonoides turgidum Reitt. Ganglb. Käfer Mitteleur. III. p. 13. 
C. subg. Chelonoides turgidum Reitt. Scholz. Ent. Bl. XVIII. 1922. p. 139. 
Cephennodes Reitt. (Chelonoides Croiss.) Machulka. Cas. XXX. 1933. 
p. 124. 
C. subg. Chelonoides Croiss. turgidum Reitt. Horion. Nachtrag. 1935. p. 183. 


Cephennodes turgidum Reitt. Horion. Faunistik der mitteleurop. Käfer. 
II. 1949. pp. 181-182. 


Hell rotbraun oder rostrot, die Fühler, Taster und Beine heller. Long. 
1,2-1,3 mm. Kurz und gedrungen gebaut und durch seine Form ganz isoliert 
stehend. Nahezu glatt, fast unpunktiert, mit feiner, aber ziemlich langer 
Behaarung bekleidet. 


Der Kopf mit verhältnismäßig großen Augen. 


Die Fühler mit gut abgesetzter, dreigliedriger Keule. Das dritte bis 
sechste Fühlerglied kaum länger als breit, das 7. etwas länger als das 6. 
und 8., das 8. klein, schwach quer, die zwei ersten Glieder der Keule so 
lang als breit, das Endglied eiförmig, zugespitzt. 


Der Halsschild etwas schmäler als die Flügeldecken, in der Mitte etwa 
eineinhalb so breit als lang, von der Mitte nach vorne gerundet, nach hinten 
schwach und geradlinig verengt, stark gewölbt, innerhalb der Hinter- 
ecken mit einem Grübchen. Die Hinterecken scharf zugespitzt. 


Die Flügeldecken bauchig oval, an der Spitze abgerundet, stark ge- 
wölbt, an der Basis mit einem großen und tiefen Basalgrübchen, das der 
Naht etwas mehr genähert ist als der Schulterbeule. Dieses Grübchen ist 
nach hinten in eine sehr kurze Furche verlängert. Die Flügeldecken an der 
Basis außer der üblichen Humeralfältchen und Humeralfurchen, die sehr 
reduziert, d. h. sehr kurz und undeutlich sind, noch mit einer akzesso- 
rischen Längsfurche. Die akzessorische Längsfurche ist scharf eingeschnit- 
ten, ziemlich lang, gerade und etwas schräg nach außen gerichtet und an 
der Basis stärker vertieft und fast zu einem kleinen Grübchen erweitert. 
Das Humeralfältchen ist an der Basis mit einem kleinen, nach außen gerich- 
teten Zähnchen versehen. Die Flügeldecken nicht verwachsen. Geflügelt. 

Die Vorderhüften sind durch einen genug breiten, dreieckigen und sehr 
deutlichen Fortsatz des Prosternum getrennt. 


ö. Metasternum ziemlich stark gewölbt, ohne Spur von einem Ein- 
druck. Die Seitenstücke des Metasternums ziemlich lang, gelblich behaart. 
Die am Mesosternalkiele zusammentreffenden Längsfältchen ziemlich lang 


und deutlich. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 st 


Die Intercoxalplatte einfach, fast lach, am Hinterrande bogenförmig 
ausgerundet. 

Die Vorderschienen gegen die Spitze schwach erweitert und dann unge- 
fähr von der Hälfte der Länge bis zur Spitze innen bogenförmig eingeengt. 

Der 5-Kopulationsapparat (Fig. 13) schwach chitinisiert. Long. 0,4 mm. 


Fig. 13. C. turgidum Reitt. — Österreich: Donau-Auen. 


Ökologie: Nach literarischen Angaben wurde C. turgidum in Grusien 
„gesiebt“, in Dalmatien unter Steinen gefunden, in Österreich in Donau- 
Auen im Anspülicht und in Bayern im Isargenist gefunden. 

Verbreitung: Grusien (loco typ.): Letschgumien bei dem Orte Laylaschy 
am Tskeni-Tskali von Leder im Mai in mehreren Exemplaren gesiebt. 
Später auch in Dalmatien, Bosnien, Kroatien, Krain und Banat gefun- 
den. In Deutschland bei München und in Österreich bei Wien. 


Aus der Ukraine bisher unbekannt aber das Auffinden dieser Art in 
dem ukrainischen Anteil des West-Kaukasus ist nicht ganz ausgeschlossen. 


16. Nanophthalmus robustus Roub. 


N. robustus Roub. Ent. Mitteil. II. 1913. pp. 21-22. 

Mehr oder weniger kastanienbraun. Die Fühler und Beine hell gelb- 
braun. Stark glänzend, sehr undeutlich punktiert, ziemlich lang und ziem- 
lich sparsam behaart. 

Körper auffallend groß und robust gebaut. Long. 1,4 mm. 

Der Kopf sehr glänzend, augenlos. Anstelle der Augen nur eine Kante, 
wie bei anderen Nanophthalmus-Arten, vorhanden. Der Kopf von dem 
Vorderrande zum Scheitel etwas länger als bei N. armeniacus Reitt. 


312 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae) 


Die Fühler lang, ziemlich stark verdickt, mit scharf abgesetzter, zwei- 
gliedriger Keule. Die zwei ersten Glieder (besonders 2.) etwas länger und 
dicker als die nächsten, Glied 3.-5. gleich, länger als breit, 6. Glied länger 
als breit aber kleiner als die vorhergehenden, 7.-9. bei gewisser seit- 
licher Ansicht perlschnurförmig (in Wirklichkeit etwas länger als breit), das 
10. Glied so lang als breit und ebenso breit wie das Endglied. Das End- 
glied fast zweimal so lang als das vorletzte, deutlich zugespitzt. 

Der Halsschild sehr gewölbt, die Wölbung in der Vordermittte nach 
vorne vortretend, an den Seiten ist der Halsschild stark gerundet verbrei- 
tet und etwa in der Mitte am breitesten, nach vorne viel mehr als nach 
hinten gerundet verengt. Die Hinterecken gerundet. Basis gerade abgestutzt, 
Hinterecken ohne Grübchen. 

Die Flügeldecken sehr gewölbt, verhältnismäßig kurz, nach vorne sehr 
stark verengt, in der Mitte stark eiförmig erweitert, nach hinten etwas mehr 
verengt als bei den verwandten Arten. Basalgrübchen ziemlich groß. Schul- 
tern ohne angedeuteten Humeralstreifen und Humeralfurche aber nahe dem 
Außenrande mit einer dreieckigen Erhabenheit. 

ö. Metasternum mit einer sehr deutlichen, weiten Vertiefung. Die am 
Mesosternalkiele zusammentreffenden Längsfältchen ziemlich lang und 
deutlich, einen weiten Winkel einschließend. 

Die Intercoxalplatte einfach, flach, am Hinterrande fast gerade. 

Die Vorderschienen sehr stark gebogen, zum Ende schwach verbreitet, 
an der Spitze mit einem kleinen, scharfen Ausschnitt. 

Die Mittelschienen innen gerade, am Außenrande zur Spitze verbreitet. 

Der ö-Kopulationsapparat bis jetzt unbekannt. Ich hatte die Gelegen- 
heit gehabt, ein 5 aus der coll. Frey zu untersuchen. Um das Objekt nicht 
zu beschädigen, wagte ich nicht den Penis zu präparieren. 

Es ist nicht ausgeschlossen, daß N. robustus Roub. nur eine Rasse des 
N. armeniacus Reitt. darstellt. 

Verbreitung: Ukraine: West-Kaukasus: Umg. von Krasna Poljana, wo die 

Art in drei Exemplaren im Juli 1910 von Roubal erbeutet wurde. 

Davon ein 5 in coll. Frey. 


17. Nanophthalmus armeniacus Reitt. 


N. armeniacums Reitt. Verh. zool. bot. Ges. Wien XXXIV. 1884..p. 84. 
N. armeniacums Reitt. W. E. Z. VII. 1888. pp. 318-319. 
N. armeniacums Reitt. Roubal. Cas. VII. 1910. pp. 139 et 144. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 313 


Dunkler oder heller gelbrot. Die Fühler und Beine gelbrot, die Taster 
und Tarsen heller. Glänzend, Punktierung der Oberseite, speziell des Hals- 
schildes kaum wahrnehmbar, sehr fein und kurz behaart. Long. ca. 1 mm. 

Der Kopf glänzend, augenlos. Anstelle der Augen nur eine Kante, wie 
bei anderen Nanophthalmus-Arten, vorhanden. 

Die Fühler lang, ziemlich dünn, mit scharf abgesetzter, zweigliedriger 
Keule. Die zwei ersten Glieder etwas länger und dicker als die nächsten, 
Glied 3.-5. länger als breit, 6. etwas kürzer als die vorhergehende, 7.-9. bei 
gewisser seitlicher Ansicht perlschnurförmig, in Wirklichkeit aber etwas 
länger als breit, das 10. Glied so lang als breit (nach Reitter fast quadra- 
tisch), und ebenso breit wie das Endglied, zur Basis schwach verengt. Das 
Endglied zweimal so lang als das vorletzte, deutlich zugespitzt. 

Der Halsschild stark gewölbt, nahe der Mitte am breitesten, nach vorne 
viel stärker als nach hinten gerundet verengt. Die Hinterecken sehr stumpf 
rechtwinkelig. Basis nicht ganz gerade, die Mitte derselben schwach nach 
hinten vorgezogen. Die Hinterecken ohne Grübchen. 


os 


Fig. 14. N. armeniacus Reitt. — Ukraine: West-Kaukasus: Circassien. 


Die Flügeldecken stark gewölbt, verhältnismäßig lang, nach vorne 
ziemlich stark verengt, im vorderen Drittel erweitert und hier am breitesten, 
nach hinten ziemlich stark verengt. Basalgrübchen flach, ziemlich klein und 
nicht sehr auffallend. Schultern ohne angedeutete Humeralstreifen und 
Humeralfurche aber nahe dem Außenrande mit einer kleinen, dreieckigen 
Erhabenheit. 

ö. Metasternum mit einer sehr deutlichen und ziemlich tiefen, herz- 
förmigen Vertiefung, unpunktiert. Die am Mesosternalkiele zusammentref- 


fenden Längsfältchen ziemlich lang und deutlich, einen weiten Winkel ein- 


schließend. 


314 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae) 


Die Intercotalplatte einfach, flach, am Hinterrande gerade abgeschnitten. 

Die Vorderschienen sehr stark nach vorne gebogen, zum Ende schwach 
erweitert, innen im vorderen Drittel stark ausgebuchtet und am Ende mit 
einem kleinen Häckchen versehen. 


Die Mittelschienen etwas zur Spitze verbreitet. 


Der 5-Kopulationsapparat (Fig. 14) stark chitinisiert. Long. ca. 0,430 
mm. 


Ökologie: Nach Reitter wurde diese Art in den höheren Gebirgen ge- 
sammelt. Nach Roubal ist N. armeniacus Reitt. eine typische Art für Kasta- 
nien und gemischte Kastanien-Wälder, die nur in niederen Lagen unter 
Moos und faulenden Blättern in der Nähe von Buchen und Kastanien- 
Stümpfen zu finden ist. 


Allgemeine Verbreitung: Grusien: Von Leder im Meskisches Gebirge (Su- 
rampaß) und in Helenendorf bei Elisabethpol gesammelt. Ukraine. 

Verbreitung in der Ukraine: West-Kaukasus: Circassien. In den höheren 
Gebirgen zwischen Tuapse und Sotschi (Fischt-Gruppe) vom April bis 
August 1887 von Leder gesammelt. Von Raubal in 4 Exemplaren in 
der Umgebung von Krasna Poljana in 1910 gefunden. Kubanj-Gebiet 
(1 Ex. von Leder gesammelt in coll. Frey). 


18. Nanophthalmus megaloderoides Motsch. 


? megaloderoides Motsch. Bull, Soc. Nat. Moscou. XXIV. 1851 (die Original- 
beschreibung ist mir unbekannt geblieben). 
Cephennium ditomum Saulcy. Verh. Nat. Ver. Brünn. XVI. 1877. p. 139 

bis 140. T. II. fig. 21. 

N. megaloderoides Motsch. Verh. zool. bot. Ges. Wien. XXXI. 1881. p. 559. 
N. megaloderoides Motsch. Verh. zool. bot. Ges. Wien. XXXIV. 1884. p. 84. 

Dunkler oder heller gelblichrot, die Fühler und Beine gelbrot, die 
Taster und Tarsen heller. Schwach glänzend, schwer erkennbar punktiert, 
sehr fein und kurz behaart. Long. 0,75 mm. 

Der Kopf glänzend, augenlos, sonst wie alle Nanophthalmus-Arten 
skulptiert. 

Die Fühler kurz, die Halsschildbasis wenig überragend, mit scharf ab- 
gesetzter, zweigliedriger Keule. Zwei erste Glieder etwas größer, 3.-9. fast 
gleich groß und perlschnurförmig. Das 10. Glied breiter als lang. Das letzte 
Glied etwas breiter als 10., aber nicht !/zmal so lang als 10., obwohl es viel 


länger als 10. erscheint. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 315 


Der Halsschild sehr gewölbt, im vorderen Drittel am breitesten, länger 
als breit erscheinend, nach vorne abgerundet verengt, nach hinten auch 
gerundet verengt. Die Hinterecken stumpf rechtwinkelig, ohne Grübchen. 

Die Flügeldecken sehr gewölbt, ziemlich lang oval, nach vorne ziemlich 
stark verengt, fast in der Mitte der Länge am breitesten. Basalgrübchen 
klein. Schultern nach Reitter ohne Humeralfältchen und Humeralfurche. 
Nach meinen Beobachtungen ist aber eine äußerst zarte, kaum wahrnehm- 
bare Erhabenheit, die nicht gerade gegenüber den Hinterecken entspringt, 
vorhanden. 

ö. Metasternum nach Reitter eingedrückt, in Wirklichkeit aber ganz 
flach, ohne Vertiefung, eine sehr deutliche herzförmige Platte bildend. Die 
am Mesosternalkiele zusammentreffenden Längsfältchen sehr kurz, kaum 
angedeutet und einen sehr weiten Winkel bildend. 

Die Intercoxalplatte einfach, flach, ihr Hinterrand gerade abgeschnitten. 

Die Vorderschienen gegen die Spitze schwach erweitert und schwach 
aber doch deutlich gebogen, an der Spitze mit einer kleinen aber scharfen 
Ausbuchtung versehen. 

Die Mittelschienen schwach zur Spitze erweitert und schwach gebogen. 

Der ö5-Kopulationsapparat (Fig. 15) stark chitinisiert, gedrungen und 
kurz gebaut. Long. ca. 0,375 mm. 


Fig. 15. N. megaloderoides Motsch. - Ukraine: Krim: Jaila Gebirge. 


Ökologie: Wahrscheinlich wie C. tauricum Winkl. am Südabhang aus 
Laublagen und Baumwurzelmoos gesiebt. 
Verbreitung: Ukraine: Krim-Jaila-Gebirge, von Moczarski und Winkler im 
Mai 1911 gesammelt. 


316 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae) 


?P Grusien: Meskisches Gebirge (Surampaß). Von Saulcy als C. ditomum 
beschrieben und von Reitter als identisch mit megaloderoides Motsch. 
erkannt. Ob die grusinischen Exemplare wirklich zu derselben Art gehören, 
vermag ich ohne entsprechendes Material nicht zu beurteilen. Wahrschein- 
lich ist ditomum Saulcy eine besondere Art. 

(Die von mir studierten ukrainischen Exemplare stimmen nicht ganz 
genau mit der Reitterschen Beschreibung und Saulcys Beschreibung ist zu 
kurz und nichtssagend.) 


Verzeichnis der Publikationen 


1. Besuchet, C. „Une technique nouvelle pour la preparation de l’edeage 
des Microcoleopteres.“ Mitt. schweiz. Ent. Ges. XXX. 1957. 
pp. 341-342. 

. Chaudoir, M. „Notices entomologiques sur le Gouvernement et la 
ville de Kiew.“ Bull. de la Soc. Imp. des Natur. de Moscou. XVII. 
1845. pp. 158-213. 

3. Croissandeau, J. „Description de six nouvelles especes de Cephen- 
nium.“ Le Cöleopteriste. 1891. pp. 53-59. 

4. Croissandeau, J. „Etude sur les Cephennium (Megaloderus).“ ibidem 
pp. 89-93. 

5. Croissandeau, J. „Reponse ä un article de revue Wiener entomologische 
Zeitung.“ ibidem pp. 108-110. 

6. Dudich, E. „Die Cephennium-Larven und ihre Beziehung zu der In- 
sektenordnung Anisospheridia.“ Ent. Blätter XXIII. 1927. pp. 85 
bis 87. 

7. Erichson, W. F. „Naturgeschichte der Insekten Deutschlands. I Abt. 
Coleoptera. III. Band. 2. Reitter E. Clavigeridae, Pselaphidae, 
Scydmaenidae.“ Berlin 1882. 

8. Fleischer, A. „Pozoruhodn& nalezy broukü v. CSL. Republice R. 1926.“ 
Cas. Ösl. Spol. Ent. XXIII. 1926. pp. 97-98. 

9. Fleischer, A. „Prehled broukü fauny Ceskoslovensk&e Republiky.“ Brno. 
1927-1980. 

10. Fleischer, J., Mazura, K., Tröjan L. „Entomologicky zäjezd do Karpatske& 
Rusi.“ Sbornik Klubu pfirodov&d. v. Brne. III. 1920. pp. 74-86. 

11. Fleischer, J., Mazura, K. „Ctvrty entomologicky zajezd do Podkarpatsk& 
Rusi.“ ibidem VII. 1924. pp. 82-83. 

12. Ganglbauer, L. „Die Käfer von Mitteleuropa.“ Bd. III. 1899. 

13. Heberdey, R. F. „Das Herstellen mikroskopischer Präparate.“ Kol. 
Rundschau. XXIV. 1938. pp. 172-180, 224-233. 


DD 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 317 


14. 


1: 


16: 


ir 


18. 


19: 
20. 


21. 


22. 


23. 


so. 


31. 


Heyden, L., v., Reitter, E., Weise, J. „Catalogus Coleopterorum Euro- 
pae, Caucasi et Armeniae Rossicae.” Berlin, Paskau, Caen. 1906. 

Hochhuth, J. H. „Enumeration der in den russischen Gouvernements 
Kiew und Volhynien bisher aufgefundenen Käfer.“ Bull. de la Soc. 
Imp. des Natur. de Moscou. XLV. 1872. pp. 195-234. 

Holdhaus, K. „Ein neues Cephennium aus den Transsylvanischen Al- 
pen.“ Ann. hist nat. Mus. Nat. Hung. VI. 1908. pp. 578-580. 
Holdhaus, K. „Über die Abhängigkeit der Fauna vom Gestein.“ Verh. 

des VIII. Int. Zool. Kongr. zu Graz. 1910. Jena 1912. 
Holdhaus, K. u. Deubel, F. „Untersuchungen über die Zoogeographie 
der Karpathen.“ Abh. d. zool. bot. Ges. Wien. Band VI. 1910. 
Horion, A. „Faunistik der mitteleuropäischen Käfer.“ Band II. 1949. 
Horion, A. „Nachtrag zu Fauna Germanica. Die Käfer des Deutschen 
Reiches von E. Reitter.“ Krefeld 1935. 

Jakobson, H. H. „Die Käfer Rußlands und West-Europas.“ St. Peters- 
burg 1905-1913. 

Kuhnt, P. „Illustrierte Bestimmungs-Tabellen der Käfer Deutschlands.“ 
Stuttgart 1912. 

Laco, J. „Addimenta ad enumerationem Coleopterorum faunae Cecho- 
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prirod, odboru slov. vlastiv. muzea v. Bratislave. 1924-1931. 
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. Laco, J. „Chrobakoveda.“ Bratislava. (Lithographisch.) 
. Leder, H. „Beitrag zur kaukasischen Käfer-Fauna. III. Stück.“ Verh. 


zool. bot. Ges. Wien. XXX. 1880. pp. 501-518. 


. Lokay, E. „Verzeichnis der Käfer Böhmens.“ Arbeiten der Zool. Sektion 


für Landesdurchforschung von Böhmen. I. Bd. IV. Abt. Prag 1869. 
pp. 13-77. 


. Lokay, E. „Zwei Ausflüge in die Ost-Karpathen (Czarnohora-Gebiet).“ 


Cas. Ceske Spol. Ent. IX. 1912. pp. 126-139. 


. Lomnicki, M. „Catalogus Coleopterorum Haliciae.“ Leopoli. 1884. 


. Lomnicki, M. „Catalogus Coleopterorum Poloniae.“ Kosmos. XXXVIL. 


1913. pp. 21-164. 
Lomnicki, M. „Zapiski z wycieczki podolskiej, odbytej w r. 1869. po- 
miedzy Seretem, Zbruczem a Dniestrem.“ Spraw. Kom. Fizj. 4. 


1870. pp. 41-85. 


Machulka, V. „Beitrag zur Systematik der palaearktischen Cephennium- 
Arten.“ Cas. Ösl. Spol. Ent. XXX. 1933. pp. 121-126. 


318 W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae) 


32. Machulka, V. „Eine vergleichende Studie über das Cephennium mon- 
tanum Rttr. und ihm ähnliche Arten aus Nord-Italien.“ W.E.Z. 
XLVII. 1930. pp. 11-18. 


33. Machulka, V. „Fauna slovenica (Col.).“ Cas. Csl. Spol. Ent. XXII. 1925. 
pp. 64-67. 


34. Machulka, V. „Koleopterologick& poznämky.“ Cas. Csl. Spol. Ent. 
XXXV. 1938. pp. 104-105. 


35. Machulka, V. „Neue Cephennium-Arten aus der Slovakei und Ruthe- 


nien.“ Sbornik pfirod. odboru slov. vlastiv. muzea v Bratislave. 
1924-1931. pp. 58-63. 


36. Machulka, V. „Neue palaearktische Cephennium-Arten.“ Cas.Csl. Spol. 
Ent. XXIX. 1932. pp. 70-78. 


37. Machulka, V. „Nove druhy Pselaphidü a Scydmaenidü ze Slovenska.“ 
Sbornik ent. odd. Nar. Muz. v Praze. III. 1925. pp. 165-170. 


38. Machulka, V. „Prispevek k poznäni fauny vychodniho Slovenska a Pod- 
karpatsk& Rusi.“ Cas. Csl. Spol. Ent. XXXII. 1935. pp. 126-134. 


39. Machulka, V. „Privat-Korrespondenz mit Herrn V. Depta in Bratislava.“ 


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41. Machulka, V. „Zwei neue südeuropäische Cephennium-Arten.“ Entom. 
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42. Marku, O. „Die im Hügelland der Bukowina transgredierende Gebirgs- 
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43. Nowicki, M. „Beiträge zur Insektenfauna Galiziens (Verzeichnis gali- 
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Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 319 


0. 


3. 


92. 


30. 


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320 


W.Lazorko: Zwei neue Cephennium-Arten (Col. Scydmaenidae) 


68. 


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Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 32) 


Neue Cerambyciden aus der ehemaligen Sammlung 
Dr. Itzinger, 2. Teil (Col.) 
Von E. Fuchs, Wien 


Cerambycinae 
Tryphocaria freyi n. sp. 


@ Kopf, Halsschild, Flügeldecken, Fühler und Beine rotbraun, Unter- 
seite hellbraun; auf jeder Flügeldecke zwei elfenbeinfarbige Flecken, der 
erste Fleck in der Mitte der Länge, nahe dem Seitenrand, oval, etwas schräg 
gestelit (das vordere Ende näher der Naht als das hintere Ende), der zweite 
am Apex, größer als der erste, länglicher, nach vorn zugespitzt, schräg (das 
hintere Ende näher der Naht als das vordere Ende). 

Kopf und Halsschild schütter mit anliegenden, gelblichen Haaren be- 
deckt, Schildchen dicht gelb pubeszent, Unterseite, vor allem Mittel- und 
Hinterbrust dicht anliegend hellgelb behaart; Flügeldecken mit sehr spär- 
lichen, schräg abstehenden hellen Haaren besetzt; an den Enden der ersten 
Fühlerglieder wenige Härchen; Schenkel und Schienen spärlich pubeszent. 

Kopf schmäler als der Prothorax, hinter den Augen eingeschnürt; Stirn 
mit einer Quervertiefung, fein punktiert, mit einer Mittellängsfurche zwi- 
schen den Insertionshöckern der Fühler; Augen grob fazettiert, tief ausge- 
randet; Wangen äußerst kurz; Kehle quergerieft; Mandibeln stark ge- 
krümmt; Insertionshöcker der Fühler fach; Fühler mit der Mitte des neunten 
Gliedes die Flügeldecken überragend; das dritte Glied ist ungefähr gleich 
lang wie das erste, das vierte bis sechste Glied nehmen an Länge etwas ab, 
das sechste bis zehnte Glied sind gleich lang, das elfte länger als das zehnte; 
die Glieder sind vom dritten an Nach zusammengedrückt, das erste gegen 
das Ende etwas verdickt, dicht und fein punktiert, das dritte bis sechste am 
Ende außen und innen mit einem Zahn, das siebente bis zehnte innen am 
Ende eckig erweitert. 

Prothorax etwas breiter als lang, viel schmäler als die Flügeldecken, 
vorne und hinten etwas eingeschnürt, in der Mitte der Seiten je ein kurzer, 
etwas stumpfer Dorn; Scheibe mit fünf Erhabenheiten, die mittlere länglich 
und glatt, dazwischen unregelmäßig gerunzelt-punktiert, vor der Basis und 
hinter dem Vorderrand mit einer Querfurche. Schildchen gerundet-dreieckig. 

Flügeldecken mehr als fünf mal so lang wie der Prothorax, die Seiten 
fast parallel, vor dem Ende verengt, die Enden abgestutzt, Randwinkel 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 al 


322 E. Fuchs: Neue Cerambyciden 


und Nahtwinkel mit je einem Dorn, die Dornen stehen weit auseinander; 
Scheibe der Decken in der vorderen Hälfte sehr grob und dicht punktiert, 
die Punkte werden von der Mitte ab flacher und kleiner und verschwinden 
vor dem Apex fast völlig. 

Vorderbrustfortsatz nach hinten gerundet-abfallend; Mittelbrustfort- 
satz etwas breiter, nach hinten etwas verschmälert, vorn geneigt, hinten 
tief ausgeschnitten; Abdomen mikropunktuliert, das fünfte Segment hinten 
gerade abgeschnitten; Schenkel und Schienen mikropunktuliert; das erste 
Glied der Hintertarsen gleich lang wie das zweite und dritte zusammen- 
genommen. 

Die Farbe der Paratype ist etwas dunkler rotbraun, der vordere elfen- 
beinfarbige Fleck auf den Flügeldecken ist größer (fast so groß wie der 
hintere Fleck), mehr schräg gestellt und unregelmäßig geformt. 

Länge: 26-33 mm. 

Holotypus 2: Arfak Gebirge, Niederl. Neu Guinea (Museum Frey); 
Paratypus $: Mt. Goliath, Zentral Niederl. Neu Guinea. 

Verwandt mit T. montana Gress. Unterscheidet sich von dieser Art 
durch die kürzeren Flügeldecken, die anders ausgebildeten Enden, sowie 
die Punktierung derselben und durch die Zeichnung. 


Lamiinae 
Acanthoderes (Psapharochrus) flavitarsis n. sp. 


(A. bahiae Itz. in lit.) Schwarz, schwarz und hellbraun fleckig pubeszent; 
Stirn dicht hellbraun behaart; Augen schmal hellbraun umgrenzt, am 
Scheitel zwei schwarze Fleckchen nebeneinander; das erste Fühlerglied in 
der Mitte, sowie das dritte Glied an der äußersten Basis und in der Mitte 
undeutlich hell geringelt, das vierte bis elfte Glied auf der Basalhälfte hell 
und auf der Endhälfte schwarz behaart; Halsschild schwarz und hellbraun 
gefleckt, das hellbraune Toment dominiert an den Seiten und auf den ver- 
tieften Stellen; Schildchen schwarz, seine Basis undeutlich gelb; auf jeder 
Flügeldecke drei schwarze gegen die Naht fallende, stark gewellte Binden, 
die die Naht fast erreichen und hellgelb gerändert sind, die erste beginnt 
hinter der Schulterbeule und endet im ersten Drittel der Länge, die zweite 
beginnt in der Nähe der Mitte des Seitenrandes und endet am Beginn des 
Apikaldrittels, die dritte vor dem Ende mehr transversal. Die übrige Ober- 
fläche der Decken ist dunkel und mit grauem Toment mehr oder weniger 
bedeckt; zwischen der ersten und zweiten dunklen Binde befindet sich am 
Seitenrand eine hellgelbe, gezackte, kurze Querbinde; die gesamte Unter- 
seite schwarz; Schenkel schwarz; Schienen mit gelbem Ring in der Mitte; 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 323 


Enden der Hinterschienen gelb; Mittel- und Hintertarsen und das dritte 
und vierte Glied der Vordertarsen leuchtend goldgelb behaart. 

Stirn quadratisch, mit schwacher Mittellängsfurche; Kopf zwischen den 
Fühlerhöckern flach, die unbehaarten Teile des Scheitels fein und dicht 
punktiert; Augen ziemlich fein fazettiert, sehr stark ausgerandet, die unte- 
ren Lappen kürzer als die Wangen, die oberen Lappen klein; die Fühler 
reichen bis zum Ende der Flügeldecken, das erste Glied gegen das Ende 
verdickt, das dritte etwas länger als das erste oder das vierte, das vierte 
bis elfte an Länge stark abnehmend, das erste bis vierte auf der Unterseite, 
die folgenden Glieder am Ende kurz bewimpert. 

Der Prothorax hat auf jeder Seite, etwas hinter der Mitte, einen koni- 
schen Seitenhöcker, in der Mitte der Scheibe ein schwach ausgebildeter 
Längskiel, jederseits davon ein flacher Buckel; am Vorder- und Hinterrand, 
in der Nähe der Seitenhöcker und auf den vertieften Teilen der Scheibe 
einige größere Punkte. Schildchen klein, viereckig, mit abgerundeten Seiten, 
etwas erhaben. 

Flügeldecken kurz, Enden schräg abgestutzt, Nahtwinkel abgerundet, 
Randwinkel in eine kurze Spitze ausgezogen; Schulterhöcker stark ausge- 
bildet, auf der Mitte der Basis je ein länglicher Höcker, der nach hinten in 
einen Kiel verlängert ist und nach der Mitte verschwindet; am Beginn der 
Höcker und auf den Schultern einige Körner, auf den Längskielen wenige 
größere Punkte. 

Vorderbrustfortsatz hinten senkrecht abfallend mit zwei kleinen Hök- 
kern, Mittelbrustfortsatz breiter, nach vorn geneigt; das zweite bis vierte 
Abdominalsegment kurz; Schenkel stark gekeult; Vorderschienen gegen das 
Ende verbreitert; Mittelschienen gefurcht; Klauen gespreizt; Vordertarsen 
beim ö verbreitert. 

Länge: 10 mm. 


Typus ö und Paratypus $: Una Bahia; im Museum Frey. 


Acanthoderes (Psapharochrus) virescens n. sp. 


(A. lichenea Itz. in lit.) Schwarz; die Oberseite grünlich anliegend be- 
haart; nachstehende Teile sind unbehaart oder spärlich behaart und erschei- 
nen dadurch dunkel: Scheitel, die Seiten des Prothorax, auf den Flügel- 
decken ein gemeinsamer Fleck zwischen den Längskielen, dessen Begren- 
zung am Schildchen beginnt und schräg nach rückwärts zu den Längskielen 
verläuft, diese im ersten Viertel der Länge erreicht, von hier wieder zurück 
zur Naht geht und diese in der Mitte erreicht; ferner auf jeder Decke eine 
breite, gewellte Querbinde nach der Mitte, die am Seitenrand am breitesten 
ist und schräg nach hinten zur Naht geht. außerdem ein Apikalfleck; das 


324 E. Fuchs: Neue Cerambyciden 


erste bis dritte Fühlerglied, sowie die Enden der übrigen Glieder sind 
dunkel; die Unterseite des Körpers und die Schenkel sind spärlich gelb- 
grün behaart, die Schienen sind in der Mitte hell geringelt; die Tarsen dicht 
gelbgrün behaart. 

Stirn ungefähr quadratisch, spärlich grob punktiert; Scheitel mit Mittel- 
längsfurche, dicht und fein punktiert; Augen ziemlich grob fazettiert, sehr 
stark ausgerandet, die unteren Lappen weniger als halb so lang wie die 
Wangen; die Fühler erreichen das letzte Drittel der Flügeldecken; das erste 
Glied gegen das Ende verdickt, fein und dicht punktiert; das dritte länger 
als das erste oder vierte, das fünfte bis elfte sehr kurz, das erste bis dritte 
unten spärlich bewimpert. 

Der Prothorax hat jederseits einen stumpfen Seitenhöcker, auf der 
Scheibe drei weitere Höcker, der mittlere kleiner, weiter hinten, die beiden 
anderen größer, etwas seitlich gerichtet; am Vorder- und Hinterrand, um 
die Seitenhöcker und zwischen den Scheibenhöckern einzelne grobe Punkte; 
Schildchen klein, viereckig. 

Flügeldecken kurz, nach hinten verengt, Enden senkrecht zur Naht 
abgestutzt, Naht- und Randwinkel stumpf; zwischen Schildchen und Schul- 
ter beginnt je eine Längsrippe, die etwas geschwungen nach rückwärts ver- 
läuft und vor dem Ende verschwindet; etwas weiter gegen den Seitenrand 
in der rückwärtigen Hälfte der Decken eine weitere schwache Längsrippe 
und noch weiter außen vor dem Ende eine dritte kurze, schwache Rippe; 
der vordere Teil der Decken, besonders auf den Schultern und auf den 
Hauptlängsrippen verstreut grobgekörnt, längs der Naht je eine Reihe 
kleiner, kurzer, schwarzer Haarbüschel. 

Vorderbrustfortsatz nach rückwärts senkrecht abfallend, mit zwei star- 
ken Höckern, Mittelbrustfortsatz nach vorn schräg geneigt; Schenkel stark 
gekeult, Vorderschienen gegen das Ende stark verbreitert; Mittelschienen 
gefurcht; Klauen gespreizt; Vordertarsen beim Öö verbreitert. 

Länge: 11-12 mm. 

Typus ö und Paratypus ® aus Peru; im Museum Frey. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 325 


Neue Malachiidae aus Australien aus dem 
Museum G. Frey (Col.) 
Von W. Wittmer, Herrliberg-Zürich 


Dicranolaius magnificus n. sp. ö Kopf gelb, Stirnbasis bis zur Hälfte 
der Augen schwarz mit grünlichem Schimmer; Halsschild gelb bis gelb- 
orange, Schildchen schwarz, Flügeldecken orangerot mit einem blauen, 
metallischen Querbande an der Basis, welches sich an der Naht ein wenig 
nach hinten verlängert und einem weiteren, jedoch ondulierten Querbande 
kurz vor der Spitze, die Seiten berührend und dort nach hinten verlängert, 
die rotorange Färbung ist neben den blauen Bändern mehr oder weniger 
aufgehellt, blaßrosa oder gelblich. Drei erste Fühlerglieder gelb, das 3., 
vergrößerte, mit einem kleinen schwarzen Flecken an der Spitze außen, 
4. etwas aufgehellt. Beine schwarz, Vorderschenkel und manchmal auch die 
Mittelschenkel gelblich aufgehellt. 

Kopf mit den Augen schmäler als der Halsschild, Stirne vom Oberrand 
der Augen bis zwischen die Fühlerwurzeln, eine flache, kaum eingedrückte 
Fläche, in der Mitte zwischen den Augen etwas stärker vertieft und mit 
einem kleinen, punktförmigen Eindrucke versehen, Oberfläche gewirkt, 
schwach matt. Fühler (Abb. 1) die Schulterbeulen etwas überragend, 1. kür- 
zer als das 3., zur Spitze allmählich, stark verdickt, 2. fast ganz versteckt, 


1 


Abb. 1: Erste Fühlerglieder von Dicranolaius magniftcus n. sp. & 


3. stark verbreitert, auf der Oberfläche mit einem breiten, tiefen Eindrucke 
in der basalen Hälfte gelegen, nach außen, am Rande, durch eine sehr 
dünne Wand abgegrenzt, gegen die Spitze nach außen, vor der kleinen, 
dunkeln Makel gelegen, ein kleiner, wenig tiefer, etwas ovaler Eindruck, 
viel weniger tief als der große basale Eindruck, folgende Glieder ziemlich 
breit, je nach der Ansicht, breiter als lang, 4. etwas länger als breit, die 
folgenden allmählich schmäler, jedoch alle gegen die Spitze ziemlich 


326 W. Wittmer: Neue Malachiidae aus Australien (Col.) 


stark verbreitert. Halsschild breiter als lang, in der vorderen Hälfte am 
breitesten, nach beiden Seiten stark verengt, gegen die Basis fast einge- 
schnürt-verengt, Seiten an der breitesten Stelle leicht abgeflacht, Oberfläche 
glatt, glänzend. Flügeldecken mit ziemlich tiefer Punktierung, welche be- 
sonders auf den blaßrosa oder gelblichen Stellen besonders deutlich ist, 
Punkte auf den blauen oder violetten Stellen oft ineinanderfließend, da- 
zwischen teils runzlich skulptiert. Behaarung des ganzen Körpers ziemlich 
lang, gelblich, abstehend, zerstreut. 

Länge: 3,8 mm. 

Fundort: Australien, North. Terr., Katherine, 12. 1957. Holo- und 
Allotypus im Museum G. Frey, Paratypus in meiner Sammlung. 


Dicranolaius demarzi n.sp. 5 Kopf einfarbig schwarz, Clypeus gelb, 
Fühler schwarz, die drei ersten Glieder, einschließlich des versteckten 2., 
rotorange, Basis des 4. aufgehellt, Halsschild rotorange, Schildchen schwarz, 
Flügeldecken rotorange, Basis mit einer blauen Quermakel, das Schildchen 
vollständig einschließend, die Seiten berührend, hinten, vor der Spitze, jeder- 
seits eine fast runde, blaue Makel, die Naht freilassend, die Seiten berüh- 
rend. Vorderbeine rotorange, Tarsen aller Beine schwarz mit Ausnahme des 
l. Gliedes, Mittel- und Hinterschenkel schwarz. 

Kopf mit den Augen schmäler als der Halsschild, Stirne mit einer feinen 
Mittellinie, welche sich vom Halsschildvorderrand bis in die Mitte zwischen 
den Augen erstreckt und hier in einer leicht vertieften, punktartigen Grube 
endet, Oberfläche grob punktiert, durch die greisen, kurzen Haare leicht 
verdeckt. Fühler (Abb. 2) die Schulterbeulen erreichend, 1. Glied gegen 


Abb. 2: Erste Fühlerglieder von D. demarzi n.sp. & 


die Spitze keulenartig verdickt, an der dicksten Stelle fast so breit wie lang, 
2. Glied versteckt, 3. länger als breit, auf der Oberseite tief ausgehöhlt, 
Aushöhlung in drei Kammern aufgeteilt, Scheidungswand der beiden basalen 
Kammern wenig hoch, Wand gegen die an der Spitze gelegene Kammer 
hoch, mit scharfem Kamm, ungefähr in der Mitte tief eingeschnitten, 4. 
breiter als lang, stumpf gesägt, folgende von abnehmender Breite. Hals- 
schild breiter als lang, alle Ecken verrundet, basale stärker als die vorderen, 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 321 


Oberfläche glatt mit zerstreuten Haarpunkten. Flügeldecken auf der basalen 
Hälfte deutlich, ziemlich grob punktiert, nach hinten von abnehmender 
Stärke. 

Länge: 3,5 mm. 

Fundort: Australien, North. Terr., Beswick, 1. 1958, leg. H. Demarz. 
Holotypus im Museum G. Frey. 


Dicranolaius mainoroensis n.sp. ö Eine mit D. demarzi m. äußerst 


nahe verwandte Art, genau wie diese gefärbt, sie unterscheidet sich leicht 
durch den an der Basis weniger stark punktierten Kopf und die verschieden 
geformten Fühlerglieder 1 und 3. 


Kopf mit den Augen schmäler als der Halsschild, in der Mitte zwischen 
den Augen ein länglicher Eindruck, Punktierung vor dem Halsschildvorder- 
rande fast vollständig erloschen, Punktierung in der vorderen Hälfte deut- 
licher. Fühler (Abb. 3) die Schulterbeulen erreichend, 1. Glied gegen die 


5 
Abb. 3: Erste Fühlerglieder von D. mainoroensis n. sp. & 


Spitze stark verdickt, deutlich länger als an der Spitze breit, 2. versteckt, 
3. etwas breiter als lang, Oberfläche mit einem tiefen, langen Quereindruck 
versehen und zwei kleineren länglichen, weniger tiefen Eindrücken, einen 
in der Nähe des Innenrandes, der andere gegen den Außenrand, beide 
gegen die Spitze gelegen, 4. Glied stumpf gesägt, folgende von abnehmen- 
der Breite. 

Q Wie das & gefärbt, 1. Fühlerglied etwas länger als das 3., beide 
ungefähr gleich breit. 

Länge: 4 mm. 

Fundort: Australien, North. Terr., Mainoro, 1. 1958, leg. H. Demarz. 
Holo-, Allo- und Paratypus im Museum G. Frey, 2 Paratypen in meiner 
Sammlung. 


Dicranolaius beswickensis n. sp. ö Gelborange Augen und ein kleiner, 
schlecht begrenzter Flecken neben jedem Auge, Schildchen, Hinterschenkel, 
Fühler vom 4. Gliede an, schwarz oder angedunkelt, 3. Fühlerglied mit 
einer dunkeln Stelle auf der Oberseite, Hintertartarsen schwarz angedun- 


328 W. Wittmer: Neue Malachiidae aus Australien (Col.) 


kelt, Flügeldecken mit einem violettblauen Querband an der Basis, leicht 
onduliert, Spitzen der Decken ebenfalls violettblau, an den Seiten und an 
der Naht zieht sich die gelbe Färbung etwas nach hinten. 

Kopf mit den Augen kaum merklich schmäler als der Halsschild, vor- 
derer Teil der Stirne fast ganz flach, gegen die Wangen schwach, kaum 
merklich abgesetzt, Oberfläche fast ganz glatt, mit einzelnen, aufstehenden, 
schwarzen, borstenartigen Haaren besetzt. Fühler (Abb. 4) die Schulter- 


Abb. 4: Erste Fühlerglieder von D. beswickensis n. sp. & 


beulen knapp erreichend, 1. Glied langgezogen, etwas kürzer als das 3., 
gegen die Spitze allmählich, leicht verdickt, 2. versteckt, 3. länglichoval, 
ziemlich flach, mit 3 Eindrücken versehen, einem basalen, am Innenrande 
gelegenen, welcher in zwei Teile geteilt ist, der basale tiefer und zwei 
flachen, fast runden Eindrücken, jederseits neben der Wurzel des 4. Gliedes 
gelegen, 4. und 5. breiter als lang, 6. bis 10. fast so lang wie breit, wobei 
das 10. vielleicht noch etwas länger ist als das 9., 11. fast so lang wie das 
9. und 10. zusammen. Halsschild breiter als lang, Seiten gegen die Basis 
stark, fast konisch verengt, Vorderecken verrundet, Scheibe nach vorne 
stark aufgewölbt, Basis etwas abgesetzt, Oberfläche fast glatt, Behaarung 
zerstreut, lang abstehend, falb. Flügeldecken nach hinten wenig verbreitert, 
fast parallel, Punktierung grob, Punkte teilweise zusammenfließend, Be- 
haarung zerstreut, lang abstehend, falb. 


Q Fühler einfach, Kopf manchmal einfarbig rot, Hinterschienen manch- 
mal angedunkelt. 

Länge: ö 83,2 mm, $ 3,2-3,8 mm. 

Fundort: Australien, North Terr., Beswick, 1. 1958, leg. H. Demarz. 
Holo-, Allo- und Paratypen im Museum G. Frey, Paratypen auch in meiner 
Sammlung. 

Die Art ist charakterisiert durch die fast ganz einfarbig rote Färbung 
des Kopfes, den aufgewölbten Halsschild, das Hache 3. Fühlerglied und die 
dunkeln Spitzen der Flügeldecken. Durch diese Merkmale mit keiner der 


bisher beschriebenen Arten zu vergleichen. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 329 


Staphyliniden aus einem Geiernest in Transvaal (Coleoptera) 


(9. Beitrag zur Kenntnis der afrikanischen Staphyliniden) 
Von Otto Scheerpeltz 


(Mit 2 Textabbildungen) 


Herr Dr. E. HAAF vom Museum FREY in Tutzing bei München hat 

mir einige Staphyliniden zum Studium übergeben, die von Herrn Dr. F. 

ZUMPT am 13. VIII. 1961 in einem Nest des südafrikanischen Geiers 

Gyps coprotheres (J. R. FORSTER) in der Umgebung vonRustenburg 

(etwa 100 km NW von Johannesburg) in Transvaal aufgefunden worden 

waren. Obwohl es sich im ganzen nur um elf Exemplare in drei Arten 

handelte, fanden sich unter den drei Arten zwei bis heute noch unbekannt 
gewesene Arten. Es ist meines Wissens das erste Mal, daß in Südafrika 
versucht worden ist, in dem eigenartigen Biotop eines Geiernestes die 

Zoocönosen zu erfassen und Herrn Dr. F. ZUMPT gebührt besonderer 

Dank dafür, daß er diese Untersuchungen überhaupt in Angriff genommen 

hat. 

Bei den mir vorliegenden Staphyliniden handelt es sich um folgende 

Arten: 

Philonthus sordidioides nov. spec. - 4 66,32% 

Staphylinus hottentotus NORDM. - 1 d,2 2? — Eine über Südafrika weit 
verbreitete und ziemlich häufige Art, die bisher meist nur an Aas ge- 
funden worden ist und deren Vorkommen in einem Geiernest daher 
verständlich erscheint. 

Atheta (Acrotona C. G. THOMS.) gyparionicola nov. spec. — 1 ö 


Beschreibungen der neuen Arten 
Philonthus sordidioides nov. spec. 


Die neue Art steht dem altbekannten Philonthus sordidus GRAV. 
außerordentlich nahe, ist etwas größer und kräftiger gebaut, sieht ihm aber 
derart täuschend ähnlich, daß ich beim ersten Anblick der Tiere unter dem 
Binokular zunächst wirklich glaubte, die weltweit verbreitete Art GRAVEN- 
HORST’s in etwas kräftigeren Stücken vor mir zu haben. Ich brauchte auch 
einige Zeit, bis mir unter fortwährenden Vergleichen mit Exemplaren des 
Ph. sordidus GRAV. von den verschiedensten Fundorten doch klare ekto- 
skelettale Unterschiede gegenüber der Art GRAVENHORST's zur Gewiß- 


330 O. Scheerpeltz: Neue Staphyliniden aus Transvaal (Coleoptera) 


heit wurden. Schließlich aber brachte die Präparation des Aedoeagus des 
Männchens und die andere Auszeichnung des Innensackes absolute Sicher- 
heit für die Artberechtigung der vorliegenden Stücke und ihre Unterschei- 
dung von der altbekannten Art GRAVENHORST's. 

Es wird daher genügen, wenn im folgenden nur die wichtigsten Unter- 
schiede der neuen Art gegenüber dem Ph. sordidus GRAV. hervorgehoben 
werden. 

Im ganzen etwas größer und kräftiger gebaut. Wie die verglichene Art 
ganz tief schwarz, Mundteile, Fühler und Beine dunkler als dort, durch- 
aus braunschwarz, nur die Tarsen etwas heller pechbraun. 

Kopf in der Gesamtgestalt ähnlich jenem der verglichenen Art, aber 
sehr deutlich etwas stärker quer, so daß seine größte Breite in einer Quer- 
linie etwa durch die Mitten der Augen um etwa ein Viertel größer ist als 
die Mittellänge vom Stirnvorderrande bis zur Halsquerfurche, wogegen sie 
bei der verglichenen Art kaum um etwa ein Fünftel größer ist als die Mit- 
tellänge. Augen etwas größer und noch stärker abgeflacht als bei der ver- 
glichenen Art, Schläfen daher etwas kürzer und hinten stärker backenartig 
ausgewölbt als dort. Oberseitengestaltung, Ausbildung der glatten, glän- 
zenden Oberfläche und Anordnung der charakteristischen, längere schwarze 
Borstenhaare tragenden Punkte ähnlich wie dort. Von den beiden hinteren 
Nackenpunkten jederseits steht aber der vordere äußere Punkt etwas weiter 
nach vorn gerückt, etwa in einer Querlinie durch die Hinterränder der 
Augen, wogegen er bei der verglichenen Art weiter nach hinten, etwas 
hinter die Querlinie durch die Hinterränder der Augen gerückt erscheint. 

Fühler sehr deutlich etwas länger und schlanker, im allgemeinen 
jenen des Ph. sordidus GRAV. im Gesamtbau und in den Verhältnissen der 
einzelnen Glieder untereinander sehr ähnlich, das siebente bis zehnte Glied 
aber sehr deutlich erkennbar nur so lang wie breit, wogegen diese gleichen 
Glieder bei der verglichenen Art sehr deutlich etwas quer erscheinen. 


Halsschild in der Gesamtform, in der Gestaltung seiner Ober- 
seite, der Ausbildung der glatten, glänzenden Oberfläche und der Anord- 
nung der charakteristischen, lange schwarze Borstenhaare tragenden Punkte, 
besonders jener der vierpunktigen Rückenreihen, ähnlich jenen von Ph. sor- 
didus GRAV., seine Seitenkonturen aber geradliniger und ausgeprägter zu- 
einander parallel, seine Vorderwinkel breiter abgerundet, sein Vorderrand 
von den Vorderwinkeln zur Mitte daher stärker schräg konvergent als dort. 

Schildchen wie bei Ph. sordidus GRAV. geformt, etwas schwä- 
cher punktiert als dort. 


Flügeldecken in der Gesamtform, in der Gestaltung ihrer Ober- 
seite, der Ausbildung der glatten, glänzenden Oberfläche und der groben, 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 33l 


tief eingestochenen, ziemlich weitläufigen Punktierung ähnlich jenen von 
Ph. sordidus GRAV., die Anordnung der Punkte jedoch noch etwas weit- 
läufiger, die durchschnittlichen Zwischenräume zwischen den Punkten noch 
‚etwas größer als dort. 

Flügel wie bei der verglichenen Art voll ausgebildet. 

Abdomenin der Gesamtform, der Ausbildung der Pleurite und Epi- 
pleurite, somit der Seitenrandung, den Basalquerfurchen auf den ersten 
drei freiliegenden Tergiten, der glatten, glänzenden Oberfläche und der 
Punktierung, Behaarung und des Besatzes mit längeren, schwarzen Rand- 
und Endborstenhaaren in Stärke und Anordnung jenen der verglichenen 
Art sehr ähnlich. 

Beine wie dort gebildet, behaart und bedornt. 

Das Männchen trägt ähnlich wie bei Ph. sordidus GRAV. am 
Hinterrande des sechsten Sternites einen seichten, flachen, stumpfwinkeligen 
Ausschnitt, vor dem die Sternitfläche in schmalem Bereich punktfrei und 
glatt erscheint. Die Tarsen an den Vorderbeinen des Männchens sind wie 
bei der verglichenen Art nicht erweitert. Der Aedoeagus ist im Ge- 
samtbau gleichfalls jenem von Ph. sordidus GRAV. zwar sehr ähnlich, 
weicht aber in vielen Einzelheiten von ihm stark ab. Der aus dem Ventral- 
und Dorsalblatt des Mittelkörpers zu einem Penisrohr verschmolzene Mit- 
telteil ist zum Ende viel schwächer verjüngt, seine Dorsalseite ist mehr 
abgeplattet und gleichmäßiger gewölbt und nicht mehrfach gebuckelt, das 
Ventralblatt ist viel schmäler ausgebildet, so daß es die Paramere in der 


A B © 


Abb. 1. -— Aedoeagus des Männchens — Links: Philonthus sordidus GRAV. - 
Rechts: Philonthus sordidioides nov. spec. — A. Lateralansicht von rechts — 
B. Ventralansicht — Halbschematisch — Maßstab in Millimetern 


332 O. Scheerpeltz: Neue Staphyliniden aus Transvaal (Coleoptera) 


Ventralansicht seitlich nicht überragt. Die Paramere selbst ist breiter lanzett- 
förmig geformt und deckt in der Ventralansicht seitlich den Mittelkörper 
der ganzen Länge nach; beim Übergang ihrer Seiten zur Basis ist sie stär- 
ker vorspringend gebuckelt, ihre Seitenkante selbst ist vor dem innen leicht 
längsrinnig ausgehöhlten Ende in eine ausgeprägtere, nach einwärts gebuk- 
kelt, ihre Seitenkante selbst ist vor dem innen leicht längsrinnig ausgehöhl- 
ten Ende in eine ausgeprägtere, nach einwärts gekrümmte, scharf vor- 
springende Ecke ausgebildet. Der Innensack trägt um die Ausstülpöffnung 
des Ductus jederseits ein Feld deutlicher, kurzer Stachelbörstchen, die bei 
der verglichenen Art nur durch eine feine, flache Körnelung angedeutet sind. 
Länge: 8-8,5 mm (Ph. sordidus GRAV.: 6,5-7,5 mm). 

Von der neuen Art liegen mir die Typen (1 ö, 1 $) und fünf Para- 
typen (8.0 8,22) or. 


Atheta (Subgen. Acrotona ©. G. THOMS.) gyparionicola nov. spec. 


Die neue Art gehört zwar in die nächste Verwandtschaft der über die 
paläarktische Faunenregion weit verbreiteten Atheta (Acrotona C. G. 
THOMS.) laticollis STEPH., ist aber von dieser Art durch eine sehr große 
Zahl von Eigenschaften sofort zu scheiden und auch mit keiner der bisher 
aus Südafrika bekannt gewordenen Arten des Subgen. Acrotona C. G. 
THOMS. zu vergleichen. 

Ganz, einschließlich der Mundteile und Fühler braunschwarz, die 
ersten beiden Glieder und die Basis des dritten Gliedes der Fühler etwas 
heller braun, Beine ganz bräunlichgelb. 

Kopf im Gesamtumriß quer-rechteckig, seine größte Breite in einer 
Querlinie durch die Mitten der Augen um fast die Hälfte größer als seine 
Mittellänge von einer Querlinie durch die Fühlereinlenkungsstellen bis zur 
Halsquerfurche. Augen ziemlich groß und vorgewölbt, ihr von oben sicht- 
barer Längsdurchmesser etwas größer als die Länge des ersten Fühler- 
gliedes. Schläfen (vom Augenhinterrand über die Wölbungen bis zur 
Schläfenrandungskante gemessen) von etwa zwei Dritteln der Länge des 
von oben sichtbaren Augenlängsdurchmessers, ihre Konturen leicht backen- 
artig gewölbt nach hinten konvergent. Oberseite des Kopfes leicht abge- 
lacht. Oberfläche auf äußerst fein rundnetzmaschig mikroskulptiertem, trotz- 
dem ziemlich glänzendem Grunde nicht sehr fein und nicht dicht punk- 
tiert, die Durchmesser der Punkte um etwa die Hälfte größer als die 
Durchmesser der Ommatidien der Augen, die durchschnittlichen Zwischen- 
räume zwischen den Punkten etwa doppelt so groß wie die Punktdurch- 
messer. In den Punkten inseriert eine schüttere, dunkle, schräg nach vorn 
außen gelagerte Behaarung. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 333 


Fühler ziemlich lang und kräftig, zurückgelegt etwa das vorletzte 
Drittel der Flügeldecken erreichend. Erstes Glied keulenförmig, etwa dop- 
pelt länger als breit; zweites Glied etwas schwächer und kürzer als das 
erste Glied, auch keulenförmig, gleichfalls etwa doppelt länger als breit; 
drittes Glied verkehrt-kegelstumpfförmig, so lang wie das zweite Glied, 
von dünner Basis zum Ende verdickt und dort so breit wie das zweite Glied, 
auch etwa doppelt länger als am Ende breit; viertes Glied kurz, im Umriß 
fast quadratisch, halb so lang wie das dritte Glied und so breit wie das 
Ende dieses Gliedes; fünftes Glied etwas länger und breiter als das vierte 
Glied, noch etwas länger als breit, schwach verkehrt-kegelstumpfförmig; 
die folgenden Glieder kaum an Länge, aber etwas an Breite zunehmend, 
alle schwach verkehrt-kegelstumpfförmig, so daß das zehnte Glied schließ- 
lich ganz schwach quer erscheint; Endglied lang-zylindrisch, zum Ende zuge- 
spitzt, an der Basis so breit wie das zehnte Glied, etwa so lang wie die 
beiden vorhergehenden Glieder zusammengenommen. Alle Glieder, beson- 
ders die ersten glänzenden vier, mit lang abstehenden, feinen, dunklen 
Borstenhaaren besetzt, vom fünften Glied an außerdem mit einer äußerst 
dichten, feinen, schwarzen Pubeszenz bekleidet, dadurch matt. 


Halsschild im Gesamtumriß quer-rechteckig, seine in einer Quer- 
linie etwa durch die Mitte seiner Mittellänge gelegene größte Breite um 
etwas mehr als um ein Drittel größer als seine Mittellänge und fast um die 
Hälfte größer als die größte Kopfbreite; seine Seitenkonturen von den 
Punkten der größten Breite nach vorn über die breit abgerundeten Vorder- 
winkel zum fast gerade quer abgestutzten Vorderrande ziemlich stark kon- 
vergent, nach hinten viel schwächer bis zur Anlage der nur angedeuteten, 
äußerst stumpfwinkeligen Hinterwinkel konvergent und dann zum nach 
hinten flach konvexen, von einer feinen Randleiste gesäumten Hinterrand 
abgerundet. Oberseite des Halsschildes flach gewölbt, in der Längsmittel- 
linie mit der Andeutung einer feinen, schmalen, seichten Längsfurche. Ober- 
fläche auf einem ähnlich wie jener des Kopfes mikroskulptierten, ebenso 
wie dort glänzenden Grunde in Stärke und Anordnung wie der Kopf punk- 
tiert. In den Punkten inseriert eine feine, dunkle, in der ganz schmalen 
Mittellinie gerade nach vorn, seitlich von ihr quer und leicht schräg nach 
hinten außen, an den Seiten nach hinten gelagerte Behaarung. In den Vor- 
der- und Hinterwinkeln steht jederseits ein längeres, schwarzes Borstenhaar. 


Schildchen verhältnismäßig groß, auer-dreieckig, dicht und rauh- 
körnelig punktiert, dicht behaart, fast matt. 
Flügeldecken im Gesamtumriß quer-rechteckig, mit ausgepräg- 


ten Schultern und nach hinten nur sehr schwach divergenten Seitenkonturen, 
ihre Schulterbreite nur sehr wenig größer als die größte Halsschildbreite, 


334 O. Scheerpeltz: Neue Staphyliniden aus Transvaal (Coleoptera) 


ihre Schulterlänge so groß wie die Schulterbreite, ihre größte Breite in 
einer Querlinie vor den Hinterwinkeln um etwa ein Sechstel größer als 
die Schulterbreite. Oberseite abgeflacht, mit einem schwachen Eindruck 
hinter der Schildchenspitze, ihr fein gerandeter Hinterrand von den fast 
rechtwinkeligen, nicht ausgerandeten Hinterecken senkrecht zur Nahtlinie 
abgestutzt, der Nahtwinkel selbst ziemlich breit abgerundet. Oberfläche auf 
fast glattem, daher ziemlich glänzendem Grund etwa doppelt stärker, aber 
nicht dichter als Kopf und Halsschild, aber deutlich etwas körnelig punk- 
tiert. In den Punkten inseriert eine feine, dunkle, gerade nach hinten gela- 
gerte Behaarung, an den Schultern steht jederseits ein längeres, dunkles 
Borstenhaar. 


Flügel voll ausgebildet. 


Abdomen an der Basis nur wenig schmäler als die Hinterrand- 
breite der Flügeldecken, seine Seitenkonturen nach hinten zum Ende all- 
mählich konvergent, Abdomen daher im Gesamtumriß langgestreckt keil- 
förmig zugespitzt. Pleurite und Epipleurite gut entwickelt, das Abdomen 
daher kräftig gerandet erscheinend; die ersten drei freiliegenden Tergite 
mit je einer ziemlich tiefen Basalquerfurche, das siebente (fünfte frei- 
liegende) Tergit an seinem Hinterrande mit einem kräftigen, hellen Haut- 
saum. Oberfläche der Tergite auf einem äußerst fein querwellig mikro- 
skulptierten, ziemlich stark glänzenden Grund auf den ersten freiliegenden 
Tergiten in Stärke und Dichte etwa wie der Halsschild punktiert, die Punk- 
tierung wird aber nach hinten zu rasch feiner und weitläufiger, so daß das 
siebente (fünfte freiliegende) Tergit ziemlich weitläufig punktiert erscheint. 
In der Punktierung inseriert eine ziemlich lange, dunkle, gerade nach hinten 
gelagerte Behaarung, an den Hinterrändern der Pleurite und am Abdomi- 
nalende stehen längere, dunkle Borstenhaare. 


Beine wie bei den übrigen Arten der Untergattung Acrotona C. G. 
THOMS. gebildet, die Schienen in der Mitte ihrer Außenkanten mit einem 
etwas längeren Borstenhaar. 


Abb. 2. - Hinterrand des 8. (6. freiliegenden) Tergites des ö von Atheta 
(Acrotona) gyparionicola nov. spec. -— Halbschematisch — Maßstab in Millimetern 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 335 


Beim Männchen trägt der Hinterrand des achten (sechsten frei- 
liegenden) Tergites vier kräftige Zähnchen, von denen die beiden mittleren 
Zähnchen etwas kürzer und stumpfer, die äußeren Zähnchen etwas länger 
und spitzer ausgebildet sind und die mittleren Zähnchen mit ihren Enden 
etwas hinter einer Querlinie durch die Enden der äußeren Zähnchen liegen. 
Über den Aedoeagus des Männchens kann vorläufig noch nichts aus- 
gesagt werden, weil das einzige vorliegende Männchen trotz aller aufge- 
wendeten Vorsicht beim Herauspräparieren des Aedoeagus den möglichen 
Verletzungen nicht ausgesetzt werden konnte. Der Aedoeagus wird erst 
bekannt gemacht werden können, bis einmal weiteres Material an Männ- 
chen der Art vorliegen wird. 

Länge: 3 mm. 

Von der neuen Art liegt mir die Type (1 Ö) vor. 

Zum Schluß habe ich noch dem Museum FREY-Tutzing für die Über- 
lassung eines Exemplares des Staphylinus hottentotus NORDM. und eines 
Pärchens des Philonthus sordidioides m. für meine Staphyliniden-Spezial- 
sammlung meinen herzlichsten Dank zu sagen. 


336 Breuning: Zwei neue Lamiiden-Arten a.Somaliland (Ceramb. Col.) 


Zwei neue Lamiiden-Arten aus Somaliland (Ceramb. Col.) 


Von $S. Breuning, Paris 


Mein lieber Kollege C. Koch, mit dem mich eine jahrzehntelange 
Freundschaft verbindet, war so freundlich mir die Lamiiden seiner Aus- 
beute aus Somaliland zum Studium zu überlassen, wofür ich ihm hier 
meinen herzlichsten Dank ausspreche. 

Unter dem gesammelten Material befanden sich zwei neue Arten, 
deren Beschreibungen hier folgen und deren Typen sich im Museum Frey 


befinden. 


Chariesthes (s.s.) kochi, n. sp. 


Gestreckt. Fühler um zwei Drittel länger als der Körper, das erste 
Glied ohne Narbe, dorsal merklich konvex. Halsschild seitlich kräftig ver- 
rundet. Decken parallelseitig. Prosternalfortsatz schmal, niedriger als die 
Hüften. 

Dunkelbraun, weißlich tomentiert. Auf jeder Decke sechs runde, weiße, 
ziemlich schmal schwarz eingefaßte Makeln: eine seitlich unterhalb der 
Schulterbeule, eine disko-laterale premediane, eine laterale leicht schief 
hinter der zweiten gelegene, mit dieser zweiten mehr oder weniger ver- 
bundene, eine postmediane diskale, eine laterale leicht schief hinter dieser 
postmedianen gelegene und eine preapikale sublaterale. Fühler dunkel- 
braun tomentiert. 

Länge: 9-10 mm; Breite: 21/2-3 mm. 

Typ von Somaliland: Migiurtinia, zw. Scusciuban & Bender Beila, 
X-1959, leg. C. F. Hemming. — Ein Paratyp idem. 

Die Art reiht sich neben gestroi Breun. ein. 


Apomecyna (s. s.) kochi n. sp. 


Sehr langgestreckt, cylindrisch. Fühler die Deckenmitte nicht errei- 
chend, das dritte Glied etwas länger als das vierte, die Glieder fünf bis 
elf zusammen merklich länger als die Glieder drei und vier zusammen. 
Untere Augenloben merklich länger als die Wangen. Kopf und Halsschild 
dicht und sehr fein punktiert. Halsschild quer. Decken apikal sehr schwach 
abgestutzt (die Randecke wenig deutlich), dicht und fein punktiert. 


Zi 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 33 


Dunkelbraun, gelbbraun, auf dem Kopf und den Schenkeln mit weiß 
untermischt, tomentiert. Halsschild und Decken mit zahlreichen, ziemlich 
großen, aber unscharf ausgebildeten weißen Flecken besetzt. Die Fühler- 
glieder drei und vier weißlich tomentiert. 

Länge: 16 mm; Breite: 5 mm. 

Typ von Somaliland: El Dur, 8-VIII-1959, leg. C. Koch. 

In meiner Bestimmungstabelle der afrikanischen Arten der Gattung 
Apomecyna Latr. (1960, Bull. de !I.F.A.N., XXI, ser. A, p. 575) reiht sich 
diese Art bei der Nummer 11 ein und unterscheidet sich von pseudotigrina 
Breun. durch viel feiner punktierten Halsschild, feiner punktierte Decken, 


die Färbung etc. 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 22 


338 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens 


I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens 
(Coleopt. Heterom. Mordellidae) 


(37. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden) 
Von K. Ermisch, Leipzig 


Herr Konsul Dr. G. Frey hat anläßlich seiner Reise nach Australien 
(1956/57) auch eine große Zahl von Mordelliden gesammelt und mir zur 
Bearbeitung zugänglich gemacht. Ergänzt wurde dieses Material durch Auf- 
sammlungen der Herren Demarz und Nikitin. Aus verschiedenen Gründen 
war und ist es mir zur Zeit noch nicht möglich, dieses umfangreiche Mate- 
rial gründlich zu bearbeiten. In dieser Arbeit werden nur die ersten Ergeb- 
nisse veröffentlicht. 

An australischen Mordelliden sind bisher etwa 130 Arten beschrieben 
worden, die Mehrzahl davon von Lea. Trotz der hohen Artenzahl haben 
weder Lea noch andere Bearbeiter Bestimmungstabellen der australischen 
Arten gebracht. Solche Tabellen wären nach den bisherigen Beschreibungen 
auch kaum möglich gewesen. Bei diesen Beschreibungen spielte vor allem 
die Färbung und die Art der Haarzeichnung auf den Flügeldecken eine 
ausschlaggebende Rolle. Die große Variabilität der Haarzeichnung erschwert 
die Feststellung der Arten ungemein, wenn keine ausreichenden ektoskelet- 
talen Eigenschaften angegeben sind. Die bisherige miserable Präparations- 
weise der Mordelliden trägt eine große Schuld an der ungenügenden Arten- 
kenntnis in dieser an sich so schwierigen Familie. Die unterschiedlichen 
Merkmale selbst äußerst ähnlicher Arten sind aber oft überraschend groß, 
sie wurden oder konnten bisher nur nicht gesehen werden. Sie liegen beson- 


ders im Bau der Fühler, Taster und Beine. Besonders in der Gattung 


Mordella L., die artenmäßig am zahlreichsten vertreten ist, lassen sich dar- 
aufhin gut begrenzte Gruppen von Arten bilden. Auffällig sind die großen 
Unterschiede der männlichen Genitalarmaturen, besonders der Parameren, 
selbst bei sehr ähnlichen Arten, wie das bei nahe verwandten Arten inner- 
halb der paläarktischen Fauna selten festzustellen ist. 


Alle bisher beschriebenen Arten wurden in den Gattungen Tomoxia 


Costa, Mordella L. und Mordellistena Costa untergebracht. 

Wie ich bereits früher betont habe, ist es nötig, alle bisher beschrie- 
benen Arten nach ihrer Gattungszugehörigkeit zu überprüfen. Ich habe das 
getan, soweit ich Material untersuchen konnte und die jeweiligen Arten 
mit einiger Sicherheit beschriebenen Arten zuzuordnen vermochte. Dadurch 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 


339 


machten sich viele Umstellungen in andere Gattungen nötig. Ich bringe 


deshalb in dieser Arbeit eine Liste jener Arten, die in andere Gattungen 


versetztwerden müssen, bzw. deren Gattungszugehörigkeit bestätigt wurde. 


In dem Material des Museums G. Frey und meinem eigenen fanden 


sich auch eine Anzahl Arten, die zu keiner der bisher beschriebenen Arten 


gehören. In dieser Arbeit werde ich zunächst 7 Neuheiten beschreiben. 


Ich hoffe, in den kommenden Jahren mehr Zeit und Gelegenheit zu 


haben, um mich mit der interessanten Mordellidenfauna Australiens ein- 


gehender befassen zu können. Leider ist es mir unter den Zeitumständen 


unmöglich, zu diesen Studien das Typenmaterial, das sich in Australien 


befindet, heranzuziehen. 


I. Verzeichnis der nach ihrer Gattungszugehörigkeit überprüften Arten 


Name der Art 


Tomoxia aterrima M’Leay 
Tomoxia apicata Lea 
Tomoxia melasoma Lea 
Tomoxia obliquialba Lea 
Mordella niveosuturalis Lea 
Mordella verticordiae Lea 
Mordella 18-maculata Lea 
Mordella leucosticta Germar 
Mordella multiguttata Lea 
Mordella 8-maculata M’Leay 
Mordella notabilis M’Leay 
Mordella 10-guttata (F.) 
Mordella 16-guattata Montr. 
Mordella chrysophora Lea 
Mordella 14-maculata M’Leay 
Mordella vitticollis Lea 
Mordella compacta Lea 
Mordella elongatula M’Leay 
Mordella promiscut (Er.) Lea 
Mordella humeralis Waterh. 
Mordella distincta Lea 
(fulvonotata Champ.) 
Mordella wiburdi Lea 


derzeitige Gattungszugehörigkeit 


Tomoxioda Ermisch 
Tomoxioda Ermisch 
Tomoxioda Ermisch 
Plesitomoxia Ermisch 
Austromordella Ermisch 
Austromordella Ermisch 
Hoshihananomia Kono 
Hoshihananomia Kono 
Hoshihananomia Kono 
Hoshihananomia Kono 
Hoshihananomia Kono 
Hoshihananomia Kono 
Hoshihananomia Kono 
Hoshihananomia Kono 
Hoshihananomia Kono 
Hoshihananomia Kono 
Glipa Lec. (Macroglipa Franc.) 
Ophthalmoglipa Franciscolo 
Mordella L. 

Mordella L. 


Mordella L. 
Mordella L. 


340 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens 


Name der Art 


Mordella 4-maculata Lea 
Mordella ruficollis Waterh. 
Mordella elegantula Csiki 
(elegans Waterh.) 
Mordella nigrans M’Leay 
Mordella parva Champ. 
Mordella humeralis Waterh. 
Mordella limbata Waterh. 
Mordella waterhousei Champ. 
(obligqua Waterh.) 
Mordella baldiensis Blackb. 
Mordella australis Boisd. 
Mordellistena multilineata Lea 


derzeitige Gattungszugehörigkeit 


Mordella L. 
Mordella L. 


Mordella L. 
Mordella L. 
Mordella L. 
Mordella L. 
Mordella L. 


Mordella L. 
Mordella L. 
Mordella L. 
Glipostenoda Ermisch 


II. Neue Arten 


1. Trichotomoxia demarzi n. sp. 


Abb. 1: Trichotomoxia demarzi n. sp. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 341 


Diese ausgezeichnete Art entspricht in allen Eigenschaften der von 
Franciscol gegebenen Gattungsdiagnose (Ann. Mus. Civ. Stor. Nat. Genova 
LXIV, 1950, p. 130): Schildchen trapezförmig, Augen fein fazettiert und 
behaart, 4. Glied der Vorder- und Mitteltarsen tief ausgeschnitten oder zwei- 
lappig, die Hinterschienen außer dem Apicalkerb mit einem Dorsalkerb, das 
1. Glied der Hintertarsen ohne Kerb. Die Gattung mit der bisher einzigen 
Art (chubbi Franc.) wurde aus Südafrika beschrieben. Die vorliegende Art 
ist der erste Gattungsvertreter aus Australien. In meiner Sammlung befindet 
sich ein dritter Vertreter der Gattung aus Madagaskar, der in der Fußnote 
kurz beschrieben sei.*) 


Abb. 2: Trichotomoxia demarzi n.sp.: 1. Hinterschiene und erstes Tarsenglied, 
2. Vordertarsus, 3. Mitteltarsus, 4. Kiefertaster 4, 5. Schildchen, 6. Fühler. 


*) Trichotomoxia madagascariensis n.sp. Eine völlig schwarze Art, rostrot 
sind allein der Vorderrand des Kopfschildes und der Oberlippe, die Taster, die 
Fühler (gegen das Ende verdunkelt). Die Vorder- und Mittelschienen sowie die 


342 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens 


Abb. 3: Trichotomoxia madagascariensis n. sp. 


Die Art entspricht keiner der als Tomoxia-Arten aus Australien beschrie- 
benen. Eine völlig tiefschwarze Art, lediglich die Oberlippe ist hell gelbrot 
und ein sehr schmaler Saum des Vorderrandes des Kopfschildes, die ersten 
Glieder der Fühler sind etwas dunkel rostrot aufgehellt, schließlich sind die 
Enddorne der Hinterschienen hell gelbrot. Die Oberseite ist schwarz behaart, 
der Kopf grauweiß, vorn etwas heller und dichter. Der Halsschild ist an 


jeweiligen Tarsen sind dunkel rotbraun, die Enddorne der Hinterschienen sind 
gelbrot. Halsschild und Flügeldecken sind mit weißen Haarmakeln geziert. Der 
Mittellappen des Halsschildhinterrandes ist jederseits von einer weißen Haarmakel 
begrenzt, die längs des Hinterrandes sich verschmälernd ein Stück fortsetzt. Je eine 
kleine, rundliche Makel befindet sich seitlich der Scheibe etwas vor der Mitte des 
Halsschildes. Das Schildchen ist ganz silberweiß behaart. Auf den Flügeldecken 
finden sich folgende Haarmakeln: Eine kleine, längliche Makel jederseits an der 
Basis auf der Schulterbeule, vom Seitenrand unterhalb der Schulter zieht ein 
lockerer Streifen weißer Haare schräg nach hinten zur Naht, eine schmale weiße 
Haarlinie entspringt etwas vor der Mitte an der Naht und zieht in nach vorn 
offenem Bogen zum Seitenrand. Die Basis des Pygidiums ist breit weiß behaart. 
Die Unterseite ist außer auf den letzten Abdominalsegmenten locker grauweiß 
behaart, die weiße Behaarung ist auf den Metepisternen und der vorderen Außen- 
ecke des 1. Abdominalsegments makelartig verdichtet (Abb. 3). 

Länge von der Mandibelspitze bis Flügeldeckenende 5 mm. 

Holotypus (7) Madagaskar, Maroantsetra (in meiner Sammlung). 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 343 


der Basis und an den Seiten mit grauweißen Haaren bedeckt, außerdem mit 
3 schmalen Längsstreifen von der Basis zum Vorderrand. Das Schild- 
chen ist in der hinteren Hälfte grauweiß behaart. Die Flügeldecken 
zeigen folgende grauweiße Haarmakeln: die Naht mit ziemlich breitem, hin- 
ter dem Schildchen erweitertem und dann sich wieder verengendem Sutural- 
streif, der knapp hinter der Mitte sich auf jeder Flügeldecke zu einem brei- 
ten, queren Band erweitert, das den Seitenrand der Flügeldecken nicht 
erreicht, im letzten Fünftel jederseits der Naht ein kleiner Längsfleck grau- 
weißer Haare. An der Basis, innen neben dem Schildchen, ein kleiner heller 
Haarfleck, dahinter, zwischen dem Suturalstreif und dem Seitenrand mit 
2 hellen Makeln, die innere größer als die äußere (Abb. 1). Das Pygidium 
ist an der Basis ebenfalls grauweil3 behaart. Die Unterseite ist grauweiß 
behaart, in den vorderen Außenecken der Abdominalsegmente ist die helle 
Behaarung makelartig verdichtet. 


Der Kopf ist sehr querelliptisch, schmäler als der Halsschild. Die Augen 
sind gattungsgemäß. Die Fühler sind ziemlich schlank, das 1. und 2. Glied 
wie gewöhnlich walzig, das 3. und 4. Glied sind etwas dünner, von ungefähr 
gleicher Länge, das 5. Glied ist breiter als das 4. und etwa !/s länger als 
dieses, das 5.-10. ist untereinander von gleicher Länge, jedes etwa 1?/ı so 
lang als an der Spitze breit, untereinander kräftig gesägt, das Endglied ist 
1,3 so lang wie das vorhergehende Glied, lang elliptisch (Abb. 2 Nr. 6). 
Das Endglied der Kiefertaster ist sehr breit beilförmig, schwarz (Abb. 2 
Nr. 4). 


Der Halsschild ist viel breiter als lang, der Vorderrand ist schwach vor- 
gebogen, in der Mitte nur unwesentlich stärker vorspringend, die Seiten sind 
sanft gerundet, nach vorn stärker eingezogen, die größte Breite liegt weit 
hinter der Mitte, die Hinterwinkel sind stumpfwinkelig mit abgerundeter 
Ecke, seitlich gesehen sind die Seiten fast gerade. 


Das Schildchen ist quer trapezförmig, die hinteren Winkel sind abge- 
rundet (Abb. 2 Nr. 5). 


Die Flügeldecken sind etwa 1,7 so lang wie an den Schultern gemein- 
sam breit, die Seiten sind sehr sanft gebogen, fast gerade, nach hinten stark 
verengt, die Enden sind einzeln breit verrundet. Das Pygidium ist mäßig 
lang, gerade und regelmäßig verengt, die Spitze aber abgestumpft, 1,7 so 
lang wie das gestreckte Hypopygium. 


Die Beine sind gattungsgemäß gebildet, Vorder- und Mittelschienen sind 
schwach gebogen, das 1.-4. Glied der Tarsen der beiden vorderen Beinpaare 
nehmen an Breite etwas zu (Abb. 2 Nr. 2, 3). Die gelben Enddorne der 
Hinterschienen sind ungleich lang, der längere Dorn ist doppelt so lang wie 


344 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens 


der kürzere Dorn. Die Mittelschienen besitzen am Ende zwei winzige gelbe, 

sehr ungleiche Enddörnchen. 

Länge von der Mandibelspitze bis zum Flügeldeckenende 3,8 mm, bis Pygi- 
diumende 5 mm. 

Holotypus 1 ö, Westaustralien, Umgeb. Perth, XII. 1958, leg. H. Demarz, 
ihm zu Ehren benannt (Museum G. Frey). 


2. Plesitomexia atra n. sp. 


Die Art entspricht keiner der als Tomoxia von Australien beschriebenen 
Arten. Sie ist der erste Vertreter der Gattung Plesitomoxia Ermisch aus 
Australien: das vorletzte Glied der Tarsen der beiden vorderen Beinpaare 
ist zweilappig (Abb. 4 Nr. 5, 6), die Hinterschienen und das 1. Glied der 
Hintertarsen besitzen einen Dorsalkerb, die Augen sind fein fazettiert und 
behaart, das Schildchen ist mäßig groß, bogig trapezförmig und in der 
Mitte des Hinterrandes in ein feines Spitzchen ausgezogen (Abb. 4 Nr. 2). 

Eine völlig tiefschwarze Art, lediglich die Oberlippe ist hell gelbrot, die 
Kiefer sind rostrot mit schwarzen Spitzen, die Taster gelbrot, mit braunem 
Endglied, die Fühler sind dunkelbraun mit einigen gelbroten, basalen Glie- 
dern, die Vorderschenkel (5) sind gelbrot, die Schienen rostrot, die Tarsen 
dunkler, die Mittelschenkel sind braunrot, die zugehörigen Schienen und 
Tarsen braun, die Hinterbeine sind schwarz, mit gelbroten Enddornen der 
Hinterschienen, diese sind sehr ungleich lang. Die Beine des $ sind dunkler. 
Der Kopf ist schwarz, stark längs und quer gewölbt, sehr querelliptisch, das 
Verhältnis von Länge zur Breite ist etwa 7:13, die Behaarung ist hellgrau, 
gescheitelt, die Punktierung ist mikroskopisch fein, mäßig dicht, der Unter- 
grund ist glänzend. Der Halsschild ist ebenfalls schwarz, viel breiter als 
lang, größte Länge zu größter Breite wie 9:16, der Vorderrand ist bogig 
vorgewölbt, in der Mitte kaum stärker vorgebogen, die Seiten sind, von 
oben gesehen, schwach gebogen, nach vorn stärker eingezogen als nach hin- 
ten, hinter der Mitte am breitesten, seitlich gesehen sind sie schwach konvex 
gebogen, fast gerade. Die Behaarung ist aschgrau. Die Punktierung ist wie 
auf dem Kopf mikroskopisch fein, aber etwas kräftiger, der Untergrund ist 
schwach chagriniert. 

Das Schildchen ist mäßig groß, bogig trapezförmig, der Hinterrand ist 
in der Mitte in ein feines Spitzchen ausgezogen, die Behaarung ist etwas 
heller grauweiß als die der Umgebung (Abb. 4 Nr. 2). 

Die schwarzen Flügeldecken sind 1,85 so lang wie an den Schultern 
gemeinsam breit, sie sind von den Schultern an fast gerade verengt, die 
Enden sind einzeln breit verrundet. Die Punktierung ist zwar sehr fein, 
aber wesentlich kräftiger als auf dem Halsschild, der Untergrund ist chagri- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 345 


Abb. 4: Plesitomoxia atra n.sp.: 1. Umriß, 2. Schildchen, 3. Kiefertaster S, 
4. Fühler, 5. Vordertarsus, 6. Mitteltarsus, 7. Lanzette des Penis, 8. Sklerit, 
9. Parameren, einander zugekehrte Seite. 


niert. Die Behaarung ist grauschwarz, auf der Scheibe und ein Stück längs 
der Naht steht ein Streif wenig auffälliger heller Härchen, auch auf den 
Schultern sind helle Härchen eingesprengt. 


Das Pygidium ist gestreckt, zugespitzt mit abgestumpfter Spitze, etwa 
doppelt so lang wie das letzte Abdominalsegment, schwarz behaart, an der 
Basis und ein Stück längs der Seiten grauweiß behaart. 


Die Unterseite ist schwarz, hellgrau behaart, an den vorderen Außen- 
ecken der Abdominalsegmente etwas makelartig verdichtet. Die männlichen 
Genitalarmaturen (Lanzette des Penis, Sklerit, Parameren, einander zuge- 


kehrte Seite) zeigt die Abb. 4 Nr. 7, 8, 9. 


Länge von der Mandibelspitze bis Flügeldeckenende ist 3,2 mm bis Ende 
des Pygidiums 4 mm. 


Holotypus (Ö). Queensland, Southport, G. Frey, leg. 1957 (Museum Frey). 


346 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens 


3. Mordella humeropicta n. sp. 


Eine sehr schön gefärbte Art mit einer großen, orangeroten Humeral- 
makel, die schräg zur Naht zieht, ohne diese zu erreichen. Sie unterscheidet 
sich von allen bisher beschriebenen australischen Arten, die auf den Flügel- 
decken mit roten Makeln geziert sind (blanda Lea, calodema Lea, caloptera 
Lea, caroli Lea, distincta Lea, humeralis Waterh., lepida Redtb., obliquirufa 
Lea, 4-maculata Lea, trilobibasa Lea, V-fasciata Lea, wiburdi Lea) allein 
schon durch andersartige Färbung. 


Abb. 5: 1. Mordellistena luteofasciata n.sp., 2. Mordellistena luteovittata n. sp., 
3. Mordella humeropicta n. sp. 


Kopf und Halsschild sind gelbrot, der Kopf etwas dunkler, die Flügel- 
decken schwarz, mit einer großen orangeroten Humeralmakel, die schräg 
zur Naht zieht, bis zum ersten Drittel, diese aber nicht erreicht. Die Behaa- 
rung der Flügeldecken ist schwarz, aber auf den Makeln goldgelb, hinter 
den Makeln zieht die goldgelbe Behaarung als Suturalstreif nach hinten und 
erweitert sich im 3. Viertel zu einer breiten Haarquerbinde, die in nach vorn 
offenem Bogen zum Seitenrand verläuft (Abb. 5 Nr. 3). Alle Beine sind 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 347 


gelbrot, nur die feinen Dörnchenkränze am Ende der Hinterschienen und 
der Glieder der Hintertarsen sind schwarz. Palpen und mehrere basale 
Glieder der Fühler sind rostrot. Die Unterseite ist schwarz, die Hinterrän- 
der der Abdominalsegmente sind schmal rostrot gesäumt, das letzte Abdo- 
minalsegment ist ganz rostrot, in der Mitte verdunkelt. Das Pygidium ist 
rostrot, gegen die Spitze schwach dunkler. 

Der Kopf ist relativ groß, rundlich oval, schwach gewölbt, extrem fein, 
kaum sichtbar punktuliert, mit sehr kurzer, sparsamer gelber Behaarung. Die 
Kiefertaster sind hell gelbrot, das Endglied ist schmal beilförmig. Die Fühler 
sind ziemlich lang und kräftig, die ersten 4 Glieder sind rostrot, die übrigen 
schwarz, das 5. bis 10. Glied ist untereinander kräftig gesägt, jedes knapp 
1,5 so lang wie an der Spitze breit, das Endglied ist parallel-elliptisch, etwa 
1,5 so lang wie das vorhergehende Glied (Abb. 6 Nr. 3). 

Der Halsschild ist sehr breit, größte Länge zu größter Breite wie 3:4, 
der Vorderrand ist fiachbogig vorgewölbt, in der Mitte unvermittelt kurz 
stärker vorgezogen, die Seitenränder, von oben gesehen, sind sehr schwach 


Abb. 6: Mordella humeropicta n.sp.: 1. Vorderbein 5, 2. Kiefertaster d, 
3. Fühler, 4. Lanzette des Penis, 5. Sklerit, 6. Parameren, einander zugekehrte Seite. 


348 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens 


gebogen, nach vorn stärker eingezogen als nach hinten, hinter der Mitte am 
breitesten, seitlich gesehen sind sie fast gerade, kaum konvex, die Hinter- 
winkel sind stumpfwinkelig, verrundet, die Behaarung ist einfarbig hell 
gelb, wenig dicht, aber viel länger als auf dem Kopf, der Untergrund ist 
extrem fein punktuliert. 

Das Schildchen ist klein, gerundet dreieckig, dunkel rostrot, gelb be- 
haart. Die Flügeldecken sind schwarz, eine große, bleichorangefarbene Hu- 
meralbinde zieht schräg zur Naht ohne diese zu erreichen bis zum Beginn 
des 2. Drittels, beide schließen einen herzförmigen schwarzen Raum an der 
Basis ein. Die Behaarung der Flügeldecken ist schwarz, auf den Makein 
goldseidig, diese golden Behaarung verläuft hinter den Makeln auf schwar- 
zem Grunde ein Stück als Suturalstreif weiter, der im 3. Viertel eine breite, 
quere, bis zum Seitenrand verlaufende Haarbinde bildet, deren Vorder- 
rand einen nach vorn offenen Bogen darstellt, während der Hinterrand 
mehr gerade verläuft. Die Punktur der Flügeldecken ist sehr fein, schwach 
raspelig, aber viel kräftiger als auf dem Halsschild. Die Seiten sind vorn 
sanft gebogen, hinten mehr geradlinig schwach verengt, etwa 2,3 so lang 
wie an den Schultern gemeinsam breit. 

Die Unterseite ist mit Ausnahme der Vorderbrust schwärzlich, die Hin- 
terränder der Abdominalsegmente sind schmal gelbrot gesäumt, das Anal- 
segment ist ganz rostrot, in der Mitte leicht verdunkelt. Die Behaarung der 
Unterseite ist grauweiß, nirgends makelartig verdichtet, aber längs der 
Seiten etwas dichter und länger. 

Das Pygidium ist rostrot, gegen die Spitze schwach verdunkelt, mäßig 
lang, etwa !/s so lang wie die Flügeldecken, gleichmäßig verengt, ziemlich 
spitz zulaufend, die Spitze aber abgestutzt, an der Basis gelbgrau, hinten 
dunkler behaart. 

Die Beine sind alle hell rostrot, lediglich die feinen Dörnchenkränze am 
Ende der Hinterschienen und der Glieder der Hintertarsen sind schwarz. 
Die gelben Enddorne der Hinterschienen sind ungleich lang, der längere 
Dorn ist doppelt so lang wie der kürzere Dorn. Die Vorderschienen (Ö) 
sind stark gebogen (Abb. 6 Nr. 1). 

Länge von Mandibelspitze bis Flügeldeckenende 3,3 mm, bis Pygidiumende 

4,65 mm. Genitalarmaturen des d Abb. 6 Nr. 4, 5, 6 
Holotypus (5): Australien, Victoria, Warbuton, XII. 56-I. 57, G. Frey leg. 

(Museum Frey). 


4. Mordellistena luteofasciata n. sp. 


Diese auffällige und interessante Art paßt zu keiner der bisher beschrie- 
benen Mordellistena-Arten aus Australien. Bemerkenswert ist die Form des 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 349 


Schildchens, es ist quer trapezförmig mit verrundeten Hinterecken. Solche 
Schildchen finden sich häufig in dem Genus Neomordellistena Ermisch aus 
Afrika, aber das 4. Glied der Tarsen der beiden vorderen Beinpaare ist bei 
vorliegender Art anders geformt als bei den Arten der Gattung Neomordel- 
lidtena, es ist nicht gerade abgeschnitten wie bei Mordellistena, sondern an 
den Vordertarsen kurz dreieckig ausgeschnitten, aber nicht so wie in dem 
Genus Falsomordellistena Ermisch, auch die Form des Halsschildes ist nicht 
die übliche wie bei Mordellistena. Ich stelle deshalb diese Art nur unter Vor- 
behalt zu Mordellistena Costa. 


Eine sehr buntfarbige Art. Der Kopf ist rostrot mit großer schwarzer 
Mittelmakel, auf dieser schwach dunkelblau irisierend. Der Halsschild ist 
pechschwarz, schwach dunkelblau irisierend, seitlich mit je einer großen, 
rundlich dreieckigen, dunkelgelbroten Makel. Das Schildchen ist dunkel- 
braun. Die Flügeldecken sind pechschwarz, schwach blau irisierend, mit 
einer breiten, orangroten Längsbinde, ausgehend von den Schultern, schräg 
zur Naht verlaufend und dann längs der Scheibe bis etwa ?/a Flügeldecken- 
länge, hier zur Seite umbiegend und diese fast erreichend. Die Unterseite 
ist pechbraun bis pechschwarz, die Insertionsstelle der Hinterschenkel ist 
aufgehellt. Die Hinterränder der Abdominalsegmente sind schmal rostrot 
gesäumt. Das Pygidium ist schwarz. Die Vorderbeine sind hell orangrot, 
desgleichen die Mittelschenkel, deren Spitze schwach verdunkelt ist, die 
Mittelschienen sind rostrot, die zugehörigen Tarsen braun. Die Hinterschen- 
kel sind dunkelbraun, an der Basis schwach aufgehellt. Die Hinterschienen 
und deren Tarsen auf der Außenkante braun, innen heller rotbraun, die 
Enddorne der Hinterschienen sind gelb. Die Taster sind hell gelbrot. Die 
Fühler sind braun mit mehreren helleren basalen Gliedern. 


Der Kopf ist queroval, mäßig längs und quer gewölbt, extrem fein und 
wenig dicht punktuliert mit glattem Untergrund, mäßig dicht, in der Mitte 
gescheitelt, gelbweiß behaart. Die Augen sind groß, oval, fein fazettiert 
und ziemlich lang weißlich behaart. Die Kiefertaster sind bleichgelb, das 
Endglied ist mäßig groß, gerundet beilförmig. Die Fühler sind wenig lang, 
das 3. und 4. Glied ist klein, das 4. wenig länger als das 3., das 5. Glied ist 
etwa 1,5 so lang wie das 4. und breiter, das 5.-10. ist untereinander von 
etwa gleicher Länge, jedes ungefähr 1,5 so lang wie an der Spitze breit, 
sehr schwach untereinander gesägt, das Endglied ist 1,5 so lang wie das 
vorhergehende Glied, auf der Unterseite sind die Fühler beim 5 vom 


>. Gliede an mit weißem, abstehendem Haarflaum besetzt. 


Der Halsschild ist quer rechteckig, seine größte Länge verhält sich zu 
seiner größten Breite wie 4:5. Der Vorderrand ist ziemlich gerade, aber in 


der Mitte beträchtlich halsartig vorspringend, der Mittellappen des Hinter- 


350 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens 


randes ist breit, regelmäßig flachbogig, die Seitenränder, von oben gesehen, 
sind fast gerade, von den Hinterwinkeln wenig nach vorn verengt, seitlich 
gesehen sind sie schwach S-förmig geschweift, die Hinterwinkel sind recht- 
winkelig, scharfeckig. Die Punktierung ist wenig dicht, fein, aber viel stärker 
als auf dem Kopf, der Untergrund ist fein chagriniert, die Behaarung ist 
gelbgrau auf den hellen Seitenflecken, an der Basis etwas makelartig, ferner 
ist ein schmaler Streifen heller Haare in der Längsmitte, von der Basis aus- 
gehend und den Vorderrand nicht erreichend, vorhanden. 

Das Schildchen ist quer trapezförmig, die Hinterwinkel sind abgerun- 
det, dunkelbraun, hell behaart. Die Flügeldecken sind ziemlich parallel- 
seitig, sehr schwach nach hinten verengt mit einzeln verrundeten Enden, 
sie sind etwa 2,5 so lang wie an den Schultern gemeinsam breit. Die Punk- 
tierung ist dicht, fein, aber viel stärker als auf dem Halsschild, etwas raspe- 
lig. Die Behaarung ist dunkel, auf der Mittellängsbinde goldseiden, am Ende 
der Längsbinde greift die goldene Behaarung auf den schwarzen Unter- 
grund über und bildet eine Querbinde zum Seitenrand. Die Unterseite ist 
gelblich grauweiß behaart, nirgends makelartig verdichtet, nur längs der 


Abb. 7: Mordellistena luteofasciata n.sp.: 1. Lanzette des Penis, 2. Sklerit, 
3. Parameren, einander zugekehrte Seite, 4. Hinterschiene mit Tarsus. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 35l 


Außenseiten dichter stehend und langhaariger. Das Pygidium ist schwarz, 
mäßig lang, konisch, regelmäßig verengt, ziemlich spitz, reichlich doppelt so 
lang wie das Analsegment. 

Die Vorderbeine sind gelbrot mit dunkleren Tarsen, die Mittelschenkel 
gelbrot, Schienen und Tarsen der Mittelbeine braun. Die Hinterschenkel 
sind schwärzlich mit aufgehellter Basis, die entsprechenden Schienen und 
Tarsen braun, stellenweise rotbraun. Die Enddorne der Hinterschienen sind 
hell gelbrot, sehr ungleich lang, der längere Dorn ist 3,5 so lang wie der 
kurze Dorn, der sehr dünn und schwer sichtbar ist. Die Hinterschienen 
außer dem normalkurzen Apicalkerb mit 2 Lateralkerben, der untere ist 
kurz, wenig länger als der Apicalkerb, der obere ist sehr lang und schräg, 
die Schienenbreite ganz durchziehend. Das 1. Glied der Hintertarsen mit 2, 
das 2. Glied mit 1 Kerb (Abb. 7 Nr. 4). 


Länge von Mandibelspitze bis Flügeldeckenende 2,85 mm, bis Pygidium- 
spitze 3,5 mm. 


Holotypus (Ö): Queensland, Southport, I. 57, G. Frey leg. (Museum Frey). 


5. Mordellistena luteovittata n. sp. 


Eine buntfarbige Art, mit ähnlich langer heller Längsbinde auf den 
Flügeldecken wie luteofasciata m., aber die Art ist viel schmäler und paral- 
leler und auch kleiner als luteofasciata m., sowie in vielen anderen Eigen- 
schaften anders. 


Der Kopf ist gelbrot, mit schwärzlicher Mittelmakel, ziemlich halb- 
kugelig gewölbt, fast rund, nicht querelliptisch wie bei luteofasciata m. Die 
Augen sind länglich-oval, viel kleiner als bei verglichener Art. Die Kiefer- 
taster sind bleich gelbrot mit beilförmigem Endglied. Die Fühler sind ziem- 
lich lang und sehr dünn, die beiden walzigen Grundglieder sind etwa von 
gleicher Länge, das 3. Glied ist etwas dünner und unwesentlich kürzer als 
das 2. Glied, das 4. Glied ist wenig kürzer als das 3., aber etwas breiter, 
das 5. Glied ist wenig breiter als das 4., aber etwa !/a länger als dieses, das 
5.-10. Glied ist untereinander etwa gleich lang, jedes etwa doppelt so lang 
wie breit, das Endglied ist an beiden Fühlern abgebrochen. 


Der Halsschild ist schwarz, sehr parallelseitig, seine größte Länge ver- 
hält sich zur größten Breite wie 1:1, der Vorderrand springt kräftig bogen- 
förmig vor und ist in der Mitte stark halsartig vorgebogen, der Mittellappen 
des Hinterrandes ist wenig breit, regelmäßig gerundet, die Seiten, seitlich 
gesehen, sind S-förmig geschweift, die Hinterwinkel sind rechteckig und 
scharf. 


Das Schildchen ist klein, gerundet dreieckig, bleichgelb, hell behaart. 


352 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens 


Die Flügeldecken sind sehr parallelseitig, erst weit hinter der Mitte 
sanft verengt, die Enden sind einzeln breit verrundet. Die Flügeldecken 
sind etwa 3mal so lang wie an den Schultern gemeinsam breit, pechschwarz, 
eine breite, hell orangfarbene Längsbinde, die die ganze Basis einnimmt, 
ein Stück hinter den Schultern sich verengt und dann gegen das Ende sich 
wieder erweitert, bleibt längs der Naht fast in gleichem Abstand von dieser 
und reicht knapp bis zum letzten Viertel der Flügeldecken, die schwarze 
Farbe beschränkt sich also längs der Naht auf ein mäßig breites Band, auf 
das reichliche letzte Viertel und seitlich bis ein Stück vor den Schultern, 
die Behaarung ist dunkel auf den schwarzen Stellen und goldgelb auf den 
hellen Teilen. 


Das Pygidium ist sehr lang und dünn, von der Basis zur Spitze ziemlich 
kontinuierlich verengt, an der Basis gelbrot, dann schwärzlich und gegen 
die Spitze wieder dunkel rötlich aufgehellt, es ist 21/2 so lang wie das 
Analsegment, reichlich halb so lang wie die Flügeldecken. 

Die Unterseite ist gelbrot, die Seiten der Brust sind breit geschwärzt, 
das Abdomen ist auf den vorderen Segmenten schwach gebräunt. 

Die Beine sind hell gelbrot, nur die feinen Dörnchenkränze der Mittel- 
und Hinterschienen und die Kerbe der Hinterbeine sind schwarz. Die End- 
dorne der Hinterschienen sind gelb, der größere Dorn ist reichlich doppelt 
so lang wie der kurze Dorn, der längere ist reichlich halb so lang wie das 
1. Glied der Hintertarsen. Die Hinterschienen außer mit dem normalkurzen 
Apicalkerb mit 2 langen Lateralkerben, die in weitem Abstand stehen und 
jeder die Schienenbreite völlig durchzieht. Auf dem 1. Glied der Hinter- 
tarsen 2 kräftige, lange Kerben, das 2. Glied mit 2 kurzen Kerben. 


Länge von Mandibelspitze bis Flügeldeckenende 2,35 mm, bis Ende des 
Pygidiums 3,15 mm. 
Holotypus: Geschlecht ?, Queensland, Rockhampton, Godefroy leg., in mei- 


ner Sammlung. 


6. Gliposienoda freyi n. sp. 


Eine ganz rostrote Art, wie die meisten Vertreter dieser Gattung, nur 
die Augen, die Dörnchenkränze der Mittel- und Hinterschienen und die 
Kerbe der Hinterbeine sind schwarz. Die gesamte Ober- und Unterseite ist 
mäßig dicht, anliegend hell goldgelb behaart, die Behaarung ist nirgends 
makelartig verdichtet. 

Der Kopf ist kräftig gewölbt, stark quer-oval, fast glatt, bei 70facher 
Vergrößerung kaum sichtbar, weitläufig extrem fein punktuliert. Die Augen 
sind sehr groß, gattungsgemäß grob fazettiert und behaart. Die Kiefertaster 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 353 


sind hell gelbrot, das Endglied (P) ist schmal beilförmig mit verrundeten 
Ecken, fast etwas keulig. 


Die Fühler sind sehr lang und dünn, die beiden ersten Glieder wie 
gewöhnlich walzig, das 2. Glied etwas kürzer als das 1. Glied, das 3. Glied 
ist viel kürzer und dünner als das 2., schwach konisch, das 4. Glied ist 
beträchtlich länger als das 3. und zur Spitze etwas breiter als das 3. daselbst, 
das 5. Glied ist etwa doppelt so lang wie das 4. und etwas breiter, das 
5.-10. Glied ist untereinander von gleicher Länge, jedes etwa 2,5 so lang 
wie breit, sehr schwach gesägt, ziemlich fadenförmig, das Endglied ist kaum 
länger als das vorhergehende Glied, gestreckt (Abb. 8 Nr. 1). 


Der Halsschild ist viel breiter als lang, seine größte Länge verhält sich 
zu seiner größten Breite wie 5:7, der Vorderrand ist flachbogig, in der 
Mitte schmal und sehr wenig etwas stärker vorgebogen, die Seitenränder 
sind, von oben gesehen, sanft gebogen, nach vorn stärker eingezogen als 
nach hinten, weit hinter der Mitte am breitesten, der basale Mittellappen 
ist breit flachbogig, regelmäßig gebogen, die Seitenränder, seitlich gesehen, 
sind fast gerade, die Hinterwinkel sind schwach stumpfwinkelig mit kurz 
abgerundeter Ecke. Die Punktierung des Halsschildes ist fast ebenso fein 
wie auf dem Kopf, nur wenig dichter, der Untergrund ist kaum sichtbar 


fein chagriniert. 


Die Flügeldecken sind lang, ziemlich parallelseitig, erst weit hinter der 
Mitte sanft eingezogen, die Enden sind fast gemeinsam verrundet. Die Flü- 
geldecken sind etwa 21/2 so lang wie an den Schultern gemeinsam breit. 
Die Punktierung ist sehr fein und dicht, aber viel kräftiger als auf dem 
Halsschild, etwas raspelig, der Untergrund ist fein chagriniert. 

Das Pygidium ist wenig lang, kaum ?/5 so lang wie die Flügeldecken, 
ziemlich regelmäßig verengt, spitz, aber die Spitze ist abgestumpft, reichlich 
doppelt so lang wie das Analsegment. 


Die Unterseite ist einfarbig gefärbt und behaart, die Hinterränder der 
Abdominalsegmente, ausgenommen das Analsegment, sind schmal hell gelb- 


rot gesäumt. 


Alle Beine sind einfarbig gelbrot, die Vorder- und Mitteltarsen sind 
gattungsgemäß gebildet. Die Hinterschienen (Abb. 8 Nr. 2) außer dem 
normalkurzen Apicalkerb mit 2 langen, sehr schrägen Lateralkerben, der 
obere etwas länger als der untere, hinter dem oberen Kerb, längs des 
Schienenrückens ein angedeuteter Dorsalkerb. Das 1. Glied der Hintertarsen 
mit 3 kräftigen, stark schrägen Kerben, das 2. und 3. Glied mit je 2 Kerben. 
Die Enddorne der Hinterschienen sind sehr ungleich lang, der längere reich- 
lich doppelt so lang wie der kürzere Dorn. 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 23 


354 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens 


Abb. 8: Glipostenoda freyi.n. sp.: 1. Fühler, 2. Hinterschiene mit Tarsus, 3. Kiefer- 
taster, 4. Vordertarsus. Glipostenoda incognita n.sp.: 5. Fühler, 6. Hinterschiene 
mit Tarsus, 7. Kiefertaster, 8. Vordertarsus. 


Länge von Mandibelspitze bis Flügeldeckenende 4,2 mm, bis Pygidium- 
ende 5 mm. 
Holotypus ($), Queensland, Southport, I. 1957, G. Frey leg. und ihm zu 
Ehren benannt. 
Eine Reihe einfarbig rostroter oder brauner Mordellistena-Arten, von 
Lea und anderen Autoren beschrieben, dürften, der Beschreibung nach, wohl 
ebenfalls Glipostenoda-Arten sein, aber von keiner paßte die Beschreibung 
auf vorliegende Art. 


7. Glipostenoda incognita n. sp. 


Die neue Art entspricht keiner der von Lea und anderen Autoren be- 
schriebenen einfarbig rostroten Mordellistena-Arten, die wohl zumeist Gli- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 355 


postenoda-Arten darstellen. Die Art ist stellenweise heller oder dunkler rost- 
rot bis dunkelbraun, die Extremitäten sind heller gelbrot. 

Der Kopf ist stark längs und quer gewölbt, ziemlich halbkugelig, 
schwarz, nach vorn rostrot aufgehellt, nicht blaugrün irisierend wie die mei- 
sten Arten, sehr fein und weitläufig punktuliert mit glatter Oberfläche, 
sparsam gelblich grauweiß behaart. 

Die Augen sind gattungsgemäß sehr groß, rundlich, grob fazettiert und 
behaart, hinter der Insertionsstelle der Fühler kurz dreieckig ausgerandet. 

Die Kiefertaster (?) sind blaß gelbrot, das Endglied ist breit beilförmig 
(Abb. 8 Nr. 7), der Innenwinkel ist verrundet und liegt mehr basalwärts. 

Die Fühler (Abb. 8 Nr. 5) sind sehr lang, dünn und fadenförmig, ein- 
farbig blaß gelbrot, das 5.-10. Glied ist etwa 3mal so lang wie breit. 

Der Halsschild ist braun, seitlich, besonders nach vorn breiter rostrot 
aufgehellt, viel dichter und etwas stärker punktuliert als der Kopf, die Punk- 
tierung wird gegen die Basis etwas gröber, dicht gelbgrau behaart. Er ist 
breiter als lang, seine größte Länge verhält sich zu seiner größten Breite 
etwa wie 9:13. Der Vorderrand ist spitzbogenförmig vorgewölbt, in der 
Mittelpartie kaum etwas stärker vorgebogen, die Seiten, von oben gesehen, 
sind schwach gebogen, zur Basis kaum, nach vorn stärker eingezogen, seit- 
lich gesehen sind sie sehr schwach konkav eingebogen, die Hinterwinkel 
sind fast rechtwinkelig, scharfeckig. Der Mittellappen des Hinterrandes ist 
breit flachbogig, in der Mitte des Hinterrandes etwas begradigt. 

Das Schildchen ist klein, dreieckig, rotbraun, gelbgrau behaart. 

Die Flügeldecken sind kastanienbraun und wie der Halsschild längs 
der Außenseiten etwas rostrot aufgehellt, dicht gelbgrau behaart, sehr dicht 
raspelig punktuliert, dichter und kräftiger als auf dem Halsschild, aber noch 
sehr fein. Sie sind 2,3 so lang wie an den Schultern gemeinsam breit, sie 
bedecken hinten das Pygidium bis zur Hälfte seiner Länge, seitlich sind sie 
sehr sanft gebogen, kurz hinter den Schultern an gering nach hinten ver- 
engt, die Enden sind fast gemeinsam verrundet. 

Das Pygidium ist braun, gelbgrau behaart, mäßig lang, in der apicalen 
Hälfte ziemlich dünn, aber mit abgestumpfter Spitze, doppelt so lang wie 
das Analsegment, von oben ist nur die hintere Hälfte zu sehen, da der 
basale Teil von den Flügeldecken verdeckt wird. Die Unterseite ist heller 
rostrot als die Oberseite, einförmig gelbgrau behaart, die Behaarung ist 
nirgends makelartig verdichtet. 

Die Beine sind hell gelbrot, die hinteren etwas dunkler rostrot. Die 
Tarsen der beiden vorderen Beinpaare sind gattungsgemäß gebildet (Abb. 8 
Nr. 8). Auf den Hinterschienen sind außer dem normal-kurzen Apicalkerb 
2 sehr schräge und lange, die Schienenbreite ganz durchziehende Lateral- 


356 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens 


kerben ausgebildet. Das 1. Glied der Hintertarsen mit 3 langen, schrägen 

Kerben, das 2. und 3. Glied je mit 2 langen Schrägkerben (Abb. 8 Nr. 6). 

Die Enddorne der Hinterschienen sind gelbrot, ungleich lang, der längere 

Dorn ist etwa doppelt so lang wie der kurze Dorn. 

Länge: Mandibelspitze bis Flügeldeckenende 3,5 mm, bis Pygidiumende 
3,85 mm. 


Holotypus (?), Queensland (ohne weitere Angabe), in meiner Sammlung. 


III. Revisionen beschriebener Arten 


1. Austromordella verticordiae Lea und niveosuturalis Lea 


In meiner Arbeit, die Gattungen der Mordelliden der Welt (Ent. Blät- 
ter, Krefeld, 45/46, 1949/1950, p. 41 u. 63), habe ich die Gattung Austro- 
mordella mit der Art tarsata m. beschrieben. 

Diese Gattung unterscheidet sich von Mordella L. besonders dadurch, 
daß die Augen kahl sind, die Vordertarsen der ö ö sind mehr oder weniger 
verbreitert, das Pygidium ist dick, robust, an der Spitze deutlich bogig- 


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Abb. 9: Austromordella niveosuturalis Lea. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 397, 


dreieckig ausgeschnitten, außerdem sind die Parameren der männlichen 
Genitalorgane von ganz anderer Bildung als in der Gattung Mordella 
(Abb. 11). Die Art tarsata Erm. beschrieb ich nach Stücken, die nur mit 
„Australien“ bezettelt waren. In dem Material des Museum G. Frey fand 
ich einige Exemplare, die ich als Mordella verticordiae Lea bestimmte 
(Trans. Ent. Soc. London, 1902, p.7), sie stammten aus Westaustralien, 
Demarz leg. Diese Stücke entsprachen völlig der Diagnose von Austro- 
mordella Ermisch. Die Art unterschied sich aber in vielen Eigenschaften von 
der von mir als tarsata m. beschriebenen Art. Lea hat später eine Mordella 
verticordiae var. niveosuturalis Lea beschrieben (Trans. Roy. Soc. Austral. 
41, 1917, p. 229). Die Beschreibung der niveosuturalis Lea entspricht in den 
wesentlichen Eigenschaften der von mir als tarsata Erm. beschriebenen Art. 
Ich stelle deshalb tarsata Erm. (1950) synonym zu niveosuturalis Lea (1917). 
Austromordella niveosuturalis Lea (tarsata Ermisch) ist als Genotyp der 
Gattung Austromordella Ermisch zu betrachten. Obwohl Lea der Meinung 
war, niveosuturalis Lea nur als var. zu verticordiae Lea zu betrachten, ent- 
spricht das nicht dem wirklichen Befund, beides sind gut getrennte Arten. 
Die Gattung Austromordella Erm. scheint in Australien noch weitere Arten 
zu besitzen, denn in meiner Sammlung befanden sich noch zwei weitere 
Arten, die aber leider durch Kriegseinwirkungen vernichtet wurden. 


Austromordella niveosuturalis Lea 


Mordella verticordiae var. niveosuturalis Lea, Trans. Roy. Soc. S. Austra- 
lien, 41, 1917, p. 229. 
Austromordella tarsata Ermisch, Entom. Blätter, 45/46, 1949/50, p. 6% 


Die Originalbeschreibung Lea’s lautet: “There are before me 33 specimens 
from Western Australia (Capel River, Mount Barker, and Beverley) that differ 
from the typical form in having the suture narrowly and conspicuously snowy- 
white, in strong contrast to the rest of the clothing (the sides at the base where 
they are concealed from above have pale clothing, but not so white as on the 
suture, and on the typical form the clothing there is also paler than on the disc), 
and each of the abdominal segments has a conspicuous dark spot on each side. 

The specimen formerly recorded as verticordiae from Mount Barker belongs 
to this variety: of the typical form I have seen specimens only from Mogumber 
and Mullewa. The two forms are quite sharply defined and distinct, but as they 
agree so closely in structure, especially as to the conspicuously-notched pygidium, 
it does not appear desirable to treat the present form as more than a variety.” 


Man vergleiche hierzu meine ausführliche Beschreibung der tarsata 
Erm. (loc. cit. p. 63-65). 

Die Abb. 9 zeigt den Umriß der Art, die Abb. 10 zeigt Fühler, Pygi- 
dium und Kiefertaster im Vergleich zu verticordiae Lea, die Abb. 11 zeigt 
die männlichen Genitalarmaturen der beiden Arten im Vergleich. 


358 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens 


Abb. 10: Austromordella niveosuturalis Lea: 1. Fühler, 2. Pygidium, 3. Kiefer- 
taster &, Austromordella verticordiae Lea: 4. Fühler, 5. Pygidium, 
6. Kiefertaster J. 


Austromordella verticordiae Lea 


Mordella verticordiae Lea, Trans. Ent. Soc. London, 1902, p. 7. 
Mordella verticordiae Lea, Trans. Roy. Soc. S. Australien, 41, 1917, p. 228. 


Die Originalbeschreibung lautet: “On typical specimens of this species the 
elytral pubescence although paler on the suture than on the sides, is not sharply 
defined there, the colour gradually changing; on the abdominal segments also 
there are no conspicuous dark spots at the sides, although in some lights the 
tips of the segments appear to be darker than the other parts. A specimen (from 
the Blackburn collection) differs from the types in being somewhat larger (7 mm 
to tips of elytra) and uniformly clothed all over with ashen white pubescence, 
quite as pale on the sides of the elytra as on the suture.” 


Zu dieser Beschreibung ist zu sagen, daß sie sich auch auf niveosuturalis 
Lea bezieht. Bei der Beschreibung der niveosuturalis (siehe diese) geht Lea 
darauf ein. Bei verticordiae Lea ist die Naht nicht abstechend weiß behaart 
wie bei niveosuturalis Lea. Nach dem mir vorliegenden Material scheint 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 399 


verticordiae kleiner zu sein als niveosuturalis Lea. Die Beschreibung der 
verticordiae Lea ergänze ich im Vergleich zu niveosuturalis Lea durch fol- 
gende Angaben: 

Die Gestalt ist schmäler als bei niveosuturalis Lea, nicht so stark keil- 
förmig verengt wie diese Art. Der Kopf ist rundlicher queroval, stärker längs 
und quer gewölbt, der Vorderrand des Kopfschildes und die Oberlippe sind 
ganz schwarz. Die Augen sind etwas kleiner. Die Punktierung des Kopfes 
ist zwar sehr fein, aber wesentlich gröber als bei niveosuturalis Lea. 

Die Kiefertaster sind schwarz, das Endglied ist gestreckter als bei ver- 
glichener Art, der Innenwinkel ist verrundet und liegt mehr in der Mitte, 
bei niveosuturalis Lea mehr basalwärts (Abb. 10). Während bei niveosutu- 
ralis Lea das 3. Fühlerglied länger als das 2. Glied ist, ist bei verticordiae 


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Abb. 11: Austromordella niveosuturalis Lea: 1. Lanzette des Penis, 2. Sklerit, 
3. Parameren, einander zugekehrte Seite. Austromordella verticordiae: 4. Lanzette 
des Penis, 5. Sklerit, 6. Parameren, einander zugekehrte Seite. 


360 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens 


Lea das 3. Glied nur so lang wie das 2. Glied, sonst sind die Fühler ähnlich 
gebaut (Abb. 10). Der Halsschild ist etwas breiter als bei niveosuturalis 
Lea, das Verhältnis größter Länge zu größter Breite ist 4:5, bei niveosu- 
turalis Lea 6:7, sonst wie bei dieser Art, aber der Hinterrand des basalen 
Mittellappens verläuft bei verticordiae in kontinuierlichem Bogen, bei 
niveosuturalis Lea ist er in der Mitte schwach begradigt. 


Die Flügeldecken sind ähnlich wie bei verglichener Art, der Eindruck 
zwischen den Schultern ist bei verticordiae weniger ausgeprägt. Die Behaa- 
rung ist weniger kontrastreich, längs der Naht ist die Behaarung zwar etwas 
heller, bildet aber kein schneeweißes Nahtband. Das Pygidium ist etwas 
schlanker, sonst wie bei niveosuturalis Lea (Abb. 10). 


Die Vordertarsen des ö von verticordiae sind viel weniger stark ver- 
breitert als bei niveosuturalis Lea, im übrigen sind die Beine ähnlich wie die 
der verglichenen Art. 


Die männlichen Genitalarmaturen (Abb. 11) sind außerordentlich unter- 
schiedlich und von ganz anderem Typ als in der Gattung Mordella. 
Länge von Mandibelspitze bis Flügeldeckenende 5,8-6 mm, bis Pygidium- 
ende 7,1-7,4 mm. 


Meine Stücke der niveosuturalis Lea messen entsprechend 8,5-8,65 mm, 
bzw. 10,15-10,35 mm. 


Fundorte der Exemplare des Mus. Frey der verticordiae Lea: Westaustra- 
lien, New Norola, X. 53, Demarz leg. u. Murchinow River, IX. 57, 
Demarz leg. 


2. Mordella waterhousei Champ. (obliqua Waterh.) und baldiensis Blackb. 


Zwei sehr ähnliche Arten, deshalb hat Lea (Trans. Roy Soz. S. Austr. 
41, 1917, p. 218) sie zu einer Art vereinigt und führt waterhousei Champ. 
(obligua Waterh.) nur als var. von baldiensis Blackb. an. Das trifft nicht zu. 
Beides sind gut zu trennende Arten, wie ich weiter unten ausführen werde. 
Blackburn gibt für seine baldiensis als Größe 1V/2-13/a lin. an (Trans. Roy. 
Soc. S. Austr. 14, 1890/91 (1891), p. 341), während Waterhouse die Länge 
seiner obligua mit 2/2 lin. angibt (Trans. Ent. Soc. London, 1878, p. 236). 
Das umfangreiche Material des Museum G. Frey enthält eine große Zahl 
von Exemplaren beider Arten. Wenn man dieses Material allein schon nach 
der Größe sortiert, erkennt man bei aufmerksamer Betrachtung (gute Präpa- 
ration vorausgesetzt), daß zwei ektoskelettal unterschiedliche Arten vorlie- 
gen. Ich betrachte deshalb die größere Art als waterhousei Champ. (obligqua 
Waterh.), die kleinere Art als baldiensis Blackb. Lea hat noch die Arten 
alboscutellata, ignota und inconspicua beschrieben (Proc. Linn. Soc. N. S. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 361 


Wales (2) X, 1895, p. 294-296). Später hat er diese Arten als var. von 
baldiensis Blackb. aufgefaßt (Trans. Roy. Soc. S. Austr. 41, 1917, p. 218). 
Falls diese Arten wirklich zu den beiden oben genannten Arten gehören, 
was der Beschreibung nach anzunehmen ist, so würden hinsichtlich der 
Größe alboscutellata Lea und ignota Lea zu waterhousei Champ. und 
inconspicua Lea zu baldiensis zu stellen sein. 


Mordella waterhousei Champ (obliqua Waterh.) 


Mordella obligqua Waterh., Trans. Ent. Soc. London 1878, p. 236 (nec 
J. Lec. 1878). 


Mordella waterhousei Champion, Trans. Ent. Soc. London 1895, p. 267 nota. 
Mordella baldiensis Blackb. var. waterhousei Champ. (obligqua Waterh), 
Trans. Roy. Soc. S. Austr. 41, 1917, p. 218. 


Die Originalbeschreibung von Waterhouse lautet: “Fusco-nigra, griseo-flavo- 
pubescens, elytris fusconigris, plaga basali triangularis, griseo-flavo-pubescenti.” 

Long. 2!/: lin. 

Rather an elongate, narrow species. Thorax convex and rather less broad then 
any of the above described, Elytra rather long, clothed with yellowish pubescence, 
with the sides pitchy-black. A line drawn from below the shoulder to the suture 
a little way from the apex would be the line of demarcation between the yellow 
pubescence and the dark margins. the abdomen is fuscous-black, with the usual 
silky spots on the sides of the first, second and third segments. the base of the 
antennae and the anterior femora are slightly pitchy. 

Hab.-S. Australien (Backewell).” 

Dieser Beschreibung entsprechen, eine artgemäße Variabilität einge- 
schlossen, die zahlreichen Exemplare des Museums G. Frey von folgenden 
Fundorten: Victoria, Warbuton XII. 56-1. 57, G. Frey leg., Victoria, Melton, 
24. 1. 57, G. Frey leg. und Sydney, 1958, Nikitin leg. Die Beschreibung, 
die Waterhouse gegeben hat, gegnügt aber nicht, um die Art von baldiensis 
Blackb. abzugrenzen. Die Abb. 12 zeigt wesentliche Unterschiede der bei- 
den Arten. Die Fühler von waterhousei Champ. sind vom 5. Gliede an 
stark gesägt, das 5. Glied ist viel breiter als die vier vorhergehenden basalen 
Glieder, das 2. Glied ist kürzer als das 1. Glied, bei baldiensis Blackb. sind 
die Fühler vom 5. Gliede an geringer sägezähnig, das 5. Glied ist nicht so 
viel breiter wie die vorhergehenden Glieder und das 2. Glied ist etwa so 
lang wie das 1. Glied. Das Endglied der Kiefertaster ist bei waterhousei 
breiter beilförmig als bei baldiensis. Die Vordertarsen des ö von water- 
housei sind verbreitert, so breit wie die Schiene am Ende breit ist, bei 
baldiensis sind die Vordertarsen des ö kaum verbreitert. Der Kopf von 
waterhousei ist stärker queroval, mäßig längs und quer gewölbt, baldiensis 
hat einen weniger querovalen Kopf, der aber kräftiger längs und quer ge- 


3062 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens 


wölbt ist. Die ersten Fühlerglieder, die Taster und die Vorderbeine, aus- 
genommen die schwarzen Tarsen, sind dunkel rotbraun die entsprechenden 
Teile bei baldiensis sind hell rostrot. Die Größenunterschiede sind bereits 
genannt worden. Die männlichen Genitalarmaturen (Abb. 12) der beiden 
Arten zeigen entscheidende Unterschiede. 


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Abb. 12: Mordella waterhousei Champ.: 1. Sklerit, 2. Lanzette des Penis, 3. Para- 

meren, einander zugekehrte Seite, 4. Fühler, 5. Kiefertaster d, Mordella baldiensis 

Blackb.: 6. Sklerit, 7. Lanzette des Penis, 8. Parameren, einander zugekehrte Seite, 
9. Fühler, 10. Kiefertaster d. 


Die Beschreibungen Leäs von alboscutellaia und ignota zeigen nichts 
anderes als die Variabilität der Art hinsichtlich der Behaarung und deren 
Färbung, sie scheinen beide nur ab. color. von waterhousei zu sein. 


Mordella baldiensis Blackburn 


Mordella baldiensis Blackb., Trans. Roy. Soc. S. Austr. 14, 1890/91 (1891) 
p. 341. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 363 


Mordella baldiensis Blackb., Trans. Roy. Soc. S. Austr. 17, 1893, p. 138. 
Mordella baldiensis Lea, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales X, 1895, p. 304. 
Mordella baldiensis Lea, Trans. Roy. Soc. S. Austr. 41, 1917, p. 218. 


Die Originalbeschreibung von Blackburn lautet: “Nitida, nigra; supra aureo, 
subtus argenteo, pubescens, prothorace et elytris subcoeruleo-micantibus. 

Long. 1!/2-13/4 1. 

This little species is entirely devoid of distinct markings, but the evenly- 
distributed pubescence has an appearance resembling a pattern which varies 
infiniteky according to the way the light falls on it, if the insect be looked down 
upon from above there seems to be a line running from each shoulder to the 
suture at about a third of its length, and then continuing along the suture, and 
as the point of view is moved backward the lines from the shoulder seem to 
lengthen and meet the suture further from the base. from a certain point of view 
there seems to be a facia behind the middle, which seems to move its position 
as the point of view is shifted. 

Victoria; on a mountain called Baldi, on flowers.” 


Auch diese Beschreibung entbehrt der Angabe ektoskelettaler Eigen- 
schaften, die sie sicher von waterhousei trennen ließen. Oben, bei water- 
housei Champ. habe ich solche Unterschiede genannt, die auch zum Teil 
die Abb. 12 zeigen. Es dürfte nunmehr keine Schwierigkeit geben, die 
bieden Arten sicher zu trennen. Der Beschreibung nach steht dem nichts 
entgegen, die Mordella inconspicua Lea als eine Form der baldiensis Blackb. 
zu betrachten. 


Fundorte des Materials des Museum G. Frey: Victoria, Melton, 24. I. 57, 
G. Frey leg. und Warbuton, XI. 56 - I. 57, G. Frey leg. 


Mordella sydneyana Blackb. 


Mordella sydneyana Blackburn, Trans. Roy. Soc. S. Austr. 17, 1893, p. 137. 
Mordella sydneyana Lea, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales 10, 1895, p. 304. - 


Trans. Ent. Soc. London, 1902, Tl. 1, Fig. 24. — Trans. Roy. Soc. S. 
Austr. 40, 1917, p. 228. 


Die Originalbeschreibung Blackburns lautet: “Nigra; dense nigro-pubescens; 
capite, prothorace (linea media et macula utrinque exceptis), elytrorum basi 
anguste sutura antice macula elongata discoidali basin attingenti maculi ante- 
mediana lunata et macula postmediana rotundata laete argenteo-pubescenti; ore 
palpis antennarum basi et femoribus anticis rufis. Long. 2,1, lat. %5 1. 

This species is near M. communis Waterh., but it narrower and more elon- 
gate, and with markings so different that even if the discovery of intermediate 
forms should bring the two together it would be convenient to call it by a distinc- 
tive name. The silvery markings of the elytra are extremely sharply defined and 


364 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens 


conspicuous, consisting of a short narrow vitta on the front part of the suture, 
and on each elytron the following: A short wide vitta running hindward from the 
middle of the base, a semilunar spot (its convex site forward) close in front of 
the middle, and a round spot distant from the suture considerably in front of the 
apex. The markings differ from those of communis in there being no isolated spot 
behind the base, in a large semilunar spot taking the place of the two small 
spots in front of the middle, and in the hindmost spot being larger, rounder, 
not nearly so close to the suture, and not quite so near the apex. This is not the 
‘var. of communis from Sydney mentiones by M. Waterhouse (Tr. E. S., 1878, 
p- 231). 
N. S. Wales; near Sydney.” 


Lea bringt (loc. cit. 1895) nur weitere Fundorte, und (loc. cit. 1902) 
nur die Abbildung einer Flügeldecke, ferner (loc. cit. 1917) vergleicht er 


Abb. 13: M ordella sydneyana Blackb. 


Abb. 14: Mordella sydneyana Blackb.: 1. Sklerit, 2. Parameren, einander 
zugekehrte Seite, 3. Fühler 3. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 365 


M. sydneyana mit M. cara Blackb. und hebt die Schwierigkeit hervor, die 
Arten sydneyana, cara und promiscua zu trennen, wenn die Haarzeichnung 
variiert, das ist zutreffend, sofern man nur diese als Trennungsmerkmal ver- 
wendet. Lea beschreibt noch eine var. cairuensis, die sich durch kleinere 
Gestalt von der typischen Form unterscheidet und durch etwas andere Fär- 
bung der Behaarung der Unterseite. Ob es sich hierbei um eine Form der 
sydneyana handelt, kann ich zur Zeit nicht entscheiden. 


Blackburn hebt in seiner Beschreibung hervor, daß die Haarzeichnung 
der Oberseite silberfarben sei, bei cara Blackb. dagegen goldfarben und die 
der Unterseite silbern. Die wenigen mir vorliegenden Exemplare der syd- 
neyana haben aber schwach goldfarbene Makeln, müßten also zu cara zu 
stellen sein, aber die Haarzeichnung entspricht ganz der, wie sie für syd- 
neyana angegeben ist. Andererseits weist Blackburn bei cara auf das Fehlen 
einer roten Farbe auf Fühlern und Beinen hin. Die mir vorliegenden Exem- 
plare besitzen aber orangerote Vorder- und Mittelschenkel und mehrere ba- 
sale Fühlerglieder und die Kiefertaster sind ebenfalls orangerot. Wie bereits 
früher von mir ausgesprochen, ist die Färbung der Haarzeichnung bei einer 
Art oft wechselnd, von silbern bis golden, so z.B. bei den paläarktischen 
Arten der Gattung Variimorda, desgleichen stellte ich bei einer großen Serie 
der australischen Mordella limbata Waterh. die gleiche Erscheinung fest. 
Ich vermute, daß sich die Farbe der Behaarung bei den Einzelindividuen 
im Laufe ihres Lebens ändert, wobei zunächst noch offen bleibt, ob sie bei 
frischen Exemplaren golden ist und später ausbleicht oder umgekehrt. Ich 
halte also die vorliegenden Ex. für sydneyana Blackb. 


Zur Erkennung der Art seien noch folgende Angaben gemacht: Die 
Vorderschienen des ö sind fast viertelkreisförmig gebogen wie bei vielen 
australischen Arten, z. B. bei der in dieser Arbeit beschriebenen M. humer- 
opicta m. (Abb. 6). Bei Mordella promiscua (Er.) Lea (communis Waterh.) 
hat das ö völlig gerade Vorderschienen. Bei einer Reihe australischer Mor- 
della-Arten sind die Fühler vom 5. Gliede an stark verbreitert, z. B. bei 
M. waterhousei Champ. (Abb. 4), bei sydneyana ist das nicht der Fall, das 
9. und die folgenden Glieder sind nur mäßig breiter als die vier vorher- 
gehenden (Abb. 14). Auffällig im Vergleich mit etwa gleichgroßen Arten 
sind die großen Parameren des männlichen Genitalapparates (Abb. 14). 
Die Enddorne der Hinterschienen sind schwarz oder schwärzlich. 


In meiner Sammlung ein Öö, N. S. Wales, Fettin leg., desgl. ein ?. In 
dem Material der Sammlung G. Frey ein $: Vict. Warburton XII. 56, 
G. Frey leg. Die Länge beträgt: Mandibelspitze bis Flügeldeckenende 5-5,3 
mm, bis Pygidiumende 6,3-6,8 mm. 


366 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens 


Moerdelia limbata Waterh. 


Mordella limbata Waterhouse, Trans. Ent. Soc. London 17, 1878, p. 235. 

Mordella limbata Lea, Proc. Linn. Soc. N. S. Wales (2) 1895, p. 290. - Trans. 
Ent. Soc. London 1902, p. 3, Tfl. 1, Fig. 7-9. - Trans. Roy. Soc. S. Austr. 
41, 1917, p. 224. 


Abb. 15: Mordella limbata Waterh. 


Die Originalbeschreibung von Waterhouse (loc. cit. p. 235) lautet: “Nigra, vix 
purpurascens, supra aureo-sericea, thorace linea mediana punctoque utrinque 
nigris; elytris marginibus, apice, punctoque reniformi utrinque ante apicem nigris; 
corpore subtus femoribusque griseo-auro-sericeis. 

Long. 1/2 lin. 

Black, clothed above with golden pubescence, leaving on the thorax a com- 
plete medial line, and a round spot on each side of the disk black. The elytra are 
clothed with golden pubescence, the margins and apex black, and an elongate- 
oval black spot cut out of the side of the golden pubescence and confluent with 
the black of the margin. The palpi and the anterior femora are obscure pitchy. 
Hab.-Sydney (Salting).” 


Lea (1895) weist auf die Variabilität der Haarzeichnung hin, auch daß 
diese bei vielen Exemplaren silbern sein kann statt golden, bei reduzierter 
heller Behaarung sei es zuweilen schwierig, festzustellen, ob diese Formen 
zu limbata oder bella gehören. Später (loc. cit. 1902) ist Lea der Meinung, 
das w-album Champ. nur ein Varietät der limbata Waterh. sei, desgleichen 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 367 


auch promiscua Er., aber (loc. cit. 1917) hält er bella, promiscua und limbata 
für 3 gute Arten, was auch zutreffend sein dürfte. Ebenso scheint auch 
w-album Champ. keine Varietät von limbata Waterh. zu sein, ob sie eine 
Variante einer anderen Art oder eine eigene Art ist, kann ich zur Zeit nicht 
entscheiden. 


Zur Kennzeichnung der Art sei noch folgendes gesagt: Die Variabilität 
der Haarzeichnung von limbata Waterh. ist nicht so groß, wie Lea (1902) 
annimmt, weil er unterschiedliche Arten als Varianten von limbata auffaßte. 
Bei etwa 100 Ex., die ich bisher sah, entspricht die Haarzeichnung bei der 
weitaus größten Zahl der Ex. der, wie sie in der Abb. 15 wiedergegeben 
ist, sie kann mehr oder weniger reduziert sein, selten sind Halsschild und 
Flügeldecken einfarbig golden oder silbern behaart. Die Vorderschienen 
des 5 sind völlig gerade. Die Beine und Fühler sind schwarz, bei ö und 9 
sind die Vorderschenkel dunkel rostrot aufgehellt, die basalen Fühlerglieder 
und das Endglied der Kiefertaster sind mitunter schwach braunrot aufge- 
hellt, die Enddorne der Hinterschienen sind heller oder dunkler bräunlich 
bis schwärzlich. Die Fühler sind dünn, das 5. und die folgenden Glieder 
sind nur mäßig breiter als die vier vorhergehenden. 


Abb. 16: Mordella limbata Waterh., Parameren, einander zugekehrte Seite. 


Mir lag zur Untersuchung folgendes Material vor: 80 Ex. Umgeb. 
Sydney, Nikitin Igt., 1958 in Sammlung G. Frey, ein Ex. Sydney, Lüdde- 
mann leg., Lea det., 2 Ex. King Island, Tasmanien Lea leg. et det. davon 
1 Ex. mit völlig golden behaarten Flügeldecken (Deutsch. Ent. Institut). 


Mordella promiscua (Er.) Lea 


Mordella promiscua Erichson, Arch. f. Naturgeschichte 15, 1842, p. 181. 


Mordella promiscua Lea, Trans. Ent. Soc. London, 1902, p. 3. - Trans. Roy. 
Soc. S. Austr. 41, 1917, p. 226, Tfl. XIV, Fig. 85-90. 


368 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens 


Die Originalbeschreibung Erichsons konnte ich leider nicht einsehen. 
Ob die Auffassung Leas hinsichtlich der Erichsonschen Art zutrifft, kann ich 
nicht beurteilen, schließe mich aber der Auffassung Leas an. Lea hat (loc. 
cit. 1917) folgende Arten als Synonyme bzw. Varianten von promiscua Er. 
betrachtet: communis Waterh., trivialis Waterh., aemula Lea, fugitiva Lea, 
raymondi Lea und simillima Lea. Nach dem mir vorliegendem Material, 
das nicht sehr zahlreich ist, scheint die Art in der Haarzeichnung außer- 
ordentlich variabel zu sein, siehe auch die von Lea gegebenen Abbildungen 
für communis und die oben genannten Arten, die er loc. cit. 1917 als Formen 
der promiscua betrachtet. Die Abb. 17 zeigt ein Ex., das in der Ausbildung 
der Haarzeichnung etwa die Mitte hält. 


0 


Abb. 17: Mordella promiscua (Er.) Lea 


Zur Erkennung der Art seien noch folgende Angaben gemacht: Die 
Abbildung 18 zeigt Fühler und Kiefertaster des ö, sowie die Genitalar- 
maturen. Die Fühler sind vom 5. Gliede an nur mäßig erweitert, die Vor- 
derschenkel des ö sind ganz gerade. Die Vorderschenkel des 6 sind orange- 
rot, die entsprechenden Schienen teilweise verdunkelt, Mittel- und Hinter- 
beine sind schwarz, die Enddorne der Hinterschienen sind gelbrot. bis rost- 
rot. Die Kiefertaster sind schwarz, das Endglied aber ist gelbrot mti ge- 
schwärzter Vorderseite, mehrere basale Glieder der Fühler sind teilweise 
gelbrot, beim $ sind die gleichen Teile meist etwas dunkler. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 369 


Abb. 18: Mordella promiscua (Er.) lea: 1. Kiefertaster &, 2. Fühler, 3. Lanzette 
des Penis, 4. Sklerit, 5. Parameren, einander zugekehrte Seite. 


Die mir vorliegenden Ex. der weit verbreiteten Art stammen von West- 
australien, Umg. Perth, XII. 53, Demarz leg. und Wanneroo, 31. X. 51, 
Demarz leg. in Sammlung G. Frey. 


Stenomordellaria nigra Ermisch 


Stenomordellaria nigra Ermisch, Ent. Blätter 45/46, 1949/50, p. 57. 


Der Beschreibung lag ein $ zugrunde. Die ausführliche Beschreibung 
der Art kann in meiner oben zitierten Arbeit nachgelesen werden. In der 
Aufsammlung des Herrn Konsul G. Frey fand sich ein ö, Neuseeland, 
N.-Island Roforna, 1.-6. XII. 56, leg. G. Frey. Zur Ergänzung der Artbe- 
schreibung dient die Abb. 19, die einen Fühler und die Lanzette des Penis 
und die Parameren der männlichen Genitalarmaturen zeigt. Im übrigen 
entspricht das Ex. der von mir gegebenen Beschreibung. 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 24 


- 


370 Ermisch: I. Beitrag zur Kenntnis der Mordelliden Australiens 


Abb. 19: Stenomordellaria nigra Ermisch: 1. Lanzette des Penis, 2. Parameren, 
einander zugekehrte Seite, 3. Fühler d. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 371 


Bestimmungstabelle der Lamiiden-Triben nebst 


Revision der Pteropliini der asiatischen Region 
(Col. Cerambycidae) 


Von $S. Breuning, Paris 


I. Teil 


Pteropliini Thoms. 

Pteropliini Thomson, 1860, Ess. Class. Cer., pp. 43, 73. 

Niphonini Pascoe, 1864, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, pp. 7, 56. 

Niphonini + Atossini + Pteropliini Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, pp. 414, 496, 
519, 595. 

Metagnomini Aurivillius, 1924, Ark. f. Zool., XVII, A/12, p. 13. 

Niphonini Gressitt, 1939, Lingn. Sc. Journ., XVII, p. 49; 1951, Longic., II, pp. 326, 
452. 


Das erste Fühlerglied ohne Narbe (sehr selten mit einer offenen, nicht 
vortretenden Narbe), niemals sehr lang und schmal (wenn dann mit seit- 
licher Längskante). Mittelhüfthöhlen offen. Metasternum meist von normaler 
Länge, selten kurz. Mittelschienen ohne Dorsalfurche und ohne mittleren 
Dorsalhöcker. Klauen divergent (Tafel, Fig. 11). 

Typ: Pteroplius Serv. 

Die Pteropliini gehören zu den Tribussen mit divergenten Klauen (Fig. 
10), welche untereinander durch folgende Merkmale getrennt werden 


können: 
1. Metasternum merklich verkürzt (Fig. 1)... 2: 
— Metasternum nicht merklich verkürzt (Fig. 2) ....... eo. 1 
2. Mittelschienen mit Dorsalfurche .............eeeee 3. 
— Mittelschienen ohne Dorsalfurche (Fig. 3) ............. MRRHERNRR.: 4. 


3. Mittelschienen mit leichter Dorsalfurche (Fig. 4), das dritte Füh- 
lerglied höchstens ein wenig länger als das vierte, die Mittelhüft- 
hohlen stets offen ...... nen Dorcadionini Thoms. 

— Mittelschienen preapikal stark ausgeschnitten (Fig. 5) oder das 
dritte Fühlerglied viel länger als das vierte oder die Mittelhüft- 


höhlen geschlossen. ..................... Apomecynini Lac. part. 
4. Mittelhüfthöhlen geschlossen (Fig. 7) ......... Gyaritini Breun. part. 
== Nistelhuithohlen orten (Kre O\ San ee mern 3. 


5. Halsschild mit hohen Scheibenhöckern oder großer Mittelbeule 
Phantasini Hunt & Breun. 
— Halsschild ohne derartige Höcker oder Beule ............ 6. 


372 


Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


. Fühlerhöcker sehr weit auseinanderstehend, gar nicht vortretend, 


die Augen ausgeschnitten .................. Compsosomatini Thoms. 
Fühlerhöcker nicht so weit auseinanderstehend, leicht vortretend 
oder die Augen unterteilt .................. Pteropliini Thoms. part. 


. Erstes Fühlerglied mit stark ausgebildeter Narbe (Fig. 8) ................. 


Erstes Fühlerglied ohne derartige Narbe (Fig. 9) ......................... 


. Mittelhüfthöhlen geschlossen. ...................... Apomecynini Lac. part. 


Mittelhüfthöhlen.. offen... re 


. Die Narbe des ersten Fühlergliedes seitlich vortretend, so daß 


dieses Glied apikal schief abgestutzt erscheint ... Mesosini Thoms. 
Die Narbe seitlich nicht vortretend ................esaaasaseasssaae. 


. Mittelschienen ohne Dorsalfurche ............. Pteropliini Thoms. part. 


Mittelschienen mit Dorsalfurche ............... . 2er 2 ee 


. Erstes Fühlerglied sehr lang und schmal; Körper schmal und sehr 
langgestreckte Be a ee Agapanthini Muls. part. 


Erstes Fühlerglied niemals sehr lang und schmal .................... 


. Schultern seitlich vortretend; erstes Fühlerglied gekeult; ameri- 


kanische Gattungen ur nat... Onciderini Thoms. part. 
Schultern nicht so vortretend, das erste Fühlerglied nicht gekeult, 
afrikanische Gattungen 2..2...un...2.2 Sternotomini Thoms. 


„ Mittelschienen ohne Dötsalfurche. .......... en 


Mittelschienen mit Dorsalfurche .............. ee 


. Mittelhüfthöhlen geschlossen .......................... Gyaritini Breun. part. 


Mittelhüfthöhlen offen... 0 


. Mittelschienen mit dorsal vortretenden Mittelhöcker; Clypeus 


meistizwellappier. Sr... ee Stenobiini Breun. 
Mittelschienen ohne Dorsalhöcker, Clypeus niemals zweilappig ... 


Tafel 
Erklärung der Figuren: 


Metasternum verkürzt 

Metasternum von normaler Länge 

Mittelschiene ohne Dorsalfurche 

Mittelschiene mit leichter mittlerer Dorsalfurche 
Mittelschiene preapikal stark ausgeschnitten 
Mittelhüfthöhlen offen 

Mittelhüfthöhlen geschlossen 

. Erstes Fühlerglied mit Narbe 

. Erstes Fühlerglied ohne Narbe 


. Klauen divergent, von oben und von unten 


m 
HSsoenpsuromH- 


. Klauen gesperrt, von oben und von unten 


10. 


11. 


12. 


14. 
LS: 


16. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 373 


no Sn See 


x ILS & 


N 
DR NE 
S 


SS 
I 


cc 


IR 


N 


374 


29. 


Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


. Erstes Fühlerglied nicht sehr lang oder mit seitlichem Längskiel 


Pteropliini Thoms. part. 
Erstes Fühlerglied sehr lang, ohne seitlichen Längskiel! ................... 


. Jede Decke mit hohem Scheibendorn; amerikanische Gattung ...... 


Megabasini Lac. 
Decken ohne derartigen Dorn; afrikanische Gattungen. ..................... 
Theocridini Lac. 


. Jedes Fühlerglied vom fünften ab in einen seitlichen Lappen aus- 


Bezogen „nie ee Cloniocerini Lac. 
Fühlerglieder nicht in einen seitlichen Lappen ausgezogen. .............. 


. Gestalt sehr langgestreckt; das erste Fühlerglied speziell lang und 


AUNHN en ee ee ER 
Das erste Fühlerglied niemals speziell lang und dünn. ...................... 


. Decken an den Schultern viel breiter als der Halsschild ....................... 


Onocephalini Lac. 
Decken an den Schultern höchstens wenig breiter als der Hals- 
scan ee Agapanthiini Muls. part. 


. Die oberen Augenloben völlig rückgebildet ... Proctocerini Auriv. 


Die oberen Augenloben nicht rückgebildet ................ 


. Prosternalfortsatz sehr schmal, viel niedriger als die Vorderhüften, 


letztere stark vortretend 2.2 ea... ee Xylorhizini Lac. 
Prosternalfortsatz nicht so schmal, nicht so viel niedriger als die 
Vorderhüften, letztere weniger vortretend ...........eue 


. Erstes Fühlerglied kurz, keulenförmig, im mittleren Teil stark ver- 


dickt; Halsschild mit mittlerem Seitendorn ... Homonoeini Thoms. 
Erstes Fühlerglied nicht so gestaltet, oder der Halsschild ohne 
mittleren: Seitendom u.a... 2 ee 


. Mittelhüfthöhlen geschlossen, oder offen, dann aber die Mittel- 


schienen preapikal stark ausgeschnitten, oder die Stirn trapez- 
förmig, oder die Decken mit abstehenden Haaren besetzt oder 
das dritte Fühlerglied viel kürzer als das vierte ...........n.. 

Apomecynini Lac. part. 
Mittelhüfthöhlen stets offen; Mittelschienen mit leichter mittlerer 
Dorsalfurche 1.22. 2... ne 
Stirn nicht trapezförmig; Decken ohne abstehende Haare, das 
dritte Fühlerglied höchstens etwas kürzer als das vierte; afrika- 
nische Gattungen tr an Tragocephalini Thoms. 
Stirn häufig trapezförmig; das dritte Fühlerglied meist länger 
als das vierte; amerikanische Gattungen. ....... Onciderini Thoms. 

Gattungen in der asiatischen Region. 


17. 


19. 


20. 
2. 


22. 


24. 


29. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 


BENTELAStELNUM. KULZ . een een lag nn kn 


Metasternum von normaler Länge... 


2. Jede Decke mit einem ziemlich hohen postbasalen Scheibenhöcker 
= "Decken ohne einen solchen ........un.ennnnnne 
3. Halsschildscheibe mit hohen Beulen besetzt Brachyelasma Breun. 
— Halsschildscheibe ohne solche... Pseudale Schwarz. 
4. Augen tief ausgeschnitten ............. Pseudoparmena Breun. 
Nu NUNteTte ER nern rer 
9. Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt 
— Mesosternalfortsatz nach vorn allmählich geneigt ....................... 
6. Kopf nicht rückziehbar ...................... Aprophata Newm. 
== Kopt müuckziehbar „......2..2.0e nen Dasyerrus Pasc. 
7. Jede Decke mit einem großen Haarfascikel bewehrt ..................... 

Pterolamia Breun. 
=U Decken ohne ein solches... en ne 


. Fühler ziemlich dick, unterseits dicht gefranst Marmylaris Pasc. 


Fühler wenig dick, unterseits kaum gefranst ... Niphosoma Breun. 


9. Drittes Fühlerglied höchstens so lang als das vierte ............... 

— Drittes Fühlerglied länger als das vierte .............. 

10. Erstes Fühlerglied mit offener Narbe ...... Spinopraonetha Breun. 
— Erstes Fühlerglied ohne Narbe ............nnnnnnn 
ll. Drittes Fühlerglied nicht oder kaum länger als das erste .............. 
- Drittes Fühlerglied merklich länger als das erste .......... 
12, Ausenwausseschnitten ner. een 
Er NIS EHE unterteilt. Mae Be ee an 
13. Drittes Fühlerglied so lang als das vierte ............ ne 
— Drittes Fühlerglied kürzer als das vierte ............... 
14. Körper ohne abstehende Haare ............. een 
— Der ganze Körper mit abstehenden Haaren besetzt ................ 
15. Halsschild mit kleinem, stark der Basis genähertem Seitendorn 
Phesates Pasc. 

= Halsseinldohne Seitendom 2... Desisa Pasc. 
16. Jede Decke mit einer postbasalen Scheibenbeule ............... 
Pseudomiccolamia Pic 

— Decken ohne eine solche ............. Mispila Sg. Trichomispila Breun. 
17. Decken ohne abstehende Haare aber mit Haarfascikeln ................. 
Eosthenias Breun. 

= DeckenzohmerHlaartaseikel. 2 un. ee ee 
18. Mesosternalfortsatz vorn nicht abgestutzt .............. Mispila Pasc. 
—  Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt 


ee 


18. 


19. 


Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


. Decken mit abstehenden Haaren besetzt 


. Fühler unterseits kurz gefranst 


. Durchweg mit langen abstehenden Haaren besetzt 


. Drittes Fühlerglied so lang als das erste 


. Drittes Fühlerglied so lang als das vierte 


. Kopf nicht rückziehbar 


Decken ohne abstehende Haare 


Fühler unterseits lang gefranst 


. Prosternalfortsatz an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt 


Mispilopsis Breun. 
Prosternalfortsatz regelmäßig verrundet ......... Paramispila Breun. 


Ohne abstehende Haare, außer zuweilen einigen wenigen sehr 
kurzen 


Egesina Pasc. Sg. Callienispia Fis. 
Drittes Fühlerglied kürzer als das erste... ne 


Egesina Pasc. Sg. Callegesina Breun. 


Drittes Fühlerglied kürzer als das vierte 


. Halsschild mit je einem kleinen, unteren Seitenhöcker nahe dem 


Vorderrand ....... Pterolophia Newm. Sg. Gibbopraonetha Breun. 
Halsschild ohne einen solchen Höcker 


. Kopf rückziehbar ............. Pterolophia Newm. Sg. Hylobrotus Lac. 
Kopf nicht rückziehbar ....... Pterolophia Sg. Sociopraonetha Breun. 
. Halsschild mit fünf stumpfen Scheibenbeulen Paranaches Breun. 


Halsschild ohne solche Beulen 


. Prosternalfortsatz an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt ..... 


Prosternalfortsatz regelmäßig verrundet ...........neee 


. Erstes Fühlerglied so lang als das dritte .................. Alidus Gah. 


Erstes Fühlerglied länger als das dritte ........ Pseudalidus Breun. 


Pterolophia Newm. Sg. Undulatopraonetha Breun. 
Kopf rüuckziehbar"..2.......... 0. Dee 


. Decken sehr lang, mit zahlreichen Höckern, die auf jeder in drei 


Längsreihen angeordnet sind .............. Soridopsis Breun. 
Decken mäßig lang, höchstens mit zwei Haarfascikeln besetzt ...... 


. Drittes Fühlerglied so lang als das erste ............ nn. 


Pterolophia Newm. Sg. Armatopraonetha Breun. 
Drittes Fühlerglied länger als das erste ................. na 0 
Pterolophia Sg. Ovalopraonetha Breun. 


. Mesosternalfortsatz vorn abgerundet oder allmählich geneigt ..... 


Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand abgestutzt............... 


20. 


>]. 


23. 


24. 


27. 


26. 


28. 


29. 


30. 


31. 


32. 


mm an m 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 


34. Decken mehr weniger dicht mit abstehenden Haaren besetzt ...... 
— Decken ohne oder fast ohne abstehende Haare ................... 
35. Erstes Fühlerglied im Mittelteil stark verdickt, stark gekeult .......... 
Daxata Pasc. 

- Erstes Fühlerglied niemals im Mittelteil stark verdickt ..................... 
36. Augen ausgeschnitten ._.................unnennnnnnn ke 
Similosodus McK. Sg. Transversesodus Breun. 

NUSCHBUNTETLENE ee nee er 
37. Jedes der Fühlerglieder vier bis neun mit Apikaldorn ..................... 
Pterolophia Newm. Sg. Sordidopraonetha Breun. 


Diese Glieder:ohne Apikaldorn „u... 
Pterolophia Newm. Sg. Villosopraonetha Breun. 


MKopE nicht ruckziehbar 2... 2.2... een ee 
Kopf eruckziehbare nee ee nenn 
. Drittes Fühlerglied so lang als das vierte ............ Etaxalus Pasc. 
Drittes Fühlerglied viel kürzer als das vierte ............ 
Pseudetaxalus Breun. 

. Erstes Fühlerglied kurz, gekeult ............ueuu. 
Erstes Fühlerglied nicht gekeult ......nennn na 

. Halsschild mit großen Scheibenbeulen. ........... Parexarhenus Breun. 
Halsschild ohne solche Beulen ... Daxata Pasc. Sg. Taxada Breun. 

. Drittes Fühlerglied kürzer als das vierte ..........uccc. 
Drittes Fühlerglied so lang als das vierte ........u. 

. Halsschild mit Scheibenbeulen. ................u.ccoo.. 
Halsschild ohne Scheibenbeulen. ..........uucoeooooo 

. Decken apikalwärts nicht verschmälert ...........eecca. 
Sthenias Cast. S. Albosthenias Breun. 

Decken apikalwärts deutlich verschmälert ..........ua.. 
Augen ausgeschnmitten. nennen Desisella Breun. 
Augen unterteilt Pterolophia Newm. Sg. Pilosipraonetha Breun. 

. Halsschild ohne unteren Seitenhöcker nahe dem Vorderrand ...... 
Halsschild mit einem solchen Höcker ............ Exarrhenodes Breun. 

. Augen ausgeschnitten. ..................... Mimodesisa Breun. & de Jong 
us en untere ee 

. Jedes der Fühlerglieder vier bis neun mit Apikaldorn ................ 
Pterolophia Newm. Sg. Sordidopraonetha Breun. 

Diese Glieder ohne Apikaldorn ............ce 
Pterolophia Newm. Sg. Pilosipraonetha Breun. 

. Augen ausgeschnitten .......uueasaaaaaaaao Paradesisa Breun. 


INISCHKÜNLEHEeN Eee 


36. 


37. 


39. 
40. 


47. 


48. 


Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


30. Augen grob facettiert ................ Pterolophia Newm. Sg. Ale Pasc. 
- Augen fein facettiert .....nn. nennen 
51. Decken mit großen höckerförmigen Kömern besetzt ................... 
Eczemothea Schwarz. 

— Decken ohne solche Körner... Stesilea Pasc. 
52. Fühler die Deckenmitte nicht überragend, ab dem sechsten Glied 
unterseits sehr dicht gefranst .................. Synelasma Pasc. 

= „Bühlerandesnn..ere tete iR 
03. Gestalt mäßig lang, gedrungen................ 2 Ss ne 
— Gestalt sehr. lang, cylindrisch ......e..2...2..2 2 se 
54. Augen ausgeschnitten „un... 2. Sybropis Pasc. 
=. “Augen unterteilt. ae gs et Prosoplus Blanch 
39. Augen vollständig und sehr weit voneinander geteilt Sesiosa Pasc. 
— Augen normal unterteilt ................ ee 
56. Viertes Fühlerglied in der Mitte verdickt ...... Paraphemone Gress. 
— Viertes Fühlerglied nicht verdickt .......... m 2 2 EI 
57. Jede Decke mit einer preapikalen, den Seitenrand leicht überra- 
genden Seitenbeule ............euueaccce. Nipholophia Gress. 

— Decken ohne eine solche Beule ................. Niphona Muls. 
38. Prosternum stark nach’vorn verlängert ....un.... 0 en 
— _Prosternum niemals stark verlängert ........n.e.. 2er een 
59. "BE uhlerstein. N. ade 2 Se Pseudabryna Schultze 
=» "Fühler ziemlich di .u..u.2u...L222 PRERHHERRRR EEE 2 2.00.22... 
60. Drittes Fühlerglied apikalwärts stark verdickt, viel länger als alle 
weiteren Glieder zusammengenommen. ..... Pseudeuclea Schwarz. 

— Drittes Eühlerglied anders .............. nn. 20 Be 2 
61. Drittes Fühlerglied mit Haarbürste .................. Metagnoma Auriv. 
— Drittes Fühlerglied ohne Haarbürste ............. 2222 zen 
62. Decken sehr lang, cylindrisch ..................... Callimetopus Blanch. 
— Decken wenig lang, etwas nach der Mitte verbreitert ................ 
Acronia Westw. 

63. Prosternalfortsatz an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt ...... 
—  Prosternalfortsatz regelmäßig verrundet ............ nn 
64. Fühler ungleich, stellenweise sehr dicht, stellenweise weniger 
dicht gefranst We. 22 nA HI en es 

—- Fühler gleichmäßig gefranst"..... nme 
65. Decken apikal ausgeschnitten ........ Mimectatosia Breun. 
—, Decken apikal'verrundet..... un. ee 
66. Gestalt ovalen er Zosmotes Pasc. 
-— Gestalt sehr langgestreckt ............. Parazosmotes Breun. 


Sl. 


9%. 
94. 
9. 


6. 


97. 


59. 
63. 


60. 


oil 


62. 


64. 
1: 


69. 
67. 


66. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 


Kopf nicht rückziehbar. ....nn..nenn Zen 
Beopl snuckziehbar an. en ne nee 
MBemerkurz ae. ee tan. Mimabryna Breun. 
Bemermalıe lang en. nee een 
Decken parallel... Pseudaprophata Breun. 
Decken nach rückwärts von den Schultern ab verschmälert ............. 
Abryna Newm. 

. Halsschild mit je zwei langen Seitenhöckern Mimoniphona Breun. 
Halsschild ohne diese Höcker ............eueeeeeseeee 

. Halsschild mit je einem kleinen unteren Seitenhöcker nahe dem 
IOLdeTLan ee en ne dee en 
Halsschild ohne einen solchen Höcker .........ueeeee 

. Decken ohne abstehende Haare... 
Decken mit abstehenden Haaren... 

. Jede Decke mit sehr hohem postbasalem Scheibenhöcker ............... 
Moron Pasc. 

Decken ohne einen solchen Höcker ..........ueeece. 
Prosoplus Blanch. Sg. Setoprosoplus Breun. 

. Das erste Fühlerglied lang und dünn. ............. Demodioides Breun. 
Das erste Glied nicht dünn und höchstens mäßig lang ...................... 

. Jede Decke mit postbasaler Scheibenbeule ............. Niphona Muls. 
Decken ohne solche Beule ............... Zaeeroides Breun. 

. Decken apikal abgestutzt oder ausgeschnitten (die Randecke in 
einensspitzigen Lappen ausgezogen) nu... 
Decken apikal nicht stark abgestutzt (die Randecke nicht spitzig) 
Beine maßigslang en. u en Mimatossa Breun. 
Beimerkunzt e eeeeed Heterotaxalus Hell. 

. Decken apikal leicht abgestutzt ........... Milothris Cast. 
Decken apikal abgerundet ...................... Grammoechus Thoms. 

. Mesosternalfortsatz vorn verrundet oder allmählich nach vorn 
PEIET EU Ze RN ER Een ne Den An 
Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt 
KAUSCHLAUSSEeSchnabten Me ee 
INUSENSUNTETTe an ee ern 

. Decken mit abstehenden Haaren besetzt .........eecee 
Decken ohne abstehende Haare .....nnnennnnnnn 

. Jede Decke mit einem hohen postbasalen Scheibenlängskamm ...... 
Decken ohne einen solchen Kamm. .........nesseseseneneniu 

. Halsschild mit Seitendorn ............... Spinosodus Breun. & de Jong 
Halsschild ohne Seitendorn .............. Gibbomesosella Pic 


1 
> 


sd. 
118. 
8. 
38 
82. 
90. 
83. 
84, 


Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


. Halsschild mit 'Seitendom 2 Falsoterinaea Matsush. 
Halsschild ohne Seitendorn .......... nu... Seen 
. Halsschild mit kleinem Seitenhöcker ...................... Xynenon Pasc. 
Halsschild seitlich gleichmäßig verrundet ...............aecccasocß... 
. Fühler unterseits kurz gefranst; das erste Fühlerglied sehr dünn 
Fühler unterseits lang gefranst, das erste Glied nicht sehr dünn 
‚Schenkel»gestielt. Hr mie Pseudodoliops Schwarz. 
Schenkel nicht gestielt ............ Pentheopraonetha Breun. 
. Halsschild mit zwei Scheibenhöckern .................... Sodopsis Breun. 
Halsschild ohne Scheibenhöcker. .............2.2 2 ees1 
. Das erste Fühlerglied mit Haarbürste in der Apikalhälfte .............. 


Scaposodus Breun. 
Das erste Fühlerglied ohne Haarbürste ... Similosodus Mc Keown 


. Das dritte Fühlerglied mehr als zweimal so lang als das vierte, 


im Apikaldrittel mit einem Haarfascikel bewehrt ...................... 

Lychrosimorphus Pic 
Das dritte Fühlerglied weniger als zweimal so lang als das vierte, 
ohne Haarfascikel:....2.u...2.e22... a 


- Decken mit Haartaseikeln ...... ne Paramesosella Breun. 


Decken ohne Haarfascikel ............. na. 


. Erstes Fühlerglied mit feiner seitlicher Längskante ............ 


Leptomesosella Breun. 
Erstes Fühlerglied ohne solche Längskante .......neeee 


. Decken: ohne Scheibenkämme ....................2. ee 


Decken mit hohen Scheibenkämmen. .............. er we 


. Erstes Fühlerglied apikalwärts verdünnt ............... Mesosella Bat. 


Erstes Fühlerglied apikalwärts nicht verdünnt .............o.. 
Desisa Pasc. Sg. Cylindrostorax Auriv. 


. Decken mit Längskämmen auch in der rückwärtigen Hälfte ........ 


Decken ohne Längskämme in der rückwärtigen Hälfte .............. 


. Halsschild mit zwei kleinen Scheibenhöckern .................... 


Micropraonetha Breun. 
Halsschild ohne solche Höcker ................... Macropraonetha Breun. 


. Körperunterseite und Beine mit abstehenden Haaren ................. 


Cristodesisa Breun. 
Körperunterseite und Beine ohne abstehende Haare. ............... 
Daxata Pasc. Sg. Laodaxata Breun. 


. Decken mit abstehenden Haaren besetzt... 


Decken ohne- abstehende Haare... So 


89. 


91. 


92. 


93. 


94. 
95. 


96. 
97: 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 


38l 


. Das erste Fühlerglied mit einem Haarfascikel bewehtt .................... 
Paradiexia Hell. 

Das erste Fühlerglied ohne Haarfascikel!........................ 
hühleredick ee rer. Aean neeeet 
Bihler mehr weniger dünn... nenn nenn. 

BIS kr mrLrApEZIORNIS ee Diexia Pasc. 
Stirn nicht trapezförmig ...........ec Synixais Auriv. 
rlıhler Ykurzu, getranstı. Alt Bee een 
Fühler, zumindest die ersten Glieder, lang gefranst ...................... 

. Halsschild mit Haarfascikeln....................... Acanthetaxalus Breun. 
Halsscuild ohne Haartascikeln ......n.n.enaneeeeen 
Pterolophia Newm. Sg. Trichopraonetha Breun. 

. Jede Decke mit kurzem basalem Scheibenlängskamm. .................... 
Egesina Pasc. Sg. Cuphisia Pasc. 

Decken ohne solchen Kamm .....an.n.a.uun.a.enanen aaa 

. Drittes Fühlerglied höchstens so lang als das erste ........ 
Drittes Fühlerglied länger als das erste ................... 
Egesina Pasc. Sg. Pseudenispla Breun. 

. Erstes Fühlerglied gekeult ........... Thita Auriv. 
Kirstes Fühlerglied nicht gekeult ... nennen 

. Halsschild so lang als breit ...................... Trichopterolophia Breun. 
Hlalsschildeeawer nennen ee Egesina Pasc. 
BRoptnichtöruckzienbar ee 
Kopi ruckziehbar ee N 

. Decken mit Höckern und Kämmen. .............. Cyphoscyla Thoms. 
Decken ohne Höcker und ohne Kämme ............. Parastesilea Breun. 

. Erstes Fühlerglied mit apikalem Innendorn .......nss. 
Pterolophia Newm. Sg. Scapopraonetha Breun. 

Eirstes Fühlerglied ohne Dom... nn 

. Fühler unterseits sehr dicht gefranst ............ Pseudolophia Breun. 
Fühler nicht sehr dicht gerranst ........... nenne 

. Decken sehr lang, cylindrisch, apikalwärts kaum verschmälert ...... 
Sthenias Cast. 

Decken apikalwärts merklich verschmälert .......... 

. Halsschild mit je einem sehr deutlichen unteren Seitenhöcker 


meherdem’ Vorderrand N... ae en ee 
Pterolophia Newm. Sg. Canopraonetha Breun. 


Halsschild ohne derartigen Höcker.........nsnmsmsemeneeenee 
FSUrmalrApeztonmioe en nn Agniolophia Breun. 
Sbirmnicht GrADEZLOTIE ee ne 


382 


Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


123. 


. Decken durchwegs grob punktiert 


. Erstes Fühlerglied ohne seitlicher Längskante 


. Drittes Fühlerglied kürzer als das erste 


Pterolophia Newm. Sg. Lychrosis Thoms. 
Decken apikalwärts stets fein punktiert 


Pterolophia Newm. s. s. 
Erstes Fühlerglied mit feiner seitlicher Längskante 


Pterolophia Newm. Sg. Paramimoron Breun. 
Drittes Fühlerglied länger als das erste 


Pterolophia Newm. Sg. Mimoron Pic. 


= Auzen ausgeschnilten 0 ee Dystasia Pasc. 


Augen unterteilt 


. Kopf nicht rückziehbar ...........a.........e.. Paretaxalus Breun. 


Kopf rückziehbar 


. Erstes Fühlerglied mit langem, schmalem, inneren Apikaldorn ... 


Dystasiopsis Breun. & de Jong 
Erstes Fühlerglied ohne solchen Dom 


. Halsschildscheibe mit zwei spitzen Dornen ... Tricholophia Breun. 


Halsschildscheibe ohne Dornen 


. Die Fühlerglieder fünf bis elf zusammengenommen so lang oder 


länger als die vier ersten Glieder zusammengenommen 

Tricheczemotes Breun. 
Die Glieder fünf bis elf zusammengenommen viel kürzer als die 
vier ersten Glieder zusammengenommen 


Drittes Fühlerglied zweimal so lang als das vierte und mit einer 


Haarbürstedbesetzt... a2. ea Cenodocus Thoms. 
Drittes Fühlerglied weniger als zweimal so lang als das vierte, 
ohne Haarbürste 0 cn... Cyardium Pasc. 


1. Soridopsis Breun. 


Soridopsis Breuning, 1940, Fol. zool. hydrob., X, p. 161. 


116. 


117. 


119. 


120. 


121. 


122. 


123. 


Sehr langgestreckt. Fühler fein, merklich kürzer als der Körper, das 


dritte und das vierte Glied unterseits schütter und sehr kurz gefranst; das 
erste Glied lang und dünn, das dritte etwas kürzer als das vierte, so lang als 
das erste. Fühlerhöcker mäßig vortretend. Augen grob facettiert, unterteilt, 
die unteren Loben stark gewölbt, leicht quer. Stirn etwas breiter als hoch, 
leicht trapezförmig. Halsschild kurz, quer, basal dreigelappt, seitlich kaum | 


verrundet, mit vier Querfurchen besetzt, zwei vorderen und zwei rückwär- 


tigen. Decken sehr lang, dreimal so lang als Kopf und Halsschild zusam- 
mengenommen, mäßig gewölbt, merklich breiter als der Halsschild, im Api- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 333 


kaldrittel schmäler werdend, apikal ausgeschnitten (die Randecke in einen 
ziemlich langen Dorn ausgezogen), mit Kämmen besetzt. Kopf rückziehbar. 
Prosternalfortsatz sehr schmal, niedriger als die Hüften, gebogen. Meso- 
sternalfortsatz zum Vorderrand leicht geneigt. Metasternum von normaler 
Länge. Beine mäßig lang, Schenkel gekeult, die Mittelschienen am apika- 
len Innenrand mit sehr kleinem Dorn bewaffnet. 
Typ: biapicata Breun. Eine Art. 

1. biapicata Breun. 
Soridopsis biapicata Breuning, 1940, Fol. zool. hydrob., X, p. 161. 

Das erste Fühlerglied sehr dicht und fein punktiert. Die unteren Augen- 
loben etwas länger als die Wangen. Kopf und Halsschild sehr dicht und 
sehr fein punktiert. Schildchen viereckig. Auf jeder Decke ein kurzer und 
hoher, postbasaler Scheibenlängskamm und zahlreiche Höcker und kurze 
Längskämme, die in drei Längsreihen angeordnet sind; zwei davon ein- 
ander stark genähert unweit der Naht und eine nahe dem Seitenrand, 
welche etwas vor der Deckenmitte beginnen und vor dem Apikalende sich 
vereinigen, um gemeinsam in den Apikaldorn einzumünden. 

Schwarz, rotbraun tomentiert. Halsschild mit je einer, der Mittellinie 
genäherten ziemlich breiten, schwärzlichen Längsbinde. Die Deckenpu- 
bescenz stellenweise schwärzlich untermischt. Das Apikalende der Fühler- 
glieder vom vierten ab schwärzlich tomentiert. 

Länge: 11 mm !/2; Breite: 3 mm !/3. 


Von mir nach einem Stück von Assam: Mishmi Hills, Lohit Valley (Bri- 
tish Museum) beschrieben. 


2. Niphona Muls. 


Niphona Mulsant, 1839, Col. Fr. Long., p. 169. 
Aelara + Ocheutes + Camptocnema Thomson, 1864, Syst. Cer., pp. 54, 55. 
Falsoniphona Pic, 1925, Mel. exot. ent., LXIV, p. 27. 
Hammatoniphona Pic, 1936, Echange, LII, no. 466, p. 31. 
Niphona Gressitt, 1951, Longic., II, p. 452. Ä 

Langgestreckt, cylindrisch. Fühler mäßig dick, unterseits gefranst; das 
erste Glied kurz, das dritte länger oder kürzer als das vierte, länger als das 
erste. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend und wenig vortretend. Augen 
grob facettiert, unterteilt. Halsschild kurz, quer, seitlich leicht verrundet, oft 
mit je einem seitlichen unteren Höcker nahe dem Vorderrand und zuwei- 
len auch mit je einem der Basis genäherten Seitenhöcker. Decken lang, ge- 
wölbt, von den Schultern ab leicht verschmälert. Kopf rückziehbar. Proster- 
nalfortsatz verrundet oder an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt. 
Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand schief bis senkrecht abgestutzt. 


384 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


Metasternum von normaler Länge. Beine ziemlich kurz, Schenkel gekeult. 

Letztes Abdominalsegment bei den 2? mit tiefem apikalem Ausschnitt. 

Typ: picticornis Muls. 50 Arten im eurasiatischen Gebiet, die sich auf zwei 
Untergattungen aufteilen. 


1. Die Vorderhüften der öd mit gebogenem, langem Dorn be- 

wallnel oe ee Sg. Hammatoniphona Pic 

- Die Vorderhüften der ö ö ohne Dorn ...... Sg. Niphona Muls. s. s. 
Sg. Niphona Muls. s. s. * Sg. Sg. Hammatoniphona Pic 

1. Halsschild mit je zwei langen spitzigen Seitendornen fuscatrix F. 


— Halsschild ohne derartige Seitendorne ..........uce. 2. 
2. Tomentierung der Oberseite größtenteils gelb oder strohgelb ........ 3. 
- Tomentierung der Oberseite größtenteils weißlich und rostrot 
MATMOTIELE nennen nen NOIR 16. 
3. Drittes Fühlerglied viel kürzer als das vierte .................. lutea Pic 
— Drittes Fühlerglied höchstens etwas kürzer als das vierte ............ 4. 
4.. Decken mit braunen Makeln ....u..un....n of 
— Decken ohne derartige Makeln ............. ee 10. 
5. Auf jeder Decke zwei langgestreckte braune Makeln, eine im Ba- 
salviertel, die andere im Apikaldrittel .................... longesignata Pic 
— Auf jeder Decke eine große, langgestreckte mittlere, braune 
Makel un... era ee SEN 6. 
6. Die unteren Augenloben viel länger als die Wangen. ................. 7, 
— Die unteren Augenloben so lang oder kürzer als die Wangen. ...... 8. 


7. Die unteren Augenloben um die Hälfte länger als die Wangen 
plagiata White 

— Die unteren Augenloben zweimal so lang als die Wangen. ......... 
plagiatoides Breun. 

8. Die braune Deckenmakel überragt nicht die Deckenmitte nach 


ruckwarlse ee ne en stoetzneri Breun. 

— Diese Makel überragt stark die Deckenmitte nach rückwärts ..... 9. 

9. Decken apikal fast gerade abgestutzt .................. ornata Gah. 

— Decken apikal stark schief abgestutzt ............... ornatoides Breun. 

10. Die unteren Augenloben mindestens viermal so lang als die 
Wangen u. 2 Le IE EHER IH: 

- Die unteren Augenloben weniger als viermal so lang als die 
Wangen 1... a ne ES NREER 12. | 

11. Auf jeder Decke eine helle postmediane Makel, die an der Naht | 
breiter ist alssam Seitenrand 2 2a. en princeps Gah. | 


- Die postmediane helle Deckenmakel nahtwärts nicht verbreitert 


batesi Gah. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 


383 


12. 


Die unteren Augenloben dreimal so lang als die Wangen. .............. 
stramentosa Breun. 
Die unteren Augenloben weniger als zweimal so lang als die 


Dee er 


. Die unteren Augenloben so lang oder höchstens etwas länger als 


eV anSEn  e e eian furcata Bat. 
Die unteren Augenloben um die Hälfte länger als die Wangen ... 


. Jede Decke mit einer posthumeralen weißen Seitenrandmake! ...... 


vicina Gah. 

Decken ohne eine derartige Makel... 

. Basaldrittel der Decken dicht punktiert ................... hookeri Gah. 
Basaldrittel der Decken schütter punktiert ....... borneensis Breun. 


. Auf jeder Decke eine runde oder viereckige, scharf ausgeprägte 


weiße Seitenrandmakel hinter der Schulter oder eine weiße mehr 
weniger lange Seitenrandlängsbinde ...............wnu 
Decken ohne derartige Makel oder Binde .............. 


. Halsschildscheibe mit je einer großen stumpfen Beule ................... 


hepaticolor Hell. 
Halsschild ohne derartige Beulen... 


. Die unteren Augenloben kürzer als die Wangen ........... 


Die unteren Augenloben so lang oder länger als die Wangen. ....... 


. Die weiße Seitenrandmakel der Decke überschreitet nach rück- 


wärts-die Deckenmitte 000 a lunulata Pic 
Diese Makel überschreitet nicht die Deckenmitte ....... 
. Stirn und Wangen weißlichgelb tomentiert .......... dessumi Breun. 


Stirn und Wangen rotbraun tomentiert ... lateraliplagiata Breun. 


. Die unteren Augenloben mindestens zweimal so lang als die 


Vans N alien 


NE N TOR EREN 


. Halsschildscheibe mit je drei kleinen Höckern .......... 


micropuncticollis Breun. & Chujo 
Halsschildscheibe ohne derartige Höcker ...... alboplagiata Breun. 


. Die posthumerale weiße Deckenmakel ist rund oder viereckig ...... 


Diese Makel ist durch eine weiße Längsbinde ersetzt .............. 


. Halsschildscheibe mit drei tiefen Längsfurchen. ...... lateralis White 


Halsschildscheibe ohne derartige Furchen. .............. plagifera Auriv. 


. Diese weiße Seitenrandbinde beginnt an der Deckenbasis ............ 


albolateralis Pic 


Diese Binde beginnt merklich hinter der Basis ........... 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 25 


13. 


14. 


Ir, 
27. 


18. 
Ike): 
2% 


20. 


386 


Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


. Die unteren Augenloben kürzer als die Wangen 


. Im Basalteil jeder Decke mehrere Haarfascikel 


. Halsschildscheibe mit drei tiefen Längsfurchen ... longicornis Pic 


Halsschildscheibe bloß mit einer solchen Längsfurche 


laterialba Breun. 


Die unteren Augenloben so lang oder länger als die Wangen 


Decken ohne Haarfascikel! ........................ 22 aa 
. Decken apikal stark ausgeschnitten. ........................... proxima Breun. 
Decken apikal gerade abgestutezt ................... sumatrana Breun. 
. Decken apikal tief ausgeschnitten. ................... regis-fernandi Paiva 


Decken apikal schwach ausgeschnitten. .............. albofasciata Breun. 


. Die unteren Augenloben drei- bis fünfmal so lang als die Wangen 


Die unteren Augenloben weniger als dreimal so lang als die 
Wangen 


. Halsschildscheibe mit Längswülsten, die durch tiefe Längsfurchen 


geteiltssindene sa et te parallela White 
Halsschildscheibe ohne Längswülste und ohne tiefe Längsfurchen 
. Decken apikal leicht abgestutzt ................... nigrohumeralis Breun. 


Decken apikal ausgeschnitten 


. Die apikale Deckennahtecke und die Deckenrandecke in je einen 


langen Dorn ausgezogen; jede Decke mit einer premedianen 
dunkelbraunen Seitenrandmake! ................... malaccensis Breun. 
Die beiden apikalen Deckenecken spitzig, aber nicht in Dorne 
ausgezogen, die Decken ohne derartige Makel ... chinensis Breun. 


. Die unteren Augenloben zweimal oder fast zweimal so lang als 


die Wangen 


Die unteren Augenloben höchstens um die Hälfte länger als die 
Wangen 


. Im Basalteil jeder Decke zwei dunkelbraune Haarfascikel ............. 
Decken ohne: Haarfascike| ...............2. m sr 
. Halsschild mit tiefer Mittellängsfurche ............ andamanica Breun. 


Halsschild ohne derartige Längsfurche 


. Das dritte Fühlerglied etwas länger als das erste .... chapaensis Pic 


Das dritte Fühlerglied viel länger als das erste janoi reducta Gress. 


. Decken apikal sehr stark ausgeschnitten (die Randecke in einen 


langen spitzigen Lappen ausgezogen .......uee excisa Pasc. 
Die apikale Deckenrandecke abgerundet ..............eeeee 


. Decken apikal ausgeschnitten (die apikale Deckennahtecke in 


einen ziemlich langen Lappen ausgezogen) ............ indica Breun. 
Decken: apikal verrundet \....... 2.22 SER AT, grisea Breun. 


28. 
31. 


29. 
30. 


32. 


30. 


33. 


34. 


36. 
41. 
37. 
39. 


38. 


40. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 387 


41. Im Basalteil jeder Decke ein bis vier Haarfascikel! ...................... 42. 
el Becken:ohne Haarfaseikel“.......n...n.en na. 48. 
42. Decken apikal stark schief abgestutzt (die Randecke in einen lan- 
SEN) Don, ausgezogen). nn neensneeineetieiiennninennienee 43. 
— Decken apikal ausgeschnitten oder abgestutzt, die beiden api- 
kalen Ecken ungefähr von gleicher Länge ..........cc..... 44, 
43. Halsschildscheibe mit drei breiten Längswülsten, die durch tiefe 
Längsfurchen geteilt sind ..........c. obliquata Breun. 
—  Halsschildscheibe ohne Längswülste und ohne Längsfurchen. ...... 


Yanoi Matush. 


44. Die unteren Augenloben so lang als die Wangen fasciculata Pic 


— Die unteren Augenloben länger als die Wangen... 45. 

45. Decken apikal doppelt ausgeschnitten; jede mit dunkelbrauner 
Piuwweralmakel: an. ee 46. 

— Decken apikal nicht doppelt ausgeschnitten ........eeccco Ar. 

46. Halsschildscheibe mit hohen Höckern ..................... tibialis Gah. 

—  Halsschildscheibe ohne Höcker ...........uu.. pannosa Pasc. 

47. Halsschild fast nicht punktiert ................. arrogans Pasc. 

—  Halsschild grob punktiert ............................ celebensis Breun. 


48. Die unteren Augenloben so lang als die Wangen... 
picticornis Muls. 


— Die unteren Augenloben um die Hälfte länger als die Wangen ... 49. 
49. Decken fein punktiert, apikal kaum abgestutzt variegata Breun. 
— Decken grob punktiert, apikal deutlich abgestutzt ................... 0. 
50. Drittes Fühlerglied so lang als das vierte ............. obscura Breun. 


— Drittes Fühlerglied merklich kürzer als das vierte ........... 
cantonensis Gress. 


1. Sg. Niphona Muls. s. s. 


Niphona Mulsant, 1839, Col. Fr. Longic., p. 169. 
Aelara + Ocheutes + Camptocnema Thomson, 1864, Syst. Cer., pp. 54, 55. 


Aelara Pascoe, 1864, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, pp. 57, 81; 1866, Proc. zool. 
Soc. Lond. p. 230. 


Niphona + Aelara + Ocheutes + Camptocnema Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, 
pp- 522, 530-532. 


Niphona Ganglbauer, 1882 Best. Tab., VII, p. 694. 

Niphona Matsushita, 1933, Journ. Fac. Agric. Hokk., XXXIV, p. 357. 

Niphona Gressitt, 1939, Lingn. Sc. Journ., XVII, p. 71; 1942, Lingn. Nat. Hist. 
Surv. Mus., Spec. Publ., no. 8, p. 20. 


Die Vorderhüften der ö d ohne Dorn. 


388 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


Typ: picticornis Muls. 


1. picticormis Muls. 


Niphona picticornis Mulsant, 1839, Col. Fr. Long., p. 169, pl. III, fig. 6. 

Niphona picticornis Fairmaire, 1868, Gen. Col. d’Eur., IV, p. 166, pl. L, fig. 233. 
Niphona picticornis Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, p. 531. 

Niphona picticornis Ganglbauer, 1884, Best. Tab., VIII, p. 537. 

Fühler etwas länger (Ö) oder etwas kürzer (?) als der Körper, unter- 
seits dicht gefranst; das erste Glied kurz, birnförmig, das dritte so lang als 
das vierte, viel länger als das erste. Die unteren Augenloben quer, so lang 
als die Wangen. Stirn breiter als hoch, dicht punktiert, die Wangen und 
der Vorderrand des Scheitels schütter und ziemlich fein punktiert. Halsschild 
dicht und grob punktiert und unregelmäßig gerunzelt, mit je einem kleinen 
seitlichen, unteren Höcker nahe dem Vorderrand und je einem der Basis 
genäherten Seitenhöcker. Schildchen kurz, sehr breit, apikal abgerundet. 
Decken apikal ausgeschnitten (die Naht- und die Randecke in je einen kur- 
zen, spitzigen Lappen ausgezogen), durchwegs ziemlich dicht und wenig fein 
punktiert, jeder Punkt mit winziger Sete am Grund. Auf jeder Decke eine 
kaum angedeutete postbasale Scheibenbeule. Prosternalfortsatz verrundet. 
Mesosternalfortsatz vorn schief abgestutzt. 


Dunkelbraun, durchwegs rotbraun und weißlichgrau marmoriert. Auf 
jeder Decke zwei weißlichgraue Querbinden, eine breite premediane, die 
nach der Schulterbeule beginnt und schief zur Naht absteigt und eine ziem- 
lich breite postmediane, gewellte. Seitenrand der Decken im Apikaldrittel 
weißlich gefranst. Die Fühlerglieder basal weiß geringelt. 

Länge: 12-19 mm; Breite: 4-6 mm. 

Von Mulsant nach Stücken aus Südfrankreich beschrieben. — Südeuropa: 
Südfrankreich, Italien, Dalmatien, Balkanländer, Anatolien, Syrien, Spa- 
nien, Marokko (Museum Paris etc.). 


2. grisea Breun. 
Niphona grisea Breuning, 1938. Festschr. E. Strand, IV, p. 241. 


Der picticornis Muls. nahe stehend, aber kleiner, die unteren Augen- 
loben zweimal so lang als die Wangen, die Halsschildscheibe mit ziemlich 
großen, stumpfen Beulen besetzt, die Decken apikal verrundet (die Naht- 
ecke kaum vortretend), etwas feiner punktiert, der Prosternalfortsatz rück- 


wärts senkrecht abgestutzt. 
Länge: 10 mm; Breite: 3 mm. 


Von mir nach einem Stück von Arabien: Maskat (British Museum) be- 


schrieben. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 389 


3. indica Breun. 

Niphona indica Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 239. 

Der picticornis Muls. nahe stehend, aber etwas kürzer, das dritte Füh- 
lerglied etwas kürzer als das vierte, die unteren Augenloben mehr als zwei- 
mal so lang wie die Wangen, der Halsschild weniger gerunzelt und feiner 
punktiert, die Decken apikal schwächer ausgeschnitten (die Nahtecke in 
einen ziemlich langen Lappen ausgezogen, die Randecke verrundet), we- 
niger dicht und feiner punktiert, der Prosternalfortsatz an seinem Vorder- 
und an seinem Hinterrand fast senkrecht abgestutzt; die Grundtomentie- 
rung etwas heller, mit strohgelb und weißlich untermischt; auf jeder Decke 
eine hellbraune mittlere Seitenrandmakel. 

Länge: 13 mm; Breite: 4!/2 mm. 

Von mir nach Stücken aus Indien: Karachi (British Museum) beschrie- 
ben. — Punjab (Museum Dehra Dun). 

m. assimilis Breun. 

Niphona assimilis Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 239. 

Wie die Stammform, aber die apikale Deckenrandecke viel stärker vor- 

tretend. 


4. stramentosa Breun. 

Niphona stramentosa Breuning, 1938, Novit. Ent., fasc. VIII, p. 57. 

Der picticornis Muls. nahe stehend, aber das erste Fühlerglied nicht 
birnförmig, das dritte etwas kürzer als das vierte, die unteren Augenloben 
dreimal so lang wie die Wangen, die Stirn höher als breit, der Kopf kaum 
punktiert, der Halsschild mit je einer premedianen, seitlichen oberen Beule, 
aber ohne rückwärtigen Seitenhöcker, die Decken feiner punktiert, ihre api- 
kale Randecke abgerundet, der Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand 
senkrecht abgestutzt und die Tomentierung abweichend. 

Dunkelbraun, durchwegs einfärbig strohgelb tomentiert. 
Länge: 141/2 mm; Breite: 4%/ı mm. 
Von mir nach einem Stück von Indien: Punjab (Museum Dehra Dun) be- 


schrieben. 


>. variegata Breun. 

Niphona variegata Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 239. 

Der picticornis Muls. nahe stehend, aber die unteren Augenloben um 
die Hälfte länger als die Wangen, die Stirn gröber punktiert, das Schildchen 
weniger breit, die Decken apikal kaum abgestutzt (die Randecke verrundet, 
die Nahtecke in einen kurzen, abgerundeten Lappen ausgezogen). 

Länge: 14 mm; Breite: 41/2 mm. 
Von mir nach einem Stück von Indien: Allahabad (British Museum) be- 
schrieben. 


390 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


6. obscura Breun. 

Niphona obscura Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 241. 

Fühler so lang wie der Körper, unterseits schütter gefranst, das dritte 
Glied so lang wie das vierte, viel länger als das erste. Die unteren Augen- 
loben quer, um die Hälfte länger als die Wangen. Stirn breiter als hoch, so- 
wie der Mittelteil des Scheitels schütter und grob punktiert und gerunzelt, 
seitlich leicht verrundet, ohne Seitenhöcker. Schildchen sehr breit, apikal 
abgerundet. Decken apikal abgestutzt (die Nahtecke deutlich, die Rand- 
ecke spitzig), dicht und grob punktiert und mit kleinen Grübchen übersät. 
Prosternalfortsatz verrundet; Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand 
schief abgestutzt. 

Schwarz, olivbraun tomentiert, unterseits und auf den Beinen mit 
weißlich untermischt. Auf jeder Decke eine breite, unscharf ausgebildete, 
premediane weiße Querbinde, die durch die Punkte und die Grübchen un- 
terbrochen wird, sowie zwei weiße wenig deutliche Scheibenmakeln: eine 
postmediane und eine preapikale. 

Länge: 18 mm; Breite: 6 mm. 
Von mir nach einem Stück von Östindien (British Museum) beschrieben. — 
Surada, Pondichery (coll. Lepesme). 


7. eantonensis Gress. 


Niphona cantonensis Gressitt, 1939, Lingn. Sc. Journ., XVIIL, p. 71, pl. H, fig. 8; 
1940, Philipp. Journ. Sc., LXXI, p. 140; 1942, Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., 
Spec. Publ., no. 8, p. 21; 1951, Longic., II, p. 454. 

Soweit aus der Beschreibung ersichtlich, der obscura Breun. nahe ste- 
hend, aber kleiner, die Fühler etwas länger als der Körper, das dritte Glied 
merklich kürzer als das vierte, die unteren Augenloben etwas länger als die 
Wangen. 

Länge: 9 mm; Breite: 2°/ı mm. 

Von Gressitt nach einem Stück von China: Kanton beschrieben. 


8. chapaensis Pic 
Niphona chapaensis Pic, 1936, Echange, LII, no. 466, p. 31. 

Fühler viel kürzer als der Körper (P), unterseits gefranst; das erste 
Glied mäßig dick, das dritte so lang wie das vierte, etwas länger als das 
erste. Die unteren Augenloben quer, zweimal so lang wie die Wangen. 
Stirn höher als breit, ziemlich dicht und eher grob punktiert. Halsschild fein 
punktiert und grob gerunzelt, mit erhabenem Mittellängswulst, der jeder- 
seits von einer tiefen Längsdepression begleitet wird und je einem unteren 
Seitenhöcker nahe dem Vorderrand. Schildchen halbrund. Decken apikal 
leicht abgestutzt, sehr dicht und eher grob punktiert, jeder Punkt mit win- 
ziger Sete am Grund. Jede Decke mit einer kaum angedeuteten, postbasa- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 3gi 


len Scheibenbeule und einer stumpfen, dem Seitenrand genäherten, preapi- 
kalen Beule, die den Rand leicht überragt (die Decken daher vor dem Api- 
kalende leicht verbreitert erscheinend). Prosternalfortsatz an seinem Hin- 
terrand mit einem Höcker bewaffnet. Mesosternalfortsatz an seinem Vor- 
derrand abgestutzt. 

Schwarz, hellgrau tomentiert und dicht rotbraun marmoriert; diese 
Marmorierung auf zwei Deckenquerbinden (einer premedianen und einer 
postmedianen) sowie auf den Sterna fehlend. 

Länge: 12 mm; Breite: 4 mm. 
Von Pic nach Stücken von Tonkin: Chapa beschrieben. 


9. andamanica Breun. 
Niphona andamanica Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 239. 
Der picticornis Muls. nahe stehend, aber die unteren Augenloben mehr 


als zweimal so lang wie die Wangen, die Stirn so hoch wie breit, schütterer 
punktiert, sonst die Körperobserite gröber punktiert; der Halsschild auf der 
Scheibe unregelmäßig gehöckert, mit einer Mittellängsfurche und überdies 
mit je einem seitlichen oberen premedianen Höcker; seine Seitenhöcker 
stärker vortretend, die Decken apikal etwas stärker ausgeschnitten, ohne 
postbasale Scheibenbeule aber mit je zwei postbasalen, nebeneinander gele- 
genen, dunkelbraunen Haarfascikeln; die Stirn, die Wangen, die Seitenteile 
der Sterna und der Hinterrand der Abdominalsegmente rotbraun tomentiert, 
auf jeder Decke eine kurze gebogene (nahtwärts konvexe) schmale, schwarze 
mediane Seitenrandbinde. 

Länge: 15 mm; Breite: 5 mm. 

Von mir nach Stücken von den Andamanen (British Museum) beschrieben. 


10. sumatrana Breun. 
Niphona sumatrana Breuning, 1942, Fol. zool. hydrob., XI, p. 127. 
Der picticornis Muls. nahe stehend, aber das dritte Fühlerglied etwas 


kürzer als das vierte, die unteren Augenloben etwas kürzer als die Wangen, 
der Halsschild schütter und sehr fein punktiert, ohne rückwärtigen Seiten- 
randhöcker, aber mit je einem hohen, premedianem Scheibenlängskamm, 
die Decken apikal gerade abgestutzt, schütter mit kurzen, abstehenden Haa- 
ren besetzt; auf jeder Decke ein zahnförmiger Höcker auf der Basismitte 
und eine postbasale Scheibenlängsbeule, die von einem langen Haarfascikel 
überragt wird und ein kleineres Haarfascikel zwischen diesem und der 
Schulterbeule, die Tomentierung abweichend. 

Dunkelbraun, weißlichgelb tomentiert; die Stirn hellstrohgelb tomen- 
tiert, sonst der Kopf, der Halsschild und das Schildchen rotbraun, stellen- 
weise mit gelblich untermischt, tomentiert. Scheitel mit je einer länglichen 
dunkelrotbraunen Makel. Halsschildscheibe mit je zwei schmalen dunkel- 


392 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


rotbraunen Längsbinden. Auf jeder Decke eine große, dunkelrotbraune 
Makel, die von der Schulterbeule bis zum Schildchen reicht, eine langge- 
streckte, dunkelbraune Makel seitwärts der Schulterbeule, eine ziemlich 
scharf ausgeprägte, weiße Seitenrandmakel hinter der Schulter und fünf 
sehr kleine dunkelbraune Haarfascikel in der rückwärtigen Hälfte. 

Länge: 15 mm; Breite: 5 mm. 


Von mir nach einem Stück von Sumatra (Museum Stockholm) beschrieben. 


11. fasciculata Pic 
Ocheutes fasciculata Pic, 1917, Mel. exot. ent., XXVI, p. 7. 

Niphona fasciculata Gressitt, 1942, Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., Spec. Publ., no. 

8, p. 21; 1951, Longic., II, p. 454. 

Der picticornis Muls. nahe stehend, aber noch langgestreckter, die Füh- 
ler viel kürzer als der Körper (7), das erste Glied weniger dick, die Hals- 
schildscheibe mit je zwei Längswülsten, die durch tiefe Längsdepressionen 
getrennt sind und je einem hohen Höcker, der vordere, untere Seitenhöcker 
stärker vortretend, der rückwärtige Seitenhöcker fehlend; die Decken apikal 
gerade abgestutzt (die Naht- und die Randecke spitzig), in der Basalhälfte 
ziemlich grob, danach schütterer und feiner punktiert; die postbasale Schei- 
benbeule langoval, stumpf vortretend und von einem großen Haarfascikel 
überragt; auf jeder Decke überdies drei weitere Haarfascikel, ein kleines 
basales, ein größeres zwischen der postbasalen Beule und der Schulterbeule 
und ein kleines an der Naht hinter dem Schildchen. 

Länge: 22 mm; Breite: 7'/a mm. 
Von Pic nach Stücken aus Thibet beschrieben. — China: Prov. Yunnan, 
Peyentsin. 


12. albofasciata Breun. 
Niphona albofasciata Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 238. 
Niphona albofasciata Gressitt, 1942, Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., Spec. Publ., 

no. 8, p. 21; 1951, Longic., II, p. 454. 

Der picticornis Muls. nahe stehend, aber die unteren Augenloben etwas 
kürzer als die Wangen, die Stirn etwas gröber punktiert, der Halsschild grö- 
ber gerunzelt, die premediane weiße Deckenbinde besser ausgebildet, be- 
sonders hinter der Schulterbeule eine sehr deutliche weiße Makel bildend. 
Länge: 16!/a mm; Breite: 51/2 mm. 

Von mir nach einem Stück von China: Prov. Petschili, Schönlung (coll. Itzin- 
ger — Mus. Frey) beschrieben. 


13. regis-fernandi Paiva 

Niphona regis-fernandi Paiva, 1860, Descr. de 2 Ins. Col., p. 8, pl. II, fig. 1; Ann. 
Mag. Nat. Hist., (3) VI, p. 361. 

Aelara fernandi Thomson, 1864, Syst. Cer., p. 59. 

Niphona regis-fernandi Gahan, 1895, Ann. Mus. civ. Gen., XXXIV, p. 61. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 393 


Der picticornis Muls. nahe stehend, aber schmäler, das elfte Fühler- 
glied bei den 5 ö apikal stark einwärts gebogen, die unteren Augenloben 
merklich kürzer als die Wangen, die Stirn schütter und ziemlich grob punk- 
tiert, der Halsschild dichter und gröber punktiert, die Decken apikal stärker 
ausgeschnitten (die Naht- und Randecke in je einen längeren, spitzigen 
Lappen ausgezogen), sehr grob punktiert, die Vorderschienen der & auf 
der Innenseite mit kleinem mittleren Dorn; Prosternalfortsatz am Hinter- 
rand mit einem Höcker, Mesosternalfortsatz am Vorderrand mit einem 
Höcker und die Tomentierung etwas abweichend. 

Schwarz, rotbraun tomentiert und mit sehr kleinen weißlichen Seten be- 
setzt. Körperunterseite und Beine mit kleinen schwarzen Flecken übersät. Der 
Mittelteil der Sterna und der Abdominalsegmente sowie die Unterseite der 
Beine weißlich tomentiert. Zuweilen auf jeder Decke eine ziemlich große, 
premediane weißliche Seitenrandmakel. Fühler rotbraun und weißlich mar- 
moriert. 

Von Paiva nach Stücken aus Cambodja beschrieben. — Assam (Thom- 
son); Birma: Monts Carin (Gahan); Annam: Blao (Museum Paris). 


14. arrogans Pasc. 

Niphona arrogans Pascoe, 1862, Journ. Ent., I, p. 385. 

Der picticornis Muls. nahe stehend, aber die Fühler so lang (Ö&) oder 
viel kürzer (7) als der Körper, das elfte Glied der ö 5 apikal stark einwärts 
gekrümmt, die unteren Augenloben etwas länger als die Wangen, der Hals- 
schild fast nicht punktiert, aber mit sieben Scheibenlängskämmen besetzt, 
die Seitenhöcker stärker vortretend, die Decken apikal stärker ausgeschnit- 
ten (die Naht- und die Randecke in je einen längeren Lappen ausgezogen), 
durchwegs sehr grob punktiert und mit einigen leicht erhabenen Längs- 
linien besetzt; die postbasale Beule deutlicher ausgebildet und mit dunkel- 
braunen Haaren überlagert; die Vorderschienen der 66 stark gebogen 
und mit mittlerem Dorn auf der Innenseite besetzt; das letzte Abdominal- 
segment der ö 6 in je einen sehr langen zahnförmigen Lappen ausgezogen; 
der Prosternalfortsatz an seinem Hinterrand mit Höcker; der Mesosternal- 
fortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt, die Tomentierung ab- 
weichend. 

Schwarz, rotbraun tomentiert, die Punkte auf den Decken ohne Tomen- 
tierung. Stirn und Decken weißlichgrau marmoriert. Der Mittelteil der 
Sterna und der Abdominalsegmente sowie die Beine weißlichgrau tomen- 
tiert. Fühler braun, rotbraun marmoriert, die Glieder vom dritten ab basal 
weißlichgelb geringelt. 

Von Pascoe nach Stücken aus Borneo: Sarawak beschrieben. — Halb- 
insel Malakka: Penang (British Museum). 


394 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


15. excisa Pasc. 


Niphona excisa Pascoe, 1862, Journ. Ent., I, p. 337. 

Niphona excisa Gressitt, 1940, Philipp. Journ. Sc., LXXI, pp. 141, 142; 1942, 
Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., Spec. Publ., no. 8, p. 21; 1951, Longic., II, 
p- 459. 


Der picticornis Muls. nahe stehend, aber gestreckter und schmäler, das 
elfte Fühlerglied bei den 5 5 apikal stark einwärts gekrümmt, die unteren 
Augenloben zweimal so lang wie die Wangen, die Stirn kaum punktiert, 
die Halsschildscheibe fast nicht punktiert, mit je einem, der Mittellinie ge- 
nähertem Längswulst, die Decken apikal sehr stark ausgeschnitten (die 
Naht und die Randecke in je einen sehr langen, spitzigen Lappen ausgezo- 
gen), schütterer punktiert; die Vorderschienen der ö& mit kleinem inne- 
ren Dorn besetzt; der Prosternalfortsatz an seinem Hinterrand senkrecht 
abgestutzt, der Mesosternalfortsatz mit mittlerem, vortretendem Höcker 
versehen; die Grundtomentierung auf der Oberseite etwas dunkler, auf der 
Unterseite heller; die Decken ohne premediane helle Binde. 

Von Pascoe nach Stücken von Cambodja beschrieben. — Siam (British 


Museum). 


16. celebensis Breun. 
Niphona celebensis Breuning, 1961, Bull. Inst. roy. Sc. nat. Belg., XXXVII, no. 20, 


P26. 
Fühler so lang wie der Körper, unterseits wenig dicht gefranst; das 


erste Glied kurz und dick, schütter und fein punktiert, das dritte kaum so 
lang als das vierte. Die unteren Augenloben um die Hälfte länger als die 
Wangen. Stirn so hoch wie breit. Halsschild stark quer, jederseits nahe der 
Mitte mit zwei Längswülsten, die durch tiefe Längsfurchen getrennt sind. 
Kopf und Halsschild wenig dicht und grob punktiert. Schildchen halbrund. 
Decken sehr lang, apikal ausgeschnitten (die Naht- und die Randecke stark 
vortretend), durchwegs dicht und sehr grob punktiert. Jede Decke mit 
einem kurzen basalen Scheibenlängskamm, der von dunkelbraunen aufge- 
stellten Haaren überragt wird und ein kurzer Längswulst am Außenrand 
dieses Kammes. 

Dunkelbraun, braungelb, braun und weißlichgrau untermischt, to- 
mentiert. Das basale Deckenfünftel dunkelbraun tomentiert, sonst die 
Deckentomentierung mit braun, grau und rosafarben untermischt und auf 
jeder zwei große unregelmäßig geformte, weiße Seitenrandmakeln, eine 
premediane und eine postmediane. Fühler ziemlich dunkelbraun tomentiert, 
die äußerste Basis der Glieder vom dritten ab weißlich geringelt. 
Länge: 19 mm; Breite: 6 mm. 

Von mir nach einem Stück von Celebes: Makassar (coll. Lepesme) be- 
schrieben. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 395 


17. nigrohumeralis Breun. 

Niphona nigrohumeralis Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 241. 

Fühler viel kürzer als der Körper (P), das dritte Glied so lang wie das 
vierte, etwas länger als das erste. Die unteren Augenloben quer, viermal so 
lang wie die Wangen. Stirn so hoch wie breit, schütter und grob punktiert, 
der Scheitel ziemlich dicht und eher fein punktiert. Halsschild grob punk- 
tiert und unregelmäßig gerunzelt, seitlich leicht verrundet, in der vorderen 
Hälfte mit feinem Mittellängskamm, Schildchen zweimal so breit wie lang. 
Decken von den Schultern ab stark verschmälert, apikal leicht abgestutzt 
(die Randecke verrundet), durchwegs dicht und grob punktiert. Auf jeder 
Decke eine kaum angedeutete postbasale Scheibenbeule. Prosternalfortsatz 
mit kleinem Höcker an seinem Hinterrand. Mesosternalfortsatz an seinem 
Vorderrand senkrecht abgestutzt. Beine mit abstehenden Haaren besetzt. 

Dunkelbraun, weißlich tomentiert und ockergelb und braun marmo- 
riert, die braune Färbung auf dem Kopf und den Seitenteilen des Hals- 
schildes überwiegend und auf jeder Decke zu einer breiten preapikalen 
Querbinde verdichtet. Überdies auf jeder Decke eine, die Schulter deckende 
schwarzbraune Makel, die gegen den Hinterrand des Schildchens eine 
schmale Querbinde entsendet. 

Länge: 11!/2a mm; Breite: 4 mm. 
Von mir nach einem Stück von Sumatra: Merang (British Museum) be- 
schrieben. 


18. pannosa Pasc. 


Niphona pannosa Pascoe, 1862, Journ. Ent., I, p. 337. 
Ocheutes scopulifer Thomson, 1864, Syst. Cer., p. 54. 
Ocheutes scopulifer Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, p. 523. 

Fühler etwas länger als der Körper, unterseits dicht gefranst; das erste 
Glied kurz, birnförmig, das dritte so lang wie das vierte, viel länger als das 
erste. Die unteren Augenloben merklich länger als die Wangen. Stirn brei- 
ter als hoch, dicht punktiert. Wangen und der Hinterrand des Scheitels 
schütter und ziemlich fein punktiert. Halsschild auf der Scheibe nicht punk- 
tiert, auf den Seitenteilen dicht und grob punktiert, mit je einem kleinen 
unteren Seitenhöcker nahe dem Vorderrand, je einem der Basis genähertem 
Seitenhöcker und je einem ziemlich hohen seitlichen oberen Höcker. Schild- 
chen kurz und breit, apikal verrundet. Decken apikal ziemlich stark ausge- 
schnitten (die Naht- und die Randecke in je einen kurzen Lappen ausge- 
zogen, der Rand zwischen ihnen leicht vortretend und so eine dritte, mitt- 
lere Ecke andeutend), durchwegs ziemlich dicht und ziemlich fein punk- 
tiert. Auf jeder Decke eine kaum angedeutete postbasale Scheibenbeule, drei 
kleine dunkelbraune Haarfascikel (eines auf der Basismitte, eines knapp 


396 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


hinter dem Schildchen und eines am Innenrand der Schulterbeule) und 
ein sehr großes dunkelbraunes postbasalen Scheibenfascikel. Prosternal- 
fortsatz an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt. Mesosternalfortsatz mit 
mittlerem vortretendem Höcker. 

Dunkelbraun, durchwegs rotbraun und weißlichgrau marmoriert. Jede 
Decke mit zwei weißlichgrauen Querbinden, eine nach der Schulter begin- 
nende und schief gegen die Naht zu absteigende, premediane und eine 
ziemlich breite, gewellte, postmediane; überdies eine dunkelbraune Makel, 
die vom großen postbasalen Haarfascikel bis zum Seitenrand reicht, der 
Seitenrand im Apikaldrittel weißlich gefranst. Fühlerglieder basal weiß 
geringelt. 

Länge: 15-19 mm; Breite: 5-6 mm. 
Von Pascoe nach Stücken von Cambodja beschrieben. — Siam (Thomson). 
Scopulifer Thoms. ist ein Synonym. 


19. tibialis Gah. 

Niphona tibialis Gahan, 1893, Ann. Mag. Nat. Hist., (6) XI, p. 257. 

Der pannosa Pasc. nahe stehend, aber der Halsschild mit einer tiefen 
Mittellängsfurche, die jederseits von einem ziemlich hohen Längswulst be- 
gleitet wird und mit je einem ziemlich hohen, stumpfen Scheibenhöcker, 
der seitliche obere Seitenhöcker sehr breit und stark vortretend, die Miittel- 
schienen der dö gebogen und apikal erweitert, die Vorderschienen der 
ö 6 mit einem Innenzahn bewaffnet. 

Länge: 21 mm; Breite: 6!/a mm. 

Von Gahan nach einem Stück von Indien: Kanara (British Museum) 

beschrieben. 


20. obliquata Breun. 


Niphona obliquata Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 246. 
Niphona obliquata Gressitt, 1942, Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., Spec. Publ., no. 8, 
p. 21; 1951, Longie., II, p. 459. 
Der pannosa Pasc. nahe stehend, aber etwas breiter, die unteren 
Augenloben so lang wie die Wangen, die Stirn dicht und fein punktiert, die 
Halsschildscheibe mit drei breiten Längswülsten, die durch tiefe Längsde- 


pressionen voneinander getrennt sind, der Mittelwulst mit tiefer Mittellängs- 


furche; das Schildchen zweimal so breit wie lang, die Decken stärker ge- 
wölbt, apikalwärts mehr verschmälert, gröber punktiert, apikal sehr schief 
abgestutzt (die Randecke in einen langen spitzigen Dorn ausgezogen), die 
Pubescenz mehr mit rostbraun untermischt. 

Länge: 18 mm; Breite: 6 mm. 


Von mir nach einem Stück von China (British Museum) beschrieben. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 397 


21. proxima Breun. 

Niphona proxima Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 240. 

Der pannosa Pasc. nahe stehend, aber die unteren Augenloben merk- 
lich kürzer als die Wangen, die Halsschildscheibe mit Längswülsten, die 
durch tiefe Längsfurchen voneinander getrennt sind, die Decken apikal stär- 
ker ausgeschnitten (die Naht- und die Randecke in vortretende Lappen 
ausgezogen). 

Von mir nach Stücken aus Cochinchina: Baria (Museum Paris) beschrie- 
ben. — Saigon (coll. Pic). 


22. yanoi Matsush. 

Niphona yanoi Matsushita, 1934, Trans. Nat. Hist. Soc. Formosa, XXIV, p. 240. 
Niphona yanoi Gressitt, 1951, Longic., II, p. 455. 

Der pannosa Pasc. nahe stehend, aber etwas breiter, die unteren Augen- 
loben so lang wie die Wangen, der Halsschild unregelmäßig gerunzelt, ohne 
Seitenhöcker, das Schildchen etwas breiter als lang, die apikale Deckenrand- 
ecke in einen langen Dorn ausgezogen, der merklich weiter zurückreicht als 
der apikale Nahtlappen; die Tomentierung reichlicher rostrot untermischt. 
Länge: 18 mm; Breite: 6 mm. 

Von Matsushita nach Stücken von Formosa: Kuraru beschrieben. 


m. reducta Gress. 


Niphona yanoi Matsush. ssp. reducta Gressitt, 1940, Philipp. Journ. Sc., LXXII, 
pp. 141, 144, pl. VII, fig. 4; 1942, Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., Spec. Publ., 
no. 8, p. 21; 1951, Longic. II, p. 455. 


Wie die Stammform, aber die apikale Deckenrandecke in einen kürze- 
ren Dorn ausgezogen, die unteren Augenloben fast zweimal so lang wie die 
Wangen. 

Insel Hainan (Gressitt). 


23. parallela White 

Niphona parallela White, 1858, Ann. Mag. Nat. Hist., (3) II, p. 267. 

Niphona minor Lameere, 1893, Ann. Soc. ent. Fr., LXII, p. 284. 

Niphona parallela Gahan, 1895, Ann. Mus. civ. Genova, XXXIV, p. 65. 

Niphona minuta Pic, 1926, Mel. exot. ent., XLVI, p. 8. 

Niphona minor Gressitt, 1940, Philipp. Journ. Sc., LXXII, pp. 141, 143; pl. IV, 

fig. 3, Lingn. Sc. Journ., XIX, p. 10. 

Niphona parallela + minor Gressitt, 1942, Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., Spec. Publ., 

no. 8, p. 21; 1951, Longic., II, p. 455. 

Sehr langgestreckt. Fühler etwas länger als der Körper, unterseits dicht 
gefranst; das erste Glied birnförmig, das dritte etwas kürzer als das vierte, 
viel länger als das erste. Die unteren Augenloben sehr groß, mehr als vier- 
mal so lang wie die Wangen. Stirn so hoch wie breit und so breit wie einer 
dieser Loben, dicht punktiert. Wangen und Vorderrand des Scheitels 


398 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


schütter und ziemlich fein punktiert. Halsschild mit sieben hohen Längs- 
wülsten, die mit tiefen Längsfurchen abwechseln, seitlich grob punktiert, 
mit je einem kleinen unteren Seitenhöcker nahe dem Vorderrand und je 
einem der Basis genähertem Seitenhöcker. Schildchen kurz und breit, apikal 
verrundet. Decken apikal ziemlich stark ausgeschnitten (die Naht- und die 
Randecke in je einen kurzen spitzigen Lappen ausgezogen), dicht und grob 
punktiert; jede Decke mit einigen leicht erhabenen Längslinien und einer 
schwach ausgebildeten postbasalen Scheibenbeule. Prosternalfortsatz mit 
Höcker an seinem Hinterrand. Mesosternalfortsatz am Vorderrand senkrecht 
abgestutzt. 

Schwarz, durchwegs rotbraun mit hellgrau untermischt tomentiert, die 
hellgraue Pubescenz entlang der Naht und dem Seitenrand der Decken, 
sowie entlang der Mittellinie der Unterseite, dominierend. 

Länge: 10-13 mm; Breite: 3 mm '/>-4 mm. 

Von White nach Stücken aus Indien beschrieben. Halbinsel Malakka: 
Tenasserim, Penang (coll. Lepesme); Birma (Gahan); China: Prov. Yunnan, 
Mongtze (coll. Itzinger — Museum Frey), Hongkong (idem); Cambodja 
(Lameere); Annam, Tonkin (Museum Paris). Minor Lam. und minuta Pic 
sind Synonyme. 


24. malaccensis Breun. 

Niphona malaccensis Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 240. 

Der parallela White nahe stehend, aber der Halsschild grob punktiert 
und gerunzelt, aber ohne regelmäßige Längswülste, das Schildchen mehr 
als zweimal so breit wie lang, die Decken apikal stark ausgeschnitten (die 
Naht- und die Randecke in je einen langen, spitzigen Lappen ausgezogen), 
der Prosternalfortsatz an seinem Vorder- und an seinem Hinterrand senk- 
recht abgestutzt; die Pubescenz etwas heller; auf jeder Decke eine langge- 
streckte, premediane, dunkelbraune Seitenrandmakel. 

Länge: 11—17 mm; Breite: 3 mm '/2-5 mm V. 
Von mir nach Stücken von der Halbinsel Malakka: Penang beschrieben 
(British Museum). — Tonkin: Cao-Bang (Museum Paris), Hoa-Binh, Mts. 


Mauson (coll. Lepesme); Insel Ceylon, Indien: Madras, Punjab (Museum 
Dehra Dun). 


25. chinensis Breun. 
Niphona chinensis Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 240. 
Niphona chinensis Gressitt, 1951, Longic., II, p. 455. 

Der parallela White nahe stehend, aber die unteren Augenloben mehr 
als fünfmal so lang wie die Wangen, der Halsschild grob punktiert und ge- 
runzelt, aber ohne regelmäßige Längswülste, das Schildchen weniger als 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 399 


zweimal so breit wie lang, die apikale Deckennahtecke sowie die Decken- 
randecke in je einen abgerundeten Lappen ausgezogen, der Prosternalfort- 
satz an seinem Hinterrand abgerundet, an seinem Vorderrand senkrecht 
abgestutzt, die Grundtomentierung etwas heller. 

Länge: 12 mm; Breite: 3 mm Vs. 


Von mir nach einem Stück aus China (British Museum) beschrieben. 


26. fuscatrix F. 

Lamia fuscator Fabricius, 1792, Ent. Syst., /2, p. 291; 1801, Syst. El., II, p. 284. 
Ocheutes spinicollis Bates, 1891, Ent., XXIV, Suppl., p. 22. 

Fühler etwas länger als der Körper; das erste Glied kurz, birnförmig, 
das dritte Glied etwas länger als das vierte, merklich länger als das erste. 
Die unteren Augenloben etwas länger als die Wangen. Stirn breiter als 
hoch, dicht punktiert. Wangen und Vorderrand des Scheitels schütter und 
ziemlich fein punktiert. Halsschild dicht und grob punktiert und unregel- 
mäßig gerunzelt, mit je einer ziemlich hohen Scheibenbeule, je zwei langen 
und spitzigen Seitendornen, einem premedianem, unteren schief nach vorn 
gerichtetem und einem der Basis genähertem, sowie je einem gut ausgebil- 
detem oberen Seitenhöcker. Schildchen halbrund. Decken apikal fast gerade 
abgestutzt (die Nahtecke leicht vortretend), ziemlich dicht und sehr fein 
punktiert, jeder Punkt mit winziger Sete am Grund. Auf jeder Decke drei 
kleine, rotbraune Haarfascikel: eines auf der Basismitte, eines an der Naht 
hinter dem Schildchen und eines am Innenrand der Schulterbeule, sowie 
ein großes postbasales Haarfascikel auf der Scheibe. Schienen stark gebo- 
gen, bei den 5 Ö& mit langem, mittlerem Dorn am Innenrand. Das letzte 
Abdominalsegment der 2? mit je einem langen, zahnförmigen Lappen. 
Prosternalfortsatz am Hinterrand mit einem Höcker besetzt. Mesosternal- 
fortsatz mit einem Höcker an seinem Vorderrand. 

Dunkelbraun, rostrot und weißlichgrau marmoriert. Auf jeder Decke 
zwei weißlichgraue Querbinden: eine breite, premediane, die nach der 
Schulterbeule beginnt und schief gegen die Naht zu absteigt, hinter der 
Schulterbeule aber häufig deutlicher ausgebildet ist, und eine ziemlich breite 
postmediane, gewellte. Der Deckenseitenrand im Apikaldrittel weißlich ge- 
franst. Fühlerglieder basal weißlich geringelt. 

Länge: 15-19 mm; Breite: 5-6 mm. 

Von Fabricius nach Stücken aus Indien: Tranquebar beschrieben. — Sa- 
lem, Punjab, Dehra Dun, Kaschmir: Kulu (British Museum und Museum 
Dehra Dun). Spinicollis Bat. ist ein Synonym. 


m. cylindracea White 
Niphona cylindracea White, 1858, Ann. Mag. Nat. Hist., (3) II, p. 268. 
Wie die Stammform, aber die Halsschildscheibenbeulen noch höher, die 


400 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


Seitendorne noch länger, der vordere Seitendorn gerade, mit konvexem 
Hinterrand, die Decken apikal leicht ausgeschnitten (die Nahtecke in einen 
ziemlich breiten Lappen ausgezogen). 

Indien: Punjab, Dehra Dun (Museum Dehra Dun); Tonkin: Bao-Lac 
(coll. Pic); Insel Mauritius (British Museum). 

m. excavata nov. 

Wie die Stammform, aber jede Decke apikal zweimal ausgeschnitten 
(die Naht- und die Randecke in je einen spitzigen Dorn ausgezogen, der 
Apikalrand in der Mitte zwischen diesen beiden Dornen ebenfalls spitzig 
vortretend). 

Typ von Indien: Madras, im Museum von Dehra Dun. 


27. plagiata White (Abb. 1, Fig. 1) 

Niphona plagiata White, 1858, Ann. Mag. Nat. Hist., (3) II, p. 267. 
Niphona plagiata Gahan, 1895, Ann. Mus. civ. Genova, XXXIV, p. 65. 

Fühler etwas kürzer als der Körper, unterseits dicht gefranst, das erste 
Glied kurz, birnförmig, das dritte so lang wie das vierte, viel länger als 
das erste. Die unteren Augenloben um die Hälfte länger als die Wangen. 
Stirn breiter als hoch, schütter und grob punktiert. Wangen und Vorderrand 
des Scheitels schütter und ziemlich fein punktiert. Halsschild außer entlang 
dem Vorderrand grob punktiert, auf der Scheibe mit tiefen Längsfurchen, 
die unregelmäßig mit Längswülsten abwechseln, sowie mit je einem klei- 
nen unteren Seitenhöcker nahe dem Vorderrand. Schildchen kurz und sehr 
breit, apikal abgerundet. Decken von den Schultern ab schmäler werdend, 
apikal ausgeschnitten oder eher stark schief abgestutzt (die Nahtecke in 
einen kleinen Dorn, die Randecke in einen sehr langen Dorn ausgezogen), 
sehr schütter und fein punktiert, apikal lang gefranst; auf jeder Decke eine 
große postbasale Scheibenbeule. Prosternalfortsatz mit Höcker an seinem 
Hinterrand. Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt. 
Mittelschienen gebogen. 

Rotbraun, strohgelb mit etwas rotbraun untermischt tomentiert. Kör- 
perunterseite und Beine größtenteils weißlichgelb tomentiert und mit sehr 
kleinen gelbbraunen Flecken übersät. Auf jeder Decke eine große, lang- 
ovale, dunkelbraune mediane Scheibenmakel, die vorn und seitlich weißlich- 
gelb gerandet ist und nach rückwärts in zwei Längsbinden ausläuft. 

Länge: 15—19 mm; Breite: 5—6 mm. 
Von White nach Stücken von Östindien beschrieben. — Sikkim: Darjeeling 
(coll. Lepesme); Tonkin: Hoa Binh (British Museum). 


28. plagiatoides Breun. 
Niphona plagiatoides Breuning, 1938, Novit. Ent., fasc. VIII, p. 57. 


Der plagiata White nahe stehend, aber die unteren Augenloben zwei- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 401 


Abb. 1: Niphona plagiata White (Fig. 1), Grammoechus bipartitus Rits. (Fig. 2), 
Milothris irrorata F. (Fig. 3), Callimetopus laterivitta Hell. (Fig. 4), Callimetopus 
tagalus Hell. (Fig. 5), Acronia perelegans Westw. (Fig. 6), Aprophata eximia 

Newm. (Fig. 7), Abryna rubeta Pasc. (Fig. 8). 


mal so lang wie die Wangen, die Stirn kaum punktiert, die apikale Decken- 
nahtecke kaum angedeutet, die apikale Deckenrandecke in einen langen, 
dreieckigen Lappen ausgezogen, die postbasale Deckenscheibenbeule mit 
Haaren überlagert; die Deckengrundtomentierung ziemlich stark mit weiß 
untermischt, besonders hinter dem Schildchen und nahe dem Seitenrand vor 
der Mitte; die dunkle Scheibenmakel auf eine schmale Makel reduziert. 
Von mir nach einem Stück von Sumatra (coll. Heyrovsky) beschrieben. 


29. furcata Bat. 
Aelara furcata Bates, 1873, Ann. Mag. Nat. Hist., (4) XII, p. 314. 


Niphona furcata Gressitt, 1942, Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., Spec. Publ., no. 8, 
p. 21; 1951, Longic., II, p. 459. 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 26 


402 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


Der plagiata White nahe stehend, aber die unteren Augenloben so 
lang oder etwas länger als die Wangen, der Halsschild ohne unteren Seiten- 
höcker, die Decken dichter punktiert, apikal noch stärker schief abgestutzt 
(die apikale Randecke in einen noch längeren Dorn ausgezogen), ohne 
dunkle Scheibenmakel. 

Von Bates nach Stücken von Japan: Hiogo beschrieben. — Insel Hondo und 
Shikoku (Matsushita); Formosa (Bates); China: Zikawei (Museum Heude); 
Prov. Szetschuan (Gressitt). 


30. vicina Gah. 

Niphona vicina Gahan, 1895, Ann. Mus. civ. Gen., XXXIV, p. 62. 

Der plagiata White nahe stehend, aber die Stirn kaum punktiert, der 
untere Halsschildseitenhöcker kaum angedeutet, die Halsschildlängswülste 
ziemlich regelmäßig ausgebildet, die Decken apikal gerade abgestutzt, 
dichter und gröber punktiert, ohne dunkle Scheibenmakel; auf jeder Decke 
eine langovale, posthumerale weiße Seitenrandmakel. 

Von Gahan nach Stücken von der Halbinsel Malakka: Tenasserim, 
Thagata beschrieben. — Birma: Ruby Mines (British Museum). 


31. hookeri Gah. 


Niphona hookeri Gahan, 1900, Ann. Mag. Nat. Hist., (7) V, p. 331. 
Niphona hookeri Gressitt, 1939, Lingn. Sc. Journ., XVIII, p. 71; 1940, Philipp. 

Journ. Sc., LXXII, pp. 141, 142; 1942, Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., Spec. 

Publ., no. 1, p. 51, fig. 37; dto, no. 8, p. 142; 1951, Longic., II, p. 455 

Der plagiata White nahe stehend, aber die Stirn schmäler, sehr fein 
punktiert, der Halsschild ohne unteren, vorderen Seitenhöcker, die Decken 
länger, im Basaldrittel dichter punktiert, apikal fast gerade abgestutzt, die 
Mittelschienen stärker gebogen, die Decken ohne dunkle Scheibenmakel. 
Von Gahan nach Stücken von der Insel Hainan, den Andamanen und 
Sikkim beschrieben. — Tonkin: Hagiang (Museum Paris), Hoa-Binh (coll. 
Lepesme); Laos (coll. Itzinger - Museum Frey). 


32. borneensis Breun. 

Niphona borneensis Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 240. 

Der plagiata White nahe stehend, aber die Stirn schmäler, sehr fein 
punktiert, der Halsschild fast nicht punktiert, aber mit tiefen, schiefen 
Furchen versehen, ohne unteren, vorderen Seitenhöcker, die Decken apikal 
weniger schief abgestutzt (die Randecke nur schwach vortretend), die Mittel- 
schienen stärker gebogen; die Decken ohne dunkle Scheibenmakel. 

Länge: 18 mm; Breite: 6 mm. 
Von mir nach einem Stück von Borneo: Kuching (Museum Sarawak) be- 
schrieben. — Philippinen: Insel Luzon (coll. Itzinger -— Museum Frey). 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 403 


33. longesignata Pic 
Niphona longesignata Pic, 1936, Echange, LII, no. 466, p. 31. 

Der plagiata White nahe stehend, aber die Fühler um ein Viertel län- 
ger (Ö) oder etwas kürzer (P) als der Körper, das elfte Glied in beiden Ge- 
schlechtern apikal einwärts gebogen, immerhin stärker bei den 56; die 
unteren Augenloben so lang wie die Wangen, die Stirn höher als breit, kaum 
punktiert, der Halsschild sehr breit; die Decken apikal schmal abgestutzt 
(die Nahtecke in einen Lappen ausgezogen, die Randecke deutlich ausgebil- 
det), jede mit einem ziemlich langen und feinen, mäßig hohen postbasalen 
Scheibenlängskamm; die Mittelschienen stark gebogen und apikal bei den 
ö 6 verbreitert, die Tomentierung abweichend. 

Braun, strohgelb tomentiert, der mittlere Deckennahtteil weißlich to- 
mentiert; auf jeder Decke überdies eine posthumerale weißliche Seitenrand- 
makel, eine ziemlich große braune, ovale, bis zum Hinterrand des Längs- 
kammes reichende, nach rückwärts leicht gegen die Naht zu gerichtete Makel 
und in der rückwärtigen Hälfte eine braune Längsbinde nahe der Naht, die 
sich nach rückwärts immer mehr verbreitert, um den ganzen Apikalteil zu 
decken. 

Länge: 23-28 mm; Breite: 8-10 mm !/». 
Von Pic nach Stücken von Tonkin: Hoa-Binh beschrieben. 


34. princeps Gah. 
Niphona princeps Gahan, 1895, Ann. Mus. civ. Genova, XXXIV, p. 63, pl. I, fig. 11. 
Der plagiata White nahe stehend, aber das dritte Fühlerglied etwas 
länger als das vierte, die unteren Augenloben sechs bis achtmal so lang wie 
die Wangen, die Stirn höher als breit, der Halsschild, außer entlang seinem 
Vorderrand, dicht und sehr grob punktiert und gerunzelt, ohne Längswülste, 
die Decken schütterer punktiert, jede apikal in einen einzigen spitzigen 
Lappen ausgezogen, mit zwei postbasalen Haarfascikeln, dessen zweiter 
klein ist und am Innenrand der Schulterbeule liegt; die Decken viel dunkler, 
fast durchwegs braun tomentiert; strohgelb verbleiben bloß eine große drei- 
eckige Basalmakel, die von einer Schulter zur anderen reicht, eine große 
rhomboidale postmediane Makel, die jederseits die Scheibenmitte überragt 
und, auf jeder, eine dreieckige premediane Seitenrandmakel. 
Länge: 21-27 mm; Breite: 7!/2-9 mm. 
Von Gahan nach Stücken von Birma: Monts Carin beschrieben. 


35. batesi Gah. 
Niphona batesi Gahan, 1895, Ann. Mus. civ. Genova, XXXIV, p. 63. 

Wie princeps Gah., aber die beiden postbasalen Haarfascikel kaum 
ausgebildet, die strohgelben Deckenzeichnungen weiter ausgebreitet, die 
dreieckige Basalmakel von der premedianen Seitenrandmakel nur durch 


404 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


einen schmalen Raum geteilt, die postmediane gemeinsame Nahtmakel auf 
jeder Decke durch eine Querbinde ersetzt, die schief gegen den Seitenrand 
absteigt. 

Länge: 23-28 mm; Breite: 8-9 mm. 

Von Gahan nach Stücken von Birma: Monts Carin beschrieben. 


36. ornata Gah. 

Niphona ornata Gahan, 1895, Ann. Mus. civ. Genova, XXXIV, p. 64. 

Fühler etwas länger als der Körper, unterseits dicht gefranst, das erste 
Glied kurz, birnförmig, das dritte so lang wie das vierte, viel länger als 
das erste. Die unteren Augenloben so lang wie die Wangen. Stirn breiter als 
hoch, sehr fein punktiert. Wangen und Vorderrand des Scheitels schütter 
und ziemlich fein punktiert. Halsschild außer entlang des Vorderrandes, grob 
punktiert, auf der Scheibe wenig tief gerunzelt, mit je einem kleinen, unteren 
Seitenhöcker nahe dem Vorderrand. Schildchen halbrund. Decken fast 
parallel, apikal fast gerade abgestutzt, fein und sehr schütter punktiert, api- 
kal gefranst. Auf jeder Decke eine sehr hohe, postbasale Scheibenbeule. 
Prosternalfortsatz am Hinterrand mit einem Höcker. Mesosternalfortsatz an 
seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt. Mittelschienen gebogen. 

Rotbraun, strohgelb, mit etwas rotbraun untermischt, tomentiert. Kör- 
perunterseite und Beine größtenteils weißlichgelb tomentiert und mit sehr 
kleinen braungelben Flecken übersät. Auf jeder Decke eine große, mediane 
quere, dunkelbraune Scheibenmakel, deren Vorderrand leicht gegen die 
Naht geneigt ist. 

Länge: 12-16 mm; Breite: 5-6 mm. 
Von Gahan nach Stücken von Birma: Monts Carin beschrieben. — Assam: 


Shillong. 


37. ornatoides Breun. 

Niphona ornatoides Breuning, 1938, Nov. Ent., fasc. VIII, p. 57. 

Der ornata Gah. nahe stehend, aber die Decken apikal sehr schief ab- 
gestutzt (die Nahtecke in einen kleinen Dorn ausgezogen, die Randecke in 
einen langen, dreieckigen Lappen ausgezogen), die postbasale Scheibenbeule 
weniger hoch, von Haaren überdeckt. 

Länge: 21 mm; Breite: 7 mm. 
Von mir nach einem Stück von Sumatra (coll. Heyrovsky) beschrieben. 


38. stoetzneri Breun. 
Niphona stoetzneri Breuning, 1938, Nov. Ent., fasc. VIII, p. 57. 
Niphona stoetzneri Gressitt, 1942, Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., Spec. Publ., no. 8, 
p. 21; 1951, Longic., IL, p. 459. 
Der ornata Gah. nahe stehend, aber schmäler, der Halsschild weniger 
gerunzelt, die Decken sehr fein punktiert, apikal sehr schief abgestutzt (die 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 405 


Nahtecke in einen kleinen Dorn ausgezogen, die Randecke in einen langen, 
dreieckigen Lappen ausgezogen), die postbasale Scheibenbeule weniger 
hoch, dicht mit Haaren überlagert; die Decken mit einer dunkelbraunen, 
gemeinsamen Nahtmakel, deren Vorderrand in der Deckenmitte liegt und 
die seitwärts die Scheibenmitte nicht überragt. 


Von mir nach einem Stück von China: Prov. Szetschuan, Kwanshien (coll. 
Heyrovsky) beschrieben. 


39. lutea Pic 
Falsoniphona lutea Pic, 1925, Mel. exot. ent., XLIV, p. 27. 

Fühler etwas länger als der Körper, unterseits dicht gefranst; das erste 
Glied kurz, birnförmig, das dritte viel kürzer als das vierte, etwas länger 
als das erste. Die unteren Augenloben so lang wie die Wangen. Stirn breiter 
als hoch. Kopf und die Seitenteile der Halsschildscheibe fein punktiert. Hals- 
schild mit kleinem unteren Seitenhöcker nahe dem Vorderrand. Schildchen 
ziemlich breit, apikal abgerundet. Decken apikal sehr schief abgestutzt (die 
Nahtecke wenig vortretend, die Randecke in einen langen Dorn ausgezogen), 
durchwegs ziemlich dicht und fein punktiert, jeder Punkt mit winziger Sete 
am Grund. Auf jeder Decke eine stumpfe postbasale Scheibenbeule, die von 
einem sehr kleinen, dunkelbraunen Haarfascikel überlagert wird. Proster- 
nalfortsatz gleichmäßig verrundet. Mesosternalfortsatz an seinem Vorder- 
rand schief abgestutzt. Beine sehr kurz. 


Dunkelbraun, ockergelb tomentiert. Auf der Halsschildscheibe eine 
zweilappige, zuweilen wenig deutliche weiße Makel. Auf jeder Decke zwei 
weiße, durch kleine rotbraune Flecken unterbrochene Längsbinden: eine an 
der Naht, die andere am Seitenrand, hinter der Schulterbeule ziemlich breit 
beginnend und nach rückwärts schmäler werdend bis zum Beginn des Api- 
kalviertels reichend. Mittelteil der Sterna und der Abdominalsegmente so- 
wie die Unterseite der Beine weißlich tomentiert. Die vier ersten Fühler- 
glieder mit weißlichen Flecken übersät. 


Länge: 9-13 mm; Breite: 2!/2-3°/ı mm. 


Von Pic nach Stücken von Tonkin beschrieben. — China: Hongkong (Museum 
Stockholm) 


40. lateralis White 


Niphona lateralis White, 1858, Ann. Mag. Nat. Hist., (3) II, p. 267. 
Camptocnema lateralis Thomson, 1864, Syst. Cer., p. 54. 
Camptocnema lateralis Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, p. 532. 
Aelara variolosa Pascoe, 1878, Ann. Mag. Nat. Hist., (5) II, p. 375. 


Mylothris bimaculatus Brongniart, 1892, Nouv. Arch. Mus. Paris (3) III, p. 252, 
pPEDCHe. 11. 


406 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


Fühler um ein Viertel länger (ö) oder etwas kürzer (?) als der Körper, 
unterseits dicht gefranst; das erste Glied kurz, birnförmig, das dritte so lang 
wie das vierte, viel länger als das erste, das elfte apikal bei den 56 stark 
einwärts gekrümmt. Die unteren Augenloben merklich länger als die Wan- 
gen. Stirn breiter als hoch. Kopf ziemlich schütter und ziemlich grob punk- 
tiert. Halsschild auf den Seitenteilen der Scheibe grob punktiert und gerun- 
zelt, in der Mittelregion mit drei tiefen Längsfurchen, seitlich ohne Höcker. 
Schildchen kaum breiter als lang. Decken apikal gerade abgeschnitten (die 
Naht- und die Randecke in je einen kurzen Dorn ausgezogen), ziemlich dicht 
und eher grob punktiert, jeder Punkt mit winziger Sete am Grund. Proster- 
nalfortsatz an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt. Mesosternalfortsatz 
an seinem Vorderrand mit vortretendem Höcker. Hinterschienen der ö ö sehr 
stark gebogen und apikal erweitert. 


Schwarz, braun bis ockergelb tomentiert. Auf jeder Decke eine große 
runde oder viereckige, posthumerale weiße Seitenrandmakel, die Punkte auf 
den Decken von je einem kleinen schwarzen Hof umgeben. Mittelteil der 
Sterna und der Abdominalsegmente weißlichgrau tomentiert. Fühlerglieder 
vom dritten ab basal weißlichgrau geringelt. 

Länge: 17-22 mm; Breite: 6-8 mm. 

Von White nach Stücken von Indien: Silhet beschrieben. — Assam: Khasi 
Hills; Andamanen, Siam, Cochinchina (British Museum und Museum Paris; 
Birma: Caren Hills (Museum Mailand). Variolosa Pasc. und bimaculatus 
Brongn. sind Synonyme. 


41. alboplagiata Breun. 

Niphona alboplagiata Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 441. 

Der lateralis White nahe stehend, aber die Wangen mehr als zweimal 
so lang wie die unteren Augenloben, die Stirn grob punktiert und gerunzelt, 
der Halsschild gröber und unregelmäßig gerunzelt auch im Mittelteil, das 
Schildchen breiter, die Decken apikal ausgeschnitten (die Nahtecke in einen 
abgerundeten Lappen, die Randecke in einen längeren Dorn ausgezogen); 
die posthumerale Deckenmakel weniger regelmäßig geformt. 

Länge: 21 mm; Breite: 7 mm. 
Von mir nach einem Stück von Laos (British Museum) beschrieben. 


42. laterialba Breun. 

Niphona laterialba Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 241. 

Der lateralis White nahe stehend, aber die Fühler so lang wie der Kör- 
per, die unteren Augenloben so lang wie die Wangen, auf dem Mittelteil 
der Halsschildscheibe bloß eine tiefe Längsfurche, die Decken etwas weniger 
grob punktiert, apikal kräftig schief ausgeschnitten (die Randecke in einen 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 407 


spitz dreieckigen Lappen ausgezogen) und die Tomentierung abweichend. 

Dunkelrotbraun, ockergelb, auf den Decken weißlich untermischt, to- 
mentiert. Auf jeder Decke überdies eine weiße Seitenrandlängsbinde, die 
nach der Schulter beginnt und bis etwas über die Deckenmitte zurückreicht. 
Der Mittelteil der Sterna und der Abdominalsegmente weißlich tomentiert. 

Von mir nach einem Stück von Annam: Langkion Peaks, 2000-2500 m 
alt. (British Museum) beschrieben. — China: Prov. Szetschuan; Tonkin: 
Chapa. 


43. albolateralis Pic 
Niphona albolateralis Pic, 1926, Mel. exot. ent., XLVI, p. 8. 
Der lateralis White nahe stehend, aber schmäler, die Fühler so lang 


wie der Körper, die unteren Augenloben kürzer, quer, aber ebenfalls 
merklich länger als die Wangen, die mittlere Halsschildlängsfurche breiter 
und tiefer, je ein gut ausgebildeter oberer premedianer Seitenhöcker vor- 
handen, die Decken besonders in ihrer rückwärtigen Hälfte schütterer punk- 
tiert, apikal stark ausgeschnitten (die Naht- und die Randecke in je einen 
langen Dorn ausgezogen); auf jeder Decke an Stelle der posthumeralen 
Makel mit einer weißen Seitenrandlängsbinde, die von der Basis bis zum 
Ende des Basaldrittels reicht, sowie eine schmale langovale, postmediane 
gelbliche Scheibenmakel. 

Länge: 16 mm; Breite: 4 mm !/2, 

Von Pic nach Stücken von Laos: Louang Prabang beschrieben. 


44. plagifera Auriv. 

Camptocnema »lagifera Aurivillius, 1924, Ark. f. Zool., XVIV/A, no. 12, p. 15, 
fig. 138. 
Der lateralis White nahe stehend, aber etwas kürzer, die Fühler so lang 


wie der Körper (P), der Halsschild im Mittelteil ohne tiefe Längsfurchen, die 
Decken besonders in der rückwärtigen Hälfte weniger grob punktiert, die 
apikale Nahtecke weniger vortretend; die posthumerale weiße Deckenmakel 
weniger regelmäßig geformt, vorn und rückwärts ausgeschnitten. 

Länge: 15-21 mm; Breite: 5-7 mm. 

Von Aurivillius nach Stücken von Java: Soekaboemi, Preanger beschrieben. 


45. hepaticolor Hell. 
Mylothris hepaticolor Heller, 1923, Deutsch. ent. Zs., p. 422. 
Der lateralis White nahe stehend, aber etwas breiter, die Fühler so lang 


wie der Körper, die unteren Augenloben kürzer, ungefähr so lang wie die 
Wangen, der Kopf und der Halsschild fein punktiert, letzterer ohne tiefe 
Scheibenlängsfurchen, aber mit je einer großen, stumpfen Scheibenbeule; 
die Decken apikal weniger abgestutzt (die Randecke abgerundet), viel feiner 
punktiert und die Tomentierung abweichend. 


408 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


Rotbraun. Stirn, Scheitel, Decken, eine Mittellängsbinde auf den Sterna 
und den Abdominalsegmenten, sowie alle Schenkel grau tomentiert; sonst, 
die Fühler eingeschlossen ockergelb ins rötliche ziehend tomentiert. Auf den 
Decken eine sehr kurze ockergelb-rötliche gemeinsame Nahtmakel, die jeder- 
seits bis zur Schulterbeule reicht und auf jeder eine langovale weiße Seiten- 
randmakel, die auswärts der Schulterbeule kurz nach der Basis beginnt und 
bis etwas über die Mitte zurückreicht. 

Länge: 11!/a-16 mm; Breite: 31/3-5 mm. 
Von Heller nach einem Stück von den Philippinen: Insel Mindanao, Dapitan 
beschrieben. — Molukken (Museum München); Borneo, Java (Museum 

Sarawak). 


46. micropuncticollis Breun. & Chujo 


Niphona micropuncticollis Breuning & Chujo, 1961, Nature and Life in Southeast 

Asia, I, p. 344, pl. IX, fig. 6. 

Fühler merklich kürzer als der Körper (9), das dritte Glied kürzer als 
das vierte, merklich länger als das erste. Die unteren Augenloben zweimal 
so lang wie die Wangen. Kopf und Halsschild dicht und eher fein punktiert. 
Halsschild mehr als zweimal so breit wie lang, mit je drei, der Mittellinie 
genäherten, kleinen stumpfen Höckern. Decken dicht und eher grob punk- 
tiert, apikal schief abgestutzt, von den Schultern ab verschmälert. 

Dunkelrotbraun, rotbraun tomentiert. Auf jeder Decke eine breite weiße 
posthumerale Seitenrandmakel, eine wenig deutliche, weiße postmediane 
Scheibenmakel und eine kleine schwarze basale Seitenrandmakel. Der Mittel- 
teil der Abdominalsegmente gelbbraun tomentiert. Beine und Fühler weiß- 
lich marmoriert. 

Länge: 11!/a mm; Breite: 3%/a mm. 


Von Chujo und mir nach einem Stück von Thailand: Chieng-Mai beschrieben. 


47. lateraliplagiata Breun. 
Niphona lateraliplagiata Breuning, 1943, Atti Soc. ital. Sc. Nat., LXXXII, p. 49. 

Fühler etwas länger als der Körper, unterseits dicht gefranst; das erste 
Glied kurz, birnförmig, das dritte so lang wie das vierte, viel länger als das 
erste. Die unteren Augenloben halb so lang wie die Wangen. Stirn breiter 
als hoch. Kopf durchwegs ziemlich grob punktiert. Halsschild sehr grob 
punktiert und gerunzelt, mit je einer der Mittellinie genäherten, breiten und 
tiefen Längsdepression, die in der Mitte unterbrochen ist, je einem kleinen 
unteren Seitenhöcker nahe dem Vorderrand und je einem gut ausgebildeten 
kleinen oberen Seitenhöcker. Schildchen sehr breit, apikal verrundet. Decken 
apikal schief abgestutzt (die Naht- und die Randecke spitzig, die Nahtecke 
stärker vortretend), durchwegs sehr dicht und grob punktiert. Prosternal- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 409 


fortsatz gleichmäßig verrundet. Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand 
schief abgestutzt. 

Schwarz, rotbraun tomentiert. Auf jeder Decke eine große, viereckige, 
posthumerale weiße Seitenrandmakel. Der Mittelteil der Sterna und der 
Abdominalsegmente und die Beine mit Ausnahme der Dorsalfläche der 
Schenkel strohgelb tomentiert. Fühlerglieder vom vierten ab basal gelblich 
tomentiert. 

Länge: 20 mm; Breite: 6 mm. 
Von mir nach einem Stück von Birma: Monts Carin, Biltan (Museum Mai- 
land) beschrieben. — Tonkin: Bao-Lac (coll. Lepesme). 


48. dessumi Breun. 

Niphona (s.s.) dessumi Breuning, 1961, Bull. Mus. Nat. d’Hist. Nat., (2. ser.), 

XXXII, p. 538. 

Fühler viel kürzer als der Körper (P), unterseits kaum gefranst; das erste 
Glied kurz und dick, das dritte so lang wie das vierte, viel länger als das 
erste, das vierte fast zweimal so lang wie eines der weiteren. Die unteren 
Augenloben etwas kürzer als die Wangen. Stirn breiter als hoch, ziemlich 
dicht und fein punktiert, der Mittelteil des Scheitels ziemlich grob punktiert 
und gerunzelt. Halsschild dicht und grob punktiert und unregelmäßig ge- 
runzelt, mit je einem nur sehr kleinem unteren Seitenhöcker nahe dem Vor- 
derrand. Schildchen halbrund. Decken im Apikalviertel stark verschmälert, 
apikal zugespitzt (die Randecke nicht angedeutet, die Nahtecke einen schma- 
len, stark vortretenden Lappen bildend), sehr dicht und grob punktiert und 
mit kleinen Körnern übersät, die jede von einer sehr kleinen, schief abstehen- 
den Sete überragt wird. Prosternalfortsatz an seinem Hinterrand senkrecht 
abgestutzt. Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand mit vortretendem 
Höcker. 

Schwarz, strohgelb tomentiert. Stirn, Wangen und einige Längsbinden 
auf dem Scheitel weißlich tomentiert. Halsschildscheibe und Decken weißlich 
gesprenkelt. Auf jeder Decke eine große, langovale premediane weiße Sei- 
tenrandmakel. Das dritte die drei vorderen Viertel des vierten Gliedes und 
die äußerste Basis der Glieder fünf bis acht weißlich tomentiert, das Apikal- 
viertel des vierten Gliedes, die Glieder fünf bis acht außer basal und die 
Glieder neun bis elf dunkelbraun tomentiert. 

Länge: 12 mm; Breite: 3%/ı mm. 
Von mir nach einem Stück von Annam: Blao (Museum Paris) beschrieben. 


49. Junulata Pic 
Camptocnema lunulata Pic, 1926, Mel. exot. ent., XLVI, p. 8. 

Ziemlich schmal. Fühler um ein Viertel länger als der Körper (Ö), unter- 
seits dicht gefranst; das erste Glied kurz, birnförmig, das dritte so lang wie 


410 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


das vierte, viel länger als das erste. Die unteren Augenloben viel kürzer als 
die Wangen. Stirn breiter als hoch, dicht punktiert. Wangen und Vorderrand 
des Scheitels schütter und ziemlich fein punktiert. Halsschild dicht und grob 
punktiert und unregelmäßig gerunzelt, mit tiefer, vorn verkürzter Mittel- 
längsfurche, je einer stumpfen Scheibenbeule und je einem der Basis genä- 
herten Seitenhöcker. Schildchen halbrund. Decken apikal ausgeschnitten (die 
Nahtecke in einen vortretenden Lappen ausgezogen, die Randecke verrun- 
det), durchwegs wenig dicht und ziemlich grob punktiert, jeder Punkt mit 
winziger Sete am Grund; auf jeder Decke ein kurzer, mäßig hoher postba- 
saler Scheibenlängskamm. Prosternalfortsatz an seinem Hinterrand senkrecht 
abgestutzt. Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand mit einem Höcker 
versehen. Vorderschienen der öÖ stark gebogen und mit zahnförmigem 
Höcker am Innenrand. 

Schwarz, hellgrau, mit rostrot untermischt tomentiert. Decken, Schenkel 
und Schienen mit kleinen schwarzen Flecken übersät. Auf jeder Decke eine 
große langgestreckte, weiße Seitenrandmakel, die vom Hinterrand der 
Schulterbeule bis etwas über die Deckenmitte reicht, innen stark ausgezackt 
ist und seitwärts zweigelappt und schwarz eingefranst ist, sowie eine runde 
schwarze Makel am Innenrand der Schulterbeule. Das Apikaldrittel der 
Schienen und die Tarsen schwarz tomentiert. Die Fühlerglieder vom dritten 
ab, basal und apikal weißlich geringelt. 

Länge: 15-17 mm; Breite: 5--9'/2 mm. 
Von Pic nach Stücken von Laos beschrieben. — Tonkin: Chapa (coll. Pic). 


2. Sg. Hammatoniphona Pic 
Hammatoniphona Pic, 1936, Echange, LII, no. 466, p. 31. 

Die Vorderhüften der ö ö mit je einem langen gebogenen Dorn ver- 
sehen. 


50. longicornis Pic 
Camptocnema longicornis Pic, 1926, Mel. exot. ent., XLVI, p. 8. 
Niphona thibetana Gressitt, 1951, Longic., II, pp. 455, 457, pl. XVII, fig. 5. 
Fühler mehr als um die Hälfte länger (5) oder etwas länger (?) als der 
Körper, das dritte Glied etwas kürzer als das vierte, länger als das erste. Die 
unteren Augenloben so lang wie die Wangen. Stirn breiter als hoch. Hals- 
schild quergerunzelt, auf der Scheibenmitte mit drei Längsfurchen, die durch 
zwei hohe Längswülste getrennt werden und mit je einem unteren Seiten- 
höcker nahe dem Vorderrand. Schildchen trapezförmig. Decken sehr grob 
punktiert, apikal schief abgestutzt (die Randecke in einen Dorn ausgezogen). 
Prosternalfortsatz verrundet. Mesosternalfortsatz mit mittlerem Höcker. Mit- 
telschienen der ö ö mit einem Mittelhöcker am Innenrand. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 411 


Schwarz, grau, mit gelblich untermischt tomentiert. Auf jeder Decke 
eine weiße Seitenrandlängsbinde, die bald hinter der Schulter beginnt und 
bis zum Beginn des Apikaldrittels reicht und nahtwärts immer undeutlicher 
wird. 

Länge: 181/e-20 mm; Breite: 6-61/2 mm. 
Von Pic nach Stücken aus Tonkin: Pho-vi beschrieben. — Nach der Beschrei- 
bung zu urteilen ist thibetana Gress. (nach einem Stück aus Westchina 


beschrieben) ein Synonym. 


3. Mimoniphona Breun. 


Mimoniphona Breuning, 1940, Fol. zool. hydrob., X, p. 419. 

Langgestreckt. Fühler mäßig dick, merklich kürzer als der Körper, unter- 
seits gefranst; das erste Glied kurz und sehr dick, gekeult, das dritte merk- 
lich länger als das vierte, viel länger als das erste. Fühlerhöcker weit ausein- 
anderstehend, nicht vortretend. Augen grob facettiert, unterteilt, die unteren 
Loben quer. Stirn höher als breit. Halsschild quer, gewölbt, mit vier Quer- 
furchen (zwei vorderen und zwei rückwärtigen), je einem großen lappen- 
förmigen, unteren Seitenhöcker nahe dem Vorderrand und je einem stumpf 
konischen rückwärtigen Seitenhöcker. Decken lang, parallel, gewölbt, etwas 
breiter als der Halsschild, apikal breit verrundet, mit Haarfascikeln besetzt. 
Kopf rückziehbar. Prosternalfortsatz an seinem Hinterrand senkrecht abge- 
stutzt. Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt. Me- 
tasternum von normaler Länge. Beine kurz, kräftig, die Schenkel gekeult. 


Typ: fasciculata Breun. Eine Art. 
1. fasciculata Breun. 


Mimoniphona fasciculata Breuning, 1940, Fol. zool. hydrob., X, p. 420. 

Die unteren Augenloben um die Hälfte länger als die Wangen. Kopf 
schütter und fein punktiert. Der Halsschildmittelteil (innerhalb der zweiten 
vorderen und der ersten rückwärtigen Querfurche grubig punktiert und ge- 
runzelt. Schildchen viereckig, zweimal so breit wie lang. Decken durchwegs 
dicht und grob punktiert; jede mit zahlreichen schwarzen Haarfascikeln, von 
denen fünf auf jeder Decke stärker hervortretend: eines an der Naht hinter 
dem Schildchen, ein postbasales sehr großes auf der Scheibe, eines am Innen- 
rand der Schulterbeule und zwei am Beginn des Apikalviertels, wovon das 
seitliche etwas hinter dem anderen liegt. 

Rötlich, gelbbraun tomentiert. Scheitel mit je einer langgestreckten 
dunkelbraunen Makel. Jede Decke mit drei, ziemlich breiten rotbraunen, 
teilweise von kleinen dunkelbraunen Flecken umsäumten Querbinden: eine 
basale, eine leicht gegen die Naht zu ansteigende mittlere und eine apikale. 


412 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


Körperunterseite und Beine mit sehr zahlreichen kleinen braunen Flecken 

übersät. Fühler rotbraun tomentiert, die Glieder vom dritten ab basal gelb 

tomentiert. 

Länge: 15 mm; Breite: 51/2 mm. 

Von mir nach einem Stück von Süd-Indien: Kodai Kanal (coll. Tippmann) 
beschrieben. 


4. Nipholophia Gress. 


Nipholophia Gressitt, 1951, Longic., II, pp. 452, 458. 

Langgestreckt. Fühler mäßig dünn, merklich kürzer als der Körper, das 
erste Glied mäßig lang und wenig dick, das dritte so lang wie das vierte, 
etwas länger als das erste. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, kaum vor- 
tretend. Augen grob facettiert, unterteilt, die unteren Loben quer. Halsschild 
quer, seitlich leicht verrundet mit je einer der Mittellinie stark genäherten 
tiefen Längsfurche. Decken mehr als dreimal so lang wie der Kopf und der 
Halsschild zusammengenommen, merklich breiter als der Halsschild, apikal 
verrundet, mit je einem leicht erhabenen kurzen basalen Scheibenlängskamm 
und einer stumpfen, den Seitenrand etwas überragenden Beule am Beginn 
des Apikalviertels. Kopf rückziehbar. Prosternalfortsatz an seinem Hinter- 
rand senkrecht abgestutzt. Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand senk- 
recht abgestutzt. Metasternum von normaler Länge. Beine mäßig lang, die 
Schenkel kaum gekeult, die Tarsen lang. 


Typ: chujoi Gress. Eine Art. 


1. chujoi Gress. 


Nipholophia chujoi Gressitt, 1951, Longic., II, p. 458, pl. XVIII, fig. 7. 

Das erste Fühlerglied fein punktiert, das vierte fast zweimal so lang wie 
das fünfte. Die unteren Augenloben etwas länger als die Wangen. Kopf 
schütter und mäßig fein punktiert. Halsschild grob gerunzelt. Schildchen 
trapezförmig. Decken basal gekörnt punktiert, danach ziemlich grob punk- 
tiert. Abdomen und Beine fein punktiert. 

Schwarzbraun, gelbbraun mit weißlich untermischt tomentiert. Decken 
ockergelb mit weißlich untermischt tomentiert, basal undeutlich braun ge- 
fleckt. Unterseite braun mit weißlich untermischt tomentiert, Abdomen viel- 
fach ockergelb tomentiert. Fühler hellbraun und weiß marmoriert, letztere 
Färbung auf den Gliedern vier bis sechs vorherrschend, die Glieder sieben 
bis neun basal und apikal, die Glieder zehn und elf bloß apikal weiß ge- 
ringelt. 

Länge: 11!/3 mm; Breite: 4 mm. 
Von Gressitt nach einem Stück von Formosa: Musha, 1000 m alt., beschrieben. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 413 


5. Paretaxalus Breun. 


Paretaxalus Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 246. 

Sehr langgestreckt, zylindrisch. Fühler ziemlich dick, unterseits gefranst 
ab dem zweiten Glied; das erste wenig lang und ziemlich dick, das dritte 
viel länger als das vierte oder das erste. Fühlerhöcker weit auseinanderste- 
hend, kaum vortretend. Augen ziemlich grob facettiert, unterteilt, die unte- 
ren Loben quer. Stirn breiter als hoch. Halsschild so lang wie breit oder quer, 
stark gewölbt, mit vier feinen Querfurchen, zwei vorderen und zwei rück- 
wärtigen und je einem, kaum angedeuteten unteren seitlichen Höcker nahe 
dem Vorderrand. Decken lang, parallel, gewölbt. Kopf nicht rückziehbar. 
Prosternalfortsatz ziemlich breit, etwas niedriger als die Hüften, verrundet. 
Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt. Metaster- 
num von normaler Länge. Beine wenig lang, kräftig, die Schenkel gekeult. 


Typ: sandacanus Breun. Zwei Arten. 
1. Jede Decke apikal in einen spitzigen Lappen ausgezogen ......oo 
mucronatus Schwarz. 
— Decken apikal nicht in einen Lappen ausgezogen. ........ sandacanus Breun. 
1. sandacanus Breun. 
Paretaxalus sandacanus Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 246. 
Fühler die Deckenmitte wenig überragend, unterseits dicht gefranst; 


das erste Glied ziemlich dicht und sehr grob punktiert. Die unteren Augen- 
loben so lang wie die Wangen. Der Mittelteil des Scheitels sehr grob punk- 
tiert. Halsschild so lang wie breit, dicht und grob grubig punktiert und 
gekörnt. Schildchen sehr breit, apikal abgerundet. Decken auf der Basis und 
auf den Schultern sehr dicht gekörnt, danach sehr dicht und grob punktiert 
(die Punkte apikalwärts etwas weniger grob), apikal fast gerade abgestutzt 
(die Nahtecke kaum vortretend). 

Rotbraun, durchwegs strohgelb tomentiert, die Tomentierung wenig 
dicht auf den Decken. Die Schläfen, auf den Decken die Basis und eine 
wenig breite postmediane Querbinde weißlichgrau tomentiert. 

Länge: 17 mm; Breite: 5'/2 mm. 
Von mir nach einem Stück von Borneo: Sandakan (British Museum) be- 
schrieben. 


2. mucronatus Schwarz. 


Niphona mucronata Schwarzer, 1931, Senckenberg, XIII, p. 207, fig. 20. 

Fühler die Deckenmitte etwas überragend, unterseits mäßig dicht ge- 
franst, das erste Glied ziemlich dicht und sehr grob punktiert. Die unteren 
Augenloben merklich länger als die Wangen. Der Mittelteil des Scheitels 
sehr grob punktiert. Halsschild quer, basal dreigelappt, mit Grübchen über- 


414 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


deckt und gekörnt. Schildchen halbrund. Decken vor der Mitte leicht nieder- 
gedrückt, im Basaldrittel mit hohen Körnern übersät, danach sehr dicht und 
grob punktiert (die Punkte apikalwärts etwas weniger grob werdend), jede 
apikal in einen langen spitzigen Lappen ausgezogen. 

Braun, strohgelb tomentiert. Auf jeder Decke zwei ziemlich große, 
undeutliche weißlichgelbe, dem Seitenrand genäherte Flecken: ein preme- 
dianer und ein postmedianer. Das vierte Fühlerglied, außer apikal, weißlich 
tomentiert, der Apikalteil dieses Gliedes und alle weiteren Glieder dunkel- 
rotbraun tomentiert. 

Länge: 16 mm; Breite: 4!/a mm. 
Von Schwarzer nach Stücken von Borneo: Long Petak beschrieben. 


6. Acanthetaxalus Breun. 

Acanthetaxalus Breuning, 1960, Zs. d. Arbeitsgem. österr. Entomol., XI, p. 133. 

Sehr langgestreckt. Fühler wenig fein, unterseits wenig dicht und sehr 
kurz gefranst, die Deckenmitte kaum überragend; das erste Glied sehr kurz 
und dick, mit vortretendem Mittelhöcker auf der Dorsalfläche, das dritte 
mehr als zweimal so lang wie das vierte, oder das erste, das vierte viel länger 
als eines der weiteren Glieder. Fühlerhöcker ziemlich weit auseinanderste- 
hend, stark vortretend. Augen fein facettiert, unterteilt, die unteren Loben 
quer. Stirn groß, flach, viereckig. Halsschild länger als breit, stark gewölbt, 
basal dreigelappt, seitlich leicht verrundet, jederseits der Mittellinie am 
Vorderrand mit einem nach vorn gerichteten Haarfascikel. Decken sehr lang, 
stark gewölbt, parallel, kaum breiter als der Halsschild, vor dem Apikalende 
plötzlich stark abfallend, apikal ausgerandet (die Nahtecke in einen kurzen 
Lappen, die Randecke in einen langen, schmalen, apikal abgestumpften Lap- 
pen ausgezogen); jede Decke mit zwei preapikalen Diskalhöckern, die neben- 
einander gelagert sind. Kopf nicht rückziehbar. Prosternalfortsatz schmal, 
niedriger als die Hüften, regelmäßig verrundet. Mesosternalfortsatz schmal. 
nach vorn allmählich abfallend. Metasternum von normaler Länge. Mittel- 
hüfthöhlen offen. Beine kurz und kräftig, die Schenkel stark gekeult, die 
Mittelschienen mit mittlerer, leicht vortretender Dorsalbeule. Stirn und Dek- 
ken mit wenig zahlreichen, kurz abstehenden Haaren besetzt. 


Typ: bostrychoides Breun. Eine Art. 

1. bostrychoides Breun. 
Acanthetaxalus bostrychoides Breuning, 1960, Zs. d. Arbeitsgem. österr. Entom., 

XII, p. 133. 

Untere Augenloben merklich kürzer als die Wangen. Kopf sehr dicht 
und sehr fein punktiert. Halsschild und Decken durchwegs dicht und ziem- 
lich grob gekörnt. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 415 


Schwarz, der Kopf strohgelb tomentiert. Halsschild und Decken fast 
ohne Behaarung schwarz, nur der abfallende Apikalteil der Decken strohgelb 
tomentiert. Abdomen und Beine dunkelrot, dicht strohgelb marmoriert. Die 
drei Basalviertel des vierten Fühlergliedes strohgelb tomentiert. 

Von mir nach einem Stück von Borneo: Pontianak (coll. Tippmann) beschrie- 
ben. — Sarawak (Museum Frey). 
Länge: 13-15 mm; Breite: 31/a-4 mm. 


7. Etaxalus Pasc. 


Etaxalus Pascoe, 1865, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, pp. 141, 153. 
Etaxalus Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, pp. 522, 534. 


Sehr langgestreckt, zylindrisch. Fühler fein, das Apikaldrittel der Dek- 
ken erreichend, unterseits schütter gefranst; das erste Glied wenig lang, 
mäßig dick, das dritte so lang; wie das vierte, viel länger als das erste. Fühler- 
höcker nicht vortretend. Augen grob facettiert, unterteilt, die unteren Loben 
quer. Stirn breiter als hoch. Halsschild quer, gewölbt, seitlich kaum verrun- 
det, mit vier feinen Querfurchen (zwei vorderen und zwei rückwärtigen). 
Decken sehr lang, parallel, gewölbt, apikal leicht abgestutzt. Kopf nicht 
rückziehbar. Prosternalfortsatz niedriger als die Hüften, verrundet. Meso- 
sternalfortsatz zum Vorderrand zu allmählich geneigt. Metasternum von 
normaler Länge. Beine wenig lang, die Schenkel gekeult, die Vorderschenkel 
der 8Ö sehr kräftig, die Vorderhüften der 56 mit je einem langen, ge- 
bogenen Dorn. 


Typ: iliacus Pasc. Eine Art in der eurasiatischen Region. 


1. iliacus Pasc. 

Etaxalus iliacus Pascoe, 1865, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, pp. 141, 153. 
Etaxalus iliacus Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, p. 534. 

Das erste Fühlerglied dicht und fein gekörnt. Die unteren Augenloben 
so lang wie die Wangen. Kopf und Halsschild dicht und ziemlich fein ge- 
körnt. Schildchen zweimal so breit wie lang, apikal verrundet. Decken im 
Basaldrittel fein gekörnt, danach sehr dicht und ziemlich fein punktiert, jeder 
Punkt mit winziger Sete am Grund. 

Rot, fein rotbraun, mit ockergelb untermischt, tomentiert. Auf jeder 
Decke eine große premediane, scharf ausgeprägte weißliche, unregelmäßig 
geformte oder langovale, rückwärts schwärzlich eingefaßte Makel. Der Mit- 
telteil der Sterna und das ganze Abdomen strohgelb tomentiert. Decken 
zuweilen mit einer großen ockergelben gemeinsamen Nahtmakel um das 
Schildchen und auf jeder Decke eine postmediane ockergelbe Querbinde, die 
von der Naht schief zum Seitenrand absteigt; diese Zeichnungen aber un- 
scharf ausgebildet. 


416 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


Länge: 13-15 mm; Breite: 4-4!/eg mm. 
Von Pascoe nach einem Stück von Borneo: Sarawak beschrieben. — Java, 
Preanger (Museum Leyden). 


8. Pseudotaxalus Breun. 
Pseudetaxalus Breuning, 1939, Mem. Soc. ent. It., XVIII, p. 62. 

Sehr langgestreckt. Fühler fein, unterseits kaum gefranst; das erste 
Glied lang und sehr schmal, das dritte viel kürzer als das vierte, etwas länger 
als das erste. Fühlerhöcker kaum vortretend. Augen fein facettiert, unterteilt, 
die unteren Loben dreieckig. Stirn breiter als hoch. Halsschild quer, gewölbt, 
seitlich leicht verrundet, mit zwei kaum angedeuteten Querfurchen, einer 
vorderen und einer rückwärtigen. Decken sehr lang, mehr als dreimal so 
lang wie der Kopf und der Halsschild zusammengenommen, etwas breiter 
als der Halsschild, mäßig gewölbt, im Apikaldrittel verschmälert, apikal aus- 
geschnitten. Kopf nicht rückziehbar. Prosternalfortsatz niedriger als die Hüf- 
ten, verrundet. Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand verrundet. Meta- 
sternum von normaler Länge. Beine wenig lang. 

Typ: angustus Gah. Zwei Arten. 

1. Decken olivgelb tomentiert und mit sehr kleinen schwarzen Flecken 
Übersate ee 2 NEE angustus Gah. 

— Decken grau tomentiert und jede mit vier weißen ovalen Flecken besetzt. 
alboguttatus Breun. 

1. angustus Gah. 

Lychrosis angustus Gahan, 1894, Ann. Mus. civ. Genova, XXXIV, p. 74. 

Fühler etwas kürzer als der Körper. Die unteren Augenloben merklich 
länger als die Wangen. Kopf und Halsschild dicht und äußerst fein punk- 
tiert. Schildchen fünfeckig. Decken sehr dicht und sehr fein punktiert, apikal 
ausgeschnitten (die Randecke etwas mehr vortretend als die Nahtecke). 

Schwarz, olivgelb tomentiert. Halsschild mit wenig deutlicher schwärz- 
licher Mittellängsbinde. Decken mit zahlreichen sehr kleinen schwarzen 
Flecken übersät. Fühler rotbraun, fein grau tomentiert. 

Länge: 8-10 mm; Breite: 2-21/3 mm. 
Von Gahan nach Stücken aus Birma: Monts Carin beschrieben. 


2. alboguttatus Breun. 
Pseudetaxalus alboguttatus Breuning, 1939, Mem. Soc. ent. It., XVIII, p. 62. 
Dem angustus Gah. nahe stehend, aber die Fühler etwas länger als der 
Körper, die Decken apikal tiefer ausgeschnitten (die Randecke in einen spitz- 
dreieckigen Dorn ausgezogen) und die Tomentierung abweichend. 
Dunkelbraun, äußerst fein grau tomentiert. Auf jeder Decke vier ziem- 
lich große, ovale weißliche Makeln: zwei davon am Ende des basalen Vier- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 417 


tels, eine an der Naht, die andere dem Seitenrand genähert und zwei knapp 
nach der Mitte gelegen, eine an der Naht, die andere, viel größere nahe dem 
Seitenrand. Fühler rötlich. 

Länge: 7!/a mm; Breite: 1?/a mm. 

Von mir nach einem Stück von Birma: Monts Carin, Cheba (Museum Genua) 


beschrieben. 


9. Grammoechus Thoms. 


Grammoechus Thomson, 1864, Syst. Cer., p. 59. 
Atossa Thomson, 1864, Syst. Cer., p. 100. 
Langgestreckt. Fühler fein, unterseits wenig dicht gefranst; das erste 


Glied lang und sehr dünn, das dritte merklich länger als das vierte oder das 
erste, das vierte Glied zuweilen in ganzer Länge leicht verdickt. Augen fein 
facettiert, unterteilt, die unteren Loben quer. Stirn höher als breit, basal 
verbreitert, mit feiner Mittellängsfurche. Halsschild quer, seitlich leicht ver- 
rundet, mit 4 wenig deutlichen feinen Querfurchen, zwei vorderen und zwei 
rückwärtigen. Decken lang, mäßig gewölbt, apikal verrundet. Kopf rückzieh- 
bar. Prosternalfortsatz ziemlich breit, so hoch oder höher als die Hüften, an 
seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt. Mesosternalfortsatz viel breiter als 
lang, an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt, eine breite glatte Platte 
bildend. Metasternum von normaler Länge. Beine mäßig lang, die Schenkel 
gekeult, die Tarsen der 5 ö breit. Letztes Abdominalsegment der 5 ö mit 
breiter Längsdepression. 

Typ: polygrammus Thoms. 13 Arten, die sich auf zwei Untergattungen 


aufteilen. 


1. Das vierte Fühlerglied nicht verdickt ... Sg. Grammoechus Thomas. s. s. 
— Das vierte Fühlerglied in ganzer Länge leicht verdickt ............... 
Sg. Paratossa Breun. 
1. Sg. Grammoechus Thoms. s. s. 
1. Decken bloß mit ockergelben Zeichnungen... 2 
— Decken nicht so gezeichnet ...........nnnnn 3. 
2. Jede Decke mit einer breiten ockergelben Längsbinde, die nur durch 
eine preapikale schwarze Querbinde unterbrochen wird... 
strenuus Thoms. 
— Decken mit zahlreichen ockergelben Flecken und kurzen Binden. ............ 
ochreovariegatus Breun. 


3 Decken ohne helle Linien „N ee. ee ee 4, 

= u Decken mit hellen Binien n.........cnn.ennenn eneetnnas 5) 

4. Jederseits auf der Körperunterseite eine breite weiße Seitenrandlängs- 
nee ee atomarius Pasc. 

— Körperunterseite ohne derartige Binden. ............... leucosticticus Breun. 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 2 


418 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


9. Decken fein punktiert‘...........2........2. RR ee 6. 
— Decken sehr grob punktiert .......un...un..n.. ee Be 7% 
6. Der Basalteil der Fühlerglieder vier und fünf gelb tomentiert ............... 

polygrammus Thoms. 
— Das vierte Fühlerglied ohne gelbe Tomentierung das fünfte außer im 


Basalviertel gelb tomentiert ....... nenn javanicus Breun. 


-1 


. Halsschild grob gerunzelt; Decken mit gelben Längslinien im Apikal- 
Irittel n...2 a ze ee Pe bipartitus Rits. 
— Halsschild sehr grob gerunzelt; Decken mit breiteren gelben Längs- 


Binden... 2 ee ee cribripennis Breun. 


2. Sg. Paratossa Breun. 
1. Halsschild mit je zwei geraden weißen Scheibenlängsbinden. .................. 
assamensis Breun. 
— Halsschild mit je einer weißen Scheibenlängslinie, die nach rückwärts 


schief auswärts verläuft... ee 2 
2. Seitenteile der Sterna ohne weiße Länsgslinie ................... spilotus Gah. 
— Jederseits auf den Sterna eine weiße Längslinie ..........uees 3. 
3. Auf jeder Decke eine helle Längslinie seitlich auf der Scheibe, die von 
der Basis bis zur postmedianen Querbinde reicht .................. ligatus Pasc. 
— Decken ohne eine derartige Linie .....nnn ER 4. 
4. Decken mit hellen scharf ausgeprägten Linien ............ triangulifer Rits. 
— Decken ohne derartige Linien .........eeee albosparsus Breun. 


1. Sg. Grammoechus Thoms. s. s. 
Grammoechus Thomson, 1864, Syst. Cer., p. 59. 
Atossa Thomson, 1864, Syst. Cer., p. 100. 
Grammoechus Pascoe, 1869, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, p. 681. 
Grammoechus Atossa Lacordaire, 1869, Gen. Col., IX, pp. 497, 498. 
Atossa Ritsema, 1890, Not. Leyd. Mus., XII, p. 252. 
Atossa Gahan, 1906, Journ. Mal. Stat. Mus., I, p. 118. 

Das vierte Fühlerglied nicht verdickt. 


Typ: polygrammus Thoms. 


1. polygrammus Thoms. 


Grammoechus polygrammus Thomson, 1864, Syst. Cer., p. 60. 
Grammoechus polygrammus Pascoe, 1869, Trans. ent. Soc. Lond., (3) HI, p. 681. 
Grammoechus polygrammus Lacordaire, 1869, Gen. Col., IX, p. 498. 
Grammoechus polygrammus Gressitt, 1939, Proc. Haw. ent. Soc., X, p. 418. 
Fühler um die Hälfte länger (ö) oder um ein Viertel länger (P) als der 
Körper. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, kaum vortretend. Die unte- 
ren Augenloben merklich kürzer als die Wangen. Einige ziemlich grobe 
Punkte in der oberen Hälfte der Stirn. Halsschild etwas gerunzelt und auf 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 419 


den Seiten der Scheibe schütter punktiert. Schildchen breit, dreieckig. Decken 
von den Schultern ab leicht verschmälert, in der vorderen Hälfte ziemlich 
dicht, eher fein punktiert, in der rückwärtigen Hälfte sehr schütter und sehr 
fein punktiert. 

Schwarz, weißlich oder gelb gezeichnet. Stirn, Körperunterseite und 
Beine fein grau tomentiert. Auf jeder Wange eine breite weiße Binde, die 
sich längs dem Seitenteil des Halsschildes und dem Seitenrand der Decke 
bis zum Apikalende der Decke fortsetzt. Jederseits auf der Halsschildscheibe 
zwei schmale, weißliche Längsbinden, die sich nach vorn noch auf den Schei- 
tel fortsetzen, die Zwischenräume zwischen diesen Binden ungefähr von 
gleicher Breite (der mittlere leicht breiter als die seitlichen). Auf jeder Decke 
fünf sehr schmale weiße Binden: zwei Längsbinden in der vorderen Hälfte, 
die eine an der Naht, die andere am Innenrand der Schulterbeule, eine 
mediane Querbinde und zwei Längsbinden in der rückwärtigen Hälfte, die 
eine an der Naht, die andere auf der Scheibenmitte. Die zwei ersten Fühler- 
glieder, das dritte Glied größtenteils und der Basalteil der Glieder vier und 
fünf weißlich tomentiert. 

Länge: 12-15 mm; Breite: 4-5 mm. 
Von Thomson nach Stücken aus Malakka beschrieben. — Selangor (Gressitt); 

Borneo, Sumatra (Aurivillius). 


m. fulvus nov. 


Wie die Stammform, aber die Grundtomentierung rot-orange, die Zeich- 
nungen ockergelb, daher wenig auffallend. 
Typ ein ö von Sumatra: Palembang im Museum Frey. 


m. univittatus Breun. 
Grammoechus polygrammus Thoms. m. univittatus Breuning, 1961, Bull. Mus. 
Nat. d’Hist. Nat., (2) XXXIL p. 538. 
Wie die Stammform, aber in der vorderen Deckenhälfte bloß eine 
Längsbinde und in der rückwärtigen Hälfte ebenfalls bloß eine. 
Sumatra: Medan (Museum Paris). 


ssp. siporensis Breun. 


Grammoechus polygrammus 'Thoms. ssp. siporensis Breuning, 1939, Mem. Soc. 

ent. It, XVII, p. 37. 

Wie die Stammform, aber die Stirn und der Halsschild wenig dicht und 
sehr fein punktiert, der Halsschild nicht gerunzelt, die Decken sehr dicht 
und sehr fein punktiert, die Punkte auch im Apikaldrittel ziemlich dicht 
gestellt; im Apikaldrittel jeder Decke unweit des Seitenrandes eine dritte 
schmale weißliche Längsbinde; die Grundfarbe der Fühlerglieder drei bis 
neun rot, das vierte Glied weißlich tomentiert. 


420 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


Von mir nach Stücken von der Insel Mentawei: Sipora (Museum Genua) 
beschrieben. 


2. javanicus Breun. 

Grammoechus javanicus Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 238. 

Dem polygrammus Thoms. nahe stehend, aber schmäler, die unteren 
Augenloben viel kürzer als die Wangen, die Stirn nicht punktiert, der Hals- 
schild seitlich fast gerade, auf der Scheibe fein quergerieft, das Schildchen 
länger und weniger breit, die Decken gestreckter, fast parallel; die Grund- 
tomentierung des Körpers rotbraun statt schwarz, das mittlere Halsschild- 
intervall dreimal so breit wie eines der seitlichen; die premediane seitliche 
Deckenlängsbinde mit der seitlichen postmedianen Längsbinde verbunden, 
die beiden Nahtbinden, die premediane und die postmediane sehr wenig 
ausgeprägt, zuweilen erloschen; der Grund der Fühlerglieder rotbraun, das 
fünfte Glied außer im Apikalviertel hellgelb tomentiert. 

Länge: 9 mm; Breite: 2!/2 mm. 


Von mir nach einem Stück von Java (British Museum) beschrieben. 


3. atomarius Pasc. 
Atossa atomarius Pascoe, 1866, Proc. zool. Soc. Lond., p. 254, pl. XXVI, fig. 6. 
Dem polygrammus Thoms. nahe stehend, aber etwas schmäler, die 
Fühlerhöcker etwas vortretender, die Stirn nicht punktiert, der Halsschild 
dicht und fein, unregelmäßig gerunzelt, die Decken wenig dicht und wenig 
grob punktiert, im Apikaldrittel mit leicht erhabenen Längslinien; die Kör- 
peroberseite ebenfalls fein grau tomentiert, die Halsschildbinden linienför- 
mig, die Decken ohne Binden, mit sehr kleinen weißlichen Flecken übersät, 
die in der rückwärtigen Hälfte mehr oder weniger längsgereiht sind. 
Länge: 12-14 mm; Breite: 4-4!/e mm. 
Von Pascoe nach Stücken von der Halbinsel Malakka: Penang beschrieben. - 
Perak (British Museum). 


4. leucosticticus Breun. 

Atossa leucostictica Breuning, 1936, Festschr. E. Strand, I, p. 312. 

Wie atomarius Pasc., aber etwas gestreckter, die Decken ohne erhabene 
Längslinien; der Scheitel und der Halsschild ohne weißliche Linien; die 
Flecken auf den Decken schärfer ausgeprägt, aber ganz unregelmäßig ver- 
teilt, die Körperunterseite ohne weiße Binden. 

Von mir nach einem Stück von Borneo: Matang beschrieben. 


5. strenuus Thoms. 


Atossa strenua Thomson, 1864, Syst. Cer., p. 101. 
Atossa strenua Lacordaire, 1869, Gen. Col., IX, p. 497. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 421 


Dem polygrammus Thoms. nahe stehend, aber die Fühlerhöcker ein- 
ander ziemlich genähert und vortretend, die unteren Augenloben viel kürzer 
als die Wangen, die Stirn nicht punktiert, der Halsschild grob gerunzelt, auf 
den Seiten der Scheibe schütter punktiert, die Decken basal gekörnt, danach 
bis zum Apikalende dicht und sehr grob punktiert und die Tomentierung 
abweichend. 

Schwarz, glänzend. Stirn, Wangen, die Seitenteile des Halsschildes und 
die Seitenteile der Sterna größtenteils ockergelb tomentiert; überdies auf 
jeder Seite eine ockergelbe Längsbinde, die schmal am Hinterrand des Auges 
beginnt und sehr breit entlang der Seite der Halsschildscheibe und entlang 
der Deckenscheibe bis zum Apikalende der Decke reicht, auf der Decke aber 
weniger scharf ausgeprägt ist und vor dem Apikalende durch eine mäßig 
breite schwarze Querbinde unterbrochen wird. Überdies auf jeder Decke im 
Apikaldrittel eine ockergelbe sehr schmale Nahtbinde. Auf jedem der vier 
ersten Abdominalsegmente eine kleine, quere, ockergelbe Makel, das fünfte 
mit je einer großen langovalen, ockergelben Makel. Beine und Fühler rot, 
fein grau tomentiert. Die Basalhälfte des fünften Fühlergliedes und die 
Basis der Glieder drei bis vier und sechs bis elf weißlichgrau tomentiert. 
Länge: 13-18 mm; Breite: 4-5!/2 mm. 

Von Thomson nach Stücken von Java beschrieben. 


6. ochreovariegatus Breun. 


Grammoechus (s. s.) ochreovariegatus Breuning, 1957, Bull. Soc. ent. Fr., LXIJI, 
PU, 


Dem polygrammus Thoms. nahe stehend, aber die unteren Augenloben 
etwas kürzer als die Wangen, die Stirn nicht punktiert, der Halsschild nicht 
gerunzelt, die Decken fast parallel, nur im Apikalviertel verschmälert, durch- 
wegs wenig dicht und fein punktiert und die Tomentierung abweichend. 

Dunkelrot, graubraun tomentiert. Kopf und Halsschild mit unscharf 
ausgeprägten ockergelben Binden. Decken mit zahlreichen ockergelben Flek- 
ken und ebensolchen kurzen Binden übersät. Fühler vom dritten Glied ab 
rotbraun tomentiert, das Basaldrittel der Glieder drei und vier und die bei- 
den Basaldrittel des fünften Gliedes weißlich tomentiert. 

Länge: 16 mm; Breite: 5 mm. 
Von mir nach einem Stück von der Insel Luzon: R. Bambo (Museum Paris) 
beschrieben. 


7. bipartitus Rits. (Abb. 1, Fig. 2) 


Atossa bipartita Ritsema, 1890, Not. Leyd. Mus., XII, p. 250; 1891, Not. Leyd. 
Mus., XIII, pl. X, fig. 6. 
Fühler um die Hälfte länger (ö) oder um ein Viertel länger (?) als der 
Körper. Fühlerhöcker ziemlich einander genähert und mäßig vortretend. Die 


422 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


unteren Augenloben viel kürzer als die Wangen. Stirn gerunzelt und schütter 
und grob punktiert. Halsschild grob und unregelmäßig gerunzelt. Schildchen 
breit dreieckig. Decken von den Schultern ab leicht verschmälert, basal fein 
gekörnt, danach bis zum Beginn des Apikaldrittels dicht und sehr grob punk- 
tiert, im Apikaldrittel weniger dicht und sehr fein punktiert. 

Schwarz, leicht glänzend. Stirn, Wangen, die Seitenteile des Halsschil- 
des und die Seitenteile der Sterne größtenteils ockergelb tomentiert. Hals- 
schild jederseits meist mit zwei gelben Längslinien, die nach vorn auf den 
Scheitel verlängert sind und nach rückwärts leicht schief auswärts gerichtet 
sind. Schildchen mit einer grauen Mittellängslinie. Decken äußerst fein grau 
tomentiert; auf jeder Decke eine weißlich-gelbe mittlere, gewellte Querlinie 
und einige ebenso gefärbte Längslinien und kleine gelbe Flecken in der 
rückwärtigen Hälfte. Beine und Fühler rötlich, sehr fein grau tomentiert. 
Länge: 12-15 mm; Breite: 4-5 mm. 

Von Ritsema nach Stücken von Borneo beschrieben. — Java: Monts Gede 

(coll. Lepesme). 


m. vittatus Fish. 
Atossa vittata Fisher, 1936, Tijdschr. v. Ent., LXXIX, p. 185. 

Wie die Stammform, aber glänzender, die Punkte im Apikaldrittel der 
Decken etwas gröber. 
Java: Soekaboemi (Fisher, Museum Leyden). 


8. eribripennis Breun. 

Atossa cribripennis Breuning, 1936, Festschr. E. Strand, I, p. 312. 

Wie bipartitus Rits., aber der Halsschild viel gröber gerunzelt, die 
Decken noch gröber punktiert, die gelben Längslinien in der rückwärtigen 
Deckenhälfte durch etwas breitere Binden ersetzt. 

Von mir nach einem Stück von der Halbinsel Malakka: Singapore (British 

Museum) beschrieben. Es ist das vielleicht auch nur eine Rasse von 

bipartitus Rits. 


2. Sg. Paratossa Breun. 

Atossa Sg. Paratossa Breuning, 1935, Fol. zool. hydrob., VIII, p. 272. 
Das vierte Fühlerglied in ganzer Ausdehnung leicht verdickt. 
Typ: ligatus Pasc. 


9. ligatus Pasc. 

Grammoechus ligatus Pascoe, 1888, Trans. ent. Soc. Lond., p. 503. 

Die Fühler um die Hälfte länger (ö) oder um ein Viertel länger (?) 
als der Körper. Fühlerhöcker einander ziemlich genähert und vortretend. Die 
unteren Augenloben viel kürzer als die Wangen. Stirn viel höher als breit, 
sehr schütter und sehr fein punktiert. Halsschild auf den Seiten der Scheibe 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 49 


ı 69 


ziemlich fein und ziemlich regelmäßig quer gerunzelt und fein punktiert. 
Schildchen dreieckig. Decken durchwegs sehr dicht und wenig grob punk- 
tiert. 

Dunkelbraun, durchwegs, inclusive der ersten drei Fühlerglieder fein 
grau tomentiert, diese Tomentierung dichter und daher eher weißlich er- 
scheinend auf der Stirn, den Wangen und der Unterseite. Halsschild mit je 
einer weißlichgelben, nach vorn bis zum Hinterrand des Fühlerhöckers rei- 
chenden, und nach vorn gegen die Mittellinie zu leicht geneigten Längslinie. 
Auf jeder Decke drei weißlichgelbe Linien: eine Längslinie auf den Seiten 
der Scheibe, die vordere Hälfte durchlaufend, eine mittlere Querlinie, die 
nahtwärts leicht schief absteigt und eine sehr schiefe, am Seitenrand kurz 
nach der Mitte beginnende und die Naht etwas vor dem Apikalende errei- 
chende; überdies die Decken mit sehr kleinen weißlichgelben Flecken über- 
sät, außer in dem Raum zwischen der zweiten und der dritten Linie. Jeder- 
seits eine schmale weiße Längsbinde über den Seitenteil des Halsschildes, 
die sich dann bis zum Hinterrand des Metasternums fortsetzt. Viertes Füh- 
lerglied dunkelbraun, nur an der äußersten Basis weißlich tomentiert, die 
Glieder fünf-elf rötlich, die Basalhälfte des fünften Gliedes und die Basis 
des sechsten weißlichgrau tomentiert. 

Länge: 10-15 mm; Breite: 31/2-5 mm. 
Von Pascoe nach Stücken von Borneo: Labuan beschrieben. — Sumatra: Le- 
bong-Tondai (British Museum); Insel Nias (Museum Frey). 


m. cordiger Rits. 


Phemone cordiger Ritsema, 1890, Not. Leyd. Mus., XII, p. 137. 
Atossa subspecularis Heller, 1923, Tijdschr. v. Ent., LXVI, p. 41. 
Wie die Stammform, aber die kleinen weißlichgelben Deckenflecken 


zahlreicher und über die ganze Deckenfläche ausgebreitet. 


Subspecularis Hell. ist ein Synonym. 


10. triangulifer Rits. 
Phemone triangulifera Ritsema, 1908, No. Leyd. Mus., XXIX, p. 261. 
Dem ligatus Pasc. nahe stehend, aber der Halsschild nicht punktiert, 


die Decken schütterer und etwas gröber punktiert, die seitliche Scheiben- 
längslinie der Decke auf eine langovale Basalmakel reduziert, die dritte 
Deckenlinie quer gelagert und in einige Flecken aufgelöst; auf der Scheibe 
bloß einige kleine helle Flecken vor der Mitte. 

Von Ritsema nach einem Stück von Borneo: Djankang (Museum Leyden) 


beschrieben. 


11. spilotus Gah. 
Atossa spilota Gahan, 1906, Journ. Malay. Stat. Mus., I, p. 118. 


424 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


Dem ligatus Pasc. nahe stehend, aber der Halsschild kaum gerunzelt 
und die Tomentierung abweichend. 

Dunkelbraun, außer auf den Decken dicht strohgelb tomentiert. Auf 
dem Halsschild je eine weißlichgelbe Längslinie, die sich nach vorn bis zum 
Hinterrand des Fühlerhöckers fortsetzt und sich nach vorn leicht gegen die 
Mittellinie nähert. Decken dicht strohgelb marmoriert und mit gelben Linien 
besetzt: auf jeder eine seitliche Scheibenlängslinie, die die vordere Hälfte 
durchläuft, eine mittlere leicht gegen die Naht zu absteigende Querlinie und 
eine schiefe Linie, die etwas nach der Mitte am Seitenrand beginnt und die 
Naht etwas vor dem Apikalende erreicht, sowie eine kleine Zahl kurzer 
Längsstriche in dem dreieckigen Raum zwischen der zweiten und der dritten 
Linie. Das vierte Fühlerglied schwarz tomentiert, die Glieder fünf bis elf rot, 
apikal angedunkelt. 

Länge: 11-12 mm; Breite: 3!/a-4 mm. 
Von Gahan nach Stücken von der Halbinsel Malakka: Selangor und Perak 
beschrieben. 


12. assamensis Breun. 

Atossa (Paratossa) assamensis Breuning, 1935, Fol. zool. hydrob., VIII, p. 272. 

Dem ligatus Pasc. nahe stehend, aber schmäler und gestreckter, die 
Fühler mehr als um die Hälfte länger als der Körper (5), die Fühlerhöcker 
wenig vortretend, die Stirn nicht punktiert, der Halsschild weniger quer, 
kaum gerunzelt oder punktiert, die Decken in den beiden vorderen Dritteln 
etwas dichter und etwas gröber punktiert, im Apikaldrittel schütterer und 
feiner punktiert, sowie die Tomentierung abweichend. 

Braun. Stirn, Körperunterseite und Beine fein grau tomentiert. Hals- 
schildscheibe mit je zwei wenig breiten, weißen nach vorn noch auf den 
Scheitel verlängerten Längsbinden. Decken dicht weißlichgelb marmoriert. 
Auf jeder eine wenig breite, die vordere Hälfte durchlaufende weißlichgelbe 
seitliche Scheibenlängsbinde und eine ebensolche preapikale Querbinde. 
Jederseits eine breite weiße Binde, die über die Wange und den Seitenteil 
des Halsschildes bis zum Hinterrand des Metasternums verläuft. Das ganze 
dritte Fühlerglied, die äußerste Basis des vierten und das fünfte Glied bis 
auf den Apikalteil strohgelb tomentiert, sonst das vierte Glied, der Apikalteil 
des fünften und die Glieder sechs bis elf braun tomentiert. 

Länge: 11-12 mm; Breite: 3'/2-4 mm. 
Von mir nach einem Stück von Assam (British Museum) beschrieben. — Monts 

Patkai. fl 


13. albosparsus Breun. 
Grammoechus (Paratossa) albosparsus Breuning, 1947, Ark. f. Zool., XXXIX, A, 
no. 6, p. 32. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 495 


Dem ligatus Pasc. nahe stehend, aber die Fühler um ein Drittel länger 
(ö) oder nur etwas länger (?) als der Körper, die Fühlerhöcker einander 
stärker genähert und stärker vortretend, die Wangen um drei Viertel länger 
als die unteren Augenloben, die Stirn nicht punktiert, die Decken schütter 
und sehr fein punktiert und die Tomentierung abweichend. 

Dunkelbraun, hellbraun tomentiert. Scheitel mit je einer hellgelben 
Linie, die nach rückwärts schief auswärts gerichtet ist und sich bis zur Hals- 
schildbasis fortsetzt. Decken fein dunkelrotbraun tomentiert und mit zahl- 
reichen kleinen gelben Flecken übersät, die bloß auf einer querovalen, dem 
Seitenrand genäherten Makel am Beginn des Apikaldrittels fehlen. Die 
Fühlerglieder zwei und drei, die Basis des vierten Gliedes und die beiden 
basalen Drittel des fünften weißlich tomentiert, sonst das vierte Glied, das 
Apikaldrittel der Glieder fünf und sechs dunkelbraun tomentiert, die beiden 
basalen Drittel des sechsten Gliedes und die Glieder sieben bis elf hellrot. 
Länge: 11-12 mm; Breite: 3%/s-4!1/4 mm. 

Von mir nach Stücken von Borneo: Pontianak (Museum Stockholm) beschrie- 
ben. 


10. Demodioides Breun. 


Demodioides Breuning, 1947, Ark. f. Zool., XXXIX/A, no. 6, p. 17. 
Langgestreckt. Fühler fein (beiderseits am vierten Glied bei dem einzig 
bekannten Stück gebrochen). die ersten Glieder unterseits wenig dicht, sehr 
kurz gefranst; das erste Glied dünn und lang, das dritte Glied merklich 
länger als das vierte oder als das erste. Fühlerhöcker weit auseinanderste- 
hend, nicht vortretend. Augen fein facettiert, unterteilt, die unteren Loben 
etwas höher als breit. Stirn höher als breit. Halsschild kurz, quer, basal drei- 
gelappt, seitlich verrundet, mit zwei feinen Querfurchen, einer vorderen und 
einer rückwärtigen und je einem kleinen, spitz-konischen unteren Seitendorn 
nahe dem Vorderrand. Decken sehr lang, parallel, etwas breiter als der Hals- 
schild, mäßig gewölbt, apikal verrundet. Kopf rückziehbar. Prosternalfort- 
satz so hoch wie die Hüften, an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt. 
Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt. Metaster- 
num von normaler Länge. Beine mäßig lang, die Schenkel leicht gekeult. 
Type: transversevittata Breun. Eine Art. 


l. transversevittata Breun. 
Demodioides transversevittata Breuning, 1947, Ark. f. Zool., XXXIX/A, no. 6, p. 18. 
Die unteren Augenloben so lang wie die Wangen. Stirn und Wangen 
ziemlich dicht und fein, Scheitel sehr dicht und wenig fein punktiert. Hals- 
schild sehr dicht und ziemlich grob punktiert, die Punkte stellenweise zu 


426 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


Runzeln verfließend. Schildchen halbrund. Decken sehr dicht und wenig 
fein punktiert. 

Dunkelbraun, sehr fein grau tomentiert. Halsschild mit sehr schmaler 
weißer basaler Querbinde. Decken mit einigen sehr kleinen weißen Flecken 
übersät; auf jeder überdies eine mäßig breite, postmediane, die Naht nicht 
ganz erreichende, weiße Querbinde. Die Seitenteile der Sterna und je eine 
Makel auf den Seiten der ersten vier Abdominalsegmente weißlichgelb 
tomentiert. Fühler dunkelbraun tomentiert, die drei vorderen Viertel des 
vierten Gliedes weiß tomentiert. 

Länge: 11 mm; Breite: 4 mm. 
Von mir nach einem Stück von Nord-Borneo (Museum Stockholm) beschrie- 
ben. 


ll. Mimatossa Breun. 


Mimatossa, Breuning, 1943, Fol. zool. hydrob., XI, p. 15. 

Langgestreckt. Fühler fein, um ein Drittel länger als der Körper, un- 
terseits gefranst; das erste Glied lang und dünn, das dritte merklich länger 
als das vierte oder als das erste. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, sehr 
wenig vortretend. Augen fein facettiert, unterteilt, die unteren Loben quer. 
Stirn höher als breit. Halsschild kurz, quer, basal dreigelappt, seitlich leicht 
verrundet, mit zwei wenig deutlichen, feinen Querfurchen, einer vorderen 
und einer rückwärtigen. Decken lang, von den Schultern ab leicht verschmä- 
lert, mäßig gewölbt, apikal ausgeschnitten. Kopf rückziehbar. Prosternalfort- 
satz wenig breit, so hoch wie die Hüften, an seinem Hinterrand senkrecht 
abgestutzt. Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt. 
Metasternum von normaler Länge. Beine mäßig lang, die Schenkel leicht 
gekeult. 


Typ: flavolineata Breun. Eine Art. 
1. flavolineata Breun. 


Mimatossa flavolineata Breuning, 1943, Fol. zool. hydrob., XII, p. 15. 

Die unteren Augenloben viel kürzer als die Wangen. Stirn schütter und 
fein punktiert. Halsschild auf den Seiten schütter und fein punktiert. Schild- 
chen zweimal so breit wie lang, apikal abgestutzt. Decken apikal ausge- 
schnitten (die Nahtecke wenig angedeutet, die Randecke in einen spitz- 
dreieckigen Lappen ausgezogen), dicht und fein punktiert, die Punkte api- 
kalwärts schütterer und noch feiner. 

Dunkelbraun, gelbbraun tomentiert. Halsschild jederseits der Mittel- 
linie mit einer gelben, nach vorn bis zum Innenrand des Fühlerhöckers 
fortgesetzten Längslinie und mit je einer seitlichen schmalen gelben Schei- 
benlängsbinde, die sich nach vorn bis zum Augenhinterrand und nach rück- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 427 


wärts bis zum Apikalende der Decke fortsetzt, aber etwas hinter der Decken- 
mitte unterbrochen ist. Auf jeder Decke überdies eine mittlere gelbe Quer- 
linie. 

Länge: 12 mm; Breite: 4 mm. 

Von mir nach einem Stück von Borneo (British Museum) beschrieben. 


12. Eosthenias Breun. 
Eosthenias Breuning, 1961, Cat. Lam. du Monde, 4. Lief., p. 233. 
Neosthenias Breuning, 1938, Novit. Ent., VIII, p. 58. 

Sehr langgestreckt. Fühler fein, in beiden Geschlechtern viel kürzer als 
der Körper, unterseits gefranst; das erste Glied wenig lang und ziemlich 
dick, das dritte etwas kürzer als das vierte, so lang wie das erste, apikal 
unterseits leicht verdickt. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, wenig vor- 
tretend. Augen ziemlich fein facettiert, sehr stark ausgeschnitten, die unte- 
ren Loben etwas höher als breit. Stirn breiter als hoch. Halsschild quer, 
gewölbt, seitlich sehr leicht verrundet, mit je einem kleinen unteren Seiten- 
höcker nahe dem Vorderrand, je einer ziemlich hohen, premedianen stump- 
fen Scheibenbeule und je einer mehr seitlich gelagerten, weniger hohen, 
postmedianen Scheibenbeule. Decken sehr lang, parallel, gewölbt, vor dem 
Apikalende leicht verschmälert, apikal breit, leicht schief abgestutzt (die 
Randecke verrundet), mit Haarfascikeln besetzt. Kopf rückziehbar. Proster- 
nalfortsatz sehr schmal, niedriger als die Hüften, regelmäßig verrundet. 
Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand abgerundet. Metasternum von 
normaler Länge. Beine ziemlich kurz und gedrungen, die Schenkel gekeult. 
Typ: fasciculosus Breun. Eine Art. 


1. fasciculosus Breun. 

Neosthenias fasciculosus Breuning, 1938, Novit. Ent., fasc. VIII, p. 58. 

Die unteren Augenloben etwas länger als die Wangen. Schildchen 
breit, halbrund. Die ganze Körperoberseite dicht und fein punktiert. Auf 
jeder Decke fünf Haarfascikeln, drei schwarzbraune, ein basales und ein 
postbasales, auf der Scheibe und eines nahe der Naht am Beginn des Apikal- 
viertels, und zwei rotbraune, ein diskales preapikales und ein preapikales 
nahe dem Seitenrand. 

Schwarz, grau tomentiert, stellenweise mit rotbraun untermischt, auf 
den Sterna und den Beinen weißlich untermischt. Auf dem Halsschild jeder- 
seits eine große unregelmäßig geformte weiße Makel, die sich gegen die 
Mitte zu bis zu der postmedianen Scheibenbeule erstreckt, eine schwarze, 
die premediane Scheibenbeule deckende Makel und einige kleine schwarze 
Flecken um die weiße Makel. Am Beginn des Apikalviertels jeder Decke 
eine quere, samtschwarze Makel, die sich vom dritten Haarfascikel bis etwas 
die Scheibenmitte erstreckt und die vorn schmal hellgelb gerandet ist. Das 


428 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


dritte Fühlerglied außer basal und das ganze vierte Glied schwärzlich, die 
Apikalhälfte der Glieder fünf bis elf dunkelbraun, das zweite Glied und die 
anderen Teile der Glieder drei bis elf weißlich tomentiert. 

Länge: 7-9 mm; Breite: 2-2!/2 mm. 

Von mir nach Stücken von Indien: Madras, North Salem, Ayur, Noganoor 
und Denkanikotra (British Museum und Museum Dehra Dun) beschrieben. 


13. Sthenias Cast. 


Sthenias Castelnau, 1840, Hist. Nat. Col., II, p. 466. 

Thysanodes Newman, 1842, Ent., I, p. 292. 

Sthenias Gressitt, 1942, Lingn. Nat. Hist., Surv. Mus., Spec. Publ., no. 8, p. 20; 
1951, Long., II, pp. 453, 479. 


Sehr langgestreckt, zylindrisch. Fühler fein bis mäßig dick, unterseits 
gefranst; das erste Glied wenig lang und dick, das dritte etwas länger bis 
etwas kürzer als das vierte, viel länger als das erste. Fühlerhöcker weit aus- 
einanderstehend, ziemlich vortretend. Augen grob facettiert, unterteilt. Hals- 
schild quer, gewölbt, seitlich leicht verrundet. Decken sehr lang, parallel, 
gewölbt, apikalwärts kaum verschmälert. Kopf rückziehbar. Prosternalfort- 
satz schmal, niedriger als die Hüften, verrundet. Mesosternalfortsatz nach 
vorn allmählich geneigt. Metasternum von normaler Länge. Beine kurz, 
kräftig, die Schenkel gekeult. 

Typ: grisator F. 22 Arten in der eurasiatischen Region, die sich auf zwei 
Untergattungen aufteilen. Thysanodes Newm. ist ein Synonym. 


1. Das dritte Fühlerglied ist länger als das vierte Sg. Sthenias Cast. s.s. 
— Das dritte Fühlerglied kürzer als das vierte Sg. Albosthenias Breun. 


1. Sg. Sthenias Cast. s. s. 


l. Decken mit einer sehr breiten ockergelben durch kleine runde 


schwarze Flecken unterbrochene Querbinde ...................... varius Ol. 
— Decken ohne eine derartige Binde... 2. 
2. Halsschildscheibe mit breiten schwärzlichen Längsbinden .................... 3. 
— Halsschildscheibe ohne derartige Binden ...............enee 10. 
3. In der rückwärtigen Deckenhälfte entlang der Naht zahlreiche 
kleine schwarze Flecken auf weißlichem Grund ....... madurae Boppe 
.. Rückwärtige Deckenhälfte ohne derartige Flecken ............. 4. 
4. Basaldrittel der Decken ohne dunkle Binden .............e 5} 


— Basaldrittel der Decken mit dunklen Binden 
5. Das Apikalviertel der Decken dunkel tomentiert, in starkem Kon- 
trast zu einer breiten weißlichgelben postmedianen Querbindee ......... 
persimilis Breun. 

— Die Tomentierung des Apikalviertels der Decken wenig gegen die 
davor liegenden Partien kontrastierend .......... grisator F. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 


“tlalsschildscheibe dicht punktiert .........a...nn..n. nn 


Halsschildscheibe höchstens schütter punktiert .........oae.o... 


. Körperoberseite mit zahlreichen rosafarbenen Zeichnungen. ............. 


tonkineus Pic 
Körperoberseite ohne rosafarbene Zeichnungen burmanensis Breun. 


. Im Basaldrittel jeder Decke bloß eine helle Makel am Innenrand 


dersschulterbeule...,. Set ee pascoei Rits. 
Im Basaldrittel jeder Decke finden sich helle Binden. ............ 


. Basalregion aller Fühlerglieder hell geringelt .................... 


longeantennatus Breun. 
Die Fühlerglieder fünf bis elf durchwegs schwarz tomentiert ........... 


franciscanus Thoms. 


. Das erste Fühlerglied innen apikal verdickt ........... maculiceps Gah. 


Das erste Fühlerglied nicht so verdickt... 


. Die unteren Augenloben etwas länger als die Wangen. ................. ee 


Die unteren Augenloben etwas kürzer als die Wangen... 


. Decken ohne preapikale Haarfascikel ............. pseudodorsalis Breun. 


Jede Decke mit zwei preapikalen Haarfascikeln ................ 


. Halsschildscheibe mit schwarzen Flecken ................. angustatus Pic 


Halsschildscheibe ohne schwarze Flecken. ............... yunnanus Breun. 


. Jede Decke mit einigen preapikalen Haarfascikeln ....................... 


Decken ohne preapikale Haarfascikel ...............ccßoß 
. Solche Haarfascikel bloß nahe der Naht ........................ pictus Breun. 
Solche Haarfascikel auch auf der Scheibenmitte ................ gahani Pic 
. Decken mit einer premedianen, langovalen weißen gemeinsamen 
Nahtımakelben se en ann a ee javanicus Breun. 
Wecken ohnerderartige, Makelwn.. nn ee en 
. Decken auf den Schultern fein gekörnt ............ gracilis Breun. 


Deckenenichtsgckorntn. ee ee ae 


. Die postmediane weiße Deckenquerbinde von zwei ovalen schwar- 


zen Makeln rückwärts begrenzt ............ gracilicornis Gress. 
Diese Binde von einer einzigen, schmalen gebogenen schwarzen 
Makel hinten begrenzt sa. une nn en cylindricus Gress. 


2. Sg. Albosthenias Breun. 


. Die unteren Augenloben länger als die Wangen leucothorax Breun. 


Die unteren Augenloben kürzer als die Wangen ............ 


. Die Decken apikal abgestutzt (die Randecke verrundet) ............. 


albicollis Gah. 
Die Decken apikal ausgeschnitten (die Randecke in einen breiten 
Lappen ausgezogen) „un. microphthalmus Breun. 


17. 


18. 


430 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


1. Sg. Sthenias Cast. 


Sthenias Castelnau, 1840, Hist. Nat. Col., II, p. 466. 

Thysanodes Newman, 1842, Ent., I, p. 292. 

Sthenias Blanchard, 1845, Hist. Nat. Ins., II, p. 156. 

Sthenias Pascoe, 1865, Trans ent. Soc. Lond., (3) III, pp. 140, 159. 
Sthenias Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, pp. 552, 563. 


Das dritte Fühlerglied etwas länger als das vierte. 


Typ: grisator F. 
l. grisator F. 


Lamia grisator Fabricius, 1787, Mant. Ins., I, p. 136. 

Cerambyx grisator Olivier, 1795, Ent., IV, no. 67, p. 83, pl. XXII, fig. 173. 
Sthenias grisator Castelnau, 1840, Hist. Nat. Col., II, p. 466. 

Sthenias grisator Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, p. 564. 

Sthenias grisator Ritsema, 1888, Not. Leyd. Mus., X, p. 272. 

Sthenias grisator Cotes, 1894, Not. Ind. Mus., IIV3, p. 110; 1906, Not. Ind. Mus., 

IIV/6, p. 7, fig. 

Sthenias grisator Maxwell et Lefevre, 1909, Inst. Inst. Life, p. 375. 
Sthenias grisator Fletcher, 1914, South Ind. Ins., p. 326, fig. 182. 
Sthenias grisator Stebbing, 1914, Ind. For. Ins., p. 377, fig. 252. 

Fühler ziemlich kräftig, etwas länger (&) oder etwas kürzer (P) als der 
Körper, unterseits dicht gefranst; das erste Glied mäßig lang und wenig dick. 
Der Oberrand der Manibeln bei den ö& in einen Lappen ausgezogen. 
Die unteren Augenloben schief viel kürzer als die Wangen. Stirn breiter als 
hoch. Kopf ziemlich dicht, sehr fein punktiert. Halsschild quer (besonders 
bei den ??), mit vier feinen Querfurchen, zwei vorderen und zwei rückwär- 
tigen, dicht und mäßig grob punktiert. Schildchen halbrund. Decken sehr 
lang, ziemlich dicht und eher grob punktiert, apikal ausgeschnitten (die 
Nahtecke in einen kleinen dreieckigen Lappen ausgezogen, die Randecke 
einen sehr breiten, abgerundeten Lappen bildend), mit einigen leicht erha- 
benen Längslinien und, im Apikaldrittel, mit einigen sehr kurzen schwarzen 
Haarfascikeln. 


Braun, weißlichgrau bis hell rosafarben tomentiert. Scheitel mit vier 
dunkelbraunen Längsbinden und einigen ovalen dunkelbraunen Flecken. 
Halsschild auf der Scheibe braun tomentiert und mit je einer dunkelbraunen 
Längsbinde am Unterrand der Seitenteile. Decken mit einer premedianen 
langovalen dunkelbraunen gemeinsamen Nahtmakel und auf jeder mit einer 
kleinen dunkelbraunen Basalmakel, einigen kleinen dunkelbraunen Flecken 
im Apikaldrittel und einer größeren dunkelbraunen Scheibenmakel am Be- 
ginn des Apikaldrittels. Das letzte Abdominalsegment größtenteils dunkel- 
braun tomentiert. Beine und Fühler braun marmoriert. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 431 


Länge: 15-25 mm; Breite: 41/2-7 mm. 
Von Fabricius nach Stücken aus Indien: Tranquebar beschrieben. — Nord- 
wärts bis Dehra Dun verbreitet. 


2. persimilis Breun. 
Sthenias persimilis Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 368. 

Dem grisator F. nahe stehend, aber kleiner und schmäler, die Fühler 
etwas feiner, die Mandibeln ohne Lappen, die unteren Augenloben quer, 
der Kopf gröber punktiert, die Halsschildscheibe in der Mitte ziemlich dun- 
kelbraun tomentiert; auf jeder Decke eine breite weißlichgelbe postmediane 
Querbinde, deren Vorderrand nahtwärts leicht ansteigt, deren Hinterrand 
gerade verläuft und die sich sehr stark gegen das dunkelbraun tomentierte 
Apikaldrittel abhebt; der basale Nahtteil der Decke ebenfalls dunkelbraun 
tomentiert. 

Länge: 10-17 mm; Breite: 31/a-5!/2 mm. 

Von mir nach Stücken aus Indien: Dehra Dun (British Museum und 

Museum Dehra Dun) beschrieben. 


3. longeantennatus Breun. 
Sthenias longeantennatus Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 369. 

Dem grisator F. nahe stehend, aber die Fühler merklich länger in bei- 
den Geschlechtern, die Mandibeln ohne Lappen, der Kopf dichter und grö- 
ber punktiert, die Decken viel dichter punktiert; auf jeder Decke in der vor- 
deren Hälfte mehrere dunkelbraune Längsbinden und im Apikaldrittel mit 
einigen kleinen, dunkelbraunen Flecken, sowie mit einer größeren dunkel- 
braunen Makel am Beginn des Apikaldrittels. Das Apikaldrittel der Schie- 
nen, alle Tarsenglieder das Apikalviertel des dritten Fühlergliedes, die drei 
vorderen Viertel des vierten Gliedes und alle weiteren Glieder außer an der 
äußersten Basis, schwarzbraun tomentiert. 
Länge: 14-21 mm; Breite: 4!/2-6°/ı mm. 

Von mir nach einem Stück von Indien: Manipur (British Museum) be- 
schrieben. — Sikkim: Darjeeling; Birma: Monts Carin (British Museum); 
Cochinchina: Saigon (coll. Pic). 


4. franciscanus Thoms. 


Sthenias franciscanus Thomson, 1865, Syst. Cer., p. 550. 
Sthenias franciscanus Königs et Zimmermann, 1901, Meded. Plant., Java, XLIV/2, 

p. 89, fig. 45. 

Sthenias franciscanus Gressitt, 1951, Longic., II, p. 480. 

Fühler sehr kräftig, kaum so lang (Ö) oder viel kürzer (?) als der Kör- 
per, unterseits sehr dicht gefranst; das erste Glied wenig lang und dick, das 
elfte Glied länger (ö) oder kürzer (P) als das zehnte. Die unteren Augen- 
loben schief, viel kürzer als die Wangen. Stirn so hoch wie breit, schütter 


432 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


punktiert. Halsschild quer (besonders bei den Pf), schütter und wenig fein 
auf der Scheibe punktiert, mit zwei feinen Querfurchen, einer vorderen und 
einer rückwärtigen. Schildchen sehr breit, fünfeckig. Decken sehr lang, dicht 
und eher grob punktiert, apikal ausgeschnitten (die Nahtecke in einen klei- 
nen dreieckigen Lappen ausgezogen, die Randecke einen sehr breiten, ver- 
rundeten Lappen bildend), mit einer Anzahl kurzer schwarzer Haarfascikel 
im Basaldrittel und im Apikaldrittel. 


Schwarz, mehr oder weniger hell rosafarben tomentiert. Halsschild mit 
je drei schwarzen Längsbinden, eine der Mittellinie genäherte breite, die 
sich nach vorn bis zum Vorderrand der Stirn fortsetzt, eine schmale auf der 
Seite der Scheibe und eine breite in der unteren Hälfte des Seitenteiles, die 
sich nach vorn bis zum Unterrand der Wange fortsetzt. Schildchen teilweise 
schwärzlich tomentiert. Auf jeder Decke drei schwarze Binden: eine die vor- 
dere Hälfte durchlaufende Seitenrandlängsbinde, eine etwas vor der Mitte 
am Seitenrand beginnende Binde, die schief gegen die Naht (sich gleich- 
zeitig verbreiternd) ansteigt und die Naht am Außenrand des Schildchens 
erreicht, dann sich zurückbiegt und sich entlang der Naht bis zum Ende des 
Basaldrittels fortsetzt (auf der Scheibe ist diese Binde durch einige kurze 
Längsstriche der Grundtomentierung unterbrochen) und eine dritte schmale 
postmediane Binde, die leicht gekrümmt vom Seitenrand zur Naht zu an- 
steigt. Das Apikalviertel der Decke schwärzlich tomentiert mit Ausnahme 
des äußersten Apikalrandes und einer preapikalen queren Nahtmakel. Die 
Sterna und die vier ersten Abdominalsegmente teilweise, das fünfte Abdo- 
minalsegment größtenteils, die Basalhälfte der Schenkel, das Apikaldrittel 
der Schienen, die Tarsen, die Unterseite des ersten Fühlergliedes, die Api- 
kalhälfte des dritten und die des vierten Fühlergliedes und die Fühlerglieder 
fünf bis elf schwarz tomentiert. 

Länge: 14-22 mm; Breite: 4!/a-7 mm. 
Von Thomson nach Stücken von Malakka beschrieben. — Borneo (Aurivil- 
lius); Sumatra (Schwarzer); Nias (Museum Brüssel); Java, Preanger 

(coll. Lepesme). 


9. pascoei Rits. 


Sthenias pascoei Ritsema, 1888, Not. Leyd. Mus., X, p. 272. 
Sthenias grisator Pascoe (nec Fabricius), 1865, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, 
p- 160. 


Dem franciscanus Thoms. nahe stehend, aber die Wangen, die Stirn 
und der Mittelteil des Halsschildes merklich dichter punktiert; die Grund- 
tomentierung häufiger weißlich als rosafarben, die schwarzen Deckenzeich- 
nungen weiter ausgebreitet; sie decken fast das ganze Basaldrittel (hell 
bleibt bloß eine kleine Makel am Innenrand der Schulterbeule); der Apikal- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 433 


rand der Decke dagegen in breiterer Ausdehnung weißlich tomentiert; das 
vierte Fühlerglied schwarz tomentiert, außer auf der Unterseite des Basal- 
drittels. 

Von Ritsema nach Stücken von Sumatra beschrieben. — Medan (coll. Pic); 
Halbinsel Malakka: Selangor, Bukit-Kutu (British Museum). 


6. burmanensis Breun. 

Sthenias burmanensis Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 368. 

Dem franciscanus Thoms. nahe stehend, aber die Fühler feiner und 
länger, etwas länger (5) oder merklich kürzer (?) als der Körper, der Hals- 
schild merklich dichter punktiert, die dunklen Deckenzeichnungen leicht auf- 
gehellt, besonders im Basaldrittel, die Fühlerglieder vom vierten ab basal 
gelblich geringelt. 

Länge: 14-18 mm; Breite: 4!/2-6 mm. 
Von mir nach Stücken von Birma: Myitkina, Khankam, Pynchaung Res., 

S. Toungoo (British Museum und Museum Dehra Dun) beschrieben. 


7. tonkineus Pic 
Sthenias tonkineus Pic, 1925, Mel. exot. ent., XLIV, p. 26. 

Fühler dick, merklich kürzer als der Körper (Ö5) oder die Deckenmitte 
nicht überragend (9), unterseits dicht gefranst, das erste Glied wenig lang 
und dick, das elfte länger (Ö) oder kürzer (7) als das zehnte. Die unteren 
Augenloben schief, viel kürzer als die Wangen. Stirn so hoch wie breit, dicht 
und wenig fein punktiert. Halsschild quer (besonders bei den Pf), dicht 
und ziemlich grob punktiert, mit vier feinen Querfurchen, zwei vorderen 
und zwei rückwärtigen). Schildchen sehr breit, fünfeckig. Decken lang, dicht 
und grob punktiert, apikal ausgeschnitten (die Nahtecke in einen kleinen, 
dreieckigen Lappen ausgezogen, die Randecke einen sehr breiten, abge- 
rundeten Lappen bildend), im Basaldrittel und im Apikaldrittel mit einigen 
kurzen schwarzen Haarfascikeln besetzt. 

Schwarz, rosafarben tomentiert. Halsschild mit je drei schwarzen Längs- 
binden: eine breite der Mittellinie genäherte, der ganzen Länge nach durch 
eine leicht gewellte rosafarbene Längslinie unterbrochen, nach vorn bis zum 
Vorderrand der Stirn fortgesetzte, eine schmale auf den Seiten der Scheibe 
und eine breite in der unteren Hälfte des Seitenteiles, welch letztere sich 
nach vorn bis zum Unterrand der Wange fortsetzt. Schildchen teilweise 
schwärzlich tomentiert. Jede Decke mit drei schwarzen Binden: eine, die 
vordere Hälfte durchlaufende Seitenrandlängsbinde, eine Binde, die am 
Seitenrand etwas vor der Mitte beginnt, dann schief gegen die Naht, gleich- 
zeitig sich verbreiternd ansteigt, welch letztere sie am Außenrand des Schild- 
chens erreicht, dann sich entlang der Naht bis zum Hinterrand des Basal- 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 28 


434 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


drittels fortsetzt und die auf der Scheibe stellenweise durch die Grundto- 
mentierung unterbrochen ist und schließlich eine schmale, postmediane 
Querbinde, die vom Seitenrand in leichtem Bogen zur Naht zu ansteigt. Das 
Apikalviertel schwärzlich tomentiert, außer am äußersten Apikalrand und 
einer preapikalen queren Nahtmakel. Die Sterna und die vier ersten Abdo- 
minalsegmente zum Teil, das fünfte Abdominalsegment größtenteils, die 
Basalhälfte der Schenkel, das Apikaldrittel der Schienen, die Tarsen, die 
Unterseite des ersten Fühlergliedes, die Apikalhälfte des dritten Fühlerglie- 
des, das vierte außer an der Basis, sowie die Glieder fünf bis elf, schwarz 
tomentiert. 

Länge: 16-20 mm; Breite: 5-6 mm. 

Von Pic nach Stücken von Tonkin: Hoa Bing beschrieben. — Süd-China: Prov. 

Kwei-chow, Nanning (coll. Itzinger - Museum Frey). 


8. varius Ol. 


Lamia varia Olivier, 1792, Enc. method., VII, p. 467. 
Cerambyx crocatus Olivier, 1795, Ent., IV, no. 67, p. 92, pl. XII, fig. 80a, b. 
Thysanodes jucundus Newman, 1842, Ent., I, p. 292. 

Fühler ziemlich kräftig, etwas länger (ö) oder etwas kürzer (P) als der 
Körper, unterseits dicht gefranst, das erste Glied kurz und ziemlich dick. 
Die unteren Augenloben schief, etwas kürzer als die Wangen. Stirn breiter 
als hoch, schütter punktiert. Halsschild quer (besonders bei den PP), wenig 
dicht und wenig fein auf der Scheibe punktiert, mit vier feinen Querfurchen, 
zwei vorderen und zwei rückwärtigen. Schildchen breit, apikal abgestutzt. 
Decken sehr lang, apikal ausgeschnitten (die Nahtecke in einen kleinen, drei- 
eckigen Lappen ausgezogen, die Randecke einen sehr breiten, abgerundeten 
Lappen bildend), wenig dicht und ziemlich fein punktiert, im Basaldrittel 
und im Apikaldrittel mit einigen kurzen schwarzen Haarfascikeln. 

Schwarz, schwarz tomentiert. Auf jeder Wange eine sehr breite ocker- 
gelbe, seitlich gezackte Binde, die sich nach rückwärts bis zur Halsschild- 
basis fortsetzt und auf der Mitte der Halsschildlänge eine kleine schwarze 
Makel umschließt. Auf jeder Decke zwei ockergelbe Querbinden: eine 
sehr breite seitlich gezackte, die vom Ende des Basalviertels bis zum Beginn 
des Apikaldrittels reicht und durch zahlreiche kleine runde schwarze Flecken 
unterbrochen wird und eine schmale apikale. Das Apikalviertel der Schen- 
kel, die Basis der Schienen, die beiden ersten Fühlerglieder und die äußerste 
Basis des dritten Gliedes, ockergelb tomentiert. 

Länge: 15-22 mm; Breite: 4'/3-6'/a mm. 

Von Olivier nach Stücken von Madagascar (irrige Angabe) beschrieben. — 
Philippinen: Insel Luzon (Newman). Crocatus Ol. und jucundus Newm. s'nd 
Synonyme. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 435 


9. madurae Boppe (Abb. 2) 

Sthenias madurae Boppe, 1914, Bull. Soc. ent. Fr., p. 107, fig. 1. 

Fühler mäßig dick, etwas länger (ö) oder etwas kürzer (P) als der Kör- 
per, das erste Glied kurz und ziemlich dick. Die unteren Augenloben schief, 
etwas kürzer als die Wangen. Stirn breiter als hoch und wie die Mitte des 
Scheitels wenig fein und schütter punktiert. Halsschild quer (besonders bei 
den 2), dicht und grob punktiert, mit vier feinen Querfurchen, zwei vorde- 
ren und zwei rückwärtigen. Schildchen sehr breit, fünfeckig. Decken sehr 
lang, wenig dicht und eher grob punktiert, apikal ausgeschnitten (die Naht- 
ecke in einen kleinen, dreieckigen Lappen ausgezogen, die Randecke einen 
sehr breiten, abgerundeten Lappen bildend, mit einigen sehr kleinen 
schwarzen Haarfascikeln im Basaldrittel und im Apikaldrittel. 


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Abb. 2: Sthenias madura Boppe 


Schwarz, dunkelolivbraun tomentiert, die Wangen und der Hinterkopf 
weiß marmoriert. Einige weiße Mittellinien im Mittelteil des Scheitels. Hals- 
schild mit je einer breiten seitlichen weißen Scheibenlängsbinde, die zuwei- 
len in ganzer Länge durch eine braune Längslinie geteilt ist, je einer breiten 
samtschwarzen Längsbinde in der unteren Hälfte des Seitenteiles und mit 
je einem kurzen, der Mittellinie genäherten weißen Längsstrich am Vorder- 
rand und einem solchen am Hinterrand. Auf jeder Decke eine weißliche Ma- 
kel am Innenrand der Schulterbeule, die zuweilen von anderen undeutlichen 
weißlichen Flecken gefolgt wird, eine premediane weißliche Nahtmakel und 
eine breite weißliche postmediane Querbinde, die nahtwärts leicht ansteigt 
und sich zuweilen mit der Nahtmakel vereinigt, sowie eine Anzahl kleiner 


436 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


schwarzer Flecken nahe der Naht in der rückwärtigen Hälfte. Das Apikal- 
drittel der Decke weißlich marmoriert. Körperunterseite und Beine weiß 
gefleckt. Das Apikaldrittel der Schenkel und das Basalviertel der Schienen 
größtenteils weil tomentiert. Die beiden ersten Fühlerglieder schwarz, weiß 
und rotbraun marmoriert; die Basalhälfte des dritten und vierten Gliedes 
weiß marmoriert, die Basis aller weiteren Glieder weiß geringelt. 

Länge: 15-20 mm; Breite: 5-6!/2 mm. 


Von Boppe nach Stücken von Indien: Madura, Shembaganur, beschrieben. 


10. maculiceps Gah. 

Sthenias maculiceps Gahan, 1890, Ann. Mag. Nat. Hist., (6) V, p. 62. 

Fühler viel kürzer als der Körper, das erste Glied apikal innen merklich 
verdickt. Die unteren Augenloben quer, viel kürzer als die Wangen. Stirn so 
hoch wie breit, dicht und fein punktiert. Halsschild etwas breiter als lang, 
äußerst fein punktiert. Schildchen breit, fünfeckig. Decken apikal breit ab- 
gestutzt (die Randecke deutlich vortretend), ziemlich dicht und sehr fein 
punktiert; jede mit vier kleinen dunkelbraunen Haarfascikeln: ein basales 
auf der Scheibe, ein postbasales dahinter und zwei preapikale, eines auf der 
Scheibenmitte und eines nahe dem Seitenrand. 

Schwarz, grau mit braungelb untermischt, tomentiert. Scheitel mit je 
zwei braunen Flecken. Auf jeder Decke eine postmediane gebogene, 
schwarze Binde unweit der Naht. 

Länge: 11 mm; Breite: 3!/2 mm. 
Von Gahan nach Stücken von der Insel Ceylon beschrieben. — Indien: 

Madras, Ganjam District, Cilka Lake (Museum Calcutta). 


11. pseudodorsalis Breun. 

Sthenias pseudodorsalis Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 369. 

Sehr schmal. Fühler ungefähr so lang wie der Körper; das erste Glied 
dick, das dritte viel länger als das erste. Die unteren Augenloben quer, etwas 
länger als die Wangen. Kopf wenig dicht und fein punktiert. Halsschild sehr 
kurz, dicht und fein punktiert, auf der Scheibe mit je zwei kleinen Beulen, 
einer premedianen und einer postmedianen. Schildchen breit. Decken schmal, 
apikal leicht ausgeschnitten (die Randecke einen breiten verrundeten Lap- 
pen bildend), im Basaldrittel ziemlich grob punktiert, die Punkte auf der 
Scheibenmitte mehr oder weniger erloschen; jede mit einer länglichen post- 
basalen Scheibenbeule, die von einem braunen Haarfascikel überlagert wird. 

Schwarz, braun tomentiert, mit etwas weiß marmoriert, besonders auf 
der Stirn, den Seitenteilen des Schildchens, im preapikalen Nahtteil der 
Decke und auf den Seitenteilen der Abdominalsegmente. Am Beginn des 
Apikalviertels der Decke zwei quere, schwarze, nebeneinander liegende 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 4:37 


Scheibenmakeln und eine weiße Querbinde vor denselben, die die Naht nur 

mit ihrem Hinterrand berührt und seitwärts stark verbreitert ist. 

Länge: 13-16 mm; Breite: 4-5 mm. 

Von mir nach Stücken von Buthan beschrieben. — Thibet, Sikkim, Laos: 
Louang-Prabang (British Museum). 


12. angustatus Pic 
Sthenias angustatus Pic, 1925, Mel. exot. ent., XLIV, p. 26. 

Dem pseudodorsalis Breun. nahe stehend, aber die unteren Augenloben 
merklich länger als die Wangen, die Halsschildbeulen sehr schwach ange- 
deutet, die Decken in der ganzen vorderen Hälfte gröber punktiert, apikal 
schief abgestutzt (die Randecke stärker vortretend); auf jeder Decke vor dem 
postbasalen Scheibenhaarfascikel ein kleiner zahnförmiger Basalhöcker, der 
mit schwarzen Haaren überlagert ist, ein schwarzes Haarfascikel am Beginn 
des Apikalviertels und zwei kleine ockergelbe preapikale Haarfascikel (einer 
auf der Scheibenmitte und einer nahe dem Seitenrand, sowie die Tomen- 
tierung abweichend). 

Schwarz, weil3 tomentiert, diese Tomentierung stellenweise weniger 
dicht und diese Stellen dann grau erscheinend. Stirn, Wangen, Sterna und 
Beine schütter rotbraun marmoriert. Der Hinterkopf, der Mittelteil des 
Halsschildes, das Basalviertel und das Apikalviertel der Decke und das 
Abdomen sehr dicht dunkelrotbraun marmoriert. Halsschildscheibe mit je 
zwei ziemlich großen schwarzen seitlichen Makeln. Auf jeder Decke eine 
querovale schwarze, vorn ockergelb eingefaßte Scheibenmakel am Beginn 
des Apikalviertels, welche die weiße Partie von der dunkelrotbraun tomen- 
tierten Partie trennt. Fühler dunkelrotbraun tomentiert und weiß mar- 
moriert; das Apikalende des ersten Fühlergliedes, das zweite Glied und 
die Basis des dritten weiß tomentiert, das Basalviertel der Glieder fünf bis 
elf weißlich tomentiert. 

Länge: 11 mm; Breite: 3!/a mm. 
Von Pic nach Stücken von Tonkin: Lang-song beschrieben. 


13. yunnanus Breun. 
Sthenias yunnanus Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 370. 
Sthenias yunnanus Gressitt, 1942, Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., Spec. Publ., no. 8, 

p. 23; 1951, Longic., II, p. 480. 

Dem pseudodorsalis Breun. nahe stehend, aber noch schmäler, Kopf 
und Halsschild sehr fein punktiert, die Decken apikal schief abgestutzt (die 
Randecke stark vortretend), in den beiden vorderen Dritteln fein punktiert 
und mit zahlreichen sehr feinen Körnern übersät; die Körperoberseite nicht 
weil marmoriert; auf jeder Decke ein großes schwarzes Haarfascikel nahe 
der Naht am Beginn des Apikalfünftels, welches vorn ockergelb eingefaßt 


438 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


ist und die beiden schwarzen Makeln ersetzt; die postmediane weiße Quer- 
binde auf eine dreieckige Makel reduziert, welche die Naht nicht erreicht; 
dagegen auf jeder Decke noch zwei sehr kleine schwarze preapikale Haar- 
fascikel: eines auf der Scheibenmitte, das andere nahe dem Seitenrand. 
Länge: 14 mm; Breite: 41/3 mm. 

Von mir nach einem Stück von China: Prov. Yunnan, Fluß Soling-ho (coll. 
Itzinger — Museum Frey) beschrieben. 


14. gahani Pic 
Anaches gahani Pic, 1912, Mel. exot. ent., III, p. 19. 

Dem pseudodorsalis Breun. nahe stehend, aber noch schmäler, die un- 
teren Augenloben etwas kürzer als die Wangen, der Scheitel mit je einer 
langovalen Beule, der Kopf und der Halsschild dicht und sehr fein punktiert, 
die Halsschildbeulen schwächer ausgebildet, die Decken mehr als dreimal so 
lang wie der Kopf und der Halsschild zusammengenommen, apikal schief 
abgestutzt (die Randecke stark vortretend), im Basaldrittel sehr schütter 
gekörnt, im zweiten Drittel dicht und fein punktiert; die Körperoberseite 
nicht weiß marmoriert; auf jeder Decke ein großes schwarzes Haarfascikel 
nahe der Naht am Beginn des Apikalfünftels, welches vorn ockergelb ein- 
gefaßt wird und die beiden schwarzen Makeln ersetzt; die postmediane 
weiße Querbinde auf eine kleine weiße Seitenrandmakel reduziert. Über- 
dies auf den Decken eine langovale premediane weiße gemeinsame Naht- 
makel und auf jeder zwei sehr kleine ockergelbe preapikale Haarfascikel, 
eines auf der Scheibe, das andere nahe dem Seitenrand. 

Länge: 17 mm; Breite: 4%/ı mm. 
Von Pic nach Stücken von China: Prov. Yunnan, Yunnan-fu, Tali-fu be- 
schrieben. 


15. javanicus Breun. 

Sthenias javanicus Breuning, 1940, Fol. zool. hydrob., X, p. 424. 

Dem pseudodorsalis Breun. nahe stehend, aber die unteren Augenloben 
etwas kürzer als die Wangen, die ganze Oberseite gröber punktiert, die 
Halsschildbeulen quer gelagert, die Decken apikal ausgeschnitten (die Rand- 
ecke einen breiten Lappen bildend); die postmediane weiße Deckenbinde 
auf eine dreieckige Seitenrandmakel am Beginn des Apikalviertels redu- 
ziert, hinter welcher ein querovale schwarze Makel liegt, überdies auf den 
Decken eine premediane, langovale, weiße, gemeinsame Nahtmakel; die 
Körperunterseite und die Beine fast nicht weiß marmoriert; die Basis der 
Fühlerglieder vom dritten ab weißlich tomentiert. 

Länge: 14-20 mm; Breite: 41/2-6 mm. 
Von mir nach Stücken von Java: Soekaboemi (coll. Tippmann) beschrieben. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 439 


16. gracilis Breun. 

Sthenias gracilis Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 370. 

Dem pseudodorsalis Breun. nahe stehend, aber noch gestreckter, die 
unteren Augenloben etwas kürzer als die Wangen, der Halsschild gröber 
punktiert, fast ohne Scheibenbeulen, die Decken schütterer punktiert, auf 
den Schultern fein gekörnt, das postbasale Haarfascikel kleiner, vor ihm ein 
kleiner zahnförmiger Höcker auf der äußersten Basis; auf jeder Decke eine 
quere schwarze Scheibenmakel am Beginn des Apikalfünftels, die vorn un- 
deutlich weißlichgelb eingefaßt wird. 

Von mir nach einem Stück von Östindien beschrieben. — Assam: Garo Hills, 
oberhalb Tura, 1200 m alt. (Museum Calcutta). 


17. gracilicornis Gress. 


Sthenias gracilicornis Gressitt, 1937, Lingn. Sc. Journ., XVI, p. 602; 1951, Longic., 
II, p. 480. 
Fühler fein, etwas länger als der Körper; das erste Glied dick. Die un- 


teren Augenloben merklich kürzer als die Wangen. Stirn breit. Halsschild 
schwach quer, so wie der Kopf schütter und sehr fein punktiert, mit je einer 
premedianen, schwach ausgebildeten Scheibenbeule. Schildchen halbrund. 
Decken sehr lang, apikal schwach ausgeschnitten (die Randecke in einen kur- 
zen, stumpfen Lappen ausgezogen), in den beiden vorderen Dritteln wenig 
dicht und ziemlich grob punktiert, jede mit einer kleinen postbasalen Schei- 
benbeule. 

Dunkelbraun, graubraun, mit weißlich untermischt tomentiert. Je eine 
sehr kleine schwarze Makel auf dem Scheitel. Die postbasale Deckenbeule 
schwarz tomentiert. Auf jeder Decke eine breite, postmediane weiße Quer- 
binde, die nahtwärts sich verschmälert und hinter welcher zwei ovale, 
schwarzbraune Makeln liegen. Fühler dunkelbraun tomentiert, die letzten 
Glieder rötlich, apikal geschwärzt. 

Länge: 17 mm; Breite: 4°/a mm. 
Von Gressitt nach einem Stück von China: Prov. Kiang-si, Hong-shan be- 


schrieben. 


18. cylindricus Gress. 

Sthenias cylindricus Gressitt, 1939, Not. d’Ent. chin., VV4, p. 114, pl. III, fig. 7; 

Fich. Ent. chin., no. 62; 1942, Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., Spec. Publ., 

no. 8, p. 24; 1951, Longic., II, p. 481. 

Fühler um ein Drittel länger (5) oder etwas länger (2) als der Körper; 
das erste Glied mäßig dick. Kopf und Halsschild schütter und sehr fein 
punktiert. Schildchen halbrund. Decken apikal schief abgestutzt (die Rand- 
ecke in einen kurzen, stumpfen Lappen ausgezogen), jede mit einer kleinen 


postbasalen Scheibenbeule. 


440 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


Dunkelbraun, rotbraun, mit weißlichgelb untermischt tomentiert. Je 
eine kleine schwarze Makel auf dem Scheitel. Halsschild mit einer sehr 
kleinen, runden schwarzen Scheibenmakel. Auf jeder Decke die postbasale 
Beule schwarz tomentiert, eine breite weiße, postmediane Querbinde, eine 
schmale, stark gebogene schwarze Makel hinter derselben und eine schmale 
zickzackförmige, weiße preapikale, inkomplette Querbinde. Fühler gelb. 
Länge: 11-14 mm; Breite: 3'/3-31/2 mm. 

Von Gressitt nach Stücken von China: Prov. Chekiang, Tien-mu-shan be- 


schrieben. 


19. pictus Breun. 

Sthenias pictus Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 369. 

Fühler um ein Drittel länger als der Körper (Ö); das erste Glied mäßig 
dick. Die unteren Augenloben leicht quer, etwas kürzer als die Wangen. 
Stirn schütter und fein punktiert. Halsschild ziemlich schütter und eher fein 
punktiert mit je einer großen, stumpfen, niedrigen, mittleren Scheibenbeule. 
Schildchen fünfeckig. Decken apikal schief abgestutzt (die Randecke einen 
breiten, schief vortretenden Lappen bildend), basal und auf der Schulter 
fein gekörnt, danach sehr fein punktiert; jede mit einem kurzen Scheiben- 
querkamm am Ende des Basalfünftels, eine wenig angedeutete Längsbeule 
nahe der Naht am Beginn des Apikaldrittels und einige sehr kleine dunkel- 
braune Haarfascikeln an der Naht, besonders im Apikaldrittel. 

Rotbraun, strohgelb, stellenweise mit weißlich untermischt, tomen- 
tiert. Auf jeder Decke eine schmale schwarze Querbinde, die den Querkamm 
deckt und eine kurze, schief gelagerte schwarze Binde am Beginn des Api- 
kaldrittels, die von der Naht zur Scheibe absteigt. 

Länge: 14 mm; Breite: 4 mm. 
Von mir nach einem Stück von Birma: Monts Carin (British Museum) be- 
schrieben. 

2. Sg. Albosthenias Breun. 

Sthenias Sg. Albosthenias Breuning, 1961, Bull. Mus. d’Hist. Nat., (2) XXXIJ, 

p- 938. 

Das dritte Fühlerglied etwas kürzer als das vierte. 


Typ: albicollis Gah. 
20. albicollis Gah. 
Sthenias albicollis Gahan, 1890, Ann. Mag. Nat. Hist., (6) V, p. 61, pl. VII, fig. 6. 
Fühler etwas länger (6) oder merklich kürzer (7) als der Körper; das 
erste Glied ziemlich dick. Die unteren Augenloben quer, merklich kürzer als 
die Wangen. Stirn so hoch wie breit, wenig dicht und fein punktiert. 
Scheitel mit je einem kleinen Haarfascikel. Halsschild quer, mit zwei leich- 


ten Querdepressionen, einer vorderen und einer rückwärtigen, und je zwei 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 44] 


Scheibenhöckern, einem premedianen und einem postmedianen. Schildchen 
breit, fünfeckig. Decken apikal breit abgestutzt (die Randecke verrundet), 
basal fein gekörnt, danach sehr dicht und fein punktiert; jede mit einem 
kleinen zahnförmigen Höcker auf der Basismitte und fünf Haarfascikeln: 
ein kleines postbasales auf der Scheibe, zwei nebeneinanderliegende am 
Beginn des Apikalviertels, einem am Seitenrand am Beginn des Apikal- 
fünftels und ein preapikales an der Naht. 

Schwarz, gelbbraun mit ockergelb und braun untermischt, tomentiert. 
Halsschild weißlichgelb tomentiert, mit je einer sehr kleinen dunkelbraunen 
Basalmakel. Schildchen ockergelb tomentiert. Das postbasale Haarfascikel 
dunkelbraun, die beiden Haarfascikel am Beginn des Apikalviertels schwarz 
und vorn ockergelb, die beiden letzten Haarfascikel ockergelb; vor den bei- 
den Haarfascikeln am Beginn des Apikalviertels ist die Deckentomentierung 
weißlich. Fühler weißlichgelb marmoriert. 

Länge: 13 mm; Breite: 4 mm. 
Von Gahan nach Stücken von Indien: Nilghiri Hills beschrieben. - Madura, 

Anamalai Hills (Museum Dehra Dun). 

m. binotatus Pic 
Sthenias binotata Pic, 1925, Mel. exot. ent., XLIV, p. 26. 

Wie die Stammform, aber die Decken im Apikalteil gelb marmoriert. 


21. leucothorax Breun. 


Sthenias leucothorax Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 370. 
Sthenias leucothorax Gressitt, 1942, Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., Spec. Publ., 

no. 8, p. 24; 1951, Longic., II, p. 480. 

Dem albicollis Gah. nahe stehend, aber die unteren Augenloben viel 
länger als die Wangen, der Halsschild so lang wie breit, sehr schütter punk- 
tiert, bloß mit je einem kaum angedeuteten stumpfen Scheibenhöcker, die 
Decken unregelmäßig gerunzelt, basal nicht gekörnt; ohne Haarfascikel in 
der rückwärtigen Hälfte und die Tomentierung abweichend. 

Rotbraun, fein grau tomentiert. Stirn und Wangen dicht ockergelb mar- 
moriert. Scheitel und Halsschild dicht weißlichgelb tomentiert. Schildchen 
mit kahler Mittellängslinie. Auf jeder Decke eine breite, nebelförmige weiß- 
lichgelbe Querbinde. Die Seitenteile der Sterna und das Abdomen weißlich- 
gelb tomentiert. Beine und Fühler gelblich tomentiert und braun marmoriert. 
Länge: 13 mm; Breite: 31/2 mm. 

Von mir nach einem Stück von China: Ou-hou (Museum Dresden) be- 
schrieben. 


22. microphthalmus n. sp. 


Fühler so lang wie der Körper. Die unteren Augenloben halb so lang 
wie die Wangen. Stirn so hoch wie breit. Halsschild kaum quer, mit je einer 


442 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


großen, nur schwach angedeuteten Scheibenbeule. Schildchen halbrund. 
Decken apikal ausgeschnitten (die Randecke in einen breiten, verrundeten 
Lappen ausgezogen), dicht und fein punktiert und jede mit vier sehr kleinen 
schwärzlichen Haarfascikeln besetzt: drei auf der Scheibe, ein basales, ein 
postbasales und ein preapikales und eines nahe dem Seitenrand etwas vor 
dem preapikalen gelegenes. 

Dunkelbraun, weißlichgrau tomentiert. Der Apikalteil jeder Decke hin- 
ter den beiden rückwärtigen Haarfascikeln ziemlich dunkelbraun tomentiert 
und auf jeder Decke eine ziemlich große querovale postmediane dunkel- 
braune Makel. Die Apikalhälfte der Fühlerglieder sechs bis elf dunkel- 
braun tomentiert. 

Länge: 11 mm; Breite: 23/4 mm. 
Typ von Indien: Orissa, Puri, Balukhand Range, 13-V-1955, leg. R. N. Ma- 
thur im Museum von Dehra Dun. 


14. Paranaches Breun. 


Paranaches Breuning, 1959, Bull. Ann. Soc. roy. Ent. Belg., XCV, p. 70. 

Sehr langgestreckt, schmal. Fühler fein, unterseits gefranst; das erste 
Glied wenig lang aber ziemlich dick, das dritte viel kürzer als das vierte, so 
lang wie das erste. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, sehr wenig vor- 
tretend. Augen grob facettiert, unterteilt, die unteren Loben quer. Stirn 
breiter als hoch. Halsschild kurz, quer, seitlich verrundet, mit vier tiefen 
Querfurchen, zwei vorderen und zwei rückwärtigen, der erste vordere auf 
der Scheibe erloschen, und mit je einer sehr deutlichen stumpfen Scheiben- 
beule. Decken sehr lang, parallel, gewölbt, apikal sehr leicht ausgeschnitten 
(die Nahtecke gut ausgebildet, die Randecke verrundet), apikal dicht ge- 
franst. Kopf rückziehbar. Prosternalfortsatz etwas niedriger als die Hüften, 
verrundet. Mesosternalfortsatz mit kleinem mittleren Höcker, an seinem Vor- 
derrand schief abgestutzt. Metasternum von normaler Länge. Beine kurz, 
die Schenkel gekeult. 


Typ: simplex Pic Eine Art. 

1. simplex Pic 
Anaches simplex Pic, 1928, Mel. exot. ent., LII, p. 20. 

Fühler etwas länger (ö) oder viel kürzer (?) als der Körper, das erste 
Glied dicht und fein punktiert. Die unteren Augenloben fast dreimal so 
lang wie die Wangen. Kopf und Halsschild dicht und fein punktiert. Schild- 
chen zweimal so breit wie lang, apikal abgestutzt. Decken basal dicht und 
fein gekörnt, danach sehr dicht und wenig fein punktiert, jeder Punkt mit 
winziger Sete am Grund. Die Sterna und das Abdomen ziemlich dicht und 


fein punktiert. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 443 


Schwarz, die Körperoberseite und die Fühler rotbraun, mit dunkelbraun 
und gelbbraun untermischt, tomentiert. Decken mit einer breit dreieckigen, 
ockergelben basalen gemeinsamen Nahtmakel und auf jeder Decke eine 
langgestreckte posthumerale ockergelbe oder seltener weißlichgelbe Seiten- 
randmakel. Körperunterseite braungelb, auf dem Abdomen mit grau unter- 
mischt tomentiert. 

Länge: 12 mm; Breite: 3'/3 mm. 
Von Pic nach Stücken von Annam: Dalat beschrieben. 

m. niveoplagiatus nov. 

Wie die Stammform, aber die Decken ohne gemeinsame ockergelbe 
Nahtmakel; die posthumerale Seitenrandmakel rein weiß. 

Typ ein ö von Laos in coll. Tippmann. 


15. Thita Auriv. 


Thita Aurivillius, 1914, Ark. f. Zool., VIIV29, p. 34. 

Langgestreckt. Fühler mäßig fein, um die Hälfte länger als der Körper, 
unterseits lang gefranst; das erste Glied lang, gekeult, das dritte merklich 
länger als das vierte, so lang wie das erste, das vierte merklich länger als 
eines der weiteren Fühlerhöcker nicht vortretend. Augen fein facettiert, un- 
terteilt, die unteren Loben etwas höher als breit. Stirn breiter als hoch. 
Halsschild quer, gewölbt, basal dreigelappt, seitlich leicht verrundet, mit 
zwei tiefen, geraden, von den Rändern stark entfernten Querfurchen, eine 
vordere und eine rückwärtige. Decken lang, mäßig gewölbt, merklich breiter 
als der Halsschild, apikal verrundet. Kopf rückziehbar. Prosternalfortsatz 
niedriger als die Hüften, verrundet. Mesosternalfortsatz zum Vorderrand 
zu allmählich geneigt. Metasternum von normaler Länge. Beine mäßig lang, 
die Schenkel gekeult. Durchwegs mit langen, abstehenden Haaren besetzt, 
diese Haare kürzer auf den Fühlern vom vierten Glied ab. 

Typ: glauca Auriv. Eine Art. 


l. glauca Auriv. 

Thita glauca Aurivillius, 1914, Ark. Zool., VIIV/29, p. 34. 

Die unteren Augenloben so lang wie die Wangen. Kopf und Halsschild 
dicht und fein punktiert, ziemlich grob im Mittelteil der Halsschildscheibe. 
Schildchen halbrund. Decken dicht und eher grob, längsgereiht punktiert, 
die Punkte nahtwärts etwas feiner, apikalwärts fast erloschen. 

Schwarzbraun, leicht kupfrig schimmernd, weißlichgrau, auf der Hals- 
schildscheibe mit dunkelbraun untermischt, tomentiert. Auf jeder Decke eine 
breite dunkelbraune Seitenrandlängsbinde, die sich am Beginn des Apikal- 
viertels bis zur Scheibenmitte verbreitert und eine sehr schmale, das apikale 
Fünftel durchlaufende dunkelbraune Nahtbinde. Das dritte Tarsenglied 


444 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


und die Apikalhälfte des vierten Gliedes, sowie das erste Fühlerglied, dun- 
kelbraun. Fühler vom dritten Glied ab hellrot, gelblich tomentiert. 

Länge: 10 mm; Breite: 3'/3 mm. 

Von Aurivillius nach einem Stück von Borneo: Matang beschrieben. 


16. Mimabryna Breun. 


Mimabryna Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 237. 

Langoval, cylindrisch. Fühler fein, länger als der Körper, unterseits ge- 
franst; das erste Glied lang und dünn, das dritte viel länger als das vierte 
oder das erste. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, kaum vortretend. 
Augen grob facettiert, unterteilt, die unteren Loben quer. Stirn etwas brei- 
ter als hoch. Halsschild quer, gewölbt, seitlich sehr leicht verrundet, mit zwei 
feinen Querfurchen, einer auf der Scheibe erloschenen vorderen und einer 
rückwärtigen, und mit je einer kleinen stumpfen unteren Seitenbeule nahe 
dern Vorderrand. Decken lang, parallel, etwas breiter als der Halsschild, 
mäßig gewölbt, apikal breit verrundet. Kopf nicht rückziehbar. Prosternal- 
fortsatz ziemlich breit, so hoch wie die Hüften, an seinem Hinterrand senk- 
recht abgestutzt. Mesosternalfortsatz eine breite an ihrem Vorderrand senk- 
recht abgestutzte Platte bildend. Metasternum von normaler Länge. Beine 
wenig lang, die Schenkel gekeult. 

Typ: nicobarica Breun. Eine Art. 


1. nicobarica Breun. 

Mimabryna nicobarica Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 237. 

Fühler um die Hälfte länger (Ö&) oder etwas länger (P) als der Körper. 
Die unteren Augenloben viel kürzer als die Wangen. Stirn, Wangen und 
Vorderteil des Scheitels ziemlich dicht und wenig fein punktiert. Halsschild 
dicht und eher grob punktiert. Schildchen breit, halbrund. Decken in der 
vorderen Hälfte dicht und eher grob punktiert, in der rückwärtigen Hälfte 
schütterer und immer feiner werdend punktiert. 

Rotbraun, gelbbraun tomentiert. Auf jeder Decke zwei kleine braune 
Scheibenmakeln: eine am Ende des Basaldrittels und eine quergewellte 
postmediane. 

Länge: 16-17 mm; Breite: 51/2-6 mm. 
Von mir nach einem Stück von den Nikobaren beschrieben. -— Andamanen 
(British Museum und Museum Calcutta). 


17. Paraphemone Gress. 


Paraphemone Gressitt, 1935, Philipp. Journ. Sc., LVIII, p. 278. 
Sehr langgestreckt, cylindrisch. Fühler so lang wie der Körper, die 
ersten vier Glieder dick, zusammengenommen so lang wie die sieben weite- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 445 


ren Glieder; das erste Glied ziemlich lang und dünn, das dritte viel kürzer 
als das vierte, um ein Viertel länger als das erste, in seinem Mittelteil ver- 
dickt. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, wenig vortretend. Augen un- 
terteilt, die unteren Loben quer. Stirn breiter als hoch, mit feinem Mittel- 
längskamm. Halsschild etwas breiter als lang, basal dreigelappt, seitlich 
leicht verrundet. Decken lang, apikal verrundet. Prosternalfortsatz so hoch 
wie die Hüften, an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt. Mesosternal- 
fortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt. Metasternum von nor- 
maler Länge. Beine kräftig, die rückwärtigen kürzer als die übrigen, die 
Schenkel nicht gekeult. 

Typ: multimaculata Gress. Eine Art. 


1. multimaculata Gress. 

Paraphemone multimaculata Gressitt, 1935, Philipp. Journ. Sc., LVIII, p. 279. 

Die unteren Augenloben kürzer als die Wangen. Halsschild grob punk- 
tiert. Schildchen halbrund. Decken besonders auf der Scheibe ziemlich dicht 
punktiert und besonders hinter der Mitte mit einigen leicht erhabenen 
Längslinien. 

Schwarz, weiß, rotbraun und dunkelbraun untermischt, tomentiert. 
Hinterkopf graubraun marmoriert und mit je zwei rotbraunen Längsbinden, 
die sich dann nach rückwärts bis zur Halsschildbasis fortsetzen. Decken dicht 
mit zahlreichen kleinen weißen Flecken übersät, die auf jeder in sechs bis 
sieben Längsreihen angeordnet sind. Die Seitenteile des Halsschildes und 
die der Sterna und der Abdominalsegmente weißlich tomentiert. Je eine 
dunkelbraune dreieckige Makel auf den Seiten jedes Abdominalsegmentes. 
Das vierte Fühlerglied außer basal, das Apikalende des fünften und des 
sechsten Gliedes und die Glieder sieben bis elf, dunkelbraun tomentiert. 
Länge: 131/a mm; Breite: 4'!/a mm. 

Von Gressitt nach einem Stück von Siam: Trong beschrieben. 
Ich kenne diese Art bloß nach der Beschreibung. 


18. Milothris Cast. 


Milothris Castelnau, 1840, Hist. Nat. Col., II, p. 492. 

Atmodes Thomson, 1857, Arch. Ent., I, p. 301. 

Atmodes Pascoe, 1865, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, pp. 140, 151. 
Langgestreckt, zylindrisch. Fühler wenig dick, etwas kürzer (ö) oder 


viel kürzer (?) als der Körper, unterseits gefranst; das erste Glied kurz, birn- 
förmig, das dritte etwas länger als das vierte, viel länger als das erste. Füh- 
lerhöcker nicht vortretend. Augen ziemlich grob facettiert, unterteilt, die 
unteren Loben quer. Stirn viel breiter als hoch, in den Hinterkopf allmählich 
übergehend. Halsschild quer, gewölbt, basal dreigelappt, seitlich leicht ver- 


446 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


rundet, mit vier feinen Querfurchen, zwei vorderen und zwei rückwärtigen. 
Decken sehr lang, gewölbt, kaum breiter als der Halsschild, zylindrisch, 
apikal leicht abgestutzt. Kopf rückziehbar. Prosternalfortsatz schmal, so hoch 
wie die Hüften, an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt. Mesosternal- 
fortsatz wenig breit, an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt. Metaster- 
num von normaler Länge. Beine wenig lang, ziemlich kräftig, die Schenkel 
gekeult. 


Typ: irrorata F. Eine Art. 
l. irrorata F. (Abb. 1, Fig. 3) 


Saperda irrorata Fabricius, 1801, Syst. El., II, p. 329. 

Lamia lynx Dalman, 1817, Schönherr, Syn. Ins., /3, Append., p. 173. 
Saperda marmorea Schönherr, 1817, Syn. Ins., V/3, p. 486. 

Milothris marmorea Castelnau, 1840, Hist. Nat. Col., I, p. 492. 

Atmodes marmorea Pascoe, 1865, Trans. ent. Soc. Lond., (8) III, p. 151. 
Atmodes marmorea Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, p. 529. 

Die unteren Augenloben so lang wie die Wangen. Scheitel schütter und 
fein punktiert. Halsschildscheibe dicht und sehr grob punktiert außer ent- 
lang einem schmalen Mittellängswulst. Schildchen breit, sehr kurz, apikal 
abgerundet. Decken wenig dicht und sehr grob punktiert, die Punkte ab der 
Mitte nahtwärts feiner werdend; jede mit einer postmedianen Längsdepres- 
sion unweit der Naht. Die Seitenteile des Abdomens schütter und fein punk- 
tiert, das letzte Segment in beiden Geschlechtern apikal stark ausgeschnitten. 

Schwarz, weiß tomentiert und dicht mit sehr kleinen Kahlflecken über- 
sät, diese Flecken besonders zahlreich auf der Halsschildmitte und entlang 
der Deckennaht, so daß sich eine Art breite schwarze Längsbinde bildet, 
die vom Halsschildvorderrand bis zum Apikalende der Decken reicht. Fühler- 
glieder mit sehr kleinen weißen Flecken übersät und basal und apikal weiß 
geringelt. 

Länge: 12-16 mm; Breite: 4-5!/2 mm. 
Von Fabricius nach Stücken von Java beschrieben. — Sumatra (coll. Itzin- 
ger — Museum Frey). — Lynx Dalm und marmorea Schönh. sind Synonyme. 


19. Pseudeuclea Schwarz. 


Pseudeuclea Schwarzer, 1931, Senckenberg., XIII, p. 205. 

Gestreckt, zylindrisch. Fühler ziemlich dick, ungefähr die Deckenmitte 
erreichend; das erste Glied mäßig lang und dick; das dritte apikal stark 
verdickt und sehr dicht, kurz schwarz gefranst, zweimal so lang wie das 
erste; die Glieder vier bis elf zusammengenommen kaum so lang wie das 
dritte. Fühlerhöcker nicht vortretend. Augen unterteilt, die unteren Loben 
quer. Stirn allmählich in den Hinterkopf übergehend, mit feinem Mittel- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 447 


längskamm. Halsschild gewölbt, seitlich sehr leicht verrundet. Decken sehr 
lang, zylindrisch, stark gewölbt, apikalwärts plötzlich abfallend, apikal ver- 
rundet. Kopf nicht rückziehbar. Prosternum stark nach vorn verlängert. Pro- 
sternalfortsatz an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt; Mesosternalfort- 
satz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt. Metasternum von normaler 
Länge. Beine kurz, kräftig, die Schenkel gekeult. Jederseits auf dem zwei- 
ten Abdominalsegment eine Querdepression. 

Typ: cribrosa Schwarz. Zwei Arten. 

ee Halsschildguen nennen an eanen cribrosa Schwarz. 
— Halsschild etwas länger als breit .............. ...... roseolata Breun. 


1. cribrosa Schwarz. 

Pseudeuclea cribrosa Schwarzer, 1931, Senckenberg., XIII, p. 206, fig. 23. 

Die unteren Augenloben merklich kürzer als die Wangen. Kopf ziem- 
lich schütter und grob punktiert. Halsschild quer, ziemlich dicht und grob 
punktiert. Schildchen sehr klein, quer. Decken durchwegs dicht grubig punk- 
tiert, ihr Apikalrand gefranst. 

Schwarz, braun tomentiert. Auf jeder Decke zwei gelbliche Seitenrand- 
makeln: eine knapp vor der Mitte, die bis zur Scheibenmitte reicht und eine 
am Beginn des Apikalviertels. Körperunterseite und Beine hellrot tomentiert, 
die Pro- und Mesepisternen und die ersten Abdominalsegmente weißlich to- 
mentiert. Fühler gelblich tomentiert, nur der verdickte Teil des dritten Glie- 
des schwarz. 

Länge: 12-14 mm; Breite: 4!/2-5 mm. 
Von Schwarzer nach Stücken von Borneo: Long Peak beschrieben. 


2. roseolata Breun. 


Pseudeuclea roseolata Breuning, 1961, Bull. Inst. roy. Sc. nat. Belg., XXXVII, 
no. 20, p. 7. 


Der cribrosa Schwarz. nahe stehend, aber der Halsschild etwas länger 
als breit, die Decken dicht und sehr grob, aber nicht grubig punktiert, apikal 
nicht gefranst und die Tomentierung abweichend. 

Schwarz, dunkelrotbraun tomentiert, auf der Körperunterseite und den 
Beinen rosafarben untermischt, auf der Dorsalfläche der Vorderschenkel 
weißlich untermischt. Schläfen rosafarben tomentiert. Stirn mit je einer 
breiten rosafarbenen Längsbinde, die sich nach rückwärts über den Scheitel 
bis zur Halsschildbasis fortsetzt. Je eine weiße Längsbinde in der unteren 
Hälfte des Halsschildseitenteils. Auf jeder Decke drei rosafarbene Querbin- 
den: eine basale, eine mediane und eine am Beginn des Apikalviertels, die 
beiden ersten der Länge nach miteinander durch zwei rosafarbene Längs- 
striche, einer nahe der Naht, der andere hinter der Schulter gelegen, ver- 
bunden. Auf den Seiten des Prosternums und des Mesosternums weiße 


448 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


Flecken. Die vier ersten Fühlerglieder rosafarben tomentiert, das Apikal- 
drittel des dritten Gliedes schwarz, die Unterseite des vierten Gliedes weiß, 
die Glieder fünf bis elf braun tomentiert. 

Länge: 14!/a mm; Breite: 41/2 mm. 

Von mir nach einem Stück von Sumatra: Dolok-Baros (Museum Bern) be- 


schrieben. 


20. Metagnoma Auriv. 


Metagnoma Aurivillius, 1924, Ark. Zool., XVII, A/12, p. 13. 

Gestreckt. Fühler wenig fein, etwas länger als der Körper, unterseits 
gefranst, das dritte Glied unterseits in seiner Apikalhälfte mit dichter 
Haarbürste, die letzten Glieder unterseits dicht und lang gefranst; das erste 
Glied kurz, birnförmig, das dritte um die Hälfte länger als das vierte, mehr 
als zweimal so lang wie das erste, das elfte apikal zugespitzt und stark ein- 
wärts gebogen. Fühlerhöcker nicht vortretend. Augen grob facettiert, unter- 
teilt, die unteren Loben quer. Stirn breiter als hoch, allmählich in den Hin- 
terkopf übergehend, mit breiter Mittellängsfurche, die bis zum Hinterrand 
des Kopfes reicht. Halsschild so lang wie breit oder leicht quer, seitlich von 
der Basis bis zum Vorderrand leicht verschmälert, mit zwei wenig deutlichen 
Querfurchen, einer vorderen und einer rückwärtigen. Decken lang, stark 
gewölbt, apikal breit verrundet. Prosternum nach vorn stark verlängert, der 
Kopf nicht rückziehbar. Prosternalfortsatz sehr schmal, viel niedriger als die 
Hüften, an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt. Mesosternalfortsatz 
wenig breit, an seinem Vorderrand mit einem schmalen Höcker. Metasternum 
von normaler Länge, die Vorderhüften stark vortretend. Beine wenig lang, 
ziemlich kräftig. Das zweite Abdominalsegment mit je einer dicht tomen- 
tierten Seitenrandmakel am Hinterrand. 

Typ: singularis Aur. Zwei Arten. 
1. Wangen und Seitenteile der Unterseite ockergelb tomentiert ......... 
singularis Auriv. 


— Diese Teile weiß. tomentiert ........nannen Bananen affınis Breun. 


1. singularis Auriv. 

Metagnoma singularis Aurivillius, 1924, Ark. Zool., XVII, A/12, p. 13, fig. 136. 
Metagnoma singularis Schwarzer, 1921, Senckenberg., XIII, p. 206. 

Das erste Fühlerglied dicht und ziemlich grob punktiert, der basale Teil 
der Glieder acht und neun und die Glieder zehn und elf lang gefranst. Kopf 
ziemlich dicht und sehr grob punktiert. Halsschild so lang wie breit, dicht 
und sehr grob punktiert. Schildchen zweimal so breit wie lang. Decken 
durchwegs sehr dicht mit großen Gruben übersät; auf jeder Decke im rück- 


wärtigen Nahtteil drei leicht erhabene Längslinien. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 449 


Schwarz, fein gelb tomentiert. Die Wangen, die Seitenteile des Hals- 
schildes, die Seitenteile des Prosternums, das Mesosternum und das Abdo- 
men dicht ockergelb tomentiert. Auf jeder Decke eine kleine postmediane 
quere ockergelbe Seitenrandmakel. 

Länge: 14 mm; Breite: 5 mm. 
Von Aurivillius nach einem Stück von Borneo: Mont Kinabalu beschrieben. 


2. strandi Breun. 
Metagnoma strandi Breuning, 1943, Fol. zool. hydrob., XII, p. 19. 
Dem singularis Auriv. nahe stehend, aber die Fühlerglieder sechs bis 


elf unterseits sehr dicht gefranst, der Halsschild quer; die Grundtomentie- 
rung rotbraun statt gelb, die ockergelbe Tomentierung durch eine weiße 
Tomentierung ersetzt. Die Apikalhälfte des vierten Fühlergliedes und die 
weiteren Glieder ziemlich dunkelbraun tomentiert, die Basalhälfte des vier- 
ten Gliedes und die Unterseite der Glieder vier bis sieben braungelb tomen- 
tiert. 

Länge: 14 mm; Breite 4°/3 mm. 

Von mir nach einem Stück von Borneo (coll. Tippmann) beschrieben. 


21. Callimetopus Blanch. 


Callimetopus Blanchard, 1853, Voyage Pöle Sud Zool., IV, p. 303. 
Euclea Newman, 1842, Ent., I, p. 290. 

Euclea Pascoe, 1865. Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, pp. 140, 149. 
Euclea Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, pp. 521, 528. 

Proteuclea Heller, 1915, Philipp. Journ. Sc., Sect. D, X, p. 245. 
Niphonoclea Aurivillius, 1921, Cat. Col., pars 73, Lam, p. 247. 


Sehr langgestreckt, zylindrisch. Fühler ziemlich dick, unterseits schütter 
gefranst, kürzer bis etwas länger als der Körper; das erste Glied wenig lang, 
das dritte leicht gebogen, länger als das vierte, mehr als um die Hälfte länger 
als das erste. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, nicht vortretend. Augen 
fein facettiert, unterteilt, die unteren Loben quer. Stirn sehr breit, allmählich 
in den Hinterkopf übergehend, mit feinem Mittellängskamm. Halsschild 
leicht quer, selten länger als breit, basal dreigelappt (der Mittellappen wenig 
deutlich), mit feiner gewundener Querfurche vor der Basis, vielfach mit je 
einer kleinen stumpfen oberen Seitenbeule am Ende des vorderen Viertels, 
sowie mit je einem kleinen, unteren Seitenhöcker nahe dem Vorderrand. 
Decken sehr lang, zylindrisch, stark gewölbt, basal zweigelappt. Prosternum 
nach vorn stark verlängert, der Kopf nicht rückziehbar. Prosternalfortsatz 
ziemlich breit, niedriger als die Hüften, an seinem Hinterrand senkrecht 
abgestutzt. Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt 
und mit zwei kleinen abgerundeten Höckern versehen. Metasternum von 
normaler Länge. Beine wenig lang, die Schenkel leicht gekeult. 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 29 


450 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


Typ: pantherinus Blanch. 25 Arten in der eurasiatischen Region. Da der 
Name Euclea Newm. vergeben war, tritt der spätere Name von Blanchard 
ein und wird der von Aurivillius vorgeschlagene Name Niphonoclea über- 


flüssig. Proteuclea Hell. ist ein Synonym. 


l. Decken rotbraun tomentiert und mit schwarzen Flecken besetzt ...... 
ornatus Schultze 


— Decken ohne schwarze Flecken... REM se 2. 

2. Decken ockergelb und rötlich marmoriert aber ohne deutliche Flek- 
ken oder Binden ......nun.. nn 3. 

— Decken stets mit deutlichen Flecken oder Binden. ................ 6. 

3. Halsschild quer, rot in seinem Mittelteil ...................... ruficollis Hell. 

— Halsschild kaum quer, in seinem Mittelteil nicht rot .............. 4. 


4. Körperoberseite rötlich marmoriert und mit weiß untermischt ............ 
variolosus Schultze 

— Körperoberseite gelblich marmoriert ..........eneee Sk 
5. Die unteren Augenloben viel kürzer als die Wangen... 
longicollis Schwarz. 
— Die unteren Augenloben nur etwas kürzer als die Wangen. ................. 
irroratus irregularis Breun. 
6. Decken braungelb marmoriert und jede mit einer gelben Seiten- 
tandlänssbindes 2 2.2. nen ren laterivittis Hell. 

— Decken ohne eine derartige Binde ..........nnseensemeemeee 7% 
7. Decken mit sehr kleinen weißen Flecken übersät und jede mit einer 
langovalen weißen Seitenrandmakel im Basaldrittel sowie mit einer 
gegen die Naht verschmälerten, postmedianen weißen Querbinde 
palawanus Schultze 

— Decken anders gezeichnet u... na nee 8. 
8. Decken braun bis ockergelb tomentiert und jede mit einer großen 
länglichen premedianen, weißlichgelben Seitenrandmakdl ................ 
cynthia Thoms. 

=: Decken anders’ gezeichnet ........un..n... Dane ee 9. 
9. Decken braun bis ockergelb tomentiert und jede mit einer bis etwas 
über die Deckenmitte zurückreichenden weißen Seitenrandlängs- 


binde 2. er 2 ne ee cynthioides Breun. 
—:. Decken anders gezeichnet ....un.sunansiincm a 10. 
10. Körperoberseite stark metallisch grün oder rotkupfrig schimmernd ... 11. | 
—  Körperoberseite nicht derartig schimmernd ..............ese 15: | 


11. Decken mit zahlreichen kleinen weißen Flecken übersät, ohne Binden 
multialboguttatus Breun. 


- Decken mit’Binden:.:.......etn. a... au area 1:2: 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 


451 


12. 


23. 


24. 


Jede Decke mit zumindest zwei schmalen weißen Querbinden: eine 
premediane und eine mediane .........uneueuene 
Decken ohne eine von der Medianbinde getrennten Premedianbinde 


. Decken in der Vorderhälfte auch mit Längsbinden principalis Hell. 


Decken ohne Längsbinden in der Vorderhältte ...... superbus Breun. 


. Halsschild mit zwei weißen Querbinden, eine vordere und eine 


TÜCKWATUGE 1... Mean pulchellus Schultze 
Halsschild mit zwei weißen Längsbinden und je einer seitlichen 
weißen Scheibenmakel .............uccood. gloriosus Schultze 


. Halsschild mit zwei gelben oder ockergelben Längsbinden. .................. 


Halsschild ohne derartige Binden. .............ueccopasaao.. 


. Das vierte Fühlerglied schwarzbraun tomentiert ................ 


ochreosignatus Breun. 
Das vierte Fühlerglied weißlich tomentiert .......ueacaoe 


. Halsschild mit Ausnahme einer breiten Mittellängsbinde ockergelb 


tomtentic ke ee ser illecebrosus Pasc. 
Halsschild mit zwei breiten, am Vorderrand miteinander vereinigten 


gelblichen. Längsbinden ....... nun rhombifer Hell. 


. Körperoberseite stark blau schimmernd ..........uecccoooooo. 


Körperoberseite nicht blau schimmernd .......ueenece 


. Die postskutellare Nahtmakel mit einer Binde vereinigt, die schief 


nach rückwärts gegen den Seitenrand sich erstreckt .......a...... 
siargoanus Schultze 
Die postskutellare Nahtmakel bleibt isoliert ............... tagalus Hell. 


. Auf jeder Decke eine weiße Binde, die kurz nach dem Schildchen 


beginnt und nach einer breiten und langen Kurve wieder zur Naht 
Zsnüicklsc nt ne erg 
Decken ohne eine derartige Binde... enseneeene nen 


. Die dunkle, von dieser Binde umgeschlossene Makel ist sehr klein 


degeneratus Hell. 


Die dunkle, von dieser Binde umschlossene Makel ist sehr groß ...... 
cordifer Hell. 


. Decken ohne eine die Naht fast erreichende weiße Querbinde ......... 


Jede Decke mit einer solchen Binde... 
Oberseite durchwegs ockergelb marmoriert ......... irroratus Newm. 
Oberseite nicht ockergelb marmoriert ....... griseus Breun. 
Jede Decke außer der breiten weißen Querbinde mit drei scharf 
ausgebildeten weißen Makeln, eine basale, zwei im Apikalteil ......... 

panayanus Schultze 


I® 
18. 


7 


1). 
20. 


21. 
22. 


23. 
24. 


452 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


— Jede Decke außer der weißen Querbinde ohne scharf ausgebildete 


weiße. Makeln ....... nn 25. 
25. Decken: grob: punktiert „un... en On capito Pasc. 
— Decken fein punküert a... nen albatus Newm. 


l. irroratus Newm. 

Euclea irrorata Newman, 1842, Ent., I, p. 290. 

Fühler den Beginn des Apikaldrittels der Decken (ö) oder nicht die 
Deckenmitte (?) erreichend; das erste Glied apikalwärts leicht verdickt, dicht 
und fein punktiert, das dritte Glied merklich länger als das vierte, das vierte 
merklich länger als das erste. Die unteren Augenloben etwas kürzer als die 
Wangen. Kopf und Halsschild ziemlich dicht und eher grob punktiert. Hals- 
schild quer, seine Hinterecken in eine Art kurzer Dornen ausgezogen, die 
seitliche obere Scheibenbeule wenig angedeutet, der untere vordere Seiten- 
höcker ziemlich breit. Schildchen länglich, apikal verrundet. Decken apikal 
kaum ausgeschnitten (die Randecke fast abgerundet), dicht und grob punk- 
tiert, die Punkte bloß apikalwärts etwas feiner werdend. Abdomen, Schenkel 
und Schienen ziemlich dicht und fein punktiert. 

Schwarz, durchwegs ockergelb, mit etwas grau untermischt marmoriert, 
besonders dicht auf den Seitenteilen des Meso- und des Metasternums und 
auf den Seiten der Abdominalsegmente. Die graue Tomentierung auf jeder 
Decke zwei oder drei stark gewellte Querbinden bildend: eine premediane, 
eine mediane und eine postmediane; der seitliche Raum zwischen den bei- 
den ersten dieser Binden weiß tomentiert. Die drei ersten Fühlerglieder 
weißlich marmoriert, das vierte Glied in den drei ersten Vierteln weiß 
tomentiert, der Basalteil des fünften und des sechsten Gliedes zuweilen weiß 
tomentiert. 

Länge: 16-20 mm; Breite: 5-6'/3 mm. 
Von Newman nach Stücken von Luzon: Manilla beschrieben. — Insel Min- 
danao (Museum Hamburg;). 


m. albidus Breun. 


Callimetopus irroratus Newm. m. albidus Breuning, 1947, Ark. f. Zool., XXXIX, 
A/6, p. 30. 


Wie die Stammform, aber die Decken ohne helle Querbinden und ohne 
weiße Tomentierung zwischen ihnen. 


m. bifasciatus Fish. 
Niphonoclea bifasciata Fisher, 1943, Bull. Mus. d’Hist. Nat. Belg., X, no. 15, p. 3. 
Wie die Stammform, aber die hellen Querbinden sehr deutlich ausge- 
bildet, nur die postmediane vielfach erloschen, der Raum zwischen den bei- 
den ersten Binden ohne weiße Tomentierung. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 453 


Luzon: Laguna, Mt. Makiling (coll. Lepesme), Insel Mindanao und Samar 
(Fisher, Aurivillius); Insel Leyte (Museum Hamburg). 


2. capito Pasc. 
Euclea capito Pascoe, 1865, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, p. 149, nota. 
Euclea albata Lacordaire (nec Newman), 1872, Gen. Col., IX, pl. CII, fig. 4. 
Dem irroratus Newm. nahe stehend, aber das erste Fühlerglied schütter 
und grob punktiert, die seitliche obere Scheibenbeule des Halsschildes stär- 
ker vortretend, der untere seitliche Höcker schmäler und spitzig, die Decken 
durchwegs grob punktiert, apikal ausgeschnitten (die Naht- und die Rand- 
ecke in je einen kurzen und breiten Dorn ausgezogen); die Seitenteile des 
Mesosternums und die Metepisternes durchwegs ockergelb tomentiert, die 
weiße Tomentierung bildet auf jeder Decke eine gewellte Querbinde, die 
mit ihrem Hinterrand die Naht berührt und vom Ende des Basalfünftels bis 
zur Deckenmitte oder etwas über diese hinaus reicht; überdies auf jeder 
Decke eine schmale, stark gewellte postmediane ockergelbe Querbinde, die 
grauen Querbinden dagegen fehlen. 
Von Pascoe nach Stücken von der Insel Luzon: Manilla beschrieben. — Das 
typische Exemplar war von Newman als aberrantes Stück seines albatus 
erwähnte worden. Laguna (coll. Lepesme). 


m. mesoleucus Pasc. 
Euclea mesoleuca Pascoe, 1865, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, p. 150, nota. 
Wie die Stammform, aber die Zeichnungen weiß statt ockergelb, die 
weiße Deckenquerbinde noch breiter. 
Insel Luzon und Sibuyan (British Museum und Museum Dresden). 


3. albatus Newm. 

Euclea albata Newman, 1942, Ent., I, p. 290. 

Dem irroratus Newm. nahe stehend, aber größer, das erste Fühlerglied 
schütter und grob punktiert, die seitliche obere Scheibenbeule des Hals- 
schildes stärker vortretend, der untere vordere Seitenhöcker schmal und 
spitzig, das Schildchen breiter, die Decken durchwegs feiner punktiert, apikal 
deutlich ausgeschnitten (die Naht- und die Randecke in je einen kurzen und 
breiten Dorn ausgezogen und die Tomentierung anders. 

Braun, dunkelbraun tomentiert. Das erste Fühlerglied, der Kopf, der 
Halsschild und die Decken ockergelb marmoriert. Auf jeder Decke eine sehr 
breite weiße Querbinde, die seitlich vom Außenrand der Schulterbeule bis 
zur Deckenmitte und an der Naht von der Basis bis zum Beginn des Apikal- 
drittels reicht. 

Länge: 25 mm; Breite: 9 mm. 
Von Newman nach einem Stück von Luzon: Manilla beschrieben. 


454 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


4. ochreosignatus Breun. 

Callimetopus ochreosignatus Breuning, 1959, Mitt. Zool. Mus. Berl., XXXV, p. 160. 

Fühler viel kürzer als der Körper, das vierte Glied sehr leicht verdickt 
und viel dichter gefranst als die anderen, so lang wie das erste, das dritte 
Glied um die Hälfte länger. Die unteren Augenloben merklich kürzer als die 
Wangen. Kopf und Halsschild sehr dicht und wenig fein punktiert. Hals- 
schild quer, seitlich gerade, mit je einem winzigen vorderen unteren Seiten- 
höcker. Decken parallel, apikal verrundet, im basalen Fünftel sehr dicht und 
fein gekörnt, danach dicht und ziemlich grob punktiert. 

Rot, schütter ockergelb tomentiert. Je eine Längsbinde auf dem Seiten- 
rand der Stirn, je eine Binde auf den Wangen und je eine nach rückwärts zu 
stark mit derjenigen der Gegenseite divergierende Längsbinde auf der Hals- 
schildscheibe, dicht ockergelb tomentiert. Das Apikaldrittel der Decken dicht 
ockergelb marmoriert und auf jeder Decke eine ebenso marmorierte breite 
premediane Querbinde. Das dritte Fühlerglied fahlgelb, das vierte Glied 
schwarzbraun, die Glieder fünf bis elf rotbraun tomentiert. 

Länge: 9 mm; Breite: 3 mm. 
Von mir nach einem Stück von Luzon: Innugan (Museum der Humboldt- 

Universität, Berlin) beschrieben. 


5. longicollis Schwarz. 

Niphonoclea ? longicollis Schwarzer, 1931, Senckenberg., XIII, p. 69, fig. 20, 21. 

Dem irroratus Newm. nahe stehend, aber die Fühler etwas feiner, die 
Deckenmitte nur wenig überragend, das erste Fühlerglied apikalwärts we- 
niger verdickt, die Glieder drei und vier zusammengenommen fast so lang 
wie die Glieder fünf bis elf zusammengenommen; die unteren Augenloben 
viel kürzer als die Wangen. Der Hinterkopf verlängert. Der Halsschild bei 
den 86 viel länger als breit, die Seitenhöcker kaum angedeutet; die ganze 
Körperoberseite etwas weniger grob punktiert. Vorderbeine der 86 ver- 
längert und die Tomentierung abweichend. 

Schwarz, durchwegs gelbbraun, mit weißlich untermischt, marmoriert; 
die weißliche Tomentierung dichter auf einer breiten premedianen Decken- 
querbinde, die ihrerseits seitlich stärker hervortritt als gegen die Naht zu; 
die Basalhälfte des dritten und des vierten Fühlergliedes weißlich tomentiert. 
Länge: 22 mm; Breite: 61/»-mm. 

Von Schwarzer nach Stücken von Luzon: Mont Banahao beschrieben. — Mont 

Makiling (coll. Lepesme). 


6. variolosus Schultze 
Euclea variolosa Schultze, 1920, Philipp. Journ. Sc., XVI, p. 198, pl. I, fig. 9. 
Fühler wenig dick, den Beginn des apikalen Deckenviertels überragend 
(ö) oder die Deckenmitte etwas überragend (9), das erste Glied apikalwärts 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 455 


sehr wenig verdickt, die Glieder drei und vier zusammengenommen fast so 
lang wie die Glieder fünf bis elf zusammengenommen, das dritte Glied 
merklich länger als das vierte, das vierte merklich länger als das erste. Die 
unteren Augenloben viel kürzer als die Wangen. Halsschild viel breiter als 
lang, die obere seitliche Scheibenbeule kaum angedeutet, der untere vordere 
Seitenhöcker ziemlich breit, die Punktierung weniger grob. Decken apikal 
kaum ausgeschnitten (die Randecke fast abgerundet), dicht und wenig grob 
punktiert. Die Vorderbeine der ö ö verlängert. 

Schwarz glänzend; die Körperoberseite rot-ockergelb marmoriert, auf 
dem Scheitel, dem Halsschild und den Decken auch weiß marmoriert. Die 
weiße Marmorierung auf zwei mäßig breiten Deckenquerbinden verdichtet, 
eine premediane und eine postmediane, der Raum zwischen diesen beiden 
Binden schwärzlich erscheinend, da fast nicht marmoriert. Die ockergelbe 
Färbung dominiert im Basal- und im Apikalteil der Decken, wo sie Scheiben- 
längslinien bildet. Körperunterseite sehr dicht ockergelb marmoriert, die 
Beine ebenso aber auf den Schenkel und den Schienen mit weiß untermischt. 
Tarsen ockergelb tomentiert. Das erste Fühlerglied weiß marmoriert mit 
etwas ockergelb untermischt, die weiteren Glieder dunkelbraun tomentiert, 
aber das zweite Glied, der Basalteil der Glieder drei, vier und sechs und die 
basale Hälfte des fünften Gliedes dicht weißlich marmoriert. 


Länge: 22-271/2 mm; Breite: 7-8°/ı mm. 
Von Schultze nach einem Stück von der Insel Panay: Calasi beschrieben. — 
Insel Luzon: Mont Banahao (Museum Hamburg). 


7. panayanus Schultze 
Euclea panayana Schultze, 1920, Philipp. Journ. Sc., XVI, p. 198, pl. I, fig. 3. 

Fühler den Beginn des Apikaldrittels der Decken erreichend (65); das 
erste Glied apikalwärts leicht verdickt, schütter und grob punktiert, das dritte 
Glied merklich länger als das vierte, das vierte merklich länger als das erste. 
Die unteren Augenloben etwas kürzer als die Wangen. Kopf und Halsschild 
dicht und sehr grob punktiert. Halsschild quer, die seitliche obere Scheiben- 
beule stärker vortretend, der untere seitliche Höcker kleiner und spitzig. 
Schildchen länglich, apikal verrundet. Decken apikal verrundet, durchwegs 
grob punktiert. 

Schwarz. Stirn mit zwei nach rückwärts divergierenden und bis auf den 
Scheitel reichenden, schmalen weißen Längsbinden und je eine kurze und 
schmale basale, weiße Längsbinde auf dem Halsschild. Decken weiß tomen- 
tiert außer in der Basalregion, im Apikalfünftel und auf einer sehr kleinen 
Postskutellarmakel. Auf jeder Decke überdies drei kleine weiße Makeln: 
eine dreieckige auf der Basismitte, eine preapikale am Seitenrand und eine 


456 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


apikale an der Naht. Die Sterna, die Abdominalsegmente und die Schenkel 
weiß tomentiert, diese Tomentierung noch dichter auf den Sterna. 


Länge: 17 mm; Breite: 5'/a mm. 


Von Schultze nach einem Stück von der Insel Panay: Yamindan beschrieben. 


8. ruficollis Hell. 

Euclea ruficollis Heller, 1915, Philipp. Journ. Sc., X, Sect. D, p. 244. 

Fühler den Beginn des Apikaldrittels der Decken (6) oder knapp die 
Deckenmmitte (?) erreichend, das erste Glied apikalwärts leicht verdickt, 
schütter und grob punktiert, das dritte Glied merklich länger als das vierte, 
das vierte etwas kürzer als das erste. Die unteren Augenloben etwas kürzer 
als die Wangen. Kopf sehr grob punktiert. Halsschild quer, dicht und grob 
punktiert, mit einer basalen Mittellängsdepression, aber ohne Seitenbeule 
und ohne Seitenhöcker. Schildchen sehr breit. Decken apikal sehr deutlich 
ausgeschnitten (die Naht- und die Randecke in je einen kurzen und breiten 
Dorn ausgezogen), dicht und grob punktiert, die Punkte apikalwärts feiner 
werdend. 


Schwarz. Der Halsschild außer am Vorder- und am Hinterrand, rot. Der 
Kopf und die ganze Körperunterseite gelbrot marmoriert. Der Halsschild 
durchwegs fein weißlich tomentiert. Die Decken mit dunkelbraunen Flecken 
übersät. Die beiden ersten Fühlerglieder und das dritte und vierte Glied 
außer apikal, fein weißlich tomentiert, die übrigen Glieder braun tomenitiert. 


Länge: 16 mm; Breite: 5 mm. 


Von Heller nach einem Stück von Luzon: Mont Makiling beschrieben. 


9. ornatus Schultze 
Niphonoclea ornata Schultze, 1934, Philipp. Journ. Sc., LIH, p. 31, pl. L, fig. 5. 

Fühler etwas kürzer als der Körper (Öö), das erste Glied apikalwärts 
leicht verdickt, schütter und grob punktiert, das dritte merklich länger als 
das vierte, das vierte merklich länger als das erste. Die unteren Augenloben 
etwas kürzer als die Wangen. Kopf und Halsschild ziemlich dicht und grob 
punktiert (bloß auf der Stirn eher fein). Halsschild so lang wie breit, die 
seitliche obere Scheibenbeule deutlich vortretend, der untere, vordere Seiten- 
höcker schmal und spitzig. Schildchen länglich, apikal verrundet. Decken 
apikal deutlich ausgeschnitten (die Naht- und die Randecke in je einen kur- 
zen und breiten Dorn ausgezogen, durchwegs dicht und grob punktiert. 


Rotbraun. Der Kopf hellbraun tomentiert, die Apikalregion der Decken 
und die Beine rotbraun tomentiert. Halsschild mit zwei sehr breiten, im Vor- 
derteil miteinander verflossenen schwarzen Längsbinden. Auf jeder Decke 
drei schwarze, hellbraun eingefaßte Makeln: eine postbasale auf der Scheibe, 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 457 


eine postbasale am Seitenrand und eine postmediane auf der Scheibe, die 
beiden ersten klein, die dritte groß, rund. 

Länge: 16!/a mm; Breite: 5/2 mm. 

Von Schultze nach einem Stück von der Insel Samar beschrieben. 


10. eynthia Thoms. 
Euclea cynthia Thomson, 1865, Syst. Cer., p. 549. 
Proteuclea sulphureomaculata Schultze, 1916, Philipp. Journ. Sc., XI, Sect. D, 

De 2097 pl. I, Be, 5. 

Euclea cynthia Heller, 1926, Ent. Mitteil., XV, p. 196. 

Die Fühler mäßig fein, den Beginn des Apikaldrittels der Decken (6) 
oder kaum die Deckenmitte (7) erreichend; das erste Glied deutlich gekeult, 
dicht und fein punktiert, das dritte Glied merklich länger als das vierte, das 
vierte merklich länger als das erste. Die unteren Augenloben etwas kürzer 
als die Wangen. Kopf und Halsschild ziemlich dicht und eher grob punktiert. 
Halsschild stark quer, die seitliche obere Scheibenbeule wenig angedeutet, 
der untere vordere Seitendorn schmal. Schildchen länglich, apikal verrundet. 
Decken apikal kaum ausgeschnitten (die Nahtecke in einen kurzen Lappen 
ausgezogen, die Randecke nicht angedeutet), durchwegs dicht und ziemlich 
grob punktiert. 

Schwarz, braun bis ockergelb tomentiert, die Mehrzahl der Punkte der 
Oberseite von einem kleinen schwarzen Hof umgeben. Auf jeder Decke eine 
premediane langovale weißlichgelbe, schwarz eingefaßte Seitenrandmakel. 
Die vier ersten Fühlerglieder braunockergelb marmoriert, die weiteren Glie- 
der fein braun tomenitiert. 

Länge: 16-20 mm; Breite: 5-6'!/3 mm. 
Von Thomson nach Stücken von den Philippinen beschrieben. — Insel Luzon 
(Schultze). Sulphureomaculata Schultze ist ein Synonym. 


11. eynthioides Breun. 

Callimetopus cynthioides Breuning, 1958, Bull. Soc. ent. Fr., LXIII, p. 32. 

Dem cynthia Thoms. sehr nahe stehend, aber etwas gestreckter, die 
Decken apikal verrundet, die weißlichgelbe premediane Seitenrandmakel 
durch eine ziemlich breite, weiße Seitenrandlängsbinde ersetzt, die nach 
rückwärts bis etwas über die Deckenmitte reicht. 

Länge: 16 mm; Breite: 4?/a mm. 
Von mir nach einem Stück von den Philippinen (Museum Paris) beschrieben. 

Möglicherweise handelt es sich um eine Varietät des cynthia Thoms. 


12. laterivitta Hell. (Abb. 1, Fig. 4) 


Proteuclea laterivitta Heller, 1915. Philipp. Journ. Sc., X, Sect. D, p. 245, pl. I, 
18417. 


Fühler ziemlich fein, fast das Deckenende erreichend (ö) oder die 


458 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


Deckenmitte etwas überragend (), das erste Glied apikalwärts leicht ver- 
dickt, schütter und grob punktiert, das dritte kaum länger als das vierte. Die 
unteren Augenloben etwas kürzer als die Wangen. Kopf und Halsschild 
ziemlich dicht und eher grob punktiert. Halsschild quer, seine Hinterecken 
in eine Art Dornen ausgezogen, die seitliche obere Scheibenbeule deutlich 
ausgeprägt, die untere vordere Seitenhöcker kaum angedeutet. Schildchen 
länglich, apikal verrundet. Decken apikal sehr schwach abgestutzt, durch- 
wegs dicht und fein punktiert, mit Ausnahme einiger grober Punkte auf der 
äußersten Basis. 

Schwarz, durchwegs sehr dicht ockergelb-braun tomentiert. Auf jeder 
Decke eine schmale weißliche, dem Seitenrand genäherte, das zweite Dek- 
kendrittel durchlaufende Längsbinde. 

Länge: 13-16 mm; Breite: 4-5 mm. 
Von Heller nach Stücken von Luzon: Mont Banahao beschrieben. — Mont 


Makiling (coll. Lepesme). 


13. palawanus Schultze 
Proteuclea palawana Schultze, 1934, Philipp. Journ. Sc., LIII, p. 313, pl. I, fig. 7. 

Fühler ziemlich fein, etwas länger als der Körper (5), das erste Glied 
apikalwärts leicht verdickt, schütter und grob punktiert, das dritte kaum 
länger als das vierte. Die unteren Augenloben etwas kürzer als die Wangen. 
Kopf und Halsschild ziemlich dicht und eher grob punktiert. Halsschild quer, 
seine Hinterecken ziemlich lang ausgezogen, die seitliche obere Scheiben- 
beule gut ausgebildet, der untere vordere Seitenhöcker stark vortretend. 
Schildchen länglich, apikal verrundet. Decken apikal sehr schwach abge- 
stutzt, durchwegs dicht und fein punktiert, mit Ausnahme einiger grober 
Punkte auf der äußersten Basis. 

Schwarz. Kopf fein weißlich tomentiert, dichter auf den Seitenteilen der 
Stirn und auf dem Scheitel. Halsschild sehr fein weißlich tomentiert, mit 
zahlreichen kleinen weißen Flecken und einer schmalen weißen basalen 
Querbinde. Decken durchwegs äußerst fein, weißlich tomentiert; jede mit 
zahlreichen kleinen weißen Flecken übersät, diese Flecken im Apikalteil 
besonders dicht gestellt, mit einer ziemlich großen langovalen weißen Seiten- 
randmakel im Basaldrittel, die hinten spitz ausläuft und mit einer breiten, 
postmedianen, nahtwärts stark verschmälerten, weißen Querbinde. Die Sterna 
und die Seitenteile der Abdominalsegmente weiß tomentiert. Die Beine 
weil3 marmoriert. Fühler braun tomentiert, das vierte Glied in den drei vor- 
deren Vierteln weiß tomentiert. 

Länge: 14 mm; Breite: 41/2 mm. 
Von Schultze nach einem Stück von den Palawan-Inseln: Iwatnig beschrie- 


ben. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 459 


14. griseus Breun. 

Callimetopus griseus Breuning, 1960, Abh. & Ber. a. d. Staatl. Mus. f. Tierkunde 

in Dresden, XXV, p. 4, fig. 3. 

Fühler viel kürzer als der Körper (P), das erste Glied apikalwärts leicht 
verdickt, das dritte etwas länger als das vierte, merklich länger als das erste. 
Die unteren Augenloben merklich kürzer als die Wangen. Kopf sehr dicht 
und fein punktiert. Halsschild stark quer, dicht und fein punktiert und fein 
quergerieft, besonders auf den Seitenteilen der Scheibe, der untere vordere 
Seitenhöcker kaum angedeutet, die obere seitliche Scheibenbeule fehlend. 
Schildchen halbrund. Decken apikal verrundet, dicht und wenig fein punk- 
tiert. 

Glänzend schwarz, fein grau tomentiert. Die Seitenteile des Halsschil- 
des weiß mit etwas rotbraun untermischt, marmoriert. Auf jeder Decke eine 
weißliche posthumerale Seitenrandmakel und eine ziemlich breite sublate- 
rale rotbraune oder weißlich mit rotbraun untermischte Scheibenlängsbinde, 
die nach der Mitte breit unterbrochen ist und weder die Basis, noch den 
Apikalrand erreicht. Die Seitenteile der Sterna weißlich tomentiert. Das 
zweite Abdominalsegment am Hinterrand dicht weiß gefranst. 

Länge: 15-20 mm; Breite: 51/2-7 mm. 
Von mir nach Stücken von der Insel Panay: Yamindan und Mont Madiaas 
beschrieben (Museum Dresden). 


15. illecebrosus Pasc. 

Euclea illecebrosa Pascoe, 1865, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, p. 150, pl. VIII, 

fig. 3. 

Fühler mäßig dick, die Deckenmitte kaum erreichend ($); das erste 
Glied apikalwärts leicht verdickt, sehr dicht punktiert und gerunzelt, die 
Glieder drei und vier zusammengenommen kürzer als die Glieder fünf bis 
elf zusammengenommen, das dritte merklich länger als das vierte, das vierte 
merklich länger als das erste. Die unteren Augenloben etwas kürzer als die 
Wangen. Kopf und Halsschild ziemlich dicht und sehr grob punktiert mit 
Ausnahme einer schmalen Mittellängsbinde auf dem Halsschild. Halsschild 
stark gewölbt, quer, die Hinterecken ausgezogen, der untere vordere Seiten- 
höcker stumpf, wenig vortretend, die obere seitliche Scheibenbeule fehlend. 
Schildchen breit, apikal abgestutzt. Decken stark gewölbt, apikal schwach 
ausgeschnitten (die Naht- und die Randecke vortretend, aber verrundet), 
dicht und sehr grob punktiert, die Punkte in der Mitte etwas feiner. Abdo- 
men, Schenkel und Schienen ziemlich dicht und fein punktiert. 

Schwarz, blau schimmernd. Der Kopf mit Ausnahme des Scheitels, der 
Halsschild mit Ausnahme einer sehr breiten Mittellängsbinde, sowie die 
Sterna dicht ockergelb tomentiert. Auf jeder Decke eine kleine, weiße Basal- 


460 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


makel am Innenrand der Schulterbeule, eine sehr breite weiße premediane, 
nahtwärts besonders an ihrem Vorderrand sehr stark verbreiterte, fast das 
Schildchen rückwärts erreichende Querbinde, die an der Naht eine runde 
gemeinsame, kahle Nahtmakel umschließt, und am Beginn des Apikalvier- 
tels eine weiße oder gelbe Querbinde, die vom Seitenrand schief zur apika- 
len Nahtecke absteigt. Abdomen und Beine fein weißlichgrau, auf den Hüf- 
ten und am Hinterrand der Abdominalsegmente mit ockergelb untermischt, 
tomentiert. Die drei ersten Fühlerglieder weißlich marmoriert, die drei vor- 
deren Viertel des vierten Gliedes weiß tomentiert, die Glieder fünf bis elf 
fein braun tomentiert. 

Länge: 14 mm; Breite: 5-5!/2 mm. 

Von Pascoe nach Stücken von Celebes: Menado und Tondano beschrieben. — 

Todjamboe (coll. Lepesme). 


m. casta Thoms. 

Euclea casta Thomson, 1865, Syst. Cer., p. 549. 

Callimetopus celebensis Breuning, 1938, Nov. Ent., fasc. VIII, p. 41. 
Wie die Stammform, aber die runde kahle Nahtmakel viel größer. 
Celebensis Breun. ist ein Synonym. 


16. rhombifer Hell. 
Euclea rhombifer Heller, 1913, Philipp. Journ. Sc., VIIV/2, Sect. D, p. 158, fig. 11. 
Dem illecebrosus Pasc. nahe stehend, aber gestreckter, die Fühler feiner 
und etwas länger, die Deckenmitte bei den PP überragend, die Decken apikal 
verrundet, die ganze Punktierung noch gröber und die Tomentierung ab- 
weichend. 


Schwarz, weißlichgrau tomentiert. Stirn mit je einer gelblichen Seiten- 
randlängsbinde, die sich nach rückwärts auf den vorderen Teil des Scheitels 
fortsetzt. Halsschild mit einer schmalen basalen gelblichen Querbinde und je 
einer breiten seitlichen Scheibenlängsbinde, die in der vorderen Hälfte gegen 
die Mitte des Vorderrandes geneigt ist und sich am Vorderrand mit der 
anderen Seite vereinigt. Auf jeder Decke zwei gelbliche Binden: eine von 
der Naht etwas hinter dem Schildchen beginnend und schief nach hinten 
zum Seitenrand absteigend, den sie etwas vor der Deckenmitte erreicht, und 
eine, die im umgekehrten Sinn vom Seitenrand knapp hinter der ersten 
schief zur Naht absteigt, welche sie hinter der Mitte erreicht; eine kleine 
quere weißliche Seitenrandmakel am Beginn des Apikaldrittels und eine 
kurze weißliche preapikale Längsbinde nahe der Naht. Sterna dicht gelblich 
tomentiert, die Abdominalsegmente und die Beine teilweise fein grau tomen- 
tiert. Die Basalhälfte des dritten und des vierten Abdominalsegmentes weiß- 
lich tomentiert. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 461 


Länge: 131/2-17 mm; Breite: 4-5 mm. 
Von Heller nach Stücken von den Inseln Ticao und Negros beschrieben. — 
Insel Panay (Museum Dresden). 


17. cordifer Hell. 

Niphonoclea rhombifera Hell. ab. cordifera Heller, 1924, Ent. Mitteil., XIII, p. 202, 

pl. XIII, fig. 16. 

Dem illecebrosus Pasc. nahe stehend, aber gestreckter, die Fühler feiner 
und etwas länger, die Deckenmitte bei den ?% überragend, die Decken 
apikal verrundet, die Punktierung durchwegs noch gröber und die Tomen- 
tierung abweichend. 

Schwarz, die Oberseite weißlichgrau tomentiert. Auf der Stirn je eine 
weiße Seitenrandlängsbinde, die sich nach rückwärts noch bis in den Vorder- 
teil des Scheitels fortsetzt. Halsschild mit einer schmalen weißen, basalen 
Querbinde und je einer breiten seitlichen weißen Scheibenlängsbinde, die in 
der vorderen Hälfte sich leicht gegen die Mittellinie neigt. Auf jeder Decke 
eine halbkreisförmige weiße Binde, die etwas nach dem Schildchen beginnt, 
den Seitenrand ungefähr am Beginn des zweiten Drittels erreicht und zur 
Naht zurückkehrt, welche sie etwas hinter der Mitte erreicht, eine kleine 
quere weiße Seitenrandmakel am Beginn des Apikaldrittels und eine kurze 
weiße preapikale Längsbinde nahe der Naht. Die Sterna dicht gelblich 
tomentiert. Die Abdominalsegmente zum Teil und die ganzen Beine fein 
grau tomentiert. Die Basalhälfte des dritten und des vierten Fühlergliedes 
weißlich tomentiert. 

Länge: 17!/a mm; Breite: 6 mm. 
Von Heller nach einem Stück von der Insel Panay beschrieben. 


18. degeneratus Hell. 

Niphonoclea rhombifera Hell. ssp. degenerata Heller, 1924, Ent. Mitteil., XIII, 

p- 203. 

Dem illecebrosus Pasc. nahe stehend, aber kleiner, die Fühler feiner 
und länger, die Deckenmitte bei den 2? etwas überragend, die unteren 
Augenloben etwas länger als die Wangen, der Halsschild weniger quer, 
schütterer und gröber punktiert, die Decken apikal verrundet, basal noch 
gröber punktiert und die Tomentierung anders. 

Schwarz, die Oberseite weißlichgrau tomentiert. Stirn mit je einer wei- 
ßen Seitenrandlängsbinde, die sich nach rückwärts bis in den Vorderteil des 
Scheitels fortsetzt. Halsschild mit einer schmalen weißen basalen Querbinde 
und mit je einer breiten seitlichen weißen Scheibenlängsbinde, die im vor- 
deren Drittel leicht gegen die Mittellinie zu geneigt ist. Auf jeder Decke 
eine breite weiße Binde, die an der Naht kurz hinter dem Schildchen be- 
ginnt, in einem Bogen zum Seitenrand reicht, den sie ungefähr am Beginn 


462 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


des zweiten Drittels erreicht, dann fast gerade zur Naht zurückkehrt (vor ihr 
verbleibt eine mehr weniger kahle kleine Makel, die mit der anderen Decke 
eine runde Makel bildet), eine kleine quere weiße Seitenrandmakel am 
Beginn des apikalen Drittels und eine kurze weiße preapikale Längsbinde 
unweit der Naht. Die Sterna dicht gelblich tomentiert. Die Abdominalseg- 
mente teilweise und die Beine durchwegs fein grau tomentiert. Die Basal- 
hälfte des dritten und des vierten Fühlergliedes weißlich tomentiert. 

Länge: 101/2-13 mm; Breite: 3-4 mm. 

Von Heller nach Stücken von der Insel Sibuyan beschrieben. 


19. tagalus Hell. (Abb. 1, Fig. 5) 

Euclea tagala Heller, 1899, Abhandl. Mus. Dresden, VII, no. 8, p. 6 
Euclea tagala Schultze, 1919, Philipp. Journ. Sc., XV, p. 547, fig. 1, c. 

Langgestreckt. Fühler mäßig dick, die Deckenmitte kaum erreichend 
(?), das erste Glied apikal leicht verdickt, sehr dicht punktiert und gerunzelt, 
die Glieder drei und vier zusammengenommen kürzer als die Glieder fünf 
bis elf zusammengenommen, das dritte Glied merklich länger als das vierte, 
das vierte merklich länger als das erste. Die unteren Augenloben etwas kür- 
zer als die Wangen. Halsschild stark gewölbt, die Hinterecken ausgezogen, 
mit einem wenig ausgebildeten, stumpfen unteren vorderen Seitenhöcker. 
Schildchen breit, apikal abgestutzt. Decken ziemlich gewölbt, apikal leicht 
abgestutzt oder leicht ausgeschnitten. Die ganze Körperoberseite, das Ab- 
domen, die Schenkel und die Schienen ziemlich dicht und fein punktiert, 
etwas weniger fein auf den Decken außer in ihrem Mittelteil, die Punkte 
fehlen entlang einer Mittellängsbinde auf dem Halsschild. 

Schwarz, leicht bläulich schimmernd, mit weißen Zeichnungen. Je eine 
langgestreckte Makel auf der Stirn. Je eine Makel auf der Wange, die auch 
die Schläfe überdeckt. Halsschild mit zwei in der Mitte unterbrochenen 
Querbinden, eine vordere und eine gegen die Mittellinie auch verschmälerte 
rückwärtige. Auf den Decken eine querovale postskutellare gemeinsame 
Nahtmakel und auf jeder eine dreieckige posthumerale Seitenrandmakel, 
eine große dreieckige Scheibenmakel, deren Basis mit der Deckenmitte zu- 
sammenfällt und dessen Vorderecke der Basis genähert ist, eine schmale 
postmediane leicht gewellte Querbinde und eine Preapikalmakel. Je eine 
Makel vor der Vorderhüfte, je eine kleine Makel auf der Hinterhüfte. Je eine 
breite Binde auf dem Metasternum. Die Mesepimeren, der Hinterrand des 
ersten Abdominalsegmentes und die Seitenteile der anderen Segmente weils 
tomentiert. 

Länge: 16 mm; Breite: 51/2 mm. 
Von Heller nach Stücken von den Philippinen beschrieben. — Insel Mindanao 

(Schultze); Insel Basilan (Museum Brüssel). 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 463 


m. tricolor Hell. 
Euclea tagala Hell. v. tricolor Heller, 1921, Philipp. Journ. Sc., XIX, p. 540. 

Wie die Stammform, aber der Körper stärker blau schimmernd, die 
Zeichnungen hellrot, nur die dreieckige Deckenscheibenmakel weiß. 
Insel Mindanao und Basilan (Heller); Insel Mindoro (coll. Lepesme). 


m. rufofasciatus Schultze 


Euclea tagala Hell. ssp. rufofasciata Schultze, 1919, Philipp. Journ. Sc., XV, p. 547, 
fig. 1b. 

Wie m. tricolor Hell., aber die dreieckige Scheibendeckenmakel innen 
stark ausgeschnitten, so daß von ihr bloß der basale und der seitliche Teil 
übrig bleibt. 

Insel Mindanao (Schultze). 


20. siargoanus Schultze 
Euclea siargoana Schultze, 1919, Philipp. Journ. Sc., XV, p. 547, fig. la. 

Dem tagalus Hell. nahe stehend, aber auf den Halsschildseiten gröber 
punktiert und die Tomentierung abweichend. 

Schwarz, mit weißen Zeichnungen. Je eine ovale Makel auf der Stirn 
und eine kleine Makel hinter dem Auge. Halsschild mit zwei breiten Quer- 
binden, einer vorderen und einer rückwärtigen und mit je einer Makel auf 
den Seitenteilen. Decken mit einer großen dreieckigen postskutellaren ge- 
meinsamen Nahtmakel und auf jeder überdies zwei schiefe Binden, eine von 
der Basis am Innenrand der Schulterbeule zum Seitenrand absteigend, die 
andere von der Postskutellarmakel schief zum Seitenrand absteigend und 
dort sich mit einer postmedianen Querbinde vereinigend, eine weitere Quer- 
binde am Beginn des Apikalviertels und schließlich eine dreieckige preapi- 
kale Scheibenmakel. Das Mesosternum, das Metasternum, der Hinterrand 
des ersten Abdominalsegmentes, mehrere Flecken auf den Seitenteilen der 
übrigen Segmente, das Basaldrittel des dritten Fühlergliedes und die Basal- 
hälfte des vierten Gliedes weiß tomentiert. 

Länge: 18!/2a mm; Breite: 6 mm. 
Von Schultze nach einem Stück von der Insel Siargao beschrieben. 


21. gloriosus Schultze 


Euclea gloriosa Schultze, 1922, Philipp. Journ. Sc., XXI, p. 571, pl. I, fig. 5. 
Euclea opulenta Heller, 1923, Tijdschr. v. Ent., LXVI, p. 42, pl. I, fig. 10. 
Gestreckt. Fühler mäßig dick, kaum die Deckenmitte erreichend (8); 
das erste Glied apikal leicht verdickt, sehr dicht punktiert und gerunzelt, die 
Glieder drei und vier zusammengenommen kürzer als die Glieder fünf bis 
elf zusammengenommen, das dritte merklich länger als das vierte, das vierte 
merklich länger als das erste. Die unteren Augenloben etwas kürzer als die 


464 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


Wangen. Kopf und Halsschild schütter und fein punktiert, auf den Hals- 
schildseiten die Punkte gröber und stellenweise zu Runzeln verfließend. 
Schildchen breit, apikal abgestutzt. Decken ziemlich gewölbt, apikal schwach 
abgestutzt, in der vorderen Hälfte wenig dicht und grob punktiert, danach 
die Punkte immer feiner werdend. Abdomen, Schenkel und Schienen ziem- 
lich dicht und fein punktiert. 


Metallisch grün, der Kopf, der Halsschild, die Beine und die Fühler 
rotkupfrig schimmernd, mit weißen Zeichnungen. Stirn mit je einer schmalen 
Längsbinde, die sich nach rückwärts bis in den Vorderteil des Scheitels fort- 
setzt. Je eine Makel auf der Schläfe. Auf dem Halsschild je eine seitliche 
Scheibenmakel und je eine Längsbinde auf dem Seitenteil. Auf jeder Decke 
drei sehr schmale Querbinden: eine premediane, eine mediane und eine am 
Beginn des Apikaldrittels, die beiden ersten einander genähert, der Raum 
zwischen ihnen fein schwarz tomentiert, eine kurze postskutellare Binde, die 
schief von der Naht auf die Scheibe absteigt und vorn durch eine feine 
schwarze Tomentierung begrenzt wird, zwei langovale Makeln, eine am 
Innenrand der Schulterbeule und eine an ihrem Außenrand (diese Makeln 
zum Teil rötlich gefärbt) und schließlich im Apikalviertel drei Längsbinden, 
deren mittlere die kürzeste ist. Eine Mittelbinde auf dem Prosternum; je eine 
Seitenrandmakel auf dem Metasternum; je eine Makel auf dem Vorderteil 
der Metepisternen; der Hinterrand der vier ersten Abdominalsegmente, je 
eine Seitenrandmakel auf dem zweiten Segment, je zwei Seitenrandmakeln 
auf dem dritten Segment, je eine Seitenrandbinde auf dem fünften Segment, 
die Basalhälfte des vierten Fühlergliedes, die Unterfläche des dritten Gliedes 
weiß tomentiert. Die Apikalhälfte des vierten Fühlergliedes und die Glieder 
fünf bis elf durchwegs schwarz tomentiert. 


Länge: 15!/a-19 mm; Breite: 6-7 mm. 
Von Schultze nach Stücken von der Insel Mindanao: Surigao beschrieben. - 
Opulenta Hell. ist ein Synonym. 


22. superbus Breun. 
Callimetopus superbus Breuning, 1947, Ark. f. Zool., XXXIX, A, no. 6, p. 30. 
Dem gloriosus Schultze nahe stehend, aber der Halsschild sehr kurz, 
stark quer und schütterer punktiert, die seitliche Halsschildscheibenmakel 
fast bis zur Mittellinie reichend, die kurze schiefe postskutellare Decken- 
binde durch eine dreieckige Makel ersetzt, die premediane und die mediane 
Deckenbinde zu einer einzigen, breiten, weißen medianen Querbinde ver- 
einigt, die an ihrem Vorderrand nahtweise sich stark verschmälert. 
Von mir nach einem Stück von den Philippinen (Museum Stockholm) be- 


schrieben. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 465 


23. principalis Hell. 
Niphonoclea principalis Heller, 1924, Ent. Mitteil., XIII, p. 202, pl. II, fig. 15. 

Dem gloriosus Schultze sehr nahe stehend und nur in Bezug auf die 
Tomentierung leicht abweichend: Die Stirn durchwegs weiß tomentiert, die 
seitliche Halsschildscheibenmakel teilweise auch auf den Seitenteil über- 
greifend, die kurze postskutellare Deckenbinde durch eine dreieckige Naht- 
makel ersetzt, die erste Deckenquerbinde weiter vorn gelagert und einen 
kurzen Ast nach vorn absendend, der sich gegen die Postskutellarmakel 
erstreckt, dieselbe aber nicht erreicht, die zweite Deckenquerbinde weiter 
rückwärts gelagert, mit der ersten Querbinde durch zwei Längsstriche ver- 
bunden, einer entlang der Naht, der andere auf dem Seitenteil der Scheibe. 


Von Heller nach einem Stück von der Insel Samar beschrieben. 


24. pulchellus Schultze 
Euclea pulchella Schultze, 1922, Deutsch. ent. Zs., p. 36, pl. I, fig. 7. 

Dem gloriosus Schultze nahe stehend, aber das erste Fühlerglied in 
ganzer Länge dicker, apikalwärts weniger verdickt, der Halsschild schütterer 
punktiert, die Decken schütterer und feiner punktiert und die Tomentierung 
etwas abweichend. 

Grün metallisch, der Kopf, der Halsschild, die Beine und die Fühler 
rotkupfrig schimmernd, mit weißen Zeichnungen. Je eine schmale Längs- 
binde auf der Stirn, die nach rückwärts sich auf den Scheitel fortsetzt und 
dort nach auswärts gerichtet ist. Je eine Makel auf der Schläfe. Halsschild 
mit zwei Querbinden, einer vorderen und einer in der Mitte kurz unter- 
brochenen rückwärtigen. Auf den Decken eine dreieckige postskutellare ge- 
meinsame Nahtmakel und auf jeder eine kurze schiefe Längsbinde am 
Innenrand der Schulterbeule, drei schmale Querbinden: eine premediane, 
eine mediane und eine am Beginn des Apikaldrittels und im Apikalviertel 
drei Längsbinden, deren mittlere die kürzeste ist. Eine Mittelbinde auf dem 
Prosternum, je eine Seitenrandmakel auf dem Metasternum, je eine Makel 
auf dem Vorderteil der Metepisternen, der Hinterrand der vier ersten Abdo- 
minalsegmente, je eine Seitenrandmakel auf dem zweiten Segment, je zwei 
Seitenrandmakeln auf dem dritten Segment, je eine Seitenrandbinde auf 
dem fünften Segment, die Basalhälfte des vierten Fühlergliedes, die Unter- 
fläche des dritten Gliedes, weiß tomentiert. Die Tarsen dunkelblau. Die 
Apikalhälfte des vierten Fühlergliedes und die Glieder fünf bis elf durch- 
wegs schwarz tomentiert. 

Länge: 16 mm; Breite: 6 mm. 
Von Schultze nach einem Stück von der Insel Mindanao: Bukidnan beschrie- 


ben. 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 30 


466 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


25. multialboguttatus Breun. 


Callimetopus multialboguttatus Breuning, 1960, Abh. Ber. Mus. f. Tierkunde 
Dresden, XXV, p. 5. 


Fühler fast das Deckenende erreichend (6), das erste Glied apikal leicht 
verdickt, das dritte merklich länger als das vierte, viel länger als das erste, 
die unteren Augenloben etwas länger als die Wangen. Stirn wenig dicht und 
wenig fein punktiert mit feiner Mittellängskante. Halsschild stark quer, 
schütter, auf den Seitenteilen ziemlich grob, im mittleren Teil der Scheibe 
sehr fein punktiert, der untere vordere Seitenhöcker stark vortretend, stumpf 
konisch. Decken apikal verrundet, wenig dicht und fein punktiert. 


Grün metallisch glänzend. Die ganze Oberseite, die Schenkel und die 
Schienen mit sehr zahlreichen, kleinen, unregelmäßig geformten weißen 
Makeln übersät; dieselben fehlen bloß auf einer breiten Halsschildmittel- 
längsbinde. Unterseite außer entlang der Mittellinie und Tarsen weißlich 
tomentiert. Die drei ersten Fühlerglieder weiß marmoriert, die Glieder vier 
bis elf ziemlich dunkelrot, fein graubraun tomentiert. 


Länge: 21 mm; Breite: 7 mm. 


Von mir nach einem Stück von der Insel Panay: Catarman (Museum Dres- 
den) beschrieben. 


22. Acronia Westw. 


Acronia Westwood, 1863, Trans. ent. Soc. Lond., (3) I, p. 632. 
Acronia Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, p. 550. 

Gestreckt, gedrungen. Fühler dick, viel kürzer als der Körper, unterseits 
schütter gefranst, dichter in der Apikalregion des ersten, des dritten und des 
vierten Gliedes; das erste Glied mäßig lang und ziemlich dick, gekeult, das 
dritte viel länger als das vierte oder das erste, die Glieder fünf bis elf zu- 
sammengenommen kürzer als das dritte und das vierte Glied zusammen- 
genommen. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, nicht vortretend. Augen 
fein facettiert, unterteilt, die unteren Loben stark quer. Stirn breiter als 
hoch, allmählich in den Hinterkopf übergehend. Halsschild quer, stark ge- 
wölbt, seitlich leicht verrundet, zum Vorderrand zu leicht verschmälert, die 
Hinterecken leicht ausgezogen, mit zwei feinen Querfurchen, eine auf der 
Scheibe erloschene vordere und eine rückwärtige. Decken lang, stark ge- 
wölbt, hinter den Schultern leicht eingezogen, hinter der Mitte leicht erwei- 
tert. Prosternum stark verlängert. Kopf nicht rückziehbar. Prosternalfortsatz 
schmal, an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt. Mesosternalfortsatz 
wenig breit, an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt. Metasternum von 
normaler Länge. Beine mäßig lang, kräftig, die Schenkel gekeult. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 467 


Typ: perelegans Westw. Sieben Arten. 


1. Decken mit einigen, scharf ausgeprägten, hellen runden Makeln ............. 2: 
— Decken ohne derartige Makeln ............ 3) 
2. Decken mit zwei oder drei hellen runden gemeinsamen Nahtmakeln ... 3. 
— Decken ohne derartige Makeln .............uun 4, 
3. Diese Makeln sind weiß oder grün ......... alboplagiata Schultze 
— Diese Makeln sind hellrotbraun. ............................ decimaculata Schultze 


4. Ein Teil der Makeln der Oberfläche rötlich ockergelb gefärbt .................... 
perelegans Westw. 
— Alle Makeln der Oberseite gelblichweiß oder rosafarben .................. 
strasseni Schwarz. 
5. Halsschild und Decken mit schmalen, scharf ausgebildeten weißen 
Ouerbinden ren... sanieren pretiosa Schultze 

— Halsschild und Decken ohne derartige Binden ......eee 6. 
6. Jede Decke mit einer breiten, premedianen hellgrauen Querbinde. ...... 
luzonica Schultze 
— Die Decke ohne eine derartige Binde .........e nigra Breun. 


1. perelegans Westw. (Abb. 1, Fig. 6) 
Acronia perelegans Westwood, 1863, Trans. ent. Soc. Lond., (3) I, p. 633, pl. XXIV, 

fig. 4 

Fühler die Deckenbasis merklich (ö) oder kaum (?) überragend, das 
erste Glied leicht gekeult, das dritte im Apikalviertel leicht verdickt. Die 
unteren Augenloben etwas länger als die Wangen. Kopf ziemlich dicht und 
fein punktiert, sehr fein auf dem Scheitel außer am Rand der oberen Augen- 
lappen. Halsschild wenig dicht, sehr fein punktiert. Schildchen breit, apikal 
verrundet. Decken apikal leicht abgestutzt oder leicht ausgeschnitten (die 
Naht- und die Randecke verrundet), auf den seitlichen zwei Dritteln ziem- 
lich dicht und sehr fein punktiert, im Nahtdrittel die Punkte fast erloschen. 
Auf jeder Decke eine stumpfe postbasale wenig angedeutete Scheibenbeule, 
eine schwache premediane Scheibendepression und eine sehr deutliche De- 
pression am Innenrand der Schulterbeule. Prosternum dicht quergerieft. 

Schwarz, stark metallisch grün schimmernd. Der größte Teil der Stirn, 
der Scheitel, die Halsschildscheibe und das Schildchen violett oder purpurn 
schimmernd. Je eine rötlich-ockergelbe kleine Makel am Vorderrand der 
Stirn, je eine größere gelbe Makel am Innenrand des Fühlerhöckers, je eine 
gelbe Makel auf der Wange und je eine auf der Schläfe. Halsschild mit je 
zwei gelbe Makeln auf der Scheibe, eine vordere und eine rückwärtige und 
jederseits eine kleine gelbe Makel auf dem Seitenteil, die zuweilen mit der 
rückwärtigen Scheibenmakel vereinigt ist. Die Deckengrundfarbe stellen- 
weise blauviolett schimmernd, aber teilweise fein schwarz tomentiert. Auf 


468 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


jeder Decke drei rötlich-ockergelbe Makeln: eine langovale postskutellare an 
der Naht, eine kurze basale am Innenrand der Schulterbeule und eine quere 
posthumerale am Seitenrand; zwei schmale gelbe Querbinden: eine in kleine 
Flecken aufgelöste premediane und eine schief von der Naht zum Seitenrand 
absteigende und seitlich eher rötlich gefärbte postmediane; ein kurzer Längs- 
strich der entlang der Naht diese beiden Binden vereinigt; schließlich im 
Apikalviertel zwei schmale, rötlich-ockergelbe, nach rückwärts konvergie- 
rende und apikal miteinander vereinigte Längsbinden, deren innere sich 
vorn in zwei Äste teilt. Die schwarze Tomentierung bildet zwei breite, ge- 
wellte Querbinden: eine zwischen den Basalmakeln und der premedianen 
Binde gelegene postbasale und eine schief von der Naht gegen den Seiten- 
rand absteigende postmediane. Das Prosternum, das Mesosternum, sowie 
Makeln auf den Seiten der Sterna und der Abdominalsegmente gelb tomen- 
tiert, das erste Abdominalsegment am Hinterrand dicht gelb gefranst. Einige 
weißliche Flecken auf den Schenkeln. Fühler schwarz, das erste Glied violett 
und grün schimmernd; die Basalhälfte des dritten und des vierten Gliedes 
weiß tomentiert, die beiden ersten Tarsenglieder weißlich tomentiert. 

Länge: 17 mm; Breite: 6!/2 mm. 


Von Westwood nach Stücken von Luzon: Casiguan beschrieben. 


2. strasseni Schwarz. 

Acronia strasseni Schwarzer, 1931, Senckenberg., XII, p. 70, fig. 22. 

Der perelegans Westw. nahe stehend, aber die Fühler länger, nicht 
ganz die Deckenmitte erreichend, das erste Glied etwas länger, stärker 
gekeult und gerunzelt; alle Flecken weißlichgelb gefärbt; an Stelle der bei- 
den schmalen Deckenquerbinden jeweils vier quere Makeln. 

Von Schwartzer nach Stücken von Luzon: Paete beschrieben. 


m. roseolata Breun. 


Acronia strasseni Schwarz. m. roseolata Breuning, 1947, Ark. f. Zool., XXXIX, A, 
n0..0,.9. 01. 


Wie die Stammform, aber alle Zeichnungen rosafarben, der Decken- 
grund außerhalb der hellen Zeichnungen fast durchwegs schwarz tomen- 
tiert; zwischen den premedianen und den postmedianen Deckenmakeln fin- 
det sich eine wenig breite weißlichgraue Querbinde. 


3. alboplagiata Schultze 
Acronia ? alboplagiata Schultze, 1922, Philipp. Journ. Sc., XXI, p. 573, pl. I, fig. 3. 
Der perelegans Westw. nahe stehend, aber das dritte Fühlerglied län- 
ger, apikalwärts nicht verdickt, das vierte dünner, die unteren Augenloben 
kürzer als die Wangen und die Decken kaum punktiert. Die Tomentierung 
abweichend. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 469 


Dunkelblau, grün schimmernd. Der Kopf und der Halsschild matt, die 
Zeichnungen weiß. Eine ziemlich breite Mittellängsbinde auf der Stirn, je 
eine Makel auf der Wange. Auf der Halsschildscheibe je zwei runde Makeln, 
eine vordere und eine rückwärtige, die teilweise miteinander verbunden 
sind. Decken mit drei gemeinsamen Nahtmakeln: eine langovale postskutel- 
lare, eine schmale mittlere und eine schmale preapikale; überdies auf jeder 
Decke fünf Makeln: eine große ovale premediane auf der Scheibenmitte, 
zwei hintereinander gelegene, mehr seitlich gelagerte und zwei postmediane; 
eine auf der Scheibenmitte und eine größere am Seitenrand. Je eine große 
Seitenrandmakel auf dem Mesosternum und je eine solche auf dem Meta- 
sternum. Je eine Seitenrandmakel auf dem ersten, dritten, vierten und fünf- 
ten Abdominalsegment (die auf dem dritten und dem vierten größer als die 
anderen) und eine dreieckige Mittelmakel auf dem ersten Segment. Der 
Unterrand des dritten Fühlergliedes weißlich tomentiert, die Basalhälfte des 
vierten Gliedes weiß tomentiert, der Basalteil der Glieder fünf, sechs und 
sieben weißlich tomentiert. 


Länge: 22 mm; Breite: 8 mm. 


Von Schultze nach einem Stück von der Insel Mindanao: Bukidnan, Linda- 
ban beschrieben. 


m. viridimaculata Breun. 

Acronia alboplagiata Schultze m. viridimaculata Breuning, 1947, Ark. f. Zool., 
XXXIX, A, no. 6, p.3l. 
Wie die Stammform, aber alle Zeichnungen metallisch grün. 


4. decimaculata Schultze 
Acronia ? decimaculata Schultze, 1919, Philipp. Journ. Sc., XV, p. 548, pl. 1, fig. 17. 
Der perelegans Westw. nahe stehend, aber das dritte Fühlerglied län- 
ger, apikalwärts nicht verdickt, das vierte Glied dünner, der Kopf fein punk- 
tiert, der Scheitel fein gefurcht, der Halsschild und die Basalhälfte der Dek- 
ken gröber punktiert und die Tomentierung abweichend. 


Glänzend schwarz, blau schimmernd, mit hellbraunroten Zeichnungen. 
Eine Mittellängsbinde auf der Stirn, je eine Basalmakel auf dem Halsschild. 
Auf den Decken zwei gemeinsame Nahtmakeln: eine langovale im Basal- 
viertel und eine kleine preapikale; überdies auf jeder Decke vier mäßig 
große Makeln: zwei am Seitenrand, eine am Ende des Basaldrittels und eine 
am Beginn des Apikaldrittels, eine basale am Innenrand der Schulterbeule 
und eine auf der Scheibe am Beginn des Apikalviertels. Der Deckenseiten- 
rand und der Apikalrand weißlich tomentiert. Mesothorax, Metathorax und 
die Abdominalsegmente eins und fünf mit je einer großen Seitenrandmakel; 
je eine kleine Seitenrandmakel auf dem vierten Segment. Das ganze Proster- 


470 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


num rötlich tomentiert. Die Basalhälfte des vierten Fühlergliedes weiß 
tomentiert. 

Länge: 18 mm; Breite: 7 mm. 

Von Schultze nach einem Stück von der Insel Mindanao: Surigao beschrieben. 


5. pretiosa Schultze 
Acronia pretiosa Schultze, 1917, Philipp. Journ. Sc., XII, Sect. D, p. 249, pl. I, fig.1. 

Der perelegans Westw. nahe stehend, aber gedrungener, das erste 
Fühlerglied apikalwärts gleichmäßiger verdickt, das dritte Glied apikal- 
wärts stärker verdickt, das Schildchen länger, viereckig, die Decken apikal 
verrundet und die Tomentierung anders. 

Schwarz, stark metallisch grün schimmernd, mit weißen Zeichnungen. 
Halsschild und Beine glänzend. Auf der Stirn eine vordere Querbinde, die 
jederseits auf die Wange übergreift und je eine Längsbinde, die bis hinter 
das Auge sich fortsetzt und vorn mit der Gegenbinde sich vereinigt. Hals- 
schild mit drei schmalen Querbinden: eine auf der Scheibe erloschene vor- 
dere, eine zweite knapp dahinter und eine etwas vor der Basis gelegene, 
beide letzteren in der Mitte unterbrochen und seitwärts durch eine am Un- 
terrand des Seitenteiles gelegene Längsbinde miteinander vereinigt. Dek- 
ken blau schimmernd mit schmalen Binden: zwei quere, eine am Ende des 
Basaldrittels, die andere am Beginn des Apikalviertels, seitwärts leicht nach 
rückwärts gebogen, eine Binde, die unter der Schulterbeule beginnt, in 
einem die Basis berührenden Bogen bis zur Naht reicht, dann entlang der 
Naht bis zum Beginn des Apikalviertels sich fortsetzt, wo sie sich mit der 
zweiten Querbinde vereinigt und schließlich zwei Längsbinden im Apikal- 
viertel, die nach rückwärts konvergieren, um apikal sich zu verbinden, die 
innere derselben vorn in zwei Äste geteilt. Der Raum zwischen den beiden 
Querbinden sehr fein weißlich tomentiert. Sterna weißlich tomentiert. Eine 
weiße Querbinde am Vorderrand des ersten Abdominalsegmentes, das 
fünfte Segment fast ganz weil tomentiert. Je eine große weiße Makel auf 
den Seiten des zweiten, des dritten und des vierten Segmentes. Schienen 
violett schimmernd. 

Länge: 18 mm; Breite: 7 mm. 
Von Schultze nach einem Stück von der Insel Catanduranes: Virac be- 
schrieben. 


6. luzonica Schultze 
Acronia luzonica Schultze, 1934, Philipp. Journ. Sc., LI, p. 314, pl. I, fig. 1. 
Der perelegans Westw. nahe stehend, aber gestreckter, das dritte Füh- 
lerglied apikalwärts kaum verdickt, die Stirn dicht und sehr fein punktiert, 
der Kopf breiter, der Halsschild etwas länger, zum Vorderrand weniger ver- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 471 


engt, die Decken länger, nach der Mitte weniger verbreitert, apikal verrun- 
det und die Tomentierung abweichend. 

Glänzend schwarz. Je eine ovale weiße Makel auf der Wange, je eine 
sehr kleine weiße Makel am Innenrand des Fühlerhöckers. Halsschild mit je 
einem kleinen weißen Basalstrich. Decken matt, fein schwarz tomentiert (da- 
her stark gegen die übrigen Körperteile kontrastierend), mit einer breiten, 
premedianen, außer an seinem Vorderrand unscharf ausgebildeten hell- 
grauen Querbinde; überdies auf jeder Decke eine kleine gebogene weiße 
Makel nahe der Naht vor der premedianen Binde und eine kleine weiße 
Seitenrandmakel am Beginn des Apikaldrittels. Der Apikalrand der Decke 
weißlich tomentiert. Das erste Fühlerglied, der Unterrand des dritten Glie- 
des und die Basalhälfte des vierten, weiß tomentiert. Das letzte Abdominal- 
segment größtenteils weiß tomentiert. 

Länge: 19 mm; Breite: 7 mm. 
Von Schultze nach einem Stück von Luzon: Cayagan, Pena beschrieben. 


7. nigra Breun. 

Acronia nigra Breuning, 1947, Ark. f. Zool., XXXIX, A, no. 6, p. 31. 

Der perelegans Westw. nahe stehend, aber die Stirn mit feinem Mittel- 
längskamm, der Halsschild basal verbreitert, weniger fein punktiert, die 
Decken apikal verundet und die Tomentierung abweichend. 

Glänzend schwarz. Decken mit einer sehr kleinen, postskutellaren 
weißen gemeinsamen Nahtmakel; auf jeder Decke eine ziemlich breite mitt- 
lere schwarz tomentierte, von der Naht leicht schief gegen den Seitenrand 
absteigende Querbinde, die den Seitenrand aber nicht erreicht. Das fünfte 
Abdominalsegment, außer in der Mitte, weiß tomentiert. Tarsen weißlich 
tomentiert. Fühler schwarzbraun tomentiert, die vier vorderen Fünftel des 
dritten Gliedes, die Basalhälfte des vierten und die Basis des fünften Gliedes 
weiß tomentiert. 

Länge: 18 mm; Breite: 7 mm. 
Von mir nach einem Stück von der Insel Siargao: Dapa (Museum Stockholm) 


beschrieben. 


23. Aprophata Pasc. 


Aprophata Pascoe, 1862, Journ. Ent., I, p. 341. 
Aprophata Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, pp. 523, 548. 
Aprophata Matsushita, 1933, Journ. Fac. Agr. Hokk., XXXIV, p. 337. 


Langoval. Fühler fein, unterseits schütter gefranst; das erste Glied 
ziemlich lang und wenig dick, das dritte merklich länger als das vierte oder 
als das erste. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, nicht vortretend. Augen 
fein facettiert, unterteilt, die unteren Loben quer. Stirn breiter als hoch, all- 


4712 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


mählich in den Hinterkopf übergehend, mit feiner Mittellängskante. Hals- 
schild leicht quer, stark gewölbt, mit zwei feinen Querfurchen, einer auf 
der Scheibenmitte unterbrochenen vorderen und einer rückwärtigen, sowie 
mit je einem mehr oder weniger vortretendem, konischem, unterem Seiten- 
höcker nahe dem Vorderrand. Decken lang, stark gewölbt, nach der Mitte 
verbreitert, im Apikalviertel stark verschmälert, apikal ziemlich breit ver- 
rundet. Kopf nicht rückziehbar. Prosternalfortsatz wenig breit, fast so hoch 
wie die Hüften, an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt. Prosternum nach 
vorn verlängert. Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abge- 
stutzt. Metasternum sehr kurz. Flügel reduziert, aber nicht atrophiert. Beine 
mäßig lang, die Schenkel leicht gekeult. 


Typ: notha Newm. Sieben Arten. 


1. Decken durchwegs mit großen hellen Makeln oder Binden besetzt ........ I 

— Decken fast ohne helle Zeichnungen .......... 6. 

2. Decken mit ziemlich großen, weißen Makeln, ohne schmale helle 
Binden 

— Decken mit hellen Makeln und mit hellen Binden besetzt ...................... 4. 

3. Auf jeder Decke 12 Makeln ............... vigintigquatuormaculata Schwarz. 

— Auf jeder Decke sieben Makeln ........... quatuordecimmaculata Breun. 

4. Kopf und Halsschild äußerst dicht punktiert .................. semperi Westw. 

— Kopf und Halsschild anders und ungleich punktiert 

5. Mittelteil des Halsschildes sehr fein punktiert ................. eximia Newm. 

— Mittelteil des Halsschildes ziemlich grob punktiert eximioides Breun. 

6. ‚Stimm, Scheitel und Halsschild rot... anne ruficollis Hell. 


— Stirn, Scheitel und Halsschild schwarz ........................... notha Newm. 


l. eximia Newm. (Abb. 1, Fig. 7) 

Abryna eximia Newman, 1842, Ent., I, p. 298. 

Abryna eximia Westwood, 1848, Cab. or. Ent., p. 60, pl. XXIX, fig. 5; 1863, Trans. 
ent. Soc. Lond., (3) I, p. 629, pl. XXIV, fig. 6. 


Wenig gestreckt. Fühler um ein Drittel länger (&) oder so lang (?) wie 
der Körper, das erste Glied dicht und fein punktiert. Die unteren Augenloben 
so lang wie die Wangen. Stirn dicht und fast grob punktiert, die Punkte stel- 
lenweise zu Runzeln verfließend. Wangen und Hinterkopf weniger dicht 
und feiner punktiert. Halsschild meist dicht und fast grob punktiert, der 
Mittelteil der Scheibe sehr fein punktiert. Schildchen mehr als zweimal so 
breit wie lang, rückwärts verrundet. Decken schütter und sehr fein punktiert, 
die Punkte bloß basal etwas gröber. Metasternum, Schenkel, Schienen und 
Seitenteile der Abdominalsegmente fein punktiert. 

Grün metallisch, gelb schimmernd. Jederseits des Mittelkammes der 
Stirn eine kurze, schmale weiße Längsbinde. Je eine kleine weiße Makel auf 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 473 


der Wange und eine weitere solche langovale hinter jedem Auge. Halsschild 
mit jederseits zwei oder zuweilen auch drei weißen Makeln: eine auf der 
Scheibenseite, die andere auf dem Seitenteil, beide dem Vorderrand genä- 
hert und, wenn vorhanden, eine auf der Seite der Basis der Scheibe. Decken 
mit weißen Zeichnungen; auf jeder eine dreieckige postskutellare Nahtmakel, 
eine kleine runde Scheibenmakel schief hinter der Schulter, eine ziemlich 
große Scheibenmakel am Ende des Basalviertels der Naht genähert, eine 
kurze gebogene posthumerale Seitenrandbinde, die nach rückwärts leicht 
auf die Scheibe ansteigt, eine schmale postmediane leicht gebogene Quer- 
binde, eine kleine runde Makel auf der Scheibenmitte am Beginn des Apikal- 
viertels, eine preapikale Längslinie nahe der Naht, und eine kurze preapi- 
kale Scheibenquerlinie, die seitlich nach vorn gebogen ist und in der Mitte 
zuweilen mit der Längslinie verbunden ist. Der Apikalrand der Decke weiß 
gefranst. Einige weiße Flecken auf den Seitenteilen der Sterna und der drei 
letzten Abdominalsegmente. Das zweite Abdominalsegment an seinem Hin- 
terrand weißlichgelb gefranst. Die Basalhälfte des dritten und besonders 
des vierten Fühlergliedes weißlich tomentiert. 

Länge: 14 mm; Breite: 5'/a mm. 

Von Newman nach Stücken von Luzon: Manilla beschrieben. — Casiguran 

(Westwood). 


m. purpureonigricans Westw. 


Abryna eximia Newm. v. purpureo-nigricans Westwood, 1863, Trans. ent. Soc. 
Lond., (3) I, pp. 629, 636, pl. XXV, fig. 1. 


Wie die Stammform, aber durchwegs purpurrot bis weinrot schim- 
mernd; auf jeder Decke verbindet eine Querbinde die große Scheibenmakel 
mit der Posthumeralmakel. 

m. cuprea Westw. 


Abryna eximia Newm. v. cuprea Westwood, 1863, Trans. ent. Soc. Lond., (3) I, 
pp. 629, 636, pl. XXIV, fig. 1. 


Wie die Stammform, aber durchwegs braunkupfrig schimmernd. 
m. viridis Westw. 
Abryna eximia Newm. v. viridis Westwood, 1863, Trans. ent. Soc. Lond., (3) I, 
pp. 629, 636, pl. XXIV, fig. 2. 
Wie die Stammform aber durchwegs grün metallisch und blau schim- 
mernd. 


2. semperi Westw. 


Abryna semperi Westwood, 1863, Trans. ent. Soc. Lond., (3) I, p. 630, pl. XXIV, 
fig. 3. 


Der eximia Newm. nahe stehend, aber Kopf und Halsschild äußerst 
dicht, wenig grob und etwas unregelmäßig punktiert, die Decken durchwegs 
sehr dicht und wenig fein punktiert; der Körper schwarz, violett schim- 


474 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


mernd, die Beine grün schimmernd, die Zeichnungen auf der Stirn, dem 
Halsschild, dem Apikaldrittel der Decken und den Sterna ockergelb gefärbt; 
die Fühlerglieder vom fünften ab basal weiß geringelt. 


Länge: 18 mm; Breite: 7 mm. 


Von Westwood nach einem Stück von Luzon: Angat beschrieben. 


3. eximioides Breun. 

Aprophata eximioides Breuning, 1961, Bull. Inst. roy. Sc. nat. Belg., XXXVII, no. 

20 pP. 7. 

Der eximia Newm. nahe stehend, aber der Halsschild durchwegs sehr 
dicht und ziemlich grob punktiert, die Punkte etwas ungleich verteilt, nicht 
feiner im Mittelteil, die Decken dichter und feiner punktiert und die Tomen- 
tierung abweichend. 

Dunkelmetallisch grün, mehr oder weniger stark violett schimmernd, 
mit weißen Zeichnungen: die Augen schmal weiß eingefaßt. Auf der Stirn 
je eine sehr schmale, der Mittellinie genäherte Längsbinde. Je eine schmale 
Querbinde auf der Wange. Je eine kleine Makel hinter dem Auge. Hals- 
schild mit je einer ziemlich breiten Längsbinde an der Grenze zwischen 
der Scheibe und dem Seitenteil und mit je einer Makel am Unterrand des 
Seitenteiles. Auf jeder Decke eine sehr kleine, dreieckige postskutellare Naht- 
makel, eine ziemlich große Basalmakel am Innenrand der Schulterbeule, 
eine kleine runde Seitenrandmakel unterhalb der Schulterbeule, eine kleine 
posthumerale quere, dem Seitenrand genäherte Makel und eine schmale, 
apikalwärts leicht konkave Querbinde knapp hinter der Mitte, sowie zahl- 
reiche punktförmige Flecken im Apikalviertel. Körperunterseite und Beine 
fein weißlich tomentiert. Weiße Makeln auf den Seitenteilen der Sterna und 
der Abdominalsegmente. Fühler braun tomentiert, die Basalhälfte des vier- 
ten Gliedes und die Basis der Glieder fünf bis elf weißlich tomentiert. 
Länge: 12-13 mm; Breite: 5-51/2 mm. 

Von mir nach einem Stück von Luzon: Dalapiri (British Museum) be- 


schrieben. 


4. notha Newm. 


Abryna notha Newman, 1842, Ent., I, p. 290. 

Aprophata notha Pascoe, 1862, Journ. Ent., I, p. 342. 

Abryna notha Westwood, 1863, Trans. ent. Soc. Lond., (3) I, p. 632, pl. XXV, fig. 2. 
Aprophata notha Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, p. 549, pl. CIII, fig. 1. 


Der eximia Newm. nahe stehend, aber die unteren Augenloben etwas 
länger als die Wangen, der Kopf durchwegs sehr dicht punktiert, auf der 
Stirn dicht und unregelmäßig gerunzelt, der Halsschild weniger quer, 
dichter punktiert und die Färbung abweichend. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 475 


Glänzend schwarz, leicht grün oder blau oder violett schimmernd, am 
Grunde jedes Punktes eine winzige weißliche Sete. Das Basalviertel der 
Decken sehr fein weiß tomentiert, die Körperunterseite und die Beine fein 
weißlichgrau tomentiert. Das erste Abdominalsegment an seinem Hinter- 
rand dicht ockergelb gefranst. Häufig auf jeder Decke eine postmediane 
weiße gebogene Seitenrandmakel und einige undeutliche kleine ockergelbe 
Flecken im Apikalviertel der Decke, zuweilen auch solche Flecken auf den 
Seitenteilen des Halsschildes und der Sterna. 


Von Newman nach Stücken von Luzon: Manilla beschrieben. — Innugan 
(coll. Lepesme). 


5. ruficollis Hell. 


Aprophata ruficollis Heller, 1916, Deutsch. ent. Zs., p. 308. 

Abryna ? hoffmeisteri Schutze, 1916, Philipp. Journ. Sc., XI, Sect. D, p. 348. 
Aprophata ruficollis Schultze, 1917, Philipp. Journ. Sc., XII, Sect. D, p. 249, notal. 
Aprophata ruficollis Schwarzer, 1931, Senckenberg., XTII, p. 208. 


Der eximia Newm. nahe stehend, aber etwas gestreckter, die Fühler um 
ein Viertel länger (ö) oder so lang (?) wie der Körper, die unteren Augen- 
loben etwas kürzer als die Wangen, der Kopf sehr dicht und fein punktiert, 
die Punkte stellenweise zu feinen Runzeln verfließend, der Halsschild sehr 
dicht und fein quergerieft, die Decken basal kaum breiter als der Halsschild, 
dicht und fein punktiert, nur basal etwas gröber und die Färbung anders. 


Schwarz, bläulich oder grünlich schimmernd. Stirn, Scheitel, Halsschild, 
Schenkel, Schienen und Fühler rot. Jeder Punkt der Oberseite mit winziger 
gelber Sete am Grund. Auf jeder Decke drei weiße Makeln: eine kleine 
runde am Innenrand der Schulterbeule, eine sehr kleine postskutellare an der 
Naht und eine ziemlich große postmediane quer auf der Seite der Scheibe 
(eine oder die andere dieser Makeln häufig fehlend) und einige weiße 
Sprenkel im Apikalviertel, unterseits je eine ziemlich breite weiße Längs- 
binde, die die Seitenteile der Sterna und den Unterrand der Halsschildsei- 
tenteile deckt. Mittelteil der Sterna fein weiß tomentiert. Erstes Abdominal- 
segment seitlich am Hinterrand weiß gefranst. Jederseits einige weiße Flek- 
ken auf dem zweiten und dem dritten Segment. Schenkel und Schienen sehr 
fein weißlichgelb tomentiert, Tarsen fein weiß tomentiert. 


Länge: 14-18 mm; Breite: 5-6!/2 mm. 
Von Heller nach Stücken von Luzon: Baguet beschrieben. — Hoffmeisteri 
Schultze ist ein Synonym. 


6. vigintiquatuormaculata Schwarz. 


Aprophata vigintigquatuormaculata Schwarzer, 1931, Senckenberg., XIIL, p. 207, 
fig. 21. 


476 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


Der eximia Newm. nahe stehend, aber kleiner, der Kopf dichter punk- 
tiert, die Stirn dicht und unregelmäßig gerunzelt, der Halsschild dicht und 
ziemlich grob punktiert und unregelmäßig quergerieft, die Beine kräftig, die 
Schenkel nur schwach gekeult und die Tomentierung anders. 

Schwarz, die Decken dunkel metallisch grün, mit weißen Zeichnungen: 
Je eine Makel hinter dem Auge. Halsschild mit einer schmalen, in der Mitte 
breit unterbrochenen, basalen Querbinde und jederseits eine oder zwei vor- 
dere seitliche Makeln. Auf jeder Decke zwölf ziemlich große runde, wenig 
scharf ausgeprägte Makeln: drei basale, eine langovale an der Naht, eine 
am Innenrand der Schulterbeule, eine am Außenrand der Schulterbeule, drei 
postbasale, eine nahe der Naht, eine seitliche auf der Scheibe und eine am 
Seitenrand, letztere etwas vor den beiden anderen gelegen, drei postmediane, 
eine schief hinter der anderen gelegen, drei preapikale, deren innere und 
deren äußere sich nach rückwärts fortsetzen und sich dann vor dem Apikal- 
ende vereinigen. Körperunterseite fein weißlich tomentiert. Große ockergelbe 
Flecken auf den Seitenteilen der Sterna und am Unterrand der Halsschild- 
seitenteile. Das erste Abdominalsegment am Hinterrand ockergelb gefranst. 
Je eine gelbliche Makel auf des Seiten des dritten und des vierten Segmen- 
tes. Tarsen fein weißlich tomentiert. Fühler vom dritten Glied ab rotbraun 
tomentiert. 

Länge: 12-13 mm; Breite: 4°/s-5 mm. 


Von Schwarzer nach Stücken von Luzon: Innugan beschrieben. 


7. quatuordecimmaculata Breun. 


Aprophata quatuordecimmaculata Breuning, 1947, Ark. f. Zool., XXXIX, A, no. 6, 
p. 30. 


Der eximia Newm. nahe stehend, aber der Kopf durchwegs dichter 
punktiert, der Halsschild dicht und ziemlich fein punktiert und die Tomen- 
tierung anders. 


Schwarz, grünlich schimmernd, schwarz tomentiert, mit weißen Zeich- 
nungen: eine Längsbinde auf der Stirn, die an ihren Enden etwas verbrei- 
tert ist. Jederseits auf den Halsschildseitenteilen eine quere Vorderrand- 
makel und eine untere Makel. Auf jeder Decke sieben Makeln: eine runde 
knapp hinter der Basis neben dem Schildchen, eine halbmondförmige post- 
basale auf der Scheibe, eine halbmondförmige postbasale am Seitenrand, 
eine runde mediane neben der Naht, eine runde mediane am Seitenrand 
und eine quere preapikale auf der Scheibe. Im Apikalfünftel der Decke die 
Naht und der Seitenrand weiß tomentiert. Je eine große Makel auf den Sei- 
ten des Pro-, des Meso- und des Metasternums; je eine kleine Makel am 
Vorderrand der Metepisternen. Je eine kleine Seitenrandmakel auf dem 
ersten Abdominalsegment. Die Segmente zwei bis fünf entlang ihrer Mitte, 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 477 


die Tarsen und die beiden Basaldrittel des vierten Fühlergliedes weiß to- 

mentiert. Sonst die Fühler dunkelbraun tomentiert. 

Länge: 13 mm; Breite: 4!/2 mm. 

Von mir nach einem Stück von Luzon: Cap Engano (Museum Stockholm) 
beschrieben. 


24. Pseudaprophata Breun. 
Pseudaprophata Breuning, 1961, Bull. Mus. Hist. Nat., (2) XXXLJ, p. 539. 

Sehr langgestreckt, zylindrisch. Fühler mäßig fein, unterseits schütter 
gefranst, das erste Glied mäßig lang und wenig dick, das dritte länger als 
das vierte oder das erste, das vierte viel länger als eines der weiteren Glie- 
der. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, nicht vortretend. Augen fein 
facettiert, unterteilt, die unteren Loben stark quer. Stirn breiter als hoch, 
mit feinem Mittellängskamm. Halsschild quer, seitlich kaum verrundet, mit 
zwei feinen Querfurchen, einer auf der Scheibe erloschenen vorderen und 
einer rückwärtigen. Decken sehr lang, zylindrisch, stark gewölbt, kaum brei- 
ter als der Halsschild, im Apikalviertel verschmälert, apikal verrundet. Kopf 
nicht rückziehbar. Prosternum nach vorn verlängert. Prosternalfortsatz so 
hoch wie die Wangen, an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt. Mesoster- 
nalfortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt. Metasternum von 
normaler Länge. Beine mäßig lang, die Schenkel gekeult. 

Typ: newmanni Westw. Zwei Arten. 
1. Die unteren Augenloben so lang wie die Wangen. ....... newmanni Westw. 
— Die unteren Augenloben kürzer als die Wangen. ........ puncticornis Hell. 


]. newmanni Westw. 

Abryna newmanni Westwood, 1863, Trans. ent. Soc. Lond., (3) I, p. 631, pl. XXV, 

fig. 5. 

Fühler den Beginn des apikalen Deckendrittels nicht überragend, die 
vier ersten Glieder dicht und fein punktiert, das dritte etwas länger als das 
vierte oder das erste. Die unteren Augenloben so lang wie die Wangen. 
Kopf sehr dicht und ziemlich grob punktiert. Halsschild außer auf einer 
Mittellängsbinde und am Unterrand seiner Seitenteile dicht und fein punk- 
tiert, auf den Seiten der Scheibe auch dicht quergerieft, die beiden Quer- 
furchen seicht. Schildchen zweimal so breit wie lang, rückwärts abgerundet. 
Decken in der vorderen Hälfte dicht und fein punktiert, noch feiner in der 
rückwärtigen Hälfte und gegen die Naht zu. Die Seitenteile der Sterna und 
der Abdominalsegmente, sowie die Schenkel und Schienen dicht und fein 
punktiert. 

Schwarz, glänzend, äußerst fein grau tomentiert. 

Länge: 21 mm; Breite: 61/2 mm. 
Von Westwood nach einem Stück von Luzon: Manilla beschrieben. 


478 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


2. puncticornis Hell. 

Aprophata puncticornis Heller, 1924, Deutsch. ent. Zs., p. 434. 

Fühler merklich kürzer als der Körper, das erste Glied dicht und grob 
punktiert, das dritte sehr wenig länger als das vierte, merklich länger als 
das erste. Die unteren Augenloben merklich kürzer als die Wangen. Kopf, 
Halsschild und Decken gröber punktiert, die Seiten der Halsschildscheibe 
gröber quergerieft, die beiden Querfurchen auf dem Halsschild tief und die 
Tomentierung etwas anders. 

Glänzend schwarz. Jeder Punkt der Körperoberseite und der Beine mit 
winziger weißer Sete am Grund. Die Seitenteile des Halsschildes, der Seiten- 
rand der Decken unterhalb der Schulterbeule, die Epipleuren und die Sei- 
tenteile der Sterna weiß marmoriert. Der Apikalrand der Decken und der 
Hinterrand des ersten Abdominalsegmentes weiß gefranst. Die Tarsen fein 
weißlich tomentiert. Das einzige bekannte Stück ist wahrscheinlich teilweise 
abgerieben. 2 
Länge: 18'!/a mm; Breite: 6 mm. 

Von Heller nach einem Stück von der Insel Panay beschrieben. 


25. Pseudabryna Schultze 

Pseudabryna Schultze, 1916, Philipp. Journ. Sc., XI, Sect. D. p. 347. 

Langgestreckt. Fühler fein, etwas kürzer als der Körper; das erste Glied 
apikalwärts verdickt, das dritte etwas länger als das vierte oder als das erste. 
Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, nicht vortretend. Augen fein facet- 
tiert, unterteilt. Stirn viel breiter als hoch. Halsschild etwas länger als breit, 
zylindrisch, gewölbt, mit einer tiefen Querfurche vor der Basis. Decken lang, 
stark gewölbt, merklich breiter als der Halsschild, im Apikaldrittel stark ver- 
rundet. Kopf nicht rückziehbar. Prosternum nach vorn stark verlängert. Pro- 
sternalfortsatz niedriger als die Hüften, verrundet. Mesosternaltortsatz an 
seinem Vorderrand abgerundet. Metasternum von normaler Länge. Beine 
mäßig lang, die Schenkel gekeult. 
Typ: luzonica Schultze. Zwei Arten. 
l. Decken mit zwei weißen Querbinden ..........n.... luzonica Schultze 
— Decken mit vier weißen Querbinden ............. hieroglyphica Schultze 


1. Juzonica Schultze 
Pseudabryna luzonica Schultze, 1916, Philipp. Journ. Sc., XI, Sect. D, p. 347. 

Stirn dicht und fein punktiert. Halsschild schütter und fein punktiert. 
Decken verworren punktiert. 

Schwarz, glänzend. Augen schmal weiß eingefaßt. Eine langovale weiß 
liche Makel auf der Mitte der Stirn. Je eine runde weiße Makel am Vorder- 
rand der Halsschildscheibe. Auf jeder Decke eine ovale postskutellare weiße 
Nahtmakel, eine premediane weiße Querbinde und eine aus einer Anzahl 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 479 


kleiner ovaler weißer Makeln zusammengesetzte postmediane Querbinde, 
sowie im Apikalviertel vier nebeneinandergelagerte kurze weiße Längs- 
linien. Der Apikalrand der Decke weiß gefranst. Die Seitenteile der Sterna 
weiß tomentiert. Der Hinterrand des ersten Abdominalsegmentes weiß ge- 
franst, das zweite und das vierte Tarsenglied weiß tomentiert. Das vierte 
Fühlerglied außer basal weil tomentiert, die Glieder fünf bis elf fein grau 
tomentiert. 

Länge: 121/2 mm; Breite: 41/2 mm. 

Von Schultze nach Stücken von Luzon: Benguet Mont Thomas beschrieben. 


2. hieroglyphica Schultze 


Pseudabryna hieroglyphica Schultze, 1934, Philipp. Journ. Sc., LII, p. 312, pl. I, 
fig. 6. 


Der luzonica Schultze nahe stehend, aber die Punktierung im Basal- 
drittel der Decken, besonders hinter den Schultern, sehr regelmäßig; jede 
Decke mit vier schmalen weißen Querbinden: eine postbasale, eine preme- 
diane, diese beiden stark gewellt und miteinander entlang der Naht, ent- 
lang der Scheibenmitte und entlang dem Seitenrand durch Längsstriche ver- 
bunden, eine postmediane und eine preapikale, und mit zwei langgestreckten 
weißen Scheibenmakeln vor dem Apikalende; die Schenkel weiß gefleckt, 
das zweite und das vierte Tarsenglied nur teilweise weiß tomentiert. 
Länge: 131/2 mm; Breite: 5 mm. 

Von Schultze nach einem Stück von Luzon: Nueva Vizcaja, Bolete Paß be- 
schrieben. 


26. Abryna Newm. 


Abryna Newman, 1842, Ent., I, p. 289. 

Abryna Pascoe, 1864, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, pp. 58, 81. 

Abryna Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, pp. 521, 527. 

Abryna Matsushita, 1933, Journ. Fac. Agr. Hokk., XXXIV, p. 357. 

Abryna Gressitt, 1942, Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., Spec. Publ., no. 8, p. 20; 
1951, Longic., II, p. 452. 


Langgestreckt. Fühler mäßig dick, unterseits kurz gefranst; das erste 
Glied mäßig lang, dünn an der Basis, das dritte länger als das vierte oder 
das erste. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, nicht vortretend. Augen 
grob facettiert, unterteilt, die unteren Loben stark quer. Stirn breit, allmäh- 
lich in den Hinterkopf übergehend, mit feinem Mittellängskamm. Halsschild 
quer, gewölbt, seitlich leicht verrundet. Decken lang, ziemlich gewölbt, im 
Apikalviertel stark verschmälert. Kopf nicht rückziehbar. Prosiernalfortsatz 
wenig breit, niedriger als die Hüften, an seinem Hinterrand senkrecht abge- 
stutzt. Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt, eine 
ziemlich breite glatte Platte bildend. Metasternum von normaler Länge. 
Beine ziemlich lang, die Schenkel dünn, nicht gekeult, die vorderen bei den 


480 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


öö etwas verlängert, die Vordertarsen bei den $ & verbreitert und dicht 
behaart. 
Typ: coenosa Newm. Dreizehn Arten, die sich auf zwei Untergattungen 
aufteilen. 
1. Das dritte Fühlerglied etwas länger als das vierte, die Decken von 
den Schulter ab leicht verschmälert ............... Sg. Abryna Newm. s. s. 
2. Das dritte Fühlerglied merklich länger als das vierte, die Decken 
parallelen rs re Sg. Faustabryna Breun. 


1. Sg. Abryna Newm. s. s. 
l. Decken mit zwei Querbinden und dicht mit sehr kleinen weißlichen 


Flecken übersät.........nnee nen OR 2: 
— Decken niemals dicht mit kleinen weißlichen Flecken übersät ........... 6 
2. Halsschildscheibe quergerieft ..................... buccinatrix Pasc. 
— Halsschildscheibe nicht quergestreift .............222 2er 3. 
3. Decken apikal abgerundet... 4. 
— Decken apikal abgestutzt oder leicht ausgeschnitten .............. D 
4. Wangen kaum länger als die unteren Augenloben ........ basalis Auriv. 


— Wangen mehr als um die Hälfte länger als die unteren Augenloben 

ziczac Hell. 

9. Wangen zweimal so lang als die unteren Augenloben. ...................... 
regis-petri Paiva 

— Wangen etwas länger als die unteren Augenloben grisescens Breun. 

6. Jede Decke mit zwei hellen, voneinander völlig getrennten Quer- 


binden: einer premedianen und einer postmedianen ............ 7. 
— Decken mit undeutlichen, mehr weniger miteinander verfließenden 
Querbinden- nn... en ee a RE 10. 
7. Die Deckenzeichnungen sind rötlich... nee 8. 
— die Deckenzeichnungen sind gelblich oder weißlich .......... 9, 
8. Der obere seitliche Halsschildscheibenhöcker vortretend; Decken 
apikal nur schwach ausgeschnitten ..............oo rubeta Pasc. 
- Der obere seitliche Halsschildscheibenhöcker wenig vortretend, 
Decken apikal ziemlich stark ausgeschnitten. ...... javanica Kriesche 
9. Decken apikal abgerundet... loochooana Matsush. 
— Decken apikalabsesutzr Ur een coenosa Newm. 
10: Stim’sehrfein punkuert 2. 2 re ee affınis Breun. 
— Stirn ziemlich srob’punktert .........2 me obscura Schwarz. 
2. Sg. Faustabryna Breun. 
1. Körperoberseite ohne Zeichnungen... fausta Newm. 


— Körperoberseite mit zahlreichen weißen Makeln übersät .............. 
metallica Breun. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 481 


1. Sg. Abryna Newm. s. s. 
Abryna Newman, 1842, Ent., I, p. 289. 

Das dritte Fühlerglied etwas länger als das vierte, die Decken von den 
Schultern ab leicht verschmälert. 


Typ: coenosa Newm. 
l. coenosa Newm. 
Abryna coenosa Newman, 1842, Ent., I, p. 289. 
Abryna coenosa Westwood, 1863, Trans. ent. Soc. Lond., (3) I, p. 628, pl. XXV, 

fig. 3 a,b. 

Fühler so lang (5) oder etwas kürzer (7) als der Körper, das erste Glied 
stark gekeult, sehr fein punktiert, merklich kürzer als das dritte. Wangen 
mehr als um die Hälfte länger als die unteren Augenloben. Kopf sehr dicht 
und eher grob punktiert. Halsschild sehr dicht punktiert und gekörnt, un- 
regelmäßig gerunzelt, mit zwei feinen Querfurchen, einer vorderen und 
einer rückwärtigen, je einer stumpfen oberen seitlichen Scheibenbeule am 
Ende des vorderen Viertels und je einem schmalem und spitzigem, unteren 
Seitenhöcker nahe dem Vorderrand. Schildchen sehr breit, apikal verrundet. 
Decken apikal leicht schief abgestutzt (die Randecke vortretend), basal dicht 
und grob punktiert, danach immer feiner und schütterer punktiert bis auf 
einzelne grobe unregelmäßig verteilte Punkte; im Apikaldrittel jeder Decke 
ist ein Nahtstreif ausgebildet. 


Schwarz, braungelb und weißlichgrau marmoriert, diese Marmorierung 
besonders dicht auf der Körperunterseite und auf den Decken, wo sie zwei 
Querbinden bildet: eine am Ende des Basalviertels und eine zickzackförmige 
postmediane, die beide stellenweise dunkelbraun eingefaßt werden; auf der 
äußersten Deckenbasis ist die Marmorierung ebenfalls sehr dicht. Die drei 
ersten Fühlerglieder braungelb und weißlichgrau marmoriert, das dritte bis 
elfte Glied apikal in zunehmendem Ausmaß strohgelb tomentiert. 

Länge: 19-24 mm; Breite: 6'/2-8 mm. 
Von Newman nach Stücken von Luzon: Manilla beschrieben. — Montalban 

(coll. Itzinger -— Museum Frey), Los Banos (Museum Dresden); Insel 

Formosa? (Matsushita). 


m. superba Pic 


Abryna superba Pic, 1932, Echange, XLVII, p. 24. 
Wie die Stammform, aber größer, der Halsschild feiner punktiert und 


feiner gerunzelt, die Decken etwas feiner punktiert, apikal sehr leicht aus- 
geschnitten. 

Länge: 28 mm; Breite: 10 mm. 

Von Pic nach einem Stück von Formosa beschrieben. 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 3l 


482 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


3. loochooana Matsush. 


Abryna coenosa Newm. ssp. loochooana Matsushita, 1933, Ins. Matsumur., VII, 
p. 108. 
Der coenosa Newm. nahe stehend, aber die Decken fast ganz regel- 


mäßig apikal verrundet und gleichzeitig feiner tomentiert. 
Von Matsushita nach Stücken von den Inseln Loochoo: Okinawa beschrieben. 


3. ziezac Hell. 

Abryna ziczac Heller, 1925, Ent. Mitteil., XIII, p. 201, pl. II, fig. 14. 

Der coenosa Newm. nahe stehend, aber der Halsschild nicht gerunzelt, 
der Kopf und der Halsschild fein punktiert, die Decken etwas weniger grob 
punktiert, apikal verrundet, die Marmorierung des Körpers heller, durch- 
wegs weißlichgrau, die beiden Deckenbinden mehr zusammenhängend, die 
zweite Binde etwas schmäler; überdies die Decken mit zahlreichen sehr 
kleinen weißlichen Flecken übersät. 

Von Heller nach einem Stück von der Insel Sibuyan (Museum Dresden) 
beschrieben. 


4. rubeta Pasc. (Abb. 1, Fig. 8) 

Abryna rubeta Pascoe, 1864, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, p. 84. 

Der coenosa Newm. nahe stehend, aber die seitliche obere Halsschild- 
scheibenbeule stärker vortretend, die Punktierung der ganzen Körperober- 
seite etwas gröber, die Decken apikal leicht ausgeschnitten; die Marmorie- 
rung des Körpers ockergelb-rötlich. 

Von Pascoe nach Stücken von Borneo beschrieben. — Mont Kinabalu (Fisher), 

Pontianak (coll. Lepesme). 


5. obscura Schwarz. 
Abryna obscura Schwarzer, 1925, Ent. Bl., XXI, p. 65. 
Abryna subuniformis Pic, 1925, Mel. exot. ent., XLIII, p. 30. 
Abryna coenosa obscura Hirayama, 1940, Ins. Tab., pl. XL, fig. 7. 

Der coenosa Newm. nahe stehend, aber das erste Fühlerglied weniger 
gekeult, die Punktierung der Körperoberseite etwas gröber, die Decken api- 
kal schwach ausgeschnitten; die Marmorierung des Körpers ockergelb-röt- 
lich, die beiden Deckenbinden viel weniger auffallend, der Raum zwischen 
ihnen ebenfalls dicht ockergelb marmoriert. 

Länge: 19-21 mm; Breite: 6-7 mm. 
Von Schwarzer nach Stücken von Formosa: Teihorin beschrieben. — Tonkin: 

Songhai, Tuyen-Quang (Museum Paris), Hanoi (coll. Pic). Subuniformis 

Pic ist ein Synonym. 


ssp. oshimensis Breun. 
Abryna obscura Schwarz. ssp. oshimesis Breuning, 1955, Bull. Soc. ent. Fr., LX, 
p- 64. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 483 


Wie die Stammform, aber die Stirn und der Halsschild feiner punktiert, 
die obere seitliche Scheibenbeule des Halsschildes schmäler, und die Fühler- 
glieder fünf bis elf basal breiter hell geringelt. 


Inseln Riou-Kiou: Insel Oshima (Museum Paris). 


6. affinis Breun. 
Abryna affınis Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 236. 

Der obscura Schwarz sehr nahe stehend, bloß von etwas kürzerer Ge- 
stalt, das erste Fühlerglied basal dünner, die Stirn, der Halsschild und die 
Decken feiner punktiert. 


Von mir nach einem Stück von den Philippinen (British Museum) be- 
schrieben. 


7. javanica Kriesche 
Abryna javanica Kriesche, 1924, Deutsch ent. Zs., p. 353. 

Der coenosa Newm. nahe stehend, aber der Halsschild zur Basis zu 
weniger verengt, die Decken apikal stärker ausgeschnitten, die Schultern 
etwas mehr vortretend, die Punktierung der ganzen Körperoberseite etwas 
gröber, die Marmorierung des Körpers ockergelb-rötlich. 

Von Kriesche nach Stücken von Java beschrieben. 


8. regis-petri Paiva 
Abryna regis-petri Paiva, 1860, Descr. de deux Ins. Col., p. 5, pl. I, fig. 1; Ann. 

Mag. Nat. Hist., (3) VI, p. 360. 

Abryna regis-petri Lacordaire, 1872, Gen. Cd., IX, pl. CI, fig. 3. 

Der coenosa Newm. nahe stehend, aber die Wangen zweimal so lang 
wie die unteren Augenloben, der Scheitel schütterer und feiner punktiert, 
die Halsschildscheibe und die Decken viel schütterer punktiert, die Decken 
apikalwärts etwas weniger verschmälert; die Marmorierung des Körpers 
heller, eher weißlich, die Decken mit sehr zahlreichen sehr kleinen weiß- 
lichen Flecken übersät, die postmediane Querbinde viel weniger zickzackför- 
mig verlaufend. 


Von Paiva nach Stücken aus Cambodja beschrieben. — Birma: Monts Carin, 


Pynchaung Res. (Britiih Museum und Museum Dehra Dun); Halbinsel 
Malakka: Perak (Museum Brüssel); Laos (coll. Itzinger - Museum Frey). 


9. buccinatrix Pasc. 
Abryna buccinator Pascoe, 1864, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, p. 84. 

Der regis-petri Paiva sehr nahe stehend, aber länger und schmäler, die 
Halsschildscheibe fein quergerieft und die Decken dichter punktiert. 
Von Pascoe nach Stücken von Sumatra beschrieben. 


\ 


484 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


10. grisescens Breun. 

Abryna grisescens Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 236. 

Der coenosa Newm. nahe stehend, aber die unteren Augenloben etwas 
kürzer als die Wangen, die Decken apikal stärker abgestutzt (die Randecke 
in einen kurzen Dorn ausgezogen); die Marmorierung des Körpers heller, 
weißlich, die Deckenquerbinden breiter und weniger deutlich; überdies 
die Decken mit zahlreichen sehr kleinen, weißlichen Flecken übersät. 
Länge: 18 mm; Breite: 61/2 mm. 

Von mir nach einem Stück von Luzon: Bagnio, Benguet (Museum Stock- 
holm) beschrieben. 


11. basalis Auriv. 

Abryna basalis Aurivillius, 1908, Deutsch. ent. Zs., p. 221. 

Der coenosa Newm. nahe stehend, aber kleiner, die unteren Augenlo- 
ben kaum so lang wie die Wangen, der Halsschild nicht gerieft, schütter und 
ziemlich fein punktiert, mit feinem Mittellängskamm, die Decken etwas 
weniger grob punktiert, apikal abgerundet, die Tomentierung etwas ab- 
weichend. 

Dunkelbraun, graugelb tomentiert, eher gelb auf der Stirn, dem Hals- 
schild und dem Schildchen; die Seitenteile des Schildchens nackt. Decken 
braun tomentiert und mit sehr kleinen, weißlichen Flecken übersät; auf jeder 
eine weißliche, von der Schulter zur Naht reichende Querbinde und eine 
wenig deutliche postmediane gewellte weißliche Querlinie. 

Länge: 15 mm; Breite: 51/2 mm. 
Von Aurivillius nach einem Stück von den Solomons. Inseln: Tailagi be- 
schrieben. Ich kenne diese Art nicht und bezweifle die Richtigkeit der 

Fundortangabe. 


2. Sg. Faustabryna Breun. 
Abryna Sg. Faustabryna Breuning, 1961, Bull. Mus. Hist. Nat., (2) XXXIJ, p. 539. 
Das dritte Fühlerglied merklich länger als das vierte, die Decken sehr 


lang, parallel. 


Typ: fausta Newm. 
12. fausta Newm. 
Abryna fausta Newman, 1842, Ent., I, p. 289. 
Abryna fausta Westwood, 1863, Trans. ent. Soc. Lond., (3) I, p. 628, pl. XXV, fig. 4. 
Fühler viel kürzer als der Körper; das erste Glied mäßig lang, dünn, 
dicht und fein punktiert, merklich kürzer als das dritte. Die unteren Augen- 
loben etwas länger als die Wangen. Stirn und Wangen dicht und wenig fein 
punktiert, der Scheitel schütter und äußerst fein punktiert. Halsschild zwei- 
mal so breit wie lang, wenig dicht und ziemlich grob punktiert und mit 
feinen Punkten untermischt, im Mittelteil nicht punktiert, mit zwei feinen 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 485 


Querfurchen, einer auf der Scheibe erloschenen vorderen und einer rück- 
wärtigen, je einem konischen oberen Scheibenseitenhöcker und je einem 
kleinen unteren Seitenhöcker nahe dem Vorderrand. Schildchen mehr als 
zweimal so breit wie lang, apikal verrundet. Decken etwas breiter als der 
Halsschild, apikal verrundet, mäßig dicht und ziemlich grob punktiert, die 
Punkte nahtwärts und apikalwärts feiner. 

Metallisch blau violett, glänzend, ohne Zeichnungen; das erste und das 
letzte Abdominalsegment am Hinterrand gelblich gefranst. 

Länge: 20 mm; Breite: 7 mm. 
Von Newman nach einem Stück von den Philippinen beschrieben. 


13. metallica Breun. 

Abryna metallica Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 239. 

Der fausta Newm. nahe stehend, aber der obere seitliche Halsschild- 
scheibenhöcker stumpfer und weniger vortretend und die Färbung ab- 
weichend. 

Metallisch blaugrün, die Körperoberseite weiß gesprenkelt und mit 
weißen Zeichnungen: je eine langgestreckte Makel auf der Mitte der Stirn, 
je eine Makel auf der Wange und je eine hinter dem Auge. Halsschild mit je 
zwei Scheibenmakeln, einer vorderen und einer rückwärtigen und mit eini- 
gen Flecken auf den Seitenteilen. Auf jeder Decke zehn ziemlich große 
weiße Makeln: eine postskutellare an der Naht, eine posthumerale auf der 
Scheibe, zwei am Ende des Basaldrittels, eine davon auf der Scheibe, die 
andere am Seitenrand, eine quere postmediane auf der Scheibe, drei am 
Beginn des Apikalviertels, eine am Seitenrand und zwei auf der Scheibe, 
eine preapikale nahe der Naht und eine knapp vor dem Apikalende. Körper- 
unterseite und Beine dicht mit kleinen weißen Flecken übersät. Mittel- und 
Hinterschienen dicht rotbraun gefranst. Tarsen weißlich tomentiert. Das 
erste Fühlerglied schwarz, die weiteren rotbraun, fein weißlich tomentiert. 
Länge: 20 mm; Breite: 7 mm. 

Von mir nach einem Stück von der Insel Leyte (British Museum) beschrieben. 


27. Pseudodoliops Schultze 


Pseudodoliops Schultze, 1934, Philipp. Journ. Sc., LIII, p. 315. 

Langgestreckt. Fühler mäßig dick, die Glieder drei bis fünf unterseits 
gefranst; das erste Glied mäßig lang, leicht gekeult, das dritte länger als 
das vierte oder das erste. Fühlerhöcker nicht vortretend. Augen grob facet- 
tiert, stark ausgeschnitten, die unteren Loben quer. Stirn breiter als hoch. 
Halsschild quer, seitlich verrundet, mit vier geraden und tiefen Querfurchen, 
zwei vorderen und zwei rückwärtigen. Decken lang, stark gewölbt, apikal 
verrundet, dicht mit sehr kurzen, schief abstehenden Haaren besetzt. Kopf 


486 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


rückziehbar. Prosternalfortsatz niedriger als die Hüften, verrundet. Meso- 
sternalfortsatz zum Vorderrand allmählich geneigt. Metasternum von nor- 
maler Länge. Beine ziemlich lang, die Schenkel gestielt. 

Typ: elegans Hell. Zwei Arten. 

1. Halsschild mit zwei runden hellen Makeln ...................... elegans Hell. 
— Halsschild ohne solche Makeln .........eeeusce. griseus Breun. 


1. elegans Hell. 

Diatylus elegans Heller, 1916, Deutsch. ent. Zs., p. 310. 

Die Fühler den Beginn des Apikaldrittels (ö) oder die Deckenmitte (®) 
erreichend, das dritte Glied etwas länger als das vierte, merklich länger als 
das erste. Die unteren Augenloben mehr als zweimal so lang wie die Wan- 
gen. Stirn schütter und fein punktiert, der Mittelteil des Halsschildes dicht 
und fein punktiert. Schildchen halbrund. Decken basal fein gekörnt, dann 
dicht und fein punktiert, die Punkte schütterer im Apikalteil. 

Schwarz, mit fleischfarbenen Zeichnungen: eine Mittellängsbinde auf 
dem Kopf. Je eine Binde auf der Wange. Je eine runde Makel auf dem Hals- 
schild. Auf jeder Decke eine breite, premediane, nahtwärts stark verschmä- 
lerte und die Naht nur mit ihrem Vorderrand berührende Querbinde, eine 
sehr schmale, postmediane, stellenweise fast unterbrochene Querbinde und 
eine große, die Naht nicht erreichende Apikalmakel. Schildchen durchwegs 
fleischfarben tomentiert. Eine ebenso gefärbte Marmorierung auf den Mete- 
pisternen außer an ihrem Vorderrand und auf dem Abdomen. 

Länge: 9-10 mm; Breite: 31/3-4 mm. 
Von Heller nach einem Stück von der Insel Mindanao: Dapitan beschrieben. 


m. schwarzeri Schultze 
Pseudodoliops schwarzeri Schultze, 1934, Philipp. Journ. Sc., LIII, p. 315, pl. I, fig. 8. 
Wie die Stammform, aber alle Zeichnungen weiß und die premediane 
Deckenbinde schmal. 


Insel Mindanao: Zamboanga (Schultze). 


2. griseus Breun. 

Pseudodoliops griseus Breuning, 1938, Festschr. E. Strand, IV, p. 237. 

Dem elegans Hell. nahe stehend, aber das dritte Fühlerglied merklich 
länger als das vierte, um drei Viertel länger als das erste und die Tomen- 
tierung anders. 

Schwarz, leicht blau schimmernd, weißlichgrau tomentiert. Auf jeder 
Decke eine schmale, premediane, die Naht nicht erreichende, weiße Quer- 
binde. Die Tomentierung sehr fein auf den Beinen und den drei ersten Füh- 
lergliedern, das Apikaldrittel des dritten Fühlergliedes schwärzlich, die wei- 
teren Glieder dunkelbraun, die beiden basalen Drittel des vierten Gliedes 


weiß tomentiert. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 487 


Länge: 9 mm; Breite: 3?/s3 mm. 
Von mir nach einem Stück von Luzon: Paete (Museum Hamburg) be- 


schrieben. 


28. Marmylaris Pasc. 


Marmylaris Pascoe, 1866, Journ. linn. Soc. Lond., IX, p. 89. 
Marmylaris Matsushita, 1933, Journ. Fac. Agric. Hokk., XXXIV, p. 357. 
Marmylaris Gressitt, 1942, Lingn. Nat. Hist. Surv. Mus., Spec. Publ., no. 8, p. 20; 

1951, Longic., II, p. 452. 

Langgestreckt, gedrungen. Fühler mäßig dick, etwas länger (ö) oder 
viel kürzer (?) als der Körper, unterseits dicht und kurz gefranst; das erste 
Glied mäßig lang, das dritte etwas länger als das vierte, viel länger als das 
erste. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, kaum vortretend. Augen grob 
facettiert, unterteilt. Stirn breiter als hoch. Halsschild quer, kurz, zylindrisch, 
seitlich sehr leicht verrundet mit wenig deutlichen Querfurchen nahe dem 
Vorder- und dem Hinterrand. Decken lang, stark gewölbt, miteinander 
verschmolzen. Kopf rückziehbar. Prosternalfortsatz niedriger als die Hüften, 
verrundet. Mesosternalfortsatz schmal, nach vorn allmählich geneigt. Meta- 
sternum sehr kurz. Flügel atrophiert. Beine mäßig lang, kräftig. 


Typ: buckleyi Pasc. Zwei Arten. 
1. Decken weiß tomentiert ........eeneuee buckleyi Pasc. 
— Decken rotbraun tomentiert ......eueeeeee truncatipennis Breun. 


1. buckleyi Pasc. 


Hathlia buckleyi Pascoe, 1857, Trans. ent. Soc. Lond., (2) IV, p. 107. 
Marmylaris buckleyi Aurivillius, 1891, Ent. Tidskr., XII, p. 106, fig. 6. 
Das erste Fühlerglied mäßig dick. Die unteren Augenloben quer, merk- 


lich kürzer als die Wangen. Hinterkopf ziemlich dicht und grob punktiert. 
Stirn und Wangen wenig dicht und fein punktiert. Kopf verdickt. Halsschild 
dicht und fein punktiert. Schildchen dreieckig, mehr als zweimal so breit wie 
lang. Decken durchwegs dicht und grob punktiert, apikal ausgeschnitten (die 
Nahtecke kaum angedeutet), die Randecke in einen ziemlich langen und 
breiten, einwärts gebogenen Lappen ausgezogen. 

Schwarz, weiß tomentiert, eher ockergelb auf der Stirn und der Hals- 
schildscheibe. Decken mit sehr kleinen schwarzen Flecken übersät erschei- 
nend, da die Punkte nicht tomentiert sind; dagegen auf jeder Decke eine 
ziemlich breite, dem Seitenrand genäherte Längsbinde in den drei vorderen 
Vierteln, auf welcher die Punkte von der weißen Tomentierung verdeckt 
sind und häufig auch eine langovale dicht weiß tomentierte Makel auf der 
Basismitte. Das Apikalende des dritten Fühlergliedes und die Glieder vier 


bis elf schwärzlich tomentiert. 


488 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


Länge: 17-18 mm; Breite: 4-5 mm. 
Von Pascoe nach Stücken aus Nord-Indien beschrieben. — Assam (British 
Museum); Formosa? (Matsushita). 


2. truncatipennis Breun. 

Marmylaris truncatipennis Breuning, 1940, Fol. zool. hydrob., X, p. 140. 

Dem buckleyi Pasc. nahe stehend, aber der Kopf weniger verdickt, das 
erste Fühlerglied weniger dick, die Wangen um die Hälfte länger als die 
unteren Augenloben, der Kopf und der Halsschild sehr dicht und fein punk- 
tiert, die Punkte auf der Halsschildscheibe stellenweise zu Runzeln verflie- 
Bend, die Decken apikal schief abgestutzt (die Randecke vortretend, aber 
verrundet), durchwegs sehr dicht und ziemlich grob punktiert, die Punkte 
stellenweise zu Runzeln verfließend, die Schienen mit abstehenden Haaren 
besetzt und die Tomentierung abweichend. 

Dunkelrot, rotbraun tomentiert. Jederseits auf der Halsschildscheibe 
eine schmale, ockergelbe in der rückwärtigen Hälfte deutlicher ausgebildete 
und etwas über die Deckenbasis nach rückwärts übergreifende, Längsbinde. 
Die Seitenteile des Mesosternums ockergelb tomentiert. Das letzte Abdo- 
ıninalsegment dunkelbraun tomentiert. 

Länge: 91/2 mm; Breite: 3 mm. 
Von mir nach einem Stück von Sikkim: Darjeeling, Gopaldhara, Rangbong 
Valley (British Museum) beschrieben. 


29. Dasyerrus Pasc. 


Dasyerrus Pascoe, 1865, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, p. 224. 
Dasyerrus Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, p. 275. 


Langgestreckt, gedrungen. Fühler mäßig fein, kaum so lang (ö) oder 
merklich kürzer (?) als der Körper, unterseits gefranst; das erste Glied 
mäßig lang, wenig dick, das zweite Glied verhältnismäßig lang, das dritte 
etwas länger als das vierte, merklich länger als das erste. Fühlerhöcker nicht 
vortretend. Augen grob facettiert, unterteilt, die unteren Loben quer. Stirn 
vie] breiter als hoch. Halsschild kurz, leicht quer (&) oder stark quer (?), 
gewölbt, seitlich leicht verrundet, mit zwei deutlichen feinen Querfurchen, 
einer vorderen und einer rückwärtigen. Decken lang, stark gewölbt, kaum 
breiter als der Halsschild, in ihrem Mittelteil leicht verbreitert, apikal ver- 
rundet und miteinander verschmolzen. Kopf rückziehbar. Prosternalfortsatz 
so hoch wie die Hüften, an seinem Hinterrand senkrecht abgestutzt. Meso- 
sternalfortsatz an seinem Vorderrand senkrecht abgestutzt. Metasternum 
kurz. Flügel atrophiert. Beine wenig lang, kräftig, die Schenkel gekeult. 
Durchwegs mit langen abstehenden Haaren besetzt. 

Typ: pilosus Pasc. Eine Art. 


/ Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 489 


1. pilosus Pasc. 

Dasyerrus pilosus Pascoe, 1865, Trans. ent. Soc. Lond., (3) III, p. 224, pl. X, fig. 8. 
Dasyerrus pilosus Lacordaire, 1872, Gen. Col., IX, p. 275. 

Die Wangen um drei Viertel länger als die unteren Augenloben. Kopf 
und Halsschild dicht und ziemlich grob punktiert, nur der Hinterkopf sehr 
fein punktiert. Schildchen kurz, sehr breit, apikal verrundet. Decken durch- 
wegs dicht und fein punktiert. 

Dunkelrotbraun, hellrotbraun tomentiert. Tarsen grau tomentiert. 

Länge: 9-11 mm; Breite: 3-4 mm. 

Von Pascoe nach Stücken von der Insel Flores und von Timor beschrieben. — 
Insel Alor (coll. Lepesme). 


30. Brachyelasma Breun. 


Brachyelasma Breuning, 1958, Bull. Inst. roy. Sc. nat. Belg., XXXIV, no. 22, p. 19. 
Langoval. Fühler ziemlich dick, etwas kürzer als der Körper, die vier 
ersten Glieder unterseits sehr kurz gefranst, die weiteren Glieder länger ge- 
franst; das erste Glied kurz und dick, das dritte etwas länger als das vierte, 
viel länger als das erste, das vierte zweimal so lang wie das fünfte, das elfte 
apikal zugespitzt. Fühlerhöcker mäßig vortretend. Augen ziemlich fein facet- 
tiert, unterteilt, die unteren Loben klein, quer. Stirn so hoch wie breit. Hals- 
schild schwach quer, stark gewölbt, gegen den Vorderrand zu leicht ver- 
schmälert, mit einer feinen Querfurche vor der Basis, je einem kleinen unte- 
ren Seitenhöcker nahe dem Vorderrand und je einer großen premedianen 
stumpfen aber hohen Scheibenbeule. Decken lang, stark gewölbt, etwas 
breiter als der Halsschild, apikal schmal, leicht ausgeschnitten, am breitesten 
am Beginn des Apikaldrittels. Auf jeder Decke drei kurze und hohe Längs- 
kämme: ein postbasaler auf der Scheibe, einer am Beginn des Apikaldrittels 
nahe der Naht und ein postbasaler, etwas niedriger als die anderen, am 
Außenrand des ersten gelegen. Kopf rückziehbar. Prosternalfortsatz so hoch 
wie die Hüften, verrundet. Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand ab- 
gerundet. Metasternum kurz, die Flügel aber gut entwickelt. Beine mäßig 
lang, kräftig, die Schenkel leicht gekeult. 
Typ: mindanaonis Breun. Eine Art. 


1. mindanaonis Breun. 

Brachyelasma mindanaonis Breuning, 1958, Bull. Inst. roy. Sc. Nat. Belg., XXXIV, 

10:22, p.. 19, fig. 4. 

Das erste Fühlerglied dicht und fein punktiert und gekörnt. Wangen 
um die Hälfte länger als die unteren Augenloben. Kopf schütter und fein 
punktiert und gekörnt. Halsschild dicht und grob punktiert und gekörnt, auf 
den Scheibenbeulen grob gekörnt. Schildchen sehr breit, fünfeckig. Decken 


490 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


dicht gekörnt, sehr grob auf den Schultern und den drei Längskämmen, ein- 
zelne dieser Körner, besonders zwischen dem inneren postbasalen Längs- 
kamm und dem postmedianen Längskamm zu Dornen entwickelt. Beine 
ziemlich dicht und fein punktiert. 

Schwarz, hellbraun tomentiert. Das Schildchen und das Apikaldrittel 
der Decken, die Tarsen, die zwei Apikaldrittel des dritten Fühlergliedes und 
das Apikaldrittel des vierten Fühlergliedes, dunkler braun tomentiert. 
Länge: 13 mm; Breite: 8 mm. 

Von mir nach einem Stück von der Insel Mindanao: Lindabon (Museum 

Brüssel) beschrieben. 


31. Pseudale Schwarz. 


Pseudale Schwarzer, 1925, Ent. Bl., XXI, p. 67. 

Langoval. Fühler fein. Fühlerhöcker weit auseinanderstehend, aber 
vortretend. Augen unterteilt, die unteren Loben klein, schief gelagert. 
Halsschild quer, seitlich leicht verrundet. Decken langoval, stark gewölbt, 
apikal abgestutzt; auf jeder Decke ein großer langgestreckter postbasaler 
Scheibenhöcker und im Mittelteil drei feine Scheibenlängskämme. Proster- 
nalfortsatz niedriger als die Hüften, verrundet. Mesosternalfortsatz nach 
vorn leicht geneigt. Metasternum sehr kurz. Beine ziemlich dünn. 

Typ: fasciata Schwarz. Eine Art. 


1. fasciata Schwarz. 

Pseudale fasciata Schwarzer, 1925, Ent. Bl., XXI, p. 67. 

Die ganze Oberseite sehr grob punktiert, die Punkte bloß auf den 
Decken apikalwärts feiner werdend. 

Dunkelbraun tomentiert. Auf jeder Decke eine weißliche, etwas hinter 
der Mitte gelegene, seitwärts breiter werdende und am Seitenrand nach 
rückwärts gebogene Querbinde. Unterseite grau tomentiert, der Hinterrand 
der Abdominalsegmente gelb gefranst. Fühlerglieder grau marmoriert. 
Länge: 9 mm. 

Von Schwarzer nach einem Stück von Formosa: Tokoshu beschrieben. — Ich 
kenne diese Art nur nach der Beschreibung. 


32. Niphosoma Breun. 


Niphosoma Breuning, 1943, Fol. zool. hydrob., XII, p. 29. 
Langoval. Fühler fein, viel kürzer als der Körper, unterseits nicht ge- 


franst; das erste Glied wenig lang und ziemlich dünn, das dritte merklich 
länger als das vierte, etwas länger als das erste, das vierte viel länger als 
eines der weiteren Glieder. Fühlerhöcker nicht vortretend. Augen ziemlich 
fein facettiert, unterteilt, die oberen Loben weit voneinander getrennt blei- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 491 


bend, die unteren Loben klein und quer. Stirn groß, breiter als hoch, ge- 
wölbt. Hinterkopf stark gewölbt. Halsschild gewölbt, seitlich leicht verrun- 
det, mit zwei feinen Querfurchen, einer vorderen und einer rückwärtigen. 
Decken langoval, stark gewölbt, basal kaum breiter als der Halsschild, im 
Mittelteil am breitesten, danach ziemlich stark verschmälert, apikal verrun- 
det, verschmolzen. Kopf rückziehbar. Prosternalfortsatz schmal, etwas niedri- 
ger als die Hüften, verrundet. Mesosternalfortsatz an seinem Vorderrand 
verrundet. Metasternum kurz. Flügel atrophiert. Beine wenig lang, die 
Schenkel gekeult. 
Typ: compacta Breun. Zwei Arten. 
1. Die unteren Augenloben fast zweimal so lang wie die Wangen; Decken 
ohne weiße Scheibenmakeln ............uouueeeee compacta Breun. 
— Die unteren Augenloben nur etwas länger als die Wangen; Decken mit 
kleinen weißen postmedianen Scheibenmakeln ............ sikkimensis Breun. 


l. compacta Breun. 

Niphosoma compacta Breuning, 1943, Fol. zool. hydrob., XII, p. 30. 

Die unteren Augenloben fast zweimal so lang wie die Wangen. Stirn 
ziemlich dicht punktiert. Scheitel und Halsschild sehr dicht und sehr fein 
punktiert, die Punkte apikalwärts sehr fein werdend. 

Rot, fein gelblich, goldglänzend tomentiert. Halsschildscheibe mit je 
einer wenig deutlichen, weißlichen Basalmakel. Auf jeder Decke eine wenig 
breite, weißliche Seitenrandlängsbinde. 

Länge: 6!/z mm; Breite: 21/2 mm. 
Von mir nach einem Stück von Indien: Madras Prov., Ramadroog, 600 bis 

1000 m alt. (coll. Lepesme) beschrieben. 


2. sikkimensis Breun. 

Niphosoma sikkimensis Breuning, 1957, Ent. Arb. Mus. Frey, VIII, p. 276. 

Die unteren Augenloben etwas länger als die Wangen. Kopf dicht und 
sehr fein punktiert. Halsschild fast so lang wie breit, sehr dicht und ziemlich 
fein punktiert. Decken in den beiden vorderen Dritteln dicht und grob punk- 
tiert, im Apikaldrittel sehr dicht und fein punktiert und in der Apikalhälfte 
mit einigen leicht erhabenen Scheibenlängslinien. 

Dunkelrot, gelbbraun tomentiert. Halsschildscheibe mit je einer sehr 
schmalen, hellgelben Längsbinde. Auf jeder Decke eine hellgelbe Basal- 
makel, die die Halsschildbinde fortsetzt und drei kleine postmediane weiße 
Scheibenmakeln, die in Form einer schief von der Naht zum Seitenrand ab- 
steigenden Binde gelagert sind. 

Länge: 8 mm; Breite: 21/2 mm. 
Von mir nach einem Stück von Indien: Sikkim, Kurseong (Museum Frey) 
beschrieben. 


492 Breuning: Rev. der Pteropliini der asiat. Region (Col. Ceramb.) 


33. Pseudoparmena Breun. 


Pseudoparmena Breuning, 1956, Bonn. Zool. Beitr., I-IIV/7, p. 235. 

Langgestreckt. Fühler ziemlich fein, etwas länger als der Körper (6) 
oder kaum so lang (P), unterseits wenig dicht und kurz gefranst; das erste 
Glied ziemlich lang, wenig dick, das dritte etwas länger als das vierte oder 
das erste, die Glieder vom fünften ab ziemlich kurz, die Glieder 5 bis 11 zu- 
sammengenommen kaum so lang wie die ersten vier Glieder zusammen- 
genommen. Fühlerhöcker mäßig hoch. Augen fein facettiert, stark ausge- 
schnitten. Halsschild leicht quer, gewölbt, seitlich leicht verrundet, mit vier 
feinen, geraden Querfurchen, zwei nahe am Vorderrand, zwei nahe der 
Basis. Decken lang, stark gewölbt, nur etwas breiter als der Halsschild, am 
breitesten etwas hinter der Mitte, apikal schmal, sehr schwach abgestutzt, 
die Schultern schwach ausgebildet. Flügel teilweise rückgebildet. Kopf rück- 
ziehbar. Prosternalfortsatz sehr schmal, niedriger als die Hüften, verrundet. 
Mesosternalfortsatz mäßig breit, vorn verrundet. Metasternum sehr kurz. 
Beine mäßig lang, Schenkel leicht gekeult. 


Typ: borchmanni Breun. Eine Art. 
1. borchmanni Breun. 
Pseudoparmena borchmanni Breuning, 1956, Bonn. Zool. Beitr., I-IIV/7, p. 235. 
Wangen zweimal so lang wie die unteren Augenloben. Kopf und Hals- 
schild nicht punktiert. Schildchen halbrund. Decken ziemlich dicht und fein 
punktiert, in der vorderen Nahthälfte dichter und gröber als sonst; auf der 
rückwärtigen Hälfte mit je drei leicht erhabenen Scheibenlängslinien. 
Dunkelbraun, hell gelbgrau tomentiert. Halsschild mit kleinen runden 
braunen Flecken übersät. Auf jeder Decke das Apikalviertel und eine breite 
premediane Querbinde ziemlich dunkelbraun tomentiert. Die Apikalhälfte 
der Fühlerglieder vom fünften ab fast ohne Pubescenz. 
Länge: 7!/a-8 mm; Breite: 2!/a-3 mm. 
Von mir nach Stücken aus China: Prov. Fokien, Kuatun (Museum Bonn) 
beschrieben. 


34. Pterolamia Breun. 


Pterolamia Breuning, 1942, Fol. zool. hydrob., XI, p. 128. 

Langoval. Fühler mäßig dick, unterseits kurz gefranst, merklich kürzer 
als der Körper; das erste Glied mäßig lang und wenig dick, das dritte so 
lang wie das vierte, kaum länger als das erste. Fühlerhöcker nicht vortre- 
tend. Augen grob facettiert, unterteilt. Stirn viel breiter als hoch. Scheitel 
leicht vertieft. Halsschild quer, seitlich stark verrundet, mit je einem kleinen 
Scheibenhöcker. Decken langoval, stark gewölbt, basal kaum breiter als der 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 493 


Halsschild, apikal verrundet, mit Haarfascikeln besetzt. Kopf rückziehbar. 
Prosternalfortsatz schmal, niedriger als die Hüften, verrundet. Mesosternal- 
fortsatz zum Vorderrand zu allmählich geneigt. Metasternum kurz. Flügel 
atrophiert. Beine mäßig lang, die Schenkel gekeult. Durchwegs mit gelb- 
lichen, abstehenden Haaren besetzt. 

Type: strandi Breun. Eine Art. 


1. strandi Breun. 

Pterolamia strandi Breuning, 1942, Fol. zool. hydrob., XI, p. 128. 

Wangen zweimal so lang wie die unteren Augenloben. Kopf und Hals- 
schild dicht und fein punktiert. Schildchen kurz, sehr breit, apikal abgerun- 
det. Decken in der vorderen Hälfte dicht und grob punktiert, in der rück- 
wärtigen Hälfte dicht und fein punktiert. Auf jeder Decke zwei langovale 
kleine Scheibenbeulen, eine postbasale und eine postmediane, jede von einem 
großen schwarzen Haarfascikel überlagert, und eine leicht erhabene Längs- 
linie seitlich dieser Beulen. Die Seitenteile der Sterna fein punktiert. 

Braun, hellrotbraun tomentiert. Schildchen hellbraungelb tomentiert. 
Auf jeder Decke eine große dunkelrotbraune Makel, die von der Schulter- 
beule bis zum postbasalen Haarfascikel reicht und eine ziemlich breite dun- 
kelrotbraune mittlere Querbinde, die sich seitwärts nach rückwärts biegt 
ohne den Seitenrand zu berühren. Abdomen hellbraungelb tomentiert. Der 
Basalteil und der Apikalteil der Fühlerglieder fünf bis elf hellgelb tomentiert. 
Länge: 8 mm; Breite: 3'/a mm. 

Von mir nach einem Stück ohne Fundortangabe (coll. Tippmann) be- 


schrieben. 


494 A. Jedli&ka: Neue Carabiden a. d. Sammilg. d. Mus. Frey (Col.) 


Neue Carabiden aus den Sammlungen des Museums Frey 
in Tutzing (Col.) 


Von A. Jedliöka, Prag-Bubene£. 
(Mit 4 Abbildungen) 


Bembidion (Peryphus) iranicum sp.n. (Abb. 1). 


Kopf und Halsschild metallisch blaugrün, Flügeldecken vorne braun- 
gelb, hinten gelbrot, hinter der Mitte mit pechbrauner Querbinde, welche 
hinten bogenförmig ausgeschnitten und ziemlich scharf begrenzt ist, vorne 
unbestimmt begrenzt verläuft längs des ersten Streifens bis zum Schildchen, 
ganze Fühler und das vorletzte Palpenglied pechbraun, Schienen, Tarsen 
und Knie gelbrot, Schenkel verdunkelt. Kopf mit ziemlich gewölbten Augen 
und tiefen Stirnfurchen. Halsschild etwas breiter als der Kopf, etwas breiter 
als lang, am Vorderrande wenig ausgeschnitten, an den Seiten nach vorn 
deutlich gerundet, nach hinten ausgeschweift verengt, Basis gerade, etwas 
schmäler als der Vorderrand, Fältchen in den Hinterecken deutlich, Basal- 
grübchen tief, rundlich, ganze Basis grob punktiert. Flügeldecken länglich 
oval, an den Seiten leicht gerundet, nach hinten leicht erweitert, drei innere 
Streifen tief und deutlich punktiert, die äußeren Streifen aus Punktreihen 
gebildet, der siebente Streifen nur fein angedeutet, die zwei ersten Streifen 
reichen bis zur Spitze, die übrigen enden weit vor der Spitze. Am dritten 
Streifen mit zwei Porenpunkten. Mikroskulptur: Kopfmitte und der ganze 
Halsschild glatt, Hals isodiametrisch genetzt. Flügeldecken fein, fast isodia- 
metrisch genetzt. Länge 4,5 mm. Iran: Schiras, ein Weibchen im Museum 
Frey. 


Pterostichus (Sbg. Trichotarsus nov.) pakistanus sp. n. (Abb. 2) 


Tarsen auf der Oberseite fein behaart. Klauenglied unten mit Borsten. 
Drittes Fühlerglied kahl. Episternen der Hinterbrust nur wenig länger als 
vorne breit, nach hinten wenig verschmälert. Dritter Zwischenraum ohne 
normale Punkte. (Sbg. Trichotarsus nov.) 

Ganz schwarz, matt (Weibchen), nur die Palpenspitzen rötlich. Kopf mit 
kleinen, wenig gewölbten Augen, nach hinten wenig verschmälert. Stirn- 
furchen mäßig tief. Halsschild etwas breiter als der Kopf, nur wenig breiter 
als lang. Vorderrand wenig ausgeschnitten mit stumpfen, etwas abgerun- 
deten Vorderecken, mit größter Breite im vorderen Viertel, nach vorn gerun- 
det, nach hinten geradlinig verengt, erst vor den rechteckigen Hinterecken 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 495 


leicht ausgeschweift, Basis etwas schmäler als der Vorderrand, Scheibe nur 
leicht gewölbt, fast flach, Basalgrübchen groß und flach, unpunktiert, Seiten- 
randkehle etwas verflacht. Mittellinie fein, vollständig. Flügeldecken brei- 
ter als der Halsschild, nach hinten erweitert, an den Seiten gerundet, Basal- 
rand bildet mit dem Seitenrand einen stumpfen Winkel, an der Naht hinten 
zugespitzt, Streifen mäßig tief, glatt, Zwischenräume sehr leicht gewölbt, 
der dritte ohne Punkt, Scutellarstreifen lang, erster Streifen an der Basis mit 
Porenpunkt. Unterseite unpunktiert. Mikroskulptur: Ganze Oberseite ziem- 
lich grob isodiametrisch genetzt. Länge 16 mm. Pakistan: Mahagunass Pass, 
drei Weibchen, Holotype und eine Paratype im Museum G. Frey, zweite 


Paratype in meiner Sammlung. — Durch den flachen Halsschild mit flachenı 
Basalgrübchen ohne irgendeine Wulst in den Hinterecken mit keiner mir 
bekannten Art verwandt und durch die oben behaarten Tarsenglieder auf- 
fallend und im System vielleicht am besten vor der Tapinopterus-Gruppe zu 
stellen. - Wie Schatzmayer in seiner Tabelle der Pterostichus-Untergattun- 
gen in Koi. Rundschau 1942. p. 46 angibt, kommen oben behaarte Tarsen- 
glieder beim Eutrichopus canariensis Brull. und Trichopedius pantanellii 
Fiori vor. 


Platynus (Limodromus) wassulandi sp. n. Abb. 3. 


Schwarz, glänzend. Kopf mit wenig vorragenden Augen und tiefen 
breiten Stirnfurchen. Halsschild flach, deutlich breiter als der Kopf, etwas 
breiter als lang, am Vorderrande flach ausgeschnitten mit abgerundeten 
Vorderecken, an den Seiten nach vorn stark, nach hinten leicht gerundet ver- 
engt, Basis breiter als der Vorderrand, an den Seiten leicht abgeschrägt, 
Hinterecken sehr stumpf, leicht abgerundet, Basalgrübchen groß und flach, 
unpunktiert, Seitenrandkehle breit, Mittellinie tief. Flügeldecken länglich 
oval, nach hinten leicht erweitert, mit abgerundeten Schultern und Naht- 
spitze, Streifen mäßig tief, undeutlich punktiert, Zwischenräume flach, der 


496 A. Jedli£ka: Neue Carabiden a. d. Sammlg. d. Mus. Frey (Col.) 


dritte mit drei Punkten, Scutellarsteifen mäßig lang, erster Streifen an der 
Basis mit Porenpunkt, Episternen der Hinterbrust lang, Unterseite glatt. 
Mikroskulptur: Kopf isodiametrisch, Halsschild in der Mitte und Flügel- 
decken engmaschig genetzt. Länge 12 mm. China: Szetschuan: Wassuland, 
ein Weibchen im Museum G. Frey. 


Trichotichnus niger sp. n. Abb. 4 


Ganz schwarz, glänzend, nur die Fühler, Palpen und Tarsen rötlich. 
Kopf mit gewölbten Augen, und tiefen, grübchenförmigen, schräg gestell- 
ten Stirnfurchen. Halsschild deutlich breiter als der Kopf, um ein Viertel 
breiter als lang, leicht herzförmig, Vorderrand fast gerade mit etwas vor- 
ragenden Vorderecken, mit größter Breite im vorderen Drittel, nach vorn 
gerundet, nach hinten leicht ausgeschweift verengt, Hinterecken stumpf mit 
sehr kleinen Zähnchen, Basis etwas schmäler als der Vorderrand, fein ge- 
randet, der ganzen Länge nach fein punktiert, Basalgrübchen mäßig tief, 
strichförmig, Seitenrandkehle sehr schmal, Mittellinie mäßig tief, Borste in 
den Hinterecken fehlt. Flügeldecken etwas breiter als der Halsschild, an den 
Seiten leicht gerundet, Basalrand bildet mit dem Seitenrand einen stumpfen 
Winkel, Streifen mäßig tief, unpunktiert, Scutellarstreifen lang im zweiten 
Zwischenraum, an der Basis mit Porenpunkt, Zwischenräume ganz flach, der 
dritte ohne Porenpunkt. Unterseite glatt, Episternen der Hinterbrust sehr 
lang und hinten schmal, Prosternalfortsatz ungerandet, letztes Abdominal- 
segment jederseits mit zwei Borsten, Klauenglied unten mit Borsten. Mikro- 
skulptur: Kopf und Halsschild sehr fein isodiametrisch genetzt, dazwischen 
sehr fein punktuliert, Flügeldecken langmaschig genetzt. Länge 10 mm. 
Korea: Soeul, ein Männchen im Museum G. Frey. — Von den zwei in Korea 
vorkommenden Arten congruus Tsch. und corruscus Mor. durch die rein 
schwarze Farbe der Oberseite, der Beine und die Halsschildform auffallend 
abweichend und durch den Habitus noch dem Trich. chujoi Jedl. aus For- 
mosa am ähnlichsten, aber diese Art hat auch die Beine und Fühler rotgelb. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 497 


Bestimmungsschlüssel der neotropischen Alticinen-Genera 


(Coleoptera: Chrysomelidae: Alticinae) 
von Gerhard Scherer, Museum G. Frey 
(mit 42 Abbildungen) 


INHALT 
Einleitung . . . RI RR BER u ee Er EG \: | 
a ongsschlässel Be ee re TE Et 
Gruppeneintellung‘ ; 2 bat. une. a RE nn ea an -AI8 
Grupperl: (Monoplatini) . © u. u u en ea 499 
Schlüssel zu den Abteilungen. . .. . 2. 2 2 m a a ne aan 90 
Ja O1n E10 10V =: a ee u a Er er u Be ae a a ee 
INbteilunee Bi len ee Eee ol 
Abteilung C . . . . EA N Be le in a Ei mise 
Diagnose von Meraaltica nov. gen... 2 2200 nn nen. 920 
Diagnose von Meraaltica punctatan.sp. . . a er 92 
Die Clark’schen Arten und ihre Stellung im Seen ee ae 52 
Gruppe 2 (Oedionychmi) : 2 2. u u 0 nm Em a Mer 1002 
4112 0,00 or ee N re > 7; 
Eruppesiun FT. ee ee al 208) 
Gruppema. en ee oil 
EriippeBo Er u ca DE er a 5082 
Gruppe ee Es ee 098 
Iiteratupverzeichnis oe 2008 
Inder an eh a m er ee EN 


Hiermit übergebe ich einen Bestimmungsschlüssel der süd- und zentral- 
amerikanischen Alticinen-Genera der Öffentlichkeit. Möge er sich als nütz- 
lich erweisen, den Weg durch die Vielfalt dieser Genera zu finden. Zugleich 
möge er dazu dienen, die zahlreichen Gattungen dieser Subfamilie zusam- 
menfassend darzustellen. Leider gibt diese Publikation kein Bild der natür- 
lichen Zusammengehörigkeit. Die Gattungsdiagnosen sind lediglich den süd- 
und zentralamerikanischen Arten angepaßt und berücksichtigen nicht die 
anderer Gebiete. Einzelne Genera sind der Bestimmung wegen mehrfach 
aufgeführt. Lediglich das mir unbekannte, von Bechyn& 1960 beschriebene 
Genus Ayalaia ist nicht berücksichtigt. Die Gattung Hemiglyptus G. Horn 
wurde nicht aufgenommen; die unter diesem Genus im Junk-Schenkling- 
Katalog, verzeichneten vier Arten aus Chile stehen jetzt in dem Genus Psi- 


lapha Clark. 


2 
LO 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 


498 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


Zu größtem Dank verpflichtet bin ich vor allem Herrn Dr. G. Frey, 
durch dessen Hilfe es mir ermöglicht wurde, anläßlich eines mehrwöchent- 
lichen Aufenthaltes in London, das reiche Material des Britischen Museums 
(Nat. Hist.) zu studieren. Ohne diesen Londoner Aufenthalt wäre mir eine 
vollkommene Übersicht der neotropischen Alticinen-Genera gar nicht mög- 
lich gewesen. Mein aufrichtigster Dank sei ebenso an die Damen und Herren 
des Britischen Museums (Nat. Hist.) beziehungsweise des Commonwealth 
Institute of Entomology gerichtet. Vor allem sei recht herzlich gedankt Herrn 
Dr. E. B. Britton, Fräulein C. M. F. von Hayek, den Herren J. Balfour- 
Browne, G. E. Bryant, Pope und R. T. Thompson. Ganz besonders möchte 
ich meinem lieben Kollegen Dr. B. J. Selman vom Commonwealth Institute 
danken. Mein Dank gilt auch dem Direktor der Zoologischen Sammlung des 
Bayerischen Staates Herrn Dr. W. Forster für so manche Hilfe als auch für 
so manches fruchtbare Gespräch, den Damen Fräulein Dr. Gisela Mauer- 
mayer und Fräulein Dr. Ina Leuthold für die Beschaffung teils schwer er- 
reichbarer Literatur. Herrn E. Diller von der Zoologischen Sammlung des 
Bayerischen Staates sei für die Anfertigung der Abbildung von Omototus 
morosus CIk. herzlichst gedankt. Nicht zuletzt gilt mein Dank all denen hier 
nicht genannten, die mir mit Rat und Tat beistanden. 


Gruppeneinteilung 
1 (12) Fühler elfgliedrig: 


2 (5) Das Klauenglied der Hintertarsen ist mehr oder weniger kugelig 
aufgetrieben (Abb. 1b): 


Abb. 1: Rechtes Hinterbein von 


a) Blepharida rhois Rog., 
b) Hypolampsis maculicollis (Jac.) 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 499 


3( 4 ) Die Elytren zieren neun durchgehende Punktreihen, die mar- 
ginale und kurze iuxtascutellare nicht mitgezählt: 
Gruppe 1 p. 499 
(Monoplatini) 
4 ( 3 ) Die Elytren sind nicht oder verworren punktiert: 
Gruppe 2 p. 532 
(Oedionychini) 
5 ( 2 ) Das Klauenglied der Hintertarsen ist nicht kugelig aufgetrieben: 
6 ( 7 ) Hintertibien vor dem Ende der Oberseite mit einem zum Teil 
verrundeten Zahn, auf den eine bogige, kammartige, bewimperte 
Ausrandung folgt (Abb. 1a): 
Gruppe 3 p. 537 
7 (6 ) Hintertibien ohne bewimperte Ausrandung: 
8 ( 9 ) Die Augen sind stark nierenförmig ausgerandet (Abb. 21a): 
Gruppe 4 p. 539 
9 ( 8 ) Augen nicht oder nur mäßig ausgerandet (Abb. 21b): 
10 (11) Vor der Basis des Halsschildes befindet sich ein Quereindruck: 
Gruppe 5 p. 541 
11 (10) Basis des Halsschildes ohne jeden Quereindruck: 
Gruppe 6 p. 582 
12 ( 1 ) Fühler zehngliedrig: 
Gruppe 7 p. 598 


Gruppe 1 


MONOPLATINI 


Die gemeinsamen Charakteristica der Monoplatini sind die geschlos- 
senen vorderen Gelenkhöhlen, punktiert-gestreifte Flügeldecken und das 
kugelig aufgetriebene Klauenglied der Hinterbeine. 

Clark benutzte in seiner Monographie dieser Gruppe (Cat. Halt., I, 
1860) zur Unterteilung in Genera die Form der Palpen. Da gerade die 
Palpen der Variation sehr unterworfen sind, selbst einem Sexualdimorphis- 
mus, und mit der Orthogenese wenig zu tun haben, wurde die Systematik 
der Monoplatini so verwirrt, daß seit dem Erscheinen des Clark’schen Kata- 
loges kaum mehr darüber gearbeitet werden konnte. Die Unbrauchbarkeit 
der Palpen zur Unterteilung in systematische Einheiten zeigt sich schon 
darin, daß Clark in ein und derselben Arbeit Arten in verschiedenen Genera 
wiederholt beschrieb. 

Weitere Unklarheit in die Systematik der Monoplatini brachte der Co- 
leopterorum Catalogus von Junk-Schenkling (1940). Csiki legte — ohne das 


500 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


Material zu kennen — Genera mit solchen zusammen, in deren Diagnose auf 
ein anderes Bezug genommen wurde. Da aber Clark die Palpen zur Unter- 
scheidung herannahm, mußte die Verwirrung innerhalb der Monoplatini 
noch größer werden. 

Es war auf der Suche nach gemeinsamen Merkmalen für mich daher 
manchmal sehr schwierig, aus der Anzahl der Arten diejenige Art als Geno- 
typus zu wählen, auf die die Beschreibung Clarks einigermaßen zutrifft. 

Innerhalb der Monoplatini finden sich jedoch schöne gekoppelte mor- 
phologische Eigenschaften, die das Auseinanderhalten der Genera ermög- 
lichen. Nur ist es manchmal schwer, solche gemeinsame Merkmale in Worten 
auszudrücken, wie gewölbter, kürzer, schlanker: Eigenschaften die sich durch 
ganze Reihen von Arten ziehen, was diese Gruppen auf den ersten Blick 


erkennen läßt. 


Es mußten dabei leider auch einige Genera fallen gelassen werden, wie 
zum Beispiel das Genus Homammatus Clark. Bei letzterem war Euphenges 
in derselben Arbeit prioritätsberechtigt, auch hat sich die Kopfbildung als 
Charakteristicum für Euphenges in der Literatur bereits eingebürgert. Lei- 
der konnte ich auch nicht umhin, einige neue Genera aufzustellen, wobei ich 
mich jedoch an ein Mindestmaß zu halten bemühte, da ja die Aufgabe in der 
Systematik in erster Linie Ordnung zu schaffen sein soll, das heißt eine 
systematische Einheit nicht nur zu erkennen, sondern sie auch als ordnendes 
Glied zu verwenden. So ließe sich nur als Beispiel das Genus Rhinotmetus 
Clark nochmals teilen, denn die metallischen Formen haben eine etwas ab- 
weichende Kopfbildung. Innerhalb der ganzen Monoplatini hat die metal- 
lische Ausbildung der Elytren oder des ganzen Tieres weitere Merkmale 


gemeinsam. 


In dieser Arbeit bringe ich am Ende der Monoplatini (p. 523) eine Liste 
der Clark’schen Arten, die mir zugänglich waren und die ich studieren 
konnte. Unklarheit mag noch bei den Arten der Genera Hypolampsis und 
Physimerus sein. Diese beiden Genera hielt ich zunächst für ein und das- 
selbe, trennte sie dann erst, als mir das Artenmaterial nicht mehr zur Ver- 
fügung stand. Ich bin sicher, daß noch das eine oder andere Synonym dar- 
innen steckt. So dürften unter anderem noch allein eine oder zwei Arten 
synonym zu Euphenges rufotestaceus (Clark) sein. Diese Art ist einer Varia- 
bilität unterworfen, die selbst die Ausrandung auf der Oberseite der Hinter- 
tibien derselben Population betrifft. Diese Art hat eine sehr weite Verbrei- 
tung, als Allochroma hat sie Clark aus Rio de Janeiro beschrieben (ebenfalls 
als Hypantherus turgidus), als rufotestaceus aus Brasilien ohne weitere An- 
gaben, ein Stück steckt aus Santa Catarina im Britischen Museum, im Mu- 
seum Frey befinden sich 44 Exemplare aus Marcapata in Peru. Hypolampsis 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 >01 


pumilio Clark war das ö zu Hypolampsis inaequalis, doch stecken im Bri- 
tischen Museum bei inaequalis ebenfalls ö 5 als Paratypen. Diese Bemer- 
kungen zu den Synonymen, die in dieser Liste aufgeführt sind, ließen sich 
noch weiter fortführen. 


Schlüssel zu den Abteilungen 


1 ( 4 ) Elytren mit Humeralcalli und neun Punktreihen, die marginale 
und kurze iuxtascutellare Punktreihe nicht mitgezählt: 


2 ( 3) Die antebasale Querfurche auf dem Thorax sehr exakt, diese 
Querfurche wird seitlich von exakten Längsfältchen begrenzt: 


Abteilung A (p. 501) 


3 ( 2 ) Thorax ohne antebasale Querfurche oder mit mehr oder weniger 
deutlicher antebasaler Querfurche, die jedoch seitlich nicht von 
Längsfältchen begrenzt wird: 

Abteilung B (p. 501) 


4 ( 1 ) Elytren ohne Humeralcalli und nur sieben Punktreihen, die mar- 
ginale und kurze iuxtascutellare Punktreihe nicht mitgerechnet: 
Abteilung C (p. 520) 


Abteilung A 


Die antebasale Thoraxquerfurche ist sehr exakt und wird seitlich von 
einem Längsfältchen begrenzt. Vorderecken des Halsschildes etwas zahnartig 
nach außen tretend; Seiten gerade, nur von der Mitte etwas gewinkelt, 
schmal gerandet. 

Antennalcalli miteinander verschmolzen; Ocularsulci dem Augeninnen- 
rand sehr genähert. 

Flügeldeckenbasis etwas breiter als die des Halsschildes; Humeral- und 
Basalcalli deutlich, seichte postbasale Querdepression. 

Die Hinterfemora reichen fast bis zur Flügeldeckenspitze. 

Monoplatus Clark 1860 
= Sphaeronychus Dejean in litteris 
(Metriotes Clark 1860) 
Genotypus: Monoplatus nigripes Clark 
Ca. 35 Arten: Verbreitung Süd- und Mittelamerika. 


Abteilung B 


1 ( 2 ) Auf der Mitte der Elytren findet sich jederseits der Naht ein 
tiefer Eindruck, der sich in abgeschwächter Form nach vorne 


902 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


außen zwischen Humeral- und Basalcallus zieht (Abb. 2); auf 
dem Metasternum befindet sich ein zapfenartiges Gebilde: 
Meraaltica nov. gen. 


Abb.2: Habitusbild von Meraaltica meloeides (Clark) 
(Vergrößerung 10 X) 


Genotypus: Euphenges lemoeides Clark 1860 (Amazonas) 
Eine weitere Art ist ebenfalls aus dem Amazonasgebiet bekannt. 
Der Eindruck jederseits der Naht auf der Mitte der Elytren fehlt; 
Metasternum ohne diesen Zapfen: 
Kopf und Halsschild sehr runzelig, letzterer mit mehreren Hök- 
kern, zumindest ein Höcker jederseits der Mitte nahe dem Vor- 
derrand: 
Die äußeren Antennite sehr verkürzt, meist kürzer wie breit: 

Brachyscelis Germar 1834 

(= Imatium Clark 1860 syn. nov.) 

(= Leptotrichus Clark 1860 syn. nov.) 
Genotypus: Brachyscelis vellerea Germar (Bras.: Rio de Janeiro; 
Paraguay) 
Die äußeren Antennite nicht derart verkürzt: 
Halsschildseiten etwas winkelig nach den Seiten hervortretend; 
Elytren ohne postbasale Querdepression (Abb. 3): 

Ombototus Clark 1860 

Lectogenotypus: Omototus morosus Clark 1860 (Cayenne) 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 803 


7(6) 


Halsschildseiten gerade, Elytren mit deutlicher postbasaler Quer- 
depression: 


Abb. 3: Habitusbild von Omototus morosus Clark 


Hometyphus Clark 1860 
(= Sesquityphus Bechyn& 1959 syn. nov.) 


Genotypus: Homotyphus holosericeus Clark 1860 (Bras.: Rio de 


Janeiro) 


Homotyphus lacunosus dürfte wohl als der typischste Vertreter 
dieser Gattung anzusehen sein, auch Clark hat seine Gattungs- 
diagnose ganz darauf abgestimmt. Doch hat Bechyn& (Ent. Arb. 
Mus. Frey 9, 2, 1958, p. 706) auf dieser Art sein Genus Sesqui- 
typhus begründet und für das Genus Homotyphus als Typus H. 
holosericeus Clark vorgeschlagen. Homotypus lacunosus Clark 
hat unter dem Humeralcallus völlig atrophierte Elytropleuren. 
Die Epipleuren sind hier von der Flügeldeckenscheibe nur durch 
eine Punktreihe getrennt. Die Elytropleuralcarina beginnt erst 
kurz dahinter. Es gibt jedoch sämtliche Übergänge. Unter ande- 
rem müßten dann Homotyphus antillarum Bechyn& 1956, H. ro- 
seobrunneus Bechyn&e 1959 und H. aureonotatus Bechyn& 1959 
auch in dem Genus Sesquityphus stehen. 


Halsschild ohne Höcker jederseits der Mitte nahe dem Vorder- 
rand, vor der Basis kann sich ein Quereindruck befinden: 


904 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


9 (10) 


10 (9) 


11 (56) 


12 (13) 


Fühler cerambycidenähnlich, stets bedeutend länger als der Kör- 
per; Clypeus gegen die Stirn mehr als rechtwinkelig geknickt und 
konkav; Antennalcalli blasenförmig aufgewölbt. 
Schmal und von länglicher Gestalt. 

Loxoprosopus Guer. 1829-1844 
Genotypus: Loxoprosopus ceramboides Gu£r. (Bras.: Minas Ge- 
rais) 
10 Arten: 5 Bras., 1 Boliv., 3 Ecuador, 1 Brit. Guiana. 
Fühler nicht cerambycidenähnlich und von dieser Länge; Cly- 
peus nicht derartig gegen die Stirn geknickt; Antennalcalli nicht 
derartig aufgewölbt: 
Halsschildseiten gerade, leicht gebogen oder geschwungen, nie 
winkelig nach außen tretend: 
Halsschild am Vorderrande sehr verengt, dem Kopf hinter den 
Augen sehr eng anliegend (Abb. 4): 


Abb. 4: Habitusbild von Rhinotmetus marginatus Clark 
(Vergrößerung 9 X) 


Hinter den Antennalcalli liegt meist eine Callosität, deren 
hintere Begrenzung bogenförmig von einem Augenhinterrand 
zum anderen läuft, hinter dieser Callosität zieht eine Längsleiste 
median über den Vertex: 

Rhinotmetus Clark 1860 


Genotypus: Oedionychis leptocephalus Perty 1832 (Bras.: Rio de 
Jan., Minas Gerais) 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 905 


13 (12) 


14 (15) 


15 (14) 
16 (19) 


aa) 


18 (17) 


19 (16) 


20 (39) 


Halsschild nicht derartig eng hinter den Augen dem Kopf anlie- 
gend; Halsschildvorderecken stets nach den Seiten weisend: 


Thorax schwarz mit breiten gelben Rändern; Elytren schwarz, 
meist mit gelber Zeichnung; Kopf auch meist gelb-schwarz ge- 
färbt: 


Flache längliche Formen, stets chagriniert, matt und behaart; 
Elytren stets mehr als doppelt so lang als breit; ohne eine deut- 
liche postbasale Querdepression auf den Elytren: 

Cerichrestus Clark 1860 


Genotypus: Cerichrestus balyi Clark (Bras.: Rio de Jan., S. Ca- 
tharina) 


Einheitliche morphologische Kennzeichen für dieses Genus 
sind schwer zu finden, so daß leider die Gelbfärbung auf den Tho- 
raxseiten hiermit genügen muß. Diese Gelbfärbung ist jedoch mit 
einem einheitlichen Habitusbild gekoppelt: flach, schmal, chagri- 
niert. Die Kopfbildung, ein sonst bei den Halticiden sehr brauch- 
bares Merkmal, ist hier sehr variabel. 


Stets anders gefärbt: 


Antennalcalli nach hinten in Richtung Augenhinterrand sehr ver- 
längert, dahinter liegt ein Längskiel, der median über den Vertex 
zieht: 


Gewölbt, oval; Thoraxseiten meist gerade; auf den Elytren liegt 
eine postbasale Querdepression. 


Genae und Clypeus lang, Clypeus mit langer Längscarina: 
Euphenges Clark 1860 
—= Homammatus Clark 1860 syn. nov. 
Genotypus: Euphenges sericeus Clark (Brasilien) 


Genae und Clypeus kurz, Clypeus dreieckig gewölbt, ohne Längs- 
carina; dicht behaart: 

Apalotrius Clark 1860 
Monotypisch: Apalotrius pubescens Clark (Bras.: Amazonas) 


Antennalcalli nicht derartig nach hinten verlängert, Vertex ohne 
medianen Längskiel: 


Innenkante des Hintertibienendes nicht zahnförmig ausgezogen 


(Abb. 5-9): 


506 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


Abb. 5: Rechtes Hintertibienende von Atyphus furcipes Clark 
(Vergrößerung 40 X) 


21 (30) Metallisch gefärbte Formen, dabei auch Formen über deren Ely- 
tren auf der Mitte ein behaartes Querband zieht, bei letzterem 
Merkmal sind auch die Elytrenspitzen gelb behaart. Verhältnis- 
mäßig große Tiere von 4,5-9 mm Länge: 

22 (27) Das ganze Tier ist metallisch gefärbt, oder mit behaarter Quer- 
binde auf den Elytren: 


23 (26) Elytren ohne behaarte Querbinde: 


n—/ 


Fi 


Abb. 6: Hinterbein von Palopoda parcepunctata Bech. 


24 (25) Punktierung auf den Elytren sehr reduziert, diese ist meist nur 

noch nahe der Flügeldeckennaht, in dem kräftigen postbasalen 

Quereindruck und in der Senke zwischen Humeral- und Basal- 

callus zu erkennen; sehr gewölbte Formen (ca. 4,5 mm lang): 
Palopoda Erichson 1847 

Genotypus: Palopoda tersa Erichson (Peru) 

2 Arten: 1 Peru, 1 Bolivien. 

Elytralpunktierung überall deutlich, Elytralintervalle gewölbt, 

deutliche postbasale Querdepression; sehr gewölbte Formen 


(Länge 6-8 mm): 


25 (24 


m 


Atyphus Clark 1860 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 507 


Monotypisch: Atyphus furcipes Clark (Kolumbien). 

Diese ist gerade diejenige der vier von Clark beschriebenen 
Atyphus-Arten, die Clark nicht recht in dieses Genus zu passen 
schien. Doch gehören Atyphus carbonarius, flaviventris und vit- 
tatus zu Physimerus, ja letztere ist sogar synonym zu Physimerus 
vittatus. Diese Gattung hat bereits Bechyne (Ent. Arb. Mus. Frey 
9, 2, 1958, p. 705) mit der Art furcipes Clark festgelegt. 

26 (23) Elytren mit behaarter Querbinde: 

Elytren metallisch oder nicht, mit deutlicher postbasaler Quer- 
depression, quer über die Mitte zieht ein gelb behaartes Band, 
auch die Elytrenspitzen sind behaart, vielfach auch der Rand und 
der Elytrensaum, so daß das Band der Mitte und die behaarten 
Spitzen dann an den Rändern und an der Flügeldeckennaht mit- 
einander verbunden sind. 

Clypeus auf der vorderen Hälfte mit deutlicher Querdepres- 
sion, so daß die hintere Hälfte zur Stirn sehr abfallend ist, der 
hintere wulstige Rand des Clypeus täuscht eine Quercarina vor; 
Genae kurz; zwischen den Fühlern sehr kurze Längscarina; An- 
tennalcalli groß, entsenden nach vorne zwischen Fühlergelenk- 
pfanne und Clypeallängscarina einen spitzen Fortsatz, nach hin- 
ten werden sie von einer Furche begrenzt, die schräg zum Augen- 
hinterrand zieht. 

Der dichtbehaarte Halsschild ist mindestens um die Hälfte 


Abb.7: Habitusbild von Bellacincta rufolimbatus (Jac.) 
(Vergrößerung 7 X) 


908 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


29 (28) 


breiter als lang. Die Seiten vor der Mitte etwas zu den Vorder- 
ecken hin einbiegend; Basis leicht quer eingedrückt. 

Innenkante des Hintertibienendes nahezu rechtwinklig und 
mit feinen Zähnchen besetzt (Abb. 7 und 9b): 


Bellacincta nov. gen. 


Genotypus: Omototus rufolimbatus Jacoby (Peru, Brasilien: Acre) 

Eine Subspezies zu rufolimbatus (chaparensis Bech.) ist aus 
Bolivien bekannt, eine weitere Art (humeronotatus Clark) aus 
Brasilien (Island of St. Paul). 


Nur die Elytren sind metallisch gefärbt; ohne deutliche post- 
basale Querdepression auf denselben: 


Thorax ohne antebasale Querdepression, die Vorderecken wir- 
ken aufgesetzt; Hintertibien vor dem Ende und noch vor der 
Tarseneinlenkung etwas geschwungen und beide Randkanten 
nicht miteinander verbunden (Abb. 8a): 

Eupeges Clark 1860 


Abb. 8: Hintertibie von 
a) Eupeges praeclara Clk. 
b) Hydmosyne inclyta Clk. 


Monotypisch: Eupeges praeclara Clark (Brasilien: Amazonas). 


Thorax mit antebasaler Querdepression; Vorderecken einfach 

rechtwinklig gebildet, nur etwas gepreßt; Hintertibien nahe dem 

Ende vor der Tarseneinlenkung nicht geschwungen, sondern 

beide Ränder etwas miteinander verbunden (Abb. 8b): 
Hydmosyne Clark 1860 

Genotypus: Hydmosyne inclyta Clark 

Formen ohne Metallfärbung, auch ohne behaartes Querband auf 

den Elytren: 

Ca. 5mm große Formen; Elytren stets pechbraun bis schwarz 

mit gelbem oder grauem Seitensaum, die Naht kann ebenso ge- 


färbt sein: 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 >09 


32 (81) 


a b 
Abb. 9: Rechtes Hintertibienende von 
a) Chaparena chacoensis (Bowd.), 
b) Bellacincta rufolimbata (Jac.) 
(Vergrößerung 40 X) 


Der antebasale Eindruck auf dem Thorax ist nur jederseits 
der Mitte, aber sehr deutlich, ausgeprägt und zieht nach vorne; 
meist ist die Behaarung in diesen basalen Eindrücken jederseits 
der Mitte wirbelfömig angelegt, was die Vertiefung noch betont; 
Thorax stark gewölbt. 

Keine deutliche postbasale Querdepression auf den Elytren; 
Elytren bedeutend breiter als der Halsschild. 

Clypeus dreieckig und entsendet nach hinten zwischen die 
Fühler eine kurze Längscarina; die Antennalcalli entsenden 
spitze Fortsätze nach vorne zwischen diese Clypeallängscarina 
und die Fühlerwurzel, zwischen diesen Fortsätzen liegt meist ein 
lanzettförmiger Spalt. 

Kopf schwarz oder schwarz mit gelb, Elytren dunkelpech- 
braun bis schwarz mit gelbem oder grauem Rand, die Naht 
kann ebenso gefärbt sein. 

Chaparena Bechyne 1959 


Genotypus: Metriotes chacoensis Bowd. (Bolivien) 
5 Arten, deren Verbreitung in Peru und Bolivien liegt. 

Dieses Genus ist Cerichrestus Clark sehr ähnlich. Bei letz- 
terer hat der Thorax einen gelben Seitenrand und ist weniger 
gewölbt, der antebasale Thoraxeindruck erstreckt sich über die 
ganze Basis, ist jedoch auch seitwärts tiefer. 

Elytren ohne gelben Seitensaum, antebasaler Quereindruck auf 
dem Thorax die ganze Basis einnehmend, dieser Quereindruck 


910 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


33 (34) 


34 (33) 
35 (36) 


kann auch sehr schwach ausgebildet sein oder ganz fehlen: 
Meist kleine Formen, ca. 3 mm; Flügeldecken bedeutend brei- 
ter als der Halsschild; postbasale Querdepression auf den Elytren 
meist sehr deutlich: 


Antennit fünf bis acht sehr verkürzt und verdickt, die letzten 
drei Glieder wieder schlank, die verkürzten Glieder nur nahezu 
so lang wie breit (Abb. 10): 


Abb. 10: Habitusbild von Calipeges crispus Clark 
(Vergrößerung 15 X) 


Antebasaler Quereindruck auf dem Halsschild deutlich, sehr 
exakt ist auch die postbasale Querdepression auf den Elytren 
ausgeprägt. 

Mit verhältnismäßig langen Haaren nicht allzu dicht bestan- 
den, der Untergrund ist glatt und glänzend. 

Kastanienbraun, ca. 3 mm. 

Calipeges Clark 1860 


Monotypisch: Calipeges crispus Clark (Brasilien: Parä) 
Alle Antennite ab Glied vier verkürzt oder keines: 


Fühler kurz, reichen nur bis auf die Flügeldeckenbasis, alle An- 
tennite ab Glied vier sehr verkürzt; der Seitenrand des Hals- 
schildes ist sehr weit nach unten gezogen und von oben betrachtet 
nicht sichtbar, der Halsschild erhält dadurch ein zylinderförmiges 
Aussehen; basaler Quereindruck deutlich; längs der Mitte nahe 
dem Vorderrand befindet sich ein glatter nicht skulptierter Längs- 


streifen. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 5ll 


Elytren sehr breit, bedeutend breiter als der Halsschild und 
verhältnismäßig kurz, die Länge verhält sich zur Breite ungefähr 
wie 3:2; die postbasale Querdepression ist deutlich ausgeprägt. 

Genae und Clypeus sehr lang, eine Clypeallängscarina läßt 
sich nur vermuten. 

Distigmoptera Blake 1943 
Genotypus: Haltica pilosa Illiger (USA von Hudson Bay südlich 
bis Mexiko) 
14 Arten mit ihrer Hauptverbreitung in USA, davon eine Art 
aus Kanada, eine aus Mexiko, zwei aus Costa Rica und nun liegt 
mir eine neue Art aus Brasilien vor (Mato-Grosso). 


36 (35) Fühler länger, reichen bis über die Flügeldeckenbasis, alle Glie- 


37 (38) 


der bedeutend länger als breit; matt, dicht behaart. 

Der Halsschild nicht so stark gewölbt wie bei dem vorherge- 
henden Genus ‚die Seitenränder von oben betrachtet gut sicht- 
bar; basaler Quereindruck deutlich, gleichmäßig punktiert und 
behaart. 

Elytren bedeutend breiter als der Halsschild, verhältnis- 

mäßig lang und schmal, die Länge verhält sich zur Breite unge- 
fähr wie 2:1; eine postbasale Querdepression ist meist sehr 
deutlich. 
Basalcalli vor der postbasalen Querdepression auf den Elytren 
deutlich, die Elytren hinter der postbasalen Querdepression noch- 
mals etwas aufgewölbt, eine eigentliche apikale Abwölbung be- 
ginnt erst auf dem letzten Drittel, wie auch hier die Seitenränder 
erst zu den Spitzen einbiegen, so daß die Elytren dadurch ein 
zylinderförmiges Aussehen bekommen (Abb. 11): 


Abb. 11: Habitusbild von Hypolampsis balyi Clark 
(Vergrößerung 13 X) 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


838 (37) 


39 (20) 


40 (41) 


Hypolampsis Clark 1860 

— Hylodromus Clark 1860 syn. nov. 

— Coelocephalus Clark 1860 syn. nov. 

= Poebates Clark 1860 syn. nov. 
Genotypus: Hypolampsis balii Clark (Brasilien: Rio de Janeiro) 

Das Genus Hylodromus wurde wegen der erweiterten Füh- 

lerglieder drei, vier, fünf und sechs aufgestellt, ist aber ein ty- 
pischer Vertreter von Hypolampsis, Coelocephalus unterscheidet 
sich nur durch die längeren Fühler, auch in Poebates kann ich 
kein eigenes Genus erkennen. 


Die Basalcalli vor der postbasalen Querdepression auf den Ely- 
tren gut hervorgehoben; die Elytren fallen ab der Querdepres- 
sion gleichmäßig bis zu den Spitzen hin ab; auch seitlich ver- 
schmälern sich die Elytren bereits hinter der Mitte, so daß sie 
ein keilförmiges Aussehen bekommen. 
Aedmon Clark 1860 
— Hadropoda Suffr. syn. nov. 


Genotypus: Aedmon sericellum Clark (Porto Rico) 

Clark beschrieb eine Art aus Porto Rico, Bechyn& drei aus 
Guadeloupe (Hadropoda heikertingeri, orsodacnina, adumbrata), 
Suffrian eine aus Kuba (Hadropoda ferrugineus), die Blake’schen 
Hadropoda-Arten aus dem Caribischen Raum sind mir unbe- 
kannt. 

Innenkante des Hintertibienendes deutlich zahnförmig ausge- 
zogen (Abb. 12—14): 
Rundovale Formen von occinellidenartigem Habitus, geschlos- 
sene Gestalt, gewölbt: 

Halsschild an der Basis gut doppelt so breit als lang, Seiten 
gerade und nach vorne konvergierend; Basis so breit wie die der 
Flügeldecken, kein antebasaler Quereindruck. 

Elytren sehr gewölbt, ohne jede postbasale Querdepression, 
ohne Basalcalli. 

Die Antennalcalli werden nach hinten nahezu waagrecht be- 
grenzt, die Ocularsulei ziehen erst seitlich davon zum Augen- 
hinterrand; Clypeus dreieckig und zur Stirn nur mäßig gebogen. 

Die Fühler reichen auf die Flügeldeckenbasis, das dritte An- 
tennit ist das längste, die folgenden alle verkürzt und dicker. 

Sparnus Clark 1860 
— Cyrton Clark 1860 syn. nov. 
Genotypus: Sparnus globosus Clark (Brasilien: Amazonas) 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 SS 


41 (40) Nicht rundoval, nicht von coccinellidenartigem Habitus; Hals- 
schild an der Basis nicht doppelt so breiit als lang: 


Abb. 12: Rechtes Hintertibienende von 
a) Sparnus chaparensis Bech., 
b) Anerapa aeneipennis (Bowd.) 
(Vergrößerung 40 X) 


42 (45) Nahezu unbehaarte Formen; die Elytren metallisch; Kopf und 
Halsschild gelb- oder rotbraun: 


Der antebasale Quereindruck auf dem Halsschild ist seit- 
lich meist etwas nach vorne gezogen; Antennalcalli groß, vonein- 
ander durch einen tiefen Spalt getrennt, sie senden nach vorne 
zwischen Fühlergelenkpfanne und Ciypeallängscarina einen 
spitzen Fortsatz, dessen Begrenzung zur Clypeallängscarina, 
manchmal sehr undeutlich ist; Clypeus dreieckig, der seitliche 
Rand wulstförmig, so daß es scheint, als wenn von der kurzen 
Längscarina jederseits schräg nach vorne eine Carina ziehen 
würde; der Platz zwischen der schräg nach vorne ziehenden 
„Carina“ und dem Augenvorderrand ist gerade so breit, daß 
das erste Fühlerglied daran angelegt werden kann, die Genae 
sind also kurz. 


43 (44) Ohne postbasale Querdepression auf den Elytren: 
Elytren nicht auffallend gewölbt, von der Seite gesehen 
flach. 


Clypeus dreieckig, plan, von der Seite gesehen gegen die 
Stirn sehr gewinkelt. 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 33 


14 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


Thorax Querformat, sehr schmal gerandet, vor der Basis 
etwas quer eingedrückt. 
Länge ca. 6 mm. 
Gethosynus Clark 1860 
Monotypisch: Gethosynus sanguinicollis Clark (Brasilien: Espi- 
rito Santo) 


44 (43) Mit deutlicher postbasaler Querdepression auf den Elytren: 


Elytren nicht auffallend gewölbt, von der Seite gesehen 
flach. 

Clypeus kurz und dreieckig, der Hinterrand täuscht eine 
schräg nach vorne ziehende Quercarina vor, der Clypeus ist ge- 
gen die Stirn nicht auffallend gebogen. 

Thorax querformat, sehr schmal gerandet, vor der Basis deut- 
lich quer eingedrückt, dieser Eindruck wird seitlich nach vorne ge- 
zogen. 

Länge ca. 5—6 mm. 

Anerapa nov. gen. 
Genotypus: Chaparena yungarum Bechyn& 
Zwei Arten: Chaparena yungarum Bechyne und Metriotes 
aeneipennis Bowd. (beide Bolivien). 


Nicht metallisch gefärbte Formen, zum Teil glatt und nahezu 
unbehaart oder auch dicht behaart und matt: 


Glatte nahezu unbehaarte glänzende Formen: 
Ohne deutliche postbasale Querdepression auf den Elytren: 


Elytren nach hinten etwas verschmälert, nach den Seiten hin zu 
den Rändern gleichmäßig abfallend, von der Seite gesehen Ely- 
tren ab der Basis gleichmäßig bis zur Mitte gewölbt. 

Der Clypeus liegt mit der Stirn in nahezu gleicher Ebene; Cly- 
peus mit Längs- und Quercarina; Antennalcalli nach hinten waag- 
recht begrenzt, nach vorne gehen sie teils ohne Unterbrechung 
in den Clypeus über. 

Thorax quer, an der Basis nicht verengt, die Seiten sind 
etwas flach abgesetzt und nahezu parallel. 

Leuchtend gelb gefärbt mit teils rot- bis pechbrauner Zeich- 
nung. Länge 6—9 mm. 

Exartematopus Clark 1860: 
Genotypus: Exartematopus scutellaris Clark (Brasilien) 

Zur obigen Art ist eine Rasse aus Santa Catharina, eine wei- 

tere Art aus Espirito Santo bekannt. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 515 


49 (48) Elytren parallel, an den Rändern stärker abfallend, von der 
Seite gesehen Elytren flach. 


Halsschild etwas mehr als 1,5 mal so breit als lang, die zu- 
nächst etwa parallelen Seiten sind vor der Mitte zu den Vorder- 
ecken hin abgebogen; Basis nicht quer eingedrückt; Oberfläche 
glänzend und sehr fein punktiert. 


Die hintere Begrenzung der Antennalcalli zieht schräg zum 
Augenhinterrand, nach den Seiten kaum begrenzt, nach vorne 
entsenden sie einen langen Fortsatz; Clypeallängscarina sehr 
lang und schmal und zieht auf der vorderen Hälfte über eine 


Quercarina hinweg. 


Antennit drei, vier und fünf lang, die folgenden kurz. 
Eine Ausrandung vor dem Ende auf der Außenseite der 


Hintertibien ist nicht immer sicher festzustellen. 
3,2—4,5 mm große Tiere von verhältnismäßig flacher, ovaler, in 
sich geschlossener Gestalt. 

Pleurochroma Clark 1860 


Genotypus: Pleurochroma balteatum Clark 1860 (Brasilien: Ama- 
zonas) 


50 (47) Mit deutlicher postbasaler Querdepression auf den Elytren: 
Thorax meist auffallend quer, vielfach fein, selten grob 
punktiert, doch nie runzelig. 
Die äußeren Antennite meist verkürzt. 


Allochroma Clark 1860* 


Genotypus Allochroma coccineus Clark (Bras.: Rio de Janeiro) 
5l (46) Dicht behaarte matte Formen: 


52 (53) Halsschild nahezu so breit wie die Flügeldeckenbasis, Seiten 
nach vorne konvergierend, eine antebasale Querdepression auf 
dem Halsschild ist kaum wahrzunehmen: 


Clypeus dreieckig gewölbt, ohne Längs- und Quercarina, 
zur Stirn nur mäßig gebogen; die Antennalcalli werden nach hin- 
ten von einer Furche begrenzt, die schräg zum Augenhinterrand 
zieht. 


*)_In der Nähe von oder unter der Gattung Allochroma würde ich auch die mir 
nur nach der Beschreibung bekannte monotypische Gattung Cleophes Jacoby, 1886 
aus Panama unterbringen. 


916 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


Abb. 13: Rechtes Hintertibienende von Phylacticus ustulatus Clark 


(Vergrößerung 40 X) 

Auf den Elytren keine postbasale Querdepression, gleich- 
mäßig gewölbt; nach hinten verschmälert. 

Bräunliche, vielfach olivgrüne Formen. 

Phylacticus Clark 1860 
Genotypus: Phylacticus ustulatus Clark (Cayenne) 
Im Museum Frey befindet sich ein Exemplar von ustulatus aus 
Costa Rica (Collection Schild-Burgdorf, Costa Rica, Tucurrique), 
das mit dem Typus vollkommen übereinstimmt. 
Halsschild schmäler als die Flügeldeckenbasis, Elytren parallel, 
nach hinten nicht verschmälert: 
Alle Antennite sind auffallend länger als breit. 

Elytrenbasis breiter als der Halsschild und ohne deutliche 
postbasale Querdepression. 

Die Seiten des Halsschildes sind bis vor die Mitte nahezu 
gerade und parallel, erst nahe den Vorderecken etwas geschwun- 
gen; Oberfläche verhältnismäßig wenig gewölbt, die antebasale 
Querfurche wird seitlich nach vorne gezogen. 

Antennalcalli quer, entsenden nach vorne zwischen Clypeal- 
längscarina und Fühlerbasis einen spitzen Fortsatz, der auch 
manchmal in die Clypeallängscarina übergehen kann; seitlich ist 
eine Begrenzung der Antennalcalli meist nur durch ihren Mangel 
einer Punktierung betont; eine mehr oder weniger deutliche 
Stirnseitenlinie zieht erst oberhalb der Antennalcalli zum 
Augenhinterrand, die hintere Begrenzung ist nahezu waag- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 37. 


Abb. 14: Hinterbein von 
a) Physimerus flaviventris (Clk.) 
b) Physimerus juvencus (Clk.) 
(Vergrößerung 30 X) 


recht. Clypeallängscarina kurz, der kurze dreieckige Clypeus plan 
und gegen die Stirn etwas geknickt, die Hinterränder wulstartig 
und täuschen eine jederseits schräg nach vorne ziehende Quer- 
carina vor. 

Über 4 mm große Tiere; Kopf gelb- bis rotbraun, teils ange- 
dunkelt, ebenso der Halsschild; Elytren gelb-,. pechbraun oder 
schwarz, teils mit gelben Flecken oder Streifen. 

Physimmerus Clark 1860 
= Thrasygoeus Clark 1860 syn. nov. 
Genotypus: Physimerus vittatus Clark (Brasilien: Rio de Janeiro) 
Ab Antennit sechs alle Glieder sehr verkürzt, so lang oder kürzer 
als breit. 

Halsschild ungefähr eineinhalb mal so breit als lang, Seiten 
gerade und nahezu parallel; Basis deutlich quer eingedrückt; 
dicht punktiert und kurz behaart. 

Die Furche, die die Antennalcalli nach hinten begrenzt zieht 
schräg zum Augenhinterrand, nach den Seiten sind die Anten- 
nalcalli nicht begrenzt, nach vorne entsenden sie einen langen 
Fortsatz; Clypeus sehr kurz ‚nach den Seiten wulst- oder quer- 
carinaartig, am Vorderrand eine kräftige Querdepression. 

Antennit drei, vier und fünf lang, die folgenden sehr kurz, 
so lang oder kürzer als breit. 


918 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


56 (11) 


57 (58) 


58 (57) 


39 (62) 


Auf der Außenkante der Hintertibien liegt hinter der Mitte 
ein stumpfer Zahn, auf den eine Ausrandung folgt. 
+ 6 mm große Tiere, verhältnismäßig hoch gewölbt. 
Hypantherus Clark 1860 


Genotypus: Hypantherus concolor Clark (Brasilien: Amazonas) 
Halsschild mit einer Auswinkelung am Seitenrand etwas vor der 
Mitte (Abb. 16): 

Verhältnismäßig breite gewölbte Formen; Antennen sehr kurz, 


vor allem die äußeren Antennite sehr verkürzt: 


Kopf und Halsschild kräftig und dicht punktiert; Clypeus drei- 
eckig mit sehr kurzer Längscarina zwischen den Fühlern; Cly- 
peus gegen die Stirn etwas gewinkelt; Antennalcalli undeutlich 
in der Punktierung zu erkennen; Frontalfurchen ziehen schräg 


zum Augenhinterrand. 


Halsschild schmal, etwa so breit wie die Augen; vor der Basis 
mit Querdepression. 

Elytren sehr gewölbt, mit postbasaler Querdepression. Innen- 
ende der Hintertibien zahnförmig ausgezogen. 

Panchrestus Clark 1860 

Genotypus: Panchrestus pulcher Clark (Brasilien: Amazonas) 
Verhältnismäßig schmale flache Formen; die äußeren Antennite 
nie auffallend verkürzt: 
Genae lang, bedeutend länger als das erste Fühlerglied 
breit, so daß der Kopf ein eckiges Aussehen bekommt; über den 


glatten Clypeus zieht eine lange Clypeallängscarina; Clypeus 
und Stirn ungefähr in einer Ebene (Abb. 15). 


Abb. 15: Vorderansicht des Kopfes von 
Tetragonotes subanchoralis Clark 
(Vergrößerung 30 X) 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 919 


60 (61) 


61 (60) 


Halsschild am Vorderrand sehr verengt, dem Kopf hinter 
den Augen sehr eng anliegend, wird am Vorderrand von den 
Augen deutlich überragt; jederseits von der Mitte auf halber 
Länge ein mehr oder minder ausgeprägter Höcker; Halsschild 
nicht quer; Basis mit Querdepression. 

Metasternum jederseits oberhalb der Coxen stark tuberkelförmig 
emporgehoben; Unterseite der Femora eine scharfe Kante bil- 
dend; Tibien stark gebogen: 

Roicus Clark 1860 

(= Sterneugonia Bechyn& 1959 syn. nov.) 
Genotypus: Roicus sexmaculatus Clark (Amazonas) 
Zwei Arten (1 Amazonas, 1 Bolivien) 
Metasternum jederseits oberhalb der Coxen nicht tuberkelförmig 
emporgehoben; Unterseite der Femora mehr gerundet; Tibien 
nicht gebogen (Abb. 16): 

Tetragonotes Clark 1860 


Abb. 16: Habitusbild von Tetragonotes elegans Clark 
(Vergrößerung 9 X) 


Genotypus: Tetragonotes elegans Clark (Brasilien: Rio de Jan.) 


62 (59) Genae kurz, nur etwa so lang, daß das erste Fühlerglied bequem 


daran angelegt werden kann. 

Halsschild deutlich quer; am Vorderrand dem Kopf nie der- 
art eng anliegend, stets breiter als die Augen; antebasale Quer- 
depression; die beiden Höcker auf halber Länge jederseits der 
Mitte fehlen. 


520 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


Clypeus kurz mit Längs- und Quercarina, liegt mit der Stirn 
nahezu in derselben Ebene. 

63 (64) Keine postbasale Querdepression auf den Elytren; Innenende 
der Hintertibien zu einem deutlichen Zahn ausgezogen; die Füh- 
ler reichen nicht bis auf die Elytrenspitzen: 

Octogonotes Drapiez 1819 
Genotypus: Octogonotes banoni Drapiez 

64 (63) Postbasale Querdepression auf den Elytren deutlich; Innenende 
der Hintertibien abgerundet; die Fühler reichen nahezu bis auf 
die Elytrenspitzen: 

Zeteticus Harold 1875 
(Peribleptus Clark 1860) 
Genotypus: Peribleptus laevigatus Clark (Bras.: Rio de Janeiro) 


Abteilung © 


Antennalcalli fehlen; Stirnseitenlinien lassen sich nur vermuten; Stirn 
und Vertex zerstreut punktiert; Clypeus zwischen den Fühlern flach und ver- 
hältnismäßig breit, von der Stirn durch einen V-förmigen Eindruck geschie- 
den; Augen nicht sehr stark gewölbt aber groß. 

Halsschild groß, gleichmäßig gewölbt; die Länge verhält sich zur Breite 
wie 3 : 5; Seiten gerundet und nach vorne konvergierend. 

Elytren ohne Humeral- und Basalcalli; sieben durchgehende Punkt- 
reihen, die marginale und kurze iuxtascutellare nicht mitgezählt, dabei ist 
auch bereits die siebte Reihe (die äußerste) auf einige Punkte reduziert und 
erlischt gegen die Mitte zu; die Intervalle sind gewölbt; von der Seite be- 
trachtet verschmälern sich die Elytren im Bereich der Hinterfemora. 

Hinterfemora sehr verdickt; die Tarsen sind auf den Hintertibien nicht 
ganz am Ende eingelenkt; die Oberkante des Hintertibienendes ist jederseits 
noch vor dem Ende zu einer scharfen Ecke ausgebildet, das Hinterende ist 
quer abgestutzt: 

Ulrica nov. gen. 
Monotypisch: Sparnus minutus Jacoby (Bolivien) (Abb. 17) 

Sparnus minuius hat mit dem Genus Sparnus nichts gemeinsam. Spar- 

rus hat sowohl Antennalcalli, wie auch Humeralcalli, auch ist der ganze 


übrige Körperbau verschieden. 


Meraaltica nov. gen. 


(Abb. 2) 


Antennalcalli nach hinten nahezu waagrecht begrenzt, zu den Augen hin nur 


undeutlich, voneinander durch einen Spalt; Clypeallängscarina kurz und auf 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 924 


Abb. 17: Habitusbild von Ulrica minutus (Jacoby) 
(Vergrößerung 20 X) 


den Raum zwischen den Fühlern beschränkt, Clypeus nach vorne dreieckig 
erweitert, plan und gegen die Stirn deutlich geknickt, vor der vorderen Be- 
grenzung des Clypeus liegt auf demselben eine Querdepression, zwischen 
den Augeninnenrändern und dem erhabenen Clypeus ist gerade Platz zum 
Anlegen des ersten Fühlergliedes; Kopf grob punktiert. 

Die Fühler scheinen für dieses Genus als Charakteristicum nicht kon- 
stant zu sein. 

Halsschild schmal, an den Hinterecken nahezu nur so breit wie lang; 
die Seiten divergieren nur sehr wenig nach vorne und sind gerade; ein ante- 
basalaer Quereindruck ist ausgeprägt. 

Auf der Mitte der Elytren befindet sich nahe jederseits der Naht ein 
kräftiger Eindruck, der dann in abgeschwächter Form schräg nach vorne 
außen zieht zwischen Humeral- und Basalcallus; durch diese Vertiefung 
wird der Basalcallus sehr betont; die Punktierung erfolgt in neun Längs- 
reihen, diese kann jedoch sehr reduziert sein. 

Die Hintertibien (Abb. 18) sind sehr eigenartig gebildet und anschei- 
nend innerhalb der Gattung nicht einheitlich, wie die bisher bekannten zwei 
Arten zeigen. Die Hinterfemora sind auffallend verdickt und überragen 
etwas die Elyirenspitzen. 

Auf der Mitte des Metasternums steht ein spitzer, aufrechtstehender 
Zapfen von der Länge bis zu eineinhalbmal der Länge des dritten Fühler- 
gliedes. 

Die Behaarung ist bei den bisher bekannten zwei Arten auf Kopf und 
Halsschild kurz, auf den Elytren länger. 

Genotypus: Euphenges lemoeides Clark 1860 (Amazonas) 


522 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


Abb. 18: Hinterbein von 
a) Meraaltica lemoeides (Clk.) 
b) Meraaltica punctata n. sp. 


Meraaltica lemoeides wurde von Clark 1860 als Euphenges beschrieben. 
Auch in der Gattungsdiagnose von Euphenges wurde auf diese Art Rücksicht 
genommen. Euphenges sericeus, die zweite als Euphenges beschriebene Art 
ist jedoch durch ihre Kopfbildung so charakterisiert, so daß sie mit mehreren 
Arten aus anderen Genera eine gut umgrenzte in sich geschlossene Gattung 


bildet. 


Meraaltica punctata n. sp. 


Länge 4,58 mm, Breite 2,3 mm 

Gelbbraun, Fühlerglieder sechs, sieben und acht schwarz, Glied neun 
nur wenig angedunkelt. 

Kopf grob punktiert; Stirn knapp 1,5 mal so breit wie ein Augenquer- 
durchmesser. 

Die Antennen reichen gut über die Mitte der Elytren, die einzelnen An- 
tennite verhalten sich wie 20:10:22 :22:22:19:15:13:13:11: 14. 

Der Halsschild ist nahezu quadratisch, doch wird wegen der antebasa- 
len Querdepression der Anschein eines Divergierens der Seiten nach vorne 
hervorgerufen. Die Maße betragen: Basis an den Hinterecken 1,3 mm, kurz 
vor den Hinterecken 1,2 mm, Vorderrand an den Vorderecken 1,3 mm, kurz 
hinter den Vorderecken 1,24 mm, Länge 1,13 mm. Die Oberfläche ist grob 
und dicht punktiert, längs der Mitte ist eine schwache Senke festzustellen, 
die antebasale Querdepression ist seitwärts etwas nach vorne gezogen. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 923 


Die Punktierung der Elytren erfolgt in kräftigen Längsreihen und ver- 
blaßt nur etwas auf der apikalen Abwölbung; die Eindrücke sind wie für 
dieses Genus charakteristisch ausgebildet. 

Die Seitenrandkanten der Hintertibienoberseite (Abb. 18 b) sind nach 
hinten etwas vorgezogen, das ganze Tibienende wirkt daher etwas ausge- 
schnitten; neben dem Außenkantenende ist der Enddorn eingefügt, die 
eigenartigste Bildung findet sich auf der Unterseite: kurz vor dem Tibien- 
ende befindet sich ein abstehendes dornartiges Gebilde. 

Von Meraaltica lemoeides (Clark) ist diese Art schon durch die dichtere 
Punktierung, die Fühler und das Tibienende leicht zu trennen. 

Fundort: Amazonas (Baly Coll.), ohne jede weitere Angabe 1 ö im Briti- 
schen Museum (N. H.) in London. 


Die Clark’schen Arten und ihre Stellung im System. 


(Einschließlich einiger Arten anderer Autoren) 
(Monoplatini) 


Monoplatus Clark 1860 

(Sphaeronychus Dejean in litteris) 

(Metriotes Clark 1860) 
Monoplatus angulatus Clark 

apicatus Clark 

bimaculatus Clark 

croceus Clark 

dimidiatipennis Clark 

distinguendus Clark 

grayi Clark 

impunctatus Clark 

jucundus Clark 

melanurus Ol. (semichalybeus Clark) 

miersii Clark 

nigricans Clark 

nigrimanus Clark 

nigripes Clark 

presidenciae Clark 

quatuornotatus Clark 

robinsoni Clark (Metriotes) 

semiviolaceus Clark 

sexsignatus Clark 

Roicus Clark 1860 


524 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


—= Sterneugonia Bechyn& 1959 syn. nov. 
Roicus magna (Bechyne, 1959) nov. comb. (Sterneugonia) 
sexmaculatus Clark 
vittata (Clark, 1860) nov. comb. (Tetragonotes) 
Tetragonotes Clark 1860 
Tetragonotes angulicollis Clark 
atra Clark 
calceata Clark 
elegans Clark 
fasciaticollis Jacoby 
hexagona Clark 
militaris Harold 
octomaculatus (Jacoby) nov. comb. (Rhoicus) 
rogersi (Jacoby) nov. comb. (Rhoicus) 
subanchoralis Clark 
unifasciatus (Jacoby) nov. comb. (Rhoicus) 
Octogenotes Drapiez 1819 
Öctogonotes banoni Drapiez 
bicinctus Clark 
binotatus Clark 
brunneus Clark 
fulvomarginatus Jacoby 
quatuorlineatus (Clark) nov. comb. (Physimerus) 
rufipennis Jacoby 
sumptuosus Clark 
thoracicus Clark 
Zeteticus Harold 1875 
(Peribleptus Clark 1860) 
Zeteticus laevigatus (Clark, 1860) (Peribleptus) 
Omototus Clark 1860 
Omototus discoidalis Jacoby 
generosum (Clark, 1860) nov. comb. (Allochroma) 
morosus Clark 
quadripes Clark 
Homotyphus Clark 1860 
—= Sesquityphus Bechyne 1959 syn. nov. 
FHomotyphus albomaculatus (Jacoby) nov. comb. (Omototus) 
artitus (Clark, 1860) nov. comb. (Omototus) 
asper Clark 
bituberculatus (Clark, 1860) nov. comb. (Omototus) 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 525 


braccatus (Clark, 1860) nov. comb. (Omototus) 
carinatus Jacoby 

cayensis (Clark, 1860) nov. comb. (Omototus) 
cionoides Clark 

dohrnii (Clark, 1860) nov. comb. (Omototus) 
erichsoni Baly 

fuliginosus Clark 

fulvopubescens (Clark, 1860) nov. comb. (Omototus) 
fuscatus (Clark, 1860) nov. comb. (Omototus) 
holosericeus Clark 

lacunosus Clark 

maculicornis Clark 

nodosus (Clark, 1860) nov. comb. (Omototus) 
nubilus (Clark, 1860) nov. comb. (Omototus) 
squalidus Clark 

suturalis Jacoby 

transversonotataus (Clark) nov. comb. (Omototus) 
tuberculatus (Clark, 1860) nov. comb. (Omototus) 
undatus (Clark, 1860) nov. comb. (Thrasygoeus) 
varicornis Jacoby 

veliereus Clark 

virgatus (Clark, 1860) nov. comb. (Physimerus) 
wollastoni Clark 

Hypolampsis Clark 1860 

= Hwylodromus Clark 1860 syn. nov. 

— Coelocephalus Clark 1860 syn. nov. 

= Poebates Clark 1860 syn. nov. 


Hypolampsis adumbratus Clark nov. comb. (Physimerus) 
aestivalis Clark 
agilis Clark nov. comb. (Physimerus) 
alboguttata Clark 
ambiguus (Clark) nov. comb. (Physimerus) 
amoenus (Clark) nov. comb. (Coelocephalus) 
anceps Clark = Physimerus allardi Clark syn. nov. 
angulatofasciatus (Clark) nov. comb. (Physimerus) 
aira Clark 
balyi Clark 
basalis (Jacoby) nov. comb. (Physimerus) 
batesii (Clark) nov. comb. (Physimerus) 
bilineatus (Clark) nov. comb. (Physimerus) 


526 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


bituberculatus (Clark) nov. comb. (Physimerus) 
brevicollis (Clark) nov. comb. (Physimerus) 
brunneus (Jacoby) nov. comb. (Physimerus) 
campestris Clark 

carbonarius (Clark) nov. comb. (Atyphus) 
chiriquensis (Jacoby) nov. comb. (Homotyphus) 
constricticollis (Jacoby) nov. comb. (Physimerus) 
costulata Clark 

dilaticornis (Clark) nov. comb. (Hylodromus) 
dohrni Clark 

elegantulus (Jacoby) nov. comb. (Physimerus) 
ephippium (Clark) nov. comb. (Physimerus) 
fallax Clark 

fascicularis (Clark) nov. comb. (Physimerus) 
flavipilosus (Jacoby) nov. comb. (Physimerus) 
flavonotata Clark 


fragilis Clark = Hypolampsis ferrugineonotata Clark 
syn. nov. 

fryella Clark 

fuscocostatus (Clark) nov. comb. (Coelocephalus) 

= (Coelocephalus pygmaeus Clark syn. nov. 

gibba Clark 

griseostriatus (Clark) nov. comb. (Physimerus) 

humeronotatus (Clark) nov. comb. (Omototus) 

inaequalis Clark = Hypolampsis nana Clark syn. nov. 
— Hypolampsis pumilio Clark syn. nov. 
= Hypolampsis squamata Clark syn.nov. 

inornatus (Clark) nov. comb. (Physimerus) 

labialis (Clark) nov. comb. (Physimerus) 

lacordairii Clark 

luteicollis (Clark) nov. comb. (Physimerus) 

maculicollis (Jacoby) nov. comb. (Physimerus) 

maculipennis (Jacoby) nov. comb. (Homotyphus) 

melanotus Clark 

meridionalis Clark 

miersii Clark = Physimerus irroratus Clark syn. nov. 

mimulus (Harold) nov. comb. (Physimerus) 

minima Clark 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 927 


minutus (Clark) nov. comb. (Physimerus) 
multicostata Clark 

muraü Clark 

nebulosus (Clark) nov. comb. (Physimerus) 
nigricornis (Jacoby) nov. comb. (Physimerus) 
nigrina Clark 

nigripes (Clark) nov. comb. (Poebates) 
obscuroplagiatus (Jacoby) nov. comb. (Physimerus) 
obscurus (Clark) nov. comb. (Physimerus) 
parallela Clark = Hypolampsis fusca Clark syn. nov. 
pilosa Clark 

porculus Clark 

pruinosus (Clark) nov. comb. (Physimerus) 
pulchellus (Clark) nov. comb. (Coelocephalus) 
pygmaeus (Jacoby) nov. comb. (Physimerus) 
regia Clark 

revisus (Clark) nov. comb. (Physimerus) 
robusta Clark 

rubicunda (Jacoby) nov. comb. (Physimerus) 
rusticus (Clark) nov. comb. (Physimerus) 
scutellatus (Jacoby) nov. comb. (Homotyphus) 
sericeopubescens (Clark) nov. comb. (Omototus) 
sexnotatus (Clark) nov. comb. (Omototus) 
signaticornis Clark 

simoni (Jacoby) nov. comb. (Physimerus) 
suboculatus (Clark) nov. comb. (Physimerus) 
suborbicularis Clark 

sylvatica Clark 

thamni (Baly) nov. comb. (Cerichrestus) 
tibialis (Jacoby) nov. comb. (Homotyphus) 
trivialis (Clark) nov. comb. (Physimerus) 
varicornis (Jacoby) nov. comb. (Physimerus) 
vicina Clark 

zapotensis (Jacoby) nov. comb. Physimerus) 
Distigmoptera Blake 1943 


Distigmoptera albopillosus (Jacoby) nov. comb. (Rhinotmetus) 


Brachyscelis Germar 1834 
— Imatium Clark 1860 syn. nov. 
= Leptotrichus Clark 1860 syn. nov. 


Brachyscelis castaneus (Clark) nov. comb. (Leptotrichus) 


528 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


vellerea Germar = Imatium tomentosum Clark syn. nov. 
— Imatium rotundatum Clark syn. nov. 

velutinum (Clark) nov. comb. (Imatium) 

Calipeges Clark 1860 


Calipeges crispus Clark 
Aedmon Clark 1860 
— Hadropoda Suffr. syn. nov. 


Aedmon adumbrata (Bechyne) nov. comb. (Hadropoda) 
ferrugineus (Suffr.) nov. comb. (Hadropoda) 
heikertingeri (Bechyne) nov. comb. (Hadropoda) 
orsodacnina (Bechyn&) nov. comb. (Hadropoda) 
sericellum Clark 
Rhinotmetus Clark 1860 


Rhinotmetus assimilis Clark 
canescens Clark 
clarki nom. nov. et comb. nov. (Hypantherus deyrollii Clark) 
cruciatus Clark 
crucifer Clark 
cyaneus Clark 
cyanipennis Clark 
depressus Clark 
deyrollii Clark 
elegantulus Clark 
flavidus Clark 
flavovittatus Jacoby 
humilis Clark 
inornatus Clark 
jacobyi nom. nov. (canescens Jacoby) 
leptocephalus (Perty) 
marginatus Clark 
minutus Jacoby 
modestus Jacoby 
neglectus Clark 
nigricornis Clark 
pallipes Clark 
parvulus Jacoby 
ruficollis Clark 
spectabilis Clark 
sulcicollis Clark 
waterhousi Clark 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 


929 


Cerichrestus Clark 1860 
Cerichrestus apicalis Clark 

balyi Clark 

batesii Clark 

chevrolati Clark 

deyrollii Clark 

exiguus Clark 

flavicans Clark 

humilis Clark 

marginicollis Clark 

tenuicornis Clark 

Euphenges Clark 1860 

— Homammatus Clark 1860 syn. nov. 

Euphenges assimilis (Clark) nov. comb. (Hypantherus) 


Clarki nom. nov. et nov. comb. (Allochroma assimile) Clark 


fuliginosus (Clark) nov. comb. (Homotyphus) 
impressus (Clark) nov. comb. (Physimerus) 
nitidus (Clark) nov. comb. (Homammatus) 
rufotestaceus (Clark) nov. comb. (Hypantherus) 
= Panchrestus inconspicuus Clark syn. nov. 


= Allochroma nigromarginatum Clark syn. nov. 


— Homammatus turgidus Clark syn. nov. 
sericeus Clark 
venustum (Clark) nov. comb. (Allochroma) 
Apalotrius Clark 1860 

Apalotrius pubescens Clark 
Palopoda Erichson 1847 

Palopoda parcepunctata Bech. 
tersa Er. 


Atyphus Clark 1860 


Atyphus furcipes Clark 
Bellacincta nov. gen. 

Bellacincta clarki (Jacoby) nov. comb. (Hydmosyne) 
humeronotatus (Clark) nov. comb. (Omototus) 
metallica (Jacoby) nov. comb. (Omototus) 
rufolimbatus (Jacoby) nov. comb. (Omototus) 
Allochroma Clark 1860 


Allochroma apicicornis (Jacoby) nov. comb. (Metriotes) 
balyi Clark 
basalis (Jacoby) nov. comb. (Hylodromus) 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 


34 


530 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


bimaculatum Jacoby 
biplagiatum Jacoby 
castaneum Jacoby 
chiriquensis Jacoby 
coccineum Clark 
fasciatum Clark 
festivum Clark 

flavicollis (Jacoby) nov. comb. (Metriotes) 
flavonotatum Jacoby 
flavovittatum Clark 
flohri Jacoby 

frontale Jacoby 
fulvoplagiatum Jacoby 
godmani Jacoby 
guatemalense Jacoby 
högei Jacoby 

lunatum Clark 
mexicanum Jacoby 
nigricollis (Jacoby) nov. comb. (Metriotes) 
piceum Clark 

posticatum Jacoby 
puncticolle Jacoby 
quatuorpustulatum Clark 
semipunctatum Jacoby 
sexmaculatum Jacoby 
sexsignatum Clark 
teapense Jacoby 
Meraaltica nov. gen. 


Meraaltica lemoeides (Clark) nov. comb. (Euphenges) 
punctata n. Sp. 
Panchrestus Clark 1860 


Panchrestus pulcher Clark 
rubicundus Clark 
rufescens Clark 
Loxoprosopus Guer. 1829— 1844 


Loxoprosopus caeruleus Clark 
ceramboides Guer. 
humeralis Clark 
marginatus Clark 
Hypantherus Clark 1860 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 >31 


Hypantherus ambiguus Clark 
bimaculatus (Clark) nov. comb. (Omototus) 
binotatus (Clark) nov. comb. (Omototus) 
concolor Clark 
sexmaculatus (Clark) nov. comb. (Omototus) 
Physimerus Clark 1860 

= Thrasygoeus Clark 1860 syn. nov. 

Physimerus cordovensis Jacoby (Thrasygoeus) 
femoralis Jacoby (Thrasygoeus) 
flaviventris (Clk.) nov. comb. (Atyphus) 
juvencus Clark 
limbatus (Baly) nov. comb. (Octogonotes) 
nigrifrons (Clark) nov. comb. (Eupeges) 
nigripennis Jacoby 
obscurus Clark (Thrasygoeus) 
pollinosus (Clark) nov. comb. (Phylacticus) 
salvini Jacoby (Thrasygoeus) 
scabrosa (Clark) nov. comb. (Eupeges) 
semipurpurea (Harold) nov. comb. (Hydmosyne) 
sericeus (Perty) (eximius Clark) 
tibialis Jacoby (Thrasygoeus) 
vittatus Clark = Atyphus comes Clark syn. nov. 
vulgaris Clark 
Chaparena Bechyne 1959 


Chaparena chacoensis (Bowd.) 
lateralis (Bowd.) 
limbata (Baly) (Octogonotes) 
marginata (Bowd.) 
sericeus (Bowd.) 


Eupeges Clark 1860 


Eupeges praeclara Clark 
Phylacticus Clark 1860 


Phylacticus amabilis Clark 
humerale (Clark) nov. comb. (Allochroma) 
maior Jacoby 
modestus Clark 
olivaceus Clark 
prasinus Clark 
ustulatus Clark 
Pleurochroma Clark 1860 


532 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


Pleurochroma balteatum Clark 
nitidulum Clark 
pallidum Clark 
Hydmosyne Clark 1860 
Hydmosyne inclyta Clark = Zeteticus panamensis Jacoby syn. nov. 
panamensis Jacoby 
Gethosynus Clark 1860 
Gethosynus sanguinicollis Clark 
Anerapa nov. gen. 
Anerapa aeneipennis (Bowd.) nov. comb. (Metriotes) 
yungarum (Bechyn&) nov. comb. (Chaparena) 
Exartematopus Clark 1860 
Exartematopus nigroplagiatum (Jacoby) nov. comb. (Allochroma) 
nobilis Clark 
scutellaris Clark 
Sparnus Clark 1860 
= Cyrton Clark 1860 syn. nov. 
Sparnus anisotomoides (Clark) nov. comb. (Cyrton) 
apicalis Jacoby 
chiriquensis Jacoby 
flavicollis Jacoby 
globosus Clark 
intermedium (Jacoby) nov. comb. (Allochroma) 
sanguineum (Clark) nov. comb. (Cyrton) 
Ulrica nov. gen. 
Ulrica minutus (Jacoby) nov. comb. (Sparnus) 
Hypantherus batesii Clark ist mir in natura nicht bekannt. 


Gruppe 2 


Das Klauenglied der Hintertarsen ist mehr oder weniger kugelig auf- 
getrieben; die Elytren sind nicht oder verworren punktiert: 

Die ehemals sehr umfangreiche Gattung Oedionychus wurde von 
Bechyne& in mehreren Arbeiten in zahlreiche neue Genera aufgeteilt. Die 
Festlegung dieser Genera bereitet große Schwierigkeiten, was auch aus den 
Diagnosen hervorgeht. Die Stellung der Epipleuren zum Beispiel ist ein 
sehr unsicheres Merkmal. Punktierung des Kopfes, wie bei Kuschelina tritt 
auch in den anderen Genera auf. So unsicher ist auch die Stellung mancher 
Arten innerhalb dieser Gattungen. Trotzdem sei hier der Versuch gemacht, 
diese schwer abgrenzbaren Genera tabellarisch zu erfassen. 

1 (12) Hinterschenkel nicht übermäßig verdickt, der Querdurchmesser 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 933 


Sn 


entspricht ungefähr einer halben bis zwei Drittel Tibienlänge, 
das Klauenglied der Hintertarsen ist angeschwollen, jedoch nicht 
kugelig; das schienennächste Tarsenglied der Hinterbeine ist 
ungefähr ein Drittel so lang wie die Tibie. 

Von der Seite gesehen die Epipleuren gut sichtbar: 

Stirn und Clypealquercarina weiß, der übrige Kopf dunkelpech- 
braun bis schwarz gefärbt: 

Vorderecken des Halsschildes (Abb. 19) spitz neben den Augen 
nach vorne gezogen; keine antebasale Querfurche. Die vierecki- 
gen Antennalcalli durch einen feinen Spalt voneinander getrennt; 
Clypeallängscarina zwischen den Fühlern sehr schmal, Quer- 
carina breiter; die Stirn ist vom Vertex durch eine feine waag- 


Abb. 19: Habitusbild von Homophoeta albicollis (F.) 
(Vergrößerung 6 X) 


rechte Punktreihe getrennt. Elytren ohne Basalcalli; braun mit 
heller Zeichnung, oder gelb mit dunkler Zeichnung, auch metal- 
lisch gefärbt mit und ohne Zeichnung, auch braun und ungezeich- 
net. Länge über 5 mm. 
Homophoeta Erichson 1847 

Genotypus: Chrysomela albicollis Fabricius 1787 
Ca. 50 Arten, über ganz Süd- und Zentralamerika verbreitet. 
Stirn und Clypealquercarina wie der übrige Kopf gefärbt: Vor- 
derecken des Halsschildes neben den Augen nach vorne gezogen; 
Rand breit abgesetzt; antebasale Querfurche fehlt. 

Elytren an der Basis wenig breiter als der Halsschild; Basal- 
calli schwach entwickelt. 

Antennalcalli dreieckig, mehr oder weniger gut abgesetzt, 
ihre vordere Spitze liegt zwischen Fühler und Clypeallängscarina 


(Abb. 20). 


934 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


5(6) 


6(5) 


Abb. 20: Habitusbild von Aspicela unipunctata Latr. 
(Vergrößerung 4 X) 


Vorderrand des Metasternums wulstig erhaben: 
Aspicela Clark 1865 
Aspicela Dejean in litteris 
Auch Clark gibt keine eigentliche Gattungsdiagnose, so daß 
man fast Harold (Coleopt. Hefte XV, 1876, p. 95) als Autor an- 
nehmen möchte. 
Genotypus: Altica unipunctata Latr. 
Ca. 12 Arten, deren Verbreitung auf Kolumbien und Ecua- 
dor beschränkt ist. 
Vorderrand des Metasternums nicht wulstig erhaben: 
Asphaera Chevrolat 1843 
(Litosonycha Clark 1865) 


Genotypus: Asphaera auripennis Harold 1876 (Bras.: Rio de Jan.) 
Mehr als 130 Arten über ganz Süd- und Zentralamerika ver- 
breitet. Zwei Arten lustrans Crotch und abdominalis Chevr. drin- 
gen bis in die USA ein. 

Epipleuren sehr schräg nach innen oben gestellt, so daß sie von 
der Seite nicht gesehen werden können. 


1) Clypeus in seinem hinteren Teil nicht hoch nach oben gewölbt: 


Seiten des Halsschildes stark gerundet; Elytropleuren schmal; 
Elytren gerundet verhältnismäßig breit und kurz (6 : 7): 
Pleurosphaera Bechyn& 1958 


Monotypisch: Asphaera decipiens Clark 1865 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 935 


10 (9 


— 


11(8) 


Ber) 


13 (28) 


14 (15) 


17 (16) 


18 (21) 
19 (20) 


Brasilien: Rio de Janeiro, Minas Gerais; Argentinien: Misiones: 
Loreto. 
Seiten des Halsschildes nicht stark gerundet; Elytren parallel, 
verhältnismäßig schmal und lang (3 : 5); die Epipleuren sind nur 
auf dem vorderen Drittel ausgebildet: 
Longasphaera Bechyn& 1955 

Monotypisch: Longasphaera hispicornis Bechyn& 
Brasilien: Minas Gerais. 
Clypeus in seinem hinteren Teil hoch nach oben gewölbt, so daß 
er die Form eines großen Tuberkels annimmt; Halsschildseiten 
schwach gerundet; Elytropleuren breit: 

Rhynchasphaera Bechyn& 1955 


Genotypus: Rhynchasphaera orophila Bechyne 1955 
3 Arten (1 Bolivien, 2 Peru). 
Hinterfemora sehr verdickt, ihr Querdurchmesser entspricht un- 
gefähr der Länge der Tibie; das Klauenglied der Hintertarsen ist 
kugelig angeschwollen; das schienennächste Tarsenglied der Hin- 
terbeine ist nur ungefähr !/> so lang wie die Tibie: 
Ohne antebasalen Quereindruck auf dem Thorax, der an Philo- 
pona erinnert, wenn zweifelhaft, dann siehe Nr. 26: 
Fühler claviform, die Keule wird von vier stark erweiterten End- 
gliedern gebildet: 

Pyxidaltica Bechyne 1956 


Monotypisch: Oedionychus variegatus Jacoby 1880. 
Brasilien: S. Catarina, Paranä, S. Paulo, Rio de Janeiro, Minas 


Gerais. 


) Fühler filiform, nach den Enden zu nicht auffallend erweitert: 


Stark gewölbte Formen, von der Seite betrachtet beträgt ihre 
Höhe mehr als die Hälfte der Länge: 
Große Formen, die kleinsten messen 6 mm; starke Elytral- 
punktierung: 
Paranaita Bechyn& 1955 


Genotypus: Oedionychus opimus Germar 

15 Arten mit zahlreichen Rassen (Argentinien, Paraguay und an- 
schließendes Brasilien). 

Weniger stark gewölbte Formen, von der Seite betrachtet be- 
trägt ihre Höhe weit weniger als die Hälfte der Länge, beinahe 
nur ein Drittel derselben: 

Die Epipleuren sind von der Seite gesehen nicht sichtbar: 
Epipleuren horizontal, daher von der Seite nicht sichtbar; von 


936 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


22 (25) 


23 (24) 


oben gesehen Elytropleuren breit und rinnenförmig: 
Walterianella Bechyn& 1955 

Genotypus: Oedionychus interruptovittatus Jacoby (Rio Grande 

do Sul, Santa Catarina) 

Mehr als 100 Arten mit einer Verbreitung über ganz Süd- und 

Zentralamerika. 


Epipleuren nach innen oben schräg gestellt, daher von der Seite 
nicht sichtbar; durch diese Schrägstellung können die Elytropleu- 
ren nicht rinnenförmig aufgebogen sein, sondern sind schräg nach 
unten gerichtet: 

Alagoasa Bechyn& 1955 
Genotypus: Oedionychus libentinus Germar (Est. Minas Gerais) 
Ca. 150 Arten mit mehreren Rassen, deren Verbreitung sich über 
ganz Süd- und Zentralamerika erstreckt. 


Epipleuren schräg nach unten gestellt, so daß sie bei seitlicher 
Betrachtung gesehen werden; Elytropleuren meist schmal, wenn 
breiter dann doch nicht rinnenförmig: 


Halsschild stark gewölbt, der breite Seitenrand ist scharf abge- 
setzt und gegen den Halsschild bis 90° geknickt; Epipleuren seit- 
lich bis zur Elytrenspitze sichtbar: 


Die Metepisternen sind nicht nach hinten verschmälert, sondern 
parallelseitig; bei allen anderen Oedionychinen verjüngen sie sich 
nach hinten: 

Nycteronychis Bechyn& 1955 
Monotypisch: Oedionychus trivittatus Baly (Brasilien: Rio de Ja- 
neiro, S. Paulo) 


Dem vorhergehenden Genus sehr ähnlich, doch mit sich nach 
hinten verjüngenden Metepisternen: 

Araoua Bechyne 1955 
Genotypus: Altica umbratica Olivier (Franz. Guayana) 
Eine zweite Art ist aus Rio de Janeiro bekannt, deren Stellung 
ich in diesem Genus bezweifle. 


Halsschild verhältnismäßig flach, nur schwach gewölbt, die breite 
Halsschildrandung ist gegen den eigentlichen Halsschild nicht ge- 
knickt sondern nur schwach gebogen: 


Epipleuren breit und von der Seite sichtbar; auf dem Thorax 
befindet sich manchmal eine leichte Andeutung eines antebasalen 
Quereindruckes. Der Halsschild ist in der Mitte am kürzesten, der 


27 (26) 


30 (29) 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 537 


Vorderrand wirkt wie für den Kopf ausgeschnitten und an den 
Ecken nach vorne gezogen: 
Wanderbiltiana Bechyn& 1955 
Genotypus: Oedionychus nitidus Fabricius 
Ca. 30 Arten: 1 Argentinien, 1 Paraguay, 1 Mato Grosso, alle 
übrigen sind auf das südöstliche Brasilien beschränkt (S. Cata- 
rina, Paranä, S. Paulo, Rio de Janeiro, Espirito Santo). 
Epipleuren verhältnismäßig schmal; Halsschildvorder- und Hin- 
terrand nahezu parallel, in der Mitte etwas länger; der Halsschild 
wirkt wie ein querübergebogenes Rechteck, nur die Vorderecken 
sind schräg nach vorne außen gerichtet: 
Kuschelina Bechyne 1951 
Genotypus: Oedionychus adjunctus Jacoby (Bolivien) 
Mehr als 30 Arten: 1 Uruguay und Süd-Brasilien; 4 Paraguay; 
1 Paraguay und Argentinien; 1 Paraguay und Brasilien (Rio 
Grande do Sul, S. Catarina); Brasilien: 4 Rio Grande do Sul, 5 
Santa Catarina, 1 Rio de Janeiro, 1 Pernambuco, 1 Paraiba, 2 
Brasilien ohne weitere Angaben; 1 Argentinien und Chile; 1 Bo- 
livien; 3 Mexiko; 1 Texas; 7 übrige U.S.A. 
Deutlicher antebasaler Quereindruck auf dem Halsschild ähnlich 
wie bei Philopona; im Gegensatz zu Philopona ist die Intercoxal- 
platte breit: 
Kleinere 3-7 mm (meist um 5 mm) große, verhältnismäßig 
schmale Tiere, sehr flach. Epipleuren von der Seite sichtbar; In- 
tercoxalplatte plan oder gewölbt: 
Capraita Bechyn& 1957 
Genotypus: Oedionychus sexmaculatus llliger (U.S.A.) 
Ca. 60 Arten: Süd-, Zentral- und Nordamerika. 
Größer, über 8 mm, mehr gerundet und stärker gewölbt; Epi- 
pleuren so schräg nach hinten gestellt, daß sie von der Seite nicht 
sichtbar sind; längs der Mitte der Intercoxalplatte läuft derart ein 
scharfer Kiel, daß sich zu seinen Seiten Rinnen ergeben: 
Callangaltica Bechyn& 1958 
Monotypisch: Oedionychus batesi Baly 1859 (Peru). 


Gruppe 3 
Auf der Außenkante der Hintertibien befindet sich hinter der 
Mitte ein stumpfer Zahn, auf den eine bewimperte Ausrandung 
folgt: 
Vom Hinterende des Clypeus zieht über die Stirn jederseits eine 
gerade Furche zum Augenhinterrand, deren Vorderrand leisten- 


938 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


D 
rn 
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— 


förmige Antennalcalli vortäuscht, dieses leistenförmige Gebilde 
wird bis zum Augeninnenrand nicht unterbrochen. 


Die Innenkante des Hintertibienendes ist nicht verlängert; kleine 
1,5-3,5 mm lange, länglich-ovale, schwarz oder metallisch ge- 
färbte Tierchen: 

Flügeldeckenbasis nicht breiter als die des Halsschildes; 
Elytren verhältnismäßig wenig gewölbt und meist in sehr exak- 
ten Längsreihen punktiert. 

Halsschild meist punktiert; Seiten leicht gerundet und etwas 
nach vorne konvergierend; Vorderecken abgeschrägt; die Mitte 
der Halsschildbasis etwas nach hinten erweitert, daher leicht 
doppelbuchtig. 

Chaetocnema Stephens 1831 
= Halticops Brethes 1928 syn. nov. 
Genotypus: Altica hortensis Geoffroy (Palaearktis) 
Ca. 80 neotropische Arten, sonst über die ganze Erde verbreitet. 


Die Innenkante der Hintertibien ist an ihrem Ende verlängert, 
mit kleinen Zähnchen besetzt und überragt selbst den auf der 
Unterkante der Außenseite eingefügten Hintertibiendorn; kleine 
1,8-3,5 mm lange, rund-ovale, gewölbte, braun oder schwarz, 
oder braun mit schwarz oder umgekehrt gefleckte Tiere: 

Flügeldeckenbasis nicht breiter als die des Halsschildes; 
Elytren stark gewölbt; die Punktierung variiert von kaum punk- 
tiert, über konfus bis zu regelmäßigen Punktreihen. 

Halsschild glatt bis kräftig punktiert; Seiten nahezu gerade 
und konvergieren auffallend nach vorne; Vorderecken abge- 
schrägt; die Mitte der Basis ist nach hinten erweitert, daher auf- 
fällig doppelbuchtig. | 

Heikertingerella Csiki 1940 
Genotypus: Homophyla adusta Harold (Peru) 
Ca. 70 Arten: Brasilien bis Mittelamerika. 


Diese geraden Frontalfurchen fehlen; Antennalcalli verrundete 
Gebilde, die weit auseinander liegen; stets über 4 mm große, an 
Chrysomela erinnernde Formen; fast immer gelb mit dunkel- 
pechbrauner oder rotbrauner Zeichnung, selten umgekehrt: 
Stirnlinien bogige Furchen, welche jederseits von der Füh- 
lergelenkpfanne nach oben ziehen (= die innere und hintere Be- 
grenzung der Antennalcalli); Halsschild am Vorderrand in Höhe 
des Augenhinterrandes mit einer Reihe kräftiger Punkte, diese 
Reihe ist auf halber Halsschildlänge winkelig gegen den Seiten- 


ln nn nn 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 939 


Qi 
rn 
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rand gebogen; eine weitere Punktreihe befindet sich jederseits an 
der Basis; die Punktreihen am Vorderrand können zu einer ein- 
fachen Reihe schwacher Punkte, die nicht gegen den Seitenrand 
abgewinkelt sind, sehr reduziert sein; die Punktreihen der Basis 
können vollkommen fehlen. 

Die Elytrenbasis ist so breit wie die des Halsschildes, die 
Punktierung erfolgt mit wenigen Ausnahmen in Einfachreihen: 
Clypeus ohne auffällige Querdepression am Vorderrand: 

Blepharida Rogers 1856 
Genotypus: Chrysomela rhois Forst. (U.S.A. bis Mexiko) 
2 paläarktische Arten; 1 nearktische Art; ca. 20 neotropische Ar- 
ten: 15 Mexiko, 1 Guatemala, 1 Haiti, 1 Kuba und Puertorico, 
1 Franz. Guayana, 1 Chile (?); ca. 40 afrikanische Arten; die An- 
zahl der indo-australischen Arten ist ungeklärt (= ? Ophrida). 
Clypeus mit auffälliger Querdepression auf dem Vorderrand, so 
daß sich davor ein wulstiger Rand ergibt: 
Notozona Clark 1865 
Genotypus: Chrysomela bifasciata Olivier (Cayenne) 
22 Arten: 9 Mittelamerika: 5 Mexiko, 2 Guatemala, 1 Nicaragua, 
1 Honduras; 1 Venezuela; 3 Cayenne; 1 Peru (?); 4 Brasilien 
ohne weitere Angaben 1 Amazonas; 1 Bahia; 1 Parä; 1 S. Paule, 
E. Santo und Minas Gerais. 
Man könnte diese beiden letzten Genera auch ruhig zusam- 


menlegen. 


Gruppe 4 


Augen auffällig nierenförmig ausgerandet: 
Ausrandung der Augen verhältnismäßig gering; ca. 4-5 mm 
lange, chagrinierte, sehr schmale Formen: 
Heikertingeria Csiki 
(ausführlich p. 573) 
Augen stark ausgerandet, breitere Formen, rund oder rundoval: 
Ovale Formen, Flügeldecken mit parallelen Seiten: 
Über 4Amm große Tiere; gelbbraun mit pechbrauner Zeichnung 
auf den Elytren. 

Halsschild mehr als doppelt so breit als lang; Seiten gerade 
und nach vorne konvergierend; die Vorderecken wirken wie auf- 
gesetzt; vor der Basis ein sanfter Quereindruck, der nach den 
Seiten nicht begrenzt ist. 

Flügeldecken mit Humeral- und Basalcalli; konfus punktiert. 


540 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


Clypeallängs- und Quercarina zusammen T-förmig, hoch ge- 
wölbt und verhältnismäßig breit; die nebeneinander liegenden 
Antennalcalli entsenden nach vorne spitze Fortsätze, die meist 
ohne Unterbrechung in die Clypeallängscarina übergehen, ja 
selbst der die Antennalcalli trennende Spalt setzt sich noch etwas 
auf die Clypeallängscarina fort (Abb. 21a). 


Abb. 21: Vorderansicht des Kopfes von 
a) Nephrica kirschi Har., 
b) Phenrica aequinoctialiformis Bech. (p. 579) 
(Vergrößerung a) 20 X, b) 32 X) 


Sehr mit Phenrica Bech. verwandt (p. 579) Phenrica hat nur 
schwach nierenförmige Augen. 
Nephrica Harold 1877 
(Cyclophysa Baly) 
Genotypus: Nephrica kirschi Harold 
Ca. 4 Arten: 1 Amazonas, 1 Bolivien, 1 Peru, 1 Peru und Ama- 
zonas. 
> ( 4 ) Ca. 6 mm groß; rotbraun mit dunkelpechbraunem Vertex: 
Halsschild doppelt so breit als lang, Seiten gerade, nach 
vorne konvergierend, Vorderecken abgeschrägt; exakte anteba- 
sale Querfurche, die seitwärts von einem Längsfältchen begrenzt 
wird. 
Elytren kaum punktiert; Humeralcalli und mäßige Basalcalli. 
Clypeallängscarina sehr lang, mit kurzer Quercarina T-för- 
mig; Antennalcalli mäßig abgesetzt (Abb. 22). 
Paralactica Bechyne 1961 
Monotypisch: Haltica capitata Illiger (Amazonas) 


6 ( 3 ) Runde bis rundovale Formen, Seiten der Flügeldecken gerundet: 
9,5-6 mm große Tiere, gelbbraun. 
Halsschild ähnlich denen der vorhergehenden Genera, eben- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 Dal 


Abb. 


falls mehr als doppelt so breit als lang, nur kann die antebasale 
Querfurche fehlen. 
Elytren stark gewölbt; Punktierung konfus; Basalcalli nur 


schwach ausgebildet. 


22: Vorderansicht des Kopfes von Paralactica capitata (Nliger) 
(Vergrößerung 20 X) 


Keine antebasale Querfurche auf dem Halsschild, wirkt wie eine 
Casside, schon wegen der Fühler, letztere bestehen aus kräftigen 
zylinderförmigen Antenniten, die in sehr enger Folge aneinander 
gereiht sind. 

Sophranella Jacoby 1904 
Monotypisch: Sophranella fulva Jacoby (Amazonas: Parä) 
Mit sehr verloschener antebasaler Querfurche auf dem Halsschild, 
die nur an den Seiten durch ein scharfes Längsfältchen deutlich 
gemacht wird. 

Pedilia Clark 1865 

Genotypus: Pedilia rufa Clark (Parä) 
3 Arten: 1 Parä, 1 Bahia, 1 Peru. 


Gruppe 5 


Vor der Basis des Halsschildes befindet sich ein Quereindruck: 
Die antebasale Thoraxquerfurche reicht bis zu den Seitenrändern 
oder verläuft in die Hinterecken, sie wird seitlich von keinem 
Längsfältchen begrenzt: | 
Flügeldecken ohne Humeral- und Basalcalli, ein Skutellum fehlt: 
Die Thoraxseiten divergieren nach vorne zu den verdickten abge- 
schrägten Vorderecken; Elytren mit neun durchgehenden Punkt- 
reihen, die kurze iuxtascutellare Punktreihe ist trotz des fehlen- 
den Skutellums ausgebildet, ebenfalls fehlt an der Stelle der feh- 
lenden Humeralcalli die Punktierung; alle Punktreihen gleich- 
mäßig und deutlich bis zu den Elytrenspitzen verfolgbar. 

Die Fühler sind spitzenwärts verdickt und reichen über das 
erste Viertel der Elytren. 


942 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


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8(7) 
9 (12) 


1,8-2 mm lang, rotbraun: 
Exaudita Bechyne& 1955 
Monotypisch: Exaudita hilaria Bechyne& (Brasilien: Santa Catha- 


rina). 


Thoraxseiten divergieren nach vorne zu den verdickten Vorder- 
ecken; Elytren sehr verloschen punktiert, die Punktierung ist nur 
deutlich nahe der Basis; sehr charakteristisch ist eine tiefe sutu- 
rale Linie. Antennen filiform, lang. 
1,5-1,6 mm lang, rotbraun, Elytren pechbraun: 
Aulonodera Champion 1918 


Monotypisch: Aulonodera darwini Champ. (Chile). 
Flügeldecken mit Humeralcalli: 


Die Punktierung der Elytren erfolgt in neun durchgehenden Ein- 
fach- oder Doppelreihen, die marginale und kurze iuxtascutellare 


ausgenommen: 


Hinter den Antennalcalli liegt eine weitere Callosität, die auch 
als eine Verlängerung der Antennalcalli nach hinten bis zum 
Augenhinterrand angesehen werden kann: 

Vorderecken des Halsschildes flach abgeschrägt, etwas zahn- 
artig nach außen tretend; die Seiten divergieren stark nach vorne; 
Basis verengt und quer eingedrückt; auf der vorderen Hälfte 
befindet sich vielfach jederseits der Mitte ein Höcker. 

Elytren an der Basis bedeutend breiter als die Halsschild- 
basis; Basalcalli schwach; die Punktierung erfolgt in mehr oder 
weniger ordentlichen Längsreihen bis zu Doppelreihen, zumal 
nahe der Naht ist die Punktierung vielfach konfus. 

Der Clypeus ist dreieckig und von der Seite betrachtet gegen 
die Stirn rechtwinkelig geknickt; eine Clypeallängscarina ist, wenn 
vorhanden, immer sehr schwach ausgebildet. 

Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen. 

4-6 mm lange sehr schmale Tiere, gelblich gefärbt, teils mit 
rotem Nahtsaum auf den Elytren oder roter Längsbinde auf jeder 
Flügeldecke (Abb. 23). 

Nasigona Jacoby 1902 


Genotypus: Nasigona pallida Jacoby (Peru, Bolivien). 
4 Arten: 1 Bolivien, 1 Peru, 1 Bolivien und Peru, 1 Cayenne 


Hinter den Antennalcalli liegt keine weitere Callosität: 


Halsschild kräftig punktiert: 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 543 


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Abb. 23: Habitusbild von Nasigona pallida Jac. 
(Vergrößerung 10 X) 


10 (11) Halsschild zerstreut mit breiten wenig tiefen Punkten besetzt 
(Abb. 24): 


Halsschildseiten nahezu gerade und scheinen nach vorne zu 
divergieren, in Wirklichkeit ist der Abstand der Vorder- und Hin- 
terecken gleich; die Basis ist in der Mitte nach hinten etwas 
erweitert und daher doppelbuchtig; die antebasale Querfurche ist 
nicht exakt und eher als eine Querdepression zu bezeichnen; das 
Verhältnis von Länge zu Breite ist bei allen Arten ungefähr 
22.29. 

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Abb. 24: Habitusbild von Leptophysa batesii Baly 
(Vergrößerung 15 X) 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


11 (10) 


Elytren lang und parallel, die Breite verhält sich zur Länge 
wie 10 : 17; Humeral- und Basalcalli deutlich; neun exakt durch- 
gehende Punktreihen. 

Antennalcalli dreieckig; die Stirnfurchen ziehen zum Augen- 
hinterrand; Clypeallängscarina sehr schmal und scharf ausgebil- 
det. Die Fühler reichen auf die Elytrenmitte: 

Überall - wenn auch spärlich — läßt sich eine Behaarung 
feststellen. 

2,6-3 mm lange, von gelb- über rot- bis pechbraun gefärbte 
Tiere. 

Leptophysa Baly 1877 

—= Pseudoepitrix Jacoby 1885 syn. nov. 

— Goianinha Bechyn& 1957 syn. nov. 
Genotypus: Leptophysa batesii Baly (Parä) (Abb. 24) 
Leptophysa batesi Baly = Systena deyrollei Baly syn. nov. 
13 Arten, die über Zentralamerika und die Inseln des Karibischen 
Raumes verbreitet sind, außerdem 4 Arten deren Verbreitung in 
Argentinien und ganz Brasilien liegt. 
Halsschild gleichmäßig kräftig punktiert: 

Seiten des Halsschildes gerundet, konvergieren nach vorne; 
Vorderecken verrundet, nicht abgeschrägt; Oberfläche gleich- 
mäßig gewölbt; antebasaler Quereindruck schwach. 

Stirnfurchen deutlich, ziehen zum Augenhinterrand, Cly- 
peallängs- und Quercarina flach und verhältnismäßig breit. 

Länge 2,6 mm, dunkelbraun mit Bleiglanz. 

Aprea Baly 1877 
Monotypisch: Aprea jansoni Baly (Jamaica). 


Halsschild glatt oder sehr fein punktiert: 
Vorderecken des Halsschildes nicht abgeschrägt: 
Die Punktreihen der Elytren sind zum Teil oder alle doppelt: 


Vorderecken des Halsschildes stumpfwinklig zum Vorderrand 
hin abgebogen; Seiten schmal abgesetzt gerandet; Basis verengt; 
teils undeutlicher antebasaler Quereindruck, der in der Mitte am 
tiefsten ist; die Basis kann in der Mitte etwas nach unten gedrückt 
sein, was eine Erweiterung nach hinten vortäuschen kann. 

Flügeldeckenbasis bedeutend breiter als die des Halsschil- 
des; Basalcalli deutlich. 

Die Antennalcalli werden voneinander durch einen Spalt 
getrennt, nach den Seiten reichen sie bis zu den Augeninnen- 
rändern, nach hinten werden sie von einer waagrechten Quer- 


16 (15) 


17 (14) 


18 (13) 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 945 


furche begrenzt, zum Teil ist diese Begrenzung sehr undeutlich, 
dann ist nur der gegenseitige Begrenzungsspalt sichtbar; Clypeus 
dreieckig. 

Vorderhüfthöhlen hinten offen. 

2,0-4,5 mm lang, gelbbraun, Elytren mit pechbrauner Zeich- 
nung. 

Orodes Jacoby 1891 

Genotypus: Orodes nigropictus Jacoby (Panama) 
4 Arten: 1 Rio Grande do Sul, 1 Brasilien ohne weitere Angaben, 
l Venezuela, 1 Panama. 


Antebasale Querfurche des Halsschildes sehr schwach, meist nur 
durch je einen punktierten Eindruck jederseits der Mitte ange- 
deutet; Seiten regelmäßig gerundet. 

Basis der Elytren wenig breiter als die des Halsschildes, die 
kurze iuxtascutellare Punktreihe ist unregelmäßig und zum Teil 
zu Doppelreihen gereiht, dies kann auch bei den durchgehenden 
Reihen hinter der Mitte erfolgen; Bascalli sind sehr mäßig aus- 
gebildet. 

Antennalcalli groß, sie werden voneinander durch einen 
Spalt und nach hinten von einer kräftigen, stufenartigen Quer- 
furche begrenzt, die jederseits bis an den Augeninnenrand reicht; 
eine eigentliche seitliche Begrenzung der Antennalcalli besteht 
nicht, zum Augeninnenrand hin liegt nur eine flache Senke; der 
Clypeus ist gegen die Stirn sehr geknickt; die schmale Clypeal- 
längscarina ist auf den Raum zwischen den Fühlern beschränkt; 
die kräftigen Fühler (5) überragen die Mitte der Elytren. 

Länge 3,5-4,2 mm; rotbraun; Beine und Fühler schwarz; 
länglich-oval. 

Calliphron Jacoby 1891 
Monotypisch: Calliphron ferrugineum Jacoby (Panama). 
Die Punktierung der Elytren erfolgt in neun sehr feinen ordent- 
lichen Längsreihen: 

Antebasale Querfurche des Halsschildes sehr exakt und deut- 
lich; Seiten gerade und divergieren nach vorne; Basis verengt. 

Elytrenbasis bedeutend breiter als die des Halsschildes; 
Basalcalli sehr kräftig entwickelt. 

Eine 4mm große, metallisch blau gefärbte Art des Genus 

Chorodecta Harold 1875 
Die typischen Vertreter dieses Genus folgen unter Nr. 27. 


Vorderecken des Halsschildes deutlich abgeschrägt: 


ca 
or 


946 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


19 (22) 


20 (21) 


21 (20) 


Basis des Halsschildes in der Mitte nach hinten erweitert daher 
doppelbuchtig: 


Elytren ohne postbasale Querdepression; Balascalli schwach aus- 
gebildet: 

Antebasale Querfurche des Halsschildes scharf ausgeprägt; 
Seitenrand sehr schmal abgesetzt, Seiten nahezu gerade und par- 
allel; Halsschild verhältnismäßig breit, die größte Länge in der 
Mitte verhält sich zur Breite wie 19 : 29, an den Seiten wie 9 : 29. 

Elytrenbasis kaum breiter wie die des Halsschildes, Elytren 
sehr gewölbt. 

Eigentliche Antennalcalli fehlen, an ihrer Stelle leistenför- 
mige Gebilde vor den geraden Frontalfurchen, die vom Hinter- 
ende der Clypeallängscarina zum Augenhinterrand ziehen; dieses 
antennalcalliartige Feld ist weder nach vorne noch nach den Sei- 
ten begrenzt, so daß es bis zum Augeninnenrand reicht; Clypeal- 
längs- und Quercarina vorhanden. Die Antennen filiform und 
knapp auf die Elytrenmitte reichend. 

Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen. 

Dodericrepa Bechyn& 1951 
Genotypus: Crepidodera aenescens Boheman 
3 Arten: Brasilien: 1 Rio de Janeiro, 1 Mato-Grosso, 1 S. Paulo. 


Elytren mit postbasaler Querdepression, sehr gewölbte Basalcalli: 

Antebasale Querfurche des Halsschildes scharf ausgeprägt 
und in den Seitenrand nahe den Hinterecken mündend; nahe den 
Hinterecken kann ein kleines Grübchen liegen, über das die 
Querfurche dann hinwegzieht; sehr gewölbt; Seiten nahezu ge- 
rade und divergieren nach vorne; die größte Länge längs der 
Mitte verhält sich zur Breite wie 26:31, am Seitenrand wie 
16 :31 (Genotypus!). 

Die Elytrenbasis ist breiter wie die des Halsschildes. 

Antennalcalli gewölbt, gut abgesetzt, nur manchmal schlecht 
voneinander geschieden. Clypeallängscarina zwischen den Füh- 
lern schmal, Clypeus lang, dreieckig und gegen die Stirn geknickt. 
Die Antennen reichen etwas über die Mitte der Elytren; das erste 
Glied ist sehr lang, so lang wie die folgenden zwei bis drei zu- 
sammengenommen. 

Vorderhüfthöhlen hinten offen. 

2-3 mm lang, meist braun, aber auch metallisch gefärbt. 

Exoceras Jacoby 1891 

Genotypus: Exoceras facialis Jac. (Panama). 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 547 


22 (19) 


10 Arten: 1 Guadeloupe, 1 Costarica, 1 Panama, 2 Venezuela, 
1 Bolivien, 2 Rio de Janeiro, 1 Santa Catharina, 1 Paranä. 


Basis des Halsschildes in der Mitte nicht nach hinten erweitert, 
nicht doppelbuchtig: 

Halsschildbasis verengt, Seiten nahezu gerade, nach vorne 
divergierend; antebasale Querfurche exakt, nahe den Hinter- 
ecken zur Basis mündend (Abb. 25). 

Elytrenbasis bedeutend breiter als die des Halsschildes; 
Humeral- und Basalcalli gut ausgeprägt. 

Antennalcalli dreieckige, aneinander liegende Gebilde, nach 
hinten waagrecht begrenzt, die Begrenzung teilweise etwas un- 
scharf; Stirnseitenlinien die zum Augenhinterrand ziehen, sind 
nur durch eine flache Mulde angedeutet. Clypeus mit Längs- und 
Quercarina. Die Fühler reichen nicht ganz bis auf die Elytren- 
mitte. 

Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen; Klauen mit Basalanhang: 
a (b) Die Hinterfemora erreichen nicht die Elytrenspitzen; die 
Elytren sind nach hinten nicht auffallend verschmälert, sie 
sind gut gewölbt und fallen erst nahe den Spitzen zu den- 
selben steil ab; die Intervalle erweitern sich auf der hin- 
teren Elytrenhälfte: 
2,8-3,3 mm lang, gelbroter Vorderkörper und metallische 
Elytren, auch ganz metallisch (Abb. 25): 
Piobuckia Bechyn& 1956 


Abb. 25: Habitusbild von 
Piobuckia promecosomoides Bech. (9) 
(Vergrößerung 10 X) 


48 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


d (ce) 


Genotypus: Piobuckia promecosomoides Bechyn& (Rio 
Grande do Sul) 
3 Arten: 1 Rio Grande do Sul, 1 S. Paulo, 1 Bolivien (bei 
letzterer bezweifle ich die Zugehörigkeit zu dieser Gat- 
tung). 
Die Hinterfemora erreichen nahezu die Elytrenspitzen 
oder stehen darüber hinaus; Elytren nach hinten verschmä- 
lert und abgeflacht; die Intervalle verschmälern sich nach 
hinten: 
Unterseite der Hinterfemora mit einer Auswinkelung ver- 
sehen; Tibien auffallend gebogen. 
4,8 mm lang; rotgelb mit dunkelvioletten Elytren: 
Tenosis Clark 1865 
Monotypisch: Tenosis purpureipennis Clark (Rio de Ja- 
neiro) 
Unterseite der Hinterfemora ohne Auswinkelung; Tibien 
nicht auffallend gebogen (Abb. 26). 
2,8-3,5 mm lange Tiere; Vorderkörper rötlich; Fühler, 
Beine, Unterseite und Flügeldecken schwarz, auch das 
ganze Tier schwarz oder metallisch gefärbt, oder das ganze 
Tier braun, teils mit schwarzer Elytrenbasis und Rändern: 
Glenidion Clark 1860 
— Sangaria Harold 1876 syn. nov. 
(Ptinomorpha Harold) 

Genotypus: Glenidion rubronotatum Clark 


Abb. 26: Habitusbild von Glenidion haagi (Harold) 


(Vergrößerung 10 X) 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 549 


27 (26) 


Ca. 12 Arten: Bolivien, Kolumbien, Peru, nördl. Brasilien, 
Venezuela und Mittelamerika. 
Punktierung der Elytren konfus, teils mit Tendenz zur Längs- 
reihung: 
Stirnfurchen fehlen oder sind sehr undeutlich: 
Die Vorderecken des Halsschildes sind deutlich abgeschrägt: 


Seiten des Halsschildes nahezu parallel und sehr schmal geran- 
det; antebasaler Quereindruck seicht und reicht bis zu den Seiten: 

Elytren in unordentlichen, engen Einzel- oder Doppelreihen 
punktiert; Basalcalli vorhanden. 

Vertex verhältnismäßig grob punktiert, diese Punktierung 
kann auch bis auf den Clypeus übergreifen; Antennalcalli nicht 
abgesetzt, nur durch den Mangel einer Retikulierung erkennbar, 
voneinander durch einen feinen Spalt getrennt, nach vorne mit 
dem Clypeus eine einzige Fläche bildend. Die Fühler erreichen 
nicht die Elytrenmitte. 

Vorderhüfthöhlen hinten offen. 

Kleine schmale, 2-38 mm lange, hell- bis dunkelpechbraun 
gefärbte Tierchen. 

Neothona Bechyn& 1955 
Genotypus: Neothona prima Bechyn& 
12 Arten: 1 Rio Grande do Sul mit einer Subspezies in S. Paulo, 
2 Rio de Janeiro, 2 Mato Grosso, 2 Bolivien, 2 Venezuela, 1 Ja- 
maica, 1 Trinidad. 


Seiten des Halsschildes gerade und divergieren nach vorne, Basis 
verengt und deutlich quer eingedrückt: 

Elytrenbasis bedeutend breiter als die des Halsschildes; 
Basalcalli sehr kräftig entwickelt; Punktierung konfus mit Ten- 
denz zur Längsreihung. 

Vertex zerstreut kräftig punktiert; Antennalcalli voneinander 
durch einen kräftigen Spalt getrennt, nach den Seiten nicht, nach 
hinten durch eine feine Furche, die aber auf die Antennalcalli 
selbst beschränkt ist, das heißt nicht nach den Seiten zum Augen- 
innenrand reicht; der Clypeus ist gegen die Stirn geknickt; die 
Stirn sehr breit; die Fühler reichen auf das erste Viertel der 
Flügeldecken. 

Vorderhüfthöhlen hinten offen. 

2,4-4 mm lange verhältnismäßig gut gewölbte kurze For- 
men; ganz metallisch grün oder blau, oder schwarz mit Erzglanz. 


Chorodecta Harold 1875 


90 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


30 (29) 


Genotypus: Chorodecta coarctata Harold (Kolumbien) 
4 Arten: 1 Kolumbien, 1 Peru, 2 Bolivien. 
Dieses Genus ist wegen der Vorderecken des Halsschildes 
unter Nr. 34 nochmals aufgeführt. 
Die Vorderecken des Halsschildes sind nicht abgeschrägt: 


Kopf grob punktiert, vor allem nahe den Augeninnen- und Hin- 
terrändern: 

Seiten des Halsschildes nahezu parallel und gerade; die 
Länge verhält sich zur Breite wie 5 : 6, was bei freier Betrachtung 
einen quadratischen Eindruck hervorruft; antebasaler Querein- 
druck sanft. 

Elytrenbasis bedeutend breiter als die des Halsschildes; 
Basalcalli kaum ausgebildet; Punktierung sehr fein und konfus. 

Antennalcalli gut abgesetzt, etwas viereckig, nebeneinander 
liegend; Clypeallängs- und Quercarina breit, zusammen T-för- 
mig; von der Seite gesehen Clypeus gegen die Stirn nur schwach 
gebogen. Die Fühler erreichen nicht die Elytrenmitte. 

Vorderhüfthöhlen hinten offen. 

4,5-7 mm lang, schwarz, Elytren mit gelben Längs- oder 
Querbinden. 

Agasicles Jacoby 1904 
Genotypus: Agasicles vittata Jacoby 
3 Arten: 1 Bahia, 1 Amazonas, 1 Brasilien, Argentinien und Peru. 


Kopf nicht auffallend punktiert: 


31 (32) Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen: 


Die Halsschildseiten sind auf der vorderen Hälfte meist stär- 
ker gerundet, was eine Verengung der Basis vortäuscht, die Basis 
ist aber in Wirklichkeit etwas breiter als der Vorderrand; der 
antebasale Quereindruck ist schwach. 

Elytrenbasis bedeutend breiter als die des Halsschildes; kon- 
fus mit Tendenz zur Längsreihung punktiert; Basalcalli schwach. 

Die Antennalcalli werden nur durch den sie trennenden 
Längsspalt deutlich, nach hinten und nach den Seiten ist keine 
Begrenzung vorhanden; irgendwelche Stirnfurchen fehlen voll- 
kommen; neben einer Clypeallängscarina ist meist auch eine 
Quercarina vorhanden; die Fühler reichen bis auf die Elytren- 
mitte. 

3-6 mm große Tiere, meist gelbbraun, auch grün bis schwarz; 
meist ist auf gelbem Elytrengrund eine dunkle Längsstreifung 
vorhanden (Abb. 27). 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 >51 


Systena Melsheimer 1847 
— Prasona Baly 1861 syn. nov. 
Genotypus: Systena blanda Melsh. (USA) 
Mehr als 70 Arten, davon 19 nearktische. 


Abb. 27: Habitusbild von Systena S-littera (L.) 
(Vergrößerung 10 X) 


Bereits Jacoby (Biol. Centr.-Amer. Col. VI, 1, 1880-92 
(1884), p. 321) bezweifelte die Güte der Gattung Prasona und 
führte dann doch die folgenden Unterschiede an: robustere An- 
tennen, besonders bei dem d& Geschlecht und das dritte Fühler- 
glied sei länger als das vierte. Robuster sind die Fühler, da die 
Tiere größer sind und das weitere Merkmal ist auch nicht kon- 
stant. Man läßt sich bei Prasona durch die grüne Farbe täuschen 
und glaubt einen einheitlichen Habitus dieser Arten vor sich zu 
haben. 

Vorderhüfthöhlen hinten offen: 

Halsschild verhältnismäßig breit, knapp doppelt so breit als lang; 
Vorder- und Hinterrand nahezu gleich breit; Seiten gleichmäßig 
gerundet; antebasale Querfurche seicht. 

Antennalcalli schlecht begrenzt; Stirnseitenlinien meist sehr 
undeutlich, das Feld zwischen ihnen und dem Augeninnenrand 
durch Punkte markiert; Clypeus zwischen den Fühlern verhältnis- 
mäßig breit; die Augeninnenränder konvergieren von vorne ge- 
sehen nach hinten. 

Elytrenbasis wenig breiter als die des Halsschildes; Punk- 
tierung konfus mit Tendenz zur Längsreihung; Basalcalli kaum 
ausgebildet. 


2 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


34 (33) 


2-3 mm lange, meist metallisch gefärbte Tierchen, aber auch 
Arten mit schwarzen Elytren und gelben Vorderkörper. 
Genaphthona Bechyn& 1956 
Genotypus: Aphthona jessia Bechyn& 
Ca. 13 neotropische Arten. 


Seiten des Halsschildes gerade und divergieren nach vorne; Basis 
verengt und deutlich quer eingedrückt. 

Elytrenbasis bedeutend breiter als die des Halsschildes; 
Basalcalli sehr kräftig entwickelt; Punktierung konfus mit Ten- 
denz zur Längsreihung. 

2,4-4 mm große, verhältnismäßig gut gewölbte kurze For- 
men; ganz metallisch grün oder blau, oder schwarz mit Erzglanz. 

Chorodecta Harold 1875 
Genotypus: Chorodecta coarctata Harold (Kolumbien). 
4 Arten: 2 Bolivien, 1 Peru, 1 Kolumbien. 

Dieses Genus wurde wegen der Variabilität der Halsschild- 

vorderecken bereits unter Nr. 27 aufgeführt. 


Kopf mit deutlichen Stirnfurchen: 


Antennalcalli quer und bis zum Augeninnenrand reichend, vor 
dem Augeninnenrand liegt höchstens eine schwache Senke; nach 
hinten waagrecht begrenzt: 

Vorderhüfthöhlen hinten offen: 

Halsschild gleichmäßig gewölbt; Vorder- und Hinterrand 
scheinen gleich breit zu sein, in Wirklichkeit ist die Basis breiter; 
Seiten gleichmäßig gerundet und biegen an den Vorderecken et- 
was verrundet zum Vorderrand ein, von der Rundung abgesehen 
einen rechten bis spitzen Winkel zwischen sich einschließend. 

Elytrenbasis etwas breiter als die des Halsschildes; Basal- 
calli sehr schwach ausgebildet (bei den gelben Formen stärker); 
Punktierung konfus, nur bei den gelben Formen ist eine Tendenz 
zur Längsreihung vorhanden (auch gibt es bei diesen auch Unter- 
schiede an den Antennalcalli). 

Clypeus kurz und mit der Längscarina T-förmig; die An- 
tennalcalli reichen bis zum Augeninnenrand und sind nur gegen 
den Augeninnenrand zu etwas mehr punktiert. 

Bis 18 mm große Formen; Kopf und Thorax meist gelb- bis 
rotbraun; Elytren meist metallisch grün oder blau, aber auch 
ganz gelbe Tiere. 

Cacoscelis Chevr. 1843 


Genotypus: Altica marginata Fabricius. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 553 


Mehr als 30 Arten von Brasilien, Paraguay bis Mexiko verbreitet. 
38 (37) Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen: 

Vorder- und Hinterrand des Halsschildes scheinen gleich 
breit zu sein, doch die Basis ist breiter; Seiten bis vor die Mitte 
nahezu gerade und divergierend, dann zu den Vorderecken ein- 
biegend; Vorderecken stumpfwinklig, nicht wie bei dem vorher- 
gehenden Genus verrundet, in der Ecke sitzt lediglich die vordere 
Borstenpore; antebasale Querfurche scharf. 

Elytrenbasis etwas breiter als die des Halsschildes; Basal- 
calli mäßig ausgebildet; Punktierung konfus mit Tendenz zur 
Längs- und Doppelreihung. 

Clypeallängscarina gut, Quercarina schwach ausgebildet. 
Die Fühler reichen knapp auf die Elytrenmitte. 

Auf der Rückenfläche der Tibien befindet sich ein Längskiel. 

Gelbbraun, Elytren metallisch grün, Tibienende und Tarsen 
geschwärzt (Abb. 28). 

Itapiranga Bechyn& 1956 


Abb. 28: Habitusbild von Itapiranga bicolor Bech. 
(Vergrößerung 8 X) 


Monotypisch: Itapiranga bicolor Bechyn& eier Rio Grande 
do Sul). 

39 (36) Die Antennalcalli werden seitwärts durch die Stirnseitenlinien 
begrenzt, ihre hintere Begrenzung zieht nicht waagrecht bis zum 
Augeninnenrand: 


994 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


40 (49) 


41 (42) 


44 (45) 


Antennalcalli Querformat, sie berühren sich mit ihrer kürzesten 
Seite; auch rundliche bis eckige nebeneinanderliegende Gebilde: 
Augeninnenrand etwas ausgerandet, daher die Augen deutlich 
nierenförmig; Augeninnenränder nach vorne auffallend diver- 
gierend: 

Halsschild etwas schmäler als die Flügeldecken; Basis im 
Bereich der Humeralcalli etwas abgeschrägt; Basis leicht quer 
eingedrückt; Seiten leicht gerundet und sehr schmal gerandet, an 
den Vorderecken einfach zum Vorderrand abgebogen, teils sind 
die Vorderecken etwas zahnartig nach den Seiten gerichtet. 

Elytren lang, parallel und meist nur schwach punktiert. 

Stirn sehr breit, Antennalcalli auf die Mitte beschränkt, rund 
bis eckig-rund nebeneinanderliegend, Clypeallängscarina von 
vorne zwischen sie eindringend; Clypeallängs- und Quercarina 
zusammen T- bis Y-förmig. 

Vorderhüfthöhlen hinten offen. 

4-9 mm lang, länglich-oval, Flügeldecken meist gelb mit 
schwarzen Längsstreifen (auch umgekehrt) oder auch das ganze 
Tier metallisch gefärbt; seltener Querstreifen oder beides kom- 
biniert. 

Disonycha Chevrolat 1844 
Genotypus: Crioceris collata Fabricius 
Mehr als 170 Arten, von Nord- bis Südamerika verbreitet. 


Augeninnenrand kaum ausgerandet; Augen rundoval: 


Halsschildseiten vor der Mitte stärker gerundet, so daß die Basis 
verengt erscheint, in Wirklichkeit ist sie breiter als der Vorder- 
rand; ist dies zweifelhaft, dann handelt es sich um über 5 mm 
große Formen: 


Kleine meist 2,5-3 mm, teils bis 4,8 mm lange Formen; meist 
gelblich braun aber auch metallisch gefärbt: 

Die Hinterecken des Halsschildes treten etwas nach der Seite 
heraus; Seiten sehr schmal gerandet und an den Vorderecken ein- 
fach zum Vorderrand hin abgebogen; antebasaler Quereindruck 
sanft. 

Elytrenbasis etwas breiter als die des Halsschildes; Basal- 
calli vorhanden; Punktierung konfus, zum Teil kaum punktiert, 
auch Tendenz zur Längsreihung. 

Antennalcalli Querformat; Clypealquercarina schwach und 
bildet mit der Längscarina ein T-förmiges Gebilde. Die Fühler 
reichen knapp auf die Elytrenmitte. 


45 (44 


46 (43 


47 (48 


) 


) 


en 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 395 


Der Metatarsus der Hinterextremitäten ist länger als die 
folgenden Tarsite zusammengenommen und ist etwas länger als 
ein Drittel der Tibie. Die Vorderhüfthöhlen variieren von offen 
bis geschlossen. 

Varicoxa Bechyn& 1955 
Genotypus: Systena ustulata Harold 
16 Arten: 2 Santa Catarina mit je einer Rasse in Rio de Janeiro 
und Rio Grande do Sul, 1 Paranä, 1 S. Paulo, 2 Rio de Janeiro, 
2 Venezuela, 1 Peru, 1 Kolumbien und Zentralamerika, 1 Ko- 
lumbien und Venezuela, 1 Costa Rica, 2 Guatemala. 


Verhältnismäßig große 5-7 mm lange Tiere; braun oder grün 
gefärbt mit schwarzer Zeichnung, meist Längsstriche auf den 
Elytren: 

Die Hinterecken des Halsschildes treten nach den Seiten 
nicht oder nur unbedeutend heraus; die Vorderecken wirken 
etwas wie aufgesetzt oder zahnförmig nach außen tretend; ante- 
basaler Quereindruck meist sanft. 

Elytrenbasis wenig breiter als die des Halsschildes; Basal- 
calli sind nicht ausgebildet; Punktierung konfus mit Tendenz zur 
Längsreihung. 

Die nebeneinanderliegenden Antennalcalli entsenden nach 
vorne einen Fortsatz, der ohne Unterbrechung in den gewölbten, 
tuberkelförmigen Clypeus übergeht; der Clypeus erweitert sich 
nach vorne dreieckig. Die Fühler reichen knapp auf die Elytren- 
mitte. 

Der Metatarsus der Hinterbeine von normaler Ausbildung; 
die Vorderhüfthöhlen sind hinten geschlossen. 

Disonychodes Bechyn& 1955 
Genotypus: Systena exclamationis Boheman 1859 
l Art mit 3 Rassen: Argentinien, Paraguay und südliches Brasi- 
lien. 


Halsschildseiten gleichmäßig gerundet, Basis nur wenig breiter 
als der Vorderrand: 


Kleine 2-3 mm große, meist metallisch gefärbte Tierchen, aber 
auch Arten mit schwarzen Elytren und gelbem Vorderkörper; 
Körper kurzoval: 

Halsschild verhältnismäßig breit, knapp doppelt so breit als 
lang; antebasale Querfurche seicht. 

Elytrenbasis wenig breiter als die des Halsschildes; Punk- 


996 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


48 (47 


= 


tierung konfus mit Tendenz zur Längsreihung; Basalcalli kaum 
ausgebildet. | 

Die Stirnseitenlinien können sehr undeutlich sein; Antennal- 
calli teils schlecht begrenzt; das Feld zwischen Augeninnenrand 
und Stirnseitenlinie durch Punkte markiert; Clypeus zwischen 
den Fühlern verhältnismäßig breit; die Augeninnenränder kon- 
vergieren von vorne gesehen nach hinten. 

Die Vorderhüfthöhlen sind hinten offen. 

Genaphthona Bechyn& 1956 

Genotypus: Aphthona jessia Bechyn& 
Ca. 13 neotropische Arten. 


Größere 3,5-8 mm lange, metallisch blau, grün oder auch schwarz 
gefärbte Tiere; länglich-oval: 

Seiten des Halsschildes gerundet; die Basis ist etwas breiter 
als der Vorderrand; die antebasale Querfurche verläuft über ein 
sanftes Grübchen zum Seitenrand. 

Elytrenbasis etwas breiter als die des Halsschildes; schwa- 
cher Basalcallus; sehr unordentliche enge Längspunktierung. 

Verhältnismäßig große, dreieckige bis verrundete Antennal- 
calli; die Stirnseitenrinne zieht als kräftige Furche zum Augen- 
hinterrand; Clypeallängs- und Quercarina T-förmig. 

Altica Fabricius 1775 
Genotypus: Chrysomela oleracea L. (Europa) 
Mehr als 50 neotropische Arten, sonst über die ganze Erde ver- 
breitet. 

In dem Genus Altica vereinigen sich die von Bechyne auf- 
gestellten Genera Conococha, Lysathia, Macrohaltica und Deu- 
teraltica. (Bechyne: Beitr. z. Neotrop. Fauna, I, 4, 1959, p. 303 u. 
305. — Pesquisas, Zoologia, nr. 6, 1960, p. 52, 53 u. 55). Im fol- 
genden gebe ich den von Bechyn& (1960) veröffentlichten Schlüs- 
sel in etwas abgeänderter Form wieder. 

1 (2) Ungeflügelte Formen: 
Conococha Bechyne 1958 
Genotypus: Altica blancasi Bechyn& 
2 Arten sind aus Peru bekannt. Conococha parva Bech. ge- 
hört zum Genus Syphraea. 
2 (1) Geflügelte Formen: 
3 (4) Labrum mit mehreren setiferen Punkten ohne fixierte Lage 


und Zahl. Körper über 5 mm: 
Macrohaltica Bechyne 1959 


1 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 5 


49 (40 


) 


50 (51) 


51 (50 


) 


Genotypus: Altica plicata Erichson 

4 (3) Labrum mit 6 setiferen Punkten (jederseits 3 Punkte) in 
einer Querreihe geordnet: 

5 (6) Fühler und Beine robust, auch die vier vorderen Femora 
verdickt, Antennite 2-4 progressiv an Länge zunehmend, 
das ‘erste ungefähr so lang wie die beiden folgenden zu- 
sammengenommen. Vordercoxen getrennt: 

Lysathia Bechyne 1959 
Genotypus: Altica flavipes Boheman 


6 (5) Beine und Fühler grazil, das vierte Antennit so lang wie 
das dritte und so lang wie 1 und 2 zusammengenommen. 
Vordercoxen sich berührend: 

Deuteraltica Bechyn& 1960 
Genotypus: Altica longicornis Jacoby 


Antennalcalli Hochformat spitz- oder stumpfwinklige Dreiecke, 
der Länge nach aneinanderliegend: 


Basis des Halsschildes nahezu so breit wie die der Elytren; Vertex 
runzelig punktiert, vielfach auf der Mitte des Vertex eine Stelle 
unpunktiert: 

Seiten des Halsschildes gleichmäßig gerundet; Oberfläche 
retikuliert und punktiert. 

Elytren retikuliert und konfus punktiert; Basalcalli schwach 
entwickelt. 

Clypeallängscarina schmal und lang, Quercarina weniger 
gut entwickelt; Genae sehr lang. 

Länge 4-10 mm; metallische Elytren und roter Vorderkörper. 

Phrynocepha Baly 1861 
— Hemiphrynus G. Horn 1889 syn. nov. 
Genotypus: Phrynocepha pulchella Baly 
9 Arten, deren Verbreitung bis auf eine (Paraguay!) in Mittel- 
amerika liegt. 

G. Horn (Trans. Amer. ent. Soc. XVI, 1889, p. 200) begrün- 
det das Genus Hemiphrynus, das pulchella als Typus hat, damit, 
daß diese breite tiefgefurchte scharf gerandete Hintertibien hat. 
Die Tibien von Phrynocepha sind jedoch nur schmäler, aber 
ebenso gebaut. 


Basis des Halsschildes stets merklich schmäler als die der Elytren; 
Vertex glatt, höchstens fein, aber nie runzelig punktiert: 


52 (53) Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen: 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


Die Vorderecken des Halsschildes wirken mehr wie aufge- 

setzt als abgeschrägt, die Ecken weisen etwas nach außen; die 
Seiten divergieren nach vorne bis vor die Mitte und biegen dann 
zu den Vorderecken hin ein; Basis quer eingedrückt, der Eindruck 
endet in einem muldenförmigen Eindruck an den Hinterecken; 
Halsschild verhältnismäßig kurz, die Länge verhält sich zur 
Breite ungefähr wie 5: 9. 
Elytrenbasis bedeutend breiter als die des Halsschildes; Basal- 
calli auffallend gewölbt; sehr spärlich und schwach konfus punk- 
tiert; gegen die Spitzen zu ist eine feine, aber auch etwas spär- 
liche Behaarung festzustellen. 

Das Feld zwischen Antennalcalli und Augeninnenrand ist 
tief eingedrückt, so daß die Fühlergelenkpfanne eine wulstartige 
Begrenzung abgibt; Clypeus zwischen den Fühlern schmal und 
flach, erweitert sich nach vorne, plan; von der Seite betrachtet ist 
der Clypeus gegen die Stirn stumpf- bis rechtwinklig geknickt; 
eine Längscarina fehlt. Die Fühler reichen bis auf die Mitte der 
Elytren. 

3—6 mm lange, gelb- bis rotbraune Tiere, meist mit ge- 

schwärzten Tibien und Tarsen (Abb. 29). 
Teresepolisia Bechyn& 1956 
Genotypus: Teresepolisia callosa Bechyn& 
5 Arten, die über die Staaten Rio de Janeiro und S. Paulo ver- 
breitet sind. 


Abb. 29: Habitusbild von Teresepolisia callosa Bech. 
(Vergrößerung 7 X) 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 559 


53 (52) 


534 (1 


DS  q 


55 (80) 
56 (77) 
57 (68) 


58 (65) 
59 (62) 


60 (61) 


Vorderhüfthöhlen hinten offen: 

4—8 mm große, schlanke, verhältnismäßig flache Formen; 
Kopf und Thorax braun; Elytren meist metallisch grün oder blau: 

Thorax schmal, meist nur !/a breiter als lang; Seiten von der 
Basis bis kurz vor die Mitte gerade divergierend, dann nach innen 
zu den Vorderecken einbiegend; antebasaler Quereindruck seicht. 

Elytrenbasis bedeutend breiter als die des Halsschildes; Ely- 
tren parallel; Basalcalli mäßig ausgebildet; Punktierung völlig 
konfus. 

Clypeallängscarina lang; die Antennen reichen über die 
Mitte der Elytren. 

Der Metatarsus der Hinterextremitäten ist länger als die 
folgenden Tarsite zusammengenommen und !/s so lang wie die 
Tibie. 

Acanthonycha Jacoby 1891 
Genotypus: Pelonia elegantula Jacoby 
Mehr als 60 Arten: verbreitet über ganz Brasilien, Bolivien, Peru, 
Kolumbien, Venezuela und Mittelamerika. 
Die antebasale Thoraxquerfurche wird seitlich durch ein Längs- 
fältchen begrenzt, beziehungsweise sie mündet zur Basis oder 
verebbt nach den Seiten: | 


Die Halsschildbasis ist in der Mitte nach hinten erweitert, daher 
doppelbuchtig: 


Die Punktierung der Elytren erfolgt in neun Längsreihen, die 
marginale und kurze iuxtascutellare nicht mitgezählt: 


Die Vorderecken des Halsschildes sind nicht abgeschrägt: 
Die Basalcalli auf den Elytren sind sehr deutlich: 


Antennalcalli schmale Leisten und divergieren schräg nach hin- 
ten, sie stoßen nicht aneinander, an ihrem Vorderende dringt die 
Clypeallängscarina zwischen sie ein: 


Seiten des glatten Halsschildes gleichmäßig gerundet; Halsschild 
1,5 mal so breit wie lang. 

Flügeldeckenbasis so breit wie die des Halsschildes; Basal- 
calli gut ausgebildet, auf ihnen sind die Punktreihen etwas ver- 
blaßt. 

Die schmalen leistenförmigen Antennalcalli liegen vor den 
geraden Frontalfurchen, die zum Augenhinterrand ziehen; Stirn 
und Vertex glatt; Clypeallängs- und Quercarina T-förmig; die 
Fühler erreichen nur die Flügeldeckenbasis. 


960 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


61 (60) 


62 (59) 


63 (64) 


Vordertibien bei den ö 6 sehr auffallend erweitert; Vorder- 
hüfthöhlen hinten geschlossen. 
2,2 mm große pechbraune Formen mit Bleiglanz und rot- 
braunen Beinen. 
Yungaltica Bechyn& 1959 
Monotypisch: Yungaltica schindleri Bechyn& (Bolivien) 


Seiten des Halsschildes gerade bis etwas gerundet; Halsschild 
nur um !/s breiter als lang, daher mit freiem Auge quadratisch 
wirkend; die antebasale Querfurche wird nach den Seiten von 
einem scharfen Längsfältchen begrenzt, läuft aber in geminderter 
Form darüber hinweg bis zum Seitenrand. 

Flügeldeckenbasis bedeutend breiter als die des Halsschil- 
des; Basalcalli gut ausgebildet; Intervalle zum Teil sehr gewölbt, 
vor allem die von den Humeralcalli nach hinten ziehenden; Ely- 
tren verhältnismäßig lang und schmal. | 

Vom Hinterende der Clypeallängscarina ziehen scharfe 
Frontalfurchen zum Augenhinterrand, deren Vorfelder leisten- 
artige Antennalcalli vortäuschen; diese beiden Frontalfurchen 
schließen in ihrem Berührungspunkt zum Teil eine wulstartige 
Erhöhung ein. 

Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen. 

Ca. 2 mm lange metallische Formen. 

Diosyphraea Bechyn& 1959 
Genotypus: Diosyphraea heikertingeri Bechyne& 
Ca. 9 Arten: Bolivien und Peru. 


Antennalcalli verhältnismäßig breit, nebeneinanderliegend, sich 
gegenseitig berührend, die Clypeallängscarina dringt nur an 
ihren Vorderenden zwischen sie ein; Stirnseitenlinien tief, die 
zum Augenhinterrand ziehen: | 

Seiten des Halsschildes gerundet; Flügeldeckenbasis kaum 
breiter als die des Halsschildes; Basalcalli gut ausgeprägt, auf 
ihnen sind die Punktreihen etwas verblaßt. 

Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen; die Vordertibien sind 


bei den 6 ö erweitert. 


Ca. 4,5 mm große pechfarbene Formen mit rotbraunen Extremi- 
täten. Die Clypealquercarina trägt nach vorne zwei zahnartige 
Fortsätze, die über das Labrum reichen: 
Marcapatia Bechyne 1958 
Genotypus: Crepidodera longicornis Jacoby (Peru) 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 >61 


64 (63) 


65 (58) 


66 (67) 


67 (66) 


Zu dieser bisher monotypischen Gattung gehört auch Crepi- 
dodera inflatipes Bechyne& aus Santa Catarina. 
Ca. 3,5—6 mm große gelb- bis rotbraune Formen, teils mit 
dunkler Zeichnung. Die Clypealquercarina trägt nach vorne keine 
Fortsätze, die über das Labrum reichen: 

Psilapha Clark 1865 

Genotypus: Psilapha flava Clark (Kolumbien) 
7 Arten, die ihren Platz zum Teil in einem anderen Genus haben 
dürften. 4 Chile, 1 Kolumbien, 1 Peru (letztere zwei mit deut- 
lichen Gattungsmerkmalen), 1 Argentinien. 


Die Basalcalli auf den Elytren sind sehr schwach ausgebildet, 


kaum zu erkennen: 


Die antebasale Querfurche zieht seitlich nicht über das Längs- 
fältchen zum Seitenrand: 

Halsschildseiten gerundet; Halsschild verhältnismäßig breit, 
die Länge verhält sich zur Breite wie 3 : 5; Oberfläche glatt. 

Flügeldeckenbasis kaum breiter als die des Halsschildes. 

Antennalcalli nach hinten divergierend, nach vorne meist 
vom Clypeus wenig geschieden; Stirnfurchen zum Augenhinter- 
rand ziehend. Die filiformen Fühler erreichen nicht die Flügel- 
deckenmitte. 

Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen. 

3—4 mm große, rotbraune Tiere. 

Stegnea Baly 1879 
Genotypus: Stegnea nigripes Baly (Peru) 

In diese bisher monotypische Gattung gehören einige unter 
Crepidodera und die unter Asiorestia beschriebenen neotro- 
pischen Arten. Vergleiche Bechyne: Beitr. z. neotrop. Fauna, I, 4, 
1959, p. 319. 

Stegnea nigripes Baly 1879 = Crepidodera alwina Bechyne 
1955 syn. nov. 


Die antebasale Querfurche des Halsschildes zieht seitlich über 
das Längsfältchen hinweg bis zum Seitenrand: 

Halsschild sehr gewölbt; Seiten gleichmäßig gerundet und 
nach vorne etwas konvergierend; die Länge verhält sich zur 
Breite ungefähr wie 5 : 6. 

Elytrenbasis so breit wie die des Halsschildes. 

Das Feld, das Antennalcalli vortäuscht, zieht seitwärts bis 
zum Augeninnenrand, es trägt manchmal einen seichten Ein- 
druck, so daß Antennalcalli vorgetäuscht werden können. Cly- 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 36 


62 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


68 (57) 
69 (70) 


70 (69) 


ae 


) 


peallängscarina schmal, meist ist eine Quercarina vorhanden; die 
Fühler reichen ungefähr bis auf die Elytrenmitte. 

Meist kleine 2,5—6 mm lange Formen, oval, gewölbt, in sich 
geschlossene Tiere, vielfach gelbroter Kopf und Thorax mit me- 
tallischen Elytren, auch ganz metallisch gefärbt, selten ganz 
braune Tiere. 

Wenige Syphraea-Arten mit neun Punktreihen auf den Ely- 
tren, der größte Teil der Arten ist konfus mit einer Tendenz zur 
Längsreihung punktiert. 

Syphraea Baly 1876 
Genotypus: Syphraea pretiosa Baly 
Mehr als 100 Arten, über Süd- und Mittelamerika verbreitet. 


Die Vorderecken des Halsschildes sind deutlich abgeschrägt: 


Flügeldecken dicht behaart: 

Seiten des Halsschildes leicht gerundet; Halsschild meist 
kräftig punktiert. 

Flügeldeckenbasis nur wenig breiter als die des Hals- 
schildes; die Behaarung ist zumindest an den Seiten und Spitzen 
feststellbar; Basalcalli wenn vorhanden, nur mäßig ausgebildet. 

Eigentliche Antennalcalli, wie auch bei den folgenden drei 
Genera, nicht vorhanden, sie werden nur durch den Vorderrand 
der geraden Frontalfurchen vorgetäuscht; Clypeallängs- und 
Quercarina T-förmig. Die Fühler überragen meist das erste Drit- 
tel der Flügeldecken. 

Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen. 

Kleine 2—-3 mm große, länglich-ovale, braun bis schwarze 
Tiere mit heller Behaarung. 

Epitrix Foudras 1859 
Genotypus: Epitrix atropae Foudras (Europa). 
Über die ganze Erde verbreitet. 


Flügeldecken nicht dicht behaart: 

Ovale kleine 1,5—3 mm lange Formen. Halsschild breit und 
sehr gewölbt, Seiten leicht gerundet bis gerade. Elytrenbasis 
nicht breiter als die des Halsschildes, Elytren stark gewölbt; 
eigentliche Antennalcalli fehlen, sie werden nur von dem Vorder- 
rand der exakten Frontalfurchen vorgetäuscht. 


Clypeallängs- und Quercarina zusammen T-förmig; Basalcalli 
auf den Elytren kaum ausgebildet: 


72 (73) Halsschild glatt oder mikroskopisch fein retikuliert, daher matt 


73:(72) 


Ace) 


75 (76) 


77 (56) 


78. (79) 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 963 


erscheinend, doch nie punktiert; antebasale Thoraxquerfurche 
stets sehr exakt. 
Flügeldecken stark gewölbt und gerundet, nach hinten sich 
nicht verjüngend. 
Margaridisa Bechyn& 1958 
Genotypus: Crepidodera flavescens Baly 1876 
8 Arten: 2 Santa Catarina, 1 Mato-Grosso, 2 Venezuela, 1 Nicara- 
gua, 1 Mexiko. 
Halsschild kräftig punktiert, vielfach mit etwas länglichen Punk- 
ten; die antebasale Querfurche kann zwischen den exakten 
Längsfältchen nur ein sehr schwacher Eindruck sein, dieser kann 
auch fehlen. 
die Flügeldecken verjüngen sich nach hinten. 
Klein 1,3—2,2 mm lange, dunkelpechbraun bis schwarze 
Tierchen mit rotbraunen Extremitäten. 
Minotula Weise 1924 
Genotypus Minotula nitens Weise 
3 Arten auf den Juan Fernandez Isl. endemisch. 
Clypealquercarina fehlend, Längscarina verdickt; Basalcalli auf 
den Elytren deutlich: 
Clypeallängscarina zwischen den Fühlern breit, sich nach vorne 
verjüngend; Halsschild kaum punktiert: 
Hermenegilda Bechyne 1958 
Genotypus: Hermenegilda clypeata Bechyn& 
2 Arten: 1 Rio de Janeiro, 1 S. Paulo. 


Clypeallängscarina sich nach vorne dreieckig erweiternd; Hals- 

schild deutlich punktiert; vielfach metallische Formen: 
Acallepitrix Bechyn& 1959 

Genotypus: Chalcoides erichsoni Jacoby 

Ca. 40 Arten, deren Verbreitung in Süd- und Zentralamerika 

liegt. 

Elytren konfus, teils mit Tendenz zur Längsreihung punktiert, 

auch sehr enge Längsreihen treten auf, doch stets mehr als neun: 


Antebasale Thoraxquerfurche schwach, aber sehr exakte und 
deutliche Längsfältchen als seitliche Begrenzung, über die die 
Furche nicht hinausragt; Elytren sehr breit und ohne Rand; die 
Epipleuren stark nach innen oben umgeschlagen, so daß die Ely- 
tropleuren von unten betrachtet sehr scharf sind; die Elytren sehr 
an die von Cassiden erinnernd; Anitennalcalli sehr deutlich, nur 


miteinander und mit der Clypeallängscarina etwas verschmolzen: 


964 


79 (78) 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


Vorderecken des Halsschildes verrundet, etwas zahnförmig 
nach den Seiten hervortretend; Seiten leicht gerundet und nach 
vorne konvergierend; verhältnismäßig breit, die Länge verhält 
sich zur Breite wie 5:9. 

Elytrenbasis so breit wie die des Halsschildes; Basalcalli 
äußerst schwach; die Punktierung erfolgt in engen Längsreihen. 

Stirnseitenlinien tief und ziehen zum Augenhinterrand; An- 
tennalcalli nach den Seiten und hinten gut abgesetzt; die Cly- 
peallängscarina verjüngt sich nach vorne etwas, eine Quercarina 
ist nicht vorhanden. Die Fühler reichen auf das erste Drittel der 
Flügeldecken. 

Vorderhüfthöhlen hinten offen; Prosternalfortsatz schmal. 

Etwas über 5 mm lange rundovale Tiere von gelbbrauner 
Farbe mit pechbraunen Flecken auf Kopf, Halsschild und Elytren. 

Parecynovia Bechyn& 1958 
Monotypisch: Parecynovia expulsa Bechyn& (Rio Grande do Sul) 


Antebasale Thoraxquerfurche scharf und deutlich, seitlich von 
Längsfältchen begrenzt, über das sich jedoch die Querfurche bis 
zum Seitenrand fortsetzt; Elytren stark gewölbt und deutlich ge- 
randet, die Epipleuren stehen ungefähr horizontal; Antennalcalli 
fehlen, sie werden nur durch den Vorderrand der Frontalfurchen 
vorgetäuscht; Stirnseitenlinien fehlen: 

Halsschild sehr gewölbt; Seiten gleichmäßig gerundet und 
nach vorne etwas konvergierend; Vorderecken nur selten deutlich 
abgeschrägt, doch liegt die vordere Borstenpore am Seitenrand 
noch vor den Vorderecken, wenn die Schrägung nicht ausgeprägt 
ist (von hinten betrachtet); die Länge verhält sich zur Breite un- 
gefähr wie 5: 6. 

Elytrenbasis so breit wie die des Halsschildes; Punktierung 
konfus mit einer Tendenz zur Längsreihung (nur wenige Arten 
mit neun Punktreihen); Basalcalli nur mäßig ausgebildet. 

Das Feld, das Antennalcalli vortäuscht, vor den Frontalfur- 
chen gelegen, zieht seitwärts bis zum Augeninnenrand und trägt 
manchmal einen seichten Eindruck, so daß Antennalcalli vorge- 
täuscht werden können; Clypeallängscarina schmal, meist ist eine 
Quercarina vorhanden; die Fühler reichen ungefähr bis auf die 
Elytrenmitte. 

Vorderhüfthöhlen hinten offen; Prosternalfortsatz gerandet 
und zwischen den Hüften breit. 

Meist kleine 2,5—6 mm lange, ovale, gewölbte, in sich ge- 


1 80 (55) 


[ 
} 
| 


> 


82 (83) 


83 (82) 
84 (85) 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 565 


schlossene Tiere, vielfach gelbroter Kopf und Thorax mit metal- 
lischen Elytren, auch ganz metallisch gefärbt, selten ganz braune 
Tiere. 

Syphraea Baly 1876 
Genotypus: Syphraea pretiosa Baly 
Mehr als 100 Arten: über Süd- und Mittelamerika verbreitet. 
Die Halsschildbasis ist in der Mitte nicht nach hinten erweitert, 


daher nicht doppelbuchtig: 


ı 81 (88) Fühler so lang oder länger als der Körper: 


Vorderecken des Halsschildes deutlich abgeschrägt; Seiten nahe- 
zu gerade und parallel; die Breite verhält sich zur Länge unge- 
fähr wie 7 : 5; antebasale Querfurche nicht sehr exakt. 

Flügeldeckenbasis wenig breiter als die des Halsschildes, die 
Elytren erweitern sich etwas nach hinten, Basalcalli deutlich; 
Elytren verhältnismäßig lang. 

Antennalcalli aneinanderliegend, zusammen ein erhöhtes 
gleichseitiges Dreieck bildend, dessen eine Spitze vor dem Hin- 
terende der Clypeallängscarina liegt; hinter den Antennalcalli 
liegt eine weitere Callosität; Stirnfurchen sind kaum vorhanden; 
Clypeallängscarina auf eine tuberkelförmige Erhabenheit zwi- 
schen den Fühlern reduziert; Clypeus dreieckig und vollkommen 
glatt. Glied eins der Fühler sehr lang, bedeutend länger als Glied 
zwei und drei zusammengenommen. 

Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen. 

2,5—3 mm lange, verhältnismäßig schmale gelbbraune Tier- 
chen. 

Stenophyma Baly 1877 
Genotypus: Stenophyma elegans Baly (Brasilien ohne weitere 
Angaben). Eine weitere Art ist ebenfalls aus Brasilien bekannt 
(Parä: Amazonas, Taracua und Belem). 


Vorderecken des Halsschildes nicht abgeschrägt: 


Sehr kompakte, gewölbte, rundovale Formen; sieht man von den 
Hinterfemora ab, dann mehr an Chrysomela erinnernd: 

Stirn breit, mehr als 1,5 mal so breit wie ein Augenquerdia- 
meter; der Vorderrand des Clypeus wulstartig, der eigentliche 
Clypeus flach, auch zwischen den Fühlern und hier verhältnis- 
mäßig breit; von dieser zwischen den Fühlern breiten Clypeal- 
längscarina zieht sich eine nach hinten erweiternde Längscarina 
über die Stirn, zu deren Seiten die verrundeten Antennalcalli 
liegen; letztere werden seitlich von nicht sehr kräftigen Stirnsei- 


566 


85 (84) 
86 (87) 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


tenlinien begrenzt; die schlanken Fühler reichen bis auf die 
Elytrenspitzen. 

Seiten des großen und breiten Halsschildes gerundet und 
nach vorne etwas konvergierend; die Breite verhält sich zur 
Länge wie 9:5; vor der Mitte der Basis befindet sich ein kurzer 
Quereindruck. 

Elytrenbasis nicht breiter als die des Halsschildes; Humeral- 
calli normal, Basalcalli mäßig ausgebildet; die feine Punktierung 
(Genotypus!) ist in mehr oder weniger ordentlichen neun durch- 
gehenden Längsreihen ausgebildet, was nur bei Betrachtung von 
der Seite sichtbar ist, von oben sieht es eigenartigerweise nach 
einer konfusen Punktierung aus. 

Die Vorderhüfthöhlen sind hinten geschlossen; sehr lang 
sind die Hinterfemora und Tibien, erstere überragen die Elytren- 
spitzen. 

Gelbrot mit metallischen oder schwarzen Elytren; Länge des 
Genotypus 7,2 mm. 

Caloscelis Clark 1865 


Genotypus: Caloscelis azureipennis Clark (Parä) 
3 Arten: Brasilien, Peru, Mexiko. 


Formen von schmälerem Habitus: 


Elytren mit neun durchgehenden Punktreihen: 

Seiten des Halsschildes auf der vorderen Hälfte etwas mehr 
gerundet, so daß die Basis etwas verengt erscheint; die Breite 
verhält sich zur Länge ungefähr wie 3:2; antebasale Quer- 
furche sehr exakt und tief, endet seitlich kurz vor den Hinter- 
ecken; Oberfläche glatt. 


Flügeldeckenbasis etwas breiter als die des Halsschildes; Ba- 
salcalli mäßig; Elytralpunktierung sehr exakt. 

Antennalcalli sehr stark gewölbt, nach hinten nahezu waag- 
recht begrenzt, diese Begrenzungsfurche zieht zum Augenhinter- 
rand; die seitliche Begrenzung der Antennalcalli bildet nur ein 
Eindruck; der dreieckige Clypeus ist gegen die Stirn sehr ge- 
knickt; die Fühler reichen bis auf die Elytrenspitzen, die ersten 
Antennite sind bedeutend länger und kräftiger als die äußeren. 

Vorderhüfthöhlen hinten offen. 


3,6 mm lang, gelbroter Kopf und Thorax, metallisch blaue 


oder pechfarbene Elytren. 
Mesodera Jacoby 1885 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 967 


87 (86 


— 


Genotypus: Mesodera fulvicollis Jacoby (Guatemala) 
2 Arten: 1 Guatemala, 1 Mexiko. 
Elytren konfus punktiert: 

Seiten des Halsschildes nahezu gerade; Halsschild verhält- 
nismäßig kurz und breit, genau doppelt so breit als lang; an- 
tebasale Querfurche des Halsschildes wenig exakt, wird seitlich 
nach vorne gezogen, so daß sie von hinten betrachtet einem sehr 
flachen V ähnelt. 

Flügeldeckenbasis wenig breiter als die des Halsschildes; 
Basalcalli mäßig ausgebildet, Humeralcalli gut. 

Antennalcalli nicht sehr gut abgesetzt, nebeneinanderlie- 
gend; Stirnseitenlinien sehr schwach; Augen groß, etwas nieren- 
förmig; Clypeus dreieckig, Längscarina nur angedeutet. Fühler 
lang und dünn, überragen die Elytren. 

Vorderhüfthöhlen hinten offen; Hinterfemora stark verdickt. 

4,3 mm lang; gelb mit zwei schwarzen Makeln auf jeder 
Flügeldecke. 

Megasus Jacoby 1884 
Monotypisch: Megasus bimaculatus Jacoby (Guatemala). 


Die Fühler überragen höchstens die Mitte der Elytren: 


Auf den Elytren befinden sich neun durchgehende Punktreihen, 
die marginale und kurze iuxtascutellare Reihe nicht mitgezählt: 


Vorderecken des Halsschildes deutlich abgeschrägt; Elytren dicht 
behaart: 

Seiten des Halsschildes gerundet; Oberfläche teils stark 
punktiert aber auch glatt; antebasale Querfurche sehr exakt. | 

Flügeldeckenbasis breiter als die des Halsschildes; Basal- 
calli mäßig; der Vorderrand der Frontalfurchen durch die Punk- 
tierung vor dem Augeninnenrand als Antennalcalli markiert, sie 
bilden daher tropfenförmige Gebilde, ihren Fortsatz zum Augen- 
hinterrand entsendend; Clypeallängs- und Quercarina T-förmig. 

Vorderhüfthöhlen hinten offen, Prosternalfortsatz verhält- 
nismäßig breit. 

1,8-3,8 mm lange Formen; meist gelber Vorderkörper und 
metallische oder schwarze Flügeldecken, auch ganz metallische 
Formen. 

Trichaltica Harold 1876 

Genotypus: Trichaltica denticollis Harold 
Mehr als 30 Arten: von Argentinien bis USA verbreitet. 
Brasilien: Rio Grande do Sul 1, Santa Catarina 2, Rio de Janeiro 


968 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


95 (94) 


3, Rio de Janeiro und Minas Gerais 1, Goias 1, Mato Grosso 1 
und 1 Rasse, Rio Grande do Norte 3 und 1 Rasse, Amazonas ]; 
Argentinien 3; Uruguay 1; Bolivien 4; Ecuador 1; Peru 1; Ko- 
lumbien 1; Venezuela 1; Kolumbien und Panama 1; Mittelame- 
1ka22 USA 


Vorderecken des Halsschildes nicht abgeschrägt; Elytren nicht 
oder nur sehr wenig behaart: 


Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen: 
Halsschild sehr fein oder nicht punktiert: 


Seiten des Halsschildes stark gerundet, nach vorne etwas kon- 
vergierend, was jedoch dem freien Auge nicht auffällt; antebasale 
Querfurche exakt und nahe den Hinterecken in die Basis mün- 
dend. 

Elytrenbasis auffallend breiter als die des Halsschildes; Ba- 
sal- und Humeralcalli deutlich; die einfachen Punktreihen sind 
auf der hinteren Hälfte gestört. 

Die verhältnismäßig schmalen Antennalcalli werden seitlich 
von sehr tiefen Stirnseitenlinien begrenzt; die zwar nicht sehr 
großen Augen treten seitlich nahezu halbkugelig hervor; Clypeal- 
längscarina schmal, eine Quercarina ist kaum vorhanden. 

Hinterfemora nicht stark verdickt. 

Rotbraun, hintere Elytrenhälfte schwarz; Antennen ab Glied 
zwei bis drei, Tarsen, Tibien, die Femora zum Teil schwarz; 
Länge 4,4 mm. 

Eugoniola Csiki 1940 
(Eugonia Baly 1879) 


Monotypisch: Eugonia dimidiatipennis Baly (Peru) 


Seiten des Halsschildes schwach gerundet, nach vorne etwas kon- 
vergierend; antebasale Querfurche nicht sehr exakt. 

Flügeldeckenbasis auffallend breiter als die des Halsschildes; 
Basalcalli mäßig; die durchgehenden Punktreihen können manch- 
mal etwas gestört sein. 

Antennalcalli groß, nebeneinander liegend, voneinander 
durch einen Spalt getrennt; Stirnseitenlinien ziehen zum Augen- 
hinterrand; Clypeallängscarina schmal, mit Quercarina; die Füh- 
ler überragen die Mitte der Elytren. 

Hinterfemora verhältnismäßig schlank. 

Farbe gelb, schwarze Flügeldeckennaht, zum Teil schwarze 
Flecken auf dem Thorax und schwarzer Vertex; Beine und Un- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 569 


96 (93) 


97 (92 


Nr 


98 (99) 


terseite meist schwarz, ebenso vielfach die Mundwerkzeuge; 


Länge 4—5,5 mm: 


Iphitrea Baly 1864 
Genotypus: Iphitrea limbata Baly 
8 Arten: 1 Bolivien, 1 Bolivien und Peru, 1 Peru, 2 Kolumbien, 
1 Kolumbien und Venezuela, 1 Venezuela, 1 Mittelamerika. 


Halsschild grob punktiert: 

Halsschild auf der vorderen Hälfte etwas stärker gerundet, 
so daß die Basis verengt erscheint, in Wirklichkeit ist sie etwas 
breiter; der Halsschild ist nahezu doppelt so breit als lang 
(32 : 17); die antebasale Querfurche sehr schwach, die sie begren- 
zenden Längsfältchen etwas deutlicher. 

Elytrenbasis etwas breiter als die des Halsschildes; Basal- 
und Humeralcalli deutlich; Längsreihen sehr exakt. 

Antennalcalli kaum begrenzt, voneinander teils durch einen 
feinen Spalt, aber als Callosität gut erkennbar; Stirnfurchen feh- 
len; Clypeus gegen die Stirn sehr geknickt; Kopf wie der Hals- 
schild grob punktiert. An den Fühlern der 565 sind die Anten- 
nite 1—5 sehr vergrößert. 

2,5—2,6 mm lang; pechschwarz gefärbt, Beine (die Hinter- 
femora ausgenommen) und die Fühlerglieder 1—5 gelbbraun. 
Erinnert auf den ersten Blick an das Genus Epitrix. 

Suetes Jacoby 1891 
Monotypisch: Suetes niger Jacoby (Mexiko) 


Vorderhüfthöhlen hinten offen: 


Vorderecken des Halsschildes nicht zahnförmig nach der Seite 
heraustretend: 

Eine gelbbraune Art, etwas über 8 mm lang, Beine und Füh- 
ler schwarz. 

Seitenrand des Halsschildes etwas abgesetzt, schwach ge- 
rundet; antebasale Querfurche exakt aber wenig tief; die Breite 
verhält sich zur Länge wie 3:2. 

Flügeldeckenbasis bedeutend breiter als die des Halsschil- 
des; Elytren schmal und lang, genau doppelt so lang wie breit; 
Basalcalli mäßig; die Längspunktierung teils etwas aus der Reihe 
tanzend. 

Hinter den nebeneinanderliegenden Antennalcalli liegt eine 
bogenförmige Callosität; eine seitliche Begrenzung der Antennal- 
calli ist nur durch eine schwache Senke angedeutet; eine Clypeal- 


970 


99 (98) 


100 (101) 


101 (100) 


102 (108) 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


längscarina ist tuberkelförmig zwischen die Fühler beschränkt; 
Clypeus quer eingedrückt. 

Aphanocera Jacoby 1884 
Monotypisch: Aphanocera fulveola Jacoby (Panama) 
Vorderecken des Halsschildes zahnförmig nach den Seiten her- 
austretend: 


Der Seitenrand des Halsschildes flach bis rinnenartig abgesetzt: 

Die Punktierung der Elytren erfolgt in Doppelreihen, meist 
auf chagriniertem Grund, teils sind die Intervalle leistenförmig 
gewölbt; Basalcalli nicht immer deutlich; Seiten teils gerundet, 
auch nach hinten erweitert, aber auch nahezu parallel; die Basis 
wenig breiter als die des Halsschildes. 

Die antebasale Querfurche des Halsschildes meist sehr exakt 
und scharf geprägt, doch gibt es auch einige Arten mit schwacher 
Querfurche; die abgesetzten Seiten leicht gerundet und nach 
vorne konvergierend. 

Die großen Antennalcalli werden seitlich nur durch einen 
Eindruck begrenzt, nach hinten und voneinander sehr scharf ab- 
gesetzt; Clypeallängs- mit Quercarina. 

Vorderhüfthöhlen hinten noch offen. 

Meist 6—7 mm (auch 4 mm) lang und metallisch blau; auch 
Arten mit rotem Vorderkörper, ganz braun oder auch metallisch 
grün. 

Chlamophora Chevrolat 1843 
Genotypus: Chlamophora clypeata Clark (Bras.: Rio de Jan.) 
Ca. 20 Arten, die alle ihre Verbreitung im Süden Brasiliens ha- 
ben, zum Teil noch Argentinien, die von Jacoby aus Panama be- 
schriebene Art, dürfte in ein anderes Genus gehören. 


Der Seitenrand des Halsschildes ist nicht flach bis rinnenartig 
abgesetzt: 

Die verhältnismäßig schmalen Antennalcalli divergieren nach 
hinten und werden seitlich von den Stirmseitenlinien begrenzt; 
die Stirnseitenlinien können auch nur durch eine feine Punktreihe 
angedeutet sein; auf dem dreieckigen Clypeus ist meist keine 
Quercarina ausgebildet, die Längscarina verebbt nach vorne. Die 
Fühler reichen auf die vordere Flügeldeckenhältte. 

Seiten des Halsschildes schwach gerundet und konvergieren 
sehr wenig nach vorne; antebasale Querfurche sehr exakt und 
scharf, die sie nach den Seiten begrenzenden Längsfältchen sehr 
kräftig. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 571 


103 (102) 


Flügeldeckenbasis wenig. breiter als die des Halsschildes; 
Basalcalli sehr deutlich; die neun durchgehenden Punktreihen 
sind bei einigen Arten sehr reduziert. 

Vorderhüfthöhlen hinten offen. 

2,5—o mm lange Tiere, gelber Vorderkörper mit metal- 
lischen Elytren oder auch ganz metallisch gefärbt. 

Diphaulaca Chevrolat 1849 
Genotypus: Altica aulica Olivier (Mexiko bis Kolumbien und 
Guyana) 
Mehr als 50 Arten: Süd- und Mittelamerika. 


Die verhältnismäßig breiten Antennalcalli werden nach hinten 
nahezu waagrecht begrenzt; Stirnseitenlinien fehlen, an ihrer 
Stelle liegt eine flache Mulde; die Clypeallängscarina verebbt 
nach vorne auf dem dreieckigen Clypeus, eine Quercarina ist 
selten vorhanden. 

Seiten des Halsschildes leicht gerundet, nach vorne etwas 
konvergierend; antebasale Querfurche sehr exakt. 

Flügeldeckenbasis kaum breiter als die des Halsschildes; die 
Punktierung erfolgt in neun Doppelreihen oder seltener in Ein- 
fachreihen; Basalcalli deutlich ausgebildet; vor allem auf der api- 
kalen Abwölbung mit zerstreut stehenden feinen Härchen be- 
standen. 

Vorderhüfthöhlen hinten offen. 


Abb. 30: Habitusbild von Plectotetra clarki Baly 
(Vergrößerung 8 X.) 


972 


104 (89) 


105 (106) 


106 (105) 
107 (110) 


108 (109) 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


3,5—0 mm lange Formen; gelber Vorderkörper und metal- 
lisch gefärbte Elytren (Abb. 30): 

Plectotetra Baly 1862 
Genotypus: Plectotetra clarki Baly 
16 Arten, deren Verbreitung in Mittelamerika liegt. 
Elytren konfus, zum Teil mit Tendenz zur Längsreihung punk- 
tiert: 
Flügeldecken grob charginiert, auf jeder Flügeldecke vier Längs- 
leisten; eigentliche Humeralcalli fehlen, an ihrer Stelle laufen die 
äußeren zwei Längsleisten zusammen: 

Vorderecken des Halsschildes rechtwinklig; Seiten mäßig ge- 
rundet; Oberfläche fein chagriniert; antebasale Querfurche 
scharf. 

Flügeldeckenbasis nicht breiter als die des Halsschildes, die 
Flügeldecken verbreitern sich aber zur Mitte sehr. 

Die Antennalcalli divergieren etwas nach hinten, ihre seit- 
liche Begrenzung ist scharf, diese zieht als deutliche Stirnseiten- 
linie zum Augenhinterrand; die Clypeallängscarina verläuft auf 
dem Clypeus, eine Quercarina ist nicht vorhanden. Die Fühler 
reichen über die Mitte der Elytren. 

Vorderhüfthöhlen hinten offen. 

7—8 mm lang, metallisch grün. 

Rhypetra Baly 1875 
Monotypisch: Rhypetra costata Baly (Kolumbien, Bolivien) 
Flügeldecken stets ohne diese vier Längsleisten: 
Die Flügeldecken, meist auch das ganze übrige Tier, chagriniert; 
eine weitere chagrinierte Gattung folgt unter Nr. 116. Sie unter- 
scheidet sich von Heikertingeria allein schon durch die anders- 
gestaltete antebasale Thoraxquerfurche (tief und exakt), von Lac- 
tina durch die schlankere Gestalt: 
Verhältnismäßig schmale und flache Formen von 4—5 mm 
Länge; Kopf und Thorax meist gelbbraun bis rot; Elytren ein- 


*”) Längsleisten auf den Elytren finden sich auch bei dem mir in natura unbe- 
kannten Genus Hemilactica Blake, 1937. Nach der Beschreibung sind die Elytren 
jedoch scheinbar nicht chagriniert, auch wird nicht von vier Längsleisten gesprochen 
sondern von mehreren. Die antebasale Querfurche ist nicht sehr deutlich, meist nur 
an ihren Enden und in der Mitte. Kopf grob punktiert. Anscheinend ist dieses 
Genus auf Kuba beschränkt. Genotypus: Hemilactica pulchella Blake. 3—3,5 mm 
lange Tierchen; gelb- bis rotbraun mit pechbraunen Flecken. Zwei Arten: Kuba. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 973 


109 (108) 


farbig dunkel oder hell mit dunklen Längsstreifen, diese Längs- 
streifen können zu Flecken aufgelöst sein. 

Vorderecken des Halsschildes zum Vorderrand hin abge- 
rundet oder kurz abgestutzt; Seiten schwach gerundet, nach 
vorne etwas konvergierend; Basis verhältnismäßig schwach quer 
eingedrückt, dieser Quereindruck wird nach den Seiten nahe den 
Hinterecken von einer scharfen Längsfalte begrenzt, die von der 
Basis schräg nach vorne gegen die Mitte des Halsschildes ver- 
läuft; Halsschild fein retikuliert, daher matt. 

Flügeldecken an der Basis kaum breiter als der Halsschild; 
Basalcalli nur sehr schwach ausgebildet; konfus punktiert mit 
verhältnismäßig breiten aber sehr seichten Punkten, diese Punkte 
können ein Härchen tragen. 

Der Augeninnenrand ist ausgerandet, so daß die Augen auf- 
fällig nierenförmig erscheinen; die nebeneinanderliegenden An- 
tennalcalli setzen sich durch eine feinere Retikulierung gut ab, 
seitwärts vielfach schlecht begrenzt; hinter den Antennalcalli 
zieht eine Längsleiste über den Vertex; eigentliche Stirnseiten- 
linien fehlen; Clypeallängs- und Quercarina T-förmig. Die Füh- 
ler überragen die Mitte der Elytren; Glied zwei und drei vielfach 
annähernd gleich lang. 

Vorderhüfthöhlen hinten offen. 
Heikertingeria Csiki 1940 
(Pelonia Clark) 
Genotypus: Pelonia nigripennis Clark (Amazonas, Peru) 
14 Arten: Brasilien, Paraguay, Bolivien, Peru, Panama, Guate- 
mala. Die meisten Arten konzentrieren sich dabei auf das Ama- 
zonasgebiet. 


Verhältnismäßig breite, rundovale, gewölbte Formen von 6—8 
mm Länge; durchwegs metallisch grün oder blau gefärbt: 

Vorderecken des Halsschildes wenig spitz vorgezogen oder 
etwas nach der Seite heraustretend; Seiten wenig gerundet; ante- 
basale Querfurche scharf. 

Flügeldeckenbasis etwas breiter als die des Halsschildes; 
Basalcalli mäßig ausgebildet, chagriniert und dicht konfus punk- 
tiert; vielfach kurz behaart. 

Zwischen die Antennalcalli dringt von vorne die Clypeal- 
längscarina ein, die seitliche Begrenzung bilden tiefe Stirn- 
seitenlinien, die zum Augenhinterrand ziehen, auch nach hinten 
gut abgesetzt; Clypeallängscarina verhältnismäßig breit, ohne 


374 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


Quercarina; Augen nicht nierenförmig ausgerandet. Die Fühler 
reichen ungefähr auf die Mitte der Elytren; das dritte Antennit 
bedeutend länger als das zweite. 

Vorderhüfthöhlen hinten offen. 

Lactina Harold 1875 

Genotypus: Lactina murina Harold (Ecuador) 
14 Arten: 8 Kolumbien, 2 Kolumbien und Venezuela, 1 Peru und 
Bolivien, 1 Peru, 2 Ecuador. 
Elytren nicht auffallend chagriniert: 
Halsschild an der Basis deutlich verengt: 
Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen: 
Halsschild sehr schmal, die Breite verhält sich zur Länge wie 
7:6; der Vorderrand dem Kopf hinter den Augen sehr eng an- 
liegend, so daß} er von den Augen nach den Seiten überragt wird; 
antebasale Querfurche schwach, die Begrenzungsfältchen scharf 
und nach außen geschwungen (Abb. 31): 


Abb. 31: Habitusbild von Grammicopterus flavescens Blanch. 


(Vergrößerung 10 X) 


Flügeldeckenbasis breiter als die des Halsschildes; schwache 
Basalcalli; Punktierung konfus mit Tendenz zur Längs- und 
Doppelreihung; Elytren nach hinten geradlinig verengt. 

Antennalcalli gut abgesetzt, tropfenförmig, ihre Spitze nach 
hinten außen gerichtet, das heißt, sie divergieren nach hinten; 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 99 


114 (113) 


115 (112) 


als seitliche Begrenzung tiefe Stirnseitenlinien, die zum Augen- 
hinterrand ziehen und mit verhältnismäßig kräftigen Punkten 
besetzt sind; hinter den Antennalcalli liegt eine ebenso kräftig 
punktierte Callosität; Clypeallängscarina scharf, Quercarina 
mäßig; der Clypeus ist gegen die Stirn sehr gebogen (von der 
Seite betrachtet). Die Fühler reichen über die Mitte der Elytren. 
Gelbbraun mit pechfarbener Stirn und Vertex, ein pech- 
farbener Fleck auf dem Halsschild, pechfarbene Fiügeldecken- 
naht und Rand, ebenfalls auf jeder Flügeldecke eine pechfar- 

bene Längsbinde, auch Schwärzungen an den Beinen. 
Grammicopterus Blanch. 1851 


Monotypisch: Grammicopterus flavescens Blanch. (Chile) 


Sehr ähnlich dem vorhergehenden Genus, Halsschild ebenfalls 
schmal, die Breite verhält sich zur Länge wie 8:6 bis 10 : 7; bei 
letzterem Verhältnis überragen die Vorderecken bereits die 
Augen (z. B. consularis Har., auch sonst ist diese Art für dieses 
Genus nicht sehr typisch). Der deutlichste Unterschied zeigt sich 
in der antebasalen Querfurche, diese ist hier gut ausgeprägt und 
die seitliche Begrenzung ist nach innen gebogen: 

Die Elytren sind parallel und verschmälern sich nicht nach 
hinten. | 

Bei dem Genotypus fehlt eine eigentliche Clypeallängs- 
carina, diese wird von den spitzen Fortsätzen gebildet, die die 
Antennalcalli nach vorne entsenden; die Antennalcalli sind nicht 
tropfenförmig gebildet, sie liegen nebeneinander und werden 
voneinander durch einen Spalt, nach außen von den Stirnseiten- 
linien begrenzt. 

9,5—6,5 mm lange Tiere, gelb mit dunklen Tupfen auf den 
Elytren oder auch mit violetten Elytren. 

Iphitroides Jacoby 1891 

Genotypus: Iphitroides quadrimaculata Jacoby 
5 Arten: 4 Mexiko, 1 Kolumbien. 


Vorderhüfthöhlen hinten offen: 

Antebasale Querfurche des Halsschildes nicht sehr scharf ge- 
prägt, zumal ihre seitliche Begrenzung; die Seiten nahezu gerade; 
die Breite verhält sich zur Länge wie 9: 6. 

Flügeldeckenbasis breiter als die des Halsschildes; mäßige 
Basalcalli; konfuse Punktierung mit Tendenz zur Längsreihung. 

Antennalcalli nebeneinanderliegend, voneinander durch 
einen Spalt getrennt, nach außen und hinten ist die Begrenzung 


576 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


nicht immer deutlich; hinter den Antennalcalli liegt eine geringe 
Callosität; nach vorne entsenden die Antennalcalli einen spitzen 
Fortsatz neben die verhältnismäßig breite Clypeallängscarina. 
Die Fühler reichen auf die Mitte der Elytren. 

4,5—6 mm lang; gelber Kopf und Halsschild, letzterer zum 
Teil mit pechbraunen Flecken; Flügeldecken dunkel mit gelbem 
Saum und Seitenrand. 

Caeporis Clark 1865 


Genotypus: Caeporis marginata Clark (Argent., Brasilien) 
2 Arten: Argentinien und südl. Brasilien. 


116 (111) Halsschild an der Basis nicht verengt: 
117 (126) Seiten des Halsschildes gerade und konvergieren auffallend nach 


vorne: 


118 (119) Vorderecken des Halsschildes spitz nach vorne gezogen; Ober- 
fläche glatt; antebasale Querfurche sehr exakt; die Breite des 
Halsschildes verhält sich zur Länge wie 7 : 5. 

Flügeldeckenbasis bedeutend breiter als die des Halsschil- 
des; konfus und kräftig, mit einer Tendenz zur Längsreihung 
punktiert; stark gewölbt; Basalcalli schwach. 

Die Stirnfurchen ziehen in gerader Linie vom Hinterende 
der Clypeallängscarina zum Augenhinterrand, die Antennalcalli 
zwischen sich einschließend; Antennalcalli klein und nach hinten 
divergierend; Clypeallängscarina kurz, eine Quercarina ist nicht 
ausgebildet. Die Fühler erreichen nicht die Mitte der Elytren. 

Vorderhüfthöhlen hinten offen. 

Länge 5 mm; Beine schwarz, Kopf und Thorax rotbraun, 
Flügeldecken gelb. 

Idaltica Bechyn& 1955 
Monotypisch: Idaltica boliviana Bechyne (Bolivien) 


119 (118) Vorderecken des Halsschildes abgeschrägt; antebasale Querfurche 

ebenfalls exakt; Halsschild sehr breit und kurz, die Breite ver- 
hält sich zur Länge meist wie 10 : 5. 

Flügeldeckenbasis wenig breiter wie die des Halsschildes; 
Basalcalli mäßig. 

Antennalcalli undeutlich, nebeneinanderliegend; die Fühler 
reichen meist über die Mitte der Elytren. 

Vorderhüfthöhlen hinten offen. 

Tiere meist gelb, zum Teil mit Schwarzfärbung auf Kopf, 
Thorax oder Flügeldecken, auch metallisch gefärbte Arten; teils 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 577 


auch Schwarzfärbung an den Femora und Tibien, auch ganz 
schwarze Extremitäten treten auf (Abb. 32): 


Abb. 32: Habitusbild von Coroicona jacobyi (Baly) 
(Vergrößerung 12 X) 


120 (121) Halsschild und Elytren stets retikuliert, daher matt erscheinend; 
Clypeallängscarina zwischen den Fühlern meist breiter als eine 
Fühlergelenkpfanne; Ocularsulci sehr tief, oberhalb der Stirn 
sehr verbreitert, so daß der Vertex eingeengt wird (Abb. 32). 

Coroicona Bechyn& 1956 
Genotypus: Lactica jacobyi Baly 1879 
9 Arten: Rio de Janeiro, Amazonas, Peru. 

121 (120) Halsschild und Elytren nicht retikuliert, daher glatt und glän- 
zend: 

122 (123) Ocularsulci wie bei dem vorhergehenden Genus sehr tief, ober- 
halb der Stirn sehr verbreitert, so daß Stirn und Vertex ein er- 
höhtes Y-artiges Gebilde darstellen: 

Dinaltica Bechyne 1956 
Genotypus: Lactica fromonti Duvivier 1884 (Rio de Janeiro) 
Ca. 25 Arten: Rio Grande do Sul 1, Santa Catarina 2, Paranä l, 
S. Paulo 4, Rio de Janeiro 11, Espirito Santo 1, Amazonas 3, Boli- 
vien 2, Peru l. | 

123 (122) Ocularsulci erloschen, am Augenhinterrand befindet sich nur noch 
ein Punkt: 

124 (125) Hintertibien von der Seite gesehen mit gerader Unterkante: 

Lactica Erichson 1847 
(Monomacra Dejean in litteris) 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 37 


978 


125 (124) 


126 (117) 


127 (134) 
128 (131) 


129 (130) 


130 (129) 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


Genotypus: Lactica melaleuca Erichson (Peru) 

Mehr als 120 Arten, davon vier Arten in Nordamerika. 

Hintertibien von der Seite gesehen mit gegen dem Ende zu nach 

unten geschwungener Unterkante (bei den ö ö bis zahnförmig): 
Utingaltica Bechyn& 1961 

Genotypus: Haltica calcarata Iliger (Amazonas) 

4 Arten: 1 Amazonas, 1 Peru, 1 Amazonas und Peru, 1 Bolivien. 

Seiten des Halsschildes gerundet oder gerade, doch nicht auffal- 

lend nach vorne konvergierend: 

Auf und neben den Stirnseitenlinien liegen grobe Punkte: 


Halsschild nie doppelt so breit wie lang: 

Gelb- bis rotbraune rundovale Tiere, nur wenige Arten mit 
metallischen Elytren; die punktierten Stirnseitenlinien können 
den Vertex teils sehr einengen, doch ist der Vertex selbst, zu- 
mindest ein Mittelstreifen stets frei von Punkten. 

Seitenrand des Halsschildes stets gleichmäßig gerundet; der 
antebasale Quereindruck auf dem Halsschild nicht sehr exakt und 
vielfach schwach ausgeprägt, wird seitlich nicht von Längsfält- 
chen begrenzt, sondern biegt einfach zur Basis ab, teils sind auch 
schwache Perpendikulärgrübchen vorhanden. 

Die Flügeldeckenbasis ist nicht breiter als die des Halsschil- 
des; Basalcalli fehlen oder sind nur schwach entwickelt; Punk- 
tierung konfus, teils sehr schwach, teils mit Tendenz zur Längs- 
reihung. 

Antennalcalli verrundete nebeneinanderliegende Gebilde; 
vor den Augen liegen grobe Punkte; die Fühler reichen teils bis 
auf die Mitte der Elytren. 

Vorderhüfthöhlen hinten offen. 


Stirn sehr breit, Augen klein, ein Augenquerdiameter paßt zwei- 
und mehrmal in die Breite der Stirn. 

Gelb- bis rotbraune Tiere mit meist schwarzen Tibien und 
Tarsen, selten schwarzer Kopf; Länge 3—5 mm: 

Strabala Chevrolat 1837 

Genotypus: Altica ferruginea Olivier 
Ca. 23 Arten, vom Süden Brasiliens bis in den Süden der USA 
verbreitet. 
Stirn weniger breit; Augen groß, ein Augenquerdiameter geht 
höchstens einmal in die Breite der Stirn. 

Gelb- bis rotbraune Tiere, nur wenige Arten mit metal- 
lischen Flügeldecken, Tibien und Tarsen vielfach geschwärzt, 


P\n 181 (128) 


132 (133) 


133 (132) 


134 (127) 


135 (136) 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 579 


vielfach schwarzer Kopf; Länge 2,5—3 mm: 

Parasyphraea Bechyne 1959 
Genotypus: Monomacra nigriceps Boheman 
Ca. 17 Arten: Südliches Brasilien, Bolivien, Peru, Kolumbien. 
Halsschild meist mehr als doppelt so breit als lang, daher sehr 
kurz wirkend: 

Vorderecken des Halsschildes wirken aufgesetzt und treten 
vielfach als kleines Zähnchen nach den Seiten heraus; Seiten fast 
gerade, wenig gerundet; der antebasale Quereindruck meist sehr 
schwach, exakt nach den Seiten begrenzende Längsfältchen sind 
nicht vorhanden. | 

Basalcalli auf den Elytren meist schwach aber stets deutlich; 
wenn eine Punktierung vorhanden, dann sehr schwach und 
konfus. 

Antennalcalli viereckig, nebeneinanderliegend, vielfach mit- 
einander verschmolzen; Augen mehr oder weniger schwach nie- 
renförmig ausgerandet. 

Körper flach gedrückt, jederseits nahe den Hinterecken des Hals- 
schildes mit einem Höcker versehen. 

Kopf und Halsschild gelb mit pechbraunen Makeln, Elytren 
metallisch blau mit gelbem Rand; Länge 6,5 mm. 

Balzanica Bechyne& 1959 
Monotypisch: Balzanica cacoscelina Bechyne (Bolivien) 


Körper von normaler Wölbung, Halsschild ohne Höcker: 

Halsschild stets gelb, Kopf vielfach schwarz; Elytren meist 
mit gelben Tupfen oder Bändern auf dunklem Grund; auch ganz 
gelb oder selten dunkel metallisch gefärbt; über 4mm große 
Tiere. 

Phenrica Bechyne 1957 

Genotypus: Disonycha austriaca Schauf. 
Ca. 70 Arten, die über Süd- und Zentralamerika verbreitet sind. 


Auf und neben den Stirnseitenlinien liegen keine groben Punkte, 
wenn dies zweifelhaft, dann sind die Elytren zusätzlich abste- 


hend behaart: 


Kleine schmale 2,6—3,8 mm lange Tierchen, mit sehr schwachen 
Basalcalli auf den Elytren und verschwommenen Antennalcalli; 
gelb mit zwei schwarzen Flecken auf den Elytren, auch Thorax 
und Kopf kann geschwärzt sein, ebenfalls die Gelenke der Beine, 
Basis und Spitzen der Antennen: 

Halsschild verhältnismäßig schmal, die Länge verhält sich 


580 


136 (135) 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


zur Breite wie 6 : 7; Seiten sanft gerundet; antebasale Querfurche 
exakt, schmal und nach den Seiten von einem Längsfältchen be- 
grenzt; Oberfläche glatt und glänzend. 

Flügeldeckenbasis wenig breiter als die des Halsschildes; 
Punktierung sehr schwach und in sehr engen Längsreihen; bei 
allen Arten Elytren gelb mit je einem schwarzen Fleck auf dem 
Humeralcallus, der sich nach innen rückwärts bis über die Mitte 
erstreckt, ein weiterer schwarzer Flecken hinter der Mitte, der 
bis kurz vor die Spitzen reicht, die Spitzen selbst können eben- 
falls schwarz gefärbt sein. 

Antennalcalli sehr verschwommen; Stirnfurchen fehlen; Cly- 
peallängscarina breit und erweitert sich nach vorne; nahe dem 
Augenhinterrand liegt ein kräftiger Punkt; die Fühler reichen 
nicht ganz auf die Mitte der Elytren. 

Vorderhüfthöhlen hinten offen. 

Cornulactica Bechyne 1955 
Genotypus: Cornulactica jacobyi Bechyn& 
7 Arten: 1 Argentinien und Santa Catarina, 1 Rio Grande do Sul, 
1 Para, 1 Bahia, 1 Amazonas, 1 Venezuela, 1 Mexiko und Gua- 
temala. 
Auf den Elytren deutliche Basalcalli; Antennalcalli nicht ver- 
schwommen; auf den Elytren fehlen die vier schwarzen Makeln: 


DyY\ 


Abb.: 33: Habitusbild von Wittmeraltica muriensis Bech. 
(Vergrößerung 15 X) 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 >8l 


137 (138) 


138 (137) 
139 (140) 


140 (138) 


Elytren auffallend behaart; länglich ovale Formen (Abb. 33): 

3,7 mm lang; leuchtend rotgelb mit schwarzen Tibien und 
Tarsen. 

Vorderecken des Halsschildes abgeschrägt; Seiten von hin- 
ten nach vorne zunächst divergierend und dann zu den Vorder- 
ecken hin einbiegend; antebasale Querfurche sehr exakt und seit- 
lich von Längsfältchen begrenzt. 

Flügeldeckenbasis kaum breiter als die des Halsschildes; Ba- 
salcalli deutlich; konfus und kräftig punktiert; abstehend behaart. 

Antennalcalli groß, nach hinten divergierend; Stirnseiten- 


‚linie dem Augeninnenrand sehr genähert; Clypeallängscarina 


lang; die Fühler reichen auf das erste Drittel der Elytren. 
Vorderhüfthöhlen hinten offen. 
Wittmeraltica Bachyn& 1956 
Monotypisch: Wittmeraltica muriensis Bechyn& (Rio de Janeiro) 


Elytren nicht auffallend behaart; rund-ovale Formen: 


Antennalcalli zumindest nach hinten schlecht abgesetzt; Stimm 
und Vertex punktiert; Vorderecken des Halsschildes zum Vorder- 
rand hin abgerundet; eine Clypeallängscarina ist vorhanden: 

Seiten des Halsschildes gleichmäßig gerundet; der Hals- 
schild ist doppelt, oder nahezu doppelt so breit als lang. 

Die Flügeldeckenbasis ist kaum breiter als die des Hals- 
schildes; konfus punktiert; Basalcalli deutlich. 

Antennalcalli rundlich, nach der Seite und hinten schlecht 
begrenzt; Clypeallängs- und Quercarina T-förmig; die Fühler 
reichen knapp auf die Elytrenmitte. 

Vorderhüfthöhlen hinten offen. 

Ungefähr 5 mm lang; alle Arten sind rotgelb mit blauen 
oder blaugrünen Elytren. 

Resistenciana Bechyn& 1956 
Genotypus: Lactica clara Harold 1875 (Kolumbien) 
5 Arten: 1 Panama, 1 Kolumbien, 1 Peru, 1 Bolivien, 1 Brasilien 
(Chaco) und Paraguay. 


Antennalcalli gut abgesetzt; Stirn und Vertex nicht punktiert; 
Vorderecken des Halsschildes zahnartig nach den Seiten heraus- 
tretend; auf dem Ciypeus ist nur eine Längscarina ausgebildet: 
Seiten des Halsschildes etwas gerundet; antebasale Quer- 
furche sehr exakt. 
Flügeldeckenbasis etwas breiter als die des Halsschildes; 
Punktierung der Elytren konfus mit deutlicher Tendenz zur 


982 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


D 


Längsreihung (die wenigen braunen Arten sind in # ordentlichen 
Längsreihen punktiert); Basalcalli deutlich. 

Antennalcalli nach hinten divergierend, kleine rautenför- 
mige Gebilde darstellend, nach allen Seiten gut abgesetzt; die 
tiefen Stirnseitenlinien zum Augenhinterrand ziehend; die Cly- 
peallängscarina verebbt nach vorne; die Fühler reichen knapp 
auf die Elytrenmitte. 

Vorderhüfthöhlen hinten offen. 

2,5 —4,8 mm lang, meist blau oder metallisch grün, auch 
mit gelbem Vorderkörper oder auch ganz gelb. 

Diphaltica Barber 1941 
Genotypus: Diphaulaca nitida Jacoby 1884 (Mittelamerika) 
Ca. 16 Arten und Unterarten: 1 Santa Catarina mit 2 Rassen im 
Amazonasgebiet und 1 in Minas Gerais, 4 Rio de Janeiro, 3 Bo- 
livien, 3 Peru, 2 Mittelamerika. 


Gruppe 6 


Basis des Halsschildes ohne jeden Quereindruck: 


Abteilung A 


Enddorn der Hintertibien breit, am Ende ausgeschnitten zwei- 
spitzig. Eiförmig geschlossene Gestalt; Kopf in den Halsschild 
sehr zurückgezogen, von oben kaum sichtbar. 
Augen am oberen Augeninnenrand weit getrennt: 

Dibolia Latreille 1829 
Genotypus: Haltica cryptocephala Koch 1803 (Europa) 
4 mittelamerikanische Arten, 3 nearktische Arten, ca. 30 palaeark- 
tische Arten, 17 afrikanische Arten. 
Augen am oberen Augeninnenrand so stark genähert, daß nur 
noch ein sehr schmaler Streifen dazwischen liegt: 

Meist kleine 3-4,5 mm lange Tierchen von gelbbrauner 
Färbung mit pechbraunen Streifen oder Flecken, auch umgekehrt 
gefärbt. 

Megistops Boheman 1859 
Genotypus: Megistops quadrinotatus Boheman (Ecuador) 
24 Arten: davon 11 zentralamerikanische Arten; 2 Ecuador, 1 Bo- 
livien; 1 Bolivien und Argentinien; 1 Paraguay; 6 Brasilien; 1 Ve- 
nezuela; 1 mit dem vermutlichen Fundort Südamerika. 


Abteilung B 
Enddorn der Hintertibien einspitzig, nicht verbreitert: 


[ip] 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 583 


%:30)) 
DEE) 


3(4) 


Halsschild in der Mitte nach hinten erweitert, daher doppel- 
buchtig: 

Elytren in neun durchgehenden Längsreihen punktiert, die mar- 
ginale und kurze iuxtascutellare ausgenommen: 

Elytren ohne Basalcalli und ohne ausgeprägte Humeralcalli: 

Die Seiten des Halsschildes konvergieren stark nach vorne. 
Basis der Elytren ebenso breit wie die des Halsschildes; Ely- 
tren sehr gewölbt. Kopf wenig ausgeprägt, sehr flächig; Augen 
wenig gewölbt; nahezu keine Stirnlinien. Hinterfemora sehr ver- 
dickt; Hintertibien scharf gerandet, die Ränder dem Ende zu 
gezähnelt; Enddorn auffallend lang (Abb. 34). 1,2-1,8 mm große 


Abb. 34: Hinterbein von Pseudodibolia gouadeloupensis (Bech.) 


(Vergrößerung 80 X) 


schwarze Tiere von sehr geschlossenem etwas eiförmigem Habi- 
tus; Beine und Fühler heller. 
Pseudodibolia Jacoby 1891 

— Monotalla Bechyn& 1956 syn. nov. 
Genotypus: Pseudodibolia picea Jacoby (Mexiko, Costarica) 
3 Arten (1 Mexiko, Costarica, 1 Guadeloupe, 1 Grenada) 
Elytren mit Basalcalli und gut ausgebildeten Humeralcalli: 
Vorderecken des Halsschildes deutlich abgeschrägt, Seiten leicht 
gerundet, subparallel; Oberfläche gewölbt, nur die Basis ist et- 
was flacher, was fast den Eindruck einer schwachen Querfurche 
hervorrufen kann. 

Sehr exakte Stirnlinien, verlaufen vom Hinterende der Cly- 
peallängscarina in gerader Linie zum Augenhinterrand; eigent- 
liche Antennalcalli sind nicht ausgebildet; die kurze zwischen den 
Fühlern liegende Clypeallängscarina erweitert sich nach vorne zu 
einem dreieckigen Clypeus. 

1,4-1,5 mm lang, gelbbraun. 

Guadeloupena Bechyn& 1956 
Monotypisch: Guadeloupena caduma Bechyn& (Guadeloupe). 


584 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


6 ( 5 ) Vorderecken des Halsschildes verrundet nicht abgeschrägt; Seiten 
gerundet, konvergieren nach vorne; Oberfläche grob punktiert, 
gleichmäßig gewölbt, die Basis nicht gewölbt, was den Eindruck 
eines Quereindruckes hervorrufen kann. 

Stirnfurchen deutlich, ziehen zum Augenhinterrand; Cly- 
peallängs- und Quercarina flach und verhältnismäßig breit. 
Länge 2,6 mm, dunkelpechbraun mit Bleiglanz. 
Aprea Baly 1877*) 
Monotypisch: Aprea jansoni Baly (Jamaica) 

7 (2 ) Elytren konfus oder mit Tendenz zur Längsreihung punktiert: 

8 ( 9 ) Das Hintertibienende auf der Innenseite zu einem zahnartigen 
Fortsatz verlängert, bei füchtiger Betrachtung erscheint daher 
das Hintertibienende zweizähnig; die Randkanten der Hinter- 
tibien am Ende mit feinen Zähnchen besetzt; alle Tibien bei den 
ö 6 an ihren Enden sehr auffallend erweitert.” *) 

Die Halsschildseiten konvergieren leicht gerundet nach vorne, 
die Länge (in der Mitte) verhält sich zur Breite wie 7 : 10, an den 
Seiten nur wie 4,5 : 10. 

In der feinen Punktierung der Elytren ist eine Tendenz zur 
Längsreihung zu erkennen; Basalcalli fehlen, Humeralcalli sind 


*) Sehr ähnlich muß dieses Genus der mir unbekannten Gattung Glypto- 
bregma Blake sein. Nach der Beschreibung hat Glyptobregma ebenfalls tiefe Stirn- 
seitenlinien, einen grob punktierten Thorax, die in der Mitte nach hinten erwei- 
terte Thoraxbasis, die kräftige Längspunktierung der Elytren und nach hinten 
offene Vorderhüfthöhlen. Genotypus von Glyptobregma ist Glyptobregma portori- 
cense Blake (Puerto Rico). 6 Arten: 5 Kuba, 1 Puerto Rico. 

**) Ein Hintertibienende von ähnlicher Bildung besitzt das Genus Argopistes 
Motsch. mit 4 paläarktischen, 17 indo-australischen, 9 afrikanischen und 2 neark- 
tischen Arten (1 Florida, 1 Mexiko). 2 Arten sind aus dem Karibischen Raum be- 
kannt, eine aus Kuba und eine aus Porto Rico. Dieses Genus ist aber sofort an 
seiner coccinellidenartigen runden Gestalt erkennbar. Die Halsschildbasis schließt 
mit der Elytrenbasis vollkommen ab. Die Halsschildseiten konvergieren viel stär- 
ker nach vorne, die Halsschildbasis ist mehr als doppelt so breit wie lang, bei Dolo- 
resa nicht mal 1,5 mal so breit. Auch die Elytren sind vollkommen gerundet und 
Humeralcalli nur sehr schwach angedeutet. Die Epipleuren sind sehr stark nach 
innen geschlagen, so daß der Elytrenrand messerscharfe Gestalt annimmt. Bei 
Doloresa sind die Epipleuren mehr oder weniger horizontal gestellt und von der 
Seite sichtbar. Genotypus ist Argopistes biplagiatus Motsch. (Ostsibirien bis Japan 
und China). 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 585 


or 


nr 


ir (14) 
12 (35 


nen] 


13 (14) 


gut ausgebildet; die Flügeldeckenbasis ist etwas breiter als die 
des Halsschildes. 

Vom Hinterrand der Clypeallängscarina zieht eine scharfe 
nahezu gerade Stirnfurche jederseits zum Augenhinterrand; ober- 
halb dieser Stirnfurchen, das heißt in dem rechten Winkel den 
diese einschließen, liegen zwei antennalcalliartige Gebilde; Cly- 
peus mit Längs- und schwacher Quercarina; die Fühler reichen 
etwas über die Mitte der Elytren. 

Dieses Genus ist sehr mit Heikertingerella Csiki verwandt, 
doch fehlt auf den Hinterschienen der Zahn mit der darauffolgen- 
den bewimperten Ausrandung. 4-4,6 mm lang, breit-oval, sehr 
in sich geschlossen, metallisch grün. 

Doloresa Bechyn& 1955 
Monotypisch: Doloresa metallica Bechyn& (Venezuela). 


Hintertibienende nicht spezialisiert; Oberseite der Hintertibien 
nicht seitswärts von zwei Randkanten begrenzt sondern von einer 
einzigen medianen kielartigen Erhabenheit geformt. 

Halsschildseiten nahezu gerade und konvergieren nach vorne, 
die Länge verhält sich längs der Mitte zur Breite wie 4 : 8,5, an 
den Seiten wie 3 : 8,5. 

Die Elytrenbasis ist wenig breiter als die des Halsschildes; 
Basalcalli fehlen, Humeralcalli gut ausgebildet; Elytren sehr 
gewölbt. 

Stirnfurchen fehlen; Antennalcalli flache rundliche Gebilde; 
die Ciypeallängscarina erweitert sich vor den Fühlern etwas und 
wird an ihrem Vorderende von einer Quercarina begrenzt; die 
Fühler reichen ungefähr auf die Mitte der Elytren. 

Ca. 4,5 mm große Formen, gelb mit vielfach dunkler Zeich- 
nung auf den Elytren. 

Ptocadia Harold 1876 
Genotypus: Ptocadia straminea Harold (Panama, Columbien, 
Peru) 
Eine weitere Art ist aus Costa Rica bekannt. 


Halsschildbasis in der Mitte nicht nach hinten erweitert, daher 
nicht doppelbuchtig: 


Vorderecken des Halsschildes nicht abgeschrägt: 


Längliche, nicht in sich geschlossene Formen, nicht von chryso- 
melaartigem oder coccinellidenartigem Habitus: 


Flugunfähige Tiere mit verkürzten Flügeldecken, die das sehr 


986 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


große Pygidium und die darauf folgenden Tergite frei lassen 
(Abb. 35): 


Abb. 35: Habitusbild von Forsterita boliviensis Bech. 
(Vergrößerung 15 X) 


Die Flügeldecken vielfach etwas runzelig und mit verein- 
zelten Haaren bestanden, nicht sehr gewölbt. 

Die Seiten des flachen Halsschildes divergieren etwas nach 
vorne; Oberfläche fast glatt oder chagriniert bis runzelig; Stirn 
sehr breit; Antennalcalli verhältnismäßig groß, nebeneinander- 
liegend, voneinander durch einen kräftigen Spalt getrennt; deut- 
liche Stirnlinien sind nicht ausgeprägt; Clypeallängs- und Quer- 
carina verhältnismäßig flach; die Fühler robust. 

Die Hinterfemora sind nur mäßig verdickt; Vorderhüft- 
höhlen hinten offen. 

3-3,5 mm lange, metallisch gefärbte Formen. 

Forsterita Bechyne 1959 
Genotypus: Forsterita boliviensis Bechyne& 
3 Arten: 1 Bolivien, 2 Peru. 

Dieses Genus ist sehr verwandt mit denen in den Katalogen 
als Galerucinen registrierten Genera Sjoestedtina Weise aus 
Afrika (Kilimandjaro), Khasia Jacoby aus Indien (Nilgiri Hills 
und Khasi Hills) und Marseulia Joannis aus Syrien. 


14 (13) Flügeldecken von normaler Länge, nicht verkürzt: 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 987 


15 (34) Das erste Glied der Hintertarsen von normaler Länge, nicht län- 
ger als die halbe Schiene: 

16 (17) Antennalcalli nach hinten schlecht begrenzt, Stirnfurchen undeut- 
lich ausgeprägt:!)?) 

Stirn meist mehr oder minder punktiert; Kopf und Hals- 
schild schwarz oder dunkel metallisch, Flügeldecken entweder 
ebenso oder mit gelber Zeichnung; Hinterfemora sehr verdickt. 

Phyllotreta Stephens 1839 
Genotypus: Chrysomela nemorum L. (Europa) 
15 neotropische Arten (Zentralamerika!), sonst über die ganze 
Erde verbreitet. 
17 (16) Antennalcalli auch nach hinten gut begrenzt: 


1) Schlecht begrenzte Antennalcalli hat ebenfalls das mir in natura unbekannte 
Genus Nasidia Harold, 1876, das in der Verwandtschaft des nächsten Genus (Oxy- 
gona) steht. Die mittleren Antennenglieder sind die kürzesten (das fünfte das kür- 
zeste, das achte das längste). Die Clypeallängscarina ist kurz und bogig aufgewölbt 
und teilt sich nach vorne nicht in die nach vorne divergierenden Äste, die bei 
Oxygona den hinteren Teil des Clypeus begrenzen. Auf der Mitte der Stirn befin- 
det sich ein grübchenartiger Eindruck, oberhalb der Antennalcalli den Augen zu 
höchstens ein paar Punkte. Vorderecken des Halsschildes nicht zahnförmig nach der 
Seite weisend. Vor der Basis ist der Halsschild verflacht mit der Andeutung eines 
Längskieles auf der Mitte der Basis. Oberfläche fein punktiert. Elytren bedeutend 
breiter als der Halsschild; deutlich und dicht punktiert. Die Rückenfläche der 
Tibien ist abgeflacht und mit einem scharfen Längskiel versehen (ähnlich wie bei 
Itapiranga). Metatarsus der Hinterbeine so lang wie der übrige Fuß, Vorderhüft- 
höhlen geschlossen. 7 mm lang; länglich oval; mäßig gewölbt; rostrot; Unterseite 
und Femora gelb; Femora an den Spitzen und Außenkanten dunkelbraun; Tibien, 
Tarsen und Fühler geschwärzt. Monotypisch: Nasidia haagi Harold (Kolumbien). 


2) Das Genus Prosplecestha Weise, 1921 gehört nach der Beschreibung neben 
Nasidia Har., weicht aber durch die Stirnbildung und den an eine breite Phyllo- 
decta erinnernden Körperbau wesentlich ab. Die Antennalcalli setzen sich nur 
durch ihre Glätte von der übrigen breiten Stirn ab. Fühler fadenförmig, reichen 
über die Humeralcalli der Elytren, von den kurzen Gliedern 2-6 ist das zweite 
wenig kleiner wie eines der übrigen, die folgenden längeren Glieder sind unter sich 
gleich. Thorax breit, nach hinten wenig, nach vorne stark gerundet verengt Vorder- 
ecken völlig verrundet. Elytren nur etwas breiter als der Halsschild, wenig dicht 
äußerst fein punktiert; Nahtkante durch einen vertieften Streifen abgesetzt; zwei 
Reihen von Punkten am Außenrande regelmäßig, die übrigen ziemlich verworren. 
Vorderhüfthöhlen geschlossen; Tibien auf dem Rücken mit einer feinen Mittel- 
leiste; Metatarsus so lang wie die beiden folgenden zusammen. 3,5 mm lang; rot- 
braun, glänzend; Antennen ab Glied vier, Spitzen der Femora, Tibien und Tarsen 
schwarz. Monotypisch: Prosplecestha rufula Weise (Amazonas: Manäos). 


988 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


18 (19) 


19 (18) 


20 (29) 


21 (22) 


Vorderecken des Halsschildes zahnförmig nach der Seite gerich- 
tet; galerucinenartig (Abb. 36): 
Oxygona Chevrolat 1847 
(Oxygonus Clark 1865) 


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Abb. 36: Habitusbild von Oxygona acutangula (Chevr.) 
(Vergrößerung 5 X) 


Genotypus: Platyprosopus acutangula Chevr. (Zentralamerika) 
Ca. 30 Arten, deren Verbreitung in Süd- und Zentralamerika 
liegt. 

Vorderecken des Halsschildes nicht zahnförmig nach der Seite 
gerichtet: 

Seiten des Halsschildes gleichmäßig gerundet, so daß die Basis 
ebenso breit erscheint wie der Vorderrand, in Wirklichkeit ist sie 
etwas breiter: 

Die Antennen reichen meist bis auf die Elytrenspitze oder dar- 
über hinaus; Antennalcalli nebeneinanderliegend und Hochfor- 
mat, nach hinten werden sie von einer dreieckigen Callosität be- 
grenzt, dadurch wird der runzelige oder punktierte Vertex ein- 
geengt: 

Die Antennalcalli entsenden nach vorne Fortsätze, die meist 
ohne Unterbrechung in den Clypeus übergehen; der dreieckige 
Clypeus besitzt keine Längs- und Quercarina und ist von der 
Seite betrachtet gegen die Stirn sehr geknickt. 

Der Rand des 1,5mal so breiten als langen Halsschildes ist 
meist etwas rinnenartig abgesetzt. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 589 


Elytren breit, nach hinten etwas erweitert, konfus und ver- 
hältnismäßig grob punktiert. 

Innenkante des Hintertibienendes nahezu rechtwinklig ab- 
gestutzt und mit sehr feinen Zähnchen besetzt. Vorderhüfthöhlen 
hinten offen. 

3-6 mm große Formen, braun oder braun mit metallischen 
Flecken, auch ganz metallisch gefärbt (Abb. 37): 

Ocnoselis Erichson 1847 


Abb. 37: Habitusbild von Ocnoselis cyanoptera Er. 
(Vergrößerung 7 X) 


Genotypus: Ocnoselis cyanoptera Erichson (Peru). 

Ca. 14 neotropische Arten (6 Peru, 3 Bolivien, 2 Kolumbien, 1 
Venezuela, 2 Argentinien (Prov. Yujuy). 

Die Antennen meist bedeutend kürzer, reichen höchstens auf die 
Elytrenmitte; Antennalcalli immer Querformat und nach hinten 
nie von einer Callosität begrenzt: | 

Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen: 

Halsschild gleichmäßig gewölbt und verhältnismäßig glatt; Vor- 
derrand etwas mehr verengt als die Basis. 

Antennalcalli lanzettförmig, deutlich abgesetzt, werden seit- 
lich von den Stirnseitenlinien begrenzt, die zum Augenhinterrand 
ziehen; zwischen den Antennalcalli liegt ein verhältnismäßig 
breiter Spalt, der so breit ist wie die Clypeallängscarina zwischen 
den Fühlern; letztere verbreitert sich etwas nach vorne, eine 
Quercarina ist nur schwach ausgebildet. 


590 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


Die Antennen sind lang, die einzelnen Antennite ebenfalls, 
der Durchmesser jedes Antennits geht mindestens viermal in die 
Länge. 

Elytren parallel, ohne deutliche Basalcalli; Punktierung 
konfus. 

3,9-0,5 mm lange Tiere; Kopf schwarz, Thorax gelb, Elytren 
gelb mit schwarzer Zeichnung. 

Pseudogona Jacoby 1885 
Genotypus: Pseudogona panamensis Jacoby 
2 Arten sind aus Panama bekannt. 


25 (24) Halsschild gleichmäßig gewölbt und kräftig punktiert; die Seiten 
an den Vorderecken verrundet zum Vorderrand hin abgebogen; 
an den Seitenrändern nahe den Hinterecken ein Eindruck. 

Die Antennalcalli werden nach hinten von einer nahezu 
waagrechten, nur wenig geschwungenen Frontalfurche begrenzt, 
die zum Augenhinterrand zieht; Stirnseitenlinien fehlen, so daß 
die Antennalcalli seitwärts nicht begrenzt werden, sondern zum 
Augeninnenrand reichen; Augen sehr klein; Stirn sehr breit, mehr 
als zweimal so breit wie ein Augenquerdiameter; Clypeus zwi- 
schen den Fühlern tuberkelförmig. Die Fühler reichen nur bis auf 
die Basis der Elytren; die äußeren 5-6 Antennite sind nahezu 
rund. 

Die Elytren sind mit neun durchgehenden Punktreihen ge- 
ziert (die marginale und kurze iuxtascutellare nicht mitgezählt); 
Basalcalli fehlen ganz; Humeralcalli sind nur sehr schwach ange- 
deutet; ungeflügelt. 

Kleine 2-2,3 mm lange Tierchen, erzfarben mit rotbraunen 
Beinen und Fühlern. 

Docemina Champion 1918 


Monotypisch: Docemina crassipes Champ. (Feuerland) 
26 (23) Vorderhüfthöhlen hinten offen: 


27 (28) Antennalcalli nach hinten sehr exakt begrenzt, die hintere Be- 


a — 


grenzungsfurche zieht in gerader Linie zum Augenhinterrand, 
eine eigentliche Stirnseitenlinie fehlt, an deren Stelle liegt eine 
Senke; Fühler robust, Antennite kurz, ihr Durchmesser beträgt 
mehr als die Hälfte der Länge. 

Ca. Amm große Tiere; Kopf und Halsschild schwarz, ein 
schwarzes Querband auf der hinteren Elytrenhälfte; Elytren kon- 
fus punktiert. 

Babiohaltica Bechyn& 1955 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 591 


29 (20) 


30 (31) 


31 (30) 


32 (33) 


Monotypisch: Babiohaltica corumbana Bechyne& (Brasilien: Mato 
Grosso; Argentinien: Buenos Aires) 
Die hintere Begrenzungsfurche der exakten Antennalcalli zieht 
schräg zur Stirnseitenrinne, letztere erst zum Augenhinterrand; 
Antennalcalli meist als schmale Leisten ausgebildet; ein eigent- 
liche Clypeallängscarina fehlt, der Clypeus ist breit und erweitert 
sich nach vorne; die Fühler grazil, der Durchmesser der Anten- 
nite ist kürzer als die Hälfte der Länge. 

Elytren konfus mit Tendenz zur Längsreihung punktiert, 
die bis zu neun durchgehenden Längsreihen führen kann. 

Meist kleine 2-4 mm große Tiere, braun, aber auch metal- 
lisch gefärbt: 

Brasilaphthona Bechyn& 1956 

Genotypus: Aphthona verticalis Baly 
Ca. 45 Arten, die über Süd- und Zentralamerika verbreitet sind. 
Seiten des Halsschildes auf der vorderen Hälfte stärker gerundet, 
so daf3 der Eindruck hervorgerufen wird, die Basis sei verengt, 
in Wirklichkeit ist sie etwas breiter als der Vorderrand: 


Die hintere Begrenzungsfurche der Antennalcalli ist nur auf die 
Antennalcalli selbst beschränkt, zieht nicht zum Augeninnen- 
oder Hinterrand, sonstige Stirnfurchen fehlen oder sind sehr 
undeutlich, die Antennalcalli sind auch seitlich begrenzt. 
Ca. 5mm große Tiere, gelb- bis rotbraun gefärbt; die Fühler 
neigen zu Hypertrophismus (Abb. 38). 
Corynothona Bechyn& 1956 

— Baialtica Bechyne syn. nov. 

— Bryanthaltica Bechyn& syn. nov. 
Genotypus: Systena antennata Jacoby (Amazonas, Parä) 
Nach der Beschreibung (Ent. Arb. 7, 1956, p. 978) unterscheidet 
sich Baialtica von Corynothona in offenen und geschlossenen 
Acetabula antica und in der Ausbildung der Fühler. Baialtica 
hat aber ebenfalls geschlossene Vorderhüfthöhlen, es sind nur die 
Epimeren sehr schmal, so daß dies schwer sichtbar ist. Bryant- 
haltica hat keine hypertrophierten Antennen, bei Corynothona 
ist das erste Antennit hypertrophiert bei Baialtica andere. 
Die Antennalcalli gewölbt und gut abgesetzt, nach den Seiten 
von einer deutlichen Stirnseitenlinie begrenzt: 
Antennalcalli quer, nierenförmig, sehr breit, die Stirnseitenrinne 
liegt dem Augeninnenrand sehr nahe, nach hinten werden sie 
von einer tiefen Furche begrenzt, so daß der Übergang zum 


392 


33 (32) 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


Abb. 38: Habitusbild von Corynothona antennata (Jac.) (4) 
(Vergrößerung 7 X) 
Vertex stufenartig erfolgt, die Begrenzung voneinander erfolgt 
mit einer tiefen aber sehr schmalen Furche; die Antennen sind 
lang und reichen auf oder etwas über die Mitte der Elytren, auch 
bis auf die Elytrenspitzen oder darüber. 

2-4,5 mm große Tiere, Kopf und Thorax meist gelbbraun, 

Elytren meist metallisch gefärbt oder mit metallischen Flecken: 
Luprea Jacoby 1885 
(Palaeothona Jacoby, 1885)*) 
Genotypus: Luprea longicornis Jacoby 
Ca. 29 Arten: Süden der U.S.A. und Zentralamerika, zwei Arten 
im Amazonasgebiet. 
Antennalcalli quer, rechteckig, die tiefe Stirnseitenlinie liegt dem 
Augeninnenrand nicht so nahe wie bei dem vorhergehenden 
Genus, vom Augeninnenrand nahezu so weit entfernt wie die 
Antennalcalli breit sind, nach hinten von einer feinen wenig 
tiefen Furche begrenzt, so daß der Übergang zum Vertex nicht 
stufenartig vor sich geht; voneinander durch einen breiten und 
tiefen Spalt getrennt. 

Antennen lang, reichen auf oder etwas über die Mitte der 
Elytren; die Fühler der ö ö neigen dazu, daß sich die Antennite, 
besonders ab dem 3. Glied, nach außen erweitern, es können sich 
sogar zahnartige Protuberanzen bilden. 

3-4 mm große Tiere, meist braun gefärbt, Elytren teils mit 


*) Bechyne, Pesquisas 1960, Zoologia, Nr. 6, p. 23. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 593 


schwarzer Zeichnung, auch ganz schwarz. 
Sanariana Bechyn& 1955 

Genotypus: Sanariana rubra Bechyne 

5 Arten (1 Argentinien; 2 Brasilien: 1 Santa Catarina, 1 Rio de 

Janeiro; 2 Bolivien: davon eine mit einer Rasse in Argentinien. 
34 (15) Das erste Tarsenglied der Hinterbeine so lang oder länger als die 

halbe Schiene. Die Antennalcalli meist schlecht ausgeprägt. Die 

Vorderhüfthöhlen hinten offen: 

1-3,5 mm, meist 2 mm lange Tiere, gelbbraun, braun oder 

schwarz gefärbt, wenige Arten ungeflügelt ohne Humeralcalli: 
Longitarsus Latreille apud Berthold 1827 
Genotypus: Chrysomela atricilla L. (Europa) 
Ca. 50 neotropische Arten, sonst über die ganze Erde verbreitet. 
35 (12) Rundovale in sich geschlossene Formen von chrysomela- oder 
coccinellidenartigem Habitus (Abb. 39-40): 
36 (43) Sehr gewölbt und von chrysomelaartigem Habitus: 
37 (40) Antennalcalli sich einander berührend; Vorderhüfthöhlen hinten 
offen: 

Clypeus sehr kurz, besteht eigentlich nur aus einer Quer- 
carina; Vorderecken des Halsschildes spitz und nach vorne wei- 
send; gelb- bis rotbraun gefärbt, selten mit schwarzer Zeichnung; 
9-15 mm lang (Abb. 39): 

38 (39) Klauen einfach: 
Crimissa Stal 1858 
(Strongylotarsa Dej. nom. nud.) 


Abb. 39: Habitusbild von Crimissa cruralis Stal 
(Vergrößerung 3 X) 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 38 


994 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


39 (38) 


40 (37) 


41 (42) 


42 (41) 


43 (86) 


Genotypus: Crimissa cruralis. Stäl 
5 Arten: vom Süden Brasiliens, Paraguay bis Panama verbreitet. 
Klauen gespalten: 

Elithia Chap. 1875 
Genotypus: Elithia grossa Chap. 
5 Arten: 1 Brasilien, 1 Chile, 1 Ekuador, 1 Cayenne, 1 Cayenne, 
Peru und Panama. 
Antennalcalli weit auseinanderliegend; Clypeus von der Stirn 
schlecht geschieden; Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen: 

Vorderecken des Halsschildes etwas zugespitzt; Seiten ge- 
rundet; zu beiden Seiten der Basis lassen sich teils leichte Ein- 
drücke wie bei Blepharida erkennen. 

Elytrenbasis nicht breiter als die des Halsschildes; neun 
Punktreihen, aber auch sehr enge Punktreihen treten auf, die 
Punktierung manchmal sehr verloschen. 

Clypeus breit. 

Auf dem Vorderrand des Clypeus befindet sich eine Querdepres- 
sion, so daß der Vorderrand wulstartig erscheint. 

Ein Charakteristikum dieses Genus sind eigentlich die Hin- 
tertibien, doch sind diese einer Variation unterworfen, so daß das 
Genus in Gruppe 3 nochmals aufgeführt wird. Die Hintertibien 
tragen meist eine bewimperte Ausrandung nahe ihrem Ende. 

Gelbbraun mit rot- bis pechbrauner Zeichnung; 6-10 mm 
lang; mit Blepharida verwandt: 

Notozona Clark 1865. 


Genotypus: Chrysomela bifasciata Olivier (Cayenne) 
22 Arten: 9 Mittelamerika: 5 Mexiko, 2 Guatemala, 1 Nicaragua, 
1 Honduras, 1 Venezuela; 3 Cayenne; 1 Peru (?); 4 Brasilien 
ohne weitere Angaben; 1 Amazonas; 1 Bahia; 1 Parä; 1 S. Paulo, 
E. Santo und Minas Gerais. 
Auf dem Vorderrand des Clypeus befindet sich keine Querde- 
pression; Hintertibien nicht gerandet; gelbbraun mit pechbrau- 
nen Flecken; 5-8 mm lang; mit Ausnahme der Tibien sehr an 
Blepharida erinnernd: 

Acrocyum Jacoby 1885 
Genotypus: Acrocyum dorsalis Jacoby 
4 Arten: Mittelamerika. 
Weniger gewölbt, nicht von chrysomelaartigem Habitus (Abb. 40): 
Von coccinellidenartigem Habitus, ovaler Umriß, Elytren überall 
gleichmäßig gewölbt; keine Basalcalli: 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 595 


Abb. 40: Habitusbild von Sophraena peruviana (Har.) 
(Vergrößerung 8 X) 


a (b) Breite Clypeallängscarina, die vorne nach beiden Seiten zu einer 


u 


schmalen Quercarina ausläuft; der übrige Clypeus ist jederseits 
hinter der Quercarina nochmals quercarinaartig gebildet; Anten- 
nalcalli quer, seitlich nicht oder schlecht begrenzt. Fühler kurz, 
die äußeren Antennite sind alle breiter als lang. 
Sophraena Baly 1865 

— Axiotheata Duponchel 1842 syn. nov. 

= Cyrtosphaerus Clark 1865 syn. nov. 
Genotypus: Sophraena ornata Baly (Amazonas) 
6 Arten: 3 Amazonas, 2 Cayenne, 1 Peru. 

Duponchel (Dict. univ. II, 1842, p. 390) gibt zwar eine kurze 

Beschreibung, doch sind keine rechtkräftigen Arten dazu vorhan- 
den. Clark veröffentlichte sein Genus Cyrtosphaerus acht Monate 
später. 
Breite Clypeallängscarina, die vorne von einer ebenso breiten 
Quercarina begrenzt wird; Antennalcalli quer, seitlich von einer 
sehr tiefen Stirnseitenlinie begrenzt, die mit kräftigen Punkten 
besetzt ist. Die Fühler reichen auf die erste Flügeldeckenhälfte, 
alle Glieder sind auffallend länger als breit. 

4-6 mm lang und meist gelbbraun mit dunklen Flecken. 

Chrysogramma Jacoby 1885 
Genotypus: Chrysogramma octomaculata Jacoby (Guatemala) 
5 Arten: 1 Guatemala, 4 Mexiko. 


996 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


44 (11) Vorderecken des Halsschildes deutlich abgeschrägt (Abb. 41 u. 


45 (48) 


46 (47) 


47 (46) 


42): 

Elytren konfus punktiert: 

Breitovale verhältnismäßig gut gewölbte Formen mit breitem 

Halsschild, auf den Elytren deutliche Humeral- und Basalcalli. 

Halsschild nicht oder sehr fein punktiert; die Stirnfurchen ziehen 

im großen Bogen zum Augenhinterrand, berühren ihn aber nicht, 

sondern laufen ihm parallel, wenn auch nur in sehr geringer Ent- 

fernung; dieser Bogen engt den Vertex sehr ein, die setiferen 

Punkte kommen darunter zu liegen; Länge 2-4 mm (Abb. 41): 
Homoschema Blake 1950 


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Abb. 41: Habitusbild von Homoschema jamaicense Blake 
(Vergrößerung 20 X) 


Genotypus: Homoschema ornatum Blake 
Ca. 18 zentralamerikanische Arten. 
Halsschild grob und zerstreut punktiert; die Stirnfurchen enden 
noch am Augeninnenrand, dort wo der Augeninnen- zum Augen- 
hinterrand abbiegt, die setiferen Punkte liegen darüber; Länge 
2-3 mm. 
Gioia Bechyne 1955 

Genotypus: Gioia wittmeri Bechyne 
8 Arten: 2 Rio de Janeiro, 3 Venezuela, 3 Guadeloupe. 

Dieses Genus ähnelt sehr dem afrikanischen Genus Mono- 
daltica Bech., von dem es kaum zu trennen ist, lediglich der End- 
dorn der Hintertibien ist bei Monodaltica zweispitzig. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 597 


48 (45) 


49 (50) 


50 (49) 


Elytren in neun durchgehenden Längsreihen punktiert — die mar- 
ginale und kurze iuxtascutellare nicht mitgezählt: 


Vorderhüfthöhlen hinten offen; Flügeldeckenbasis etwas breiter 
als die des Halsschildes; die Basalcalli auf den Elytren — wenn 
vorhanden — dann sehr mäßig ausgebildet; Antennalcalili deut- 
lich; die Stirnseitenlinien sind vom Augeninnenrand ziemlich 
entfernt und ziehen zum Augenhinterrand; Klauen einfach. 
1,5-2 mm lange Formen, vielfach braun, aber auch metal- 
lisch gefärbt. 
Centralaphthona Bechyne& 1960 


Genotypus: Aphthona deyrollei Baly 

25 neotropische Arten: davon sind 21 Arten auf das Gebiet von 
Kolumbien bis Mexiko und die Inseln des karibischen Raumes 
verteilt; 1 Paraguay, 1 Bolivien, 1 Venezuela, 1 Bras.: Rio Grande 
do Norte. 


Vorderhüfthöhlen hinten geschlossen; Flügeldeckenbasis deutlich 
breiter als die des Halsschildes; der Halsschild erweckt den Ein- 
druck, als wenn die Seiten von der Basis nach vorne divergieren 
würden; die Basalcalli auf den Elytren sind sehr deutlich aus- 
geprägt; die Antennalcalli werden von den Frontalfurchen und 
den Stirnseitenlinien exakt begrenzt; die Stirnseitenlinien sind 
dem Augeninnenrand sehr genähert und ziehen zum Augenhin- 
terrand. Klauen gespalten. 


Abb. 42: Habitusbild von Cyrsilus recticollis Jac. 
(Vergrößerung 15 X) 


998 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


2,5-3,5 mm lange Formen, braun bis schwarz gefärbt, aber 
auch metallisch gefärbt (Abb. 42): 
Cyrsilus Jacoby 1891 
Genotypus: Cyrsilus recticollis Jacoby 
10 Arten: 9 Mittelamerika, 1 Brasilien (S. Paulo und Parä) und 
Bolivien. 


Gruppe 7 


Fühler zehngliedrig: 

Körper geschlossen elliptisch; Fühler weit voneinander 
entfernt; Halsschild ohne Eindrücke; Flügeldecken mit regel- 
mäßigen Punktreihen; Hintertibien im hinteren Teil oberseits 
rinnenförmig ausgehöhlt, der Rand der Aushöhlung oftmals mit 
Zähnen besetzt; Hintertarsen nicht am Tibienende sondern oben 
auf dem Schienenrücken, ein Stück vor dem Ende (zuweilen in 
halber Länge der Tibie) eingelenkt; das erste Tarsenglied der 
Hinterbeine ungefähr so lang wie die halbe Tibie; Vorderhüft- 
höhlen hinten geschlossen. (Vergleiche Abb. 1 im Bestimmungs- 
schlüssel der Alticinen-Genera Afrikas: Scherer, Ent. Arb. Mus. 
Frey, 12, 1961, p. 254.) 

Psylliodes Latreille apud Berthold 1827 
Genotypus: Chrysomela chrysocephala L. (Europa) 
13 nearktische Arten, die teils auf die neotropische Region über- 
greifen (2 bis Guatemala, 4 Mexiko); 82 paläarktische Arten; 
2 afrikanische Arten; 42 indo-australische Arten. 


Angeführte Literatur 


Bechyne, J.: Chrysomeloidea Americains nouveaux ou peu connus (Coleoptera). 


- Rev. Chil. Ent., 1951, 1, p. 75-112. 

Reise des Herrn Georg Frey in Südamerika: Alticidae (Col. Phytophaga). - 
Ent. Arb. Mus. Frey, 6, 1955, p. 74-266. 

Beiträge zur Kenntnis der neotropischen Alticiden und Galeruciden. — Ent. 
Arb. Mus. Frey, 7, 1956, p. 965-1071. 

Alticides neotropicaux de la Collection du Museo Civico di Storia Naturale 
„Giacomo Doria“ di Genova (Coleopt. Chrysomelidae). -— Ann. Mus. Civ. 
Stor. Nat. Genova, 69, 1957, p. 51-74. 

Voyage de M. le Dr. A. Roman au Bresil (1914-1915) Eumolpides, Galeru- 
cides et Alticides (Col. Phytophaga). — Ark. Zool. 11, 1957, p. 133-152. 
Notizen zu den neotropischen Chrysomeloidea (Col. Phytophaga). — Ent. 
Arb. Mus. Frey, 9, 1958, p. 478-706. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 »99 


— -: Beiträge zur Kenntnis der Alticidenfauna Boliviens. Coleopt. Phytoph. - 
Beitr. z. neotrop. Fauna, 1, 1959, p. 269-388, Jena 1959. 


Bechyne,J. & B.: Beiträge zur Kenntnis der salvadorenischen Chrysomeloidea 
(Col. Phytoph.). — Pesquisas 1960, Zoologia 6, p. 5-73. 

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600 Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


Acallepitrix Bech. 
Acanthonycha Jac. 
Acrocyum Jac. 
Aedmon Clark 
Agasicles Jac. 
Alagoasa Bech. 
Allochroma Clark 
Altica F. 

Anerapa nov. gen. 
Apalotrius Clark 
Aphanocera Jac. 
Aprea Baly 
Araoua Bech. 
Argopistes Motsch. 
Asphaera Chevr. 
Aspicela Clark 
Aspicela Dej. 
Atyphus Clark 
Aulonodera Champ. 
Axiotheata Duponchel 
Ayalaia Bech. 


Babiohaltica Bech. 
Baialtica Bech. 
Balzanica Bech. 
Bellacincta nov. gen. 
Blepharida Rogers 
Brachyscelis Germar 
Brasilaphthona Bech. 
Bryanthaltica Bech. 


Cacoscelis Chevr. 
Caeporis Clark 
Calipeges Clark 
Callangaltica Bech. 
Calliphron Jac. 
Caloscelis Clark 
Capraita Bech. 


Centralaphthona Bech. 


Cerichrestus Clark 


Chaetocnema Stephens 


Chaparena Bech. 


Chlamophora Chevrolat 


Chorodecta Harold 


INDEX 
Genera 
863 Chrysogramma Jac. 
559 Cleophes Jac. 
594  Coelocephalus Clark 
512, 523 Conococha Bech. 
550 Cornulactica Bech. 
536 Coroicona Bech. 
515,529 Corynothona Bech. 
556 Crimissa Stäl 
514,532 Cyclophysa Baly 
505,529  Cyrsilus Jacoby 
570  Cyrton Clark 
544,584  Cyrtosphaerus Clark 
536 
584  Deuteraltica Bech. 
334  Dibolia Latr. 
334  Dinaltica Bech. 
834  Diosyphraea Bech. 
506, 529 Diphaltica Barber 
542  Diphaulaca Chevrolat 
595  Disonycha Chevrolat 
497 _Disonychodes Bech. 
Distigmoptera Blake 
590 Docemina Champion 
591 Dodericrepa Bech. 
579 Doloresa Bech. 
508, 529 
498,539  Elithia Chap. 
902, 527  Epitrix Foudras 
991 Eugonia Baly 
591 Eugoniola Csiki 
Eupeges Clark 
552 Euphenges Clark 
576 Exartematopus Clark 
510,528 Exaudita Bech. 
537  Exoceras Jac. 
545 
566 Forsterita Bech. 
537 
997 _ Genaphthona Bech. 
305, 509, 529  Gethosynus Clark 
938 Gioia Bech. 
509,531 Glenidion Clark 
570  Gleophes Jac. 


545, 349, 552 


Glyptobregma Blake 


995 
815 
912, 525 
906 
980 
977 
91 
993 
940 
998 
312, 532 
995 


907 
982 
977 
960 
982 
971 
904 
999 
sll, 527 
390 
946 
985 


994 

962 

968 

968 

508, 531 
500, 505, 529 
914, 532 

942 

946 


986 


992, 996 
514, 532 
996 
948 
515 
984 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 


601 


Goianinha Bech. 


Grammicopterus Blanch. 


Guadeloupena Bech. 


Hadropoda Suftr. 
Halticops Brethes 
Heikertingerella Csiki 
Heikertingeria Csiki 
Hemiglyptus G. Horn 
Hemilactica Blake 
Hemiphrynus G. Horn 
Hermenegilda Bech. 
Homammatus Clark 
Homophoeta Erichson 
Homoschema Blake 
Homotyphus Clark 
Hydmosyne Clark 
Hylodromus Clark 
Hypantherus Clark 


944 
975 
983 


312, 528 
938 
938 
939, 373 
497 
972 
997 
963 


500, 505, 529 


933 
996 
903, 524 
508, 532 
512, 525 
518, 530 


Hypolampsis Clark 498, 500, 512, 525 


Idaltica Bech. 
Imatium Clark 
Iphitrea Baly 
Iphitroides Jac. 
Itapiranga Bech. 


Khasia Jac. 
Kuschelina Bech. 


Lactica Erichson 
Lactina Harold 
Leptophysa Baly 
Leptotrichus Clark 
Litosonycha Clark 1865 
Longasphaera Bech. 
Longitarsus Latr. 
Loxoprosopus Guer. 
Luprea Jacoby 
Lysathia Bech. 


Marcapatia Bech. 
Macrohaltica Bech. 
Margaridisa Bech. 
Marseulia Joannis 
Megasus Jacoby 
Megistops Boheman 
Meraaltica nov. gen. 
Mesodera Jacoby 


976 
502, 527 
569 
979 
993 


586 
937 


977 
974 
944 
902, 527 
934 
939 
993 
504, 530 
992 
907 


960 
956 
963 
586 
967 
982 


502, 520, 530 


966 


Metriotes Clark 
Minotula Weise 
Monodaltica Bechyne 
Monomacra Dejean 
Monoplatus Clark 
Monotalla Bech. 


Nasidia Harold 
Nasigona Jac. 
Neothona Bech. 
Nephrica Harold 
Notozona Clark 
Nycteronychis Bech. 


Ocnoselis Erichson 
Octogonotes Drapiez 
Oedionychus Berth. 
Ombototus Clark 
Omophoita Chevr. 
Orodes Jac. 

Oxygona Chevr. 
Oxygonus Clark 


Palaeothona Jac. 
Palopoda Erichson 
Panchrestus Clark 
Paralactica Bech. 
Paranaita Bech. 
Parasyphraea Bech. 
Parecynovia Bech. 
Pedilia Clark 
Pelonia Clark 
Peribleptus Clark 
Phenrica Bech. 
Phrynocepha Baly 
Phylacticus Clark 
Phyllotreta Stephens 
Physimerus Clark 
Piobuckia Bech. 
Plectotetra Baly 
Pleurochroma Clark 
Pleurosphaera Bech. 
Poebates Clark 
Prasona Baly 
Prosplecestha Weise 
Pseudodibolia Jac. 
Pseudoepitrix Jac. 
Pseudogona Jac. 
Psilapha Clark 
Psylliodes Latr. 


501, 523 
963 
96 
977 
>01, 523 
983 


987 
942 
549 
940 
339, 594 
336 


989 
920, 524 
932 
502, 524 
934 
945 
988 
988 


992 
506, 529 
518, 530 

940 

939 

979 

964 

941 

973 
320, 524 
540, 579 

997 
516, 531 

987 


500, 517, 531 


947 
972 
515, 531 
934 
312, 525 
sol 
387 
983 
944 
990 
497, 561 
998 


602 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


Ptinomorpha Har. 548  Strongylotarsa Dej. 393 
Ptocadia Harold 985  Suetes Jac. 569 
Pyxidaltica Bech. 535  Syphraea Baly 562, 565 
Systena Melsh. sol 
Resistenciana Bech. S8l 
Rhinotmetus Clark 500, 504, 5238 Tenosis Clark 548 
Rhynchasphaera Bech. 535  Teresepolisia Bech. 998 
Rhypetra Baly 572 Tetragonotes Clark 519, 524 
Roicus Clark 519, 523  Thrasygoeus Clark 517, 531 
Trichaltica Harold 967 
Sanariana Bech. 393 
Sangaria Harold 548  Ulrica nov. gen. 520, 532 
Sesquityphus Bech. 503, 524  Utingaltica Bech. 978 
Sjoestedtina Weise 986 
Sophraena Baly 595  Varicoxa Bech. 399 
Sophranella Jac. 541 
Sparnus Clark 512, 532 Walterianella Bech. 536 
Sphaeronychus Dej. 501, 523  Wanderbiltiana Bech. 9937 
Stegnea Baly 561 Wittmeraltica Bech. o8l 
Stenophyma Baly 965 
Sterneugonia Bech. 519, 534 Yungaltica Bech. 960 
Strabala Chevr. 578  Zeteticus Harold 520, 524 
Species 


acutangula (Chevr.) (Oxygona) 988 
adjunctus (Jac.) (Kuschelina) 537 
adumbrata (Bech.) (Aedmon) 512, 528 
adumbratus (Clk.) (Hypolampsis) 525 
adusta (Har.) (Heikertingerella) 538 
aeneipennis (Bowd.) (Anerapa) 514, 532 
aenescens (Bohem.) (Dodericrepa) 546 


aestivalis Clk. (Hypolampsis) 525 
agilis Clk. (Hypolampsis) 329 
albicollis (F.) (Homophoeta) 533 


alboguttata Clk. (Hypolampsis) 525 
albomaculatus (Jac.) (Homotyphus) 524 
albopillosus (Jac.) (Distigmoptera) 527 


allardi Clk. (Physimerus) 525 
alwina Bech. (Crepidodera) 561 
amabilis Clk. (Phylacticus) 531 
ambiguus (Clk.) (Hypolampsis) 525 
ambiguus Clk. (Hypantherus) ogl 
amoenus (Clk.) (Hypolampsis) 525 
anceps (Clk.) (Physimerus) 329 
angulatus Clk. (Monoplatus) 323 


angulicollis Clk. (Tetragonotes) 924 
angulofasciatus Clk. (Hypolampsis) 525 
anisotomoides (Clk.) (Sparnus) 532 


antennata (Jac.) (Corynothona) 591, 592 
antillarum Bech. (Homotyphus) 903 


apicalis Clk. (Cerichrestus) 529 
apicalis Jac. (Sparnus) 932 
apicatus Clk. (Monoplatus) 523 
apicicornis (Jac.) (Allochroma) 929 
artitus (Clark) (Homotyphus) 924 
asper Clk. (Homotyphus) 9324 
assimilis (Clk.) (Euphenges) 929 
assimilis Clk. (Rhinotmetus) 528 
atra Clk. (Hypolampsis) 525 
atra Clk. (Tetragonotes) 524 
atricillus (L.) (Longitarsus) 593 
atropae Foudras (Epitrix) 562 
aulica (Oliv.) (Diphaulaca) 571 
aureonotatus Bech. (Homotyphus) 503 
austriaca (Schauf.) (Phenrica) 979 
azureipennis Clk. (Caloscelis) 566 


balteatum Clk. (Pleurochroma) 515, 532 
balyi Clk. (Allochroma) 529 
balyi Clk. (Cerichrestus) 505, 529 
balyi Clk. (Hypolampsis) 512, 525 
banoni Drapiez (Octogonotes) 520, 524 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 


603 


basalis (Jac.) (Allochroma) 529 
basalis Jac. (Hypolampsis) 525 
batesi (Baly) (Callangaltica) 537 
batesii Baly (Leptophysa) 543, 544 
batesii Clk. (Cerichrestus) 529 
batesii Clk. (Hypantherus) 332 
batesii Clk. (Hypolampsis) 520 
bicinctus Clk. (Octogonotus) 524 
bicolor Bech. (Itapiranga) 353 
bifasciata (Ol.) (Notozona) 539, 594 
bilineatus Clk. (Hypolampsis) 925 


bimaculatum Jac. (Allochroma) 530 
bimaculatus (Clk.) (Hypantherus) 531 
bimaculatus Clk. (Monoplatus) 523 


bimaculatus Jac. (Megasus) 967 
binotatus (Clk.) (Hypantherus) 531 
binotatus Clk. (Octogonotes) 524 


biplagiatum Jac. (Allochroma) 530 
biplagiatus Motsch. (Argopistes) 584 
bituberculatus (Clk.) (Homotyphus) 524 
bituberculatus Clk. (Hypolampsis) 526 


blancasi (Bech.) (Conococha) 556 
boliviana Bech. (Idaltica) 576 
boliviensis Bech. (Forsterita) 586 


braccatus (Clk.) (Homotyphus) 525 
brevicollis Clk. (Hypolampsis) 526 
brunneus CIk. (Octogonotus) 924 
brunneus (Jac.) (Hypolampsis) 326 


cacoscelina Bech. (Balzanica) 579 
caduma Bech. (Guadeloupena) 983 
caeruleus Clk. (Loxoprosopus) 530 


calcarata (Ill.) (Utingaltica) 578 
calceata Clk. (Tetragonotes) 924 
callosa Bech. (Teresepolisa) 558 
campestris Clk. (Hypolampsis) 526 
canescens Clk. (Rhinotmetus) 528 
canescens Jac. (Rhinotmetus) 928 


capitata (Ill.) (Paralactica) 540, 541 


carbonarius (Clk.) (Hypolampsis) 507, 

526 
carinatus Jac. (Homotyphus) 925 
castaneum Jac. (Allochroma) 330 
castaneus (Clk.) (Brachyscelis) 527. 
cayensis (Clk.) (Homotyphus) 525 
ceramboides Guer. (Loxoprosopus) 504, 

530 


chacoensis (Bowd.) (Chaparena) 509, 531 
chevrolati Clk. (Cerichrestus) 529 


chiriquensis Jac. (Allochroma) 30 
chiriquensis (Jac.) (Hypolampsis) 526 
chiriquensis Jac. (Sparnus) 932 
chrysocephala (L.) (Psylliodes) 398 
cionoides Clk. (Homotyphus) 529 
clara (Har.) (Resistenciana) 581 
clarki Baly (Plectotetra) Sy 
clarki (Jac.) (Bellacincta) 529 
clarki n.n. (Euphenges) 529 
clarki n. n. (Rhinotmetus) 528 
clypeata Bech. (Hermenegilda) 963 
clypeata Clk. (Chlamophora) 970 
coarctata Har. (Chorodecta) 550, 552 
coccineum Clk. (Allochroma) 515, 530 
concolor Clk. (Hypantherus) osl 
collata (F.) (Disonycha) 554 
comes (Clk.) (Physimerus) 531 
concolor Clk. (Hypantherus) 518 
constricticollis Jac. (Hypolampsis) 526 
consularis Har. (Iphitroides) 515 
cordovensis Jac. (Physimerus) 531 
corumbana Bech. (Babiohaltica) 591 
costata Baly (Rhypetra) 972 
costulata Clk. (Hypolampsis) 526 
crassipes Champ. (Docemina) 590 
crispus Clk. (Calipeges) 510, 528 
croceus Clk. (Monoplatus) 923 
cruciatus Clk. (Rhinotmetus) 528 
crucifer Clk. (Rhinotmetus) 528 
cruralis Stal (Crimissa) 593 
cryptocephala Koch (Dibolia) 582 
cyanoptera Er. (Ocnoselis) 989 
darwini Champ. (Aulonodera) 542 
denticollis Har. (Trichaltica) 567 
depressus Clk. (Rhinotmetus) 528 
deyrollei (Baly) (Centralaphthona) 597 
deyrollei Baly (Systena) 544 
deyrollii Clk. (Cerichrestus) 529 
deyrollii (Clk.) (Rhinotmetus) 528 


dilaticornis (Clk.) (Hypolampsis) 526 
dimidiatipennis (Baly) (Eugoniola) 568 
dimidiatipennis Clk. (Monoplatus) 523 


discoidalis Jac. (Omototus) 324 
distinguendus Clk. (Monoplatus) 523 
dohrnii (Clk.) (Homotyphus) 525 
dohrni Clk. (Hypolampsis) 526 
dorsalis Jac. (Acrocyum) 594 


604 


elegans Baly (Stenophyma) 965 
elegans CIk. (Tetragonotes) 519, 524 
elegantula (Jac.) (Acanthonycha) 559 
elegantulus Clk. (Rhinotmetus) 528 
elegantulus (Jac.) (Hypolampsis) 526 
ephippium (Clk.) (Hypolampsis) 526 


erichsoni Baly (Homotyphus) 525 
erichsoni (Jac.) (Acallepitrix) 363 
exclamationis (Bohem.) (Disonychodes) 
359 
exiguus Clk. (Cerichrestus) 529 
eximius Clk. (Physimerus) 531 
expulsa Bech. (Parecynovia) 64 
facialis Jac. (Exoceras) 546 
fallax Clk. (Hypolampsis) 326 
fasciaticollis Jac. (Tetragonotes) 524 
fasciatum Clk. (Allochroma) 530 
fascicularis (Clk.) (Hypolampsis) 526 
femoralis Jac. (Physimerus) 531 
ferruginea (Ol.) (Strabala) 578 
ferrugineonotata Clk. (Hypolampsis) 526 
ferrugineum Jac. (Calliphron) 45 
ferrugineus (Suffr.) (Aedmon) 512, 528 
festivum Clk. (Allochroma) 330 
flava Clk. (Psilapha) 561 


flavescens (Baly) (Margaridisa) 563 
flavescens Blanch. (Crammicopterus) 574 


flavicans Clk. (Cerichrestus) 529 
flavicollis (Jac.) (Allochroma) 530 
flavicollis Jac. (Sparnus) 932 
flavidus Clk. (Rhinotmetus) 528 
flavipes (Bohem.) (Lysathia) 597 


flavipilosus (Jac.) (Hypolampsis) 526 
flaviventris (Clk.) (Physimerus) 507, 517 
flavonotatum Jac. (Allochroma) 330 
flavonotata Clk. (Hypolampsis) 926 
flavovittatum Clk. (Allochroma) 530 
flavivittatus Jac. (Rhinotmetus) 528 


flohri Jac. (Allochroma) 530 
fragilis Clk. (Hypolampsis) 926 
fromonti (Duv.) (Dinaltica) Su 
frontale Jac. (Allochroma) 330 
fryella Clk. (Hypolampsis) 926 


fuliginosus (Clk.) (Euphenges) 529 
fuliginosus Clk. (Homotyphus) 525 
fulva Jac. (Sophranella) 541 
fulveola Jac. (Aphanocera) 970 
fulvicollis Jac. (Mesodera) 567 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


fulvomarginatus Jac. (Octogonotes) 524 
fulvoplagiatum Jac. (Allochroma 530 
fulvopubescens (Clk.) (Homotyphus) 


525 
furcipes CIk. (Atyphus) 506, 507, 529 
fusca Clk. (Hypolampsis) 927 
fuscatus (Clk.) (Homotyphus) 925 
fuscocostatus (Clk.) (Hypolampsis) 

526 
generosum (Clk.) (Omototus) 524 
gibba Clk. (Hypolampsis) 926 
globosus Clk. (Sparnus) 5127532 
godmani Jac. (Allochroma) 530 
grayi Clk. (Monoplatus) 923 
griseostriatus Clk. (Hypolampsis, 526 
grossa Chap. (Elithia) 594 
guatemalense Jac. (Allochroma) 930 
haagi (Har.) (Glenidion) 548 
haagi Har. (Nasidia) 587 


heikertingeri (Bech.) (Aedmon) 512, 528 
heikertingeri Bech. (Diosyphraea) 560 
hexagona ClIk. (Tetragonotes) 924 
hilaria Bech. (Exaudita) 542 
hispicornis Bech. (Longasphaera) 535 
högei Jac. (Allochroma) 930 
holosericeus Clk. (Homotyphus) 503, 525 
hortensis (Geoffroy) (Chaetocnema) 


938. 
humerale (Clk.) (Phylacticus) 531 
humeralis Clk. (Loxoprosopus) 530 


humeronotatus (Clk.) (Bellacincta) 508, 


529 
humeronotatus (Clk.) (Hypolampsis) 

926 
humilis CIk. (Cerichrestus) 529 
humilis Clk. (Rhinotmetus) 528 
impressus (Clk.) (Euphenges) 529 


impunctatus CIk. (Monoplatus) 923 
inaequalis Clk. (Hypolampsis) 501, 526 
inclyta Clk. (Hydmosyne) 508, 532 


inconspicuus (Clk.) (Euphenges) 529 
inflatipes (Bech.) (Marcapatia) 561 
inornatus Clk. (Hypolampsis) 926 
inornatus Clk. (Rhinotmetus) 528. 
intermedium (Jac.) (Sparnus) 532 
interruptovittatus (Jac.) (Walterianella) 
536 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 605 


irroratus Clk. (Physimerus) 926 mexicanum Jac. (Allochroma) 530 
miersii Clk. (Monoplatus) 523 
jacobyi (Baly) (Coroicona) 577  miersii (Clk.) (Hypolampsis) 526 
jacobyi Bech. (Cornulactica) 580  militaris Har. (Tetragonotes) 524 
jacobyi n. n. (Rhinotmetus) 528 mimulus Har. (Hypolampsis) 526 
jamaicense Blake (Homoschema) 596 minima Clk. (Hypolampsis) 926 
jansoni Baly (Aprea) 544,584  minutus (Clk.) (Hypolampsis) 927 
jessia (Bech.) (Genaphthona) 552,556 minutus Jac. (Rhinotmetus) 928 
jucundus Clk. (Monoplatus) 523  minutus (Jac.) (Ulrica) 520,921, 582 
juvencus Clk. (Physimerus) 517  modestus Clk. (Phylacticus) 531 
modestus Jac. (Rhinotmetus) 528 
kirschi Harold (Nephrica) 540 morosus Clk. (Omototus) 502, 524 
multicostata Clk. (Hypolampsis) 527 
labialis (Clk.) (Hypolampsis) 326 muraii Clk. (Hypolampsis) 527 
lacordairii Clk. (Hypolampsis) 526 muriensis Bech. (Wittmeraltica) 980 
lacunosus Clark (Homotyphus 503, 525 murina Har. (Lactina) 974 
laevigatus (Clk.) (Zeteticus) 520, 524 
lateralis (Bowd.) (Chaparena) 531 nanaialk (iIyDohme) 596 
lemoeides (Clk.) (Meraaltica) 502, En ee en 597 
leptocephalus (Perty) (Rhinotmetus) ee a En Es 
504, 528 
libentinus (Germ.) (Alagoasa) 536 ER ee . ss 2 
limbata (Baly) (Chaparena) a ne op a) 2 
limbata Baly (Iphitrea) 569 en a u 
limbatus (Baly) (Physimerus) 531 a E a Dr) 508 
longicornis (Jac.) (Deuteraltica) 537 one A zent) 

; nigricornis (Jac.) (Hypolampsis) 927 
longicornis Jac. (Luprea) ; Rn nigrifrons (Clk.) (Physimerus) 531 
longicornis (Jac.) (Marcapatia) 960 1 >98 
lunatum Clk. (Allochroma) 330 an ge 5 2) 597 
luteicollis (Clk.) (Hypolampsis) 926 ne. ( ne ee 573 
maculicollis Jac. (Hypolampsis) 498,526 Nigripennis Jac. (Physimerus) S31 
maculicornis Clk. (Homotyphus) 525 nNigripes Baly (Stegnea) S6l 


maculipennis (Jac.) Hypolampsis) 526 nigripes Clk. (Monoplatus) >01, 523 


magna (Bech.) (Roicus) 594  nigripes (Clk.) (Hypolampsis) DH 
maior Jac. (Phylacticus) 53] nigromarginatum (Clk.) (Euphenges) 
marginata (Bowd.) (Chaparena) sl 329 
marginata Clk. (Caeporis) 576 nigropietus Jac. (Orodes) 345 
marginata (F.) (Cacoscelis) 552  nigroplagiatum (Jac.) (Exartematopus) 
marginatus Clk. (Loxoprosopus) 530 332 
marginatus Clk. (Rhinotmetus) 528 nitens Weise (Minotula) 563 
marginicollis Clk. (Cerichrestus) 529 nitida (Jac.) (Diphaltica) 582 
melaleuca Er. (Lactica) 578  nitidulum Clk. (Pleurochroma) 532 
melanotus Clk. (Hypolampsis) 526  nitidus (Clk.) (Euphenges) 529 
melanurus Ol. (Monoplatus) 523  nitidus (F.) (Wanderbiltiana) 537 
meridionalis Clk. (Hypolampsis) 526 nobilis Clk. (Exartematopus) 532 
metallica (Jac.) (Bellacincta) 529 nodosus (Clk.) (Homotyphus) 525 


metallica Bech. (Doloresa) 585  nubilus (Clk.) (Homotyphus) 525 


‘606 


Scherer: Bestimmungsschlüssel d. neotropischen Alticinen-Genera 


obscuroplagiatus Jac. (Hypolampsis) 


527 
obscurus Clk. (Hypolampsis) 927 
obscurus Clk. (Physimerus) 53l 
octomaculata Jac. (Chrysogramma) 

595 
octomaculatus (Jac.) (Tetragonotus) 

924 
oleracea (L.) (Altica) 556 
olivaceus Clk. (Phylacticus) S3l 
opimus (Germ.) (Paranaita) 939 
ornata Baly (Sophraena) 895 
ornatum Blake (Homoschema) 596 


orophila Bech. (Rhynchasphaera) 535 
orsodacnina (Bech.) (Aedmon) 512, 528 


pallida Jac. (Nasigona) 542, 5483 
pallidum CIk. (Pleurochroma) 532 
pallipes Clk. (Rhinotmetus) 928 
panamensis Jac. (Hydmosyne) 532 
panamensis (Jac.) (Hydmosyne) 932 
panamensis Jac. (Pseudogona) 390 
parallela Clk. (Hypolampsis) 927 
parcepunctata Bech. (Palopoda) 506, 529 
parva (Bech.) (Syphraea) 996 
parvulus Jac. (Rhinotmetus) 928 
peruviana (Har.) (Sophraena) 995 
picea Jac. (Pseudodibolia) - 583 
piceum Clk. (Allochroma) 330 
pilosa Clk. (Hypolampsis) 527 
pilosa (Ill.) (Distigmoptera) oll 
plicata (Er.) (Macrohaltica) 997 
pollinosus (Clk.) (Physimerus) 531 
porculus Clk. (Hypolampsis) 027 
portoricense Blake (Glyptobregma) 584 
posticatum Jac. (Allochroma) 530 
praeclara Clk. (Eupeges) 508, 531 
prasinus Clk. (Phylacticus) sl 


presidenciae Clk. (Monoplatus) 523 


pretiosa Baly (Syphraea) 562, 565 

prima Bech. (Neothona) 549 

promecosomoides Bech. (Piobuckia) 
547 


pruinosus (Clk.) (Hypolampsis) 927 


pubescens Clk. (Apalotrius) 505, 529 
pulchella Baly (Phrynocepha) 897 
pulchella Blake (Hemilactica) 572 


pulchellus (Clk.) (Hypolampsis) 927 
pulcher Clk. (Panchrestus) 518, 530 


pumilio Clk. (Hypolampsis) 501, 526 
punctata n. sp. (Meraaltica) 922, 530 
puncticolle Jac. (Allochroma) 330 
purpureipennis CIk. (Tenosis) 948 


pygmaeus Clk. (Coelocephalus) 526 
pygmaeus (Jac.) (Hypolampsis) 527 


quadrimaculata Jac. (Iphitroides 575 
quadrinotatus Boh. (Megistops) 982 
quadripes Clk. (Omototus) 924 
quatuorlineatus (Clk.) (Octogonotes) 524 
quatuornotatus Clk. (Monoplatus) 


923 
quatuorpustulatum ClIk. (Allochroma) 

530 
recticollis Jac. (Cyrsilus) 997 
regia Clk. (Hypolampsis) 927 
revisus (Clk.) (Hypolampsis) 927 
rhois (Forst.) (Blepharida) 998, 539 
robinsoni (Clk.) (Monoplatus) 523 
robusta Clk. (Hypolampsis) 927 
rogersi (Jac.) (Tetragonotes) 924 


roseobrunneus Bech. (Homotyphus) 503 
rotundatum (Clk.) (Brachyscelis) 528 
rubicunda (Jac.) (Hypolampsis) 527 
rubicundus ClIk. (Panchrestus) 530 


rubra Bech. (Sanariana) 593 
rubronotatum Clk. (Glenidion) 548 
rufa Clk. (Pedilia) 541 
rufescens Clk. (Panchrestus) 530 
ruficollis Clk. (Rhinotmetus) 928 
rufipennis Jac. (Octogonotes) 924 
rufolimbatus (Jac.) (Bellacincta) 9508, 

529 
rufotestaceus (Clk.) (Euphenges) 500, 

529 
rufula Wse. (Prosplecestha) 587 
rusticus Clk. (Hypolampsis) 527 
salvini Jac. (Physimerus) sl 
sanguinicollis Clk. (Gethosynus) 514, 

532 
sanguineum (Clk.) (Sparnus) 532 
scabrosa (Clk.) (Physimerus) 531 
schindleri Bech. (Yungaltica) 560 
scutellaris Clark (Exartematopus) 514, 

532 


scutellatus (Jac.) (Hypolampsis) 927 


Ent. Arb. Mus. Frey 15, 1962 


semichalybeus Clk. (Monoplatus) 523 
semipunctatum Jac. (Allochroma) 530 
semipurpurea (Har.) (Physimerus) 531 
semiviolaceus Clk. (Monoplatus) 523 
sericellum Clk. (Aedmon) 512, 528 
sericeopubescens (Clk.) (Hypolampsis) 


Sa 
sericeus (Bowd.) (Chaparena) 531 
sericeus CIk. (Euphenges) 505, 529 
sericeus (Perty) (Physimerus) 531 


sexmaculatum Jac. (Allochroma) 530 
sexmaculatus (Clk.) (Hypantherus) 

531 
sexmaculatus Clk. (Roicus) 519, 524 
sexmaculatus (Ill.) (Capraita) 537 
sexnotatus (Clk.) (Hypolampsis) SPA 
sexsignatum ClIk. (Allochroma) 530 


sexsignatus Clk. (Monoplatus) 923 
signaticornis Clk. (Hypolampsis) 527 
simoni (Jac.) (Hypolampsis) 927 
spectabilis Clk. (Rhinotmetus) 328 
squalidus Clk. (Homotyphus) 525 
squamata Clk. (Hypolampsis) 526 
straminea Har. (Ptocadia) 585 
subanchoralis Clk. (Tetragonotes) 518, 

524 


suboculatus (Clk.) (Hypolampsis) 827 
suborbicularis Clk. (Hypolampsis) 527 


sulcicollis CIk. (Rhinotmetus) 928 
sumptuosus Clk. (Octogonotes) 924 
suturalis Jac. (Homotyphus) 525 
sylvatica Clk. (Hypolampsis) 927 
teapense Jac. (Allochroma) 830 
tenuicornis Clk. (Cerichrestus) 529 
tersa Er. (Palopoda) 506, 529 
thamni (Baly) (Hypolampsis) 927 


thoracicus Clk. (Octogonotes) 524 


607 


tibialis (Jac.) (Hypolampsis) 527 
tibialis Jac. (Physimerus) 531 
tomentosum (Clk.) (Brachyscelis) 528 
transversonotatus (Clk.) (Homotyphus) 
525 
trivialis (Clk.) (Hypolampsis) Da, 
trivittatus (Baly) (Nycteronychis) 536 
tuberculatus (Clk.) (Homotyphus) 525 


turgidus (Clk.) (Euphenges) 929 
umbratica (Ol.) (Araoua) 536 
undatus (Clk.) (Homotyphus) 520 
unifasciatus (Jac.) (Tetragonotes) 524 
ustulata (Har.) (Varicoxa) 555 
ustulatus CIk. (Phylacticus) 516, 531 
varicornis Jac. (Homotyphus) 925 
varicornis (Jac.) (Hypolampsis) 927 
variegatus (Jac.) (Pyxidaltica) 535 
vellerea Germ. (Brachyscelis) 502, 528 
vellereus Clk. (Homotyphus) 525 
velutinum (Clk.) (Brachyscelis) 528 
venustum (Clk.) (Euphenges) 529 
verticalis (Baly) (Brasilaphthona) 591 
vicina Clk. (Hypolampsis) 927 
virgatus (Clk.) (Homotyphus) 525 
vittata Jac. (Agasicles) 500 
vittata (CIk.) (Roicus) 524 
vittatus CIk. (Physimerus) 507, 517, 531 
vulgaris Clk. (Physimerus) | sl 
waterhousi Clk. (Rhinotmetus) 928 
wittmeri Bech. (Gioia) 996 


wollastoni Clk. (Homotyphus) 925 
yungarum (Bech.) (Anerapa) 514, 532 


zapotensis (Jac.) (Hypolampsis) 927 


608 Frey: Neue Melolonthiden aus Asien und Ostafrika (Col.) 


Neue Melolonthiden aus Asien und Ostafrika (Col.) 
von G. Frey 


Herr Dr. Scherer hat im Mai 1961 eine 3-monatige Reise nach dem Himalaja 
unternommen und von Assam bis Simla in den mittleren Höhenlagen gesammelt. 
Besonders in Assam haben sich hierbei sehr interessante Resultate ergeben. Die 
Fauna von Assam ist gegenüber den Faunen von Darjeeling und noch mehr von 
Dehra-Dun verschieden. Auch gegenüber der burmesischen Fauna besteht ein er- 
heblicher Unterschied. 

Eine Reihe von Arten, besonders von den bis jetzt untersuchten Melolonthi- 
den und Coprophagen dürfte neu sein. Nachfolgend ein erster Beitrag zur Erkennt- 
nis neuer Arten. Siehe auch „Ent. Arbeiten aus dem Museum G. Frey“ Band 13, 
Heft 1/1962. 


Apogonia unidens n. sp. 


Ober- und Unterseite bronze-schwarz, glänzend, Oberseite glatt, Unter- 
seite fein anliegend, kurz und zerstreut, hell behaart. Die untere Hälfte des 
Pygidiums ist fein lang und abstehend behaart. Clypeus kurz, vorne ein 
wenig geschweift, fast gerade. Die Oberseite des Kopfes und der Halsschild 
dicht und grob punktiert. Der Abstand der Punkte auf der Scheibe des Hals- 
schildes entspricht etwa ihrem Durchmesser. Auf den Seiten des Halsschildes 
ist die Punktierung dichter, auf der Stirn einige kleine kahle Stellen. Die 
Flügeldecken noch gröber und dichter als der Halsschild punktiert. Einige 
Rippen sind angedeutet. Das flache Pygidium ist sehr grob und runzelig 
punktiert. Halsschildvorderecken sind spitz und vorgezogen, die Hinter- 
ecken breit abgerundet. Die Basis des Halsschildes ist neben dem Scutellum 
nicht ausgerandet. Das Scutellum ist kräftig punktiert mit glatter Mittellinie. 

Die Vorder-Tibien haben nur einen Zahn ohne Andeutung eines 2. 
Zahnes (siehe Abb. 1). Dadurch unterscheidet sich diese Art von allen übri- 
gen indischen Arten. Die Gestalt ist flach, auch der Halsschild wenig ge- 
wölbt. 

Länge 9 mm. 

2 Exemplare aus Assam: Khasi Hills, Cherrapunyi, ca. 1300 m, leg. G. 

Scherer V. 1961. Type und Paratype in meinem Museum. 


Apogonia schereri n. sp. 


Ober- und Unterseite bronze bis schwarz. Oberseite glatt, die Punkte 
auf der Unterseite tragen ganz kurze Härchen. Ober- und Unterseite ein- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 609 


schließlich Pygidium glänzend. Oberseite einschl. Kopf und Halsschild wenig 
gewölbt, Kopf und Halsschild flach. Clypeus kurz, vorne gerade, die schrä- 
gen Seiten fast gerade. Vorderrand aufgebogen. Die Oberseite des Kopfes 
dicht und ziemlich fein, etwas unregelmäßig punktiert, ebenso der Hals- 


Abb. 1: Vorderbein von Apogonia unidens sp. n. 


schild. Auf der Scheibe nach vorne ist die Punktierung etwas offener, sonst 
ist der Punktabstand = ihrem Durchmesser. Vorderer Seitenrand des Hals- 
schildes gerade, manchmal ein wenig konkav. Vorderecken rechtwinkelig 
bis spitzwinkelig, sehr scharf. Hinterer Seitenrand gleichmäßig gerundet, 
Hinterecken abgerundet. Scutellum sehr breit mit einigen Punkten. Flügel- 
decken grob und dicht punktiert, mit 3 undeutlichen, nur wenig punktierten, 
kaum gewölbten Rippen. Pygidium etwas gewölbt, grob und dicht punk- 
tiert. Unterseite bis auf die Mitte des Metasternums dicht punktiert. Vorder- 
Tibien mit 2 Zähnen. Geschlechtsorgane siehe Abb. 2. Länge 7,5—9 mm. 


Von den übrigen in Assam vorkommenden Arten durch die dichte und 
feine Halsschildpunktierung verschieden. Von der folgenden Art durch den 
flachen Halsschild, den runden Clypeus und die Genitalien, von assamensis 
Mos. vor allem durch das glänzende Pygidium zu unterscheiden. 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 39 


610 Frey: Neue Melolonthiden aus Asien und Ostafrika (Col.) 


12 S, Assam: Kaziranga nördl. Mikir-Hills/Brahmaputra, leg. G. Sche- 
rer V. 1961. Type und Paratypen in meinem Museum. 


Abb. 2: Aedoeagus (dorsal und lateral) von Apogonia schereri sp.n. 


Apogonia convexicollis n. sp. 


Ober- und Unterseite schwarz mit Bronzeschimmer, glänzend, Fühler 
etwas heller. Oberseite glatt, Unterseite in den Punkten mit äußerst kurzen, 
weißen Härchen ausgezeichnet, ebenso die Beine. Das Pygidium trägt dünne 
aufrechte Haare, Länge 8—8,5 mm. Clypeus kurz, nahezu gleichmäßig flach 
gerundet. Oberseite des Clypeus dicht und grob, aber nicht runzelig punk- 
tiert, von der Stirn deutlich abgesetzt, Stirn vorne glatt mit ein paar groben 
Punkten, hintere Stirn und Scheitel etwas feiner als der Clypeus punktiert. 
Stirn und Scheitel flach. 

Der Halsschild ist stark gewölbt, die Vorderseiten gerade, die hintere 
Seite gleichmäßig gerundet, die breiteste Stelle des Halsschildes etwa !/s des 
Durchmessers von den Hinterecken entfernt. Die Vorderecken nicht vorge- 
zogen, rechtwinkelig, die Hinterecken stumpfwinkelig. Der Halsschild ist 
gleichmäßig dicht und mittelmäßig fein punktiert. Der Abstand der Punkte 
beträgt im Durchschnitt ein klein wenig mehr als ihr Durchmesser. Das 
Schildchen ist wie der Halsschild punktiert. 

Die Flügeldecken sind ebenfalls gewölbt. Sie sind gröber als der Hals- 
schild und dicht punktiert. Die Schulterbeule und der Ansatz der Rippen an 
der Basis sind glatt. Die Rippen sind nur markiert und undeutlich. Das Pygi- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 611 


dium ist sehr grob und dicht punktiert, wenig gewölbt und hat in der Mitte 
eine glatte Stelle, jedoch keinen ausgesprochenen Kiel. Genitalien siehe 
Abb. 3. Von der vorhergehenden Art durch den gewölbten Halsschild, von 
assamensis Mos. ebenfalls durch das glänzende Pygidium verschieden, auch 
die Punktierung ist gleichmäßiger und feiner als bei den übrigen in Assam 
vorkommenden Arten. 


UA 


Abb. 3: Aedoeagus von Apogonia convexicollis sp. n. 


3 ö, Assam: Kaziranga nördl. Mikir Hills/Brahmaputra, leg. G. Scherer 
V. 1961, Typen und Paratypen in meinem Museum. 


Apogonia impressipyga n. sp. 

Ober- und Unterseite gelbbraun, Tibien etwas angedunkelt, Oberseite 
glatt, Unterseite fein dünn und hell behaart, Behaarung anliegend und kurz. 
Clypeus vorne gerade, die Oberseite des Kopfes und die Flügeldecken mittel- 
mäßig fein und dicht punktiert, Hals und Scheitel etwas feiner punktiert. Auf 
den Flügeldecken sind auf der Scheibe Linien angedeutet, an den Seiten 
der Flügeldecken sind die Punkte in Reihen angeordnet. 

Das Pygidium ist von allen anderen, bis jetzt bekannten Apogonia- 
Arten abweichend. Es trägt an den beiden Seiten eine doppelte Leiste, an 
der Spitze eine 3-fache Leiste. An der Basis ist die Leiste einfach. Beiderseits 
der Mittellinie und an der Spitze ist das Pygidium erheblich eingedrückt. Die 
beiden oberen Eindrücke bilden eine flache Mulde, der untere Eindruck ist 


612 Frey: Neue Melolonthiden aus Asien und Ostafrika (Col.) 


etwas kleiner, da er vor der Spitze liegt. (Einige bekannte Apogonia-Arten 
haben ebenfalls ein abnormes Pygidium, jedoch liegt hier der Eindruck in 
der Mitte, also gerade umgekehrt wie bei Apogonia impressipyga. (Siehe 
Abb. 4). 


Abb. 4: Pygidium von Apog. impressipyga n. sp. 


Vorder-Tibien mit 2 Zähnen. 

ö und $ sind nur durch den etwas schmäleren Clypeus und die etwas 
längeren Fühler beim ö verschieden. 

Länge 7—8 mm. 

2: 

Manjara See, Tanganyika, von meinen Söhnen Herbert und Bernhard 
Frey im Dezember 1961 gesammelt. 

Type und Paratype in meinem Museum. 


Leucoserica assamensis n. Sp. 


Ober- und Unterseite hell rotbraun, Kopf und Flügeldecken ein wenig 
dunkler glänzend. Flügeldecken und Halsschild glatt, Seitenränder bewim- 
pert, auf dem Clypeus einige aufrechte, dünne Haare. Metasternum in der 
Mitte lang und dicht behaart. Die Ränder der Ventralsegmente sowie die 
untere Hälfte des Pygidiums ebenfalls lang und hell behaart. Die Seiten des 
Metasternums und die oberen Teile der Ventralsegmente sehr fein dünn, 
kurz und zerstreut behaart. Clypeusrand aufgebogen, kaum geschweift, 
Ecken gerundet, Seiten nur wenig apical divergierend, Oberseite in der 
Mitte gewölbt, die Wölbung glatt, nur am Rande ziemlich grob und flach 
punktiert. Stirn und Scheitel etwas gewölbt, mit zerstreuten groben Punkten. 
Begrenzungslinie in umgekehrtem Bogen verlaufend, nicht sehr deutlich. 

Halsschildseitenrand nur wenig geschweift, nach vorne verengt, Vorder- 
ecken sehr spitz und vorgezogen, Hinterecken rechtwinkelig, Basis beider- 
seits des Scutellums ein wenig ausgerandet. Oberseite des Halsschildes ziem- 
lich fein und nicht sehr dicht punktiert. Abstand der Punkte etwa das Dop- 
pelte ihres Durchmessers. Das Scutellum bildet ein gleichschenkeliges, 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 613 


spitzes Dreieck und ist wie der Halsschild punktiert. Die Flügeldecken tra- 
gen ziemlich enge Streifen aus meist quergestellten Punkten. Die Zwischen- 
räume sind etwas gewölbt und verflachen apical. Das Pygidium ist gewölbt, 
ziemlich dicht und mäßig fein, aber flach punktiert. Die Fühler sind 10- 
gliedrig. Die Fahne beim ö besteht aus fünf Gliedern, das 1. ist !/s kürzer 
als die übrigen. Die Fahne ist so lang wie der Kiel. 

Länge 6,8 mm. 

Durch die Größe von den 2 bisher bekannten Arten dieser Gattung ful- 
gida und lateralis Arr. (4.5—5 mm) deutlich verschieden. Bei assamensis ist 
das Abdomen normal, bei fulgida ö mit Lappen, lateralis hat 4-gliedrige 
Fühlerfahne. 

1 5 Assam: Khasi Hills, Shillong 1500 m, leg. G. Scherer V. 1961. 


Cephaloserica schereri n. sp. 


Braun mit schwarzbraunen Streifen neben der Naht und dunklerem 
Halsschild oder ganz schwarzbraun. Fühler gelb. Oberseite wenig, nur der 
Clypeus stärker glänzend, jedoch wenig tomentiert. Oberseite glatt, Hals- 
schild, Flügeldeckenrand und unteres Pygidium bewimpert. Unterseite leicht 
bereift, in der Mitte dicht mit Borsten besetzt. Die Seiten des Metasternums 
und die Ventralsegmente ebenfalls mit Borstenreihen ausgezeichnet. Clypeus 
etwas abgesetzt, schwach dreizähnig, der mittlere Zahn meist kräftiger als 
die Eckzähne. Clypeusrand aufgebogen. Die Oberfläche nach dem Rand ver- 
tieft und grob runzelig punktiert. Stirn und Scheitel sehr seicht punktiert und 
im Grunde chagriniert. Halsschild gewölbt, im Grund chagriniert, dann ziem- 
lich dicht grob und flach punktiert, Vorderecken vorgezogen, spitz, Hinter- 
ecken ganz verrundet. Die Halsschildbasis neben dem Scutellum ausgeran- 
det. Schildchen wie der Halsschild punktiert und in der Mitte glatt. Flügel- 
decken mit zahlreichen schmalen, manchmal ganz glatten und flachen Rippen 
in den Zwischenräumen, wie der Halsschild teilweise doppelreihig punktiert. 

Pygidium gewölbt wie die Flügeldecken, nur wesentlich feiner auf cha- 
griniertem Grund punktiert. Vorder-Tibien mit 2 kräftigen Zähnen, Hinter- 
schenkelränder nahezu parallel. Fühlerfahne (5) 3-gliedrig, beim ö nahe- 
zu so lang wie der Stiel. 

Länge 7—8 mm. 1 d, 2 29, Assam: Khasi Hills, Cherrapunyi, ca. 
1300 m, leg. G. Scherer. 

Von carinirostris Br. durch den fehlenden Kiel am Clypeus, von triden- 
tata Mos. tridenticeps Mos. und rotunda Arr. durch die geringere Größe ver- 
schieden. Diese Arten haben mindestens 9 mm Länge. Von parvula Mos. ist 
die Art durch den grob punktierten Halsschild von quinquedens Brenske 
durch die kürzere gewölbte Form und den Clypeus verschieden. Vulpectula 


614 Frey: Neue Melolonthiden aus Asien und Ostafrika (Col.) 


Arr. und mulmeina Br. haben ebenfalls einen feinpunktierten Halsschild. 
Die Art steht am nächsten der Cephaloserica satrapa Br. aus Yunnan/China. 
Diese Art ist jedoch ebenfalls um 2 mm kleiner. 


Polyphylla nubecula n. sp. (Abb. 5) 


Ober- und Unterseite, sowie Fühler und Beine dunkelbraun, fast matt. 
Die ganze Oberseite einschließlich Kopf und Halsschild sowie Scutellum mit 


Abb. 5: P. nubecula n. sp. 


weißlichen kleinen, eiförmigen Schuppen bedeckt und zwar in unregelmä- 
Biger Weise, so daß dieselbe gleichsam bewölkt erscheint. Außer den Wim- 
pern am Halsschild ist keinerlei Behaarung vorhanden. Die Unterseite an- 
liegend weißlich behaart, die Behaarung borstenförmig. Die Mitte der 
Unterseite bis auf einige Haare an den Sterniträndern glatt, das letzte Ster- 
nit durchgehend behaart. 

Das Propygidium ist wie die Unterseite, das Pygidium wie die Ober- 
seite, jedoch mit kahler Mittellinie bekleidet. 

Clypeus etwas breiter als die an den Augen eingeengte Stirn, kurz, 
vorne seicht ausgerandet, die Ecken abgerundet, der Vorderrand aufgebo- 
gen und etwas abgesetzt. Die Begrenzungslinie Clypeus-Stirn wenig deut- 
lich parallel zum Clypeusrand gebogen. Die Fühler zehngliedrig, die Fahne 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 615 


ö 7-2 6-gliedrig, beim & die dreifache Stiellänge erreichend und gebogen. 

Der Halsschild ist an der Basis nicht gerandet, die Seitenränder sind 
ganz schwach krenuliert, der vordere und hintere Rand ist hellbraun bewim- 
pert. Die Vorderecken sind nicht vorgezogen und stumpfwinkelig, die Hin- 
terecken deutlich und rechteckig. Der hintere Seitenrand leicht konkav ge- 
schweift. Die ganze Oberfläche des Kopfes und des Halsschildes ist nabel- 
förmig runzelig, die Flügeldecken querrunzelig punktiert, die Skulptur je- 
doch durch die Schuppen größtenteils verdeckt. Alle Klauen mit breiter 
Basis, und in der Mitte mit einem scharfen, etwas gebogenen Zahn. Die 
Tibien mit 3 scharfen Zähnen (P), mit 2 scharfen und einem kleineren 
stumpfen Zahn (Ö). 

Fundort: Swatow China, 1936. 

Länge 38 mm. 

Type und Paratype (1 ö,1 9) in meinem Museum. 

Die Tiere befinden sich seit Jahren in meinem Museum. Ich habe sie 
dem bekannten Spezialisten für pal. Melolonthiden, Herrn Tesar in Opava 
übersandt, der sie ebenfalls als neu erkannte. Auch ein Vergleich mit der mir 
vom Rijksmuseum Stockholm liebenswürdigerweise überlassenen Type von 
Pol. tonkinensis Dew. ergab keine Ähnlichkeit. Durch die wolkenförmige Be- 
schuppung und durch den 6-gliedrigen Fächer beim % ist sie von allen bisher 
bekannten Polyphylla-Arten verschieden. 


616 Frey: Neue Onthophagus-Arten (Col. Scarab.) 


Neue Onthophagus-Arten (Col. Scarab.) 
von G. Frey 


Ich erhielt vom Britischen Museum die dort befindlichen Vorräte an undeter- 
minierten Onthophagen zur Bestimmung. Es befanden sich darunter zum Teil auch 
alte Ausbeuten aus Gegenden, die heute schwer zu besammeln sind. Das Material 
enthält sehr viele interessante Käfer, leider jedoch auch eine große Menge solcher, 
die nur in einzelnen Exemplaren, darunter meist 9, vorhanden sind, weshalb eine 
Beschreibung sich nicht durchführen ließ. 


Folgende Arten konnten jedoch als neu festgestellt werden: 


Onthophagus miricollis n. sp. 


Gelbbraun, Kopf, Scheibe des Halsschildes, die Spitzen der Halsschild- 
körner, einige Flecken auf den Flügeldecken, die vorderen Beine, sowie die 
obere Hälfte der mittleren Schenkel kupferfarbig. Fühler gelb. Ober- und 
Unterseite ziemlich dicht anliegend greis behaart, zwischen den Hörnern auf 
dem Halsschild ist die Behaarung weniger dicht, das Pygidium ist sehr lang 
und dicht behaart, dort verdeckt die Behaarung die Oberfläche. Ober- und 
Unterseite mäßig glänzend. 


ö: Clypeus Vorderrand gleichmäßig gerundet, Wangen nicht hervor- 
tretend. Oberseite des Clypeus dicht granuliert. In der Mitte des Kopfes 
erhebt sich eine breite, sich gleichmäßig verjüngende Lamelle, welche in ein 
langes, nach rückwärts leicht gebogenes Horn übergeht. Der Kopf hat keine 
Frontalleiste. Halsschild am Vorderrand gerade, vor den Vorderecken ein 
wenig ausgeschweift, hinterer Seitenrand fast gerade. Vorderecken etwas 
vorgezogen und abgerundet. Die Basis des Halsschildes ist gerandet. Die 
Oberfläche des Halsschildes ist auf der Scheibe vor der mittleren Depres- 
sion dicht und fein granuliert, die Seiten des Halsschildes und die Hörner 
außen sind fein und zerstreut granuliert. Die Basis, die Depression selbst, 
sowie die Vorderecken des Halsschildes und der Vorderrand sind fein und 
zerstreut punktiert. Die Innenseite der Halsschildhörner ist glatt. In der 
Mitte der vorderen Halsschildhälfte befindet sich eine starke Depression mit 
etwas erhabener Mittellinie, welche von 2 breiten, sich gleichmäßig verjün- 
genden und nach rückwärts gebogenen Hörnern flankiert wird. Die basale 
Hälfte des Halsschildes hat eine deutliche, bis zum Rand reichende Mittel- 
furche. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 617 


?: Clypeus gleichmäßig gerundet, Oberfläche des Clypeus quergerun- 
zelt, die Stirn und der Scheitel dicht und grob granuliert. Auf der Stirn eine 
fast gerade, kräftige und kurze Leiste, in der Höhe der Augenmitte, in der 
Länge des halben Augenabstandes eine 2. gerade Leiste, welche an den 
Ecken und in der Mitte mit stumpfen Zähnen ausgezeichnet ist. Der Hals- 
schild ist durchweg dicht granuliert, an der Basis sind die Körner feiner und 
auf den Vorderecken einige rauhe Punkte. Die Kupferfärbung erstreckt sich 
auf ?/s der Oberfläche, im gelben Seitenrand befindet sich noch ein dunkler 
Längsfleck. Halsschild einfach, ohne Depression; nur eine kurze schwache 
Leiste, jedoch wesentlich kürzer als die Scheitelleiste, befindet sich am Ab- 
sturz. Die basale Mittelfurche ist ebenfalls vorhanden. 

Die Flügeldecken sind nicht sehr breit gestreift, die flachen Zwischen- 
räume dicht und rauh punktiert mit kleinen Körnern untermischt. Der Unter- 
grund ist chagriniert. Das Pygidium hat keine erkennbare Basalleiste und ist 
sehr dicht und grob punktiert. Die Flügeldecken haben an der Basis und 
auch auf der Scheibe einige undeutliche dunkle, längliche Flecken, auch das 
Pygidium ist in der Mitte dunkel, ebenso der Suturalstreifen und der Vorder- 
rand der Flügeldecken, die Epipleuren sind gelb. 

Länge 7—7,5 mm. 

Diese Art ist schwierig einzuordnen. Trotz der fehlenden Pygidiumleiste und 
den Punkten auf dem Halsschild beim & möchte ich sie wegen dem $ und 
dem granulierten Kopf in die 24. Gruppe nach D’Orbigny einreihen zu 
densipilis d’Orb. Von dieser Art deutlich durch die Armatur des Kopfes 
beim d und $ und die Färbung verschieden. (? von densipilis hat sehr 
lange, die Augen fast berührende Vertexleiste). 2 6 d,2 2%; Kenya, Watta 
Hill Kedai, leg. C. Montagne Smyth. 

Type im Britischen Museum. Paratypen in meinem Museum. 


Onthophagus deccanensis n. sp. 


Einfarbig schwarzbraun, Unterseite etwas heller, mäßig glänzend. Ober- 
und Unterseite fast glatt, nur mit undeutlichen, kaum sichtbaren (x25) 
Borsten. 

ö: Clypeus etwas vorgezogen, der Vorderrand leicht ausgeschweift und 
aufgebogen. Die Oberseite des Kopfes bis zum Ansatz der Hörner sehr dicht 
und ungleichmäßig punktiert. In der Mitte sind die Punkte feiner und mehr 
zerstreut, an den Seiten gröber. Es ist keine Stirnleiste vorhanden. Am In- 
nenrand der Augen erheben sich 2 unten sehr breite, dann sich im letzten 
Drittel verjüngend und im Winkel gegeneinander geneigte Hörner. Sie sind 
zuerst nach hinten geneigt und dann etwas aufgebogen. Die Hörner sind 
oben ziemlich spitz. Sie sind unten durch keine Leiste verbunden. 


618 Frey: Neue Onthophagus-Arten (Col. Scarab.) 


2: Der Clypeus ist nicht vorgezogen, gleichmäßig gerundet, der Vorder- 
rand ebenfalls seicht ausgeschnitten und aufgebogen. Die Oberseite des Cly- 
peus und der Stirn ist genau so punktiert wie das Ö, in der Höhe der unte- 
ren Augenspitze befindet sich eine flache, distal gewinkelte Leiste. Der Schei- 
tel ist zerstreut und sehr flach punktiert. Neben dem hinteren Augenrand 
2 große, spitz zulaufende, nach hinten geneigte Tuberkel. Der Scheitel ist 
etwas vertieft. 


Der Halsschild ist sehr fein gerandet, ungleichmäßig und unregelmäßig 
ziemlich dicht punktiert, die größeren Punkte sind alle sehr flach. Beim ö 
eine tiefe glatte Grube am Absturz hinter den Hörnern. Das $ hat einen 
einfachen Halsschildabsturz. Der hintere Seitenrand ist geschweift, der vor- 
deren Seitenrand ist gerade. Die Ecken vorgezogen und ziemlich spitz ver- 


rundet. 


Die Flügeldecken (ö?) sind sehr fein und eng gestreift, die Streifen 
etwas gekerbt. Die flachen Zwischenräume sind äußerst zerstreut granuliert, 
der letzte Zwischenraum grob und zerstreut punktiert. Die Flügeldecken im 
Grund chagriniert. Das Pygidium ist gerandet und sehr fein granuliert. 
Länge 6,5-7 mm. 

Die Art gehört zu taurinus, jedenfalls würde ich sie trotz des einfarbigen 
Halsschildes infolge der ähnlichen Armatur des Kopfes dazu stellen. Sie 
unterscheidet sich durch die Farbe, den anderen Clypeus (bei taurinus zu- 
gespitzt), sowie durch den anders gearteten Halsschildabsturz eindeutig von 
dieser Art. 3 d d&,1 9, Deccan Ahmaduagar, Indien, leg. J. E. M. Boyd. 
Type im Britischen Museum. 


Onthophagus saudiensis n. sp. 


Vorder-Tibien und Tarsen braun. Kopf dunkelgrün erzfarben, mit rot- 
braun gerandetem Clypeus. Der Halsschild hat 2 winkelige braune Flecken, 
sowie einen braunen Tuberkel. Die Flügeldecken haben auf dem 2., 4. und 
6. Zwischenraum gegeneinander versetzte braune Längsflecken, die Punkte 
auf dem Halsschild und etwas weniger auf den Flügeldecken sind größten- 
teils braun getönt, besonders die mittleren Halsschildpunkte. Fühler gelb. 
Ober- und Unterseite äußerst fein und kurz hell behaart, auf dem Pygidium 
ist die Behaarung etwas länger, schwach glänzend. 


Kopf wie alle Arten dieser Gruppe (29. Gruppe ochreatus d’Orb.) nor- 
mal geformt. Die breiteste Stelle etwas vor der Augenmitte. Clypeus auf- 
gebogen und ziemlich tief flach dreieckig ausgeschnitten, Seiten gerundet, 
Wangen ein wenig abgesetzt. Oberseite des Kopfes in der Mitte und vorne 
feiner, auf den Wangen und Hinterecken gröber gerunzelt. Der Scheitel 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 619 


fein gerunzelt. In der Mitte befindet sich eine gerade central erhöhte Stirn- 
leiste. Im inneren Hinterrand der Augen 2 kräftige apical geneigte spitze 


Tuberkel. 


Halsschild Vorder- und Hinterseitenrand gerade, Vorderecken gerundet, 
nicht vorgezogen, Basis deutlich gerandet. Die Oberfläche ist ziemlich dicht 
und grob unregelmäßig und einfach punktiert, die Punkte sind ziemlich flach 
und am Absturz etwas gedrängt. Auf dem Absturz befindet sich in der 
Mitte ein querer abgerundeter Tuberkel. Die Flügeldecken sind fein und 
eng gestreift, die Streifen fein gekerbt, die Zwischenräume äußerst zerstreut 
granuliert, der letzte Zwischenraum ganz glatt. Das Pygidium ist sehr zer- 
streut und fein punktiert, an der Basis fein und flachwinklig gerandet. 


Länge 7-8 mm. 


2 8 ö, Hedjas Buraimann 12 miles N. of Jidda, 8. XII. 1944, leg. A. R. Wa- 
terston. 


Die Art gehört in die 29. Gruppe nach d’Orbigny. Sie ist u. a. durch die 
Größe, die Flecken auf den Flügeldecken und den Tuberkel auf dem Hals- 
schild von den anderen Arten dieser Gruppe verschieden. Type im Britischen 
Museum, Paratype in meinem Museum. 


Onthophagus planifrons n. sp. 


Dunkelbraun, Clypeus und Vorderecken des Halsschildes rotbraun 
schimmernd. Beine und Fühler hell rotbraun. Oberseite äußerst fein, Pygi- 
dium etwas gröber behaart. 


Clypeus flach gerundet, vorne etwas abgestutzt. Die ganze Oberseite 
des Kopfes fein und ziemlich dicht punktiert, vollkommen flach, ohne Leisten 
oder sonstige Armatur. Halsschildvorderseitenrand gerade, hinterer Seiten- 
rand geschweift. Vorderecken nicht vorgezogen, abgerundet. Basis nicht er- 
kennbar gerandet. Oberseite des Halsschildes auf der Scheibe und an der 
Basis dicht mit sehr flachen etwas ungleichen Nabelpunkten bedeckt, die 
Vorderecken und am vorderen Seitenrand einfach punktiert. Halsschildab- 
sturz einfach. Die Flügeldecken breit gestreift, die Streifen mit breiten, 
flachen, ringförmigen Punkten kettenähnlich geschmückt. Das Pygidium ohne 
Basisleiste, im Grund chagriniert, ziemlich dicht mit flachen und groben 
Punkten besetzt. Vordertibien mit normalen 4 Zähnen. Die Art gehört in die 
26. Gruppe (n. Arrow Fauna of Br. India). 


Länge 3-4 mm. 
2 29, Assam Patkai Mts. (1), Sudiya (1), leg. Doherty. 


Type im Britischen Museum. 


620 Frey: Neue Onthophagus-Arten (Col. Scarab.) 


Onthophagus caviceps n. sp. 


Kopf, Halsschild und Pygidium erzgrün. Flügeldecken und Unterseite 
schwarzbraun. Flügeldecken mit 2 Querreihen rotbrauner, nicht sehr deut- 
licher Flecken, eine Reihe an der Basis, die andere in der Mitte der Flügel- 
decken oder nur mit einem Schulterflecken (Type). Fühler braun, die Keule 
gelblich, Ober- und Unterseite wenig glänzend. Oberseite bis auf 2 rot- 
braune Haarbüschel an den Hinterecken des Halsschildes glatt. Die Seiten 
des Metasternum lang hellbraun behaart, ebenfalls befinden sich Borsten- 
reihen an den Ventralsegmenten. 

ö.: Clypeus eiförmig zugespitzt, die Spitze etwas aufgebogen, die Ober- 
fläche ohne Leisten, hinten gerade, zwischen den Augen nur wenig vertieft 
und nicht ausgehöhlt. Der Clypeus fein quergerunzelt. Stirn und Scheitel 
auf chagriniertem Grund fein und ziemlich dicht punktiert. Gestalt relativ 
länglich. 

?: Clypeus breiter, eiförmig zugespitzt, die Spitze etwas aufgebogen, 
die Oberfläche ohne Leisten, der Hinterrand in der Mitte aufgebogen zu 
einem kräftigen, oben runden Tuberkel. Vor dem Tuberkel, zwischen den 
Augen, jedoch den Augenrand nicht erreichend, befindet sich eine breite 
Grube. Clypeus, Stirn und Scheitel sind quergerunzelt, nur die Grube ist 
ziemlich glatt und nur fein und zerstreut punktiert. Gestalt breiter. 

ö@: Der Halsschild ist ziemlich flach, vorderer Seitenrand gerade, hin- 
terer Seitenrand stark geschweift. Vorderecken nicht vorgezogen, rechtwin- 
kelig gerundet. Hinterecken ganz flach. Basis gerandet. Die Oberfläche des 
Halsschildes ist mit ganz flachen Körnern bedeckt, welche an den Seiten ge- 
rade noch als solche erkennbar sind, während sie auf der Scheibe allmählich 
verschwinden und in eine ziemlich zerstreute Punktierung übergehen. An 
den Hinterecken eine seichte Depression mit einem Haarbüschel. 

Die Flügeldecken sind ziemlich fein gestreift, die Streifen etwas ge- 
kerbt, die flachen Zwischenräume dicht und mittelfein punktiert. Der 7. 
Streifen ist gekrümmt. Das Pygidium ist gerandet und dicht und ziemlich 
fein punktiert. 

Länge 10-12 mm. 

1 8,3 29, Lebong Tandai W. Sumatra, leg. J. Brooks, 1917-22. 

Die Art ist sehr nahe verwandt mit penicillatus Har., unterscheidet sich je- 
doch durch die viel flachere Granulierung am Halsschild und die anders ge- 
färbten Flügeldecken. Arrow gibt in der Beschreibung der Art penicillatus 
(Fauna of British India S. 187) den Tuberkel als Kennzeichen des Ö an. 
Ich vermute, daß der beschriebene penicillatus ein $ ist, da in meinem Mu- 
seum das einzige Stück, ein $, genau den gleichen Habitus des Kopfes auf- 
weist wie die PP von caviceps. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 621 


Type $, Paratype 5 im Britischen Museum, 2 Paratypen (d ö) in meinem 
Museum. 


Onthophagus octogonus n. sp. (Abb. 1) 


Ober- und Unterseite schwarzbraun, Fühler, Mundwerkzeuge, die 
Schulterbeulen, 2 Apicalflecken und das Propygidium rötlich hellbraun. Pygi- 


Abb. 1: O. octogonus n. sp. Konturen der Vorderpartie. 


dium schwarzbraun wie die Flügeldecken. Ober- und Unterseite fein hell 
und kurz behaart, mäßig glänzend. Kopf in Form eines hinten etwas zu 
breiten Achtecks gestaltet (siehe Abb.). Die schrägen Seitenränder sind etwas 
geschweift, die geraden Seitenränder ein wenig apical divergierend. Der 
Vorderrand ist gerade. 

ö: Die Oberseite des Kopfes ist gleichmäßig fein punktiert. In Höhe 
des hinteren Augenrandes erheben sich 2 gerade, parallele, unten flache, 
dann gleichmäßig verjüngte, mittelhohe Hörner. Sie sind durch eine glatte 
Leiste verbunden. Es ist keine Stirnleiste vorhanden, nur bei sehr kleinen 
und ungehörnten ö eine Spur davon. 

2: Der Clypeus ist quergerunzelt, Stirn und Scheitel fein und gleich- 
mäßig punktiert. Es ist eine gerade Stirnleiste vorhanden, ebenso eine 
gerade Scheitelleiste in Höhe des Hinterrandes der Augen. Beide Leisten 
sind gleich lang und erreichen ungefähr !/3 des Kopfdurchmessers. 

Der Halsschild ist beim ö am Absturz hinter den Hörnern glatt. Er trägt 
beim $ dort einen undeutlichen Wulst. Der Halsschild ist gleichmäßig fein 
und dicht punktiert. Der Abstand der Punkte ca. gleich ihrem Durchmesser. 
Auf der Scheibe einige feinere Punkte dazwischen. Die Basis ist gerandet, 
Vorderseitenrand gerandet, Hinterseitenrand geschweift. Vorderecken recht- 
winklig verrundet und nicht vorgezogen. Die Flügeldecken sind ziemlich 
eng gestreift, die Streifen sind mit Punkten gekerbt, die flachen Zwischen- 


622 Frey: Neue Onthophagus-Arten (Col. Scarab.) 


räume mäßig dicht und unregelmäßig fein granuliert. Der 7. Streifen ge- 
krümmt. Das Pygidium ist gerandet, dicht und ziemlich grob punktiert. 
Länge 5-6 mm. 

4 66,1, Assam, Kaziranga, nördl. Mikir Hills/Brahmaputra, leg. G. Sche- 
rer, V. 1961. Type und Paratypen in meinem Museum. 

Die Art möchte ich zu O. falsus Gill. stellen (Gr. 25 nach Arrow). Sie ist 
durch die Kopfform (falsus Clypeus zugespitzt) eindeutig verschieden. 


Onthophagus ocellidorsis d’Orb. & 

In einer Sendung des Museums Tervueren befanden sich 3 2? und 1 
von ©. ocellidorsis d’Orb. Von dieser Art hat der Autor nur das $ beschrie- 
ben, weshalb mir eine Kennzeichnung des 5 angebracht erscheint: 

Clypeus halbkreisförmig, Wangen etwas hervortretend. Oberfläche des 
Kopfes ziemlich grob und dicht punktiert, ohne Frontalleiste. Der Hinter- 
rand des Kopfes ist in 2 Lamellen ausgezogen, die sich zu runden, etwas an 
der Spitze gebogenen, ziemlich kurzen Hörnern verjüngen. Der Abstand der 
nicht durch eine Leiste verbundenen, inneren Lamellenränder untereinander 
beträgt etwa die Hälfte des Lamellendurchmessers. 

Im übrigen wie das 9. 

Wegen der Bewaffnung des ö muß diese Art zu illotus Per. gestellt 
werden. Sie unterscheidet sich eindeutig durch die Nabelpunkte auf dem 
Halsschild. 

Fundort Lualoba: Kolwegi X. 1954. Typisches Exemplar des ö im Museum 

Tervueren. 


(Onthophagus leechi Frey) = Onthophagus posticus Er. (syn. nov.) 

In einer größeren Serie aus dem Britischen Museum befand sich der von 
mir im Jahre 1959 (Ent. Arbeiten aus dem Museum G. FREY 10) beschriebene 
O.leechi und zwar nicht nur wieder aus Neuseeland, sondern auch aus Tas- 
manien. 

Eine erneute Überprüfung ergab, daß es sich bei dem O. leechi um die 
alte Art O. posticus Er. handelt. Das Vorkommen in Australien und Neusee- 
land ist immerhin so außergewöhnlich, daß die australischen Arten nicht 
untersucht wurden, weshalb es zu einer Doppelbeschreibung kam. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 623 


North Queensland-Sammelreise 1961 - 62 


Von Herbert Demarz 


Australien ist nicht, wie manche Europäer glauben, eine große, mono- 
tone, menschenfeindliche Wüste. Es hat vielmehr ein sehr wechselvolles 
Gesicht, und die Gegensätze der Landschaften kommen wohl in keinem Land 
der Welt so stark zum Ausdruck. Der Wechsel zwischen üppigstem Regen- 
wald bzw. Savanne und Halb-Wüste ist oft sehr abrupt. Ebenso verhält es 
sich mit den Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit. Der rapide Wechsel 
dieser Landschaften hat eine Anzahl verschiedenster Biotope gebildet, inner- 
halb welcher das Mikroklima eine besondere Rolle spielt. Diese speziellen 
Biotope sind oft sehr klein und leicht zu übersehen. Die Insektenpopulation 
ist nicht sehr groß, dafür aber um so interessanter. Es ist nicht im Rahmen 
dieses Berichtes, eine umfangreiche Aufstellung der gesammelten Arten zu 
geben. Ein eingehendes Studium der einzelnen Gebiete ist notwendig, um 
hier einen kleinen Einblick zu geben. — Es liegt vielmehr im Interesse des 
Verfassers, dem Leser einen allgemeinen Eindruck von Australien zu ver- 


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Dekan REISEWEG DES VERFASSERS \ 


624 Demarz: North Queensland-Sammelreise 1961—62 


mitteln und die Landschaften und Schwierigkeiten zu schildern, die der 
Reisende in diesen Gebieten erwarten kann. 


Im Auftrag von Herrn Dr. Frey trat ich am 4. November 1961 mit 
meiner Frau eine fast viermonatige entom. Sammelreise an. Unser Hauptziel 
war das Atherton Plateau in North Queensland. Die Reise wurde ausschließ- 
lich mit einem Volkswagen (Personenwagen) durchgeführt. Die Gesamt- 
strecke betrug rund 22 000 Kilometer und stellte oft höchste Ansprüche an 
Fahrzeug und Fahrer. 


Um eine Autoreise von Perth nach North Queensland zu unternehmen, 
ist es zunächst notwendig, mit den Verhältnissen des Landes bekannt zu 
sein. — Diese Voraussetzung erfüllt, steht man vor weiteren Problemen; 
Unterbringung der Ausrüstung einschl. Wasser, Öl, Ersatzteile usw. Karten- 
material und Listen, die endlos scheinen und doch für einen reibungslosen 
Ablauf unentbehrlich sind. Der Volkswagen erscheint viel, viel zu klein und 
ist letzten Endes doch groß genug. Das Zelt, die Betten und Decken gehen 
aufs Dach, und da wir nur das Notwendigste mitnehmen, haben wir innen 
noch genügend Platz. 


Mit Kopfschmerzen und ein wenig durchgedreht, verlassen wir im 
ersten Tagesdämmern Perth, die Metropole des Westens und unsere Wahl- 
heimat. — Nach knapp 5 Stunden halten wir zum erstenmal 14 Meilen östlich 
von Southern Cross und ca. 330 Kilometer von Perth. Wir sind inmitten 
einem großen Sandgebiet, das mit 1-2 meterhohem Busch bestanden ist. 
Die Blütezeit ist bereits vorüber und damit die Hauptsaison für Insekten. 
Reich ist die Artenzahl der mittelhohen Eucalyptus-Arten, die stellenweise 
ein typisches Landschaftsbild formen: den Mallee. Die honigschweren Blü- 
ten dieser Büsche sind im Frühling (Ende September) der Treffpunkt vieler 
Insektenarten. Obwohl der Boden des Mallee jeglichen Kräuterwuchses ent- 
behrt, gibt es hier eine reiche und interessante Insektenfauna. Ganz beson- 
ders da, wo der Mallee plötzlich in eine Halbwüste übergeht, wie hier, 
östlich von Southern Cross. 


In einem etwa 400 m langem Graben, in dem sich die Wasserleitung 
von der Darling-Range nach Kalgoorlie befindet, gibt es der senkrechten 
Wände wegen immer abgestürzte Käfer. Der große Macramycterus leich- 
hardti ist hier nicht selten. Euryscaphus und Catadromus spec. sind häufig. 
Auch große, flugfähige Tiere wie Bolboceras, Trox, Leptopius u. a. stürzen 
hier ab. -— Wir werfen einen kurzen Blick in den Graben und wissen, daß die 
Konkurrenz bereits ganze Arbeit geleistet hat. Ein 1,20 m langer Waran 
(Varanus Guildii) hat unsere Sammelarbeit weitgehend erleichtert. 


Wir zerschlagen einen alten Grevillea-Stamm, der mit ausgewachsenen 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 625 


Stigmodera gespickt ist. Leider sind alle Tiere tot und zerfallen uns in den 
Händen. 


Es ist schon dunkel im Mallee, als wir endlich unseren ersten Reisetag 
beschließen und uns zur Ruhe legen. Wir haben 800 Kilometer gefahren und 
noch an einigen anderen Lokalitäten gesammelt. Im Kopf ist es noch durch- 
gedrehter als am Morgen; dann hört plötzlich alles auf. — 


Im Gegensatz zum ersten Reisetag sind wir am folgenden Morgen frisch 
und ausgeruht. — Vor uns liegt die gefürchtetste Strecke Australiens; der 
Nullarbor Plain. Von dieser etwa 1200 km langen Piste, die von Norseman 
nach Ceduna führt, und von da weiter nach Adelaide, erzählt man sich selbst 
hier Schauermärchen. Die Wirklichkeit ist nicht ganz so grau, wie es die 
meisten machen. Die Mehrzahl der Reisenden legen die Strecke zwischen 
Kalgoorlie und Port Augusta mit der Eisenbahn zurück. Sie verladen dann 
ihr Auto an der jeweiligen Bahnstation. — Die Zeit, da nur abenteuerliche 
Typen diese Strecke befuhren, ist vorbei, obwohl man selbst heute noch in 
diese Kategorie eingereiht wird, sobald es bekannt wird, daß man den Nul- 
larbor per Auto überquerte. 


Der Name Nullarbor besteht aus zwei lateinischen Wörtern; „nulla“ - 
kein, „arbor“ — Baum. Eine baumlose Ebene, in der nur vereinzelt einige 
kümmerliche Mulga- oder Sandalholz-Bäume stehen. Die eigentliche Vege- 
tation wird vom sog. Salz- und Blue-Busch gebildet. 

Die Straße ist schlecht und zum Teil liegt der Staub 50 cm dick. Die 
Hauptgefahr bilden tiefe, staubgefüllte Schlaglöcher, die man oft erst dann 
feststellt, wenn man bereits drin sitzt. 

Hier in dieser Halbwüste lebt in seinen Erdbauten der Wombat-Bär 
(Lasiorhinus Latifrons). Er ist neben dem Koala wohl das zutraulichste 
Beuteltier Australiens und auch nicht kamera-scheu. 

Über den Madura-Paß steigen wir vom oberen aufs untere Plateau und 
machen in einem geschützten Winkel Camp für die Nacht. Von der großen 
Australischen Bucht weht kalter Wind und die Hoffnung auf eine gute 
Leuchtnacht verlöscht. In der Tat kommen auch nur einige gemeine Lamelli- 
cornia ans Licht, von denen einige als Belegstücke mitgehen. 

Der nächste Tag bringt uns nach Eucla, direkt an der großen Austr. 
Bucht. Gegründet 1877, gehörte Eucla einst zu den geschäftigsten Verbin- 
dungszentren Australiens. Um diese Zeit hatte es eine Einwohnerzahl von 
etwa 50. Mit der Verlegung der Telephonleitung entlang der Trans-Austra- 
lian-Railway, ist die Bevölkerung abgewandert. Heute lebt hier, inmitten 
der schneeweißen Wanderdünen nur noch eine Familie. Mauerreste und alte 
Kamine, die einsam aus dem Sand ragen, erinnern an die alte Zeit. 


Über den Eucla-Paß steigen wir vom unteren wieder auf das obere 


Ent. Arb. Mus. Frey, Bd. 13, H. 2 40 


626 Demarz: North Queensland-Sammelreise 1961—62 


Plateau. — Wir lassen unseren Blick noch einmal zurückschweifen über die 
trostlose Ebene, hinüber zu den schneeweißen Dünen und dem tiefen Blau 
des Meeres. Klein und unwirklich erscheint uns alles dort unten und verleitet 
zu philosophischen Betrachtungen. — 


Einige Meilen östlich von Eucla erreichen wir die South Australia- 
Grenze und sind auch bald in Koonalda Station, das wegen seiner großen 
Höhlensysteme weit bekannt ist. In der Hoffnung, einige Höhlenkäfer zu 
finden, stiegen wir auf halsbrecherische Weise etwa 100 m tief ab, wo wir 
auf einen unterirdischen See stießen. Von hier folgten wir für einige hundert 
Meter einem Wasserarm, ohne jedoch die sehr begehrten Höhlenkäfer zu 
erbeuten. Unsere Zeit war knapp und so mußten wie leider aufs Ködern 
verzichten. 


1219 km östlich von Norseman erreichen wir Ceduna, unseren ersten 
Ort. Verstaubt und verschwitzt werden Benzin und Wasser aufgetankt, und 
die Fahrt geht weiter. — Trostlos ist die Gegend von hier nach Adelaide. - 
Viele Stunden später erscheinen in der Ferne die kahlen Ausläufer der Flin- 
ders Ranges. Nur entlang der Landstraße konnte sich ein schmaler Streifen 
der einheimischen Flora behaupten. Dahinter hatte der Pflug seine Arbeit 
getan. Einige Callistemon-Sträucher, hier wegen der Form ihrer tiefroten 
Blüten „bottle brush“ oder Flaschenbürste genannt, sind letzte Zeugen einer 
einst interessanten Buschlandschaft. Von den Blüten einiger Acacias können 
wir einige Curculioniden und Chrysomeliden klopfen. Unter Steinen finden 
wir Vertreter der weit verbreiteten Tenebrioniden Gattung: Cardiothorax 
und Adelium. Tannenzapfenechsen (Trachydosaurus rugosus), kriechen be- 
häbig über die Piste. Gegen Abend begegnet uns noch ein Dingo, der in aller 
Ruhe einen Karnickel zu seinem Bau trägt. 


Adelaide liegt am Fuße einer Bergkette, auf dessen Höhen europäische 
Bäume gedeihen. Neben Kirschen, die hier erfolgreich angepflanzt werden, 
finden wir Birken, Silbertannen, Zitterpappeln und vieles andere. — Ein 
großer Teil der Bevölkerung ist deutschen Ursprungs. Wir kommen durch 
Hahndorf, dessen Name keine Erklärung braucht. Die Gegend ist angenehm 
grün und wir begegnen hier einem alten Bekannten; dem Sperling, den es 
in West-Australien nicht gibt. 

Über Bordertown erreichen wir Victoria. Die Vegetation ist dichter 
geworden und die Ausbeuten reichlicher. Dem Wettergott scheint unsere 
Reise nicht sehr zu gefallen, und so erreichen wir etwas feucht Melbourne. — 
Nach zwei Tagen sagen wir auch hier wieder good bye und passieren in 
Albury die N.S.W.-Grenze, froh, endlich Victoria zu verlassen. 

Es ist kalt und es regnet, und auf den Kulturflächen Victorias hatten wir 
kaum Gelegenheit zum Sammeln. Auf der gesamten Strecke säumten Farm- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 627 


zäune die Straße und wir konnten erst um zwei Uhr nachts in einer Kiefern- 
pflanzung unser Zelt aufstellen. — 


Zunächst führt unser Weg nach Gundagai, dann entlang der Snowy 
Mountain Highway über Tumut nach Cooma. Von hier in einem spitzen 
Winkel nordwärts nach Canberra. Die Vegetation ist sehr wechselhaft und 
stellenweise sehr üppig. Alle Creeks führen Wasser, was auf reichere Nieder- 
schläge schließen läßt. 


Canberra A.C.T., (Australian Capital Territory) der Regierungssitz, ist 
modern und teuer. Die Stadt besitzt die Atmosphäre eines modernen Bades. 
Breite Straßen, gepflegte Anlagen und Gärten, moderne Verwaltungsge- 
bäude und saubere Wohnhäuser. Der normale Geschäftsbetrieb ist langsam 
und ruhig, fast zu ruhig, so daß man das Gefühl hat, daß hier nicht viel 
gearbeitet wird. 


Unser erster Besuch gilt der C.S.I.R.O., Devision of Entomology um 
Carabiden-Material des Museums Frey zu bestimmen. Unser Hauptinteresse 
galt der Sloan-Collection, die jedoch zum größten Teil Anthrenen und Mot- 
ten zum Opfer fiel. Dadurch ist ein großer Teil der von Sloan aufgestellten 
Typen vernichtet worden. Die Bestimmung des Carabidae-Materials ge- 
staltete sich dadurch äußerst schwierig. Glücklicherweise nahm uns Dr. B. P. 
Moore diese schwierige Arbeit ab, und wir verließen Canberra mit der Über- 
zeugung, das Material in gute Hände gelegt zu haben. 

Über den Maquarie-Paß steigen wir zur Küstenniederung ab. Hier auf 
dem engen, gewundenen Paß offenbart sich die Fülle einer reichen, feucht- 
warmen Vegetation. Dominierend sind hohe Farnbäume, Palmen und eine 
Anzahl verschiedener Farne, die in Felsspalten und an Abstürzen Fuß gefaßt 
haben. Der Regen wird intensiver, und es wird rasch dunkel. An einer Stelle 
des Passes gelingt es uns einige Meter weit in den Busch zu fahren. Unter 
anhaltendem Regen errichten wir unser Camp. — Gegen Mitternacht entdeckt 
meine Frau plötzlich einen großen Carabiden im Zelt. Draußen heult der 
Wind und der Regen klatscht durch die Bäume. Regenmäntel über die Pyja- 
mas gezogen, gehts gemeinsam auf die Jagd. Nach etwa einer Stunde haben 
wir schließlich zwei Dutzend dieser prächtigen Tiere gefangen. Gut gebadet, 
legen wir uns dann endlich, nachdem wir die Blutegel von den Füßen ge- 
zogen haben, zu Bett. — 

Auf eine Regennacht im Paß folgt ein noch schlimmerer Regentag. Vom 
Pazifik jagt starker Wind dunkle Regenwolken ins Land. Es ist Freitag 
Mittag und wir nähern uns Sydney. Der Regen nimmt immer noch an Stärke 
zu. Wir müssen langsam und zeitweise sogar mit Licht fahren. Um vier Uhr 
nachmittags erreichen wir Sutherland, einen südlichen Vorort 24 Kilometer 
vom Stadtkern. Der starke Verkehr in Sydney ist überall berüchtigt und 


628 Demarz: North Queensland-Sammelreise 1961—62 


gefürchtet, und tatsächlich fährt uns auch ein Lieferwagen hinten auf, der 
glücklicherweise nur geringen Schaden anrichtet. 


Am nächsten Tag erfahren wir, daß fast sämtliche Ausfahrtstraßen 
wegen des schweren Regens gesperrt sind. Es regnet ununterbrochen, und 
der Wind jagt heulend über die hohen Steilküsten. Wir verbringen vier Tage 
bei Freunden in Vaucluse und Cronulla, bevor wir unsere Reise fortsetzen 


können. 


Zwei Tage später erreichen wir Wingen. Nur wenigen Australiern be- 
kannt, befindet sich nördlich des kleinen Ortes Mount Wingen, der z. Z. 
einzige noch tätige Vulkan Australiens! Seine Tätigkeit beschränkt sich aller- 
dings nur noch auf Rauchschwaden und Gase. Seine Besteigung ist nicht 
schwierig, und wir haben beim Aufstieg Gelegenheit unter Schafdung eine 
Anzahl Onthophagus und Aphodius-Arten zu erbeuten. Der Gipfel des Vul- 
kans ist ausgeglüht und nur an wenigen Stellen finden wir noch glühendes 
Gestein. 


Von hier führt unser Weg weiter über Tamworth, Gunnedah, Narrabri 
nach Bellata. Einige Meilen nördlich von Bellata werden wir von schweren 
Regenfällen zum Umkehren gezwungen. Die Straße ist zum größten Teil 
unter Wasser und das Überqueren der Creeks unmöglich. An Insektensam- 
meln ist nicht zu denken. Wir sind froh, hier noch heraus zu kommen und 
fahren 220 Kilometer zurück nach Tamworth. 


Über Warwick erreichen wir auf der New England Highway Cunnig- 
ham’s Gap, einen hoch in den Bergen gelegenen National Park. Die Flora ist 
üppig und ähnelt der Regenwaldformation North Queenslands. Am auffal- 
lendsten sind riesige Baumfarne und andere Epiphyten, die sich hoch in den 
Bäumen angesiedelt haben. Lianen und Palmen fallen auf. Der Gympie- 
Baum ist häufig und wegen seines gefährlichen Nesselgiftes sehr gefürchtet. 
Hier leben Riesenschlangen, und seltene Beuteltiere treiben ihr verstecktes 
Dasein. Auf einigen eng begrenzten Stellen gibt es zahlreiche Insekten, die 
jedoch zum Großteil gewöhnlichen Arten angehören. 


In langen Serpentinen steigen wir nach Nordosten ab und erreichen das 
schöne Städtchen Ipswich, etwa 40 Kilometer westlich von Brisbane. Vor uns 
liegt das große Land Queensland, und wir haben keine Zeit zum Verweilen. 
— Auf der Inlandstraße über Nanango, Gayndah und Banana gehts nach 
Rockhampton. Große Flaschenbäume säumen die Straße und gigantische 
Opuntien haben das Landschaftsbild über große Landstriche entstellt. 


Wir erreichen Mackay, am Südrand des großen Barriere Riffs. Traum- 
hafte Namen erscheinen auf unserer Landkarte; Whitsunday Island, Linde- 
mann, Hayman, Daydream Island u. a. Tummelplätze der Urlaubsreisenden, 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 629 


paradiesische Inseln des Korallenmeeres. Für uns aber bleibt nur die Land- 
straße, heiß und staubig. — 


Etwa 40 Kilometer nördlich von Townsville erfahren wir zum ersten- 
mal, was Queensland Mosquitos sind. -— Kaum aus dem Auto gestiegen, über- 
fällt uns eine Wolke dieser blutrünstigen Tierchen, und noch bevor wir uns 
mit Öl einschmieren können, sind wir mit Stichen übersät. Es sind große 
Tiere und sie stechen durch Hemd und Hose. Das hält selbst der stärkste 
Neger nicht aus, wir springen in den Wagen und fahren, was das Zeug hält, 
um die Biester rauszublasen. — In tiefer Nacht passieren wir Ingham und 
machen südlich der Zuckerstadt Tulley Camp für die Nacht. — Am folgen- 
den Morgen erreichen wir das tropische Innisfail, unser erstes Ziel. 


Es ist der 22. November, und das Wetter ist immer noch günstig zum 
Reisen. Aus diesem Grunde unternehmen wir eine längere Exkursion ins 
Inland. — Der Palmerston National Park, wohl der größte und schönste des 
Atherton Tablelands, hält uns zunächst für einige Tage fest. Inmitten der 
luxuriösen Vegetation tropischen Regenwaldes finden wir verhältnismäßig 
wenig Käfermaterial. Besser werden die Ausbeuten erst am Rande des Ur- 
waldes und auf größeren Lichtungen, die allerdings sehr selten sind. Der 
tiefblaue Papilio ulysses ist ein alltägliches Bild, jedoch schwer zu erbeuten, 
da er hoch in den Bäumen fliegt. Durch Zufall entdecke ich, daß mir jedesmal 
nach dem Baden im Wildbach diese schönen Falter folgen. Zunächst denke 
ich an die Feuchtigkeit, dann aber kommt mir ein anderer Gedanke; meine 
blaue Badehose! Ich legte nun meine Badehose vors Zelt und konnte tat- 
sächlich einige Minuten später zwei prächtige Tiere erbeuten. Sobald die 
Falter von ihrer luftigen Höhe in den Urwaldriesen die Badehose entdeckten, 
stürzten sie förmlich ab und der Fang war eine Leichtigkeit. Wir wieder- 
holten das Experiment auch an einigen anderen Stellen, mit demselben 
Resultat. Leider fehlte die Zeit, weitere optische Experimente mit anderen 
Faltern vorzunehmen. Gar zu gerne hätte ich eine Methode gefunden, die 
große Zahl der Melolonthinae aus den Baumwipfein zu locken, die oft mit 
dumpfem Brummen in der Abenddämmerung über unseren Köpfen dahin- 
zogen. — Einige von ihnen kamen nachts ans Licht, einige holten wir von den 
Bäumen herunter, aber die Mehrzahl schien allen unseren Künsten gewach- 
sen zu sein. Weniger flüchtig waren dagegen die holzzerstörenden Arten in 
den gefallenen Urwaldriesen. Neben zahlreichem Curculionidae-Material 
sammelten wir große Elateridae, Lucanidae, Dynastidae u. a. Häufige Gäste 
unserer Starklichtlampe waren große, grüne Singzikaden und die aus dem 


tropischen Amerika eingeführte Riesenkröte (Buffo marinus). 


Eines Nachts, unterwegs zur Inspektion alter Baumstämme, werden wir 


630 Demarz: North Queensland-Sammelreise 1961—62 


Zeugen eines seltenen Naturschauspiels. Durch schlagende Geräusche und 
das Bewegen einer Liane angelockt, entdecken wir im dichten Unterwuchs 
eine Teppichschlange (Python spilotes), die gerade dabei ist, ein kleines 
Känguruh zu erwürgen. Die Schlange ist fest im Oberschenkel des Tieres 
verbissen, eng umschlungen und läßt sich selbst von unserer starken Lampe 
nicht stören. Das Känguruh schlägt noch einige Male und ist tot, bevor wir 
die Schlange abrollen können. Es ist ein stattliches, gut drei Meter langes 
Tier und wird lebend mitgenommen. Nach eingehender Untersuchung des 
Känguruhs finden wir noch ein nacktes, lebendes Junges im Beutel. Wir 
stecken es in den Schlangensack und am nächsten Morgen wissen wir, daß 
die Schlange bereits ihr Frühstück hatte. Wir sandten sie zwei Tage später 
an einen Zoologen in Sydney. 


Einer unserer ergiebigsten Sammelplätze ist ein frischer Holzschlag, der 
an den Palmerston Nationalpark angrenzt. Leider gibt es auch hier den sehr 
gefürchteten Stinging Tree, bei dessen Berührung man sehr langanhaltende 
und äußerst schmerzhafte Verbrennungen erhält. Auf der Jagd nach einem 
Käfer streifte meine Frau nur leicht an einer Pflanze und hatte fast einen 
ganzen Monat mit Schmerzen zu kämpfen. Besonders, wenn die Hand mit 
Wasser in Berührung kam, verstärkte sich der Schmerz, und die Verbren- 
nungsspuren waren deutlicher zu sehen. Stärkere Verbrennungen können 
nur mit Morphium ausgehalten werden und sollen sogar tödlich sein. — In 
den schwülen Nächten, besonders vor Gewittern, flogen hier herrliche große 
Böcke, Brenthiden, Dynastidae, Melolonthinae u. a. Der stattliche Batocera 
frenchi (Blackb.) ist zahlreich. Vertreter der Gattungen Phacodes, Diham- 
mus, Platyomopsis u. a. fingen wir entweder im Flug, oder auf geschlagenem 
Holz. 


Der nächtliche Regenwald ist sehr geräuschvoll. Beständig fallen Samen 
und Nüsse aus den Kronen, die ein geschlossenes Dach bilden. Verschiedene 
Beuteltiere hüpfen neugierig um unser Lager und stehlen, was ihnen in die 
Quere kommt. Selbst eine tote Baumschlange, die ich als Köder auslegte, ist 
am Morgen weg. Fremdartig ist das Verhalten einiger Onthophagus-Arten, 
die in Anzahl auf verschiedenen Blättern sitzen. Leider wird unser nächt- 
liches Sammelidyll immer wieder von starken Gewittern gestört. Aber auch 
andere Dinge sind auf die Dauer störend; so z. B. Blutegel, die wir dutzend- 
weise von den Beinen ziehen, Bremsen am Tage und Mosquitos des Nachts, 
dazu ist es heiß und feucht wie in einer Sauna! — 


Große Farnbäume säumen die Straße und geben uns letztes Geleit auf 
unserer Reise ins Inland. — In Ravenshoe ist die Regenwald-Formation plötz- 
lich zu Ende, und es beginnt nach einem schmalen Streifen Sclerophyll- 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 631 


Waldes die Savanne. Diese schmale Grenzzone ist sehr interessant und bedarf 
eingehenden Studiums. In trockenen Jahren kann sich der Sclerophyll in 
Savanne wandeln und gibt ein krasses Bild. Verschiedene Mikrobiotope 
haben sich hier auf engem Raum gebildet, und ebenso interessant sind die 
Tiere, die hier leben. Neben typischen Vertretern tropischen Regenwaldes 
findet man Arten der trockenen, heißen Semi-Wüsten und Savannen. Elateri- 
dae (meist kleine Arten), Tenebrionidae, Phalidurinae, um nur einige zu 
nennen. Ein eingehendes Studium dieser Zone wäre eine sehr lohnende 
Aufgabe. 


Mount Garnet liegt bereits inmitten heißer, trockener Savanne und hier 
scheint auch die Grenze der Zivilisation zu sein. Die Straße ins Inland ist nur 
noch eine gemeine Waschbrettpiste, die von hunderten kleiner Creeks zer- 
schnitten ist. Kurze, heftige Gewitter gehen nieder und machen das Reisen 
gefährlich. Streckenweise ist Lehmboden da, der so rutschig ist, daß an ein 
normales Fahren nicht zu denken ist. Die Creeks führen Wasser und sind 
schwierig zu überqueren. Oft müssen wir tiefausgespülte Rinnen einfüllen 
und große Steine in den Creeks beseitigen. Wir begegnen Riesentrappen 
und Wildschweinen. — Von Lindhurst Station geht unser Weg west-nord- 
west. Entgegen allen eindringlichen Warnungen der Farmer setzen wir 
unseren Weg fort. Der Regen nimmt zu, und manchmal frage ich mich ins- 
geheim, ob wir auch wieder zurückkommen. Es wird Nacht, und die Creeks 
sind hoch angestiegen. Die Uferbänke sind zerrissen, und wir arbeiten, was 
das Zeug hält. Bei der Überquerung der Creeks kann nur immer einer fahren 
und der andere muß hinten kräftig schieben und anheben. Wir sind in einer 
alten Vulkanlandschaft, die auch jetzt noch wild und zerrissen ist. Der Regen 
hat nachgelassen, und wir machen um ein Uhr nachts Camp. — Der nächste 
Morgen macht alle unsere Hoffnungen zunichte. Es hat die ganze Nacht 
geblitzt, und die Wolken hängen tief und schwer. Aber wir wollen nicht auf- 
geben. Noch haben wir genügend Benzin und Verpflegung. Unter viel 
Mühen erreichen wir einige Stunden später Spring Valley, eine kleine, abge- 
legene Farm. Zunächst werden wir bestaunt, als kämen wir von „outer 
space“, dann erfahren wir, daß hier die Welt zu Ende ist und die „Straße“ 
nicht weiter geht. Wir haben uns auf Grund ungenauen Kartenmaterials 
festgefahren. Es bleibt uns nur eins; nämlich das beste aus der Situation zu 
machen. So besuchen wir mit dem Yeep der Farm Agate Creek, ca. 50 Kilo- 
meter quer durchs Land. Wir brauchen für die Strecke 3 Stunden, obwohl 
wir fahren, was der Wagen hergibt. Agate Creek führt Massen kleiner 
Achate und Chalcedonys. 


Wir finden bunte Festungsachate und rote Carneole, Ribbon stones und 
Geoden mit kleinen Amethysten und klaren Quarzkristallen. Es ist ein faszi- 


632 Demarz: North Queensland-Sammelreise 1961—62 


nierendes Bild und wir vergessen Regen und schlechte Straße. Aber unser 
Aufenthalt ist nur kurz, wollen wir noch am selben Tag wieder die Farm 
erreichen. — Zur Farm zurückgekehrt, werden wir eingeladen, da zu bleiben. 
Wir schlagen die freundliche Einladung ab, denn wir müssen einsehen, daß 
wir hier so schnell wie möglich heraus müssen, wenn wir nicht die ganze 
Regenzeit über hier bleiben wollen. Der alte Farmer beteuert uns, daß es 
dazu bereits zu spät sei. Noch in derselben Nacht brechen wir auf und 
erreichen zwei Tage später abgekämpft das Atherton Tableland. 


Zurück auf dem Atherton Plateau besuchen wir zunächst die Black 
Mountain Range bei Kuranda. Hier fangen wir die typischen Vertreter tro- 
pischen Regenwaldes, und es wird Tag und Nacht gesammelt. Leider bleibt 
uns der Fang des sehr begehrten Phalacrognathus mülleri (Macl.) versagt. 
Dafür fangen wir einige andere Lucanidae in faulen Hölzern und an der 
Lampe. Ergiebig sind auch die alten Stümpfe der Grasbäume (Xanthorrhoea 
preissi). Es ist Weihnachten, und wir haben uns in einer alten Holzfällerhütte 
einquartiert. Possums und ein Heer von Ameisen spielen mit uns ein end- 
loses Geduldsspiel. Unaufhörlich klatscht der Regen auf das Wellblechdach 
und unser größter Luxus ist eine Büchse warmes Bier. — Es regnet nun jeden 
Tag, und unsere Ausbeuten werden mager. Wir verlegen unser Camp in die 
Nähe von Mareeba. Aber auch hier ist es nicht besonders gut, da große 
Flächen mit Tabak und Mais bepflanzt und dann von Flugzeugen aus regel- 
mäßig mit Insecticides gespritzt werden. Wir durchstoßen diesen Gürtel und 
gelangen nach Chillagoe. Aber auch hier erleben wir eine Enttäuschung und 
kehren bald wieder um. Danach zirkeln wir noch einige Male das Atherton 
Plateau ab und machen auch weitere Vorstöße in die Nähe von Cooktown, 
Mt. Garnet und der Koralleninsel Green Island. — Der Regen hat auch den 
Farmern ihr schmutziges Handwerk gelegt. Bei unserer Ankunft brannten 
überall größere oder kleinere Flächen prächtigsten Regenwaldes. Die Brand- 
rodung ist das größte Verbrechen, das gegenwärtig auf den Atherton Table- 
land ausgeübt wird. — 


Am 20. Januar verlassen wir nach fast 2!/g Monaten das Atherton Pla- 
teau und setzen uns nach Süden ab. Zuckerrohrfelder, soweit das Auge reicht, 
säumen die Straße. Schwere Gewitter gehen nieder, und wir sind im Grunde 
froh, den Blutegeln good bye zu sagen. Das Sammeln in diesen Kulturstep- 
pen hat nur geringen Erfolg. — In Nyngan (N.S.W.) besuchen wir Mr. Jack 
Armstrong, wohl einen der besten Entomologen Australiens. Gemeinsam 
unternehmen wir einige sehr erfolgreiche Exkursionen in die nahe Um- 
gebung. 


Unser nächstes Ziel ist White Cliffs, das wegen seiner Opalfelder weit 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 633 


berühmt ist. Die Felder sind erschöpft, und nur noch eine Handvoll alter 
Digger leben in schmutzigen Höhlen, die in die Hügel geschlagen sind. Das 
Trinkwasser ist grün und wimmelt von Mosquitolarven. Dazu ist es heiß und 
die Fliegenplage sehr groß. Als ein neuer Opalgräber angesehen, weist mir 
ein Digger eine Höhle an und erklärt mir das Gelände. — Mit einbrechender 
Dunkelheit überfallen uns Schwärme blutdürstiger Mosquitos. Vor der 
Höhle erleben wir dann eine recht interessante Leuchtnacht. Dutzende der 
herrlichen Calosoma Schayeri fliegen an. Harpalus-Arten, Catadromus und 
andere Carabidae, die wir tagsüber vergeblich suchten. Es ist Mitternacht 
und immer noch herrschen 40 Grad Celsius. An Schlaf ist nicht zu denken. 
Die Mosquitos setzen uns derart zu, daß wir nicht mehr dazu kommen, das 
Zelt aufzustellen, und einfach im Wagen übernachten. Früh sind wir wie 
gerädert und wundern uns, wie die Leute hier das alles aushalten. — 

Über Broken Hill erreichen wir in Cockburn die süd-austr. Grenze. 
Die Strecke zwischen Broken Hill und Adelaide, eine Entfernung von rund 
550 Kilometern führt durch eine Halbwüste, die kaum eine Pflanzendecke 
aufweist. Fast auf der ganzen Strecke begleiten uns starke Staubstürme, und 
wir sind endlich froh, Adelaide zu erreichen. — Nach eintägigem Aufenthalt 
geht es weiter. Unser nächstes Ziel ist Andamooka, das reichste Opalfeld der 
Welt. Von der Raketenstadt Woomera nach Andamooka führt eine elende 
Fiste. Hier sieht es ähnlich aus wie in White Cliffs, nur daß die Anzahl der 
Digger größer ist. Es gibt sogar zwei Geschäfte und einen richtigen Brunnen 
mit Windrad. Wasser ist natürlich rationiert und ein Bad eine Unmöglichkeit. 
Reiche Opalfunde werden gemacht, und wir sind selbst versucht, einen 
Claim zu stecken. — Auf unseren Streifzügen durch die Opalfelder schauen 
wir mehr nach Opalen als nach Käfern. Letztere sind auch in der Minderheit. 
— Der Rückweg ist wieder gemein. Staubstürme und dann endlich kurz vor 
Port Augusta Regen. 


Vor uns liegt wieder der Nullarbor Plain, und wir machen gute Fahrt. 
Kurz vor Eucla entdecken wir den sehr scheuen und großen Buprestiden 
Stigmodera heros, der immer wieder aus den Wipfeln der Eucalyptus-Bäume 
auffliegt. Leider bleiben alle unsere Mühen, ein Stück zu erbeuten, unbe- 
lohnt. Die letzte Nacht im Nullarbor ist nochmals interessant und bringt 
viele kleine Böcke und Lamellicornier ans Licht. — Wir machen die Bekannt- 
schaft mit drei Gangstern, die mit einem gestohlenen Wagen von Süd- 
Australien nach West-Australien unterwegs sind. Am nächsten Tag erreichen 
wir Norseman und erfahren auf der Polizeistation, daß die Gangster bereits 
verhaftet sind. Sie wurden wegen 14 Vergehen gesucht. 


Wir haben eine kalte Dusche und setzen zu unserer letzten Etappe an. 
Es ist der 20. Februar und Hochsommer. Grau und braun ist der Busch, und 


634 Demarz: North Queensland-Sammelreise 1961—62 


dennoch fühlt man sich wohl. Es ist eine vertraute Landschaft, ein Stück 
Heimat. — Nur noch 723 Kilometer nach Perth! Eintönig singen die Reifen 
auf der monotonen Asphaltstraße, die sich wie eine riesige, graue Schlange 
über den Horizont schlängelt. Bilder und Eindrücke ziehen in unserer Er- 
innerung vorüber und wir erwägen, wo es uns auf dieser Reise wohl am 
besten gefallen hat, und erst als wir vor der hohen Hecke unseres Gartens 
halten, wissen wir die Antwort. 


Ent. Arb. Mus. Frey 13, 1962 635 


Personalien 


Kurz vor Redaktionsschluß erreichte uns die Nachricht vom plötzlichen 
Tod von 


Hofrat Josef Breit, Wien, 


einem Freund und Mitarbeiter des Museums Frey. Seine Sammlung palae- 


arktischer Koleopteren befindet sich, wie bekannt, schon seit vielen Jahren 
im Museum Frey. 


Einen Nachruf für den Verstorbenen bringen wir im nächsten Heft. 


E.H, 


Die „Entomologischen Arbeiten“ dienen als Publikationsorgan für die Mitarbeiter 
resp. Bearbeiter der wissenschaftlichen Sammlung des Museums G. Frey. Entspre- 
chend den Aufgaben des Museums Frey werden vornehmlich Arbeiten veröffent- 
licht, die Beiträge zur Förderung der systematisch-morphologischen Coleopterologie 
darstellen. 


Die Autoren werden um Beachtung folgender Punkte gebeten: 


a) Manuskriptsendungen und Anfragen bezüglich der Drucklegung sind an den 
Schriftleiter Dr. E. Haaf, Museum G.Frey, Tutzing bei München, zu richten. 

b) Die Manuskripte sollen druckfertig in Maschinenschrift in doppeltem Zeilen- 
abstand mit breitem Rand auf einseitig beschriebenen Blättern abgefaßt sein. 

c) Art- und Gattungsnamen, die in Kursivschrift erscheinen, sind zu unterschlän- 
geln, zu sperrende Textstellen mit unterbrochener Linie zu unterstreichen. 
Der in Kleindruck erwünschte Text ist am Rande mit einer vertikalen ge- 
schlängelten Linie zu kennzeichnen. 

d) Textzeichnungen können nur in klischierfertigem Zustand angenommen werden. 

e) Die Verfasser sind für Form und Inhalt ihrer Arbeiten allein verantwortlich. 

f) Jedem Autor werden 30 Sonderabdrucke seiner Arbeit gratis zugesandt. 


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